Leimdurchschlag

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Caisa
Hat sich gelöscht
#1 erstellt: 05. Nov 2005, 23:59
Hallo, ich habe meine MDF Platten mit Furnier versehen und zwar mit der "Pressmethode".
Leider ist es an einigen Stellen zu einem Durchschlagen des Ponal gekommen.

Meine Frage ist nun, welche Oberflächenversiegelung ich verwenden sollte, damit es später keine sichtbaren Flecken gibt.

Wollte eigentlich ölen und evtl wachsen, aber das wird wohl nicht klappen oder?

Bin für alle Tipps dankbar!

Gruß Caisa
slowhandde
Ist häufiger hier
#2 erstellt: 06. Nov 2005, 02:03
Moin moin,
ob noch was zu retten ist, würde ich von der Art der Durchschläge abhängig machen. Ist es flächig, solltest Du dich mit dem Gedanken vertraut machen, die Arbeit in den Gulli zu hauen -oder weiter zu lesen. Sind die Durchschläge 'nur' in den Fasern, würde ich es mit folgender Methode versuchen :
Holz schleifen, ist eh immer der erste Schritt. Oberfläche flächig mit feuchtem (nicht nassen) Tuch einreiben. Den Farbton der jetzt entstanden ist -einprägen. Als Hilfsmittel irgendwo einen vergleichbaren Farbton auftreiben, aus einem Bild o.ä. Mit diesem Farbmuster im Baumarkt nach >Combi-Clou< (andere Hersteller - andere Namen) suchen. CC ist ein Beize-/Lackgemisch. Nach ausgiebiger Durchmischung, die Beizepartikel setzen sich immer nach unten ab (deshalb auch während der Arbeit hin und wieder aufrühren), mit einem (wirklich guten) Flachpinsel das Gemisch aufnehmen und zügig (!!) ausstreichen. Geht's zu langsam, werden Ansätze sichtbar. Also eher zu wenig als zu viel Farbe aufnehmen und mehrmals eintunken. Und wirklich versuchen über die ganze Länge auszustreichen (und dann erst quer zur Faser) -ich hoffe datt Ding iss' keinen Meter lang. Wichtig !! Nicht über die Kante laufen lassen (Fläche für Fläche abarbeiten), die Ansätze bekommt sonst keiner mehr hin. Zur Kante hin würde ich den Lack aus diesem Grund mit einem fusselfreien Lappen einreiben, funktioniert ganz gut. Jetzt gut trocknen lassen und auf zur nächsten Seite. Hört sich nicht nur nach viel Arbeit an, ist es auch. Ist der Lautsprecher ein kleiner, wird's wohl auch in einem Rutsch gehen. Den Lack unbedingt gut trocknen lassen, sonst wird die vorherige Schicht wieder angelöst. Was im Prinzip nicht weiter schlimm wäre, wenn nicht der Weissleim wäre, auf dem so niemals ausreichend Lack käme um den Farbton des Holzes anzunehmen.
Aber gerade dieser Umstand wäre eine Möglichkeit einen flächigen Durchschlag irgendwie ansehbar zu machen. Lack nur auf den Durschlag aufbringen (Farbmenge beachten, genau arbeiten). Also immer eher viel zu wenig als ein wenig zu viel. Die Fläche sollte jetzt komplett mit Lack bedeckt sein, aber heller (!!) als das Farbmuster. Trocknen lassen. Mit Geschick und evt. verschieden breiten Pinseln, kannst Du jetzt den Farbton und die Maserung heraus arbeiten. Zum Schluss -siehe oben, Fläche für Fläche komplett streichen. Diese Arbeit ist übrigens ein uraltes ausgestorbenes Handwerk, das langsam wieder entdeckt wird.
Ich denke, obwohl so ein schöne seidenmatte bis glänzende Oberfläche entsheht, ist anschliessendes wachsen ebenfalls möglich. Parallel zur obigen Beschreibung ein Furnierabschnitt mit lackieren und erst testen. Oberfläche vorher mit einem feinen Schleifpad (Scotch etc.) anrauhen. Obacht mit den Kanten.

Die Prozedur funktioniert aber wohl nur, wenn das Holz einen Braunton hat. Bei Birke und ähnlich hellen Hölzen (sofern der helle Farbton erhalten werden soll), eher nicht. Hier würde ich dann eine Weiss-Lasur emfehlen.

Für die Zukunft :
Holz nach dem wässern (sollte immer gemacht werden, damit die Fasern quellen können) gut trocknen lassen. Richtiger Verarbeitungszeitpunkt ist erreicht, wenn keine Feuchtigkeit mehr sichtbar oder an den Fingern spürbar ist.Die Dunkelfärbung ist noch vorhanden und das Holz ist wie Papier biegbar ohne einzureissen.
Für den Weissleim (kein Expressleim nehmen -kein gutes Langzeitverhalten) einen wirklich feingezahnten Spachtel nehmen und dünn (!!) auskämmen.
Furnierstärke ab 0,5mm -besser 0,8mm nehmen.
Verarbeitungstemperaturen unbedingt beachten. Ist's zu kalt, ärgert sich der Boxenbauer (hier weiss der Schreiber eigene miese Erfahrung kundzutun grrr ...)

Ich hoffe, jetzt wurden sie geholfen.

RockOn
Reinhard
MBU
Inventar
#3 erstellt: 06. Nov 2005, 06:01
Hallo Caisia,

mit dem Bügeleisen bekommst Du das Furnier wieder runter. Then - do it again - und Ponal wasserfest verwenden, wenn Du beizen willst, ansonsten trittst Du das Teil nach dem Beizen auch in die Tonne, weil sich das Furnier löst. Ist mir auch mal passiert.
Caisa
Hat sich gelöscht
#4 erstellt: 06. Nov 2005, 10:44
Hi, also es sind schon recht große Boxen 100x20x34cm
Das Furnier runter machen werde ich nicht und ich denke die Clou-Lösung entfällt wegen der großen Fläche und dem aussergewöhnlichen Furnier.
Was passiert denn, wenn ich das ganze Seidenmatt bzw. Hochglanz lackiere?

Die Flecken sind relativ klein 2-3cm Duchmessser.

Muss wohl erst einmal schleifen und gucken ob sich etwas tut...

Gruß Caisa


[Beitrag von Caisa am 06. Nov 2005, 10:47 bearbeitet]
castorpollux
Inventar
#5 erstellt: 06. Nov 2005, 13:53
Hallo Caisa,

ich teste das ganze auch gerade an einigen "testbrettchen" - erste furnierversuche . Mit der (wahrscheinlich falschen) Pressmethode habe ich leider ordentlichen Leimdurchschlag produziert. Nach dem Schleifen war der nicht mehr zu sehen, nach dem Wachsen mit Liberon Antikwachs pastös in Eiche dunkel allerdings schon, noch dazu ekliger als vorher:


Abschleifen ändert also nicht wirklich was an der Situation...bis auf das wachs hab ich allerdings auch noch nichts weiter ausprobieren können, teste es doch selbst grade mal an einem rest/test-stück - das ergebnis würde mich auch interessieren...

Grüße,

Alex
Caisa
Hat sich gelöscht
#6 erstellt: 06. Nov 2005, 14:21
Hi, aslo ich hab mit einer normalen Furnierpresse gearbeitet (von einem freund) und es hat auch bis auf wenige ganz kleine Stellen gut geklappt. Wahrscheinlich war an den Stellen das Furnier zu porös oder so...

Werde whl versuchen normal zu lackieren, dann sollten die Flecke nicht weiter auffallen.

Gruß Caisa
slowhandde
Ist häufiger hier
#7 erstellt: 06. Nov 2005, 17:19
Moin moin,

@Uibel
und Ponal wasserfest verwenden


Bei wasserfestem Ponal gibt's aber auch Durchschläge, gell?

Bügelst du das Wasserfeste auch. Hast du Langzeiterfahrung damit. Ich hab's bis jetzt nicht damit riskiert, wegen möglicher chemischer Veränderung unter Hitzeeinfluss.

RockOn
Reinhard
MBU
Inventar
#8 erstellt: 12. Nov 2005, 03:45
Hallo Reinhard,

ich bügle überhaupt nicht mehr sondern baue in Zukunft wieder aus Multiplex, das kann ich und das wird wenigstens was.

Mein Problem ist, daß ich keine Gehäuse auf Vollgehrung zuschneiden kann. Stumpf verleimte Platten "wachsen" mit der Zeit, was sich am ehesten am Deckel bemerkbar macht. Die Seiten und die Front stehen über. Das Furnier erklärt sich wohl nur begrenzt solidarisch ...

Zudem mag ich keine Gehäuse mit scharfen Kanten. Ich runde meine Gehäusekanten gerne ab, was bei MPX ganz einfach, bei furniertem MDF ein Unding ist, da man Echtholzkanten einfräsen/einleimen muß. Mein letztes MPX-Gehäuse sieht so aus:

V.I.B
Stammgast
#9 erstellt: 12. Nov 2005, 14:30
Wenn garnichts mehr hilft und der Leim weiterhin durchschlägt kann man auch Kontaktkleber nehmen.
Kontaktkleber auf beide Flächen (Box - Furnier) auftragen, abbinden lassen (bis er sich "trocken" anfühlt) und das Furnier kurz aufpressen - Fertig.
LarsAC
Stammgast
#10 erstellt: 14. Nov 2005, 00:09
Mit Leimdurchschlag hatte ich nur Probleme, wenn ich zuviel Leim oder zusätzlich auf das Furnier Leim aufgegeben habe.

@Uibel: ist das auf dem Foto MPX komplett aus Schälfurnier Buche? Mein Holzhändler hätte auch Birke-MPX mit einer Decklage Buche als Messerfurnier -- oder ist es das?

Lars


[Beitrag von LarsAC am 14. Nov 2005, 00:27 bearbeitet]
bubblemaker
Ist häufiger hier
#11 erstellt: 14. Nov 2005, 00:22
Lars, das auf dem Bild ist Multiplex. Birke denke ich. Pappel ist zu weich.

Ich weiß, es klingt altklug und für den ursprünglichen Schreiber frustrierend, aber ein Probestück hilft immer! Egal ob lackieren, beizen, ölen oder eben furnieren. Wenn der Leim durchschlägt, dann war es leider zu viel. Und da der Leim ja "von unten" kommt, hilft auch kein schleifen. Zumindest mir ist keine Lösung für das Problem bekannt.

Ohren steif halten!
LarsAC
Stammgast
#12 erstellt: 14. Nov 2005, 00:28
@bubblemaker: da war ich vor lauter Gedanken beim Furnier wohl etwas durcheinander. Ich habe das mal korrigiert, meinte natürlich schon Buche bzw. Birke-MPX.

Lars
Caisa
Hat sich gelöscht
#13 erstellt: 03. Dez 2005, 14:57
So, habe meine LS nun das erste mal geschliffen und bin mir nicht mehr sicher ob es wirklich ein durchschlagen des leims war...

Könnte ich das probehalber kontrollieren in dem ich die ganze box mit einem feuchten tuch abreibe und gucke ob sich das Furnier gleichmäßig färbt? Müsste dann ja im prinzip den gleichen effeckt haben wie z.B. hartwachsöl oder so.

Was dnekt ihr?

Gruß Caisa
Caisa
Hat sich gelöscht
#14 erstellt: 05. Dez 2005, 22:14
Hi, hat damit keiner Erfahrungen?

Gruß Caisa
NORDMANN28
Inventar
#15 erstellt: 05. Dez 2005, 23:50
hallo caisa...
probieren kannst du das wie folgt....
nachdem du die seite geschliffen bring eine schicht öl oder hartwachsöl auf...aber nur wenn die seite mechanisch nicht mehr bearbeitet wird....
einen tag stehen lassen u dann das ergebnis bewerten....
ich hab bei meinem projekt (pontus als center) stellenweise auch das problem gehabt...nach dem schleifen u ölen war davon aber nichts mehr zu sehen....
wenn du das flächig hast würd ich das furnier entfernen u von vorne beginnen....
vergiss das mit spachtel auftragen.....nimm eine schaumstoffrolle als würdest du lackieren.....
schön dünn ausrollen...von innen nach aussen....
dann etwa 5 min anziehen lassen...der leim wird dann glasig u schlägt nicht mehr so leicht durch.
dann furnir vorsichtig drauf u einen tag pressen.
Caisa
Hat sich gelöscht
#16 erstellt: 06. Dez 2005, 00:11
Hallo Nordmann, an den Boxen wird nix mehr verändert, die sind soweit fertig! Wollte halt nur wissen ob man mit dem befeuchten da öl quasi simulieren kann...
Wenn nicht, dann werde ich das furnier seidenmatt lackieren...

Gruß caisa
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