Klangunterschiede durch Holzart des InEar-Gehäuses?

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milio
Stammgast
#1 erstellt: 06. Jan 2019, 12:53
In der Zeitschrift EAR IN 1/2019 wurde über den InEar StageDiver 5 geschrieben, den es mit Gehäusen aus verschiedenen Holzarten gibt.
Variante 1 aus Mahagoni
Variante 2 aus Ebenholz
Variante 2 ist etwa 30 Euro teurer bei einem Preisniveau von sowieso deutlich über 1.000 Euro - das ist halt Preisgestaltungs-Kreativität, Ebenholz klingt für den Laien noch viel edler, an einen tatsächlichen Unterschied in der Herstellung glaube ich nicht. Das nur am Rande, mir geht es um was Anderes.

Der Tester schreibt nun, dass sich die beiden "Modelle klanglich recht ähnlich" sind, aber die Unterschiede zwischen den Hölzern "etwas gradueller Natur, doch insgesamt sehr deutlich hörbar" wären.

Das spezifische Gewicht von Mahagoni ist zwar geringer als das von Ebenholz, aber beides sind ziemlich feste Holzarten.

Im Fazit steht dann noch, dass er überrascht war, "wie stark sich das Material auf den Klangcharakter der Kopfhörer auswirkt".
Das wäre ich auch, wenn es denn nachvollziehbar zutrifft.

Könnt Ihr Euch hier einen deutlich merkbaren Klangunterschied vorstellen, oder hat der Hersteller evtl. ganz bewusst die Abstimmung elektronisch etwas unterschiedlich ausgelegt, je nach verwendetem Holzgehäuse? Wäre ja sinnvoll, solcherart 2 Varianten zu bieten, die dann auch äusserlich unterscheidbar sind.



Edit: Der von mir angegebene Zeitschriften-Titel ist nicht InEar sondern EAR IN.


[Beitrag von milio am 07. Jan 2019, 10:52 bearbeitet]
k.e.
Ist häufiger hier
#2 erstellt: 06. Jan 2019, 13:20
Nein, bei BA-Receivern kann das eigentlich keinen Unterschied machen. Der SD5 benutzt vielleicht einen back-vented Basstreiber, aber dass sich das Holz hörbar auf die Resonanzen auswirkt halte ich für sehr unwahrscheinlich.
milio
Stammgast
#3 erstellt: 06. Jan 2019, 17:16

k.e. (Beitrag #2) schrieb:
Nein, bei BA-Receivern kann das eigentlich keinen Unterschied machen. Der SD5 benutzt vielleicht einen back-vented Basstreiber, aber dass sich das Holz hörbar auf die Resonanzen auswirkt halte ich für sehr unwahrscheinlich.

Danke.
Ich könnte es mir ebenfalls VIELLEICHT noch bei dynamischen Treibern vorstellen, aber mit BA's . . .

Wenn also Deine (und meine) Ansicht zutreffend wäre, gäbe es als Erklärung 2 Möglichkeiten:
A) Der Hersteller stimmt die mit verschiedenen Hölzern gefertigten Modelle unterschiedlich ab, erzählt es dem Tester aber nicht.
B) Der Tester gehört zu den Blindtest- und Messkurven-Verweigerern und schreibt halt, was man so schreibt als Tester. (Bei diesen beiden InEars wäre ein Blindtest aufgrund identischer Gehäuse-Form sogar möglich gewesen.)

Die InEar hat auch ein hübsches Bewertungs-Modell.
Damit man jedem, wirklich jedem Kopfhörer eine gute Note geben kann, unterteilt man die Kopfhörer nach einem nicht leicht nachvollziehbaren System in verschiedene Kategorien: Referenz, Spitze, Oberklasse, etc.
Innerhalb jeder Klasse gibt es schlimmstenfalls Note 2, typischerweise orientiert man sich gerne am Preis, wobei wir ja alle wissen, dass der Preis das geeignetste Test-Kriterium für Audiophile und Messkurven-Verweigerer ist. Nun ja . . .

ZeeeM
Inventar
#4 erstellt: 06. Jan 2019, 17:23
Du nennt man Marketing. Das Tolle ist, das dies auch noch die Wahrnehmung beeinflusst.
XperiaV
Inventar
#5 erstellt: 06. Jan 2019, 17:38
Hat solches Marketing Geschwafel eine Marke wie "InEar" eigentlich nötig?
Neu erfinden wird man die IE Technik wahrscheinlich nicht. Zumal auch diese Holzgehäuse sicher mit irgendwas beschichtet sein werden, was eine Klang-Gleichheit (mit der gleichen Oberfläche auf dem Holz) bei identischer Konfiguration der Treiber nur logisch wäre ...
ZeeeM
Inventar
#6 erstellt: 06. Jan 2019, 18:07
Marketing machen Alle. Wer es geschickt macht, eines, das als Solches nicht erscheint.
Schlappen.
Inventar
#7 erstellt: 06. Jan 2019, 18:45
Wenn Holz den Klang beeinflussen soll, dann muss es ja auch als "Resonanzkörper" dienen. Mit anderen Worten, die Schallwellen müssten auf das Holz treffen, um von diesem klangmäßig beeinflusst zu werden.

Und dann muss man sich mal so eine In-Ear Konstruktion mal anschauen, um zu merken, dass die Schallwellen ganz woanders hingehen, als in Richtung des (Holz) Gehäuses.

Genau so gut könnte man auch annehmen, dass die versch. Audeze LCD Modelle unterschiedlich klingen aufgrund dessen, dass deren Korpus-Ringe aus verschiedenen Hölzern bestehen. Angefangen von Bambus, über Rosenholz, Shedua bis hin zu Makassar beim LCD-4.

Wenn dem aber so wäre, warum nimmt man dann für die Ringe eines LCD-X ausgerechnet "Magnesium" ?
Oder ordinäres Kunststoff/Fiberglas beim LCD-2 Classic.?

Und bezogen auf In-Ears.: Wenn Holz deren Klang tatsächlich beeinflusst, warum bestehen dann ca. 99% aller In-Ear Gehäuse dennoch aus Kunststoffen, auch bei ganz teuren Modellen.?

Interessanterweise hat Audeze auch nie davon gesprochen, dass die unterschiedlichen Hölzer sich auf die Klangqualität auswirken.
Von Ultrasone kann ich mich auch nicht an eine derartige Aussage erinnern. Die benutzen ja auch Holz für ihre Hörer.
Gut, "Grado" spricht davon. Aber die betrachte ich auch nicht als "seriös".

Die Vermutung liegt nahe, dass Holz bei diesen Hörern tatsächlich nicht als "Resonanzraum" dient, sondern eher als "optischer Hingucker". Und als Rechtfertigung eines relativ hohen Preises.


[Beitrag von Schlappen. am 06. Jan 2019, 19:00 bearbeitet]
John22
Inventar
#8 erstellt: 06. Jan 2019, 22:14

XperiaV (Beitrag #5) schrieb:
Hat solches Marketing Geschwafel eine Marke wie "InEar" eigentlich nötig?


Auf der InEar-Webseite lese ich nichts darüber das Holz den Klang beeinflußt:

https://www.inear-mo...oring-stagediver.htm

Die Zeitschriften aus dem Verlag sind sowieso mit Vorsicht zu betrachten, auch die "EAR IN" ( Zeitschrift "InEar" gibt es nicht). Meine Erfahrung zumindest.
ZeeeM
Inventar
#9 erstellt: 06. Jan 2019, 22:55
Es ist nicht wichtig, ob darüber geschrieben wird, das Holz als Material zum Klang beiträgt.
"Holz" ist sympathischer als "Kunststoff" das reicht.
milio
Stammgast
#10 erstellt: 07. Jan 2019, 00:37

John22 (Beitrag #8) schrieb:
Auf der InEar-Webseite lese ich nichts darüber das Holz den Klang beeinflußt:

Tja, der Tester hat es aber trotzdem gehört.

Dem Hersteller der StageDiver wollte ich eigentlich gar nichts Schlechtes nachsagen, und die Modelle dieser Reihe habe ich selbst eh noch nie gehört (die mögen durchaus sehr gut sein, vielleicht sogar ihr Geld wert). Allerdings scheint der Holz-Korpus nicht nur beim Tester sondern auch beim Texter der Hersteller-Website ungeahnte Kreativitäts-Schübe freizusetzen:
"Auch im Bereich Materialität gibt es einen Quantensprung. Unsere aktuelle Innovation ist eine Weltneuheit: Die StageDiver Serie wird erstmalig aus einem kompletten Holzgehäuse gefertigt."
Quantensprung !!!
Und was müsste ich mir unter einem unkompletten Holzgehäuse vorstellen?

Ich glaub' es nicht <prustend-auf-den-boden-schmeiss> !!!

liesbeth
Inventar
#11 erstellt: 07. Jan 2019, 10:19
Im Audiophilen-Biotop Open End gibt es einige, die Unterschiede zwischen Kupfer und Alu Gehäuse beim A&K irgendwas hören...
Da finde ich Klangunterschiede beim Material von Inears ja fast schon naheliegend
milio
Stammgast
#12 erstellt: 07. Jan 2019, 10:31

liesbeth (Beitrag #11) schrieb:
Im Audiophilen-Biotop Open End gibt es einige, die Unterschiede zwischen Kupfer und Alu Gehäuse beim A&K irgendwas hören...

. . . und in irgendeiner SONY-DAP-Werbung habe ich gelesen, dass sie das Kupfer für's Gehäuse wegen der unübertroffenen klanglichen Eigenschaften gewählt haben. Aber die SONY-Werbetexter drehen seit 2-3 Jahren sowieso auf ganz neuen Leveln des Irrsinns und technischer Science Fiction.

Vielleicht machen wir einen eigenen Thread auf: "Best of Marketing Bullshit"


Um noch einmal auf meine Eingangsfrage zurückzukommen:
Es scheint hier ein gewisser Konsens zu bestehen, dass bei BA-InEars das Gehäusematerial keine hörbaren Klangunterschiede bewirken würde.
Danke.

In vielen anderen Foren hätte ich vor so einer Frage den Sturzhelm aufgesetzt und Knieschützer und Rückenprotector angelegt.

Schlappen.
Inventar
#13 erstellt: 07. Jan 2019, 10:45

milio (Beitrag #12) schrieb:

Es scheint hier ein gewisser Konsens zu bestehen, dass bei BA-InEars das Gehäusematerial keine hörbaren Klangunterschiede bewirken würde.

Oftmals kann man sich auch einfach mal die Gegenfrage stellen: "Warum sollte es.?"

Und dann kann man mal überlegen, inwiefern das Holz (in den jeweiligen Fällen) überhaupt an der Klangerzeugung beteiligt ist.
milio
Stammgast
#14 erstellt: 07. Jan 2019, 10:50

Schlappen. (Beitrag #13) schrieb:
Oftmals kann man sich auch einfach mal die Gegenfrage stellen: "Warum sollte es.?"

Diese Gegenfrage habe ich mir gestellt - und dann habe ich den Thread eröffnet.
Immerhin hat der Tester, zwar subtil, aber ganz zweifelsfrei einen Unterschied zwischen verschiedenen Holzarten herausgehört.
Rollensatz
Stammgast
#15 erstellt: 07. Jan 2019, 10:59
Das mit dem Ebenholz ist reines Marketingbeblubber. Ändern wird sich klanglich nicht. Die BA Treiber haben doch ihren einen "Klangkörper" inkludiert.

Ebenholz ist halt ein teures Holz was in erster Linie für die Instrumentenverarbeitung (z.B. Geige) genutzt wird. Dieses "Phänomen" will der Hersteller einfach marketingtechnisch nutzen. Nach dem Motto: Top Holz - dann muss der Rest auch top sein.

Abgesehen davon: 30€ machen allerdings den Braten nicht fett. Wenn einem das Ebenholz besser gefällt, würde ich mir das Ebenholz Teil kaufen.

Wenn man schon mit Ebenholz wirbt, sollte man aber auch schon schreiben, um welches Ebenholz es sich handelt. Gibt ja nicht nur eine Sorte.
Schlappen.
Inventar
#16 erstellt: 07. Jan 2019, 11:34

Rollensatz (Beitrag #15) schrieb:


Ebenholz ist halt ein teures Holz was in erster Linie für die Instrumentenverarbeitung (z.B. Geige) genutzt wird. .

Aber nicht der Klangkörper (Korpus) selbst besteht bei der Geige aus Ebenholz, sondern allenfalls die Knöpfe oben am Hals.
Und das ist ja der springende Punkt.
Basstian85
Inventar
#17 erstellt: 07. Jan 2019, 12:24
Das Griffbrett denke ich auch(?)... Ich kenne das von teureren Gitarren und Bässen. Dem Griffbrett sagt man dort ja auch Klangeinfluss zu zB Ahorngriffbrett soll heller und Palisandergriffbrett dunkler klingen. Ich hatte mal von einem Hersteller gelesen, der den gleichen Bass mit Ahorn und Palisandergriffbrett herstellt und meinte, dass es mal so mal so rauskommt, man könne das nicht genau vorhersehen... KA, Nicht jedes Stück Holz ist ja auch gleich. Edit: Hier noch n Link dazu...

Dass es bei InEars einen Unterschied macht kann ich mir nicht vorstellen. Nicht mal im Ansatz.


[Beitrag von Basstian85 am 07. Jan 2019, 12:27 bearbeitet]
Schlappen.
Inventar
#18 erstellt: 07. Jan 2019, 12:31

Basstian85 (Beitrag #17) schrieb:
Das Griffbrett denke ich auch(?)... Ich kenne das von teureren Gitarren und Bässen.

Ja, stimmt. Griffbrett, bzw. dessen Auflage.
Das hat aber doch eher praktische Gründe, weil Ebenholz sehr hart ist und durch Fingernägel nicht so leicht zerkratzen kann.
derSchallhoerer
Stammgast
#19 erstellt: 07. Jan 2019, 13:26
Bitte keine Tone-Wood Diskussion bei Gitarren hier starten. Da rollen sich mir als Gitarrist die Fußnägel hoch.
Spätestens wenn ich damit durch einen Röhrenamp gehe, spielt das alles keine Rolle mehr.
milio
Stammgast
#20 erstellt: 07. Jan 2019, 13:45

derSchallhoerer (Beitrag #19) schrieb:
Bitte keine Tone-Wood Diskussion bei Gitarren hier starten. Da rollen sich mir als Gitarrist die Fußnägel hoch.
Spätestens wenn ich damit durch einen Röhrenamp gehe, spielt das alles keine Rolle mehr. :D

Du bist halt kein richtiger Audiophiler.
bartzky
Inventar
#21 erstellt: 12. Jan 2019, 10:48
Lustige Geschichte am Rande: Man rate mal bei welcher Fachzeitschrift Huo's Testexemplar vom SD5 Bestnoten eingefahren hat, bevor es zu ihm geschickt wurde. Nur war eben genau dieser SD5 verpolt: Siehe Messungen
milio
Stammgast
#22 erstellt: 12. Jan 2019, 13:48
@bartzky - you made my day.

Eigentlich finde ich die Idee einer reinen Kopfhörer-Zeitschrift (plus entsprechendes Zubehör wie portable DAP, DAC, etc.) recht sympatisch, und bei dem in den letzten Jahren gestiegenen Interesse an KH auch sinnvoll.

Aber leider glauben die meisten Journalisten/Redakteure/Tester im Audio-Bereich, dass sie sich immer als super-Audiophile mit Goldohren präsentieren müssten. Aber das ist unrealistischer Quatsch - und geht eben dann auch manchmal sehr lustig nach hinten los.

Was aber nicht sein müsste, wenn die Herren (ja, es sind nahezu ausschliesslich Herren) gelegentlich vernünftige Fachliteratur gelesen und im Physik-Unterricht besser aufgepasst hätten.
Und meistens würden die "Fachzeitschriften"-Artikel schon deutlich besser, wenn sie hier im Forum statt drüben oder in open-end mitlesen würden.



[Beitrag von milio am 12. Jan 2019, 13:49 bearbeitet]
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