Phuu, geschafft: Mein smEaton (KHV)

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Vul_Kuolun
Inventar
#1 erstellt: 16. Jun 2007, 22:53
Im Zuge der BTech-Diskussion hab ich doch noch mal einen Anlauf genommen, die Ruine meines vor vielleicht nem Jahr mal angefangenen, dann aber aufgegebenen smEton-Kopfhörerverstärkers auszugraben und zu schauen, ob ich die nicht doch noch ans laufen kriege.

Hier die Seite mit der Bauanleitung:

http://www.audioattic.de/projects/small_eaton.html

Kurz zusammengefasst: Der smEaton soll einen Schritt weiter sein als ein einfacher OP-Amp KHV. Die meisten billigen bis günstigen Konzepte benutzen ein einsames 8-beiniges OP-Käferchen, dem je nach angeschlossenem Kopfhörer möglicherweise schon mal die Puste beim anschieben der Memrane ausgeht. So die Theorie.

Der smEaton schaltet dem OPA 4 Transistoren nach, die das grobe Tagesgeschäft für das geschundene Kerlchen übernehmen sollen, das hinfort aufblüht und die leiseren Signale mit Hingabe und Präzision an den KH weiterreicht.
Bessere kommerzielle Amps benutzen dazu meist ein Buffer-IC, welches aber um ein vielfaches teurer ist als Einzeltransen. Macht zwar alles in allem den Kohl nicht fett, ist aber deutlich einfacher aufzubauen. Würde ich heute nochmal einen besseren KHV anfangen, würd ich wahrscheinlich was mit BUF 634 machen.

Meiner läuft mit 18 Volt aus 9-Volt-Blöcken. So muss ich mir keinen Kopf um ein "sauberes" Netzteil machen, und hab ausserdem ein Kabel weniger im Weg rumliegen. Der Amp wird nach Gebrauch eh aufgeräumt, da würde ein Netzteil eher stören. Ich rechne mit etwa 4 Stunden aus einem Satz Akkus (40mAh Stromaufnahme).
Der smEaton arbeitet mit "rail splitter", d.h. die Spannung wird mit Transistoren aufgeteilt (anstatt mit Widerständen und Kondensatoren wie bei einfachen Cmoys -die besseren, kommerziellen haben meist auch rail splitter) und bleibt dadurch stabiler. Längere Batterielebensdauer und möglicherweise besserer Klang locken am Ende des langen, steinigen Weges.
Die Halterungen für die Akkus sind so eingebaut, daß die Akkus aus dem geschlossenen Gehäuse oben rauskucken und gewechselt werden können, ohne das Gehäuse zu öffnen. Einfach alte Akkus rausziehen, neue rein, fertig.

Die Eingansgskondensatoren sind 4,7µF statt 0,47µF. Dem Bass zuliebe, denn Platz hats ja genug.
Der fette Elko-Kollege (4700µF, Original: 470µF) speichert Strom für etwa 4-5 Sekunden Musik, ehe nach dem ausschalten die Lautstärke abnimmt und Verzerrungen einsetzen. Sehr vertrauenerweckend.

OPA ist ein 2132PA.

Im hinteren Teil der Schaltung (gegenüber dem großen Elko) hab ich noch gleich ein Jan Meier-Crossfeed eingebaut, weil

1. ich eh immer mit CF höre, und
2. das Meier-CF die Möglichkeit bietet, den Bass ein wenig aufzubohren. Dazu wird der 0,047µF Kondenstator, der im CF gegen Masse geht gegen einen 0,022µF ausgetauscht.

Praktisch, Sounding ganz nach den eigenen Vorstellungen.

Der Link mit Details zum Meier-CF:
http://headwize.com/projects/meier2_prj.htm

Wie klingts nun?
Da tu ich mich schwer, schliesslich habe ich meinen Cmoy auch nur mit festem Linkwitz-CF betrieben, und das klaut Höhen. Ausserdem hab ich ihn schon vor Tagen seiner Behausung entrissen und deshalb ebenso lange nicht mehr damit gehört.
Der smEaton klingt in jedem Fall klarer (was zu erwarten war). Der Bass kommt mir deutlich straffer vor, und hat trotzdem eine üble Power. Feine Sache.
Der Cmoy hat überproduzierte Höhen konsequent glattgebügelt (wg. des CF, war auch so gedacht), daß macht der smEaton so nicht. Was nicht heissen soll daß er aggressiv oder dünn klingt. Im Gegenteil.

Der Aufbau des smEaton ist nicht ganz ohne für jemanden mit Null Ahnung, weil erstens die Schaltung etwas komplexer ist als die eines Cmoy, und das Teil zweitens komplett frei verdrahtet werden muss. Zum einen ein Geduldspiel, zum anderen ein kniffliges Problem wenn was nicht wie vorhergesehen klappt. Um einen Fehler suchen zu können, ists von Vorteil man hat ein bisschen Ahnung. Hätte bei mir fast das "Projekt" geschmissen.

Aber was macht man nicht alles, um die klangraubenden Dämonen zu exorzieren und in kleine schwarze Transistörchen zu sperren, auf daß sie kein klangliches Unheil mehr anrichten. Es hört sich nun mal entschieden schöner mit Reserven.

Pics:





[Beitrag von Vul_Kuolun am 18. Jun 2007, 10:30 bearbeitet]
Nickchen66
Inventar
#2 erstellt: 16. Jun 2007, 23:13
Schönes Projekt das, Vul. Ist das nicht Dein altes Cmoy-Gehäuse?

Kann ich mir gut vorstellen, wie Dir da unterwegs die öfters die Hutschnur riß, weil der Massefehler mal wieder nicht zu finden war und das Gerät nur Braaaz machte. Umso schöner das Herrgottgefühl hinterher, wenn alles läuft, oder?!

Oben sieht die Lochplatine ja sehr aufgeräumt aus, aber die Unterseite ist mit Sicherheit um etliches verwirrender...

Besorg' Dir mal noch'n paar 4562er. Zur Räumlichkeit der 2132 sagte ein headfier sehr treffend:

Those OPA2132/4's should be banned! If we wanted mono, we would push the mono-button.
Vul_Kuolun
Inventar
#3 erstellt: 16. Jun 2007, 23:22
Jau, genau so wars.

Das beste ist ja daß ich das Ding schon am laufen hatte, als mir die Idee kam den Bassboost aus dem Cmoy in die Feedbackschleife (oder was ich dafür hielt) zu packen. Mit dem Resultat, daß mir der OPA abgeraucht ist.

Ich hab dann bei Reichelt neue bestellt, nur um mich hinterher in den Arsch zu beissen weil ich keinen 4Dingsda genommen hab.

Bin da zwar kritisch was die Lobeshymnen angeht, aber die kosten ja in etwa dasselbe.

Falls jemand tauschen will, ich hab noch nen OPA 2132PA übrig (nein, nicht den abgerauchten).


[Beitrag von Vul_Kuolun am 16. Jun 2007, 23:24 bearbeitet]
Nickchen66
Inventar
#4 erstellt: 16. Jun 2007, 23:31
Zum Basteln, Löten und Debuggen nehme ich einen extra superbilligen Opamp wie den 5532. Der "gute" Opamp kommt dann erst wieder rein, wenn alles okay ist.

Das ist so ähnlich wie der Regenschirm, den man immer dabei hat, und es regnet nie. Ein Billig-Opamp ist mir noch nie abgeraucht - er hat allerdings schon manchmal sehr streng gerochen. Erstaunlich, was die Teile aushalten, wenn es nicht drauf ankommt.
Nattydraddy
Inventar
#5 erstellt: 18. Jun 2007, 06:29
Gut aussehen tut er!

Erinnert mit an den SOHA (Tube Amp) von sphinxllama. Nur dass nicht 2 Röhren aus dem Gehäuse rausschauen, sondern die schwarzen 9 Volt Blöcke.

Nur shade, dass man sich die Sachen nie im Internet anhören kann....
Vul_Kuolun
Inventar
#6 erstellt: 18. Jun 2007, 10:21
Danke für die Blumen.
Im Moment überlege ich mir ob ich den Gehäusedeckel nochmal neu, und diesmal aus Plexiglas mache. Die Öffnungen für die Batterien beim derzeitigen Aludeckel hab ich leider ziemlich vergurkt.


[Beitrag von Vul_Kuolun am 18. Jun 2007, 20:38 bearbeitet]
Vul_Kuolun
Inventar
#7 erstellt: 20. Jun 2007, 19:34
Update:

-Plexiglasdeckel
-blaue LED



*freu*


DIY ist soooo geil.

Spoiler, Breitreifen und/oder Arschgeweih kann ich für die Zukunft nicht 100%ig ausschließen.
m00hk00h
Inventar
#8 erstellt: 20. Jun 2007, 19:48
Da hat wohl jemand beim HA-20 von a-t abgeguckt!

Sieht gut aus...irgendwie so richtig "anti"-Hiend, hat was!

m00h
Nickchen66
Inventar
#9 erstellt: 20. Jun 2007, 19:50

Vul_Kuolun schrieb:
DIY ist soooo geil.
Da hast Du in der Tat Recht. Und auch allen Grund, stolz zu sein.

Für mich wär' das ja nix mit dem Plexiglas, dafür löte & verdrahte ich zu sauig...
Vul_Kuolun
Inventar
#10 erstellt: 20. Jun 2007, 21:20

m00hk00h schrieb:
Da hat wohl jemand beim HA-20 von a-t abgeguckt!
m00h


Is ja der Hammer, den kannte ich echt nicht. Ob ich die verklagen kann?


Nickchen66 schrieb:

Vul_Kuolun schrieb:
DIY ist soooo geil.
Da hast Du in der Tat Recht. Und auch allen Grund, stolz zu sein.


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