Können In-Ear Kopfhörer Schaden anrichten, die der Händler zahlen müsste?

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breakshooter
Neuling
#1 erstellt: 24. Jan 2019, 21:03
Guten Abend alle zusammen

Ich spiele mit der Idee In-Ear Kopfhörer gewerblich zu verkaufen, und als Importeur würde ich auch haften für allfällige Schäden.
Nun sind ja In-Ear Kopfhörer nicht dafür bekannt, dass sie gross Schaden anrichten. Aber gibt es irgendeinen Fall, bei dem ich finanziell haften könnte?

Soweit ich weiss laufen ja nur niedrige Spannungen durch das Kopfhörerkabel, sodass es nicht einmal gross etwas ausmachen würde wenn man direkt an einem defekten In-Ear-Kabel ankommen würde?

Noch eine weitere Frage beschäftigt sich mit dem CE Kennzeichen. Da ich Modelle aus Fernost importieren würde: Könnte ich irgendwelche Abmahnungen / Probleme wegen dem fehlenden CE-Kennzeichen bekommen? Ist dies für In-Ears überhaupt notwendig? Gibt es sonst irgendwelche Risiken am Import?

Ich hoffe, ihr wisst vielleicht etwas besser Bescheid.

Schönen Abend noch
Rollensatz
Stammgast
#2 erstellt: 25. Jan 2019, 10:48
Ich würde mich da woanders erkundigen und weniger hier, oder hier gezielt jmd. anschreiben, der als gewerblicher Verkäufer unterwegs ist.

Folgeschäden brauchst du nicht zu befürchten, wenn alles konform abläuft.

CE und eventuell andere Kennzeichnungen sind Pflicht - ohne CE, kommen die Sachen nicht durch den Zoll, und wenn doch (übersehen beim Zoll) und die dann verkauft und dann irgendwas passieren sollte - dann möchte ich nicht in deiner Haut stecken.

Ein Unfall eines Käufers deiner In-Ears aufgrund fehlender CE Kennzeichen.....das klingt nicht gut oder?
Exploding_Head
Inventar
#3 erstellt: 25. Jan 2019, 17:09

breakshooter (Beitrag #1) schrieb:
...und als Importeur würde ich auch haften für allfällige Schäden.

Als Importeur haftest Du auch für die Gesetzeskonformität der in die EU eingeführten Produkte nebst allen Folgen, die da dran hängen können. Die Produkthaftung ist da nur ein kleiner Teil. Da solltest Dich schon bei Leuten erkundigen, deren tägliches Geschäft genau solche gewerblichen Aktivitäten sind. IHK wäre mE ein guter Anfang.
dirk11
Stammgast
#4 erstellt: 31. Jan 2019, 03:47

Noch eine weitere Frage beschäftigt sich mit dem CE Kennzeichen. Da ich Modelle aus Fernost importieren würde: Könnte ich irgendwelche Abmahnungen / Probleme wegen dem fehlenden CE-Kennzeichen bekommen? Ist dies für In-Ears überhaupt notwendig? Gibt es sonst irgendwelche Risiken am Import?
Die CE-Kennzeichnung muss nicht der Chinamann anbringen, sondern der "Inverkehrbringer", welcher in diesem Fall Du wärest. Und als ebensolcher bist Du dafür verantwortlich, dass das Produkt alle mit dieser Kennzeichnung zusammenhängenden Voraussetzungen erfüllt.


Ich hoffe, ihr wisst vielleicht etwas besser Bescheid.
Ich finde Deine Herangehensweise naiv. Alleine die wichtigsten Fragen zur CE-Kennzeichnung (z.B. was ist es, wer muss dafür geradestehen) kann man sich durch 5s Google und 15min Lesen selbst beantworten. Einem potentiellen Händler, dem man schon in diesem Stadium die simpelsten Dinge vorkauen muss, prophezeie ich eine kurze Geschäftslebenszeit.


[Beitrag von dirk11 am 31. Jan 2019, 03:51 bearbeitet]
dirk11
Stammgast
#5 erstellt: 31. Jan 2019, 03:49

Rollensatz (Beitrag #2) schrieb:
Ein Unfall eines Käufers deiner In-Ears aufgrund fehlender CE Kennzeichen.....das klingt nicht gut oder?

Das klingt eher albern - wie soll ein nutzloses Symbol, welches fehlt, einen Unfall verursachen?
ZeeeM
Inventar
#6 erstellt: 31. Jan 2019, 06:59

dirk11 (Beitrag #5) schrieb:

Rollensatz (Beitrag #2) schrieb:
Ein Unfall eines Käufers deiner In-Ears aufgrund fehlender CE Kennzeichen.....das klingt nicht gut oder?

Das klingt eher albern - wie soll ein nutzloses Symbol, welches fehlt, einen Unfall verursachen?


Das Fehlen nicht, aber ggfs. die Nutzung. Wenn an einem zugelassenen Player zu lauter wird, als die EU erlaubt, könnte das Juristen interessieren.
dirk11
Stammgast
#7 erstellt: 31. Jan 2019, 12:02
Das musst Du mir bitte erklären: es gibt eine EU-Verordnung zur Maximallautstärke von Abspielgeräten? Wo finde ich das?

Ist das der Grund, warum mir einige (nicht alle!) Android-Geräte so bei 2/3 Lautstärke so eine dämliche Warnung geben, die ich wegklicken muss?

Davon ab: ein Kophörer ist rein passiv, da passt Deine Argumentation nicht. Man muss ihn ja a) nicht an einem aktuellen Gerät betreiben und b) nichtmal für Musik nutzen - man kann ihn an ein x-beliebiges Gerät anschließen oder sich eine Klinkenbuchse an einen x-beliebigen Tongenrator löten und ihn daran nutzen. Das CE-Zeichen schützt nicht vor Dummheit. Genau genommen schützt es vor gar nichts, sondern wurde eingeführt, um Privat-Importeuren wie Dir und mir das Leben schwer zu machen...
ZeeeM
Inventar
#8 erstellt: 31. Jan 2019, 12:11
Hintergrund
https://www.hear-it....ielgerate-und-handys

Die Frage ist, wie rechtlich relevant ist das im Schadensfall.
Bekommen Geräte/Hörer das CE Kennzeichen wenn sie das nicht erfüllen?
Wie sieht es aus, wenn der hohe Wirkungsgrad eines Hörers schon unter der Warnschwelle schädliche Pegel erlaubt.
Robby_Analog
Stammgast
#9 erstellt: 31. Jan 2019, 12:32
ich bin kein jurist und das bgb (bundesgesetzbuch) in meiner buchsammlung befähigt mich auch nicht
der beratenden rechtskunde. deshalb würde ich als privat person rein vom gesunden menschenverstand behaupten, dass du als händler eigentlich nicht in haftung treten kannst. denn wäre es so, würde das letzte glied der händlerkette auf möglichen haftungsschäden sitzen bleiben und alle anderen wie hersteller und zwischenhändler wären aus dem schneider. es zahlt aber das ursprungsprinzip!

z.b. ein mercedes gurt reisst bei einem unfall und verursacht einen personenschaden, der nicht entstanden wäre, wenn der gurt nicht gerissen wäre. da wäre es unmöglich den händler zu belangen. in diesem fall ist der hersteller verantwortlich. so dürfte es auch bei anderen gütern gehandhabt werden.

wie gesagt, meine aussagen beziehen sich auf meine persönlichen rechtskenntnisse in kombi mit gesundem menschenverstand. dies kann richtig sein, muss es aber nicht, da wir alle wissen, dass recht haben und recht bekommen nicht immer übereinstimmen müssen.
Exploding_Head
Inventar
#10 erstellt: 31. Jan 2019, 13:46

Robby_Analog (Beitrag #9) schrieb:

z.b. ein mercedes gurt reisst bei einem unfall und verursacht einen personenschaden, der nicht entstanden wäre, wenn der gurt nicht gerissen wäre. da wäre es unmöglich den händler zu belangen. in diesem fall ist der hersteller verantwortlich. so dürfte es auch bei anderen gütern gehandhabt werden.

Es wird der belangt, der im Rechtsraum EU greifbar ist; bei Herstellern aus China zB ist der hier zu belangende Verantwortliche der Erstverkehrbringer (also Importeur) in der EU. Möchtest Du Dich als Verbraucher im Falle eines Schadens darauf verlassen müssen, dass ein in China ansässiger Gewerbetreibender dafür dann auch aufkommt?

Denkt mal darüber nach, warum so viele "tolle" Produkte vor allem aus China von Euch selbst importiert werden müssen, und hier kein gewiefter Geschäftsmann damit mal eben einen schnellen Euro macht. Was meint Ihr, warum Amazon derartige Produkte über seinen marketplace direkt von den Chinesen verkaufen lässt, und nicht selbst diese Produkte verkauft und damit einen grösseren Gewinn macht? Nein, denn so wie es derzeit läuft macht Amazon ja auch Gewinn, und das völlig ohne Risiko. Selbst wenn Amazon aus einem EU-Lager versendet, tut Amazon das rechtlich nur als Logistiker im Auftrag der Chinesen, und macht sich so haftungsrechtlich einen schlanken Fuß!


[Beitrag von Exploding_Head am 31. Jan 2019, 13:50 bearbeitet]
Robby_Analog
Stammgast
#11 erstellt: 31. Jan 2019, 15:17
das macht sinn.
dirk11
Stammgast
#12 erstellt: 31. Jan 2019, 16:26

ZeeeM (Beitrag #8) schrieb:
https://www.hear-it....ielgerate-und-handys
Die Frage ist, wie rechtlich relevant ist das im Schadensfall.
Bekommen Geräte/Hörer das CE Kennzeichen wenn sie das nicht erfüllen?
Wie sieht es aus, wenn der hohe Wirkungsgrad eines Hörers schon unter der Warnschwelle schädliche Pegel erlaubt.

Danke! Meiner Einschätzung nach ist das vollkommen irrelevant, denn ein Hörer ist kein Abspielgerät. Ein Lautsprecher (das ist im weitestens Sinne ja auch so ein InEar) besteht im einfachsten Fall aus einer Spule, einem Magneten und einer Membran.
dirk11
Stammgast
#13 erstellt: 31. Jan 2019, 16:48

Exploding_Head (Beitrag #10) schrieb:
Denkt mal darüber nach, warum so viele "tolle" Produkte vor allem aus China von Euch selbst importiert werden müssen, und hier kein gewiefter Geschäftsmann damit mal eben einen schnellen Euro macht.
Dafür gibt es in meinem Fall exakt zwei Gründe:
1. Entweder gibt es das Produkt hierzulande nicht, weil der Markt zu gering ist (es existiert kein Massenmarkt für Astrolux-Taschenlampen)
oder
2. Die Margen, die sich der Handel hierzulande "genehmigt", sind so dermaßen unverschämt, daß ich es schlichtweg niemandem mehr gönne.


[Beitrag von dirk11 am 31. Jan 2019, 16:49 bearbeitet]
Steffen_Bühler
Stammgast
#14 erstellt: 31. Jan 2019, 16:49

dirk11 (Beitrag #12) schrieb:
ein Hörer ist kein Abspielgerät.


Im Sinne der EU-Richtlinie anscheinend schon:


Ein „tragbares Abspielgerät“ im Sinne dieses Beschlusses ist ein ... tragbares Gerät mit Kopf- oder Ohrhörern, mit dem aufgezeichnetes, generiertes oder ausgestrahltes Tonmaterial gehört werden kann.


Die Kombination Gerät+Hörer darf also nicht zu laut werden. Und jetzt wird's schwierig: sobald ich den Original-Hörer gegen einen anderen austausche (woher auch immer), kann mir ja keiner mehr die 85dB-Grenze garantieren. Bin ich dann am Ende selbst schuld?


[Beitrag von Steffen_Bühler am 31. Jan 2019, 16:50 bearbeitet]
imLaserBann
Stammgast
#15 erstellt: 31. Jan 2019, 18:50
In-Ear Kopfhörer werden über Stunden getragen und haben direkten Kontakt zur Haut etc.. Allein die Schadstofffreiheit und Konformität der Materialien sicherzustellen, könnte sich zu einem Alptraum auswachsen.


[Beitrag von imLaserBann am 31. Jan 2019, 18:53 bearbeitet]
dirk11
Stammgast
#16 erstellt: 31. Jan 2019, 20:42

Steffen_Bühler (Beitrag #14) schrieb:
Bin ich dann am Ende selbst schuld?
Du meinst, so richtig eigenverantwortlich, wie die Generationen vor uns es noch in ihrem ganzen Leben waren?
dirk11
Stammgast
#17 erstellt: 31. Jan 2019, 20:46

imLaserBann (Beitrag #15) schrieb:
In-Ear Kopfhörer werden über Stunden getragen und haben direkten Kontakt zur Haut etc.. Allein die Schadstofffreiheit und Konformität der Materialien sicherzustellen, könnte sich zu einem Alptraum auswachsen.
Das halte ich für das gewichtigere Argument im Vergleich zu dem Lautstärke-Unfug.
Allerdings müßte ein potentieller Kläger wohl erstmal eine ursächliche Schädigung von wenigen Quadratmillimeter Fläche der InEar-"Stöpsel" nachweisen. Und, Grenzwerte hin oder her, eine Körper-Disposition auf so einer geringen Fläche wird wohl kaum ursächlich zu einer Erkrankung führen.
Wie haben es meine Eltern nur geschafft, so alt zu werden, wie sie sind...
Cubist
Ist häufiger hier
#18 erstellt: 01. Feb 2019, 12:44

Robby_Analog (Beitrag #9) schrieb:
ich bin kein jurist und das bgb (bundesgesetzbuch) in meiner buchsammlung befähigt mich auch nicht
der beratenden rechtskunde.


Das ist gewiss auch sehr gut so, denn es gibt schon mal kein "bundesgesetzbuch". Es gibt ein Bundesgesetzblatt (BGBl.) oder ein Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) ... und daneben noch etliche andere Stellen/Gesetze, in denen man was zum Haftungsrecht und zu vielen anderen Dingen findet.

Ich bin kein Rechtsanwalt, aber dennoch: Leute, wenn ihr euch gewerblich (!) betätigen wollt, zumal noch im Import/Export aus Fernost, dann informiert euch bitte vor der erste Abmahnung -- auch wenn das heißt, ein paar hundert Euro in Beratungskosten zu investieren oder einmal den Weg zur örtlichen IHK anzutreten. Ich bin nicht sicher, ob die Frage in einem Forum da ausreichend ist Zumindest ist es das, was mir mein hoffentlich gesunder Menschenverstand sagt
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