Grundig V5000 ploppt

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jörg-525-touring
Stammgast
#1 erstellt: 08. Mai 2022, 22:09
Moin zusammen,

mein V5000 ploppt auf dem rechten Kanal sporadisch. Es scheint so, als ob die Lautstärke des Ploppens abhängig von der eingestellten Lautstärke ist. Es ist auch unabhängig von der Zuspielquelle, Plattenspieler und Tuner ploppen.

Woran liegt das wohl?

Offenbar handelt es sich um ein Standardproblem der Grundig-Geräte von 1979-1982. Ein SXV6000 und ein T3000 und ein V2000 ploppen ebenfalls, einige links (T3000), einige rechts.

Ein A9009 ploppt (auch rechts) sporadisch so dermaßen laut unabhängig von der eingestellten Lautstärke, dass mir Angst und bange wird.

Können das defekte Tantal-Koppelkondensatoren sein? Oder Transistoren?

Gruß,
Jörg
oldiefan1
Inventar
#2 erstellt: 09. Mai 2022, 22:52
Hallo Jörg,

das kommt beim V5000 von einem sterbenden Tantalkondensator auf der Klangregelplatine. Bei den anderen Geräten hätte ich auch einen Ta-Kondensator in Verdacht.

Gruß
Reinhard
jörg-525-touring
Stammgast
#3 erstellt: 09. Mai 2022, 23:16
Hallo Reinhard,

Bingo, das hatte ich auch vermutet. Also tausche ich alle Tantalkondensatoren auf der Platine aus. Hoffentlich kriege ich die gut herausoperiert.

Gruß und Dank,
Jörg.
oldiefan1
Inventar
#4 erstellt: 09. Mai 2022, 23:23
Die Platine ist extrem empfindlich. Nur mit Litze entlöten, sonst lösen sich die Leiterbahnen ab. Braucht grosse (Ent-)Löterfahrung. Eng geht es auch zu. Nix für Beginners!

Gruß
Reinhard


[Beitrag von oldiefan1 am 09. Mai 2022, 23:24 bearbeitet]
jörg-525-touring
Stammgast
#5 erstellt: 10. Mai 2022, 19:52
Ich probiere es ganz vorsichtig. Litze hab ich. Lötkolben nicht zu heiß einstellen. Mal sehen.
hf500
Moderator
#6 erstellt: 10. Mai 2022, 21:03
Moin,
der Loetkolben sollte schon gut warm sein, damit man schnell und zuegig arbeiten kann. 370°C ist da nicht verkehrt.
Wichtig ist, die Litze nur aufzulegen und mit der Loetspitze warmzumachen, _nicht_ reiben.
Bei zu "kalten" Loetkolben muss man zu lange auf den Loetstellen herumbraten, was die Platine erst recht nicht vertraegt. Ein gewisser Ueberschuss an Waerme wird von der Ausloetlitze aufgenommen.

Die doppelseitigen Platinen von Grundig sind nicht beidseitig kupferkaschiert und dann geaetzt, sondern wenigstens die Oberseite ist in einem Abscheideverfahren hergestellt (quasi tatsaechlich gedruckt). Grundig hat die Platinen im eigenen Leiterplattenwerk hergestellt. Die Abscheidung koennte mit den Grund haben, das herausgeaetzte Kupfer der Standardplatinen wiederzuverwenden, es ist im Aetzbad ja in Loesung gegangen und kann zurueckgewonnen werden. Das Abscheidevefahren lieferte praezise, aber auch empfindliche Leiterbahnen.

73
Peter


[Beitrag von hf500 am 10. Mai 2022, 21:04 bearbeitet]
gst
Inventar
#7 erstellt: 10. Mai 2022, 21:19
Die Investition in eine Entlötstation mit Absaugpumpe kann sich rentieren.
gst
jörg-525-touring
Stammgast
#8 erstellt: 10. Mai 2022, 21:28
Seufz... also nicht übertreiben...
Vielleicht erst nur den betroffenen Ta-Elko und seinen linken Zwilling?
Das Ploppen ist recht leise. Wenn der Elko hinter dem Lautstärkesteller säße, hätte das Ploppen maximale Lautstärke, was im V5000 schon mächtig wäre, richtig? Wie das klingt, kenne ich aus dem A9009. Also liegt es vor dem Lautstärkeregler, richtig? Es kann nur C613 sein, oder?
oldiefan1
Inventar
#9 erstellt: 10. Mai 2022, 23:37
Jawoll,
C613 und/oder C607.

Tantalelkos sind nicht impulsfest. Hier aber Schaltimpulsen vom Pegelsteller ausgesetzt. Deshalb Ausfall. An diesen Positionen nicht wieder Tantal nehmen sondern beim C607 Al-Elko und bei C613 WIMA-Folie (MKS-2) einbauen.

Auch beim anderen Kanal mitersetzen. Ist sonst nur eine Frage der Zeit, bis C611 auch defekt wird. Zeigt sich meist dadurch, dass der Pegelsteller bei den abgeschwächten Pegeln nicht mehr richtig funktioniert, man das Signal verliert.

Auch hinter dem Lautstärkesteller werden öfter Tantalkondensatoren defekt und ploppen. Das ist aber auch nicht auffällig laut.
Ein Indiz für C613 (bzw. C607) wäre, wenn das Ploppen bei zurückgedrehter Lautstärker leiser ist.

Gruß
Reinhard


[Beitrag von oldiefan1 am 10. Mai 2022, 23:40 bearbeitet]
jörg-525-touring
Stammgast
#10 erstellt: 14. Mai 2022, 20:50
Hallo Reinhard,
hallo zusammen,
ich hab die Potentiometerplatine ausgebaut. Eine wahre Freude ist das. Zwei Schrauben, zwei Steckverbinder und das Teil geht raus. Einzig die 1,5mm Inbusschrauben waren nervig.
20220514_203206
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Aber was ist das? Die Rückseite ist verschmiert... oder mit irgendwas lackiert... oder angelöst.
20220514_203129
20220514_203124
Was macht man damit nun?
Ersatz für die Tantalperlen liegt schon bereit... aber kann ich da einfach mit Entlötlitze dran gehen?
jörg-525-touring
Stammgast
#11 erstellt: 14. Mai 2022, 20:57
Ein tolles Lautstärkepoti 50k ist da drin. Das würde gut in den SXV6000 passen... ob der V1000 wohl auch so eins hat?
hf500
Moderator
#12 erstellt: 14. Mai 2022, 21:03
Moin,
eine sichere Methode waere, die Platine mit Kontakt LR abzuwaschen. Ist eigentlich fuer Flussmittelreste gedacht, aber auch sonst fuer Reinigungen an Platinen geeignet. Kommt in einer Spruehdose mit Pinsel.
Kontakt WL, wenn man es schon hat, geht auch.

Edit:
womoeglich passt die ganze Platine in den SCV6000/XV7500
Bei Grundig hatte man wenig Neigung, immer das Wasser neu zu erfinden....
(ich weiss jetzt nicht mehr, wie die Schalter zwischen Pegelschalter und LS-Poti untergebracht sind)
;-)

73
Peter


[Beitrag von hf500 am 14. Mai 2022, 21:06 bearbeitet]
jörg-525-touring
Stammgast
#13 erstellt: 14. Mai 2022, 21:19
Bah.
Im V1000 und V2000 stecken dieselben einfachen kleinen Potis wie im SV1000. Die großen Potis stecken im V5000, XV5000 und SXV6000. 😞 kein Schnäppchen zu machen.
jörg-525-touring
Stammgast
#14 erstellt: 14. Mai 2022, 21:27
Moin Peter,
Kontakt WL hab ich. Das guck ich mir dann morgen mal an.
Ach, was ist das nur für eine Gurke.
Da muss ein Vollidiot dran gewesen sein. Im rechten Kanal hat er nur einen von vier Darlingtons durch einen Ersatztypen ausgetauscht, das Netzrelais hatte er durch eine Drahtbrücke ersetzt, von den LS-Relais die Kappen weggerissen, falsche Schrauben eingebaut....
jörg-525-touring
Stammgast
#15 erstellt: 14. Mai 2022, 21:32
Was könnte ich wohl als Kappen um die LS-Relais improvisieren? Die LS gehen noch gut.
20220514_213338
Die Elkos scheinen gut zu sein. Stopfen sind drin, oder?
20220514_213402
Die muss ich nicht ersetzen, denke ich. Mal nicht Röderstein oder Frankfurter Kondensatorenfabrik, sondern Siemens.


[Beitrag von jörg-525-touring am 14. Mai 2022, 21:39 bearbeitet]
oldiefan1
Inventar
#16 erstellt: 14. Mai 2022, 21:40
Hallo Jörg,

die Pinselstrichspuren auf der Platinenlötseite sind unerheblich. Da war mal jemand dran mit Pinsel und Isopropanol oder Leiterplattenreiniger oder neuem Schutzlack, das hat diese Spuren gegeben. Kannst Du unbedenklich ignorieren. Die Schicht besteht aus lötfähigem Schutzlack, der Flussmitteleigenschaften hat und bereits im Werk aufgebracht wurde, evtl. bei einer Vorreparatur überarbeitet wurde. Es ist besser, wenn der draufbleibt. Also nicht abwaschen (schreibt ein alter Grundig-Kenner, der schon sehr viele dieser Geräte repariert hat).

Achte darauf, ob Du auf der blauen rückseitigen Oberfläche der hier verdächtigten Tantalelkos eine leicht dunkle Verfärbung erkennen kannst, meist ist das ein Indiz für einen bestehenden oder kommenden Defekt. Ich meine, ich kann das bei C611 auf dem Foto sehen. Solche Tantals immer ersetzen. Aber nicht immer ist ein Tantaldefekt schon so äusserlich erkennbar.

Die Relais sind selbstverständlich zu erneuern! Achtung, 48V-DC-Typen!
Die Elkos sind noch gut. DIESE Siemens sind praktisch unkaputtbar und sehr viel besser als das Zeugs, was heute angeboten wird.

Gruß
Reinhard


[Beitrag von oldiefan1 am 14. Mai 2022, 21:49 bearbeitet]
jörg-525-touring
Stammgast
#17 erstellt: 14. Mai 2022, 21:53
Hallo Reinhard,

schön, Dich zu sehen 🙂.
Da bin ich beruhigt, dass die Schmiere auf der Lötseite unbedenklich ist. Die lasse ich dann in Ruhe und versuche, mit Entlötlitze die Perlen rauszukriegen.
Durch Schaltplanangucken gehe ich davon aus, dass C613 hinüber ist. Sein linker Zwilling C611 ist auch dran. Ich hatte als Ersatz Elkos bestellt, bevor Du den Tipp mit den WIMA MKS gemacht hast 😞 aber das macht hoffentlich nichts. Ich dachte, die WIMAs sind zu groß und passen nicht.
20220514_214550
Da sind die Kandidaten.
Sind da Flecken dran?
oldiefan1
Inventar
#18 erstellt: 14. Mai 2022, 22:06
An diesen Stellen passen WIMA MKS-2 noch so gerade rein. Evtl. muss man einige Widerstände dafür etwas abbiegen.Sonst hätte ich es nicht geschrieben. Aber Elkos kannst Du natürlich auch nehmen.

Ob an den Ta-Kondensatoren ein dunkler Fleck ist (nicht Plural), siehst Du nicht an einer Aufnahme, die von oben gemacht ist. Der Fleck wäre ja seitlich, und nur schwach, wie ein dunkler Schatten.


[Beitrag von oldiefan1 am 14. Mai 2022, 22:08 bearbeitet]
jörg-525-touring
Stammgast
#19 erstellt: 14. Mai 2022, 22:17
20220514_221502
20220514_221524
🙂
oldiefan1
Inventar
#20 erstellt: 14. Mai 2022, 22:50
C606 am Widerstand. Kann aber auch von der Widerstandswärme herrühren.
C611 von der anderen Seite, am Transistor.

Mit Fotos geht das nicht gut. Besser ist mit guter Beleuchtung und Lupe. Aber sowieso nicht endgültig ausschlaggebend.
jörg-525-touring
Stammgast
#21 erstellt: 14. Mai 2022, 23:09
Morgen kommen die raus. Wenn ich eh da dran bin, können die raus.
Soll ich die 10 anderen Perlen hinter dem Lautstärkepoti auch auswechseln?

Der Klangeinsteller für 2,5kHz im rechten Kanal zeigt keine Wirkung. Alle anderen Klangeinsteller arbeiten korrekt. Woran mag das wohl liegen?
oldiefan1
Inventar
#22 erstellt: 14. Mai 2022, 23:37
Wenn Du es darauf anlegst, die Platine zu ruinieren, dann ja. Sonst nur, wenn wirklich erforderlich, wenn also der Defekt nach Erneuern der vier vor dem LS-Poti bestehen bleibt.

Du kommst aber tröpchenweise mit den Fehlern...
Evtl. C621 und C635 auch defekt. Dann müsste aber auch der 300 Hz Regler rechts ebenfalls beeinträchtigt sein.

Wenn allerdings NUR der 2,5 kHz Steller rechts ausgefallen ist, dessen Einlötstellen kontrollieren, R691 messen und ohmschen niederohmigen Durchgang der daran in Serie liegenden Induktivität prüfen.

Gruß
Reinhard


[Beitrag von oldiefan1 am 14. Mai 2022, 23:46 bearbeitet]
jörg-525-touring
Stammgast
#23 erstellt: 15. Mai 2022, 10:14
Ich glaube, ich hab die Platine nicht ruiniert.
20220515_100649
Da sind die Kandidaten.
20220515_100654
Das Lötauge auf der Bestückungsseite hat es überlebt
20220515_100723
Da ist der Ersatz drin:
20220515_102653
Da sind die Lötstellen:
20220515_102724

Jetzt werde ich mal nach R675/678 gucken. Da ist was faul.


[Beitrag von jörg-525-touring am 15. Mai 2022, 10:31 bearbeitet]
jörg-525-touring
Stammgast
#24 erstellt: 15. Mai 2022, 10:49
C621/635 wirken ja beide auf den 2,5kHz und 300Hz-Steller.
Da der 300Hz-Steller korrekt arbeitet, können die eigentlich nicht kaputt sein, oder?
Screenshot_20220515-104619_Adobe Acrobat
Es könnte R691 hochohmig sein...
oder C631 ist.... tja, was soll damit sein? Ein neuer Wima ist das... oder die 15mH-Spule ist gerissen...
Moment...
C631 sieht ganz anders aus als C627. Letzterer ist ein altbekannter uralter Wima, ersterer ist kleiner...
20220515_105320
Ob das was zu sagen hat?
Das Poti hab ich nachgelötet.
20220515_105754
Jetzt messe ich da mal etwas...


[Beitrag von jörg-525-touring am 15. Mai 2022, 10:59 bearbeitet]
oldiefan1
Inventar
#25 erstellt: 15. Mai 2022, 16:13
Die unterschiedlichen Typen und Grössen von WIMAS wurden da original so verbaut. Ist bei allen V5000 so. Hat also nichts zu sagen.
Einfach den Widerstand und die Spule messen. Wenn in Ordnung, dann doch C621 und C635 ins Visier nehmen.

C621, C635, C634 und C619 sind übrigens häufig kaputt, trocken oder mit Kapazitätsverlust. C621 sieht auch oben schon gewölbt aus, dem würde ich nicht mehr trauen.

Reinhard


[Beitrag von oldiefan1 am 15. Mai 2022, 16:16 bearbeitet]
jörg-525-touring
Stammgast
#26 erstellt: 15. Mai 2022, 16:16
Die 15mH Spule ist hochohmig 😕.
Also durchgebrannt?
Der Zwilling im linken Kanal hat 13Ω.
Und nun?
Wieso brennt die durch? Irgendwas zwischen 13V und 22V können da nur dranliegen, wenn C621 oder C635 und zugleich
C631 einen Schluss haben. Unwahrscheinlich... C631 hat definitiv keinen Schluss.
Ich löte die mal raus.
oldiefan1
Inventar
#27 erstellt: 15. Mai 2022, 16:24
Wie..."und nun?"

Natürlich Spule ersetzen! Und C621 und C635 sowie dessen Partner im anderen Kanal auch gleich mit.

Für die Spule hast Du ja die Daten: 15 mH, 13 Ohm. Der DC Widerstand ist nicht sooo wichtig, denn davor sitzt in Serie ja ein 240 Ohm Widerstand mit 5 oder 10% Toleranz.

Du kannst also gut diese Spule einbauen:
https://www.reichelt...rUdSsS4aAnIFEALw_wcB

Gruß
Reinhard
jörg-525-touring
Stammgast
#28 erstellt: 15. Mai 2022, 16:25
Hm. C621 schein tatsächlich gewölbt zu sein.
Ärgerlich ist das mit der Spule. Ich guck mal, was Reichelt hat.
jörg-525-touring
Stammgast
#29 erstellt: 15. Mai 2022, 16:27
Da scheinen sich die Posts zu überschneiden 🙂
jörg-525-touring
Stammgast
#30 erstellt: 15. Mai 2022, 17:05
Ich hab die Kiste erstmal wieder zusammengeschraubt. Bisher hat der Apparat noch nicht wieder geploppt. Das ist schonmal gut.
Ich werde dann die 15mH-Spule und die Elkos drum herum bestellen. Und einen Elko als Ersatz für die Tantalperle im Standby-Netzteil. Und eine Siliziumbrücke als Ersatz für den Selengleichrichter. Und........ vielleicht 48V Finderrelais für die Lautsprecher. Dann nächstes Wochenende weitersehen.
Viele Grüße,
Jörg.
oldiefan1
Inventar
#31 erstellt: 15. Mai 2022, 17:45
Ja, eben das, was bei einer Revision eines V 5000 immer anfällt. Die ist nur alle 30 Jahre nötig.


Es gibt da noch mehr Teile im V 5000 die bei einer Revision angegangen werden sollten:

- Elko C202 auf der NF-Vortreiberplatte (unten, Nähe Steckerleisten in der Mitte) ist regelmässig hinüber/trocken (10µF 50V)
- C342/C345 auf der senkrechten Vorverstärkerplatte rechts stehend, ersetzen, da von den 2,4K, 2W Lastwiderständen R375/R377 beheizt. Die werden auch mal gerne hochohmig, wenn die genannten Elkos das Zeitliche segnet. Dann fällt der entsprechende Phono-Kanal aus. Dafür muss die Karte nicht ausgebaut werden, man kommt da so gut dran.

- und das Dir ja bekannte Kriechstromproblem "Netzschalter", das durch Schalter-Kreuztausch nachhaltig (für die nächsten 30 Jahre) behoben wird.

Gerne fällt mal einer der End-Leistungstransistoren aus Altersschwäche aus. Als Ersatz haben sich ISC BD745C/BD746C bewährt. Wärmeleitpaste muss dabei neu. Klirrfaktor und Leistung mit diesen ISC sehr gut!
Ruhestrom beider Kanäle neu einstellen. Keinen Kurzschluss dabei machen!

Gab es einen Endstufenschaden, ist meist auch die Symmetrie des Differenzverstärkers hinüber (DC-offst am LS-Ausgang zu hoch). Die Transistoren des Differenzverstärkers T3/T5 (T103/T105) sind dann durch auf gleichen hfe selektierte BC560B zu ersetzen.

Gruß
Reinhard


[Beitrag von oldiefan1 am 15. Mai 2022, 17:51 bearbeitet]
jörg-525-touring
Stammgast
#32 erstellt: 15. Mai 2022, 19:40
Hallo Reinhard,

vielen Dank für die Tipps. Ich guck mir die Teile mal näher an und bestelle die dann mit.

Eben hab ich erst mal ne Platte damit gehört. 🙂 Gut, dass man den Phono-Level einstellen und mit dem Level-Schalter den Loudness-Einsatz wählen kann 🙂

Bis später,
Jörg
jörg-525-touring
Stammgast
#33 erstellt: 15. Mai 2022, 20:18
Wenn ich von Tuner auf Phono1 umschalte, ploppt es im linken Kanal. Grrr. Da ist eine Tantalperle am Ausgang der Phono1-Stufe kaputt, oder?
Und mir fehlt der Schaltplan von der senkrecht stehenden Phonoverstärkerplatte 😞


[Beitrag von jörg-525-touring am 15. Mai 2022, 20:51 bearbeitet]
oldiefan1
Inventar
#34 erstellt: 15. Mai 2022, 21:28
Ja, Phono-pegel kann für Phono 1 und Phono 2 getrennt eingestellt werden.
Es ploppt bei Phono 1, links, also nicht bei Phono 2, sicher?

Es gibt dann noch diese Möglichkeiten:

Phono 1 und MM
Phono 1 und MC

Ich nehme an, Du hörst mit MM (moving magnet) System (nicht dem 100-1000-fach schwächeren MC = moving coil), richtig?
Der MM/MC Umschalter ist von unten (Bodenplatte).


Aaaalsooo:
Wenn es NUR bei Phono 1 (MM) und nur links ploppt, kommen infrage:
C317 (4,7µF, 50V)
C344 (4,7 µF, 50V)

Hast Du den Layout Plan?

Vorsicht beim Ausbau der senkrechten Vorverstärker-Platine!

Dafür muss erst die Klangregelplatine ausgebaut werden.
Dann ist von der Geräteunterseite her die von unten im Bodenblech steckende Schraube an der Eingangsbuchsenplatte zu lösen.
Dann ist hinten /rückseitig an der Eingangsbuchsenplatte die Schraube zu lösen, die die Eingangsbuchsenplatte am Chassis hält.
Dann mit Taschenlampe und LANGEM Kreuzschlitzschraubendreher innerhalb des Abschirmkastens der Vorverstärker Platine zwei Bodenschrauben von oben her herausdrehen. Mit dem magnetischen Schraubendreher die beiden Schrauben nach oben herausheben.
Dann die Steckverbindungen von/zur Vorverstärkerplatte lösen.
Dann kann die Vorverstärkerplatine VORSICHTIG gerade nach oben herausgezogen werden. Dabei auf die Steckleiste achten, in die diese Platine vorne eingreift. Nicht verkanten, nichts verbiegen.
(Später beim umgekehrten Wiedereinbau darauf achten, dass die Kontaktstifte in der richtigen Reihenfolge wieder in die Öffnungen der Kontaktleiste eingreifen.)

Fehler beim Aus- und Einbau und grobes Vorgehen führen zur Zerstörung an der Verbindung Eingangsbuchsenplatte/Vorverstärkerplatine. Das ist nur mit sehr grossem Aufwand dann wieder instandsetzbar und bleibt eine "Ruine". Ich habe schon zu viele dieser Schäden gesehen!

Schaltplan:
https://www.hifi-archiv.info/Grundig/V5000s/

Gruß
Reinhard


[Beitrag von oldiefan1 am 15. Mai 2022, 22:23 bearbeitet]
jörg-525-touring
Stammgast
#35 erstellt: 16. Mai 2022, 00:55
Hallo Reinhard,

zuerst einmal vielen Dank für den Schaltplan. Den hab ich gesucht. Ja, das Platinenlayout für die Platinen hab ich.

Zum Ploppen: es ploppt, wenn ich von Tuner, Tape1, Tape2 oder Phono2 nach Phono1 schalte und auch, wenn ich von Phono1 nach Phono2, Tuner, Tape1 oder Tape2 schalte. Wenn ich zwischen Phono2, Tuner, Tape1, Tape2 hin und her schalte, ploppt es nicht.

Phono1 ist mit dem Schalter im Boden auf Phono geschaltet (RIAA-Entzerrung, nicht Mikrofon). Phono2 ist auf MM geschaltet, nicht MC.

Ob es nur links oder links und rechts ploppt, prüfe ich did Tage nochmal. Links ploppt es definitiv und reproduzierbar.

Für mich klingt es so, als ob an dem Phono-Ausgang Gleichspannung anliegt, die über den Schalter in die nächste Stufe gerät. Vor oder hinter dem Schalter scheint ein Koppelkondensator einen Schluss zu haben.

So, jetzt ist schlafen dran und morgen Arbeit.

Gute Nacht,
Jörg
jörg-525-touring
Stammgast
#36 erstellt: 16. Mai 2022, 20:55
Es ploppt nur links, wenn phono 1 geschaltet wird. Rechts ploppt nix. :-)
oldiefan1
Inventar
#37 erstellt: 16. Mai 2022, 21:09
Lösung hatte ich ja schon gegeben.
jörg-525-touring
Stammgast
#38 erstellt: 21. Mai 2022, 21:22
Moin.
Hier ist, was ich gemacht habe:
20220521_183804
Zwei Spulen und vier Kondensatoren drum herum, die auf den 2,5kHz Klangsteller wirken, ausgebaut.
20220521_185406
Da sind die Teile. Die Spulen sind zerbröselt.
20220521_184458
Neue Kondensatoren und Reinhards Spulen eingebaut.
20220521_184850
Abschirmbecher wieder drüber.
20220521_185748
Phonoplatine raus.
20220521_190731
C317 und C344 raus.
20220521_190735
Da sind sie.
20220521_191609
Neue Kondensatoren rein, 63V, 105°C.
20220521_193008
Tantalperle und Selengleichrichter aus dem Standbynetzteil raus.
20220521_194824
Alte Relais, von denen ein Idiot die Schutzkappen entfernt hatte, ausgebaut. Da sind die Ersatzrelais von Omron von Ebay.
20220521_195558
Standby-Netzteil mit neuen Relais, Kondensator und ..... Rundgleichrichter 😉
20220521_202203
Alles wieder zusammengebaut und Platte angehört.
Nichts ploppt mehr 😉 Alle Regler gehen wieder.
Alles gut
Vielen Dank an Reinhard.
oldiefan1
Inventar
#39 erstellt: 22. Mai 2022, 02:15
Hallo Jörg,

perfekt gemacht!

Gruß
Reinhard
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