Verschiedene Gehäuseprinzipien bei Doppelbassbestückung

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Gochec
Stammgast
#1 erstellt: 01. Jan 2012, 23:18
Servus Gemeinde,
ich hätte hier mal eine prinzipielle Frage:
Macht es Sinn, bei einer Box mit 2 (gleichen) Tieftönern verschiedene Gehäuseprinzipien anzuwenden (Voraussetzung ist natürlich, dass die TSP´s dazu passen)?
Beispiel 1:
Ein TT im geschlossenen Volumen, der zweite im Bassreflexsystem
Beispiel 2:
Der erste TT mit "normaler" QB3 Bassreflexabstimmung, der zweite dann mit deutlich größerem Volumen und tieferer Abstimmung.

Frage deshalb, weil ich für unser Wohnzimmer heuer Boxen bauen will, die allerdings (wegen WAF ) sehr nahe an der Wand stehen müssen. Außerdem sitzen wir an der gegenüberliegenden Seite des Raumes ebenfalls relativ nahe an der Wand (Sofa). Ergibt erfahrungsgemäß eine deutliche Überhöhung im Tiefbassbereich. Hier würde ein zum Tiefbass leicht abfallender Frequenzgang ganz gut tun. Rein geschlossene Gehäuse möchte ich nicht, der Bass sollte schon einigermaßen tief runter gehen, daher die Idee mit den unterschiedlichen Abstimmungen. Als Treiber würden z.B. die Mission CP-168 in Frage kommen. Die Daten überzeugen und ich würde die Teile als Tieftöner bis ca. 500 Hz laufen lassen. Darüber soll ein älterer, aber sehr guter HDA-Mitteltöner von Audax zum Einsatz kommen (Resteverwertung ).
Optik der Treiber ist in dem Fall egal, da (wegen Kinder) sowieso eine Bespannung drüber muss.

Gibts hier schon Erfahrungen mit solchen Gehäuseabstimmungen? Hab mal ein wenig simuliert - größere Phasenschweinereinen sollte es dadurch zumindest nicht geben.
Wie schauts in der Praxis aus? Spricht da was dagegen?

Danke schon mal
Gruß
G.
Rufus49
Stammgast
#2 erstellt: 02. Jan 2012, 00:11
Das ganze macht durchaus Sinn. Es gibt sogar DAppolito Anordnungen (Parallelschaltung gleicher Tieftöner), da sitzt der obere Tieftöner im geschlossenen Gehäuse, der untere arbeitet in Bassreflexabstimmung.

So werden im Bassbereich Raumresonanzen weniger stark angeregt, auch der Frequenzgang wird evtl. ausgeglichener.

Einen Haken hat die Geschichte. Man verschenkt im Bassbereich Wirkungsgrad.
Wenn 2 Tieftöner in Bassreflex gleichzeitig arbeiten (natürlich mit ausreichend Volumen), bekommt man deutlich mehr Druck im Tiefbass.

Rufus
Ars_Vivendi
Inventar
#3 erstellt: 02. Jan 2012, 10:50
Hab mal bissle rumsimuliert. Bei der unteren Grenzfrequenz des BR-Teils ist die Phase meist schon leicht unterschiedlich. Noch schlimmer wird es darunter. Da sind schnell mal über 90° Phasenverschiebung drin. Besser wird es tendenziell wenn das geschlossene Gehäuse mehr Volumen bekommt und dass bassreflexte tiefer abgestimmt wird.

Auf jeden Fall interessanter Gedanke. Schade dass WinISD Kurven nicht komplex addieren kann. Kann man denn die Kurvenwerte exportieren und vielleicht in Excel addieren?
moby_dick
Hat sich gelöscht
#4 erstellt: 02. Jan 2012, 11:43
Bei der geplanten Aufstellung kann CB die beste Lösung sein. Oft bringt CB mehr Tiefbass, was aber in der Simu nicht erkennbar ist.

Hier die Simu meiner Boxen (je 2x 20 cm TT, CB) und die Arta-Messung am Hörplatz. Ohne EQ. Bei 29 Hz kann ich den Betonfußboden fühlbar schwingen lassen. Ein mit Wasser gefülltes Glas zeigt den Jurassic-Parc-Effekt.
Bass Theorie Praxis klein

Optimal wäre CB mit elektrischer Anpassung.

Aber der Mission ist für Tiefbass ungeeignet.
http://www.hifi-selb...tent&task=view&id=31


[Beitrag von moby_dick am 02. Jan 2012, 11:53 bearbeitet]
Gochec
Stammgast
#5 erstellt: 02. Jan 2012, 21:57
Danke schon mal für die Antworten.
Ich glaube, ich mache mir vll doch noch mal Gedanken über ein komplett geschlossenes Gehäuse.
Gut - ich brauch nicht unbedingt die unterste Oktave bis 40 Hz. Wenns ab da ordentlich schiebt, dann ist es in dem Fall für mich ok. Die Mission sollen im BR-Gehäuse ja angeblich recht "schnell" bzw. sauber spielen, ohne zu dick aufzutragen. Ist für meinen Musikgeschmack eher wichtig als der gaaanz tiefschwarze Bassbereich.
Problem ist halt, dass ich max. etwa 40 Liter unterbringe und die Treiber höchstens 17 cm im Durchmesser haben sollten - sonst wird das Ganze zu groß, breit,... (ihr wisst schon...).
Dann gäbe es evtl noch die Lösung "Geschlossen mit Vorkondensator" wie es in der HobbyHifi schon öfter beschrieben wurde. Habe ich bis jetzt noch nicht gehört, scheint aber auch reizvoll zu sein, vor allem, weil man dadurch einiges an Volumen sparen könnte.

Rein vom Prinzip wäre es trotzdem mal interessant die CB+BR Lösung auszuprobieren. Ich erinnere mich gerade, dass ein Bekannter recht nette 2 1/2 Wege Böxchen von Intertechnik rumstehen hat (mit Seas Excel-Chassis). Wenn ich mich recht entsinne, waren die auch in der Art Geschlossen+Bassreflex aufgebaut, bin mir aber nicht sicher. Die liegen natürlich für meinen Fall deutlich über dem geplanten Budget. Klingen aber richtig gut, die Teile.

Werde die nächsten Tage wohl noch ein wenig TSP´s in den bekannten Fachzeitschriften studieren. Wird sich schon noch ein vernünftiger Treiber finden.

Immer wieder das Selbe: je mehr man nachdenkt, umso unsicherer wird man
Wenn ich mich dann irgendwann entschlossen habe, melde ich mich nochmal.

Danke und Gruß
G.


[Beitrag von Gochec am 02. Jan 2012, 22:19 bearbeitet]
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