Yamaha RX-V659 schaltet sich nicht mehr ein // Nicht Serienfehler !

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jaanvo
Neuling
#1 erstellt: 21. Mrz 2019, 19:10
Hallo,

mein Yamaha rx-v 659 AV-Receiver schaltet sich leider nicht mehr an. Er hat davor immer einwandfrei gelaufen, doch nun sagt er keinen Mucks mehr beim Einschalten. Mein erste Vermutung war natürlich der Kondensator der bei der RX-Vx5x Reihe mittlerweile schon als Serienfehler zu verstehen ist, doch diesmal sollte es nicht so einfach sein. Auch nach neu eingelötetem Kondensator ließ er sich nicht anschalten. Wäre super wenn mir jemand helfen könnte oder mir zumindest einen Tipp geben kann, wie man auf so einer Platine auf Fehlersuche geht. Danke schonmal im Vorraus! Anbei noch ein paar Bilder.

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[Beitrag von jaanvo am 21. Mrz 2019, 19:11 bearbeitet]
TimeTurn
Neuling
#2 erstellt: 23. Mrz 2019, 16:21
Hallo, ich kenne das Teil zwar nicht, habe aber neulich einen YouTube-Beitrag vom 12voltvids gesehen, wo er ein ähnliches Thema gefixt hat. Ursache war dort fehlende Standby-Spannung. Dadurch lässt sich das Gerät nicht einschalten, da die Elektronik dazu schlicht keinen Strom bekommt.

Die Analyse was hier schief läuft übersteigt meine Fähigketen, aber man könnte z.B. den kleinen Trafo auf dem Netzteil mal durchmessen, ob der an der Sekundärseite Spannung liefert.

Poetry2me
Inventar
#3 erstellt: 26. Mrz 2019, 23:53
@TimeTurn:
Ich fürchte das hilft hier nicht. Der amerikanische Kollege in dem Video kennt sich super aus und gibt gute Tipps, aber es geht dort um ein Schaltnetzteil (Swich Mode Power Supply, SMPS), das der Denon Receiver für die Standby-Versorgung hat. Die Yamaha Receiver und Geräte haben zum großen Teil keinen SMPS (einige wenige schon), sondern eine sehr spezielle Schaltung, die letztendlich einen "tröpfelnden" Strom via 22nF Folienkondensator direkt aus dem Netzanschluss ziehen, um ein IC zu versorgen und damit die Standby-Versorgung aufrecht zu halten.

Nein, es muss hier noch ein weiterer Defekt vorliegen, der im Serienfehler ebenfalls gelegentlich vorkommt.

Es ist bereits mehrmals vorgekommen, dass neben dem 22nF Folienkondensator (hier C654) auch der Widerstand in Reihe dazu (unterhalb im Schaltplan) defekt ist:

R661 (sitzt auf der oberen Ecke der Platine):
"1/2P" = 0.5W
"2.2K" = 2.2kOhm (Farbcodierung rot-rot-rot-gold)

Hier würde ich als Ersatz einen Widerstand 2.2 kOhm mit mindestens 1 Watt oder sogar 2 Watt Leistung empfehlen.
Die Lötstellen am Kondensator und Widerstand sehen auch nicht ganz so gut aus, diese vielleicht auch noch mal nachlöten.

- Johannes
Ingor
Inventar
#4 erstellt: 27. Mrz 2019, 13:38
Welche Spannungen misst du denn am IC? Ist da im Standby eine Versorungsspannung ausreichender Höhe zu messen? Liegt überhaupt Netzspannung an?
Die Idee, mal am Hilfstrafo zu messen ist gut, Die Schaltung ist ansolut witzig. Über den Kondensator und die nachfolgenden Dioden wird eine kleine Spannung für das IC bereitgestellt. Schaltet man nun ein, wird der FET leitend über die Gleichrichterbrücke erhält der Hilfstrafo Strom und versorgt dann die nächste Stufe, die dann wahrscheinlich das Hauptnetzteil startet.
hf500
Moderator
#5 erstellt: 27. Mrz 2019, 23:06
Moin,
und das alles nur, damit die StBy-Aufnahme gering bleibt. Wahrscheinlich haette es ein groesserer StBy-Trafo, der mit geringerer Induktion und damit Kernausnutzung betrieben wird, es genauso getan. Waere aber zu einfach gewesen ;-)

73
Peter
grautvOHRnix
Stammgast
#6 erstellt: 28. Mrz 2019, 09:54
Mit so einer witzigen Schaltung hat man früher ( ) sogar ganze
Kleingeräte (Radiowecker, Miniradios) ohne Trafo am Netz betrieben,
bis das verboten wurde

Daher wundert mich auch schon seit Jahren der Bohei , der um
den häufig auftretenden Fehler bei denYamaha-Netzteilen besteht.

Möglicherweise ist hier eine EU-Vorschrift weicher als die des VDE,
ich habe mich über sowas seit Jahrzehnten nicht mehr informiert.
hf500
Moderator
#7 erstellt: 28. Mrz 2019, 20:08
Moin,
na ja, der VDE kuemmert sich in erster Linie darum, dass das Geraffel elektrisch sicher ist.
Welche Leistung es im StBy aufnehmen darf, ist das Ergenis anderer Kompetenznasen ;-)

Wobei ich natuerlich nicht abstreite, dass so manche StBy-Schaltung alles andere als sparsam war/ist. Dass es auch anders geht, zeigen ja die Erfolge letzter Zeit. (erinnert sich noch jemand an die Methode bei FFS der 70er? Damit das Bild schnell da war, wurde staendig die Roehre vorgeheizt, moeglicherweise noch anderes unter Saft gehalten. 20W war da schnell "nichts").

Aber dieser Klimmzug hier bei Yamaha wollte mir auch nie so recht einleuchten.

Der Schwachpunkt ist auf jeden Fall der Vorschaltkondensator, dem langam die Belaege "wegbrennen". Wahrscheinlich selbstheilende Bauart, was ja nicht verkehrt ist, aber anscheinend auch haeufig am Durchschlagen mit Selbstheilung, was wegbrennen der Belaege an der Schadensstelle bedeutet. Die von Aussehen her gleiche Bauart Kondensatoren habe ich auch an anderer Stelle (z.B. LED-Lampen) als Vorschaltkondensator gefunden, wo sich der Kondensatorfehler in langsam immer trueber werdenden Funzeln aeusserte. Bei Pruefung Isolation soweit ok, aber nur sehr wenig Kapazitaet uebriggeblieben.

73
Peter
Poetry2me
Inventar
#8 erstellt: 29. Mrz 2019, 02:38
So wie ich das verstehe, erzeugt das durch den Kondensator versorgte Flip-Flop IC eine Oszillation, welche höher als 50 Hertz liegt und damit kleinere Trafos und geringere Verluste ermöglicht.
Eine galvanische Trennung ist aber vorhanden, wobei der Schaltungsteil mit dem IC unter voller Netzspannung steht. Die Abstände scheinen auf der Platine gewahrt zu sein, die VDE dürfte kein Thema sein.

Was den Fehler mit dem langsam korrodierenden MKT Kondensator "unkalkulierbar" macht ist, dass die Störspannungsspitzen aus dem jeweiligen Hausnetz kommen. Das wird sicher überall unterschiedlich sein. Wahscheinlich hält diese Scahltung im japanischen (100V~) Labor viele Jahre ohne Probleme durch, nur nicht in mitteleuropäischen (230V~) Haushalten mit real existierenden Haushaltsgeräten und Schaltern. Wer weiß.

- Johannes
Rabia_sorda
Inventar
#9 erstellt: 30. Mrz 2019, 02:24

Wahscheinlich hält diese Scahltung im japanischen (100V~) Labor viele Jahre ohne Probleme durch, nur nicht in mitteleuropäischen (230V~) Haushalten mit real existierenden Haushaltsgeräten und Schaltern


Meine Theorie ist, dass die Spannungsspitzen dort zwar genauso vorhanden sind, aber die verwendeten Bauteile nicht so "auf Kante genäht" sind, wie sie es hier sind.
Anders: bei 100V~ sind die verwendeten Bauteile womöglich für höhere Spannungen ausgelegt und bei 230V sind die (anderen) verwendeten Bauteile evtl zu knapp bemessen.


[Beitrag von Rabia_sorda am 30. Mrz 2019, 02:28 bearbeitet]
Poetry2me
Inventar
#10 erstellt: 30. Mrz 2019, 11:51
Ja, da ist was dran.

In Japan ist die Spannungsbelastung bei 100VAC (141VDC Spitze) Netzspannung und 400VDC Kondensator-Spannungsfestigkeit mit 35% schon deutlich geringer.

In Europa sind es 230VAC (325V Spitze) zu 630VDC und damit 52% Spannungsbelastung im Regelfall. Also weniger Sicherheitsabstand für Spannungsspitzen aus dem Netz.

Yamaha RX-V659 standby circuit destination market list
Yamaha RX-V659 standby circuit destination parts list excerpt s1

- Johannes
Killerpixel88
Neuling
#11 erstellt: 10. Jul 2019, 09:45
Hallo ich bin neu hier und habe ebenfalls Probleme mit einem RX-V659.
Wenn er an den Strom angeschlossen wird und eingeschalten wird, braucht er eine ganze Weile bis er an geht.
Soweit so gut.
Anschließend bleibt er eine Sekunde an und geht gleich wieder aus.
Habe auf dem Subnetzteil schon alle Kondensatoren ausgelötet und durchgemessen. Alles I.O.
Später habe ich gelesen das es eine eigen Diagnose Möglichkeit gibt und bin auch in das Menü gekommen.
Ich kann mir dort zwar vieles ansehen aber ich weiß nicht wie ich die Diagnose auswählen kann oder ob er das schon beim Start macht und mir jetzt nur die Ergebnisse Anzeigt.

Wenn mir das jemand mal erklären könnte wäre das echt super.
Außerdem verstehe ich nicht warum er so lange braucht bis ich ihn anschalten kann.
Das Service Manual ist vorhanden.
Poetry2me
Inventar
#12 erstellt: 10. Jul 2019, 18:08
Hast Du auch den 2,2 kOhm Widerstand geprüft? Siehe Post #3
Killerpixel88
Neuling
#13 erstellt: 11. Jul 2019, 19:28
Ja habe ich schon. Ist alles in Ordnung.
Poetry2me
Inventar
#14 erstellt: 11. Jul 2019, 19:55
Schreibe doch mal eine Forumsnachricht (Email-Option) an den Verfasser des ursprünglich ersten Falles. Vielleicht hat er weitergemacht und das Problem gelöst?
screamer981
Schaut ab und zu mal vorbei
#15 erstellt: 13. Jul 2019, 13:42
Servus, mein RX-V659 hatte vor kurzer Zeit ebenfalls einen defekten Kondensator 22nF 630V. Diesen habe ich getauscht. Danach lief der Receiver ca. 1 Monat ohne Probleme. Jedoch gab er dann nun doch wieder den Geist auf. Ich stellte fest, dass der 2,2Kohm Widerstand komplett aufgeraucht war. Diesen habe ich nunmehr durch einen 1 Watt Widerstand ersetzt jedoch ohne Erfolg, auch der Austausch des besagten FlipFlop ICs erbrachte keine Besserung, in einem amerikanischen Forum wurde dort der Austausch vorgeschlagen. Wegschmeißen wollte ich den Receiver nicht, da er immer noch besser klingt als meine anderen neueren Receiver. Für eine Antwort oder Lösung wäre ich dankbar.
Poetry2me
Inventar
#16 erstellt: 13. Jul 2019, 16:50
Bei diesem Modell RX-V659 scheint es häufiger einen zusätzlichen Fehler zu geben. Hier sind es nun schon drei Fälle.

Kondensator und Widerstand (und in einem Fall sogar das Flip-Flop-IC) in der Standby-Schaltung wurden schon getauscht.

Aber wir haben immer noch keine Lösung.


[Beitrag von Poetry2me am 13. Jul 2019, 16:51 bearbeitet]
screamer981
Schaut ab und zu mal vorbei
#17 erstellt: 13. Jul 2019, 17:02
Die Z-Diode D656 und die Diode D657 zur "Gleichrichtung" scheinen bei mir jedoch ok zu sein. Ich mess mal, wenn ich Zeit habe nächste Woche genauer.
Poetry2me
Inventar
#18 erstellt: 13. Jul 2019, 17:05
Vielleicht ist das ein Hinweis:

In einem anderen Thread beschreibt ein Forumskollege, dass er nur einen Monat später das selbe Problem nochmals hatte, da war es WIEDER der selbe Kondensator!

http://www.hifi-foru...ad=4045&postID=10#10

Ich kann mir durchaus vorstellen, dass man einen anderen Typ Kondensator nehmen muss, der weniger Anfällig für Störspannungen aus dem Netz ist.

Die Belastung mit solchen Spannungsspitzen im 230V~ Netz kann auch in jedem Haushalt unterschiedlich sein.

Ich empfehle immer sogenannte X2 Entstörkondensatoren mit Polypropylen als Dielektrikumfolie (MKP-Typ).
Diese sind nominell bis 275VAC geeignet, aber müssen bis 1500VDC getestet sein.

Dagegen sind 630VDC weniger als die Hälfte.
Und Polyester (MKT-Typ) ist weniger impulsfest als Polypropylen (MKP-Typ)

- Johannes


[Beitrag von Poetry2me am 13. Jul 2019, 17:06 bearbeitet]
screamer981
Schaut ab und zu mal vorbei
#19 erstellt: 13. Jul 2019, 17:18
Den Kondensator hatte ich auch gleich wieder im Verdacht und ausgelötet. Er hatte auf jedenfall noch 22nF.
C656 werde ich auch tauschen.


[Beitrag von screamer981 am 13. Jul 2019, 17:20 bearbeitet]
screamer981
Schaut ab und zu mal vorbei
#20 erstellt: 30. Jul 2019, 22:11
So ich habe Rückschritte und Fortschritte gemacht.
Nachdem ich den IC652 (Dual D-type flip flop), C655 (1µF 50V) ,R661 (2,2Kohm 1/2W), D656 (10V Zener Diode MA 8100-M) und auch den großen Elko C660 (3300µF 50V) ersetzt hatte, lief die Schaltung für ungefähr 10 Minuten. Danach ist wieder der R661 aufgeraucht, die Z-Diode war defekt und leider auch wieder der Flip Flop.
Nun habe ich den IC mal gesockelt und den R661 durch 4 1/2 Watt 2,2Kohm, parallel und in Reihe ersetzt, so dass ich wieder auf die 2,2Kohm komme. Die SMD Z-Diode hab ich mal durch eine bedrahtete Diode mit 0,5W ersetzt.
Standby lief der Receiver 8 Std am Stück und unter Last auch so 3 Std. ohne Aussetzer.
Naja vielleicht kann er ja mein Vertrauen bezüglich der Zuverlässigkeit zurückgewinnen.

Anbei noch ein paar Bilder. Mit freundlichem Gruss. Und danke für die Antworten.

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[Beitrag von screamer981 am 30. Jul 2019, 22:13 bearbeitet]
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