Grundig MXV 100 ploppt

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cabrio
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 04. Jan 2007, 22:40
Bei meinem schönenen Vorverstärker der Mini-Serie ploppt leider der linke Kanal in unregelmäßigen Abständen. Ich vermute den Fehler im pnp Ausgangstransistor T113 (BC638).Leider konnte ich mit Kältespray den Fehler nicht provozieren.Dies Ausgangstransistoren werden sehr heiß bei meinem Gerät und scheinen unterdimensioniert.
kann jemand die Fehlerquelle bestätigen und gibt es alternative Ausgangstransistoren, die nicht so heiß werden?
Auf Hilfe hofft
Franky
oldiefan1
Inventar
#2 erstellt: 05. Jan 2007, 20:22
Hallo Franky,

Grundig hat bestimmt nichts unterdimensioniert. Wenn ein Endstufentransistor zu heiss wird, liegt entweder ein Defekt vor (z.B. in der Treiberstufe) oder - und das ist der häufigste Fehler - der Ruhestrom ist zu hoch. Bei richtig eingestelltem Ruhestrom wird der Kühlkörper der Endstufe bei Zimmerlautstärke auch nach ca. einer Stunde kaum handwarm.

Ruhestrom zu niedrig: Gerät verzerrt
Ruhestrom zu hoch: Endstufe brennt durch / oder wird zu heiss

Der Endstufen-Ruhestrom wird mit einem Potentiometer eingestellt, dass sich bei jedem der beiden Kanäle auf der Treiberplatine oder in der Nähe der Endstufentransistoren befindet.

Bei alten Geräten kann es vorkommen, dass durch Alterung nach Jahrzehnten der Ruhestrom irgendwann zu hoch oder zu niedrig wird. Dann muss er NACH WERKSANGABEN neu eingestellt werden. Dazu braucht man aber das Service Manual, dass einem sagt, wie und wo man den Ruhestrom misst und auf welchen WERT er einzustellen ist. Grundig gibt meist zwei Messpunkte an, an die ein Millivoltmeter angeschlossen werden muss. Dann muss bei kaltem Gerät, ohne Eingangssignal und ohne Lautsprecher mit dem Poti ein bestimmter Millivoltwert eingestellt werden.

Bist Du selbst "elektronisch/elektrisch erfahren"? Dann kannst Du es selbst machen. Vielleicht hat ja ein anderer Forumskollege die Angaben aus dem Servicemanual, oder Du kannst es Dir (z.B. ebay) besorgen. Wenn Du sowas aber noch nicht gemacht hast, würde ich die Arbeit einem Fachbetrieb oder versiertem Bekannten überlassen. Schnell ist ein Kurzschluss produziert und die Endstufe zerschossen. Ggf befinden sich im Innern auch Netzspannung-führende offene Kontakte, die man keinesfalls berühren darf! (Lebensgefahr!)

Aber Du sagst ja, das Problem hast Du bei einem Vorverstärker. Der hat ja gar keine Endstufe, also auch keine Ruhestromeinstellung. Hier muss also ein Defekt vorliegen. M.E. spricht das Ploppen für einen defekten Kondensator. Hast Du im Bereich, wo Du den Fehler vermutest Tantalkondensatoren? Grundig hat oft "blaue Tantalperlen" verbaut, die sich mit Plopp und Kurzschluss plötzlich verabschieden können und dabei meist Transistoren mit ins Nirwana reissen. So ein kurzgeschlossener Tantal-Elko kann einen Transistor leicht zum Glühen bringen. Normale Elkos können auch mit Kuzschluss ausfallen.

Ich würde solche Tantalkondensatoren durch Folienkondensatoren ersetzen (WIMA MKS-2), wenn möglich (gibt es bis 4,7 Mikrofarad/50 V), bei höheren Kapazitäten durch Standard-Elektrolytkondensatoren tauschen. Wenn Du keinen Schaltplan hast und auf aufwendige Fehlersuche verzichten willst, schlage ich vor, alle Kondensatoren im betreffenden Bereich konsequent zu erneuern.

Gruss,
Reinhard
hf500
Moderator
#3 erstellt: 05. Jan 2007, 20:57
Moin,
der MXV100 ist ein Vorverstaerker und der hat nur einen Transistor auf einem Kuehlkoerper, den im Netzteil ;-)

Die Ausgangsstufe ist Klasse A Eintakt mit reichlich Ruhestrom, etwa 25mA.
Bei einer UCE von ca.25V macht das 0,6W Verlustleistung, damit ist ein BC638 gut ausgelastet.

Wenn der Verstaerker Geraeusche macht, folgende Kondensatoren tauschen:
C144/344 (0,47µ/35V), C156/356 (0,47µ/35V), C118/318 (0,47µ/35V) und wenn man schon dabei ist,
auch C128/328 (0,47µ/35V).

Diese Kondensatoren tauscht man durch 0,47µ/63V Folienkondensatoren mit Rastermass 5mm (Conrad etc.)

Dann C163/363 (10µ/35V Tantal) gegen 10µ/63V 105°C. Wenn man will, auch die beiden Tantalelkos in der Phonostufe,
die ebenfalls in 10µ/25V 105°C

Das Relais, das den Ausgang bei dem Einschalten kurzschliesst, soll nach etwa 3 Sekunden anziehen.
Sonst C911 (10 µ/50V) tauschen, auch hier 105°C Type mit 63V.

Dann sollte der Verstaerker wieder knackfrei laufen, auch wenn ich bei meinem MXV100 immer noch ein paar Knackgeister fangen muss.
Auch sollte man die komplette Ausgangsstufe an ihren Transistoren und den grossen Widerstaenden nachloeten.
Ebenfalls alle Anschlussbuchsen und die Buchsenplatte auf der Hauptplatine.

Man muss hier mit Ausloetlitze wirklich sehr gut umgehen koennen, Litze auflegen, !nicht! reiben!
Die Platinen sind empfindlich und die Loetaugen loesen sich sofort ab. Die Platinen sind nicht kaschiert, sondern die Leiterbahnen
sind elektrochemisch aufgebracht. Das gab im Prinzip billig herzustellende, durchkontaktierte und doppelseitige Platinen, die auch viel aushalten.
Nur keine Loetwaerme :-/

73
Peter
cabrio
Ist häufiger hier
#4 erstellt: 05. Jan 2007, 23:11
Da gab es ja doch noch Antworten. Herzlichen Dank an Reinhard und insbesonder Peter für die vielfältigen Tipps.

Ich komme eben gerade von dem Gerät, wo ich den Fehler weiter eingegrenzt habe. Das Dumme ist, dass man auf das Erscheinen des Störgeräusches schon mal 20 Min warten muß, also eine langwierige Sache.Die von Peter erwähnten Kondensatoren hatte ich bereits alle getauscht.

Die Vorstufen habe ich von der Ausgangsstufe durch Auslöten von C151 abgetrennt... Der Fehler blieb erhalten. Also muß dieser in den Ausgangsstufen mit T111-T113 zu suchen sein.
T111 habe ich durch Abtrennen von R211 abgehängt. Der Fehler trat nicht mehr auf.Also muß er sich in oder um T111 (Laut Schaltbild BC413C, bei mir eingelötet BC550C)befinden. Ich werde als nächstes diesen T mal tauschen.
Wenn ich Glück habe, war es das dann.

Grüsse
Franky
cabrio
Ist häufiger hier
#5 erstellt: 05. Jan 2007, 23:18
Noch vergessen zu Fragen wegen des stark belasteten T113 (BC638) in der Ausgangsstufe:
Ist es hier sinnvoll eine etwas stärker belastbare Type einzusetzen? Der BC638 ist ja laut Datenblatt nur mit 0,625 W belastbar, also voll ausgereizt...
Franky
hf500
Moderator
#6 erstellt: 05. Jan 2007, 23:26
Moin,
wenn Du einen Transistor in der Ausgangsstufe abhaengst, hoert diese auf zu arbeiten.
Trennt man R211 ab, wird T113 gesperrt, die Ausgangsstufe arbeitet nicht mehr und der Fehler ist natuerlich auch weg.
Die komplette Ausgangsstufe ist fuer Gleich- und Wechselspannung/strom gegengekoppelt.
Ein Fehler in einem Bauelement wirkt daher durch die gesamte Stufe.
Das macht die Fehlersuche so schwierig.
Da der Fehler erst nach Erwaermung auftritt, sollte man die Ausgangstransistoren und die Arbeitswiderstaende naeher
betrachten, sie werden am hoechsten belastet.
Transistoren und Widerstaende tauschen, fuer die Widerstaende 1W Metallfilm nehmen und mit mehr Abstand zur Platine einloeten.

73
Peter
cabrio
Ist häufiger hier
#7 erstellt: 06. Jan 2007, 14:57
Erfolgserlenbis! Er löpt wieder ohne Störungen. Fehlerhaft war definitiv T111 (BC550C) in der Ausgangsstufe.
Habe heute morgen den T ausgetauscht und jetzt läuft das Gerät schon seit über eine Stunde ohne jedes Nebengeräusch.
Danke nochmal für die Mithilfe.
Ich werde den MXV jetzt wieder in die Stereo-Anlage integrieren.
Grüsse
Franky
hf500
Moderator
#8 erstellt: 06. Jan 2007, 19:24
Moin,
weisst Du, wie gross die Ausgangskondensatoren bei Dir waren?
Im Schaltbild stehen 100µ/63V, drin waren bei mir 47µF.

Im uebrigen scheint sich bei Dir eine Faustregel zu bestaetigen.
Fehler, die besser werden (Betriebszeit), sind meist Elkos.
Wird es schlimmer, sind es Transistoren oder allgemein Halbleiter.

73
Peter
cabrio
Ist häufiger hier
#9 erstellt: 06. Jan 2007, 19:41
Bei mir im Schaltbild steht 100/50V. Die waren bei mir auch drin.Hab ich vorsorglich auch getauscht.
Grüsse
Franky
Yorck
Gesperrt
#10 erstellt: 15. Jul 2007, 14:58
Hallo, meine kleine Grundig MXV 100 Vorstufe hat in den letzten Wochen immer mal sporadisch bei der Phonosektion den linken Kanal mit kräftigem Rauschen quittiert, andere Zuspielquellen kamen aber nachwievor durch..
Dank der Tipps hier habe ich zuerst einmal alle Spannungen gemessen und die Kondensatoren geprüft, da war aber alles noch okay, letztendlich war der Fehler auch immer nur mal sporadisch da und dann tagelang wieder verschwunden, Kältespray half nichts...nun habe ich einfach alle Transistoren in der Phonosektion (linker Kanal) T101 T102 und T103 und T104 rausgelötet und einzeln im Transistorprüfer geprüft, dann wieder eingesetzt...es stellte sich bei der Benutzung eines Haarföns (Hitzetest) Transistor T114 als der Schuldige heraus ein BC557B,nach Ersatz dessen durch einen neuen von Conrad läuft das Teil wieder perfekt....habe dennoch mir die Zeit genommen und alle Tantalkondensatoren und sukzessive ALLE Elkos von A-Z gegen neue, bessere 105Grad beständige 63V Typen ersetzt---jetzt sollte der Amp die nächsten 30 Jahre ohne Ärger laufen....kalte Lötstellen waren auch zumindest optisch zuhauf zu beklagen, waren aber elektrisch noch nicht kritisch---die knarzenden Potis habe ich mit Ballistol (in kleiner Menge) neu geschmiert..da knarzt nichts mehr!

Beste Grüße

Dirk


[Beitrag von Yorck am 15. Jul 2007, 15:01 bearbeitet]
audiophilanthrop
Inventar
#11 erstellt: 16. Jul 2007, 12:35

Yorck schrieb:
---die knarzenden Potis habe ich mit Ballistol (in kleiner Menge) neu geschmiert..da knarzt nichts mehr!

Hmm, soll das Zeug nicht im Laufe der Zeit verharzen? Dann gibt es nämlich irgendwann wieder Ärger...
andisharp
Hat sich gelöscht
#12 erstellt: 16. Jul 2007, 13:09
Ich weiß auch nicht, warum hier viele Ballistol empfehlen. Ich kann davon nur abraten, das Zeug zieht Dreck an. Richtig wäre eine Kombination aus Kontakt 60, WL und 61. Oft reicht auch nur WL und 61. Wenig 60 und reichlich WL zum Reinigen und etwas 61 zur Versiegelung. Das reicht für mehrere Jahre.
hf500
Moderator
#13 erstellt: 16. Jul 2007, 20:37
Moin,
Ballistol habe ich frueher auch verwendet.
Es verharzt nicht, sondern dickt zu einer vaselinartigen Masse ein.
Hat man viel davon verwendet, sieht das Poti nach einiger Zeit wie ein Blumenkohl aus ;-)

Obwohl es chemisch eher harmlos ist, sollte Ballistol daher geanu wie Kontakt 60 ausgewaschen werden.
In der Regel genuegt aber Kontakt 61 allein.

73
Peter
hf500
Moderator
#14 erstellt: 03. Nov 2007, 20:47
Moin,

ich habe heute meinen MXV100 ein wenig "getuned", also die hoch belasteten Ausgangstransistoren durch belastbarere ersetzt.
Nach etwas Sucherei habe ich mich fuer den BD520 entschieden (PNP, 80V, 2A, 10W, 120MHz; z. Vergl: BC638 60V, 1A, 0,8W, 50MHz).
Geeignet waere auch der fast gleiche, aber etwas spannungsfestere (100V) BD530.

Ohne Kuehlkoerper wird auch dieser Transistor reichlich warm, transportiert aber durch die duennen Beine kaum Waerme in die Platine.
Und duenne Beine sind durch die Bohrungen in der Platine Voraussetzung.
Trotz abweichender Anschlussfolge laesst sich der Transistor noch problemlos einsetzen.

Durch die starke Gegenkopplung gleich- wie wechselstrommaessig ist der Transistor in der Ausgangsstufe einigermassen unkritisch,
die Gleichspannungen an den Transistoren haben sich praktisch nicht veraendert.

Das sieht jetzt so aus:

http://img87.imageshack.us/img87/6127/mxv100of5.jpg

Die vier Arbeitswiderstaende werden noch durch etwas hoeher eingesetzte 1W Metallfilmwiderstaende ersetzt. Beim jetzigen Einbau
wird noch zuviel Waerme in die Platine geleitet.

Nachtrag:
Anscheinend hat sich auch das Problem mit dem Knacksen in den ersten 10 Minuten Betrieb mit den neuen Transistoren erledigt.
Jedenfalls ist das gestern und heute nicht wieder aufgetreten. Ich hoffe, das bleibt auch so ;-)

73
Peter


[Beitrag von hf500 am 07. Feb 2008, 01:25 bearbeitet]
agrestic
Schaut ab und zu mal vorbei
#15 erstellt: 20. Jul 2010, 12:47
Hallo!

Ich hatte bei beiden MXV100 die ich besitze das Problem, dass sie nach einiger Zeit auf dem Linken Kanal einen Knall produzieren.
Ich habe nach der Anleitung von hf500 alle beschriebenen Kondensatoren ausgetauscht. Ich hab erst die Tantals C163/363 und die C144/344 ausgetauscht, und dann bei der ersten kontrolle schon festgestellt, dass das Problem schon behoben war. Trotzdem habe ich die anderen (außer die vom Phono und Relais) dann auch noch ausgetauscht.

Ich bedanke mich vielmals für die Anleitung! Jetzt funktionieren beide Vorverstärker wieder wunderbar :-)

Gruss
agrestic
Fux77
Neuling
#16 erstellt: 24. Sep 2015, 19:42
Hallo,
nachdem ich bei meinem MXV100 auch Störgeräusche und das Ploppen hatte, habe ich wie beschrieben etliche Bauteile getauscht. Es ist soweit jetzt auch wieder ok, jedoch habe ich auf dem linken Kanal ein leichtes Dauerrauschen (unabhängig von der aufgedrehten Lautstärke).

Ich habe nun mal einige Spannungen nachgemessen und ich habe an zwei Punkten in der linken Stufe deutlich zu hohe Spannungen:
13.8 V statt 12.2 V
29 V statt (24.4 V) (bedingt durch obige "Über"-Spannung)
In der rechten Stufe sind die Spannungen nur leicht erhöht.

--> siehe Eintragungen im angehängten Schaltplan (die grün markierten Bauteile habe ich erneuert)mxv100_bias_problem

Die meisten Widerstandswerte habe ich nachgemessen und sie sind ok. Wie bekomme ich die Spannung runter? Die Widerstände (für BIAS ??) R217 und R218 wurden bereits ausgetauscht.

Danke!
Viele Grüße
Markus


[Beitrag von Fux77 am 24. Sep 2015, 19:44 bearbeitet]
hf500
Moderator
#17 erstellt: 24. Sep 2015, 20:11
Moin,
willkommen im Forum.

Die Kollektorspannung von T111 ist zu hoch, weil der Transistor zuwenig Strom zieht. Ist C158 ok? Wenn er zu Feinschluss neigt, zieht er die Basisspannung von T111 herunter, was dessen Basis- und damit Kollektorstrom senkt. Die Basisspannung wird hochohmig ueber R213 zugefuehrt, ein Fehler in C158 kann sich deswegen gut auswirken (auch, wenn ihm R206 ziemlich niederohmig parallelliegt). Solange die Transistoren einwandfrei sind, gibt es fuer bestaendiges Rauschen nur irgendeinen schadhaften Widerstand oder Kondensator als Grund.
Ist fuer T111 ein BC550C drin? Bei zuwenig Stromverstaerkung kann der Transistor nicht genug Strom ziehen, die Kollektorspannung steigt an.
Die Spannung an C158 fuer den Normal- und gestoerten Betrieb nachrechnen, dann weiss man, ob das Spannungsteilerverhaeltnis noch stimmt. Es duerfte genuegen, nur R213 und 206 zu betrachten, der Basisstrom von T111 duerfte zu vernachlaessigen sein.
Tip: Bei der Fehlersuche auch die Basis-Emitterspannung der Transistoren nachmessen, kann Hinweise liefern.

Fuer die Wertaenderung von C167 muesste man mal die Seriennummern der Geraete vergleichen. Mal sind tatsaechlich 100µ drin, mal 47µ. Man muesste mal die untere Grenzfrequenz fuer einen aeusseren Lastwiderstand von 10k ausrechnen. Am Ende "Aenderungen, die dem technischen Fortschritt dienen, vorbehalten". Entweder war mit 100µ in der Praxis die untere Grenzfrequenz des Ausgangs zu niedrig oder 47µ vollkommen ausreichend.

73
Peter
Fux77
Neuling
#18 erstellt: 24. Sep 2015, 21:00
Hallo Peter,
Danke für Deine ausführliche Hilfe.
Werde mir den C158 morgen anschauen bzw. tauschen und auf jeden Fall die BE-Spannung messen.
Was für Werte nehmen denn feinschlüssige Kondensatoren erfahrungsgemäß an, oder sind hier von Kurzschluss bis Unendlich alle Werte möglich?

Den T111 habe ich heute getauscht und wieder den BC413C eingebaut (extra auf Ebay welche besorgt ..), wäre ein BC550C besser gewesen? Zumindest ist nach dem Tausch des T111 ein sporadisch auftretendes ziemlich lautes Rauschen weg (dafür ist das leichte Rauschen jetzt noch da ..).

Danke für die Erklärung zum C167.

Viele Grüße
Markus
Fux77
Neuling
#19 erstellt: 24. Sep 2015, 21:25
Eine Frage hätte ich noch: was bedeutet der Doppelpfeil bei dem R207, ist dieser zum Abstimmen gedacht?
hf500
Moderator
#20 erstellt: 24. Sep 2015, 23:51
Moin,
BC413 ist ein rausch- und rumpelarmer Vorstufentransistor, BC550 hat die gleichen Eigenschaften und ist als sein Nachfolger anzusehen. Beide sind hier gleichwertig verwendbar. Wichtig ist hier das "C" hinten an der Typbezeichnung, es gibt die Stromverstaerkungsgruppe an (hier die hoechste). "A" ist selten, "B" waere fuer BC413 oder BC550 auch moeglich.

Der Doppelpfeil kennzeichnet einen "selbstveraenderlichen" Widerstand, hier ist es ein temperaturveraenderlicher Widerstand, damit der Arbeitspunkt der Ausgangsstufe bei Temperaturaenderungen erhalten bleibt. Transistoren neigen dazu, bei hohen Temperaturen immer mehr Strom zu ziehen, was hier dem an sich schon hochbelasteten BC638 gefaehrlich werden kann. Die Gegenkopplung ueber alle drei Stufen und R207 verhindern dies. Der angegebene Nennwert von 2,2k gilt fuer 25°C.

In Roehrengeraeten koennen feinschluessige Kondensatoren schon mit einem Widerstandswert von einigen Megohm "gefaehrlich" werden, in diesem Fall sind es eher Werte im ein- bis unteren zweistelligen Kiloohmbereich. Daher nachrechnen, welche Spannung an C158 stehen soll und nachmessen, welche tatsaechlich anliegt.
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