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KENWOOD KR-4070L von aileena

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armin777
Gesperrt
#1 erstellt: 16. Mai 2007, 19:15
Aileena hatte kürzlich seinen Receiver Baujahr 1979 am Wickel und folgenden Fehler:

alle Quellen außer Tape kaum Ton (nur ganz leise), Tunerteil ganz ohne Funktion.

Er fand und fand den Fehler nicht und hat mich dann gefragt, ob ich nicht einmal nachsehen wollte. Ich wollte, wenn ich das hier im Forum öffentlich tun dürfte. Ich durfte. Danke, Peter.

Zunächst Gerät ausgepackt und angeschlossen, sehr, sehr guter Zustand für das Alter. Alle Lampen waren offenbar erneuert - wenn man das auch etwas zu gut gemeint hatte (es blendet ja schon richtig!) Aber das korrigiere ich dir noch später.

Gerät geprüft - verhält sich exakt so, wie beschrieben. Gerät geöffnet und erst mal Wasserschaden festgestellt. Siehe die unteren Fotos. Und diese Lötstellen fielen mir sofort ins Auge, wer hat denn hier gelötet???













Der Wasserschaden war schnell beseitigt mittels Kontakt WL, einer Zahnbürste und Pressluft. Dann kamen die verdächtigen Lötstellen dran. An zwei Pins des Eingangswahlschalters, denn um den handelt es sich bei den Lötstellen, kamen die Signale von den Aux-Buchsen auch an - linker und rechter Kanal. Wenn ich die Pins mit dem Ausgang des Eingangswahlschalters (also der Anschluß, der zum Verstärker hin geht) kurzschloß, spielte das Gerät laut und vernehmlich! Also: Unterbrechung im Eingangswahlschalter und zwar in beiden Kanälen - sehr merkwürdig. Also raus mit dem Ding. Die Lötstellen sahen dann so aus:



Da muß ich noch etwas nacharbeiten, leider sind Dir da einige Leiterbahnen weggeschmolzen. Was für einen Lötkolben verwendest Du, Peter? Ich vermute er hat eine zu hohe Temperatur an der Spitze, wahrscheinlich ungeregelt. Da muß man sehr vorsichtig mit umgehen, besonders mit so alten Platinen, die konnten noch nicht so hohe Temperaturen vertragen.

Dann den Eingangswahlschalter heraus und siehe da: genau wie Du vermutet und auch gehofft hattest (Murphys Gesetz läßt grüßen) winzige Ursache - Riesenwirkung. Du hast beim Tauschen (erneuern kann man es ja nun wirklich nicht nennen!) des Eingangswahlschalters lediglich übersehen, daß die Achse, die die Wafer betätigt nicht eingeschoben war! Man dreht also vorne am Knopf und hinten bewegt sich nichts! Das erklärt auch, weshalb der Tuner nicht arbeitet, denn da werden die Betriebsspannungen geschaltet.

Der ausgebaute Eingangsswahlschalter sieht so aus:




Ganz unten, das lange Dünne ist die Achse - und die steht zu weit heraus. man muß sie mit dem Finger einfach reindrücken.
Sieht dann so aus:




Damit würde weder alles spielen! Aber vorher kommt noch:

-Reinigen des Eingangswahlschalters (man sieht auf dem Foto deutlich, daß er völlig schwarz angelaufen ist)

-Reinigen des Lautsprecherwahlschalters (sieht genauso aus)

-Flicken der Leiterbahnen nach Wiedereinbau des Eingangswahlschalters.

-Korrigieren der Leuchtstärken der verwendeten Lampen.

-Auswechseln der Lampe für die Tunerinstrumente (da hast Du ein Riesenteil eingebaut und mit Isolierband befestigt, da setze ich Dir eine Originallampe ein - die leuchtet in der korrekten Stärke und hält 15 Jahre, außerdem paßt sie mechanisch)

Dann kann der Receiver seine Heimreise antreten.

Werde am Freitag den Rest hier noch dokumentieren und schöne Fotos vom Gerät machen. Wirklich ein schönes Exemplar! Wunderbar erhalten nur ganz wenige Gebrauchsspuren.

Die Knöpfe hast Du aber alle noch, oder? Es waren nämlich alle entfernt!!



Beste Grüße
Armin777


[Beitrag von armin777 am 16. Mai 2007, 19:18 bearbeitet]
andisharp
Hat sich gelöscht
#2 erstellt: 16. Mai 2007, 19:25
Ich glaube, wir brauchen alle mal einen Lötkurs
detegg
Inventar
#3 erstellt: 16. Mai 2007, 19:26
Sehr schöne Doku - und vor allem - "vertrauensbildende Maßnahmen"

Gruß
Detlef

PS: welche Löttemperatur empfiehlst Du bei den alten Schinken?
Stormbringer667
Gesperrt
#4 erstellt: 16. Mai 2007, 19:33

andisharp schrieb:
Ich glaube, wir brauchen alle mal einen Lötkurs ;)


Ich nicht!
armin777
Gesperrt
#5 erstellt: 16. Mai 2007, 19:39
@detegg


welche Löttemperatur empfiehlst Du bei den alten Schinken?


Nicht mehr als 350 Grad, besser 300 Grad.
Vor allem: immer etwas frisches Lötzinn vor dem Ablöten an die alte Lötstelle geben.

Beste Grüße
Armin777
detegg
Inventar
#6 erstellt: 16. Mai 2007, 19:48

armin777 schrieb:
Nicht mehr als 350 Grad, besser 300 Grad.
Vor allem: immer etwas frisches Lötzinn vor dem Ablöten an die alte Lötstelle geben.

... mir haben sich beim Ablöten mit der (Hand-)Pumpe schon Pads gelöst - ist Litze hier die bessere Wahl?

Danke für die Tips!

Detlef
aileena
Gesperrt
#7 erstellt: 16. Mai 2007, 19:57
Hallo Armin, erst mal vielen Dank.

Die Wasserschäden hatte ich schon so übernommen. Den Trick mit WL und Zahnbürste hatte ich mich da nicht getraut anzuwenden. Sah so massiv aus.

Das mit dem Tausch des Eingagngswahlschalters war ich auch. Löten ist nicht so meine Stärke als Ungeübter - und das mit der Achse war mir nicht bewußt - wenn Laien halt schrauben.

Tja, der Lötkolben. Altes Aldi-Ding. DA habe ich mir vor kurzem durch mehrfaches Löten auch die Hälfte der Bahnen bei einem KR 5200, der ansonsten wie neu aussieht - weggebrannt. Habe das aber irrtümlich auf Alter und das mehrfache Löten in kurzer Zeit geschoben. Und nicht auf einen zu heißen Lötkolben.
Hast Du einen bezahlbaren Tip für eine brauchbare Lötstation?

Die Knöpfe hatte ich schlichtweg vergessen zu montieren. Ist mir aufgefallen, als der Receiver unterwegs war.
Sind vollzählig da...
Stormbringer667
Gesperrt
#8 erstellt: 16. Mai 2007, 20:00

Hast Du einen bezahlbaren Tip für eine brauchbare Lötstation?


Weller WECP-20.

Selbst gebraucht nicht ganz so günstig,aber unbedingt zu empfehlen.
aileena
Gesperrt
#9 erstellt: 16. Mai 2007, 20:06
Danke Peer
Joit
Ist häufiger hier
#10 erstellt: 16. Mai 2007, 20:47
Hoi,
Such mal bei Conrad nach Lötkolben,
habe da vor 2 Wochen einen für 15€ gekauft.
Tolles Ding, 200 - 450°,
Spitze verzundert nicht, und ist in 2 Minuten heiss, Kontrolllampe für die Heizung, 60 W.
Artikel-Nr.: 588276 - LN

Ein direkter Link funzt leider nicht, die Seite meckert, weil er den Warenkorb nicht anlegen konnte.
aileena
Gesperrt
#11 erstellt: 16. Mai 2007, 20:51
Merci.
hf500
Moderator
#12 erstellt: 16. Mai 2007, 22:30
Moin,
Platinen wie diese loete ich aber auch mit meinem 370°C Weller TCP-50.
Wenn man normal zuegig loetet, nehmen die Platinen keinen Schaden.

Es gibt da im Moment nur eine Ausnahme, die in einem chemischen Abscheideverfahren hergestellten Platinen
vom Grundig MXV100 und verwandte Geraete aus gleicher Serie.
Die sind extrem empfindlich.

Nach einiger Probiererei habe ich festgestellt, dass 370°C genau die richtige Temperatur ist.
Das Zinn verbrennt nicht und man kann damit zuegig loeten, ohne kalte Loetstellen zu produzieren.
Loeten mit niedrigeren Temperaturen schont im allgemeinen das Material nicht, was man kaelter bearbeitet,
muss man laenger bearbeiten. Kommt in der Regel auf das Gleiche hinaus.
Auch mit 370°C wird man die Loetstellen beim zuegigen Loeten kaum ueber 250°C erwaermen. Die hohe Loetspitzentemperatur
sorgt allerdigs dafuer, dass die Waerme schneller in die Loetstelle fliesst.

Und so ist ein guter, geregelter Loetkolben das wichtigste Werkzeug, das man sich anschaffen sollte.
Peter (aileena) hat mittlerweise auch schon erfahren, was man mit so "einem Ding, das heiss wird" anrichtet.
Die meisten Ungeregelten haben immer die gleichen Nachteile.
Im Leerlauf werden sie zu heiss, unter Belastung kuehlen sie schnell zu stark aus.
Schliesslich mussen sie so bemessen werden, dass sie im Leerlauf nicht vollends "durchgehen".

73
Peter
detegg
Inventar
#13 erstellt: 16. Mai 2007, 23:01

Stormbringer667 schrieb:
Weller WECP-20

... best buy!

... bliebe noch die Frage < Entlötpumpe oder Entlötlitze > ??

Gruß
Detlef
Stormbringer667
Gesperrt
#14 erstellt: 16. Mai 2007, 23:19

detegg schrieb:

Stormbringer667 schrieb:
Weller WECP-20

... best buy!

... bliebe noch die Frage < Entlötpumpe oder Entlötlitze > ??

Gruß
Detlef



Je nach Anwendung.Bei großen Lötstellen wie z.B. Trafos würde ich die Pumpe empfehlen,sonst steigt der Verbrauch von Litze ins Unermeßliche.Was man mit der Pumpe nicht wegbekommt,kann man dann immer noch mit Litze enfernen.Litze z.B. bei IC´s bzw. IC-Sockel.Bei SMD´s verbietet sich die Pumpe sowieso.Ich denke mal,eine sinvolle und vorsichtige Verbindung beider Entlötmethoden bringt das beste Ergebnis,genügend Übung natürlich vorrausgesetzt.Und wenn man genügend finanziellen Spielraum hat,empfiehlt sich der Einsatz einer professionellen Entlötstation,die per Vakuumpumpe betrieben wird.

P.S.: In meinem Job löten wir nur noch mit heißer Luft.Entweder Heißluftfön oder spezielle Löt/Entlötmaschine wie z.B. Finetech


[Beitrag von Stormbringer667 am 16. Mai 2007, 23:22 bearbeitet]
hf500
Moderator
#15 erstellt: 16. Mai 2007, 23:27
Moin,
das kommt auf den Einzelfall an, man sollte beides haben.
Bei empfindlichen Platinen hat die Litze den Vorteil, dass sie ueberschuessige Waerme aufnimmt.
Aber es muss -wirklich_gute- Entloetlitze sein, die das Zinn gut (gierig) aufnimmt.
Ich hatte schon welche, die war da nicht besser als ein Stueck Netzkabel ;-)

Aber auch mit guter Litze besonders bei empfindlichen Platinen nicht auf der Loetstelle herumreiben.
Auch dann ist das Loetauge weg.

Der Weller wird schon eine gute Wahl sein, fuer mich persoenlich waere es der Weller TCP (24V/50W)
und dazu ein Trafo 24V/ab 35VA) (Komplette Station ist -noch- teurer :-/ ),
35VA fuer den Trafo reichen schon, weil der Loetkolben nur etwa die Haelfte der Zeit eingeschaltet ist.
Das haelt mein 35VA "Reisetrafo" stundenlang aus, fuer den Arbeitstisch habe ich aber einen 75VA Trafo (war gerade da...)


73
Peter


[Beitrag von hf500 am 16. Mai 2007, 23:31 bearbeitet]
Stormbringer667
Gesperrt
#16 erstellt: 16. Mai 2007, 23:31
Diese Litze (zumindest von diesem Hersteller) benutzen wir in der Firma: http://www.repdata.de/catalog/product_info.php?products_id=7586

Bisher fast nur gute Erfahrungen gemacht.
aileena
Gesperrt
#17 erstellt: 16. Mai 2007, 23:43
Wie erschafft man ein verschwundenes Lötauge neu? Bahn ziehen/verlängern?
Stormbringer667
Gesperrt
#18 erstellt: 17. Mai 2007, 00:00

aileena schrieb:
Wie erschafft man ein verschwundenes Lötauge neu? Bahn ziehen/verlängern?


Da wir hier ja nicht von Mikroelektronik reden,wie sie in Handys,Rechnern oder anderem Gedöns vorkommen,sondern von grober,aber sauberer Handwerkskunst,würde ich immer mit Silber- oder Kupferdraht arbeiten.Hauptsache,die erneuerte Leiterbahn hat guten,mechanischen Kontakt zur Platine.Alternativ geht auch Kupferfolie zum Aufkleben.Nur ist da dann wieder die liebe Feinmotorik gefragt,wenn es um das Ausschneiden und Aufkleben geht.Nach erfolgreicher Reparatur empfielt es sich,die reparierte Leiterbahn mit Heißkleber oder ähnlichem zu fixieren.Nebern der Anschaffung einer professionellen Lötstation empfehle ich auch die Investition in eine hochwertige Lupenleuchte mit mindestens 5 Dioptrin.
Denn mit ansteigendem Alter erhöht sich auch die Anzahl der benötigten mechanischen,optischen und manchmal auch seelischen Hilfsmittel.Man muß ja auch mit den täglichen Unwegbarkeiten wie Sehschwäche oder Tatterich fertig werden.

Was brauchst du: Lötstation,Entlötpumpe/Litze,dritte Hand,Leuchtlupe,Rundzange,Draht,Heißkleber o.ä.,Flasche Wein und versuche,es zu vermeiden,während der Reparatur zu lange auf den Monitor zu starren.Denn das trübt den Blick!
hf500
Moderator
#19 erstellt: 17. Mai 2007, 00:12
Moin,
wenn das Loetauge weg ist und man ein neues Bauteil mit langen Draehten (Widerstand, Elko) einbaut:
Den Draht nicht abschneiden, sondern auf der verbliebenden Leiterbahn bis zum naechsten Loetpunkt legen, falls der Draht lang genug ist.
Sonst die meist mit Stopplack abgedeckte Leiterbahn mit einem Glasfaserstift freilegen und den Draht aufloeten.
Der Lack kann uebrigens sehr robust sein.

Die genannte Ausloetlitze kann ich bestaetigen.

73
Peter


[Beitrag von hf500 am 17. Mai 2007, 00:14 bearbeitet]
detegg
Inventar
#20 erstellt: 17. Mai 2007, 00:45

Stormbringer667 schrieb:
... empfehle ich auch die Investition in eine hochwertige Lupenleuchte mit mindestens 5 Dioptrin.
Denn mit ansteigendem Alter erhöht sich auch die Anzahl der benötigten mechanischen,optischen und manchmal auch seelischen Hilfsmittel.Man muß ja auch mit den täglichen Unwegbarkeiten wie Sehschwäche oder Tatterich fertig werden. ;)

... wie wahr, wie wahr

Danke an alle für die tollen Tip´s!

Detlef
aileena
Gesperrt
#21 erstellt: 17. Mai 2007, 00:45
Na dann brauch ich neben der Station noch Draht und Kupferfolie, sowie Glasfaserstift. Und die Sache mit den 5 Dioptrin ist auch nicht ohne...
detegg
Inventar
#22 erstellt: 17. Mai 2007, 00:52

aileena schrieb:
Und die Sache mit den 5 Dioptrin ist auch nicht ohne...

Peter, vlt. kann ich nach unserem Umzug ins neue Firmengebäude ein paar alte Waldmann Arbeitsplatz-Leuchten (Gelenkarm, 22W Kaltlicht, integrierte D=120mm Lupe) abstauben. Habe eine solche seit Jahren in Gebrauch - genial!

... denke mal, ab August wird´s Zeit!

Detlef
aileena
Gesperrt
#23 erstellt: 17. Mai 2007, 01:05
Detlef, das wäre eine feine Sache. Bin ja nicht mehr der jüngste.
detegg
Inventar
#24 erstellt: 17. Mai 2007, 01:13
... ich mach´ mir mal ´nen Knoten ins Taschentuch/Handy

Detlef
aileena
Gesperrt
#25 erstellt: 17. Mai 2007, 01:31
Ich bitte darum... Wäre schön.
Stormbringer667
Gesperrt
#26 erstellt: 17. Mai 2007, 02:10
4 me 2 !!!!!
detegg
Inventar
#27 erstellt: 17. Mai 2007, 02:24

detegg schrieb:
... ich mach´ mir mal ´nen Knoten ins Taschentuch/Handy

... für alle Tatteriche mit Sehschwäche


Detlef
aileena
Gesperrt
#28 erstellt: 17. Mai 2007, 10:57
Da hilft nichts. Man muss dem Elend ins Auge blicken.
armin777
Gesperrt
#29 erstellt: 17. Mai 2007, 11:31
Morgen,

Peter, ich wußte gar nicht, daß Du solche Dinge benötigst.
Bis zu unserer Insolvenz im Juni 2006 hatten wir noch acht Techniker, im Jahr 2000 sogar noch 15!, jetzt sind es nur noch dreieinhalb (ich zähle mch nur halb, weil ich zwischen 1992 und 2006 pausiert habe, alo nur noch kaufmännisch unterwegs war) -wir haben also von dem benötigten Krempel noch jede Menge übrig. Mache Dir also folgenden Vorschlag: ich tausche eine gebrauchte, aber funktionierende Weller Lötstation WECP-20 nebst einer LUXO-Lupenleuchte mit 22W-Kaltlichtlampe und Gelenkarm gegen einen defekten KENWOOD-Receiver, den Du noch loswerden möchtest. Die drei Receiver, die jetzt bei mir sind, wollte ich Dir im Tausch gegen den defekten KR-5030 fertig machen. Dann blieben lediglich die Transportkosten an Dir hängen (hin und zurück pro Gerät 15,- Euro) - natürlich nur, wenn Du einverstanden bist.

@detegg
Zu der Frage, ob Entlötlitze oder Saugpumpe, muß auch ich sagen: beides, ergänzend. Ich benutze für grobe große Lötstellen (z.B. Trafos) die Lötsaugpumpe, für kleinere Lötstellen die Vakuumentlötstation von Weller (lohnt aber nur für Profis, ist sehr teuer, rund 1000 Euro) und für Fein- und Nacharbeiten Entlötlitze. Die von HF500 beschriebenen Qualitätsunterschiede liegen nach meiner Beobachtung an der Lagerung derselben vor dem Verkauf! Wenn die erstmal anfängt zu korrodieren, dann saugt sie fast gar nicht mehr. Sehr preisgünstig ist die 30m-Litze von Reichelt und gut ist sie auch.

Beste Grüße (diesmal von zu Hause ohne DSL)
Armin777
aileena
Gesperrt
#30 erstellt: 17. Mai 2007, 12:02
Hallo Armin.

Das mit dem Tausch ist geritzt. Der 5030 ist sowieso der vom Marktwert Wertigste aus dem Quartett.
Vielen vielen Dank für diesen mehr als fairen "Leistungstausch". Und das mit der Fracht geht selbstverständlich klar in Ordnung.

Der Tausch mit Station und Lampe ist ein sehr schönes Angebot für mich.
Als defekten Kenwood habe ich im Moment nur noch einen KR 5200 mit schöner Front und etwas zerschraddeltem Gehäuse. Das müßte dringend aufgearbeitet werden, wahrscheinlich sogar neu furniert. Soll ich Dir Fotos davon machen?
Furnieren könnte ich Dir noch anbieten. Dauert ein paar Tage, und vielleicht könntest Du ja dann noch ein wenig Draht, Lötlitze und ein paar gängige Elkos dazulegen? Fürs Furnieren.
An Furnier kann ich Dir dann Bubinga, Palisander und Vogelaugenahorn anbieten. Eventuell auch Wenge und Nußbaum.
armin777
Gesperrt
#31 erstellt: 17. Mai 2007, 17:28
@aileena

Machen wir so! Nimm mal ruhig ein Furnier, wie Du es gerade hast - mir ist es egal. Die Receiver werden sowieso alle verkauft.



Beste Grüße
Armin777
aileena
Gesperrt
#32 erstellt: 17. Mai 2007, 19:42
Alles klar Armin.
Der KR 5200 ist aber unberührt, so wie ich ihn bekommen habe. Er ließ sich nichts entlocken, daher hatte ich ihn erstmal weggestellt. Front und Skala mache ich natürlich sauber.
aileena
Gesperrt
#33 erstellt: 17. Mai 2007, 23:26
Hat mir jetzt keine Ruhe gelassen der KR 5200. Habe ihn mal eben gereinigt. Kein Staub mehr im Inneren - sieht sehr gut aus. Nichts oxidiert, schön glänzend. Skalenscheiben beide gereinigt und poliert. Ihr müßt nur noch reparieren - und ich das Furnier aufbringen.

Leuchten habe ich drin gelassen. Sind alle noch original. die weiß satinierten für die Skala. Ich habe auch meine Notiz zu diesem Gerät gefunden: rechter Kanal geht nicht.

Du kannst mir ja dann später mal mitteilen, was der Schaden war. Wahrscheinlich nicht viel für einen Profi.
Elos
Inventar
#34 erstellt: 17. Mai 2007, 23:49
Peter du hast PM
jim-ki
Inventar
#35 erstellt: 18. Mai 2007, 00:46
die weller WECP-20 gehen in der bucht so für ca 55 euronen weg. muss mir auch mal eine anlegen.hab nur ein weller und ein ersa stablötkolben
Elos
Inventar
#36 erstellt: 18. Mai 2007, 00:54

jim-ki schrieb:
die weller WECP-20 gehen in der bucht so für ca 55 euronen weg. muss mir auch mal eine anlegen.hab nur ein weller und ein ersa stablötkolben


Aha!

Auch noch wach
Ich gehe jetzt ins Bett und so eien Station werde ich mir auch mal zulegen - habe auch nur einen normalen Lötkolben
jim-ki
Inventar
#37 erstellt: 18. Mai 2007, 11:16
guten morgen erich, hatten ja schon das vergnügen.bin dann nach dem post ins bett gegangen.
armin777
Gesperrt
#38 erstellt: 18. Mai 2007, 18:37
So, Reparatur 2.Teil:

Zunächst Eingangswahlschalter zerlegen und reinigen, ausgebaut war er ja schon. Hierzu müssen die vier Laschen oben an den Schaltplatten zur Seite gebogen werden (im Foto deutlich zu sehen), sowie die Achse herausgezogen werden (liegt im Foto daneben). Dann kann beide Schaltplatten herausziehen.
Zunächst die Wafer ungereinigt, wie sie von Peter (aileena) kamen:




Anschließend werden beide Seiten der Platten mit Kontakt WL und einem Glasfaserpinsel (nicht stark drücken!) blank gewienert, anschließend mit neuer WL-Dusche mit einer Zahnbürste nachbearbeiten, am Schluß mit Kontakt 61 schützen.

Schaut dann so aus:




Anschließend wird die komplette Schalteinheit wieder montiert und dann eingebaut. Hierbei mußte eine Leiterbahn (das andere Lötauge war nur eine "Insel" ohne Leiterbahn), deren Lötauge abgerissen war, wieder geflickt werden. Ich mache das ebenso wir Peter (hf500) das auch empfohlen hat, nämlich bis zum nächsten Lötpunkt einen isolierten Draht ziehen. Anschließend Platine (immer nach dem Löten!) mit Kontakt WL und einer Zahnbürste reinigen von den Lötrückständen. Das sah zum Schluß dann so aus:



Der weiße Draht ist die geflickte Leiterbahn. Nachdem ich die Leuchtstärke der Front-Seitenbeleuchtung mittels eines 10 Ohm-Widerstandes korrigiert hatte (die Reichelt-Lampen waren doch sehr hell!) sah auch die Front wieder ganz original aus. Nun wurde der Drehko mit Kontakt 600 (Tunerspray) gereinigt und alle Massefedern mit einer Kontaktfeile bearbeitet, anschließend wurde die Zf-abgeglichen, weil die Freuquenzanzeige um rund 600 kHz nicht stimmte. Auch der Lausprecherwahlschalter wurde noch gereinigt und dann konnte das Gerät wieder zusammengebaut werden.

Die Front präsentiert sich dann so: (die Knöpfe hatte Peter vergessen mitzuschicken! Daher fehlen die alle!)



Alles in allem hat das rund 1,5 Stunden gedauert und hätte mit alelm Drum und Dran bei uns ca. 120,- Euro gekostet. Der Sonderservice Abholen per ups im Maßkarton kostet nochmal 15 Euro zusätzlich. Das mal für die leute, die sich überlegen, ob sie das selbst machen möchten oder lieber eine Werkstatt bevorzugen. Die Angst vor übermäßigen Kosten, muß man, glaube ich, bei uns jedenfalls nicht haben, oder?

So, Peter, seit 15.30 Uhr ist Dein KR-4070L wieder per ups zu Dir unterwegs, müßte am Montag bei Dir eintreffen. Dann berichte mal, wie Du so zufrieden bist und wenn es möglich ist, stell doch mal ein Foto mit Knöpfen ein - damit man das Prachtstück komplett sehen kann.

War übrigens wirklich überracht, wie gut die alten Mittelklassereceiver klingen! Man will es nicht glauben, ist aber so!



Beste Grüße
Armin777


[Beitrag von armin777 am 18. Mai 2007, 18:40 bearbeitet]
andisharp
Hat sich gelöscht
#39 erstellt: 18. Mai 2007, 18:47
1,5 Stunden? Ganz schön fix, unsereiner würde mindestens einen Tag damit verbringen.
aileena
Gesperrt
#40 erstellt: 18. Mai 2007, 20:09
Hallo Armin,
erste Sahne. Und sehr schön erläutert. Sehr gute Demonstration
Eurer Arbeit.
Und danke, dass der 4070 so flott wieder zurückkommt.
jim-ki
Inventar
#41 erstellt: 18. Mai 2007, 21:20
hallo armin,
schade das du nicht gezeigt hast wie du den drehkondi gereinigt und eingestellt hast.
aber ansonsten echt super.

Friedensreich
Inventar
#42 erstellt: 18. Mai 2007, 23:38
Danke Armin,

sehr schoener Anschauungsuntericht!
Ich sags ja immer: Gelernt ist Gelernt!
armin777
Gesperrt
#43 erstellt: 19. Mai 2007, 12:53
@jim-ki
Drehkondensator kommt noch - es sind ja noch zwei KENWOODs von aileena da, bei beiden muß der Drehko gemacht werden!

@friedensreich

Ob Du es glaubst oder nicht - ich habe es nicht gelernt! Jedenfalls nicht als Lehre im normalen Sinn eines Berufes. Ich habe mir das 1973 zum Ziel gesetzt und angefangen mit Elektronik zu bauen. 1978 habe ich dann in einem hi-fi-Studio als Verkäufer angefangen, aber nach 14 Tgaen bereits die Werkstatt übernommen, weil der Techniker sich in die USA abgesetzt hatte (der hatte wohl einen Sack voll Schulden!).
Seither repariere ich Hi-Fi-Geräte und zwar aus Spaß an der Freude! Ich glaube das ist wichtiger als eine Lehre! Hatte aber von 1982 bis 1986 einen Meister an meiner Seite, von dem ich viel lernen konnte.
Spaß macht es mir noch immer! Ich gehe jeden Morgen voller Tatendrang zur Arbeit!



Beste Grüße
Armin777


[Beitrag von armin777 am 19. Mai 2007, 12:54 bearbeitet]
LeDude
Hat sich gelöscht
#44 erstellt: 19. Mai 2007, 13:03
@armin777

Hi,
Hast du einen Tip für mich wo ich gute Ersatzregler für
mein Rotel bekomme? Reparieren lassen die sich imho
nicht mehr

Vielleicht gibt es ja noch Originale

Grüße
Kim
aileena
Gesperrt
#45 erstellt: 21. Mai 2007, 21:27
Heute am frühen Abend ist der 4070L von Armin zurückgekommen.
Morgen folgt ein kurzer Bericht und Fotos vom fertigen Gerät.
Armin, nochmals Danke.
andisharp
Hat sich gelöscht
#46 erstellt: 22. Mai 2007, 02:10
Ich bin gespannt, mein Accu wartet noch.
armin777
Gesperrt
#47 erstellt: 22. Mai 2007, 09:16
@andysharp

Nee, Uwe, Dein Accuphase wartet nicht mehr, er war schon im "Behandlungszimmer". Angeschlossen und schon das Kraspel im rechten Kanal gehört, schaukelte sich auf und dann schaltet die Protection ab. Habe dabei gesehen, daß das Gerät schon (allerdings im linken Kanal!) in Reparatur war, weil dort ein von den jeweils sechs Endtransistoren nicht Original, sondern ein Ersatztyp ist. Der Ersatztyp ist aber von Toshiba (also kein "Chinaböller") und läuft auch ordentlich. Um nun zu testen, ob der Fehler auf der steckbaren Eingangsstufe oder bei den Leistungstransistoren sitzt, habe ich beide Karten herausgenommen und von rechts nach links und umgekehrt getauscht. Und: weg war der Fehler!!! Stundenlang ohne Fehl und Tadel - kein Aufschaukeln mehr! Heute morgen eingeschaltet, da war der Fehler sofort wieder da, nunmehr im linken Kanal! Also:
vermutlich kalte Lötstelle auf der Karte. Werde da heute noch rangehen. Im Augenbloick macht mir Peters KR-5010 noch Kopfschmerzen - da ist irgendwo ein Kurzschluß in der Spannungsversorgung für das Radioteil - aber den finde ich auch noch.



Beste Grüße
Armin777
andisharp
Hat sich gelöscht
#48 erstellt: 22. Mai 2007, 12:34
Kleine Ursache, große Wirkung. Wie geht's denn den kleinen Kondensatoren? Sehen die noch gut aus?
armin777
Gesperrt
#49 erstellt: 22. Mai 2007, 13:01
@andysharp

Ein kluger Mann hat mal gesagt: "never touch a running system" - ich gehöre nicht zu den Leuten, die Kondensatoren wechseln, nur weil sie meinen, es die Zeit wäre reif dafür. Die japanischen Elktrolyt-Kondensatoren gehen auch schon mal kaputt, ist aber eher selten. Ich wechsle die nur aus, wenn es nötig ist. Bei deinem P-300 ist es wohl eine kalte Lötstelle. Aber dazu in einem eigenen Thread später mehr.



Beste Grüße
Armin777
aileena
Gesperrt
#50 erstellt: 22. Mai 2007, 21:37
Fotos auf die Schnelle vom Gerät:

-- URL entfernt ---- URL entfernt --[/URL]

-- URL entfernt ---- URL entfernt --[/URL]

Leider bei dem späten Licht nicht mehr so prickelnd geworden. Aber die Beleuchtung ist in der Tat wieder original.

Armin: so sieht die Behausung des KR 5200 aus - vor dem letzten Lackiergang morgen. Ein paar kosmetische Finessen noch...
Ich hoffe, er gefällt Dir am Ende.

-- URL entfernt ---- URL entfernt --[/URL]

-- URL entfernt ---- URL entfernt --[/URL]

-- URL entfernt ---- URL entfernt --[/URL]
armin777
Gesperrt
#51 erstellt: 22. Mai 2007, 21:44
@aileena

Sieht doch richtig super aus! Von wegen nur Hobby - das können Schreiner auch nicht besser!!

Der KR-5010 ist seit heute zu Dir unterwegs - sollte morgen da sein!

Das war schon etwas aufwändiger - hätte im Normalfall so um die 120-130 Euro gekostet!

Uwes Accuphase macht mir auch noch Kopfschmerzen - erst war der Fehler weg, jetzt ist er wieder da, dann wieder weg, usw,
Schauen wir mal!



Beste Grüße
Armin777
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