Noris Röhrenverstärker

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Technoflat
Neuling
#1 erstellt: 06. Jan 2011, 23:57
Hallo Leute.

habe einen Verstärker im Keller gefunden der wohl schon ein paar Jahre älter ist.
Das gute ist, es ist ein Röhrenverstärker.Soweit ich weiss wurde darüber mal mit ner Bassgitarre gespielt.

Nun möchte ich das Teil anschliessen und meine Musik darüber abspielen.habe aber keinen Plan wie ich den anschleißen soll den die Anschlüsse sind total skuril.Habe sowas noch nie gesehen obwohl ich wirklich nicht hinterm Mond lebe was das anbelangt.

Im Foto seht ihr die Anschlüsse.Wenn jemand nen Plan hat wie der angeschlossen wird, dann bitte posten.

Noris AmpDSC01386DSC01387
Technoflat
Neuling
#2 erstellt: 08. Jan 2011, 16:15
Ich habe es geschafft , allerdings bisher nur ein Monosignal.
Bringt es eigentlich mehr oder bessere leistung die Röhren auszutauschen?
Wie sieht man das die Röhren nicht mehr OK sind?
Nutzen Röhren ab?
WinfriedB
Inventar
#3 erstellt: 08. Jan 2011, 16:23

Technoflat schrieb:
Ich habe es geschafft , allerdings bisher nur ein Monosignal.


Bist du dir sicher, daß es ein Stereo-Verstärker ist? Ich sehe da nur einen Lautsprecher-Anschluß (mit unterschiedlichen Impedanzen), außerdem gibt es nur 2 Trafos (1 Netztrafo, 1 Ausgangstrafo - von letzterem müßten bei Stereo zwei drin sein). Mono-Gegentakt-Endstufen mit 4 Röhren waren nicht selten.

Technoflat schrieb:

Bringt es eigentlich mehr oder bessere leistung die Röhren auszutauschen?



Normal nicht, die Leistung ist von der Anodenspannung abhängig und die ist nun mal festgelegt, außerdem ist der Ausgangstrafo für eine bestimmte Leistung ausgelegt und bei Überlastung kann er überhitzen.

Technoflat schrieb:

Wie sieht man das die Röhren nicht mehr OK sind?
Nutzen Röhren ab?


Jein, die sog. Emission und damit der Verstärkungsfaktor kann sinken. Meßtechnisch kann man auch rausfinden, ob alle 4 Röhren in etwa gleichem Zustand sind. Aber auch hier gilt: Never change a running system!
hf500
Moderator
#4 erstellt: 08. Jan 2011, 17:34
Moin,
dass man nur Mono hoert, liegt ganz einfach daran, dass es nur ein Monoverstaerker ist.
Mit seinen 2x 2x EL84 (jeweils zwei sind parallelgeschaltet) kommt er auf ca.30W.

Den Zustand der Endroehren kann man am sichersten auf einem Roehrenmessgeraet feststellen, wer Erfahrung hat, kann den Zustand auch bei Betrieb in der Schaltung wenigstens uebersichtsmaessig herausfinden. Das haengt aber auch von der Schaltung ab, in der die Roehren betrieben werden.

73
Peter
Technoflat
Neuling
#5 erstellt: 09. Jan 2011, 17:58
Vielen Dank für die Antworten.
Also ist das ein Monoverstärker, schade.Naja, er klingt trotzdem ganz schön.
30W hat das Teil also :-) Wahnsinn.....

Werde das Ding optisch etwas aufwerten und lackieren.Röhren bleiben dann so.

Die Netztrafos bleiben unter Vollast total kalt.Könnte man dann nicht etwas grössere Röhren verbauen?

Die Potis knackseln etwas.Kann mir jemand sagen wo ich passenden Ersatz mit schnöneneren Knöpfen herbekomme?
PBienlein
Inventar
#6 erstellt: 09. Jan 2011, 18:48
Bei dem abgelichteten Gerät handelt es sich um einen Musiker-Amp und die waren allesamt Mono. Solche Geräte waren in Holzkästen mit strapazierfähigem Kunstlederüberzug untergebracht. Da gehören sie normalerweise auch wieder rein.

Ferner sind die Potiknöpfe original und in den 60ger-70ger Jahren in der Musikerszene standart gewesen. Die Potis selbst kannst Du mit Kontaktspray behandeln (gegen das Knaksen) - andere Knöpfe für 6mm-Achsen hat jeder Elektronikversand oder auch der Bauteileshop vor Ort. Ob die allerdings schöner sind, als die Originalen, ist Geschmacksache. Ich persönlich würde die alten lassen. An einen (Fahrzeug-) Oldtimer schraubt man ja auch keine Alufelgen, sondern bemüht sich um Restauration des Originalzustandes

Gruß
PBienlein
Technoflat
Neuling
#7 erstellt: 10. Jan 2011, 12:06
Ich habe aogar nen Oldtimer und muss deswegen lachen, weil er sehr original ist allerdings schöne grosse Alufelgen drauf sind.

Der Verstärker gehörte meinem Vater.Der hat darüber mit ner Bassgitarre gespielt.Das original Gehäuse hab ich hier liegen, habe es ja selber abgeschraubt.Ist aber eine graue Blechabdeckung.

Die Optik sieht einfach zu sehr nach Keller aus.Wenn es ein edler Verstärker von früher gewesen wäre dann würde ich es versuchen den wieder original in den Neuzustand zu versetzen.
Bei diesem Exemplar denke ich :
Eventuell die Leistung etwas tunen und die Optik so verändern das man die Röhren sieht und auf ne polierte/lackierte Grundplatte-Platte schaut.Dazu ein paar schlichte Chrom Knöpfe und eine Veränderung der Anordnung der Poties, denn die Frontplatte muss auch ab weil sie die Sicht verdeckt.

Die Optikveränderung bekomme ich ohne weiteres hin.
Auch den Klangunterschied kann ich sehr schön im Gegensatz zu Transistor-Verstärker hören.

Von der Technik hab ich leider nur wenig Ahnung und würde gerne mehr davon haben.

2 Dinge die mich noch sehr interessieren würden.

Kann man ohne großen Aufwand nen Stereoverstärker (2 Mono Signale) daraus machen wenn man die Parallelschaltung splittet?

Und lässt sich die Leistung des Verstärkers preiswert etwas verbessern? Eventuell doch andere Röhren? Habe kein Messgerät wie o.g. zur Hand.
pelowski
Hat sich gelöscht
#8 erstellt: 10. Jan 2011, 14:54

Technoflat schrieb:
...2 Dinge die mich noch sehr interessieren würden.

Kann man ohne großen Aufwand nen Stereoverstärker (2 Mono Signale) daraus machen wenn man die Parallelschaltung splittet?

Und lässt sich die Leistung des Verstärkers preiswert etwas verbessern? Eventuell doch andere Röhren? Habe kein Messgerät wie o.g. zur Hand.


Hallo Technoflat,

Zweimal NEIN.

Grüße - Manfred
WinfriedB
Inventar
#9 erstellt: 10. Jan 2011, 14:56

Technoflat schrieb:

Bei diesem Exemplar denke ich :
Eventuell die Leistung etwas tunen und die Optik so verändern das man die Röhren sieht und auf ne polierte/lackierte Grundplatte-Platte schaut.Dazu ein paar schlichte Chrom Knöpfe und eine Veränderung der Anordnung der Poties, denn die Frontplatte muss auch ab weil sie die Sicht verdeckt.


Also auch wenn das Teil im Originalzustand kein optischer Leckerbissen ist, sträuben sich bei mir schon so einige Haare, wenn ich das so lese. Und das Ding ist original nun mal auch nicht für das Wohnzimmer gedacht (weder optisch noch klanglich). Genausogut könntest du versuchen, eine Hobelbank zur Designertheke umzubauen. Außer dem Grundmaterial bleibt dann so ziemlich alles auf der Strecke.


Technoflat schrieb:

Kann man ohne großen Aufwand nen Stereoverstärker (2 Mono Signale) daraus machen wenn man die Parallelschaltung splittet?


Nein, denn 1. sind das nicht einfach 2 Verstärkerzüge, die parallelgeschaltet sind, die "Verschachtelung" zwischen den beiden jeweils parallel geschalteten Endstufenröhren ist schon etwas komplizierter. 2. bräuchtest du - wie bereits erwähnt - einen zweiten Ausgangsübertrager. Auch die Vorstufen zur Klangregelung müßten noch ein zweites Mal aufgebaut werden. 3. ist die Ausgangsleistung nun mal durch die Stromversorgung begrenzt (s.u.), und du hättest, wenn du zwei Endstufen aus dem Material für eine machen würdest, dann eben weniger Leistung pro Kanal.


Technoflat schrieb:

Und lässt sich die Leistung des Verstärkers preiswert etwas verbessern? Eventuell doch andere Röhren? Habe kein Messgerät wie o.g. zur Hand.


Da könntest du genausogut versuchen, dein Auto schneller zu machen, indem du größere Räder dranmontierst. Die Ausgangsleistung ist nun mal schaltungstechnisch vorgegeben und da läßt sich nix dran ändern. Selbst wenn du Röhren mit größerem zulässigen Anodenstrom einbauen würdest (direkt austauschen lassen die sich eh nicht), müßte dieser Strom ja irgendwoher kommen. D.h., das Netzteil müßte auch verstärkt werden = neuer Netztrafo usw. usf.
balumm
Neuling
#10 erstellt: 27. Mai 2013, 17:20
Hallo, wenn ich da nur nicht mal zu Spät mit meinem Beitrag bin.
Ich habe den Verstärker 1967 bei RIM gekauft. Es ist ein 30 Watt Monoverstärker. Die in den Fotos fehlende original dreiseitige äußerst fiese graue Riffelblechhaube schmückte seinerzeit das Gerät oben und an den Seiten. Ein Holzgehäuse hatte diese Baureihe nie. Es war mein erster Gesangsverstärker in der Beatband "The Count`s", aus der noch in 1967 die "Lonely Savages" wurden. Neben den "Darkness Faces" die zweite der einzigen Baesweiler Beatbands der 60er. In die Front bohrte ich im schwarzen Feld über den Potis drei Löcher und baute dort drei 6.3er Klinkenbuchsen für die Sennheiser MD421HL Mikrofone ein. Lacht ruhig, aber damals herrschte nicht so ein Reichtum wie heute, wir waren einfache Jungs, denen Musik alles bedeutete und die jeden einzelnen Pfennig umdrehen mußten. Unsere Gagen lagen 1966 und 1967 bei 10 bis 20 Euro pro Nase zuzüglich freier Getränke und manchmal `ne Currywurst oder so. Und das für die gesamte Nacht. Wir spielten nicht der Knete wegen, wir spielten aus Leidenschaft. Der Verstärker war für kleine Kellerräume zwar geeignet, für größere Räume oder gar Sääle aber vollkommen ungeeignet. Schon bald wurde er nur noch im Proberaum benutzt. Man kann kein Stereogerät draus machen. Leitungserhöhung geht auch nicht. Ein Musikerholzgehäuse wäre wohl schön aber die edelste Variante ist eine wirklich offene Bauweise ohne die alte Frontplatte. Plexiglasfrontplatte anfertigen lassen und alles offen lassen und das nostalgische Gerät ist den heutigen Anforderungen gerecht. Der Sound ist sagenhaft gut und das ganze Gerät ist eine vintage Koryphäe. Viele Grüße DJ Herby.
Helmut_Herten
Neuling
#11 erstellt: 10. Jan 2018, 10:56
Hallo,
ich bin ganz sicher zu spät hier, aber darauf muss ich antworten. Vielleicht wird es ja mal gelesen.
Unsere Gesangsanlage bestand aus diesem Noris ST-30 mit 40W Musikleistung, 2 Mikrofoneingängen, einem Phono- Eingang und Ausgängen für Lautsprecher mit 8- 16 Ohm, sowie 250 Ohm- 100V. Dazu eine Dynacord SUS 25 aus dem Gebrauchtwarenladen am Adalbertsteinweg und eine ziemlich genau nachgebaute SUS 25. Erbaut in Hertens Gartenhaus. War eine schöne Zeit, die wir aktiv miterleben durften. Ich bin Helmut, der Drummer.

Tschö dann!
Ach ja, wer solche Geräte verbasteln möchte (mal von den 3 Klinkenbuchsen abgesehen) sollte das Gerät lieber abgeben.
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