Papierkondensatoren tauschen

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schmiereck
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 08. Aug 2008, 20:54
Hallo,

ich tausche bei meinen Geräten bei der Restauration generell die Papierkondensatoren gegen neuen. Insbesondere die ERO Dinger.

Meine Frage ist, soll ich einen ERO; 5000 pF; -; 750 V~ eher gegen einen 0.005uF @ 600V TAD Vintage Oil Caps / Paper-In-Oil oder einen TAD 4.7nF 630VDC Mustard Cap (4700pF = 4.7nF = 0.0047uF) tauschen?
Momentan bestelle ich bei: http://www.tubeampdoctor.com/

Oder gibt es aus Eurer Sicht noch bessere Alternativen? Es geht um 50er-Jahre Röhrenradio-Geräte.
Pimok
Stammgast
#2 erstellt: 08. Aug 2008, 21:22
Wie wärs mit stinknormalen Wimas
audiophilanthrop
Inventar
#3 erstellt: 08. Aug 2008, 21:52

Pimok schrieb:
Wie wärs mit stinknormalen Wimas :cut

x2. Wenn wer eine vernünftige Auswahl an Folien-Cs hat, dann doch wir in D.

Übrigens, 750V~ ist ganz schön heftig - erstmal abklären, wieviel im Betrieb tatsächlich anliegt.
Onkel_Siggi
Stammgast
#4 erstellt: 08. Aug 2008, 22:10

schmiereck schrieb:
ERO; 5000 pF; -; 750 V~


Sicher das so einer orginal verbaut wurde?
5000 pF; 750 V~ würde mich doch eher verwundern.

Über welches Gerät spreche wir den hier genau?
schmiereck
Ist häufiger hier
#5 erstellt: 08. Aug 2008, 23:06
Die Typen die ich genannt habe waren nur als Beispiel gedacht, aber das Beipiel ist ein
LOEWE OPTA Meteor Plastik 558W http://www.schmierec...+Meteor+Plastik+558W
den ich Momentan in Arbeit habe.

Ob die Spannung im Betrieb anliegt, kann ich nicht sagen. Ich schalte das Gerät erst an, wenn die Kondensatoren getauscht sind...

Mir ging es aber auch mehr um generelle Aussagen zum Tausch von den Teilen. Überlegt Ihr bei jedem einzeln was hier laut Schaltplan günstig wäre, oder sagt Ihr: EROs tausche ich immer gegen XYZ?
Bertl100
Inventar
#6 erstellt: 09. Aug 2008, 09:58
Hallo!

Wenn der Kondensator von Primärseite auf die Gerätemasse geht, dann muß da nach heutigen Maßstäben eigentlich ein Y1 Kondensator rein. Nix anderes.
Kein Y2, kein X..
Die hohe Spannungen halten die nicht aus, weil das dauernd anliegt, sondern weil da viel Sicherheitsreserve drin ist (Berührschutz!).

Z.b. Conrad Bestellnummer
501757.

Gruß
Bernhard
hf500
Moderator
#7 erstellt: 09. Aug 2008, 15:27
Moin,
irgendwelche (teuren?) "Vintage Oil-Caps" braucht man fuer die Dampfradios absolut nicht zu nehmen.

Solange es nicht die Primaerseite des Netztrafos ist, ist jeder Folienkondensator passender Kapazitaet und Spannungsfestigkeit geeignet.

Solange es sie gab, waren meine Favoriten die axialen Polyesterkondensatoren der Marke db, die oft als Boosterkondensatoren angeboten wurden.
Bei Pollin kann man oft auch fuendig werden.

73
Peter
Holger66
Ist häufiger hier
#8 erstellt: 09. Aug 2008, 17:36
Ich nehme dafür Wima MKS3 oder MKS4, außer eben für die Entstörkondensatoren. Das reicht völlig aus, die damaligen Bauteile waren mit deutlich höheren Toleranzen behaftet und sind heute meistens völlig im Eimer.

Holger
WinfriedB
Inventar
#9 erstellt: 09. Aug 2008, 20:49

schmiereck schrieb:
Hallo,

ich tausche bei meinen Geräten bei der Restauration generell die Papierkondensatoren gegen neuen. Insbesondere die ERO Dinger.

Meine Frage ist, soll ich einen ERO; 5000 pF; -; 750 V~ eher gegen einen 0.005uF @ 600V TAD Vintage Oil Caps / Paper-In-Oil oder einen TAD 4.7nF 630VDC Mustard Cap (4700pF = 4.7nF = 0.0047uF) tauschen?


Von den Ölpapierdingern ist eher abzuraten, ich kenne einen US-Bastler (war lange Jahre Tontechniker), der mir geraten hat, die Dinger grundsätzlich rauszuschmeißen - entwickeln häufig Restströme, die Röhrenschaltungen schwer durcheinanderbringen können.

Häufig wurden früher die Kond. spannungsmäßig erheblich überdimensioniert. Wenn man aber die Spannung überprüft, sollte man beachten, ob sie noch mit größeren Wechselspannungen beaufschlagt werden.
schmiereck
Ist häufiger hier
#10 erstellt: 12. Aug 2008, 18:55
@hf500 #7

Das mit den "Oil-Caps" mag stimmen, aber sie sehen am ehesten "Original" aus. Das schöne Radio mit so eckigen Plastik-Dingern vollzulöten macht mich nicht so richtig an.

Wegen Primaerseite am Netztrafos: Der eine ERO (C4) hängt definitiv direkt am Netz und geht gegen die Chassis.
Der Typ den ich mir jetzt bestellt habe ist der "0.005uF @ 600V TAD Vintage Oil Caps / Paper-In-Oil".

Meinst Du/ Ihr, ich kann den Einbauen?

Thomas


[Beitrag von schmiereck am 12. Aug 2008, 19:11 bearbeitet]
Pimok
Stammgast
#11 erstellt: 12. Aug 2008, 19:54
Bertl100
Inventar
#12 erstellt: 12. Aug 2008, 20:52
Hallo!
Wie gesagt: Y1 muß explizit auf diesem Kondensator draufstehen.
Ist auch im Wikipedia Link von Pimok nachzulesen!

Gruß
Bernhard
schmiereck
Ist häufiger hier
#13 erstellt: 12. Aug 2008, 21:25
OK, Y1 muss aus heutigen Sicherheitsgründen sein, sehe ich ein.

Spricht was aus elektronischer Funktionalität gegen den Einsatz des Öl-Köndensators?

Ansonsten habe ich noch einen axialen "TAD 4.7nF 630VDC Mustard Cap (4700pF = 4.7nF = 0.0047uF)" zu bieten. Da steht zwar auch kein Y1 drauf, ist aber ein Folienkondensator. Spricht was gegen den?

Grüße,
Thomas
Holger66
Ist häufiger hier
#14 erstellt: 13. Aug 2008, 03:16
Siehe oben ! Warum läßt Du ihn nicht ganz weg ?
Holger
Bertl100
Inventar
#15 erstellt: 13. Aug 2008, 04:59
Hallo!

Holger, du bringst hier den entscheidenden Tipp!!
Lieber ganz weglassen, als was unsicheres einbauen!
Das Gerät wird auch ohne funktionieren!

Gruß
Bernhard
WinfriedB
Inventar
#16 erstellt: 13. Aug 2008, 07:26
Also netz-primärseitig würde ich nur Kond. einbauen, die explizit für Netzentstörung (Y1) gedacht sind bzw. für 250VAC spezifiziert sind.

Früher ist man davon ausgegangen, daß bei Kond. für AC-Anwendungen die DC-Spannungsfestigkeit mind. das 3fache der AC-Spannung betragen sollte, d.h. 600VDC wären da schon etwas knapp. Als Trennkondensatoren an den Antenneneingängen der (meist nicht netzgetrennten) Fernseher wurden z.B. Kond. mit 1000 bis 1500VDC eingesetzt.

Netzentstörkondensatoren gibts auch bei Conrad, allerdings AFAIK nicht mehr in axialer Bauform. Wenn man auf originalgetreue Bauformen Wert legt, dann lieber ganz weglassen, viel nützen die Dinger an der Stelle eh nicht. Wenn schon, dann müßte man ein komplettes Netzfilter einbauen.
armin777
Gesperrt
#17 erstellt: 13. Aug 2008, 11:38
Hallo schmiereck,

wie Peter (hf500) schon schrieb, nimm doch die runden von db (Dörrbeck), die shen absolut original aus, sind rund und axial, man kann sie bei ASWO bekommen - die haben neuerdings sogar eine Möglichkeit Endgebraucher zu beliefern!

Beste Grüße
Armin
hf500
Moderator
#18 erstellt: 13. Aug 2008, 15:28

armin777 schrieb:
Hallo schmiereck,

wie Peter (hf500) schon schrieb, nimm doch die runden von db (Dörrbeck), die shen absolut original aus, sind rund und axial, man kann sie bei ASWO bekommen - die haben neuerdings sogar eine Möglichkeit Endgebraucher zu beliefern!

Beste Grüße
Armin


Moin,
liefert Aswo direkt oder ueber den Aswo-Shop eines Haendlers?
Ich kenne jedenfalls nur diese Moeglichkeit.
Kunde bestellt beim Haendler und Aswo schickt direkt zum Kunden.

Gibt es die db-Kondensatoren noch? Ich meine, den Hersteller gaebe es nicht mehr.
Im letzten Pollin-Katalog war noh eine Auswahl an "Hochspannungskondensatoren zu finden.
Da sollte auch etwas dabei sein.

Fuer db-Kondensatoren kann man auch mal bei Vielstedter-Elektronik in Hude nachfragen. Sie hatten jedenfalls mal das ganze Programm zu guenstigen Preisen.

73
Peter
armin777
Gesperrt
#19 erstellt: 14. Aug 2008, 16:47
Hallo Peter,

Du hast Recht - auf den erst kürzlich bezogenen Kondesatoren steht nicht mehr db drauf - sie sehen aber ansosnten genau so aus. Deshalb habe ich auch nicht so genau hin geschaut!

Nun habe ich mal einen aus der Schublade gekramt - die Hersteller heißen entweder Vishay oder ERO (Roederstein) und sind ganz in der Tradition von db in gelb als axiale Hochvoltkondensatoren gehalten.

Wie das bei ASWO für Private geht, weiß ich nicht. Ich habe am Telefon mal gefargt un ddie Dame sagte, das sei kein Problem, sie hätten da jetzt eine Möglichkeit dafür.

Beste Grüße
Armin
hf500
Moderator
#20 erstellt: 14. Aug 2008, 17:55
Moin,
egal, wie die Kondensatoren jetzt heissen, es gibt sie noch :-)
Und das allein ist wichtig.

Das mit Aswo scheint wohl die von mir erwaehnte Methode zu sein.

Ich habe gerade mal bei Vielstedter vorbeigeschaut, grosse Enttaeuschung.
Sie haben ihr Programm drastisch zusammengestrichen und Bauelemente ganz aus dem Programm genommen.
Kondensatoren gibt es hier keine mehr :-(

73
Peter
Bertl100
Inventar
#21 erstellt: 15. Aug 2008, 09:58
Hallo!


Nun habe ich mal einen aus der Schublade gekramt - die Hersteller heißen entweder Vishay oder ERO (Roederstein) und sind ganz in der Tradition von db in gelb als axiale Hochvoltkondensatoren gehalten.

Dann hat wohl Vishay den Hersteller aufgekauft. BC (vormals Philips passiv), Vitrohm, GenSemi, Temic, ... alles jetzt Vishay.

Gruß
Bernhard
audiophilanthrop
Inventar
#22 erstellt: 15. Aug 2008, 10:02

Bertl100 schrieb:
Dann hat wohl Vishay den Hersteller aufgekauft. BC (vormals Philips passiv), Vitrohm, GenSemi, Temic, ... alles jetzt Vishay.

Roederstein auch.
schmiereck
Ist häufiger hier
#23 erstellt: 16. Aug 2008, 18:50
Hallo an alle,

vielen Dank für die vielen Antworten, viele waren sehr hilfreich, aber -
das soll jetzt nicht pampig sein, aber ich muss die Frage mal stellen (und weiß nich wie sonst): Hat hier schon einmal jemand, der nicht einen Keller voller alter Kondensatoren hat (von Herstellern, die es nicht mehr gibt), einen solchen Kondensator austauschten müssen?

Ich wäre sehr dankbar für einen konkreten Typ und Bezugsquellen. Ich weiß, mein Anspruch, einen axialen zu nehmen ist evtl. hoch gegriffen, aber der Gedanke muß doch schon einmal jemanden gekommen sein.

Wie gesagt, dass soll kein Angriff sein, ich bin nur etwas verwirrt und weiß aufgrund der Antworten nicht genau, wie ich weiter vorgehen will/ soll.

Grüße,
Thomas
Bertl100
Inventar
#24 erstellt: 16. Aug 2008, 19:15
Hallo!

Ich verwende für "normale" Einsätze in alten Radios immer MKT1813 von ERO (Vishay).
Z.b. Bürklin Best. Nr. 46D573 ff.

Die halten 400V aus. Das ist für alle normalen Anwendungen in Röhrenradios ausreichend.

Ausnahme:
1) bei Geräten mit AZ11 oder AZ12 als Gleichrichteröhre (höhere Leerlaufspannung!)
2) Kondensator der mit der Anode der Endröhre (z.b. EL84) verbunden ist.
3) Kondensatoren direkt auf der sekundärseite des Trafos.
4) Kondensatoren zw. Primär- und Sekundär.


Für 1 sollten alle normalen Cs im Gerät eher 630V aushalten.

Für 2 und 3 sind 400V _AC_ Festigkeit nötig. 250V AC ist zu knapp.
400V AC bedeuten meistens 1000V DC.

Fall 4 ist der Y1 Kondensator.

Gruß
Bernhard
schmiereck
Ist häufiger hier
#25 erstellt: 16. Aug 2008, 19:41
Hi,

vielen Dank für die Antwort.
Kleiner Hinweis:
Wenn man "46 D 573" eingibt findet, die Suche auch was. Wenn ich "http://www.buerklin.com" zu "Vertrauenswürdigen Sites" hinzufüge, kann ich den Warenkorb anschauen (auch wenn bei mir dann das Menü in einer Endlosschleife immer wieder neu geladen wird)

Eine Bauform/ Foto ist allerdings nirgends verfügbar. Gibt es die irgendwo (Katalog)?
Oder allgemein, was sind die ERO (Vishay) für Bauformen?

Grüße,
Thomas


[Beitrag von schmiereck am 16. Aug 2008, 19:41 bearbeitet]
Bertl100
Inventar
#26 erstellt: 16. Aug 2008, 19:52
Hmm. Bei mir ist schon ein Bild dabei. Besser gesagt eine Skizze. Das sind axiale Typen.
GGfs. kannst du auch bei www.vishay.com ein Datenblatt herunterladen. Nach MKT1813 suchen.

Gruß
Bernhard
schmiereck
Ist häufiger hier
#27 erstellt: 16. Aug 2008, 20:09
Hallo Berhard,

that's ist! Thx!

Wie kommst Du von Bürklin auf die Zeichnung?

Bei mir kommt nur die Trefferzeile "0,01 µF, 5,0 x 11 mm RoHS-konforme Ausführung erhältlich, Stand 01.07.2006 46 D 573" und ein gelber Button für den Warenkorb.

Und wie kommst Du von dort auf die www.vishay.com Nummer des Datenblattes?

Man, ist das alles kmpzrt&%$!?...

Grüße,
Thomas
Bertl100
Inventar
#28 erstellt: 16. Aug 2008, 22:12
Bei Vishay oben rechts in der Suchzeile MKT1813 eingeben.
Das ist die Baureihe dieser Kondensatoren.
Dann kann man ein Datenblatt herunterladen.

Gruß
Bernhard
schmiereck
Ist häufiger hier
#29 erstellt: 16. Aug 2008, 22:21
Das ist klar, das habe ich auch gefunden, funktioniert auch sehr gut! Dankeschön!

Die Frage war, wie komme ich von einem Bauteil, das ich bei Bürklin gefunden habe auf des entsprechende Datenblatt bei Vishay?
Geht das nur über "man muss es halt Wissen"?

Das andere ist, wie komme ich zu der Skizze bei Bürklin?

Grüße,
Thomas
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