Bassboost durch Unterschiedliche Beschaltung der Doppelschwingspule

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Spatz
Inventar
#1 erstellt: 28. Apr 2005, 14:36
http://www.ilmag.de/html/body_prodomo.html

In diesemm Artikel von www.ilmag.de ist die Rede davon, dass ein Subwoofer mit Doppelschwingspule so geschaltet werden kann, dass die eine Schwingspule eine relativ hohe Trennfrequenz erfährt, die andere eine niedrige.
Angeblich wirkt das wie eine Art Bassboost...

Wie funktioniert das genau?
Wie berechnet man die Trennfrequenzen?

Taugt das überhaupt, oder ist das ein mittelmäßiger Trick, um die Box ein wenig besser zu machen?
Cpt._Baseballbatboy
Inventar
#2 erstellt: 28. Apr 2005, 17:42
Eigentlich ist das eine 2 1/2-Wege-Box, wo der eine Tieftöner nur im Bassbereich, der andere bis in den Mitteltonbereich arbeitet, mit dem Unterschied, dass man bei dieser Doppelschwingpulesgeschichte eine ganze Menge an Schalldruck verschwendet (halbe Membranfläche, im Mitteltonbereich unnötiges Gewicht durch nicht angetriebene Schwingspule).

Denkbar wäre z. B. folgendes Szenario:
der Treiber wird mit nur einer beschalteten Spule in ein BR-Gehäuse verbaut, das eigentlich viel zu tief abgestimmt ist, also ein Stufe im Frequenzgang entsteht. Diese Stufe wird dann dadurch aufgefüllt, dass die zweite Schwingspule nur in diesem Bereich aktiv ist.

Berechnen? Nahezu unmöglich.
Simulieren? Ich kenne kein Programm das dazu in der Lage ist.
Ausprobieren? Ziemlich teuer. Erstmal muss der Impedanzgang gandenlos geglättet werden, damit man überhaupt eine Chance hat, eine vernünftige Filterfunktion zu erzielen. Das bedeutet den Einsatz großer Induktivitäten und Kapazitäten, also Geld.
Und dann hilft nur noch ausprobieren, messen, ausprobieren, messen. Und das ebenfalls mit wieder großen Spulen und Kondensatoren.

Was das taugt und was nicht:
+ es lässt sich die untere Grenzfrequenz nach unten verschieben
+ das Gehäuse kann sehr kompakt ausfallen

- geringer Wirkungsgrad durch Antriebskraftverschwendung
- komplexe, teure Frequenzweiche

Ich erinnere mich an einen Kompaktlautsprecher von ASW (?) Mitte der 90er, der dieses Prinzip anwandte.

Bei einem Subwoofer würde eine aktive Lösung zwei Sub-Module bedeuten, günstiger ist das also nicht.

Da fällt mir noch ein anderer Anwendungszweck ein:
es ließe sich damit der Bafflestep ausgleichen, dann müsste die Trennfrequenz irgendwo bei der Mittenfrequenz desselben liegen.

Vor- und Nachteile bleiben aber nahezu erhalten, die Bauteile der Frequenzweiche werden dadurch ein wenig kleiner.

Gruß
Cpt.
Spatz
Inventar
#3 erstellt: 28. Apr 2005, 17:46
Hm, das mit den 2 1/2 Wegen hab ich mir auch schon gedacht...

Danke für die ausführliche Antwort, habs auf Anhieb verstanden!
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