KHV - Voodoo oder Nutzen?

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Franco74
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 22. Apr 2017, 17:41
Hallo Freunde des geschulten Ohres,
ich habe mir nun meinen Traum-KH, den Audeze EL-8 (geschlossen) gegönnt. Ich werde überwiegend mobil Musik hören und wollte daher euch Experten fragen, inwieweit ein (mobiler) KHV die Klangeigenschaften verbessert (oder auch nicht). Was bringt mir ein solcher KHV (außer natürlich den Klang zu VERSTÄRKEN)??? Existiert eine signifikante Klangverbesserung? Wenn ja, was muss man dafür so in etwa anlegen? Welche mobilen KHV könntet ihr dann empfehlen?
Für den Daheim-Gebrauch: Was nutzt mir der KH-Anschluss meines Verstärkers (Cambridge Azur 550A)?
Vielen Dank schon einmal für Eure Antworten und Gruß!
Franco
Basstian85
Inventar
#2 erstellt: 22. Apr 2017, 18:27
Das Thema gabs hier schon recht oft, schau mal Hier zB und such selber auch noch ein wenig.

Eine "deutliche" klangliche Verbesserung kann man bei KHVs meiner Meinung nach jedoch nicht erwarten.

Hilfreich zu wissen ist in deinem Falle (vor allem im Hinblick auf den verlinkten Thread) ; der Audeze ist ein Magnetostat und die Impedanz von Magnetostaten verläuft idR. extrem linear (im Vergleich zu Dynamikern), somit sind diese Kopfhörer nicht so anfällig für Frequenzgangbeeinflussungen der durch hohe Ausgangsimpedanzen verursacht wird. Von daher sollte dein Cambridge Vollverstärker (der vermutlich eine hohe Ausgangsimpedanz hat) kaum klanglich was am KH ändern, aber selbst wenn, das ist auch geschmackssache und da hilft sowieso nur selber hören.

Ich benutze selbst den JDS Labs C5, der hat tolle Messwerte, ist gut verarbeitet und hat eine lange Akkulaufzeit. Was ich persönlich auch noch cool finde ist, neben seiner Optik - man kann ihn auch einfach öffnen das Panel drehen oder den Akku tauschen...
Huo
Hat sich gelöscht
#3 erstellt: 22. Apr 2017, 18:31
Hallo Franco,
verschiedene (messbare) Faktoren haben Einfluss auf die Qualität vom Klang. Dynamikumfang (im Sinne von darstellbarer Lautstärke) ist nur der offensichtlichste. Linearität und darstellbare Frequenzreichweite in beide Richtungen, Rauschen, Kanaltrennung, Klirrverhalten und Ausgangsimpedanz sind einige.
Viele machen etwas unterschiedlich besser. Es gibt nur wenige KHV, die tatsächlich identisch klingen wenn man lange genug intensiv vergleicht. Es kommt natürlich auch drauf an wie empfindlich der Kopfhörer ist.

Den EL-8 erachte ich jetzt nicht als besonders empfindlich. Allerdings betont er den Bereich um 2-3 kHz bei höherer Ausgangsimpedanz und das ist bei Lautsprecher-Verstärkern mit Kopfhörerausgang 'als Bonus' meistens gegeben. Wenn dir verfärbten Mitten noch nicht aufgefallen sein sollten, ist gut.
Basstian85
Inventar
#4 erstellt: 22. Apr 2017, 18:34

Huo (Beitrag #3) schrieb:
Allerdings betont er den Bereich um 2-3 kHz bei höherer Ausgangsimpedanz

Wie kommst du darauf? Dann hab ich ja gerade Unsinn von mir gegeben (?)


[Beitrag von Basstian85 am 22. Apr 2017, 18:35 bearbeitet]
zabelchen
Inventar
#5 erstellt: 22. Apr 2017, 19:39
ja....es gibt Unterschiede. am Besten probierst du es aber selbst aus.
was Audeze angeht: hier ist etwas mehr Leistung immer von Vorteil, denn die grossen Membranen wollen kontrolliert werden.
ZeeeM
Inventar
#6 erstellt: 22. Apr 2017, 20:52
Das Kontrollieren macht schon die Luft. Geringer Wirkungsgrad = geringe Gegen-EMK ..
Eine gesunde Distanz zur Übersteuerungsgrenze des Amps nimmt so manch wahrgenommene Matschigkeit.
Meine 5LE kann ich an die UR22 hängen, die so um 10mW liefert. Das geht auch aber nicht wirklich gut.
Wenn der Amp problemlos 1W an die Impedanz liefert klingt das schon sehr deutlich anders.
Huo
Hat sich gelöscht
#7 erstellt: 22. Apr 2017, 21:29

Basstian85 (Beitrag #4) schrieb:
Wie kommst du darauf?

Messungen auf Inner Fidelity
Basstian85
Inventar
#8 erstellt: 22. Apr 2017, 22:10
Komisch, die Messung hab ich vorhin wohl irgendwie übersehen, habe nur von Ken Rockwell eine zur Offenen Version gefunden, die is Linear.
Cool!... der erste Magnetostat bei dem ich sowas sehe... Na dann.
staxfreak
Ist häufiger hier
#9 erstellt: 27. Apr 2017, 21:34

Franco74 (Beitrag #1) schrieb:
Hallo Freunde des geschulten Ohres,
ich habe mir nun meinen Traum-KH, den Audeze EL-8 (geschlossen) gegönnt. Ich werde überwiegend mobil Musik hören und wollte daher euch Experten fragen, inwieweit ein (mobiler) KHV die Klangeigenschaften verbessert (oder auch nicht). Was bringt mir ein solcher KHV (außer natürlich den Klang zu VERSTÄRKEN)??? Existiert eine signifikante Klangverbesserung? Wenn ja, was muss man dafür so in etwa anlegen? Welche mobilen KHV könntet ihr dann empfehlen?
Franco


Ein Kopfhörer ohne passenden Verstärker verschenkt unnötig Potential!! Erst mit einem gut klingenden Verstärker wird der Kopfhörer richtig angesteuert und kann dynamisch klingen. Qualität hat auch hier seinen Preis. Ich kann hier nur von vorzuge.com den VorzAMPpure II und den Bakoon HPA-01M wärmstens empfehlen. Danach braucht man sich auf jeden Fall keine Gedanken mehr machen, ob es bessere portable gäbe.
Ferner hat natürlich jedes Teil der Kette Auswirkungen auf den Klang - die Summe macht es aus!!
Wav´s statt MP3 ! Vernünftiger Player (Hifiman oder Astell und kein Handy) aber das war hier nicht gefragt...
ZeeeM
Inventar
#10 erstellt: 27. Apr 2017, 21:38
Hires statt Wav und nicht die Kabel vergessen, die Stromversorgung, Stecker, Gerätebasen, Sicherungen. Die ganze Palette.
Und nicht auf die Tauben mit ihren degenerierten Gehörresten hören.

... gehe mal MP Flying Circus gucken.


[Beitrag von ZeeeM am 28. Apr 2017, 10:18 bearbeitet]
milio
Stammgast
#11 erstellt: 28. Apr 2017, 10:13

staxfreak (Beitrag #9) schrieb:
Wav´s statt MP3 !


???
Wenn Du wenigstens geschrieben hättest, dass verlustfrei komprimierte Formate dem MP3 vorzuziehen wären . . .

Aber WAV zu empfehlen führt glücklicherweise dazu, auch über Deine anderen Empfehlungen gut nachzudenken.
ZeeeM
Inventar
#12 erstellt: 28. Apr 2017, 10:20
KHV sollte hinreichend Leistung liefern, niedriger Ausgangswiderstand, geringes Rauschen und wenig Verzerrungen.
Das war es schon. Wenn ein KHV den Klang beeinflussen soll, dann muss man andere Maßnahmen ergreifen.
BizQueen
Ist häufiger hier
#13 erstellt: 28. Apr 2017, 12:16
KHV sind die grösste Milchkuh der Firmen, da werden die User mit großen Worten das Leuchten in die Augen gezaubert und erzeugen ein Bild des göttlichen Klangs, das man nur mit KHV erreichen kann, je teurer desto besser, je mehr getrennte Platinen und Chips machen einen HIMMELWEITEN Unterschied.
Drauf gepupst. Die Ernüchterung setzt schnell ein, wenn man mal die Gelegenheit hat und sich durch das teure Zeug durchgehört hat. Es klingt nicht wesentlich besser. Man erlebt keinen "Ohrgasmus". Insgeheim ärgert man sich, wenn man sich so ein teures Teil gekauft hat und die Musik nur etwas anders klingt.
Wichtig ist, das die Dinger nicht rauschen und genug Saft haben. Der Rest ist Einbildung, weil man die Marke und den Preis kennt.
Selber getestet, ein Freund hat einen HiFi-Laden und wir haben mal durchgehört. Minimale Unterschiede, blind kaum auseinander zu halten (kann man ruhig ehrlich zugeben, auch wenn dann einige "Goldohren" mit dem perfekten Gehör, wie sie selber meinen, einen dann als Taub bezeichnen). Mein Gehör ist übrigens völlig in Ordnung lt Arzt und musikalisch bin ich durch Chor, Orgel, Gitarre und Geige auch nicht gerade unerfahren.

Der Klang wird nicht doppelt oder dreifach so gut, da muss man sich klar sein.
Nuancen ja, aber nichts weltbewegendes. Und um Himmels willen keinem glauben, der verschiedenen Kabeln weltverbessernde Unterschiede im Klang andichtet.

Mein Tipp:
Auf dem Teppich bleiben und selber in den Laden gehen und probieren. Da kommen garantiert einige Überraschungen auf einen zu. 2000 Euro erwecken eine Erwartung, die nicht erfüllt wird.
Zudem kommt noch, das einige "Experten" niemals zugeben würden, soviel Geld verpulvert zu haben. Ist ja peinlich.
Wem 3000 Euro nicht weh tun, der argumentiert natürlich anders.
zabelchen
Inventar
#14 erstellt: 28. Apr 2017, 19:39
Das kommt sehr auf den Kopfhörer an. Mein k812 läuft an fast jedem Amp zur Höchstform auf. Er ist sehr verstärkerunkritisch.
Mein Hd 800 von Sennheiser verhält sich komplett anders.
An der Cd-Player-Buchse ok, aber ein wenig dumpf. Am Lehmann BCL klingt er schon deutlich besser. Der Bass gewinnt an Prägnanz. An meinem selbstgebauten Virgo Kopfhörerverstärker hebt er aber ab. Deutlich bessere Raumabbildung, mehr Auflösung, kontrollierterer und prägnanterer Bass, mehr Transparenz. Und nein....kein New Toy Syndrom. Ich habe den Hd 800 und die Amps seit 3 Jahren. Und stelle diese Unterschiede für mich reproduzierbar damals wie heute fest. Natürlich hängen diese Unterschiede zu einem gewissen Teil mit der Leistung zusammen.
Jetzt bin ich mal gespannt, was der beta 22, den ich bald bekomme, bewirkt. Aktuell kann ich mir keine Steigerung zum hervorragenden Virgo DIY Amp vorstellen. Ich lasse mich aber gerne überraschen.



[Beitrag von zabelchen am 28. Apr 2017, 19:48 bearbeitet]
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