Messung/Begrenzung der Gehörbelastung

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beulibeu
Schaut ab und zu mal vorbei
#1 erstellt: 06. Okt 2006, 12:17
Hallo zusammen!

Man liest ja immer wieder, dass man insbes. beim Hören via Kopfhörer auf die Belastung des Gehörs achten soll. Meist ist hier von max. X dB bzw. max. Y dB in einem Zeitraum Z die Rede. Ich glaube, man spricht hier von "Schalldruck" (bin absoluter Laie).

Gibt es eine günstige Möglichkeit oder einen Tip, wie man die Gehörbelastung für die eigene Kombination von Verstärker+Kopfhörer messen kann, um so einen vernünftigen Wert für einen max. Lautstärke zu ermitteln?

Kopfhörer:
wird ein Sennheiser HD 650 werden (ohne KHV)

Hörgewohnheiten:
zu 90% Klassik (insbes. "strahlende" Barockmusik) und Soundtracks (Typ "Braveheart" und "Gladiator"), ansonsten Jazz (im Stil v. "Dinner-Jazz") und Pop/Rock (Brian Adams, Queen, Dire Straits, Robbie Williams, Abba).

Anlage (schon 12 Jahre alt):
- Verstärker: Denon PMA-915R
- CD-Spieler: Denon DCD-1015


Vielen Dank für jede Antwort im Voraus!
Musikaddicted
Inventar
#2 erstellt: 06. Okt 2006, 12:31
Nein solch eine Möglichkeit gibt es günstig nicht. Aber es gibt ein paar Möglichkeiten, dass man mal ein Gefühl für die Lautstärke bekommt.
Gerade mit offenen KHs wie dem Senn kann man prima LS anmachen und dann parallel dazu den KH hochregeln um zu sehen, wie die gleiche Lautstärke dort wahrgenommen wird (sobald man die gleiche Laustärke hat natürlich die LS lautlos stellen). Es wird anders klingen.
Weiter Faustregel ist, dass man über längeren Zeitraum nicht lauter hören sollte, als Gespräche, d.h. wenn so laut stellt, dass man absolut garnix mehr versteht, wenn Leute einen ansprechen, dann ist es etwas zu laut.
Das wichtigste ist, sich immer klar zu machen, dass man mit KHs hört, und dass das anders aufgenommen wird. Das allein im Hinterkopf lässt einen die Lautstärke eher mit Bedacht wählen und schont das Gehör
a-lexx1
Inventar
#3 erstellt: 06. Okt 2006, 13:52
wieso denn nicht?

Mit einem Schallpegelmessgeraet (deutsche Sprache ist doch schoen ) fuer 20-100 Euro kann man's machen.

Du musst aber dafuer sorgen, dass der Einmessmikro sich im geschlossenen Raum befindet. Dafuer nimmst Du ein stueck Pappe, gross genug um die Hoerkapsel zu verdecken, und stichst dort ein Loch, um den Einmessmikro reinzukriegen. Dann misst Du einige 10 Mal den Pegel mit der a-Kurve bei Langsamer Messung. Dann rechnest Du den Mittelwert aus - voila!

Alles unter 85dB ist unbedenklich, zw. 85-90 alarmierend, aber fuer ein paar Stunden noch ok, ueber 90 dB gehoerschaedigend bei ueber 2 Stunden.

Wenn du die Peaks messen moechtest, musst Du's auf die c-Kurve umschalten und auf Maximalpegelmessung.

-Alex
Musikaddicted
Inventar
#4 erstellt: 06. Okt 2006, 14:10
Hey die Sache mit der Pappe ist wirklich gut - an sowas hab ich irgendwie noch garnicht gedacht. Also geht es doch
Class_B
Hat sich gelöscht
#5 erstellt: 06. Okt 2006, 14:18
Einen kleinen Anhaltspunkt gibts hier:http://www.bmu.de/fi...laerm_wann_genug.pdf:

Gruß
Thomas
Peer
Inventar
#6 erstellt: 06. Okt 2006, 14:20
@a-lexx: Bei deinen db Angaben flacker ich aber mit den Ohren...
a-lexx1
Inventar
#7 erstellt: 06. Okt 2006, 14:31
@p32r

wie meinste das?

-Alex
Peer
Inventar
#8 erstellt: 06. Okt 2006, 15:38
Mit 85 db fliegen mir die Ohren weg (hatte neulich nen Messgerät hier...
morbo667
Stammgast
#9 erstellt: 06. Okt 2006, 16:04

p32r schrieb:
Mit 85 db fliegen mir die Ohren weg (hatte neulich nen Messgerät hier...


seh ich genauso ... wenn ich mein Messgerät (mit Pappe) aufsetze und 85dB einstelle ist es (egal welcher KH) derart laut, dass ich nicht glauben kann, dass dies nicht schadet.

Daher trau ich diesen Messungen nicht mehr so recht.
a-lexx1
Inventar
#10 erstellt: 06. Okt 2006, 16:28
tja, ich kann fuer euch nicht sprechen, weiss ja nicht wie ihr testet... 85 dB sind aber nicht sehr laut und schnell erreicht.

Es ist wichtig bei der Messung, dass der Schall nicht ausweichen kann und der Mikro wirklich den vollen Schallpegel bekommt, deshalb muss man die Pappe (oder was auch immer) an die Hoerkapsel anpressen und das Loch nur so klein sein, dass der Mikro da gearde noch reinpasst.

Die Messergebnisse, die ich so bekomme sind immer absolut plausiebel, habe so auch schon Frequenzgangmessungen gemacht...

-Alex


[Beitrag von a-lexx1 am 06. Okt 2006, 16:53 bearbeitet]
Peer
Inventar
#11 erstellt: 06. Okt 2006, 19:22
aaalso:

Mein alter MP3 Player (Thomson PDP2812) hatte einen extrem starken Ausgang, in einer Biologie Stunde haben wir dann mal die Messung mit dem Pappeding gemacht. Ergebnis waren 82db max. mit meinen Senn´s. Auf den Kopf hätte ich mir das Teil NIE setzen können. Da wär mein Gehirn derart komprimiert worden, dass es kein Pathologe dieser Welt jemals hätte wieder auffinden können...
a-lexx1
Inventar
#12 erstellt: 06. Okt 2006, 19:40
nochmals, ich weiss wirklich nicht, was ihr da in der Schule macht.

85 dB sind aber auf gar keinen Fall gesundheitsschaedigend oder unangenehm laut. Laut schon, aber nicht unangenehm. 90 dB sind schon nicht mehr angenehm, und koennen das Gehoer schaedigen, aber auch nur bei einer Langzeiteinwirkung. Die Lautstaerke eines richtigen Rockkonzerts kann um die 120 dB betragen und kann ohnen einen Ohrenschutz wirklich weh tun. So einiges vertragen unsere Ohren schon.

Mein sweet spot liegt normallerweise bei etwa 80 dB bei ruhiger oder 85 dB bei nicht so ruhiger Musik. Keiner dem ich mal meinen KH zum Probehoeren gegeben habe, eingestellt nach meinem Empfinden, hat es als zu laut empfunden. Also, aufpassen bei den Lautstaerken, 90 dB sind schneller erreicht, als manch einer glaubt.

-Alex
Peer
Inventar
#13 erstellt: 06. Okt 2006, 19:45
Bei nem Rockkonzert ist das was Anderes

Also ich hab die 82 nicht gut vertragen, 80 ging schon eher. Kann natürlich auch sein, dass unsere Messung damals Mist war, ich muss das nochmal wiederholen
Vul_Kuolun
Inventar
#14 erstellt: 06. Okt 2006, 20:27
Es kommt ja auch auf die Gewichtung an, je nach dem ob man db/a oder db/c misst fliessen die Bässe ja in die Messung ein oder auch nicht.

Ausserdem dürfte Madonna (kraft Kompression) schmerzhafter sein als Pink Floyd, die die 85 db nur alle 2 Sekunden erreichen anstatt durchgängig. Zumindest gehts mir so. Künstlerische Bedenken mal aussen vor gelassen.


[Beitrag von Vul_Kuolun am 06. Okt 2006, 20:30 bearbeitet]
morbo667
Stammgast
#15 erstellt: 06. Okt 2006, 22:26
Habe mein A900-Polster (mit dem geht das im Gegensatz zu z.B. K701 recht gut) mal so richtig gequetscht und konnte so bei der Messung noch einige dB rausholen.

Die Messung, die vorher 85 dB war, ist jetzt fast 95 dB (alles dB/C).
Dabei handelte es sich um eine laut aufgenommene Metal-Platte, 2V-Quelle, Corda HA2 mit 10 dB Gain, Potistand 9:00 Uhr, KH = A900LTD.

Meine normale Hörlautstärke ist bei etwa 78 dB.

Diese Werte klingen schon eher plausibel im Gegensatz zu meinen vorherigen.
beulibeu
Schaut ab und zu mal vorbei
#16 erstellt: 07. Okt 2006, 12:44
Zum Thema "Gehörschäden durch Musik" gibt es eine PDF-Broschüre der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedien mit einer Graphik zu typischen Geräuschpegeln am Ohr von Personen auf S. 24. Auf S. 23 findet sich eine Darstellung der Grenze für Hörschäden in Abhängigkeit von Schallpegel und Frequenz. Hörschäden beginnen demnach z.B. bei einer Frequenz von 1 kHz bei 80dB.

Diese Informationen waren auch Ausgangspunkt für meine Frage.

Interessant finde ich auch eine entspr. Stellungnahme der Bundesärztekammer.
a-lexx1
Inventar
#17 erstellt: 07. Okt 2006, 13:16
1. versuche mal, Dir 1 kHz bei 80dB anzuhoeren Ich wuerde mir sowas nicht antun.
2. Nicht nur die Art, sondern auch vor allem die Dauer der Belastung sind wichtig.

Also bitte keine Panikmache hier, wie geasgt, 85 dB bei 8 Stunden am Tag sind ubedenklich, es sei denn, man hoert sich 1 kHz Toene an, was kein Mensch sich freiwillig antun duerfte. Mit jeder Steigerung des Pegels um 3 dB nimmt die zulaessige Belastungsdauer um 50% ab, d.h. bei 91 dB duerfte man hoechstens 2 Stunden am Tag Musik hoeren.

-Alex
Musikaddicted
Inventar
#18 erstellt: 07. Okt 2006, 13:42
Solche Übersichten sind doch absoluter Schrott. Demnach ist Rockmusik immer lauter als Orchester. Was hat denn die Musikart mit der Latstärke gemein? Ausserdem ist demnach die durchschnittliche KH-Lautstärke mit einer Handbohrmaschine gleichzusetzen. Hä? Ok ich bin ein Leisehörer, aber ne Bohrmaschine kenn ich und wer so laut hört, der hat ein Rad ab (ganz davon zu schweigen, dass das nur die Mitte des KH-Balkens ist).
Also bitte. Einfach mal mit Menschenverstand rangehen und sich nicht zudröhnen, dann geht das alles. Dieser KH-sind-böse Mythos kommt doch nur von den Leuten, die einerseits mit KH den Schalldruck erreichen wollen, wie mit ihren LS und daher aufdrehen wie blöde, oder aber mit ihren offenen Buds den ganzen Bus unterhalten wollen bzw. dessen Motorengeräusche komplett(!) überdecken wollen.
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