Harman Kardon HK 6500

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hifi312
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 03. Apr 2016, 14:49
Hallo,

ich habe hier einen HK6500 der bis auf den Loudnessschalter gut funktioniert. Wenn ich den Loudnessschalter betätige wird der HK6500 sehr leise, keine Spur von Bassanhebung. In den Lautsprechern gibt es deutliche Fehlgeräusche, Ploppen und Kratzen....

Welche Kondensatoren sind für die Loudnessschaltung zuständig? Alle Kondensatoren sehen von außen o.k. aus. Die Lötstellen sehen rein optisch noch gut aus. Soll ich trotzdem mal Nachlöten? Bei den HK´s ist das ja sehr häufig notwendig.

Jörg
Bollze
Inventar
#2 erstellt: 03. Apr 2016, 17:48
Ich würde mal überprüfen, ob der Schalter selbst noch die Kontakte sauber schliesst. Kann man ja schnell mit der Widerstandsmessung des Multimeter feststellen.

Freundlicherweise wird hier ein Schaltplan angeboten :
http://elektrotanya.com/harmankardon_hk6500_sch.pdf/download.html

Die Loudnessschaltung und Schalter ist auf der Dokumentenseite 5 abgebildet.


Bollze
PrinzipFreude
Ist häufiger hier
#3 erstellt: 03. Apr 2016, 20:00
Löte mal die Hauptplatine nach und prüfe die beiden Widerstände R555 und R556.
Poetry2me
Inventar
#4 erstellt: 05. Apr 2016, 22:48
Wenn die Loudness Taste gedrückt ist, dann fließt das Signal durch eine extra Schaltung mit vier Transistoren pro Kanal für "Phase Correct Loudness".

Dort könnte der Fehler liegen.

Harman Kardon HK6500 schematic detail loudness circuit balance volume

- Johannes
hifi312
Ist häufiger hier
#5 erstellt: 10. Apr 2016, 08:46
Also, die Hauptplatine habe ich, soweit es Auffälligkeiten gab nachgelötet. Es waren einige Stellen durch Wärmeentwicklung beansprucht, sahen aber noch fest aus. Habe alle trotzdem Nachgelötet.
Der Fehler besteht leider noch immer. Dann werde ich wohl mal ein paar Kondensatoren in der Vorstufe wechsel.
Gleich alle?? Ich weiß nicht so recht.
Müssen es eigentlich unbedingt die Panasonic Elkos sein?
Die Alps-Schalter sind ja auch immer verdächtig, wechseln?? Kosten nicht die Welt..

Jörg
PrinzipFreude
Ist häufiger hier
#6 erstellt: 10. Apr 2016, 08:55
Sind die beiden genannten Widerstände ok?
Müssen 10 Ohm haben und befinden sich neben den beiden großen Siebelkos.


[Beitrag von PrinzipFreude am 10. Apr 2016, 09:13 bearbeitet]
hifi312
Ist häufiger hier
#7 erstellt: 10. Apr 2016, 09:35
Ich habe die beiden leider nicht mehr auf dem Schirm gehabt!!
Gerade habe ich sie dann mehrfach nachgemessen. Zuerst blieb mein Multimeter bei 0
Nach etwas hin und her zeigte es dann R555 3,54Ohm und R556 3.04Ohm, also eindeutig nicht 10Ohm!!!
Der HK hat aber keine Auffälligkeiten, wenn ich einen DC Abgleich mache. Fuktioniert prima und ist genau einstellbar.

Also, jetzt er einmal die Widerstände R555 und R556 austaschen und dann mal weiter.....

Jörg
Rabia_sorda
Inventar
#8 erstellt: 10. Apr 2016, 09:37
Wenn du die Widerstände auslötest, werden sie garantiert 10 Ohm haben
hifi312
Ist häufiger hier
#9 erstellt: 10. Apr 2016, 10:14
Warum sollten sie dann 10Ohm haben?
Rabia_sorda
Inventar
#10 erstellt: 10. Apr 2016, 10:28
Weil du im eingebauten Zustand immer die anderen schaltungsabhängigen Bauteile mitmisst, dank Parallelschaltung.
Wenn Bauteile im eingebauten Zustand unplausibele Messwerte liefern, muss man sie auslöten und erneut messen. Erst dann kann man sich sicher mit dem Messwert sein.
hifi312
Ist häufiger hier
#11 erstellt: 10. Apr 2016, 12:27
Dann mal ran an die Sache und auslöten.
Werde die Tage von dem Ergebnis berichten.
Zwei neue Widerstände werde ich dann eh einlöten, wenn ich die Alten schon mal in der Hand habe.
Heute Abend bestell ich erst einmal ein paar Ersatzteile.

Jörg
Oldie2015
Hat sich gelöscht
#12 erstellt: 10. Apr 2016, 13:03
Also das sind so die Schwachpunkte oder Gefahrenstellen beim 6500er
DSCN3834-1
und hier von unten
DSCN5387-1
oder so etwas
DSCN2386-1
und wenn schon am löten, den Speakerschalter reinigen schadet auch nicht
DSCN3982
Gruß und viel Spaß :-)
hifi312
Ist häufiger hier
#13 erstellt: 10. Apr 2016, 16:07
Das ist mal eine schöne praktische Hilfe!
Einige der Lötstellen hatte ich schon gemacht, aber eben nicht alle!
Werde die noch mal nachsehen und alle auf den Bildern angezeigten nacharbeiten.
Die Elkos sehen eigentlich alle von außen noch gut aus, aber das muss ja nix bedeuten.

Jörg
PrinzipFreude
Ist häufiger hier
#14 erstellt: 10. Apr 2016, 18:12
Vor allem die beiden Transistoren an den kühlblechen, auf der rechten Seite im Bild der Platine, sind eine Schwachstelle.

Wenn dort die Lötstellen nicht ok sind fehlt eine der Versorgungsspannungen für den Vorverstärker.
Nachdem die beiden widerstände intakt sein dürften ist das ein möglicher Fehler mit der beschriebenen Auswirkung.

Falls noch nicht geschehen den Verstärker auf 240v umstellen.
hifi312
Ist häufiger hier
#15 erstellt: 23. Apr 2016, 09:17
Es ist vollbracht! Der HK6500 spielt wieder wie er es soll, ohne Nebengeräusche, ohne überhitzte Bauteile!
Ich habe einige Zeit damit verbracht Kondensatoren zu wechsel und Lötstellen nachzuarbeiten.

Ich habe in der Vorstufe und in der Endstufe folgende Kondernsatoren (Panasonic FC) gewechselt.
C535, C537, C536, C538 (220µ 25V) und C529, C530, C531, C532 (330µ 25V)
C981, C983, C982, C984 (220µ 25V) C925, C926 (100µ 25V)
C413, C414, C415, C416 (330µ 63V)

Das hat aber leider alles nichts genutzt! R491 - R497 und R492 - R498 wurden noch immer sehr heiß und fingen an zu qualmen.
Widerstände R491-R497 R492-R498Widerstände R491-R497 R492-R498
Erst der Ausbau der Widerstände R555 und R556 gab mir einen deutlichen Hinweis auf die Fehlerquelle. Im ausgebautem Zustand zeigten beide Widerstände 0 Ohm!! Sie sollten aber 10 Ohm haben. Ich konnte es nicht glauben und habe mehrfach gemessen....
Neue Widerstände hatte ich zum Glück gleich mitbestellt und sie dann auch gleich eingelötet und siehe da, ein Wunder
Die Kiste spielt wie neu! Warum habe ich das nicht sofort so gemacht??
Noch eben alles neu eingestellt und abgeglichen und gut ist es!

Besten Dank für eure Hilfe!

Jörg
PrinzipFreude
Ist häufiger hier
#16 erstellt: 23. Apr 2016, 09:29
Im 3. Post hattest du bereits die Lösung...

Schön das nun alles funktioniert... Glückwunsch!
hifi312
Ist häufiger hier
#17 erstellt: 23. Apr 2016, 09:43
Ja, ja, so ist das! Das geht auf meine Kappe! Von außen sahen die Widerstände gut aus, leider waren sie es nicht!
Habe aber dabei etwas löten gelernt und an Erfahrung auch....
Die Widerstände hatte ich ja noch auf dem Schirm, aufgrund des Beitrags! Von alleine wäre mir das nicht eingefallen.
Ich bin eben kein Elektoniker sondern ein Bastler, der gerne was dazu lernt.
Oldie2015
Hat sich gelöscht
#18 erstellt: 23. Apr 2016, 10:36
Erstaunlich ist nur, wie du bei 0 Ohm 3 Ohm gemessen hast. :-) Hatte die auch im Verdacht, nur 3 Ohm haben mich etwas verwirrt. Aber egal Hauptsache funzt. Gruß


[Beitrag von Oldie2015 am 23. Apr 2016, 10:36 bearbeitet]
hifi312
Ist häufiger hier
#19 erstellt: 23. Apr 2016, 13:04
Das finde ich auch etwas sonderbar. Vermutlich ist der Rest beim Ausbau verschollen gegangen.
Darum hatte ich zuerst an einen Messfehler gedacht und mehrfach gemessen und zum Vergleich dann die neuen Widerstände gemessen.
Die hatten exakt 10 Ohm und mein gutes altes Fluke Multimeter hat alles richtig gemacht.
Rabia_sorda
Inventar
#20 erstellt: 23. Apr 2016, 13:52
Super das er läuft

Werden die neuen Widerstände denn nicht warm/heiß? Es sollte ja einen Grund der defekten Widerstände gehabt haben, denn die brennen nicht einfach "nur so" durch....merkwürdig.
PrinzipFreude
Ist häufiger hier
#21 erstellt: 23. Apr 2016, 13:56
Die unterschiedlichen Messergebnisse liegen ja manchmal auch an der Schnittstelle zwischen Mensch und Messgerät

Die Transistoren mit den Kühlblechen werden sehr heiß und dadurch brechen deren Lötstellen.
Durch diesen Fehler fließt ein zu hoher Strom wodurch die widerstände durchbrennen.

Das Gerät am besten auch auf 240v umstellen falls noch nicht geschehen.
hifi312
Ist häufiger hier
#22 erstellt: 23. Apr 2016, 14:34
Was soll ich ändern, um den HK 6500 auf 240 Volt umzustellen?
PrinzipFreude
Ist häufiger hier
#23 erstellt: 23. Apr 2016, 14:43
Den Schalter an der Rückseite vom Gerät auf 240v drehen.
Rabia_sorda
Inventar
#24 erstellt: 23. Apr 2016, 15:08
Achtung!!! Dazu unbedingt den Netzstecker vorher ziehen, ansonsten knallt es!
hifi312
Ist häufiger hier
#25 erstellt: 23. Apr 2016, 15:25
Das kann doch nicht sein, so einfach?
Ich habe gedacht ich müßte noch was umlöten, umbauen.....
Erstmal die einfach Lösung probieren, dann kompliziert....
Ist schon erledigt, an meinem anderen HK auch.
Poetry2me
Inventar
#26 erstellt: 23. Apr 2016, 16:43

Rabia_sorda (Beitrag #20) schrieb:
Super das er läuft

Werden die neuen Widerstände denn nicht warm/heiß? Es sollte ja einen Grund der defekten Widerstände gehabt haben, denn die brennen nicht einfach "nur so" durch....merkwürdig.


Das sehe ich auch so. Gut möglich, dass Du noch nicht alle Fehler gefunden hast.

Die heiß gewordenen Widerstände gehören zum linken und rechten Endstufenkanal. Sie sind Teil des Zobel Gliedes (Zobel Network) am Ausgang der Endstufe. Wenn diese Widerstände heiß werden, dann schwingt die Endstufe

Harman Kardon HK6500 schematic detail power amp Zobel network


Der vorherige Fehler betraf die Vorwiderstände des Spannungsreglers +/- 22,8V für die Preamp Sektionen.

Diese beiden 10 Ohm Widerstände sind - wie Du schreibst - für Plus und Minus Versorgung beide durchgebrannt und haben dann sogar Null Ohm gehabt. Es handelt sich um FUSE RESISTORS, da kann offensichtlich auch passieren, dass sie niederohmig werden.

Aber warum?
Eventuell auch wegen Schwingen oder Instabilität im Verstärker?

Harman Kardon HK6500 schematic detail +-22V voltage regulator faulty zero Ohm pre-resistor


[Beitrag von Poetry2me am 23. Apr 2016, 16:45 bearbeitet]
hifi312
Ist häufiger hier
#27 erstellt: 23. Apr 2016, 21:13
Also, erst mal Danke für euere Mühe!!
Ich habe den HK jetzt gut 2 Stunden gehört und beobachtet. Er hat absolut keine Auffälligkeiten mehr!
Wir nicht mehr heiß, auch nicht wenn es lauter wird. Der Abgleich (VR401 - VR404) war unverändert erhalten.
Ich denke es lag wohl eher an den kalten Lötstellen.
Werde ihn aber weiter beobachten und ggf. berichten.
Rabia_sorda
Inventar
#28 erstellt: 23. Apr 2016, 22:49
Kalte Lötstellen an den passenden (falschen) Stellen, kann natürlich auch ein Schwingen verursachen. Evtl. hast du nun Glück und kannst dich noch lange an dem Gerät erfreuen.
Poetry2me
Inventar
#29 erstellt: 24. Apr 2016, 20:02
Na, dann will ich mal vorsichtig zur gelungenen Reparatur gratulieren

- Johannes
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