Lautsprechergehäuseinnenkonstruktion

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Futuit
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 15. Jul 2005, 00:00
Hallo,

mich würde mal interessieren, ob man im Innenraum des Gehäuses eigneltich frei verstärken kann?
Ich meine damit, ob man nun Querstreben etc einbauen könnte, ohne das sich der Klang hörbar verändert. Meine Überlegungen gründen auf der Berechnung des LSVolumens für Chassis. Wenn ich ein bei einem vorgegebenen Konstruktion der Meinung bin sie sollte "stabiler" sein und Streben und Rahmen verwende, verändere ich doch automatisch das Volumen und dass müsste doch dann auch den Klang verändern, oder??

Genauso die eigneltichen "Wände" des LS. Nehmen wir eine einfache Box mit 22mm MDF platten und ersetzen diese durch eine Sandwichkonstruktion mit 18mm MDF + Hohlraum mit Sand oder Bitumen (gibts da besonders empfehlenswertes??) gefüllt so etwa 10mm + 5mm MDF+Furnier und änderen wir den Plan so ab, dass die Innenraumabmessungen gleich bleiben, könnte man so den LS verbessern?

Wenn ich diese Konstruktion auf die Schallwand übertrage und so das Chassi aber um 1cm nach vorne rücke, erhöhe ich dann so nicht das Innenvolumen oder geht es da nicht so ums cm^3?

Bei Bassreflexboxen (wie AOS 35) ist der Innenraum der gesamten Box, außer einem Rahmen zur Verstärkung, hohl ohne Kammern oder ähnliches. Was mich zum Punkt, dass ich mich frage führt, ob ein "glatter" Innenraum ohne Verstärkungen und somit Kanten etc nicht klangfördernder wäre?

Viele Fragen die mich wohl als totaler Newbie outen, aber jeder fängt mal klein an...

Ich wäre auch für Literaturvorschläge offen, aber momentan habe die Klausuren vorrang und so könntet ihr bitte die Fragen beantworten... DANKE


Grüße

Futuit


[Beitrag von Futuit am 15. Jul 2005, 00:06 bearbeitet]
Thorsten-Fischer
Stammgast
#2 erstellt: 15. Jul 2005, 01:32
Hallo Futuit,
Verstrebungen sind nur in maßen sinnvoll. Gehäusewände aus 22 mm. MDF wirst du nicht wirklich verstärken / (oder nur minimal) verstreben müssen, solang die flächen nicht ZU groß sind. Sicher und richtig erkannt hast du, dass das Verdrängungsvolumen der Verstrebung zum Nettovolumen dazu addiert werden muss. Bestehende LS in Neue Gehäuse zu bauen diese dann mit gleichen Innenvolumen aber mit anderen Außenabmessungen ist / kann auch kritisch sein. 18 + 18 + XX mm. ist da bei einigen sicher schon zuviel!
Untersuchungen gibt es durchaus, das Problem das es zu beiden Ergebnissen überzeugende ansichten gibt.
Klangfördernder? Solang es nirgendwo zu Kompressionsneigung kommt und keine Kantenreflexionen direkt auf die Membranrückseite wirken ist das Klang fördernd.
Hohl, in den meisten fällen ist Dämmung immer angebracht, auch runde Innengehäuse sind nicht optimal.
Sinnvolle Maßnahmen sind Bleischrotmatten, Fliesen, Filz, Bitumenmatten oder eben 19 – 28 mm. MDF bzw. 12 mm. MDF+8 mm. Rohspan+ 5 mm. Sand. Für GROßE Gehäuse mit ab 30 cm. und größere Tieftöner. Alles darunter ist mit 19-22 mm. ausreichend beruhigt und da reicht an einer bis zwei stellen eine Strebe, Ring, Kreuzstrebe.
Diese Maßnahmen reichen für Hifi aus. Beton ist zwar auch gut aber der Aufwand ist umso größer und das Ergebnis nur Psychoakustisch.
Gruß
capacitor


In memories of Heinz Schmitt.
Futuit
Ist häufiger hier
#3 erstellt: 15. Jul 2005, 13:57
Vielen Dank für die Erläuterungen, aber eines ist mir noch unklar.

Wenn ich die Innenkonstruktion nach Plan belasse, und nur die Wandstärke der "Hülle" verändere, müsste es doch eigneltich zumindest keinen schlechten Einfluss auf den Klang haben, oder? Ich will ja nicht ein Sandwichkonzept mit 5cm Wandstärke bauen.


Grüße

Futuit
depeschie
Ist häufiger hier
#4 erstellt: 15. Jul 2005, 14:02
eigentlich nicht. im gegenteil: bei subwoofern ist dies sogar förderlich, wenn die außenwände verstärkt werden.
und wie du ja sagtest, bleibt das innenvolumen ja gleich.

happy grüße

fred
Futuit
Ist häufiger hier
#5 erstellt: 15. Jul 2005, 14:07
Könnte man also sagen, dass je "stabiler" ich die Wände baue und je besser sie im Zwischenraum des Sandwiches "gedämpft" sind, ob mit Sand oder Bitumen, desto besser?
Wie verhält sich das dann mit der Schallwand? wie in meinem ersten Posting ja schon angesprochen Würde bei einer höheren Wanddicke das Chassi ja weiter nach außen wandern und so das Volumen erhöhen. Sollte man also dann die Schallwand so dick lassen wie es im Plan ist, oder kann man da auch den Tim Taylor rauslassen?

Grüße

Futuit
depeschie
Ist häufiger hier
#6 erstellt: 15. Jul 2005, 14:12
ja, weil desto weniger kann sich da bewegen, und das wir keine hüpfenden boxen haben wollen ist ja bekannt. Allerdings wie im zweiten Post geschrieben: sind solche Maßnahmen mal sinvoll, mal eher überflüssig.

das letztere ist eine interessante frage. ich selber baue gerade einen XAW 210 zusammen, bei der die Frontwand nicht aus 19mm MDF sondern 26mm Multiplex besteht und damit (da Chassis nicht versenkt) der XAW 210 auch weiter nach vorne steht als üblich. Rein theoretisch hat dies natürlich klangbeeinflussende Merkmale, inwieweit diese aber praktisch nachvollziehbar sind weiß ich nicht.

Vielleicht weiß da ein anderer Rat

grüße

fred
Futuit
Ist häufiger hier
#7 erstellt: 15. Jul 2005, 21:22
Überflüssig oder nicht ist natürlich auch Geschmacksfrage, aber irgendwie habe ich halt auch keine Lust einfach mal an 2 Tagen meine Boxen zusammenzuschustern.

Was das Problem mit der Chassiverlagerung und damit auch Volumenveränderung angeht bin ich noch nicht wirklich weiter, jedoch kann man die Chassis ja auch nicht einfach "versenken", oder? Damit wäre das Chassi ja in eine Art "Horn", wenn auch nur con 1cm Länge, oder?


Grüße

Futuit
detack
Neuling
#8 erstellt: 25. Jul 2005, 17:35
Hallo Futuit,

obwohl deine Postings schon ein paar Tage alt sind, ein paar Anmerkungen von mir zu Gehäusebau.

1. Volumenänderung durch Chassiverschieben wirkt umso weniger aus, je größer das dahinter liegende Gehäuse ist, gemäß den Regeln für Zylinderberechnungen vielleicht 0,5 l. Gehäuse sind aber nicht auf den cm³ genau berechnet, daher dürfte dieser Umstand kaum eine Rolle spielen.

2. Eher spielt schon, besonders bei einem schon fertig konzipierten LS, die Verschiebung der abgestrahlten Phase eine Rolle, je nach Wellenlänge der abgestrahlten Frequenz.

3. Zur Versteifung: Auch hier gilt es, vorsichtig zu sein. Die cm³ für Versteifungsleisten oder Querverstrebungen spielen keine große Rolle, so ein halber Liter... was soll's. Wichtig ist, daß jedes Gehäuse schwingt, besonders im Bereich seiner eigenen Resonanzfrequenz (anklopfen). Bei einem fertigen LS ist dieses Mitschwingen immer Teil des akustischen Gesamteindrucks. Ich selbst habe an meinen früheren LS in Unkenntniss dieser Tatsache wahre Versteifungsorgien veranstaltet. Mit dem Erfolg, das tiefe Frequenzen deutlich klarer umrissen (Bumm statt WWuumm) aber auch leiser waren. Immer wieder haben mir diese Experimente aber deutlich gemacht, daß ein Großteil dessen, was man als Bass wahrzunemen glaubt nur akustischer Müll ist. Bei meinem letzten LS, der ACR Isostatic 300 RP konnte ich der Verschlankung des Basses durch Auswechseln der seriellen Corobar Spule (1,2 Ohm) im Tiefpass gegen eine Trafokernspule (0,4 Ohm) wirkungsvoll entgegenwirken. Ansonsten kann man die andren Chassis und/auch mit geänderten Spannungsteilern absenken. Grundsätzlich ist aber DAS Gehäuse das Beste, das am wenigsten schwingt. Dabei muß es nicht einmal besonders dick (und schwer) sein. Wie du in der Bildergalerie für LS-Selbstbau sehen kannst, habe ich meine neuen LS mit einer 3D Matrix aus Gabun-Platten versehen. Dadurch werden die großen Membranen (= unversteifte Gehäusewände) in viele kleinste zerlegt. Obendrein werden die abgestrahlten Frequenzen an den vielen Stegen des Innengehäuses vielfach reflektiert und unschädlich gemacht. Dieses Konzept wurde meines Wissens von Bowers & Wilkens zuerst umgesetzt.

Von diesem Ausgangpunkt (präziser Bass) muß man dann halt die anderen Chassis nach oben hin entsprechend abstimmen. Bei mir war's einfach, weil der Bass teilaktiv betrieben wird und sich daher einstellen läßt

detack
Futuit
Ist häufiger hier
#9 erstellt: 31. Jul 2005, 22:50
Vielen Dank für die Antwort,

aufgrund meiner Klausuren habe ich ja mal einige Zeit farnichts mehr in der Richtung gemacht und gelesen, aber nun sind sie vorbei und jetzt kann ich mich meinem Projekt voll und ganz hingeben...

Also eine versteifungsorgie wollte ich ja nicht gerade machen. Ich dachte mir eben ich mach ein einfaches Sandwichkonzept und schluss. Nix weltbewegendes. Mdf + Sand (od. Bitumen) und dann einfach Multiplex. das ganze würde max. 5mm dicker sein als das standart. Wenn ich es überhapt mache. Die einfachste Idee war Multiplex und Schluss...



Aber irgendwie steckt in uns allen ja ein kleiner Tim Taylor...


Grüße

Futuit
detack
Neuling
#10 erstellt: 03. Aug 2005, 20:09
Hallo Futuit,

IMHO ist gezieltes Versteifen, dort wo die Gehäusewände am meisten schwingen (sie verhalten sich wie eine Membran!)wirkungsvoller als z.B. Sandwich-Material. Gezieltes Anbringen von Kreuzverstrebungen (rechte und linke, bzw. vordere und hintere Gehäusewand) bringt im Verhältnis zum Aufwand wesentlich mehr als bessere=dickere Wände.
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