Beyerdynamic DT 880 und DT 990 vs. Sennheiser 595 vs.

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aiwa66
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 03. Feb 2005, 13:37
Liebe Kopfhörerfreaks.
Ich habe jetzt Gelegenheit gehabt, den Sennheiser 595 gegen den Beyerdynamic DT 880 und meinen ca. 20 Jahre alten zerbröselnden 990 zu testen.
Ich bin Berufsmusiker, spiele Posaune, Trompete, Klavier etc. und habe an diversen Studioproduktionen teilgenommen.
Unter meinen ehemaligen Kopfhörer befinden sich die Modelle AKG 1000 und Sennheiser 600.
Gehört habe ich an meinem CD Player Denon 2560, war mal Referenz, und Sony 770 Es Vollverstärker. Klingt auch recht gut.
Da ich vor allem Jazz und Klassik höre und die aktuelle Musik bekanntlich für Ohrhörer und Kleinstanlagen gemischt wird, habe ich auf Pop und co verzichtet.
Mein Fazit : der Sennheiser 595 ist sein Geld nicht wert, der 880 ist unglaublich gut, der alte 990 klingt besser als der Sennheiser.
Ich konnte den Sennheiser einfach nicht mehr ertragen, nachdem ich den Beyer 880 eine zeitlang gehört hatte.
Zum Beispiel bei Tschaikowskys 6. Symphonie, Berliner Symphoniker mit Bychkov.
Der Holzbläser und das Horn im ersten Satz klingen beim 880, als würde man daneben sitzen. Luftig, detailliert und wirklich lebendig.
Beim Sennheiser klingt alles völlig indifferent, immerhin kann man den Unterschied zwischen der Oboe und der Klarinette heraushören.
Der alte 990 hatte da mehr Transparenz und Details, obwohl er ziemlich agressiv ist.
Der Sennheiser dumpft vor sich hin, reichlich farblos und ohne Temperament. Der 600 ist die bessere Wahl, der 595 scheint mir vor allem für vordergründige Musik tauglich, Feindynamik ist ihm ein Fremdwort.
Was ist nur aus Sennheiser geworden ?


[Beitrag von aiwa66 am 03. Feb 2005, 13:39 bearbeitet]
Taurui
Inventar
#2 erstellt: 04. Feb 2005, 19:07
Das Problem beim HDH595 ist, dass er eigentlich ein recht guter Kopfhörer ist - allerdings (und jetzt kommen sicher auch gleich die Unkenrufe) erst nach einer gewissen Einspielzeit. Das ist übrigens sehr typisch für Sennheiser, bisher braucht jeder Sennheiser eine recht lange Einspielzeit um erträglich zu werden. Bei Beyerdynamic fällt der Unterschied weniger krass aus.

-Taurui
opa38
Inventar
#3 erstellt: 20. Apr 2007, 19:57
Wieviel Stunden setzt man denn als Einspielzeit beim Senni 595 an???
Gibts da irgend wie Erfahrungen???
hAbI_rAbI
Inventar
#4 erstellt: 20. Apr 2007, 20:14
Also ein Beyer hat soweit ich weiß eine extrem lange Einspielzeit. So ungefähr 200 Stunden. Er profitiert auch extrem stark von einem KHV. Ein Btech reicht für den Anfang auch vollkommen aus.
Felix3
Inventar
#5 erstellt: 20. Apr 2007, 20:47
Ich bin nach ausführlicher, langer Testphase zuhause (DT 880 vs. HD-650 vs. HD-595) zu dem genau entgegengesetzten Ergebnis gekommen:

Der DT 880 ist gut, vom Klang her recht luftig und räumlich, aber für meinen Musik- und Hörgeschmack einfach zu langweilig und ziemlich unbrauchbar. Der 595 löst räumlich weniger gut auf, aber er klingt für mich perfekt und das Grinsen und die gute Laune stellt sich beim Hören ganz unmittelbar ein - auch bei Klassik und Jazz, jeweils deutlich mehr als beim 880. Den 880 habe ich nur kurz hören müssen bis mir klar wurde daß er nicht in Frage kommt. Schwieriger war die Entscheidung 650 vs. 595.

Wobei ich mir den 880 aber durchaus als Kontrastprogramm und Zweit-KH zu den Sennies vorstellen könnte.

Fazit: Die Geschmäcker können sehr verschieden sein...
opa38
Inventar
#6 erstellt: 21. Apr 2007, 12:32
Ich habe mir nun auch erst mal den Senni 595 bestellt.
Da mein derzeitiger AKG HEARO 777 (Funk) auch eher etwas dumpf klingt, denke ich, das ich mit dem 595 richtig liegen werde.
Aufrüsten könnte man später ja immer noch.

Allerdings, wie spielt man nun so ein Teil genau ein??
KH unters Kopfkissen packen??
Wie laut sollte man das Teil stellen??
Normale Lautstärke??? oder eher etwas leiser??
Ich habe hier etwas von über 100Std. Einspielzeit gelesen. Ist das normal?? *grummel*
kani
Stammgast
#7 erstellt: 21. Apr 2007, 13:52
Hör einfach Musik.
Ob Einspielen nötig ist, oder nicht, muss imho jeder für sich selber ausmachen. Die Gewöhnung an deinen Kopfhörer macht deutlich mehr aus, als das "einschwingen" der Membran oder ähnliches.
Wenn du einfach Musik hörst, ohne dir große Gedanken über das Einspielen zu machen, hast du eine synergische Wirkung:
Du gewöhnst dich an deinen KH UND das Material spielt sich gegebenfalls ein. Voila, gut ist
Nickchen66
Inventar
#8 erstellt: 21. Apr 2007, 15:03

kani schrieb:
Die Gewöhnung an deinen Kopfhörer macht deutlich mehr aus, als das "einschwingen" der Membran oder ähnliches.
Nö. Nach meinen Erfahrungen ein sehr reales Phänomen - und Ihr solltet mit meiner sonstigen Voodoo-Skepsis vertraut sein.

Das habe ich jetzt schon mehrfach erlebt: Neuer XYZ klingt nicht sonderlich gut in Vergleich zu ABC (Bestand). Ab an die Klinke im Keller, einige Stunden/Tage/Wochen arbeiten lassen, und danach fällt der Vergleich völlig anders aus, meistens zugunsten von XYZ.

"Gewöhnung" ist bei einem solchen Procedere als Einflußgröße auszuschließen.
kani
Stammgast
#9 erstellt: 21. Apr 2007, 15:11
Gewöhnung ja, aber du hast ja auch unterbewusst eine ganz andere Erwartungshaltung, nachdem du den KH ne Weile hast düdeln lassen.
Hab selber noch keine Erfahung mit einspielen gemacht, entweder gefiel mir der KH, oder nicht.

Kann auch daran liegen, dass ich einspielen für etwas abgehoben und gesponnen halte, also kanns das ja gar nicht geben.

Wie dem auch sei, wenn selbst Nickchen sagt, das es das gibt, dann kannst du dich ja darauf freuen, dass dein KH nachher NOCH besser klingt. Aber wenn er dir schon Out-of-the-Box gut gefällt wäre es imho Schwachsinn, da ein großes Einspiel-Trara zu machen. Hör einfach Musik, ist auch für den Kopfhörer und die spätere Verwendung am realistischsten.
Nickchen66
Inventar
#10 erstellt: 21. Apr 2007, 15:15

kani schrieb:
Gewöhnung ja, aber du hast ja auch unterbewusst eine ganz andere Erwartungshaltung, nachdem du den KH ne Weile hast düdeln lassen.
Spitzfindigkeiten...
Audiodämon
Inventar
#11 erstellt: 21. Apr 2007, 15:16

Nickchen66 schrieb:

kani schrieb:
Die Gewöhnung an deinen Kopfhörer macht deutlich mehr aus, als das "einschwingen" der Membran oder ähnliches.
Nö. Nach meinen Erfahrungen ein sehr reales Phänomen - und Ihr solltet mit meiner sonstigen Voodoo-Skepsis vertraut sein.

Das habe ich jetzt schon mehrfach erlebt: Neuer XYZ klingt nicht sonderlich gut in Vergleich zu ABC (Bestand). Ab an die Klinke im Keller, einige Stunden/Tage/Wochen arbeiten lassen, und danach fällt der Vergleich völlig anders aus, meistens zugunsten von XYZ.

"Gewöhnung" ist bei einem solchen Procedere als Einflußgröße auszuschließen.


Selbiges mehrmals erlebt!

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