(Kein) Öl ins Feuer? Digital vs. Analog

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mix4munich
Stammgast
#1 erstellt: 24. Jul 2010, 11:21
Öl ins Feuer? Digital vs. Analog

Nachdem ich im Jahr 2009 sowohl als Musiker wie auch als Tech ein paar eher traumatische Erlebnisse mit dem Yamaha 01v96 hatte und auch anderweitig mitbekam, war das Thema Digitalpulte für mich eigentlich fürs erste abgehakt: "Bucht mich, wenn Ihr einen Analogtisch da stehen habt," sagte ich meinen Auftraggebern in der Folgezeit immer. Da kenne ich mich aus, weiss, was ich hab, und selbst, wenn ich ein Pult nicht kenne, finde ich mich mehr oder weniger sofort darauf zurecht. Eine sichere Sache also.

Anfang Mai war ich für den Gig einer Cover- und Showband gebucht, für eine hessische Variante des Münchner Oktoberfestes. Bei der Band bin ich fester Ersatzmann des Stamm-Tontechnikers, der sich immer um die Organisation bzw. Abstimmung von Technik und Technical Rider kümmert und mich nach Bedarf bucht. Jedenfalls war eine lange Anreise (von München bis hinter Frankfurt, quasi in die alte Heimat von Eurem M4M), sechs Stunden Fahrzeit mit dem Bus, der für die Band gechartert wurde, Abfahrt gegen 3:30 Uhr früh, Aufbau und Soundcheck für uns von 10:00 bis 12:00 Uhr, dann Auftritt einer anderen Band, dann "meine" Truppe. Analogtisch war vereinbart, alles klar, kein Problem, auch nicht bei einem engen Zeitplan. Auf der Fahrt klingelt mich plötzlich gegen halb 8 das Handy aus dem Schlaf: Mein Auftraggeber verkündet mir, dass jetzt doch ein Digitalpult da steht, das Yamaha M7CL. Na großartig, und was jetzt?, will ich von ihm wissen. Es wäre ein Systech da, der das Pult für mich einrichtet und den ich alles fragen kann, alles kein Problem (wo nimmt der Mann morgens um halb 8 nur diesen Optimismus her? Ob das ein Problem wird oder nicht, sehen wir dann vor Ort!). Ausserdem sollen wir damit nur den Saalmix machen, es gebe ein eigenes Monitorpult.

Wir kommen also einigermassen verschlafen am Orte des Geschehens an - so ein Bus ist nicht direkt ein rollendes Himmelbett. Zelt, Bühne, PA - alles da. Okay, zuerst die gute oder die schlechte Nachricht? Die gute ist die, dass der Systech vor Ort ausgeschlafen, nett und fähig ist. Die schlechte? Kein Monitorpult weit und breit zu sehen, was nur bedeuten kann, dass ich mich nebenbei mit sechs oder sieben Monitormixes befassen darf. Der Hammer allerdings: Die zwei Stunden Zeit für Aufbau und Soundcheck gelten für beide Bands zusammen - was die genausowenig wussten wie wir. Zwei Bands, ein Haufen Techniker, alle mit einigermassen betretenen Gesichtern - und kein Organisator vor Ort, den man mal fragen kann, wie das eigentlich nach Zeitplan gehen soll. Nun denn, wir fangen einfach mal mit dem Aufbau der Backline an. Die andere Band ist zum Glück ebenfalls sehr nett, es gibt keine Streitigkeiten oder Rivalitäten. Unser Zeug wird hinten aufgebaut, deren Sachen vorne, passt schon bei der großen Bühne (bestimmt 12 mal 8 Meter). Ach ja, und ein Hoch auf rollbare Drumriser!

Die anderen fangen also an, nur eine halbe Stunde verspätet, ziehen ihr Programm knapp 2 Stunden recht lässig durch, so dass wir mit lediglich 20 Minuten Verspätung anfangen können. Es gibt zum Schluss der Veranstaltung ein hartes Ende, daher ist es ganz gut, dass sie einen Teil der Verzögerung aufgefangen haben. Nach dem Aufbau hat es nur für einen Linecheck gereicht, daher jetzt ein schneller Soundcheck mit Feinabstimmung bei den ersten paar Songs. Liebend gern würde ich ja behaupten, dass ich den Sondcheck nach kürzester Einweisung selbst durchgezogen habe. Hab ich aber nicht. Hier geht es um Geschwindigkeit, und daher macht das der Systech, der sich auf dem Pult bestens auskennt und ausserdem ein fähiger Tontechniker ist, zusätzlich richtet er noch ein paar Effekte ein, routet die Subgruppen nach meinen Wünschen und macht auch noch einen Teil der Feinabstimmung während des ersten Songs.

Dann erst übernehme ich. Vielleicht schlecht für mein Ego, aber echt besser für den Ablauf der Show. Der Systech gleich nebendran, ich kann ihn alles fragen. Aber eigentlich ist es easy - Kanal auswählen, dann habe ich eine Batterie von Knöpfen für den EQ (vier Bänder, vollparametrisch, yay!), Ansteuerung der Effekte und Monitorwege, und für Gate und Kompressor zumindest die Threshold-Regler, welche ja bei laufender Show die wichtigsten Regler sind. Will ich in die Parameter der Dynamics, drücke ich auf den jeweiligen Threshold-Knopf und bekomme ein Menü, in dem ich alle Parameter im Direktzugriff habe. Sehr geil! Dann zurück, und ich bin wieder in der Übersicht, kann die EQ-Settings auf den Song abstimmen, oder, oder, oder. Wenn man auf den richtigen Knopf drückt, kann man sich sein virtuelles Siderack ansehen - 31-Band-EQs in allen Ausspielwegen, diverse Reverbs, ein Delay, und ein Modul, das ich mir für Special Effects reserviere und nach Lust und Laune verändern kann. Nach zehn Minuten ist alles so intuitiv, dass ich hinterher ganz schnell wieder vergessen habe, wie es eigentlich geht - so wie auf einem neuen, mir unbekannten Analogtisch: ich seh es mir an, finde, was ich brauche, benutze es und könnte hinterher nicht mehr sagen, ob z.B. die Taster für die Mutegruppen unterhalb der Subgruppenschalter lagen oder daneben. Es war halt da, ich habs benutzt, als ich es brauchte, und fertig.

Jetzt fangen wir mal ein paar Rechenspielchen an. Ich habe an dem Pult 28 Kanäle anliegen. In JEDEM davon habe ich einen Kompressor am Start, dazu ein knappes Dutzend Gates bei den Drums und den Gitarren, am Bass und den Keyboards (die alle ein klein wenig rauschen und so wenigstens bei den Ansagen unhörbar sind). Dazu vier HE an Effekten und fünf Stereo-EQs à 3 HE. Macht summa summarum knapp 40 HE, die es in den Sideracks gebraucht hätte, einigermassen gut bedienbare Geräte vorausgesetzt. Wenn man sich mit Pinzettenbedienung abfindet, käme man vielleicht auch unter 30 HE, aber dann braucht es immer noch ein paar HE für Rackleuchten, etc. Irgendwie lande ich immer bei rund 40 HE. Macht drei riesige Racks, die man hätte schleppen und verkabeln müssen. Stattdessen stehen hier nur 4 HE für einen Doppel-CD-Player mit Bedienfeld rum ... Okay, es wäre ganz cool gewesen, mal einen Hall von Lexicon oder TC nutzen zu können, statt der eingebauten, immer leicht synthetisch klingenden Yamaha-Effekte. Aber zur Not bringe ich halt das nächste Mal meine liebsten Effekte in einem 2 HE-Rack mit ...

Jedenfalls fange ich an, mir Gedanken über ersparte Schlepperei und die doch nicht so üble Bedienbarkeit von Digitalpulten zu machen.


Ein paar Wochen später: Selber Auftraggeber, respektive Vermittler, anderer Job, andere Konsole. Es geht um Soundcheck und Beschallung der Probe einer Kirchenmusikgruppe. Da dies die erste von zwei Proben ist, ist der Soundcheck noch nicht gemacht. Auf- und Abbau entfällt, alles steht schon da und bleibt auch bis zur endgültigen Produktion - einem Gottestdienst mit Anwesenheit eines Bischofs - stehen. Für zweite Probe und Messe ist bereits ein Tech verpflichtet, ich mache quasi nur den Anfang, aber im allgemeinen mag ich diese Springerjobs. Ein Systech ist dabei, daher sage ich zu. Das Pult ist ein Digidesign Venue SC48, ein ziemliches Schlachtschiff im Gegenwert eines besseren Kleinwagens. Alsdann, lobet und preiset, ich sorge für den himmlischen Sound. Nicht ganz einfach in einer Kirche, aber es wurden für die Beschallung - alles Teil der Produktion - ein paar herunterfahrbare Akustikvorhänge installiert, mit der man den Hall in der Kirche von rund 7 Sekunden auf weniger als die Hälfte gebracht hat. Damit lässt sich doch beinahe arbeiten.

Zu dem Job kann man nur sagen: So muss das sein! Die Beschreibung und das, was ich vor Ort an Tatsachen antreffe, stimmen zu 100% überein. Dazu ein fähiger, netter Systech, das Pult ist eingerichtet, alle benötigten Mikros von Shure, AKG und Sennheiser sind verkabelt und ein paar weitere liegen bei Bedarf nebendran bereit. Eine Stunde Einarbeitungszeit, dann soll die Band kommen. Vorher erfahre ich noch, dass die Band noch nie mit Technik aufgetreten ist - okay, ziehen wir als erstes einen kleinen Bandworkshop durch unter dem Motto "Wie behandle und benutze ich ein Mikro, so dass es auch tut, was es soll?". Die fünf Damen sind es zufrieden, dann kann die Probe losgehen. Während sie spielen, pegele ich die Instrumente ein, EQue sie, bearbeite sie eins nacheinander mit herzhaften Einstellungen am Kompressor, da es immer noch ziemliche Pegelsprünge auszugleichen gibt.

Ach ja, die Besetzung: Querflöte (zum Auftritt werden es zwei sein, das zweite Mikro, jede der Flöten hat ein Sennheiser MD 521, wird einfach immer genauso eingestellt wie das erste), dazu viermal Gesang (das good ole SM 58, einer halligen Kirche vielleicht gar nicht so verkehrt), zwei Westerngitarren über AKG 491 Kondensator-Kleinmembraner, und eine der Ladies wechselt neben ihrem Gesang immer zwischen Klavier und Klassikgitarre, welche einfach nur mit einem SM 57 aus einiger Entfernung abgenommen wird - nicht überragend, aber nach ein paar schmalbandigen Absenkungen im Mittenbereich durchaus akzeptabel.

Dann werden bei ein oder zwei Songs zwei afrikanische Trommeln gespielt, recht große Teile, die viel zu laut sind und selbst unverstärkt einfach nur alles übertönen ... Erste Versuche, einfach einen Pulli o.ä. in das Instrument zu stecken, werden als unschön klingend abgelehnt. Logisch: Schallöffnung auf - zu laut. Schallöffnung ganz zu - zu dünn. Irgendwo dazwischen liegt das erzielbare Optimum. Also klebe ich mit Gaffa bei der größeren der beiden Trommeln den unteren Schallauslass zu rund zwei Dritteln zu, das klingt echt gut und ist auch nicht mehr zu laut. Bei der kleineren der beiden Trommeln ist es nur die Hälfte der Öffnung, die abgeklebt wird. Jetzt kann es wirklich losgehen. Auf ans Pult!

Nett beim Digidesign: Es gibt für jede Funktionsgruppe (EQ, Kompressor, Gate) eine Reihe abgespeicherter Vorlagen: Voc mal, Voc female, E-Guit, Acc-Guit, Bass, Piano, BD, SN, Toms sind nur einige davon. Bei den EQs ignoriere ich die Presets, weil die Damen eh alle anders klingen, also werden sie auch unterschiedlich EQt. Beim Kompressor probiere ich mal die Templates für Vocals Female und Acc.-Guitar aus. Sind beides sehr dezente Einstellungen, die ich nur noch in bezug auf den Threshold anpassen muss, und gut. Dann noch ein wenig Finetuning beim Attack der Akustikgitarren, und dann tönt das ganze sehr kontrolliert und ebenmäßig über die Anlage, ein kleines Line Array von d&b. Mit den Gates spiele ich noch ein wenig herum, um das Übersprechen in nicht genutzte Mikros zu verringern, aber das ist mir dann doch zu heiss, denn die Damen sind keine abgebrühten Routiniers, die ihre Dynamik jederzeit voll unter Kontrolle haben. Die Gefahr des "Verschluckens" von eigentlich gewünschten Passagen war hier zu groß, also liess ich es sein.

Das Digidesign ist für den Einsatzzweck hier natürlich komplett over the top - das Damenkränzchen braucht gerade mal zehn Kanäle, dann noch zwei oder drei für die Sprecher beim Gottesdienst. Gut, von den Dynamics habe ich mal wieder ausgiebig Gebrauch gemacht, aber die eingebauten Effekte haben wir bis auf einen 31-bändigen Stereo-EQ nicht angerührt.


Sagen wir's mal so - das Yamaha hat meiner Abneigung gegen Digitalpulte schon einen ernsthaften Dämpfer versetzt, denn es klingt okay und kommt auf knappem Raum mit nützlichen Features daher, für die man in der analogen Welt drei gigantische Sideracks mit sich rumschleppen muss. Vom Kaufen, einbauen und jedesmal verkabeln ganz zu schweigen. Kritikpunkte am Yamaha (aus meiner vollkommen subjektiven und sehr kurz ausgefallenen Sicht) sind höchstens noch die typischen Yamaha-Effekte mit ihrer doch leichten Künstlichkeit.

Den Rest gegeben hat mir allerdings das Digidesign - ein Hammerpult! Es klingt total offen und durchsichtig wie ein richtig gutes Analogpult der viele-viele-tausend-Euro-Klasse, verfügt über feinste Dynamikprozessoren, die eingebauten Effekte sind, wenn ich mich recht erinnere, von Lexicon und damit über jeden Zweifel erhaben. Die Presets (oder Vorlagen oder Templates) sind eine äußerst nette Dreingabe, da man sofort eine brauchbare Arbeitsgrundlage für eine Vielzahl von Anwendungsfällen bekommt bzw. zum Üben mal seine eigenen Kreationen und Einstellungen mit denen der Digidesign-Entwickler vergleichen kann.

Beide Pulte verfügen über 16 AUX-Wege, so dass fast jede beliebige Menge von Monitorwegen und Effekten realisiert werden kann, selbst in stereo für InEar-Monitoring, dazu die passende Anzahl an EQs. Was will man mehr? Nachgesehen habe ich nicht, aber sicher hat man bei beiden Pulten die Möglichkeit, seine Lieblinkseffekte über AUX-Wege einzuschleifen.

Insbesondere wenn man wie ich gerne mit viel Dynamics in den Eingangskanälen arbeitet, liegen die Vorteile der Digitalen auf der Hand - ich muss mich nicht beschränken, weil ich z.B. nur vier Kompressorkanäle habe, sondern kann jedem Kanal einen Kompressor / Limiter und bei Bedarf zusätzlich noch einen Expander / Gate zuweisen. Oder Kompressor und Deesser. Oder, oder, oder. Herz, was willst Du mehr? Und die digitalen Selbstverständlichkeiten wie freie Kanalzuweisung und Kopplung von Nachbarkanälen bzw. Save and Recall, also das Abspeichern von kompletten Settings habe ich hierbei noch nichtmal erwähnt!


Da ich jetzt also Digitalpulte mit ordentlicher Benutzerführung kennengelernt habe, weiss ich, dass das Yamaha 01v nix anderes als ein Ausrutscher ist - entickelt von Ingenieuren für Ingenieure, also nix für kreativ oder intuitiv denkende Menschen. Man kann es benutzen oder ignorieren, und ich jedenfalls werde es so gut wie möglich ignorieren. Andere Digipulte dagegen sind m.E. echt eine Überlegung wert.


Vielleicht ist das für den einen oder anderen ein Denkanstoss oder eine Inspiration.

Viele Grüße
Jo
das.ohr
Inventar
#2 erstellt: 24. Jul 2010, 15:02
HalloJo,

mein reden! Ich arbeite seit einiger Zeit mit dem Soundcraft Si1!

Frank
maggusxy
Inventar
#3 erstellt: 24. Jul 2010, 20:18
Erstmal: Sehr schöner Bericht.

Aber: was hat dich am 01v96 denn so dramatisiert? Bis auf die Gains, die man nicht abspeichern kann, finde ich das Pult eigentlich sehr in Ordnung.

Ich komme mit dem 01v96 eigentlich bestens zurecht.
Keine Ausfälle oder peinlichkeiten etc bis jetzt.


Was mich am 01v nervt, genauso wie beim ls9 ist halt das ewige Geklicke an den Pfeiltasten und das Gedrehe.
Da fährt man mit einer M7 wirklich besser.
XTJ7
Stammgast
#4 erstellt: 24. Jul 2010, 20:29
Mal wieder ein sehr interessanter Bericht

Was bei der billigen Kopie des 01V96 (dem Behringer DDX-3216) noch zu verschmerzen ist, geht spätestens bei dem Pult nicht mehr. Die Bedienung ist einfach zu konfus um damit in einer Live Situation anständig mischen zu können.
Edit: Um nochmal auf das was du sagst, einzugehen, maggusxy: Ich persönlich finde es Live einfach zu umständlich, dass man sich ständig durch Menüs hangeln muss bzw. umschalten muss. Das fängt schon bei den EQs und Aux Outs an. Das ist halt eine umständlichere Art zu mischen, als bei analogen Pulten bzw. digitalen Pulten, bei denen man mit einem Select so ziemlich alle wichtigen Kanaleinstellungen direkt über Taster und Drehpotis erreichen kann (von den Gains mal ganz zu schweigen, denn wenn man zwischen zwei Bands wechselt, muss man trotzdem oft mehrere Instrumente bzw. Mikrofone neu einpegeln. Das schmälert den Vorteil von Presets wieder ein wenig). Ich vermute mal, dass gerade das auch mix4munich aufstößt.

In dem Preisbereich schätze ich (ohne selbst damit gemischt zu haben) das Presonus StudioLive 16.4.2 bzw. den großen Bruder davon, als erheblich brauchbarer ein (ist zwar eher ein Studiopult, geht aber scheinbar auch Live ganz gut).

Einen ganz guten Eindruck hinterließ bei mir auch das (selbstverständlich teurere) Tascam DM-4800. Ich bin zwar lediglich ein interessierter Laie, aber verfolge die digitale Schiene schon seit einiger Zeit.
Grundsätzlich scheint es bereits soweit zu sein, dass Digitalpulte mittlerweile auch im verhältnismäßig günstigen Bereich ab 5000 Euro tauglich für den Livebereich sind.

Erwähnenswert ist da sicherlich auch das iLive von Allen & Heath. Da kriegt man für 15k bereits ein komplettes Pult plus voll digitaler Stagebox. Immenser Komfortgewinn, wenn man sich das Multicore sparen kann.


[Beitrag von XTJ7 am 24. Jul 2010, 20:36 bearbeitet]
maggusxy
Inventar
#5 erstellt: 24. Jul 2010, 21:05
Das einpegeln ist bei digital (auch beim 01v) jetzt aber auch nicht mehr so kritisch wie es bei analog war.

Du musst ja nur einmal den input einpegeln, damit der AD ordentlich ausgesteuert ist.

Dann hast du ja nochmal einen internen gain, der aber gespeichert wird, womit du dann eq's z.B. ausgleichen kannst.

Dazu brauchts dann eben nur nochmal en kurzen Line-Check zur nächsten Band. Aber das sollte man imho eh machen, um zu prüfen ob alle mics funzen.

Aber vom prinzip her geb ich dir schon recht, dass man alle wichtigen Sachen direkt per taster / potis erreichen sollte.

Für mich gehts jetzt aber noch beim 01v
_Floh_
Inventar
#6 erstellt: 24. Jul 2010, 22:16
Ich persönlich mag Digitalpulte ja nicht wirklich.

Das erste mal stand unverhofft ein 01V da, weil die analoge Mühle ausgefallen ist...auf Anhieb ist das Ding nicht zu bedienen.
Ähnlich lief der erster Kontakt mit einem LS9 ab. Nur da war es mangelnde Abtimmung, bzw. konnten "Sonderwünsche" nicht berücksichtigt werden.
Gut, die Digitalpulte sind halt, im Gegensatz zu einem analogen Pult mit Siderack, auch nicht deutlich teurer zum Zuleihen.
Bzw. sogar billiger. Gerade wenn, wie angesprochen wurde, die Sideracks etwas größer ausfallen. Kommt auch auf den Verleiher an.
Eine halbwegs ordentliche, analoge Mische geht hier für ca. 100€ via DryHire raus, ein LS9 für etwa das doppelte (beides 32 Kanäle).
Für 100€ gibt´s nicht viel im siderack...so 4 bis 6 166XL, 1 Effektgerät und 2 bis 3 Stereo 32 Bänder, das war´s dann in etwa.
Ein 01V gibt´s sogar für um die 60€. Irgendwas analoges, mit einem halbwegs ordentlichen Siderack gibt´s für den Kurs bei weitem nicht.

Die Vorteile liegen also auf der Hand. Beinahe unbegrentzte Möglichkeiten bei einem relativ geringem Preis.

Ich bin generell recht unempfindliche für klingende Geräte, ob der PreAmp nun "warm" klingt oder nicht, ist mir ehrlich gesagt herzlich egal.
Gut, wenn irgendwas wirklich zum fürchten klingt, dann ist das was anderes, aber das tut selbst ein billiges Behringer DDX 3216 nicht.
Das letzte Quäntchen hört aus dem Publikum eh fast keiner heraus, und wenn doch, dann ist ein Tech am Werk, der es nicht nutzen kann.
Ich finde es brauch erstmal eine wirklich gute Band, einen wirklich fähigen Tech und auch sonst anständiges Material (LS) bevor ein HighEndiges Pult diskutabel wird.
Und das ist in den seltensten Fällen alles gegeben. Aber gut, das ist nur meine Meinung. Ich gelte da als recht Bodenständig.

Was ich dagegen für indiskutabel halte ist die Bedienung. Mit 01V und LS9 bin ich halb Amok gelaufen, ohne Einweisung und Übung geht´s da einfach nicht.
Mit Übung kann man damit sehr nette Sachen anstellen. Was manche "Kollegen" damit angestellt haben, war schon sehr beeindruckend.
Bzw. auch nicht schlechter als das, was sie mit einem analogen Pult fertig gebracht hätten, bzw. haben.
Ich weiß nun nicht, wie das mit anderen Pulten aussieht, aber 01V und LS9 sind, als sehr weit verbreitete Vertreter, alles andere als intuitiv zu bedienen.

Und da haben wir den großen Haken, den analoge Pulte nicht haben, bzw. nicht in dem Maß.
zucker
Moderator
#7 erstellt: 25. Jul 2010, 20:09
Hallo Jo

und wenn Du Dir jetzt das AH I live mal ansiehst, dann hast Du Deine fast analoge Oberfläche wieder.

Was es allerdings von der Handhabung des o1v96 zu maulen gibt, versteh ich nicht so recht. Es ist ein kleines feines Pult für diverse HP Sachen, Konferenzen usw. Eine Band im kleinen Rahmen geht auch.
XTJ7
Stammgast
#8 erstellt: 25. Jul 2010, 21:02
Genau, für den Bereich ist es ja auch völlig in Ordnung.
Aber gerade wenn man 2 oder 3 Bands abmischt bzw. 4 oder mehr separate Monitorwege ansteuert (was nun wirklich alles andere als selten ist), wird es mit dem 01V96 schnell umständlich. Darum geht es ja nur Für kleine Einsätze kann man das Pult durchaus gebrauchen. Dafür ist es ja aber auch nur gedacht. Größere Livebeschallungen gestalten sich mit 12 Mikrofonkanälen auch schnell schwierig.

Jemand der aber (wie ich und einige andere) vorher nur analog gemischt hat und dann über 01V96 oder (noch schlimmer) DDX-3216 zu digitalen Mischpulten kommt, kriegt bei sowas schnell einen Krampf
Denn das Pult ist leider, wenn man ohne Einweisung bzw. ohne längere Einarbeitungszeit, damit mischen muss, zu wenig intuitiv in der Handhabung.

Übrigens ist das DDX-3216, das schon ziemlich nah an das 01V96 heran kommt, im Gebrauchtmarkt ein echter Geheimtipp (auch wenn es stellenweise noch weniger intuitiv ist und man - bei regelmäßigem Gebrauch - bereits nach 1-2 Jahren an der Qualität merkt, wo der Preis herkommt).
Jobsti
Inventar
#9 erstellt: 26. Jul 2010, 09:46
Redeste von Lohr? ;-) @ Jo

ich habe selbst auch nen kleines 01V96 und bin extrem glücklich damit.
Vor allem auf recht kleinen, engen Gigs (Band in ner Bar, nen Chor usw.) ist so ein Digitalpult wirklich extrem praktisch.
Aber auch auf Großen, um so größer um so mehr Siderack spart man sich.
ich stehe an nem nur 19" breiten Pult mit tollen Motorfadern und habe 16 Eingangskanäle (32 mit 2 1HE ADA8000s unterm Pult), haufenweise Busse und Auxwege, geil.

Kein Siderack, keine großartige Verkabelung, extrem wenig Platzbedarf und wirklich fast alles dabei was man benötigt (Bis auf den De-Esser, aber den kann man ja selbst bauen/routen).

Klar, hier bedarf es etwas Einarbeitungszeit, aber sobald es einmal "klick" gemacht hat, will man eigentlich an nix anderes mehr dran.
Praktisch finde ich auch die Speicherfunktionen, hat man die gleiche band in der gleichen Location, Preset laden und das war's. Soundcheck?= Klick -> fertig

Kann man ein LS9 bedienen kann man auch relativ flott das 01V(96) und andere bedienen, das is ganz gut.
Wenn man so nen Pult nicht sein Eigenen nennt, einfach mal 1 2 3 tage miete und mit rumspielen.
irgendwann machts "klick".
ist doch so ähnlich wie nen gescheites Musikprogramm, kannste protools, kannste Digimixer (Doof ausgedrückt).

Ich hätte aber super gerne mal das kleine A&H Ilive zum spielen hier.

@XTJ7
So umständlich finde ich das gar nicht.
Select über'm Kanal drücken und am Hi, Mid oder Low EQ drehen.
Gut, Aux ist "geht so", kommt man aber auch mit zurecht, aber für größere Abnahmen wären mehr Fader ganz nett,
aber dafür ist's kompakt und Preis/Leistung stimmt.

Man muss sich halt dran gewöhnen, dass wenn man irgendwo was drehen will plötzlich "im" Mixer ganz woanders ist, bzw. ne andere Oberfläche hat, in dieser zeit nix anderes machen kann.
Das wäre aber auch nix anderes, als wenn man sich nach Links zum Siderack dreht und dort fummelt.

Mir ist aber aufgefallen, dass mich Subgruppen erstellen nervt, somit mach ich eher "normale" Gruppen, geht auch, nur net ganz so schick Live.


@All
Das HiFi Forum hängt hinterher, hier geht's jetzt um Digitalpulte, welche ja schon wieder alter Schinken von gestern sind.
Im PA Forum geht's schon um die neue MixerSoftware, ran an den PC und USB/MIDI Fernsteuerung dran
(Finde ich sau geil, da man Live alle VST Plugins rein laden kann!)


[Beitrag von Jobsti am 26. Jul 2010, 10:27 bearbeitet]
maggusxy
Inventar
#10 erstellt: 26. Jul 2010, 10:29

Jobsti schrieb:
@All
Das HiFi Forum hängt hinterher, hier geht's jetzt um Digitalpulte, welche ja schon wieder alter Schinken von gestern sind.
Im PA Forum geht's schon um die neue MixerSoftware, ran an den PC und USB/MIDI Fernsteuerung dran
(Finde ich sau geil, da man Live alle VST Plugins rein laden kann!)


Das Hifi-Forum hängt nicht hinterher

Die Sac-Software habe ich schon selber ausprobiert und vor ein paar Wochen auch mal im Stammtischthread angesprochen.


Blöd nur, wenn Windoof aber trotzdem mal abstürtzt.

Außerdem fehlen dort imho standardmäßig zu viele Effekte, die man nachkaufen muss, was auch nicht grad günstig ist.

Allen in Allem kommt man mit Sac (wenn man es sich komplett neu zusammenstellt) preislich schlechter davon, wie wenn man sich ne 01v96 + ada 8000 gebraucht im ebay kauft....

Von daher ...

Was aber ganz nett ist, dass man alles aufm schirm hat und per hotkeys extrem schnell sich durchnavigieren kann. Da hat's 01v natürlich einen extremen Nachteil
thwandi
Inventar
#11 erstellt: 26. Jul 2010, 15:04
Ich bin zwar erst 17, hab aber auch schon auf mehreren Analogen Pulten gemischt. Mir gehts da genauso wie dir, bei analogen findet man sich idr. IMMER nach 10 minuten Zurecht, bei Digitalen sollte man sich doch schon ein paar Stunden Zeit nehmen, so meine Erste Efahrung neulich mit dem 01V96.
Die Vielfalt und der Faktor Platz beim digitalpult sind halt schon verlockend, wenn man damit gut zurecht kommt.

Lg
rossparr
Hat sich gelöscht
#12 erstellt: 26. Jul 2010, 15:31
Hat jemand von euch schonmal was mit nem Presonus studiolive 24.4.2 angestellt?

Sieht vom Bedienkonzept und vom Preis ja recht interessant aus.
kst_pa&licht
Inventar
#13 erstellt: 26. Jul 2010, 16:35
Also Digipult oder Analog, das ist eine "epische" Frage.

Beide haben ihre Berechtigung.

Wir arbeiten mit dem LS9 und vor allem für die "Standart-Jobs" im Bierzelt mit diversen Bands, hat sich sowas bei uns bewährt.

Analog (ML-3500) ist bei uns als Mischtisch ne schöne Analoge Alternative.

Beim 01V kann ich mich nicht beklagen, als qualitativ vernünftiger Einstieg ins Digitale Mischen finde ich ein ideales Pult, auch als Moni Mischer.

Nebenbei im Dry Hire und für Low Budget Band Sachen läuft auch noch ein Behringer DDX-3216 in kompletter 32 Kanal Ausführung mit.
Für den Preis ein gutes DiGi-Pult.
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