Fast alle Kopfhörer enthalten gefährliche Stoffe

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e-Vox
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 21. Feb 2026, 20:00
Das sagt zumindest ein Paper.


The Sound of Contamination: A Comprehensive Analysis of Endocrine Disruptors and Hazardous Additives in the Headphones

The ToxFree Life for All project analysed 81 headphone models (180 material samples) across Central Europe and online marketplaces like Temu and Shein. 100% of products contained hazardous substances, including bisphenols, phthalates, and flame retardants. While these products do not pose an acute or "imminent" danger, the cumulative and synergistic effects of chronic exposure to these chemical classes pose a long-term risk to public health, therefore having a negative impact on sovereign consumer choice. The individual consumer has limited power to choose a safe product. Consumer protection is a systemic problem that cannot be solved by individual choice; it must be addressed at the institutional level.

Quelle: arnika.org Paper


[Beitrag von e-Vox am 21. Feb 2026, 20:02 bearbeitet]
flexiJazzfan
Inventar
#2 erstellt: 21. Feb 2026, 22:22
Dazu habe ich einige Bemerkungen.
1. Die gefundenen Substanzen sind Nebenprodukte oder Zusätze von gängigen Kunststoffen.

2. Nach dem jetzigen Stand der Wissenschaft sind diese Produkte in allen untersuchten Teilen mit Hautkontakt in einem zulässigen und nicht gefährdenden Anteil enthalten. (im Paper mit „grün“ gekennzeichnet). Das ist positiv.

3. Die Hersteller wissen jedoch wie es besser geht, da sie durchgehend die für Kinder bestimmten Teile mit niedrigerem Schadstoffgehalten liefern. Apple hat zudem eine hausinterne Spezifikation für die eigenen Teile, die ebenfalls erheblich niedrigere Konzentrationen an potentiell gefährlichen Stoffen festlegt.

4. Die Marke oder das Herstellerland bieten keinen Anhaltspunkt für den Gehalt an Schadstoffen in den Produkten.

5. Die Vorlage des Papers soll eine vorbeugende Gesetzgebung unterstützen, die die Gesamtbelastung an Chemikalien verringern soll, vorrangig natürlich dort wo es offensichtlich jetzt schon möglich ist.

Gruß
Rainer
djsepulnation
Stammgast
#3 erstellt: 21. Feb 2026, 22:48
Mich würde in dem Zusammenhang mal intressieren, ob es Fälle gibt in welchem Nutzer von Kopfhörern oder IEMs eine Hautreizung oder ähnliche Gesundheitliche Schäden erlitten haben?
Die Gesetze und Richtlinien dürften aber ausreichen um so etwas zu verhindern.
Schwarze Schafe gibts natürlich überall.Siehe Temu....
Bezüglich Herkunftsland:90% der Kopfhörer kommen leider aus China....
flexiJazzfan
Inventar
#4 erstellt: 21. Feb 2026, 23:59
Die mögliche Aufnahme von den genannten Stoffen liegt weit unterhalb einer Konzentration, die akut Hautreaktionen erzeugen könnte.

Es geht bei vielen dieser Stoffe auch darum, dass sie hormonähnliche Wirkungen haben können, also schon in winzigen Mengen bestimmte interne Regulationen beeinflussen können. In dem Paper werden zudem auch noch die speziellen Gefahren für Kinder im Wachstum thematisiert, die befürchtet werden, aber leider noch kaum untersucht sind.
Damit vermengt werden auch noch Argumente der Nachhaltigkeit und der Umweltschädlichkeit. Zu guter letzt wird auch noch das Recycling angesprochen, das natürlich mit schadstoffbelasteten Produkten nicht möglich ist, da durch die Wiederaufarbeitung neue zusätzliche Stoffe entstehen und das Endprodukt toxikologisch noch schlechter ist.
Für meine Begriffe ist diese Einzelstudie mit Schlussfolgerungen etwas überfrachtet. Die Kopfhörer sind im Bezug auf die große Menge der genannten Stoffe in vielen Anwendungen wirklich das geringste Problem.

Gruß
Rainer
d*moll
Inventar
#5 erstellt: Heute, 11:20
hab ich hier in einem anderen thema schon mal verlinkt - zum thema chemie:

https://www.musicrad...rous-to-human-health

https://konsument.at/test/schadstoffe-kopfhoerer

https://vki.at/syste...toffe-Kopfhoerer.pdf

leider gibts die ganze liste nur hinter einer paywall.

Aber die hier sehr gut bekannte marke S*nnheiser taucht wohl auch mit auffälligen Modellen auf.

Wie da zu lesen ist, wirken die Gefahrstoffe nicht immer direkt und akut, sondern durch heimliche Anreicherung im Körper über länger Zeit.

Wäre natürlich schön zu wissen welche Marken durchweg grün erhalten haben.
Radiowaves
Inventar
#6 erstellt: Heute, 12:44
Schadstofftests macht auch die Stiftung Warentest, wenn sie Kopfhörer testet. Dunkel erinnere ich mich, dass da auch namhafte Fabrikate (jahrzehntelang namhafte) schon wegen bestimmter Stoffe aufgefallen (und durchgefallen) waren. Mal sind es die Ohrpolster, mal ist es der Überzug des Kopfbandes, ...

Letztlich kann man kaum etwas dagegen machen, da man von seinem eigenen Kopfhörer wohl nur selten entsprechende Analysen hat. Gerade was die Stiftung Warentest so testet und was im HiFi-Bereich seit Jahrzehnten genutzt wird hat ja oft miteinander gar nichts zu tun.

Richtig problematisch sind möglicherweise Nachbau-Ersatzteile, wie sie irgendwann zwangsweise notwendig werden, wenn z.B. der Hersteller keine Ohrpolster und keine Schaumstoffscheiben mehr liefert. Ich habe den billigen Beyerdynamic DT131 TV, den mein schwersthöriger Vater zu Lebzeiten am Fernseher benutzt hat, zwei mal modifizieren müssen. Zuerst musste das Kabelkästchen mit den Lautstärkepotis raus, weil die nur noch kratzten. Und irgendwann waren die dünnen Schaumstoffpolster mit Stoffüberzug völlig verrottet, die Krümel drangen bis auf die Membranen vor. Ersatz gab es nicht. Jetzt sind chinesische ohrumschließende Velourspolster drauf, die keine Segen seitens Beyerdynamic haben. Das kleine Ding spielt damit aufgrund der dichteren Ankopplung deutlich mächtiger auf und schmerzt endlich nicht mehr auf den Ohren, aber ich möchte lieber nicht wissen, was eine chemische Analyse hervorbringen würde. Immerhin stinken die Polster nicht.
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