Receiver HECO SMR 625, Endstufe defekt, wer hilft mit?

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Trafo
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 07. Jul 2006, 13:58
Hallo HiFi-Freunde,

mein neuer (alter) HECO-Receiver SMR 625 aus der zweiten Hälfte der 70er Jahre bereitete mir nur ca. 10 Minuten Freude.

Schönes Holzgehäuse, alle Knöpfe vorhanden, eingeschaltet, spielt Musik, Drehspulinstrument geht auch, alle Funktionen einwandfrei, oh wie schön (dachte ich mir) und wollte auf der Rückseite die Mittelwellenantenne etwas ausrichten. Und was bemerke ich da. Die Rückwand war regelrecht am "Glühen" (bei Zimmerlautstärke). Ich mache jetzt keinen Witze. Das Blech war so heiß, daß eine Berührung mit der Hand kaum eine Sekunde möglich war. Natürlich sofort ausgeschaltet und mal nachgeschaut, was sich im Innern zugetragen hat.

Da sitzen 4 kleine Leistungstransistoren BD 243 C (gibt es bei Reichelt für 0,19 EUR das Stück) in einiger Entfernung von der Rückwand auf einem waagrechten Blech. Verblüffend ist die Leidensfähigkeit dieser Halbleiter. Bei so einer Hitzeentwicklung überhaupt noch zu funktionieren, verdient Respekt.

Von oben sieht die Endstufe noch einigermaßen normal aus. Auf der rechten Seite wurden ein Elko und ein Trimmpoti getauscht. Auch die beiden Drähte (mit dem Temperaturfühler), die zum rechten Leistungstransistor führen, scheinen neu zu sein. Auf jeden Fall sind sie verschmort.

Aber beim Betrachten der Rückseite der Schock. Ein Bastler hat doch tatsächlich einen Teil der Leiterbahnen mit dem Lötkolben einfach weggebrannt und die Endstufe "repariert". Man kann nun sagen was man will. Sei es nun ein Dilettant oder nicht. Er hat die Endstufe zumindest wieder zum Laufen gebracht und nicht daran gedacht, daß es vielleicht einen Ruhestrom gibt.

Hier der traurige Zustand der Endstufe.

Bauteileseite:


Lötseite:



Wie geht es nun weiter? Service-Unterlagen: Fehlanzeige.
Zum Glück ist aber die eine Hälfte der Endstufe noch im Original vorhanden. Ich werde alle Bauteile, die der "Bastler" ersetzt hatte, auslöten und die Lötseite putzen. Dann kommen noch ein paar Originalteile raus (z.B. die beiden grünen, verkohlten 0,5-Ohm-Widerstände im Emitter-Kreis. Dann versuche ich alle vorhandenen Bauelemente in der Schaltung mit dem Multimeter nachzumessen und Ersatz zu besorgen. Und zum Schluß löte ich die Endstufe wieder zusammen und rekonstruiere die Leiterbahnen auf der Lötseite.

Irgendwie wird es schon klappen, aber da gibt es bei jedem Kanal 2 Trimmpotis. Wahrscheinlich eins für den Offset und eins für den Ruhestrom. Das mit dem Offset ist noch machbar, aber wie hoch sollte der Ruhestrom sein, wenn keine Angaben vorhanden sind?

Gibt es dafür evtl. Faustwerte?

OK, ein HECO-Receiver ist nicht unbedingt eine HiFi-Perle, in die man viel Zeit investiert (ja, auch Eure Zeit beim Lesen dieses Beitrags und betrachten der Bilder). Aber soll er deswegen in die Tonne? Jetzt hat er so lange durchgehalten und seine (vielen) Vorbesitzer durch sein Funktionieren erfreut.

Wer kann mit ein paar Tips weiterhelfen, wie so eine vermurkste Endstufe wieder zu neuem Leben erweckt werden kann?

Gruß

Trafo
hf500
Moderator
#2 erstellt: 07. Jul 2006, 17:54
Moin,
da waren Kuenstler am Werk :-/

Siliziumhalbleiter sind bis etwa 150°C Sperrschichttemperatur funktionsfaehig,
allerdings gilt die zulaessige Verlustleistung nur fuer 25°C Sperrschicht- oder auch Gehaeusetemperatur.

Den Ruhestrom einstellen ist nicht schwer. Du misst die Spannung ueber den Emitterwiderstaenden und rechnest den Strom
aus. Einstellen wuerde ich erstmal 30mA, das reicht fast immer aus.
Bei den ueblichen Geraeten ist der ruhestrom korrekt, wenn sich die Endstufe in Ruhe nur leicht (handwarm) erwaermt.
Die Einstellungen fuer Offset und Ruhestrom koennen voneinander abhaengig sein, deshalb beim Abgleich wechselseitig nachmessen,
am einfachsten geht es natuerlich mit zwei Multimetern.

Auch wuerde ich alle Halbleiter in der schadhaften Endstufe tauschen, es kann einer dabei sein, der einen Knacks hat.
Zumindest muessen sie gruendlich geprueft werden.
In einer Endstufe hat der Treibertransistor einen Kuehlkoerper. Der fehlt in der defekten Stufe und sollte natuerlich wieder
montiert werden. TO92 Transistoren vertragen hoechstens 1W Verlustleistung, und das ist schon reichlich. Unter Umstaenden findet sich ein Kleinleistungstransistor,
der an dieser Stelle besser geeignet ist. (vielleicht sowas wie ein BD135)
BC639/640 sind fuer hoeher belastete TO92 Transistoren ein guter Ersatz. Mit dem Kollektor in der Mitte ersetzen sie gut jap. Transistoren.

Transistoren auf Kuehlkoerpern unbedingt mit Waermeleitpaste montieren, die Doppeldiode zur Temperaturmessung und Arbeitspunktstabilisierung muss unbedingt guten
Waermekontakt zur Endstufe haben, sonst laeuft sie hoch.

Wie es aussieht, hat dieser Verstaerker nur eine Versorgungsspannung. Wenn man ein Labornetzteil hat, sollte man die Endstufe bei etwa 1/3 der Nennspannung vorabgleichen.
Man merkt es am Verhalten des Verstaerkers, ob er mit soviel Unterspannung schon einigermassen laeuft. Wenn er sich einstellen laesst, passt allses.

73
Peter

73
Peter
Trafo
Ist häufiger hier
#3 erstellt: 07. Jul 2006, 19:22
Hallo Peter,

vielen Dank für die super Tips. Das macht Mut für die Reparatur .

Sobald die Endstufe wieder aufgebaut ist, werde ich über das Ergebnis berichten.

Gruß

Trafo
musicus66
Ist häufiger hier
#4 erstellt: 08. Jul 2006, 09:55
das ist eine kleine quasikomplementärendstufe (alles NpN-Endtransistoren), hat wohl auch nur eine unsymmetrische Versorgung (Ausgangselko). Die Ruhestrompotis (ca. in Mitte der Platine) würde ich auch noch genauer untersuchen, ob der Schleifer noch Kontakt macht.
Wie schon gesagt wurde, reichen ca. 30 mA Ruhestrom (15mV an den grünen Emitterwiderständen)erstmal; das andere Poti wird zur Symmetrieeinstellung sein, denn durch den Ausgangselko gibt es ja kein Offset-Problem; zum ganz genauen einstellen ist wohl ein Oszi+Generator nötig; evtl mal die Mittenspannung am Verknüpfungspunkt der Emitterwiderstände messen , ob sich durch vorsichtes Drehen eine Veränderung ergibt; falls ja genau auf halbe Versorgungsspannung bezogen auf Masse einstellen.
Die Baugruppe sieht mir nach japanischer/asiatischer Fertigung aus; die BD243 sind also sicher nicht original aber für die Leistungsklasse geeignet.
Trafo
Ist häufiger hier
#5 erstellt: 08. Jul 2006, 22:49
Hallo musicus66,

Du hast Recht, der Receiver ist aus asiatischer Produktion. Die Beschriftung ist auf der Front- und Rückseite ausschließlich in Deutsch, nur DIN-Buchsen, aber nirgends ein Hinweis "Made in ...".

Genauso war es bei dem Lustre CR-8080 SE, eine japanische OEM-Produktion in europäischem Gewand. Nicht nur die Endstufe sondern das komplette Gerät (zentrales Blech, mit Ausschnitten für die einzelnen Platinen) und die Tuner-Platine des HECO haben verblüffende Ähnlichkeit mit dem Lustre. Auch das Blackbox-Design und der Lämpchenhalter sind fast identisch.

Wen es interessiert, hier der Link zu meiner anderen Low-Budget-Produktion.

http://www.hifi-foru...um_id=84&thread=5004

Danke für die Hinweise zur Endstufe. Ich werde das alles ausprobieren, sobald die Bauteile wieder komplett sind. Hab schon mal 20% der Platine abgeräumt und die Lötseite gereinigt.

Gruß

Trafo
hf500
Moderator
#6 erstellt: 09. Jul 2006, 18:16
Moin,
musicus66 hat recht. Mir war noch nicht aufgefallen, dass es sich um eine
Quasikomplementaere Endstufe handelt. Diese Technik ist ziemlich alt und stammt aus der Zeit,
als die Herstellung komplementaerer (also PNP-NPN Paare) Leistungstransistoren noch schwierig war.
Bei den quasikomplementaeren Endstufen sind beide Endtransistoren vom gleichen Typ. Dafuer besteht
die Treiberstufe aus einem Komplementaerpaar, beim Grundig HF500 sogar ein Germanium-Silizium Paar.

Diese Schaltung hat in der Reparatur nach meinen Erfahrungen Nachteile.
Sie erfordern oft ausgemessene Paare in der Endstufe und dem NPN-PNP-Paar in der Treiberstufe.

Daher muss diese Endstufe unbedingt nach der Reparatur an einem Labornetzteil in Betrieb genommen und angeglichen werden.
Ich hatte oft Pech mit diesen Endstufen, meist war der Ruhestrom nicht einstellbar. Glueck hatte ich bislang
nur bei einem Beomaster 3000, dessen Endstufe ist wohl unkritischer.

Ich hoffe, dass es bei dem Heco genauso ist...

73
Peter
Trafo
Ist häufiger hier
#7 erstellt: 09. Jul 2006, 20:46
Hallo hf500,
Hallo musicus66,

es juckt in den Fingern. Am liebsten würde ich gleich loslegen, die Bauelemente heraussuchen, bei Reichelt bestellen und dem HECO neues Leben einhauchen.

Leider bin ich beruflich die nächsten 3 Wochen fast immer unterwegs.

Ich werde mich zwischenzeitlich erst mal in die Verstärker-Technik einlesen. Bei meinen Reparaturen bzw. Reparaturversuchen (manches muß ich erstmal wegstellen und ein paar Wochen nachdenken) gehe ich nach der Methode "learning by doing" vor. Wenn ich ein Problem einigermaßen eingekreist habe, folgt etwas Theorie, dann wird gemessen und wenn ich Glück habe, gibt es die Bauteile noch im Handel.

Die meßtechnische Grundausstattung ist vorhanden: 30 MHz-Oszi, Stereo-Tongenerator und ein regelbares Netzgerät.

hf500 schreibt "... die Doppeldiode zur Temperaturmessung und Arbeitspunktstabilisierung muss unbedingt guten Waermekontakt zur Endstufe haben, sonst laeuft sie hoch".

Wie funktioniert denn das? Im original erhaltenen Schaltungsteil ist am Ende der beiden Drähte ein kleiner "schwarzer Punkt", der mit dem Metall des linken Leistungstransistors verbunden ist. Der Bastler hat am Ende der Drähte auf der rechten Seite zwei kleine Dioden angelötet und mit dem rechten Leistungstransistor verbunden. Der scheint schon Ahnung gehabt zu haben .

Welchen Typ von Diode soll ich nehmen?

Ich freue mich jetzt schon, wenn die Endstufe ihren Betrieb wieder aufnimmt. Mit meinem Halbwissen, Eurer Hilfe und etwas Glück wird es gelingen

Gruß

Trafo
hf500
Moderator
#8 erstellt: 09. Jul 2006, 20:59
Moin,
in dem kleinen Kunstharztropfen der Originaldiode ist wahrscheinlich eine Doppeldiode.
Man kann es nachmessen, indem man den Verstaerker entweder in Betrieb nimmt und die Spannung ueber dem Ding misst,
oder ueber einen Vorwiderstand 10mA hindurchschickt.
Bei einfachen Dioden (in Flussrichtung natuerlich) fallen dann etwa 0,7V, bei doppelten eben 1,4V darueber ab.

Es genuegen normale kleine Siliziumdioden, etwa 1N4148, ein Allerweltstyp.
Eine 1,4V Z-Diode geht wahrscheinlich auch und besteht auch aus zwei Dioden in Serie.

73
Peter
Trafo
Ist häufiger hier
#9 erstellt: 06. Aug 2006, 00:13
Hallo hf500 und musicus66,

sicher wollt Ihr wissen, ob die Reparatur geklappt hat.

Leider bin ich nicht sehr viel weiter.

Zuerst habe ich mal die ausgelöteten Bauelemente des defekten (genauer gesagt, des durchgebrannten, aber noch funktionierenden) rechten Kanals durchgemessen und mit den Werten der Bauelemente auf der Platine verglichen.

Erstaunlich: alle Widerstandswerte waren im grünen Bereich, obwohl manche total schwarz verkohlt waren (kein Farbring mehr zu erkennen).
Dann habe ich bei den Transistoren die Dioden von Basis nach Emitter und Kollektor gemessen sowie den ohmschen Widerstand zwischen Kollektor und Emitter. Alles OK.

Danach habe ich die Original-Transistoren vom linken Kanal mit den ausgelöteten Transistoren verglichen:

Original:
BC 174 B
NEC A545 L4Z (steht außen auf dem Kühlkörper, scheint im Kühlkörper eingegossen)
NEC C815 M5X
CI 400 E55A

Ausgelötet:
BC 546 C (3 St.)
C 556 B

Die 4 originalen Transistoren gibt es bei www.reichelt.de nicht. In den Halbleiter-Vergleichstabellen finde ich aber nur für einen der Transistoren einen Vergleichstyp: BC 174 B kann ersetzt werden durch BC 182, BC 190 und BC 546.

Da hat der "Künstler" mal schnell 3 St. BC 546 C genommen (gibt es bei Reichelt für 0,04 EUR) und einen C 556 B.
Bei Reichelt gibt es einen BC 556 B (0,03 EUR). Ist das der gleiche?

Bevor ich jetzt auf gut Glück Bauelemente tausche, habe ich versucht, die Schaltung zu verstehen. Auf der Bauelementeseite sind alle Leiterbahnen von der Lötseite aufgedruckt (so was habe ich ja noch nie gesehen). Dafür sind außer B C E überhaupt keine Aufdrucke für Bauelemente vorhanden.

Hier mein "Werk":



Die eingezeichneten Spannungen habe ich bei ausgebauter Endstufe im Leerlauf gemessen.

Bei den Potis ist der Maximalwert angegeben. Das Poti an der Basis von T5 steht auf 14 kOhm, das an der Basis von T4 auf 171 Ohm.

Letzteres muß ich wohl auf 222 Ohm einstellen, oder?

musicus66 schrieb, daß das Poti an der Basis von T5 zur Symmetrieeinstellung ist. Geht aus den Schaltbild hervor, wie hier abzustimmen ist? Oder muß ich mit dem Oszi ran?

Was fällt Euch noch so ein, wenn Ihr die Schaltung betrachtet? Ist da was besonderes dran oder stammt diese Ingenieurleistung aus einem Lehrbuch?

Gruß

Trafo
hf500
Moderator
#10 erstellt: 06. Aug 2006, 18:21
Moin,
der BC546 ersetzt eine ganze Reihe an anderen NF-Kleinsignaltransistoren.
Wenn der 546 an einer rauschempfindlichen Stelle sitzt, dann besser BC550.

Der nachgestellte Buchstabe kennzeichnet die Stromverstaerkungsgruppe.
Die Verstaerkung steigt von A nach C. Genaueres in den Datenblaettern.

So gesehen ist es kein Fehler, einen BC546 statt des Originaltyps zu verwenden.
Die Unterschiede sind gering und fallen kaum auf.
Wichtig ist nur, dass die Belastbarkeit (Spannung, Strom, Verlustleistung) des
Ersatztyps mindestens der des Originales entspricht.

73
Peter


[Beitrag von hf500 am 06. Aug 2006, 18:28 bearbeitet]
Trafo
Ist häufiger hier
#11 erstellt: 01. Sep 2006, 00:12

hf500 schrieb:
...

Diese Schaltung hat in der Reparatur nach meinen Erfahrungen Nachteile.
Sie erfordern oft ausgemessene Paare in der Endstufe und dem NPN-PNP-Paar in der Treiberstufe.

Daher muss diese Endstufe unbedingt nach der Reparatur an einem Labornetzteil in Betrieb genommen und angeglichen werden.
Ich hatte oft Pech mit diesen Endstufen, meist war der Ruhestrom nicht einstellbar. Glueck hatte ich bislang
nur bei einem Beomaster 3000, dessen Endstufe ist wohl unkritischer.

Ich hoffe, dass es bei dem Heco genauso ist...

73
Peter



Hallo hf500 und musicus66

ich hatte Glück im Unglück bei der Reparatur der Heco-Endstufe. Beim Einstellen des Ruhestroms in dieser verzwickten Schaltung hat sich ein BC 174 B mit einer atemberaubenden Explosion (mit Funken!) verabschiedet. Details siehe weiter unten.

Aber erstmal der Reihe nach.

Ich habe die durchgebrannten Widerstände, ein 100k-Poti, ein 1.000µF-Elko und die Doppeldiode (2 x 1N4148) ersetzt.

Bei den Transistoren habe ich folgende Typen verwendet:

BC 174 B ersetzt durch BC 546 B
NEC A545 L4Z ersetzt durch BC 546 B
NEC C815 M5X ersetzt durch BC 556 B
CI 400 E55A ersetzt durch BC 546 B

Die Prüfung der ausgebauten Endstufenplatine mit einem externen Netzgerät konnte ich nicht durchführen, da 2 Spannungen (23,8 V und 55,2 V) notwendig waren und ich nur ein Netzgerät besitze.

Dann habe ich die Endstufenplatine wieder eingebaut und die Spannungsversorgung sowie die Lautsprecheranschlüsse angelötet.

Nun hatten meine Meßgeräte Premiere. Den Tongenerator habe ich über einen 0,1µF-Kondensator an den Tape-Eingang angeschlossen und ein 1-kHz-Sinussignal mit 1,7 Vss eingespeist. Ein 30-MHz-Zweikanal-Oszi nimmt mit dem zweiten Kanal am Lautsprecherausgang mit 4-Ohm/5-W-Widerstand das Ausgangssignal ab. Der erste Kanal hängt am Tongenerator.

Hier der Tongenerator von 1976, mit dem man damals Stereodekoder getestet hat:




Dann habe ich alles eingeschaltet und tatsächlich ein Sinussignal am Lautsprecherausgang gesehen. Ich habe mir zuerst den linken Kanal vorgenommen (der war ja nicht defekt) und versucht, durch Drehen an den beiden Potis die leichten Verzerrungen im Ausgangssignal zu beseitigen. Das war echt spannend.

Ich habe erst mal mit dem 0,5-kOhm-Poti den Ruhestrom auf 30 mA (d.h. 15 mV Spannungsabfall über den 0,5-Ohm-Emitter-Widerständen) eingestellt und dann am 100-kOhm-Poti hin- und hergedreht. Da hat sich das Sinussignal etwas verbogen. Dann habe ich wieder zurückgedreht, das Signal wurde besser. Dann waren die Verzerrungen etwas stärker, noch ein bißchen gedreht und fast war es perfekt. Doch dann wurde es dem BC 174 B zu heiß und er ist mit Funkenbildung explodiert. Vor lauter Schreck fiel mir der Schraubenzieher aus der Hand. Da ich erst nicht wußte was geschehen war, habe ich erst mal alles ausgeschaltet und den Schaden begutachtet. Außer dem Transistor war offensichtlich nichts beschädigt.

So sieht ein BC 174 B aus, dem es im Sommer zu warm geworden ist. Er hat sich regelrecht "ausgezogen":




Mal schnell die "Universal-Wunderwaffe" BC 546 B eingebaut und den Meßaufbau hochgefahren. Sofort den Ruhestrom auf 30 mA gestellt und nach jedem vorsichtigen Drehen an einem der beiden Potis den Ruhestrom kontrolliert und mit dem jeweiligen anderen Poti auf 30 mA zurückgestellt.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen:




Das obere Signal ist das Eingangs-Testsignal (steht auf der Rückseite des Tongenerators zur Verfügung), das untere ist das Lautsprecher-Ausgangssignal. Drehen am Lautstärkeregler verändert die Amplitude, aber nicht die Signalform.

Das war ein schönes Gefühl nach all dem Stress mit dem Heco SMR 625.

Nun wird's spannend: Der Tongenerator wird auf den reparierten rechten Kanal gesteckt und siehe da, auch ein sauberer Sinus! Sollte die Reparatur geglückt sein?




Beim Aufdrehen des Lautstärkereglers kam dann die Ernüchterung:




Noch ein bißchen mehr Power:




Das Signal geht knapp über Zimmerlautstärke in die Begrenzung. Das was man da am Oszi sieht, kann man auch als verzerrtes Signal hören, wenn man Musik einspeist, den Balance-Regler hin- und herdreht und vergleicht.

Ich habe dann an beiden Potis wechselseitig herumgedreht und immer den Oszi und den Ruhestrom im Auge behalten. Es wurde aber nicht besser.

Bis hierher war die ganze Angelegenheit ziemlich lehrreich und einen Teilerfolg habe ich dank Eurer tatkräftigen Hilfe auch erzielt.

Beide Kanäle der Endstufe laufen stabil und der rechte bis Zimmerlautstärke akzeptabel. Der Ruhestrom steigt von 8 mA nach dem Einschalten auf 30 mA nach einer halben Stunde Betriebszeit und bleibt dann dort. Die Transistoren werden dabei nur lauwarm.

Hier die eingestellten Widerstandswerte:

Links (OK): 14 kOhm und 92 Ohm
Rechts (repariert): 13 kOhm und 72 Ohm

Ich bin nun mit meinem Latein am Ende aber doch ein wenig stolz.

Gruß

Trafo
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