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Wo High-End drauf steht muss High-End drin sein

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Hyperlink
Inventar
#1 erstellt: 22. Jul 2007, 00:34
Link zum Irreführungsverbot

Beachtet man wirklich das in §§ 3, 5 UWG enthaltene Irreführungsverbot, so fragt man sich schon, durch welche Merkmale sich High(Open)(noch Openener)End wirklich absetzten kann und ob man diese Merkmale vor Gericht überhaupt erwähnen sollte.

  • Mit den manchmal hochwertigen verwendeten Materialen und der Fertigung gelänge das sicher leicht.
  • Mit den Geräten die sich nur so nennen und die sich auf klangliche Vorteile berufen, stelle ich mir das schwierig vor.

    Nicht etwa, dass jemand die Esoteriker vermissen würde, aber es wäre sicher schon mal interresant einige Szenarien durchzuspielen.

    Was wäre wenn, jemand xxx wegen Wirkungslosigkeit verklagen würde.

    (für xxx bitte ein x-beliebiges HighEnt-Produkt einsetzen)

    Oder liege ich da falsch.

    Wie saft- und kraftlos gibt sich denn das zum Substantiv (Hauptwort) degenerierte, früher eher als Adjektiv (Wiewort) anerkannte "highendig", wenn man es wirklich mal Inhalt abklopft. Auch eine HighEnd-Messe hinterläßt da klanglich sicher einiges an Defiziten, würde man es an einem erreichten anerkannten Durchschnitt messen können.

    Auch wäre es sicherlich auch mal interessant die Offenheit des OpenEnd genauer zu untersuchen. Ich vermute mal, so offen wie sich OpenEnd gibt ist das Ende gar nicht, jedenfalls nicht wenn es sich über seine Reservaten und Cliquen hinaus mit dem Rest der Allgemeinheit vergleichen lassen müsste.

    Auch hier eine Irreführung über den Sprachgebrauch?

    Gruss


  • [Beitrag von Hyperlink am 22. Jul 2007, 23:27 bearbeitet]
    umher
    Inventar
    #2 erstellt: 22. Jul 2007, 09:22

    Hyperlink schrieb:


    Auch hier eine Irreführung über den Sprachgebrauch?



    Was noch vor 20 Jahren mit dem Begriff "High-End" dem User in den meisten Fällen mehr oder weniger geboten wurde, was erwarten wurde, so hat sich dies heute grundlegend geändert.
    Der Marketingstrategie ist bewusst, dass dies ein dehnbarer Begriff sein kann, vor allem, wenn keine Relationen dazu geboten werden. So ist es nicht verwunderlich, dass oft was anderes drin ist, als man eben erwartet.

    Die Wirtschaft hat den Trick der "Neudefinition" eines Begriffes mit Erfolg wahrgenommen und kann auf neuen Umsatzzahlen bauen.
    Dabei ist sie aber nicht zu mutlos, um zu behaupten, dies (natürlich nur in ihrem Sinne der Neuformulierung) sei "dem Markt dementsprechend" angepasst.

    So sieht ein Endverbraucher im Wort "High-End" oder "Voodoo" oder "Tuning" eine Klangoptimierung, die Branche hingegen darin ein Umsatzpotenzial.
    Also schon DA sind die Auffassungen, was ein Wort bedeutet, nochmals grundsätzlich verschieden.

    Darin sehe ich übrigens den Grund für die manchmal extreme Arroganz, die bei Marktschreiern dahintersteckt. Etwa in dem Sinn wie :
    Hallo Dummerchen, kauf doch bei mir noch etwas Ueberteuerten Schrott, Du darfst, bin schliesslich dein "Vertauenshändler".
    Und wenn dankend abgelehnt wird, spielen sie die beleidigte Leberwurst, und outen Dich als Klangbanause !

    Jaja, das Leben ist hart..

    Gruss umher


    [Beitrag von umher am 22. Jul 2007, 09:31 bearbeitet]
    richi44
    Hat sich gelöscht
    #3 erstellt: 23. Jul 2007, 16:52
    Die Grundfrage ist doch: Wie definiert sich Highend?

    Was ist an einem Bugatti so gut, dass er eine Million Euro kosten darf? Wenn Stau ist, kommt auch diese Kutsche nicht weiter.
    Und was hilft es, wenn das Ding 400 km/h fertig kriegt, aber wenn es keine Strasse gibt und vor allem keine Polizei, die das zulässt?

    Was also macht den Unterschied? Es ist das Wissen darum, dass es ein exklusives Stück ist. Und nicht jeder hat und bekommt es.
    Es sind die Mess- und Fahrwerte, die über jeder Vernunft liegen.

    Und genau so ist es doch mit Highend. Irgendwann lassen sich die Messwerte nicht mehr verbessern, ohne dass es endgültig sinnlos wird. Weil irgendwann ist das Ende des Ohrs erreicht (was schon längst der Fall ist). Das Ohr ist halt ziemlich Lowend.

    Abstrus wird die Sache dann, wenn zu den teuren Gerätschaften noch Käbelchen und Wässerchen und Füsschen und Kabelstützen und sonstiger Krimskrams verkauft wird. Und ganz dicke kommts, wenn man die teuren Gerätschaften für noch teureres Geld tunen, also aufmotzen lässt. Da muss man sich fragen, warum das beim fertigen Gerät bei den Preisen nicht schon ab Werk geschehen ist??

    Das wäre etwa so, wie wenn man dem Bugatti einen anderen Benzineinfüllstutzen verpassen würde, damit er nicht 4o5 km/h fährt, sondern 504.
    umher
    Inventar
    #4 erstellt: 24. Jul 2007, 09:19
    Ach so, wenn ich Dich nun richtig verstehe, ist es also nur eine Frage des persönlichen Geschmacks, ob ich meinen Geschwindigkeitsrausch beim Autofahren oder beim Fallschirmspringen auskoste ?


    richi44 schrieb:
    Die Grundfrage ist doch: Wie definiert sich Highend?


    Gruss umher
    richi44
    Hat sich gelöscht
    #5 erstellt: 24. Jul 2007, 12:16
    Wenn es um den Geschwindigkeitsrausch geht, so spring ohne Schirm. Sooo schnell wirst Du nie mehr unten ankommen

    Es geht bei einem Gerät um Optik, Haptik, Technik und Leistung. Und ausserdem noch um das Prestige.
    Wenn die Optik stimmt und jemand Wert auf die Optik legt, so ist er mit dem einen oder anderen Gerät gut bedient, ob Highend oder nicht.
    Wenn er auf die Haptik Wert legt, ist es halt möglicherweise ein anderes. Und genau so beim Prestige. Da kann es ein Drittes sein. Ob die Technik dem machbaren entspricht, kann bestenfalls der Fachmann abklären. Da wirds für den Konsumenten schon schwierig, weil da zu viele Schlagworte umherschwirren. Und ob die Leistung passt, also eigentlich das Preis-Leistungsverhältnis, das muss jeder für sich abklären. Je nach gesetzten Prioritäten sind die Ergebnisse bei den einzelnen Geräten unterschiedlich.

    Mir persönlich reicht ein gutes Auto aus, auch wenn bei 200km/h Schluss ist, weil hier in der Schweiz ein Tempolimit von 120 gilt.
    Es darf dabei nicht billig gebaut sein und nicht billig aussehen. Optik und Haptik sind also da schon auch wichtig. Ein Prestigeobjekt brauche ich nicht und wie gesagt keine Technik, die ich nicht ausnützen kann.
    Ob ich also mit meinem Wagen ein gutes Preis-Leistungsverhältnis erreicht habe, muss ich für mich entscheiden. Wer andere Prioritäten setzt, bekommt andere Ergebnisse.

    Kritisch wird es, wenn man sagen muss, da ist gar nichts besonderes dran und drin und trotzdem ist es schweineteuer. Da sehe ich es als (unter anderem) unsere Aufgabe, auf sowas hinzuweisen. Wer dann trotzdem will, dem ist nicht zu helfen.
    umher
    Inventar
    #6 erstellt: 24. Jul 2007, 20:34
    Sind die von Dir beschriebenen Parameter wie Optik, Haptik oder Technik nicht doch eher bei Hi-Fi entscheidend,
    und bereits in der Oberklasse schon eher die klanglichen Eigenschaften ausschlaggebend zum Kauf ?

    Noch weiter oben, in der Referenzklasse, wo doch die Messdaten in Relation stehen zu denjenigen unterhalb ihrer Klasse,
    sehe ich besonders damit die Wiedergabequalitäten als entscheidendes Kriterium, vor allem, weil die Werbung dort ja nicht von Haptik schwärmt, sondern vom ultimativen Klangerlebnis.

    Ob dann dort Technik dem Machbaren entspricht, erklärt aber nicht der Fachmann, sondern eben die Werbung, die dies immerhin verspricht.

    Ein anderer Gedanke wäre allerdings, ob sich High-End in die sich darunterliegenden Klassen verschieben lässt, weil die Ansprüche grösser werden.

    Da würd ich Dir besonders zustimmen.

    gruss umher
    richi44
    Hat sich gelöscht
    #7 erstellt: 25. Jul 2007, 08:43
    Auch wenn es die Goldohren nicht gerne hören:
    Das, was den Klang ausmacht, ist das, was am Lautsprecher ankommt,also ein elektrisches Signal. Da gibt es NICHTS, das aus dem Lautsprecher kommt und nicht elektrischer Natur ist.
    Und im Bereich der Elektronik und Elektrizität sind nun die Zusammenhänge klar bekannt.
    Das bedeutet, dass es da nichts gibt, das nicht messbar wäre. Und wenn die Technik stimmt, stimmen die Messwerte. Und wenn diese stimmen und identisch sind, ist eine Klangdifferenz zu einem anderen Gerät (Lautsprecher ausgenommen) nicht vorhanden. In Blindtests jedenfalls konnten bei gleichen Geräten (unterschiedlicher Hersteller z.B.) keine Unterschiede festgestellt werden.
    Von da her sind gerade die klanglichen Eigenschaften, die im Highendbereich so überragend sein sollen, keinen Deut anders als bei normalen Geräten mit gleichen technischen Daten. Und genau darum reiten die Hai-Enten auf diesen Klängen herum, weil man das behaupten, den Klang als solches aber nicht nachmessen kann. Dass sie in Vergleichstests normalerweise keine Nasenlänge vorne liegen, muss man in der Werbung nicht breit schlagen.


    Sind die von Dir beschriebenen Parameter wie Optik, Haptik oder Technik nicht doch eher bei Hi-Fi entscheidend,
    und bereits in der Oberklasse schon eher die klanglichen Eigenschaften ausschlaggebend zum Kauf ?


    Nachdem sehr viele R-TV-Geschäfte und Hifi-Studios unter dem Konkurrenzdruck von Saturn und Blödmarkt aufgegeben haben, ist doch die Möglichkeit, sich seriös zu informieren,recht dünn geworden.

    Und wenn ich mir vorstelle, wie viele Vertragshändler es gibt, die z.B. B&O oder Revox verkaufen und verpflichtet sind, einen bestimmten Umsatz und einen bestimmten prozentualen Anteil des Umsatzes mit dieser Marke zu tätigen, so ist da von Unabhängigkeit nichts mehr übrig.
    Und eine fachliche Beratung im Blödmarkt kann man ja vergessen.

    Also, wie soll in den allermeisten Fällen ein Interessent an die Informationen gelangen und einen neutralen und unmanipulierten Vergleich bekommen?

    Wenn ich mir allein den technischen und zeitlichen Aufwand vorstelle, wenn ich im Hifi-Studio (Verkaufsecke für teurere Geräte) die Lautsprecher, die an der Umschaltanlage angeschlossen sind, auf gleiche Lautstärke abgleichen will, so lohnt das nicht.
    Und da ich nicht alle anschliessen kann, kommt das da rein, was ich verkaufen will und dann noch zwei Dinger, an denen ich nichts verdiene. Wenn diese letzteren noch etwas leiser sind als die andern, ist schon klar, dass die nie verkauft werden.

    Und ob die Umschaltanlage überhaupt die Möglichkeit bietet, Verstärker umzuschalten zwecks Vergleich, steht wieder auf einem anderen Blatt.

    Was bleibt also? Die blumigen Worte des Verkäufers und die Gewissheit, etwas exklusives zu kaufen. Aber wenn man ehrlich mit sich ist, muss auch die Gewissheit bleiben, über den Tisch gezogen worden zu sein (schöne Formulierung! )
    TFJS
    Inventar
    #8 erstellt: 25. Jul 2007, 12:19
    Die Frage nach High-End beantworte ich für mich persönlich mit der Antwort: es ist das technisch machbare.
    Ob es denn klanglich Sinn macht, steht auf einem anderen Blatt.

    Damit steht für mich fest, dass ein Gerät mit "durchscnittlichen" Messwerten, aus "normalen" Materialeien, mit "üblichem" Aussehen etc. niemals "echtes" High-End sein kann.
    Danach müssten aber alle Verkäufer und die meisten Anbieter im Angesicht des UWG ihre Bezeichnungen stark überdenken.

    High-End heute heißt ja, den selben alten Schmodder optisch aufzupeppen (handgebürstete Alu-front!)und für den doppelten Preis zu verkaufen.
    Das ist ärgerlich, aber juristisch wohl nicht angreifbar.
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