Pianisten: Berühmte lebende Pianisten

+A -A
Autor
Beitrag
Alfred_Schmidt
Hat sich gelöscht
#1 erstellt: 17. Feb 2004, 16:22
Hallo Forianer, Hallo Klavierspezialisten

Vielleicht denkt mancher sich, wenn er seine CD- oder Vinylsammlung durchforstet und dort auf Interpreten der Vergangenheit stößt: "Was waren das für Zeiten ? Wir haben zwar gute Pianisten, aber sowas wie damals (Backhaus, Kempff, Gulda, Rubinstein, Horowitz, Landowsky, Gilels, Gieseking, Schnabel, Eddie Fischer, Cortot um nur einige wenige zu nennen) haben wir leider nicht"

Ist das eigentlich wirklich so ?
Es gibt ja bei vielen Sammlern den Punkt, wo sie so übersättigt von vorhandenen älteren Einspielungen sind, daß sie gar keine Zeit und Lust haben, von neueren Interpreten Notiz zu nehmen, und wenn dann doch mit einem wehmütigen Blick in die Vergangenheit.

Damit hier kein Mißverständnis aufkommt:
Natürlich gibt es gute Aufnahmen von einer durch Wettbewerbe sportiv trainierten jüngeren Pianistengeneration, aber das ist hier nicht die Frage.

Die Frage lautet vielmehr:

Welche heute lebenden Pianisten haben auf Euch, auch verglichen mit den Größen der Vergangenheit, solchen Eindruck gemacht, daß ihr annehmen würdet, daß auch sie dereinst zu "pianistischen Legenden" ernannt werden?
(Künstler die heute von ihren Plattenfirmen als "pianistische Ausnahmeerscheinungen promoted werden,
wobei man den Grund nicht erkennen kann,sind hier nicht gemeint)

Toll wäre natürlich, wenn hier auch die entsprechende
Referenzeinspielung mitgeliefert würde ,-)

Gruß
aus Wien
Alfred
drbobo
Inventar
#2 erstellt: 17. Feb 2004, 16:41
Hallo,

schon wieder schneller als ich gewesen

allerdings macht es die Fragestellung schon sehr schwer
Prophetische Gaben sind nicht so mein Ding.
Also eher Wunschgedanken als Prophezeihungen.


Da wäre Brendel, gerad erst wieder geehrt, Mozart, Beethoven Schumann, Schubert, langjährig hervorragende Einspielungen,
intelektuell,KEIN Wunderkind nicht NUR Pianist, taugt zur Legendenbildung.

Favorit ist schwierig, da ich eine Schubert Phase habe (dank HIFI-Forum)




Dann das Gegenteil, jung, "Wunderkind" "shooting star", behütet, impulsiv?,
Kissin, der mich Live schon mehrfach beeindruckt hat.

meine Tips auf CD

der junge Kissin, ungestüm,


und der reifere Kissin




Ansonsten vielleicht Pollini?, viele sehr schöne Aufnahmen,
jetzt ist es aber eher sehr ruhig um ihn geworden.

Barenboim, zu sehr Dirigent

Ashkenazy, zu glatt?

schwierig, schwierig...


[Beitrag von drbobo am 17. Feb 2004, 16:43 bearbeitet]
Markus
Inventar
#3 erstellt: 17. Feb 2004, 17:31
Hi Alfred,

nun ja, Dein Namensvetter Brendel gehört, wie drbobo schon schrieb, ganz sicher dazu. Referenzeinspielungen sind meiner Meinung nach die Sonaten und die Konzerte von Beethoven, das gesamte Schubert-Werk sowie seine Liszt-Aufnahmen.

Weiterhin schätze ich ebenfalls Kissin, wobei ich diesen Künstler erst richtig durch seine jüngst erschienene Aufnahme der "Bilder einer Ausstellung" kennengelernt habe, eine absolute Referenzaufnahme, wie ich finde.

Eine weitere Größe auf diesem Gebiet ist Murray Perahia, mir vor allem in Erinnerung durch seine sagenhafte Einspielung der Chopin-Etüden (der Platte von Pollini sicherlich gleichwertig) sowie seiner Bach-Interpretationen (vor allem der Klavierkonzerte).

Weiterhin eine pianistische Größe, die in die Geschichte eingehen wird, ist Marc-André Hamelin, der sich vor allem durch die Entdeckung unbekannten Repertoires aber auch durch Einspielungen bekannter Werke, die aber auf Grund ihres technischen Schwierigkeitsgrads kaum gespielt werden, einen Namen gemacht hat. Referenzeinspielungen in diesem Sinne sind z. B. die Chopin-Transkriptionen von Godowsky oder die Klaviersonaten von Scriabin.

Ebenfalls unter den Lebenden weilt Martha Argerich, die heute leider nur noch in Kammermusik-Bestzungen auftritt. Ihre Referenz-Einspielungen sind z. B. das 3. Rachmaninoff-Klavierkonzert und die Liszt-Sonate sowie eine Reihe weiterer Werke, bei denen sie oft ihre nahezu unbegrenzten technischen Möglichkeiten aufblitzen lässt.

Es gibt noch viele weitere hervorragende Pianisten, die eigentlich erwähnt werden sollten (Leif-Ove Andsnes, Steven Osborne, Hélène Grimaud,...), wo es aber vielleicht noch ein bisschen früh ist, diese zu den unsterblichen Künstlerpersönlichkeiten zu zählen.

Gruß,

Markus.


[Beitrag von Markus am 17. Feb 2004, 17:32 bearbeitet]
Cliowa
Ist häufiger hier
#4 erstellt: 17. Feb 2004, 19:51
Bin ganz klarder Meinung, dass Alfred Brendel (Schubert, Beethoven) in eine Kategorie mit Horowitz gehört. Ganz sicher mit dabei ist auch Marth Argerich (Rachmaninoffs Drittes, Tschaikowskys Erstes und viele mehr).
Zu den sehr jungen, fantastischen Pianisten gehört auch meiner Meinung nach Evgeny Kissin, mit dem Carnegie Hall Debut Concert, den Chopin Préludes, den Bildern einer Ausstellung und der neuen Brahms-CD (Sonate und 5 ungarische Tänze) sowie eine alte Brahms-CD (Paganini-Variationen), welche wirklich fantastisch sind.
amazon.de
amazon.de
Aber auch seine vielen anderen CDs sind sehr gut.

Weiter sehr beeindruckt bin ich von Leif Ove Andsnes (habe ihn das 1. Klavierkonzert von Brahms spielen gehört). Dort vor allem sehr gut: Grieg/Schumann: Piano Concertos in A minor; Grieg Lyric Pieces und Brahms 1. Klavierkonzert mit Simon Rattle. Nicht ganz unumstritten, aber meiner Meinung nach sehr gut, ist sein Liszt-Recital.
amazon.de
amazon.de
amazon.de
amazon.de
Auch sehr gut gefällt mir Piotr Anderszewski. Dessen Diabelli-Variationen, die neue Chopin-CD und die Mozart Klavierkonzerte 21+24 sind wirklich fantastisch.
amazon.de
amazon.de
amazon.de

Meiner Meinung nach lässt es sich nur sehr schwer objektiv beurteilen, wie gut/einflussreich ein gewisser Pianist ist. Da scheiden sich eben die Geschmäcker.
Alle oben genannten Aufnahmen sind dringend empfehlenswert (meine Meinung)![/img]
drbobo
Inventar
#5 erstellt: 17. Feb 2004, 19:59
Hallo

Piotr Anderszewski habe ich doch tatsächlich vergessen zu erwähnen. Allerdings eher Hoffnung.
Falsches Label, Name nicht eingängig genug....
Die Diabelli Variationen ein Muss!
Kaufen!
Autist
Schaut ab und zu mal vorbei
#6 erstellt: 17. Feb 2004, 21:25
Hallo zusammen,

neben den schon genannten Brendel, Argerich und Kissin schätze ich sehr die Brahms-, Chopin- und Bach-Aufnahmen von Grigori Sokolov. Unbedingt empfehlenswert.
Auch sein Tchaikowsky-Klavierkonzert (1.Preis 1966 Tchaikowsky-Wettbewerb) mit Neeme Järvi ist unglaublich spannend. Gab es mal vor ca.4 Jahren als mid-price.

Gruß
Uwe
Susanna
Hat sich gelöscht
#7 erstellt: 18. Feb 2004, 00:39
Hallo Uwe,(schöner als der Nick!)



neben den schon genannten Brendel, Argerich



Das sind auch meine Favoriten momentan. In anderen Foren wird man z. T. schief angeschaut, wenn man diese Namen nennt.

Schade, daß nicht auch nach "toten" Pianisten gefragt wird (vielleicht gab´s das hier mal, ich bin erst seit heute dabei?!). Da würde ich nämlich Clara Haskil nennen.

Gruß,
Susanna
Autist
Schaut ab und zu mal vorbei
#8 erstellt: 18. Feb 2004, 01:09
Hallo Susanna,

ich will hier nicht das Thema verfehlen, aber Clara Haskil hätte ich auch sofort benannt. Und natürlich Dinu Lipatti. Unvergleichlich. (Sorry, Alfred).

Gruß
Uwe
wn
Inventar
#9 erstellt: 18. Feb 2004, 01:28
Obwohl 'mein' Tasteninstrument eher das Cembalo ist höre ich die Aufnahmen folgender Pianisten sehr gern:


Mozart: Piano Sonatas K399, 574, 282, 455, 475, 457
Andreas Staier (pianoforte)


Mozart: Piano Concertos K271 & K503
Alfred Brendel (piano)
Scottish Chamber Orchestra
Sir Charles Mackerras (conductor)


Tchaikovsky: Piano Concerto No. 1, Rachmaninov: Solo piano works
Arcadi Volodos (piano)
Berlin Philharmonic Orchestra
Seiji Ozawa (conductor)


Liszt: Piano Works
Yundi Li (piano)
Details: 1-4. Sonata for Piano in B minor S 178
5. 6 Etudes d'exécution transcendante d'après Paganini S 140, No. 3
6. Liebeslied (Widmung) S 566
7. Liebesträume S 541, No. 3
8. Supplément aux "Années de pèlerinage" 2èmevolume "Venezia e Napoli" S 162, No. 3
9. "Rigoletto" de Verdi: Paraphrase de concert S 434


Sämtliche Tonträger sind Hybrid Multichannel SACDs mit hervorragendem Klang, die Pianosonaten mit Staier sind im Moment mein absoluter Favorit in jeder Hinsicht.

- Gruss, Wilfried
Susanna
Hat sich gelöscht
#10 erstellt: 18. Feb 2004, 01:43

Obwohl 'mein' Tasteninstrument eher das Cembalo ist höre ich die Aufnahmen folgender Pianisten sehr gern:


Mozart: Piano Sonatas K399, 574, 282, 455, 475, 457
Andreas Staier (pianoforte)



Hallo Wilfried,

gleich bei meinem Einstand heute in diesem Forum treffe ich Leute, die genau meinen Musikgeschmack haben. Schön!
A. Staier ist ein fantastischer Cembalist. Er spielt auch Hammerklavier, aber seine Domäne ist eben das Cembalo. Ich besitze von ihm auch eine CD mit spanischer Cembalomusik, die ist so schön, daß es man es gar nicht beschreiben kann.

Gruß,
Susanna

P.s. Spielst Du selbst Cembalo?
wn
Inventar
#11 erstellt: 18. Feb 2004, 02:25
Hallo Susanna,
willkommen hier im Forum.

...A. Staier ist ein fantastischer Cembalist. Er spielt auch Hammerklavier, aber seine Domäne ist eben das Cembalo. Ich besitze von ihm auch eine CD mit spanischer Cembalomusik, die ist so schön, daß es man es gar nicht beschreiben kann.

Ich habe von Andreas Staier im Moment nur diese Einspielung auf dem Hammerklavier, hoffe aber nach dieser tollen Erfahrung, dass Harmonia Mundi weitere Aufnahmen auch auf Cembalo folgen lässt.
Cembalisten, die mir ebenfalls sehr gut gefallen sind neben Trevor Pinnock und Kenneth Gilbert z.B. auch Jori Vinikour Enrico Baiano und Martin Souter.
Leider ist Cembalo Literatur auf SACD im Moment noch eher dünn gesät aber das wird sich wohl in den nächsten Monaten ändern.


P.s. Spielst Du selbst Cembalo?

Nein, leider nicht. Pech für mich aber wahrscheinlich Glück für den Rest der Welt.

- Gruss, Wilfried
der_graue
Stammgast
#12 erstellt: 18. Feb 2004, 03:23
Hallo,

mein Favorit ist eindeutig Alfred Brendel. Ich konnte ihn schon häufiger Live erleben und bin von seinem Klavierklang fasziniert. Er umkreist jede Note und verleiht jedem Werk die Tiefe, die es verdient hat.
Die Beethoven-Klavierkonzerte mit Rattle/Wiener Philharmoniker gehören für mich mit zu den besten Einspielungen dieser Werke überhaupt. Es ist jedesmal aufs Neue schön, solch einem grossen Pianisten zuhören zu dürfen.

Von Martha Argerich gibt es ebenfalls einige Einspielungen, die mir grossen Respekt entlocken, hier sei eine Liveaufnahme hervorzuheben : Schumanns Kinderszenen und Ravels Sonatine sowie Gaspard de la nuit von 1978/79, erschienen bei EMI.
Das Modere aus der Sonatine ist brilliant, atemlos und nicht greifbar scheint die Musik vor dem Hörer zu verschwinden. Diese Interpretation passt zum undurchschaubaren und tragischen Mensch Ravel.
Argerich zeigt auch heute noch diese ungestüme und jugendliche Art und brilliert gerade bei kammermusikalischen Werken.

Von Daniel Barenboim besitze ich die Beethoven Klaviersonaten in einer Gesamteinspielung (DG) und würde diese Box als meine Inselmusik auswählen. Er spielt sehr maestoso, drängt den Werken aber keine übertriebenen Tempi auf. Eine sehr empfehlenswerte Sache, wie ich finde.

Mit den Aufnahmen der "Altmeister" habe ich so meine Probleme, da die erhältlichen Aufnahmen zumeist sehr schlecht sind und für mich zu Hause Klang und Interpretation eine Einheit bilden sollen. Auch finde ich, dass sich viele der schon in diesem Thread vorgestellten Künstler nicht hinter den alten Namen verstecken müssen.
Neben dem reinen Können kommt es halt auch auf eine passende Auswahl des Repertoires an ; Brendel z.B. spielt nunmal bvorzugt Beethoven, Mozart und Schubert und konzentriert sich somit auf seine Stärken.

Viele Grüsse
Stephan
meierzwo
Stammgast
#13 erstellt: 18. Feb 2004, 20:30
Volodos ist sicher noch zu jung im hier in einem Atemzug mit Brendel oder Argerich genannt zu werden. Auch fehlen mir dazu noch weitere Werke wie Beethoven Klaviersonaten, Chopin Balladen/Sonaten/Scherzo etc. in seinem (auf CD bekannten) Repertoire.

Aber neben den Kabinettstückchen für den Zirkus gibts tatsächlich einige wundervolle Sachen. Die Live-Einspielung von Schumanns "Bunte Blätter" stimmt einfach und die eigene Transkription der Rachmaninov Cellosonate ist traumhaft entrückt.

Zweimal habe ich ihn Live gesehen - beides mal hatte ich einen komischen Eindruck. Ich kanns nicht genau sagen, hatte aber das Gefühl daß das Publikum - bewusst oder unbewusst - den Schubert zwar wohlwollend aufgenommen hat, in Wirklichkeit aber doch auf die üblichen Liszt-Horowitz-Volodos Feuerwerke am Ende gewartet hat. Es kommt auch mir selbst so vor, daß man sich nicht in Ruhe auf das Konzert einlässt und ständig die Virtousitäten im Hinterkopf hat ("Gleich muß es krachen..."). Schwer zu beschreiben.

Ich hätte nichts dagegen, wenn er irgendwann mal die Carmen-Variationen usw. einfach weglässt. Aber ein Teil des Publikums wäre sicher enttäuscht.

Apropos Brendel. Wie vom grauen geschrieben sind seine Stärken Beethoven, Mozart und Schubert. Dennoch ist die Lisz h-moll Sonate hörenswert. Kein stumpfes tempogebolze, stattdessen federnder Rythmus und Drive. (Besondes bei den berücktigten Oktaven am Ende)
--meierzwo--
Alfred_Schmidt
Hat sich gelöscht
#14 erstellt: 18. Feb 2004, 21:06
Hallo,

Hier nun meine "Kandidaten"


Alfred Brendel ist für mich momentan
einer der grössten Pianisten, was die
Wiener Klassik betrifft.
Schade, daß er nicht auch Hummel einspielt....

Ähnliches würde ich von Christian Zacharias
sagen, der ja jetzt leider weniger aufnimmt seit er
EMI verlassen hat.

Nicht zu vergessen Maurizio Pollini, den
hervorragenden Techniker.


Andras Schiff wurde hier auch noch nicht genannt,
manchen mag er zu zurückhaltend erscheinen,
aber ich glaube gerade das ist seine Stärke.

Andreas Staier wurde in diesem Thread schon begeistert
erwähnt. Dem schließe ich mich an.
Zudem mag ich die Auswahl seines Repertoires
(z.B: Dussek)

Auch Robert Levin sollte genannt werden, nicht zuletzt,
weil er vielleicht der einzige (mir bekannte)
Pianist ist der die Kadenzen in Mozarts und
Beethovens Klavierkonzerten sogar im Studio
improvisiert.


Grüße
aus Wien

Alfred


[Beitrag von Alfred_Schmidt am 18. Feb 2004, 21:19 bearbeitet]
Autist
Schaut ab und zu mal vorbei
#15 erstellt: 18. Feb 2004, 22:00
Hallo Alfred,

gut dass du an Andras Schiff gedacht hast: der darf natürlich nicht fehlen. Und ebenfalls möchte ich noch Krystian Zimerman erwähnen. Seine Liszt-h-moll Sonate und die Brahms Klavierkonzerte (mit Bernstein) finde ich sehr gelungen - (obwohl mir bei den Brahms-Konzerten die Aufnahme mit Fleisher/Szell noch sehr viel besser gefällt). Überhaupt Fleisher: Lebt der noch? Wenn ja: gehört ebenfalls mit auf die Liste der lebenden Top-Könner.

Gruß
Uwe
Alfred_Schmidt
Hat sich gelöscht
#16 erstellt: 19. Feb 2004, 01:48
@autist und alle anderen die es interessiert

Ja, wenn meine Recherche stimmt,lebt Leon Fleischer noch.
Geboren 1928, Schnabel-Schüler, Debüt mit 16.
Soweit ich mich erinnerte hatte er eine Erkrankung (so eine Art Schreibkrampf) die ihn jahrelang an der Ausübung seines Berufes hinderte. Vor einígen Jahren setzt er seine Karriere fort. Ob er heute noch als Pianist aktiv ist weiß,
ich momentan nicht, werde aber recherchieren.

Gruß
Alfred
Le_Canadien
Ist häufiger hier
#17 erstellt: 19. Feb 2004, 09:21
hallo zusammen,
bin per zufall in dieses forum geraten und will gleich mal meinen senf zu diesem thread abgeben: argerich, brendel und hamelin (fuer mich vielleicht DER pianist schlechthin momentan) sind auf alle faelle erste sahne, kissin hat meiner meinung nach fuer sein noch relativ junges alter auch einige gute sachen eingespielt. allerdings vermisse ich in den bisherigen antworten die namen pogorelich (voellig unverstaendlich, dass jener hier noch keine erwaehnung gefunden hat) und kocsis (grandiose bartok einspielungen u.a.).
in diesem sinne.
le canadien

p.s.: dass leon fleisher noch aktiv ist, wage ich sehr zu bezweifeln.

p.p.s.: vielleicht wird eines tages mitsuko uchida auch mal zu den grossen gehoeren. zumindest ihre schubert sachen sind meiner meinung nach hervorragend!


[Beitrag von Le_Canadien am 19. Feb 2004, 09:32 bearbeitet]
habakuk
Ist häufiger hier
#18 erstellt: 19. Feb 2004, 10:17
meiner meinung nach ist andreas schiff wirklich schön anzuhören.

und ein wahnsinn ist jetzt schon Fazil Say. der wird aber noch um einiges bekannter werden.
Albus
Inventar
#19 erstellt: 19. Feb 2004, 11:52
Morgen,

einen gibt es, von dem ich mir wünsche, er möge es zu Ruhm und Nachruhm bringen: Filippo Gamba. Filippo Gamba ist der Gewinner des Concours Géza Anda 2000 (ein Wettbewerb mit rigoroser Jury). Es gibt von Gamba eine CD mit zwei Mozart Klavierkonzerten, KV 413 und 415. Begleitung leisten das Orchester Musikkollegium Winterthur, Dirigent Vladimir Ashkenazy (413) bzw. das WDR Sinfonieorchester Köln, Dirigent Camil Marinescu (Aufnahmedaten: 03.07.2000 bzw. 07.12.2001), Label: LoL Labour of Love Records, Nr. 761113-00202-1 (www.lol-records.com) - für den Labelnamen kann ich nichts.
Filippo Gamba spielt mit einer Staunen machenden Anschlagskunst und Feinheit der Gestaltung. Ein junger Mann mit bereits allerhöchstem Geschmack und Können.

MfG
Albus
Markus
Inventar
#20 erstellt: 19. Feb 2004, 19:45

allerdings vermisse ich in den bisherigen antworten die namen pogorelich (voellig unverstaendlich, dass jener hier noch keine erwaehnung gefunden hat) und kocsis (grandiose bartok einspielungen u.a.).


Vielleicht liegt das Fehlen von Pogorelich an seiner Art, den Werken stets seinen eigenen Stempel aufdrücken zu wollen, bis hin zur völligen Entstellung. Chopin oder Ravel habe ich schon hervorragend von ihm gespielt gehört, aber Mozart etwa sollte man ihm nicht anvertrauen.

Gruß,

Markus.

P. S. Kocsis Bartok liebe ich ebenfalls sehr. Ich habe allerdings noch zu wenig andere Werke von ihm gehört, als dass ich ihn wirklich zu den ganz Großen zählen könnte.
Alfred_Schmidt
Hat sich gelöscht
#21 erstellt: 19. Feb 2004, 21:20
Hallo Markus,



Kocsis Bartok liebe ich ebenfalls sehr. Ich habe allerdings noch zu wenig andere Werke von ihm gehört, als dass ich ihn wirklich zu den ganz Großen zählen könnte
.

Ich fürchte, wir werden damit leben müssen, daß
in Zukunft auch "große" Künstler weniger Aufnahmen
werden machen können

Dies wird in späteren Zeiten das Bild über die gegenwärtige Musikszene krass verzerren.
Immerhin habe ich aus diesem Thread einige wertvolle Anregungen bekommen, die sich bei der künftigen Erweiterung meiner Sammlung (leider) auswirken werden

Gruß
Alfred
gereon
Ist häufiger hier
#22 erstellt: 20. Feb 2004, 00:52
wurde mikhail pletnev hier aus irgendnem grund (welchem?) absichtlich vernachlässigt oder nur vergessen ?
auch wenn er in letzter zeit oftmals ins dirigierfach gewechselt ist, ähnlich wie barenboim, asheknazy und weitere, ist er als pianist für mich um einiges beeindruckender. was sagt ihr?


[Beitrag von gereon am 20. Feb 2004, 01:12 bearbeitet]
Alfred_Schmidt
Hat sich gelöscht
#23 erstellt: 20. Feb 2004, 01:12
@gereon


wurde mikhail pletnev hier aus irgendnem grund (welchem?) absichtlich vernachlässigt oder nur vergessen
?

Hallo
Du weißt ja, wie solche Votings zustandekommen:
Eine Gruppe von (hier waren es etw 15)Leuten schreibt ihre bevotzugten Lieblinge auf. Manche verden (von allen)
vergessen. Das ist kein Beinbruch, aber immerhin ein Indiz, daß dieser Künstler es irgendwie nicht geschafft hat, im sich kollektiven Bewusstsein der Klassikfreunde einen Platz gaz vorne zu erobern. Aber das wäre erst signifikant aussagekräftig ab etwa 100 Stimmen. Immerhin wurde Pletnev
ja nich vergessen, weil *Du* ihn ja erwähnt hast.

Vielleicht, wenn Du Zeit hast, erwähnst Du auch Deine Lieblingseinspielungen dieses Pianisten?

Es würde uns freuen Dich hier laufend als Mitstreiter
begrüßen zu dürfen.

BTW Du kannst, wenn Du magst auch im entsprechenden Thread
"Lieblingsdirigenten in diesem Forum" noch Deine Stimme
abgeben. Die Bedingungen sind im ersten Posting definiert.
viel Spaß noch

Alfred
Le_Canadien
Ist häufiger hier
#24 erstellt: 20. Feb 2004, 05:16

Vielleicht liegt das Fehlen von Pogorelich an seiner Art, den Werken stets seinen eigenen Stempel aufdrücken zu wollen, bis hin zur völligen Entstellung.


keine frage, pogorelichs deutungen sind haeufig alles andere als orthodox, aber gerade das man ihn doch so einzigartig. ausserdem wer braucht denn die 1.000.000ste konventionelle einspielung von chopin, brahms oder mozart? also ich definitiv nicht!

was haltet ihr denn von bernd glemser? ich besitze seine schumann-, rachmaninov- und scriabin- einspielungen und vor allem die rachmaninovkonzerte stellen so mach andere hochgelobte einspielungen meiner meinung nach in den schatten (pianistisch gesehen, das orchester is leider nur durchschnittliches naxos-niveau).
Alfred_Schmidt
Hat sich gelöscht
#25 erstellt: 20. Feb 2004, 11:12
@ Le_Canadien

Willkommen hier im Forum, das in den letzten Tagen einge interessante "Neuzugänge" hatte, von denen jeder Namen ins Spiel brachte,die sonst untergegangen wären
Und ich hoffe dieser Trend hält an.......


p.s.: dass leon fleisher noch aktiv ist, wage ich sehr zu bezweifeln.


Meine Recherchen haben folgendes ergeben:

Fleisher, der in den späten 60 ern bis 70er Jahren an einer
(für einen Pianisten schrecklichen) Erkrankung de rechten Hand litt, spielte in jenen Jahren zunehmend,später ausschließlich Werke "für die linke Hand"
(Carpal tunnel Syndrom, hängt irgendwie mit Stress zusammen, ich glaube hier ist der Schreibkrampf gemeint)
Es gab immer wieder Ansätze für ein Come-Back, das erste 1978.
Heute spielt Fleisher wieder beidhändig unt tritt in diversen Konzerten auf, häufig mit Brahms 1, und 2, Klavierkonzert.
Die letzten zwei Aufnahmen jedoch machte er (laut Info)
mit Programmen für die linke Hand, und zwar eine Cd mit Solostücken, die andere war ein Konzert mit Orchester, beide für die linke Hand.
Vergangenen Herbst spielte er in New York ein Recital mit Werken sowohl für linke Hand, als auch für beide Hände, darunter Schuberts Klaviersonate D960
Seine nächsten geplanten Konzerte sind (soweit bekann)
mit dem Dallas SO am 17.18. und 19 März 2005.
Er wird Mozarts Klavierkonzert Nr 12 KV 414 spielen.
Auf dem Programm steht ferner Bruckners 7.
Dirigent Claus Peter Flor
--------------------------------------------------
Kurz zu Pogorelich.
Er war ja schon angefeindet, bei jenem Klavierwettbewerb,
der ihn bekannt machte, die Jury soll sich ja furchtbar gestritten haben (ist schon lange her )
Ich besitze aus dieser Zeit das Tchaikovsy-Klavierkonzert Nr 1 mit ihm. Das Hineinhören in eine CD mit Mozart- Klaviersonaten, übezeugte mich indessen nicht. Überhaupt ist es still geworden um ihn, zumindest was den Plattenmarkt betrifft. DGG "versucht mit dem Künstler (angeblich) sich bezüglich eines eventuellen Studiotermins zu einigen", konkret geplant ist jedoch nichts, und persönlich halte ich auch diese Aussage für eine Beschönigung der Tatsache, daß man für die nächste Zeit nichts mit ihm vor hat.
Chefredakteur James Jolly von "Gramophone" stellte in einem Artikel über Angela Hewett bezugnehmend auf Pogorelich hämisch die Frage: ".... erinnern Sie sich noch an ihn ???)

Aber ich bin Empfehlungen gegenüber immer aufgeschlossen.
Leider wird die Liste meiner Wunscheinspielungen immer länger und das trotz der restriktiven Aufnahmepolitik vieler Labels.

Von Glemser habe ich nur Skrijabins Klaviersonaten Folge1.
Aber da kann ich mich dazu nicht äussern, Skrijabin ist *weit* von meinem "Stammrepertoire" entfernt...

Die Klavierkonzerte von Tchaikovsy wurden gedoch von der (mir damals zur Verfügung stehenden) Kritik eher als
durchschnittlich beurteilt.

Grüße
aus Wien
Alfred
Albus
Inventar
#26 erstellt: 20. Feb 2004, 11:16
Morgen,

was Pletnjev (Schreibweise hin oder her) angeht, ich dachte schon an ihn, da ich kürzlich sein Haydn-Klavierspiel im Küchenradio, morgens 6.05 Uhr, erkannte. Im Bewußtsein ist er schon. Mehrere Platten habe ich von diesem Künstler, eben Haydn und Mozart. Für eine Nennung hat es mir nicht gereicht. Denn, da wäre noch ein anderer, Louis Lortie, der sehr viel zu versprechen schien, aus Canada, ein Fall ähnlich Pletnjev. Man erkennt sein Klavierspiel, aber etwas fehlt doch, das Spekulative im Moment des Tuns.

MfG
Albus
drbobo
Inventar
#27 erstellt: 21. Feb 2004, 23:50

Hallo
Du weißt ja, wie solche Votings zustandekommen:
Eine Gruppe von (hier waren es etw 15)Leuten schreibt ihre bevotzugten Lieblinge auf. Manche verden (von allen)
vergessen. Das ist kein Beinbruch, aber immerhin ein Indiz, daß dieser Künstler es irgendwie nicht geschafft hat, im sich kollektiven Bewusstsein der Klassikfreunde einen Platz gaz vorne zu erobern. Aber das wäre erst signifikant aussagekräftig ab etwa 100 Stimmen. Immerhin wurde Pletnev
ja nich vergessen, weil *Du* ihn ja erwähnt hast.


Hallo,
das "Thema" war doch, welcher der jetzt lebenden Pianisten wird einst in einem Atmenzug mit Cortot, Kempff, Rubinstein und Horowitz genannt werden.
Da werden wohl einige vergessen werden. Die Zeit ist hart. Wer erinnert sich noch an Pianisten des 19. Jahrhunderts, welche Komponisten aus dem 18. Jhdt kennen wir?
Alfred_Schmidt
Hat sich gelöscht
#28 erstellt: 22. Feb 2004, 00:31
drbobo schrieb:


Die Zeit ist hart. Wer erinnert sich noch an Pianisten des 19. Jahrhunderts, welche Komponisten aus dem 18. Jhdt kennen wir?


Zum zweiten Teil des Satzes:
Ich kenne etwa 200, und gegen Ende das Jahres kennst auch Du 50 (duck.....und weg!) SCNR




Gruß

aus Wien

Alfred



drbobo
Inventar
#29 erstellt: 22. Feb 2004, 00:45
...okokokok
ich hätte natürlich die "hier" versammelten Experten auschliessen müssen ,

richtiger hätte ich schreiben sollen,
mit welchen Werken von welchen Komponisten werden 80% aller Klassik-CD's verkauft und mit welchen Komponisten werden 90% aller Aufführungen bestritten.
Aber du hattest mich sowieso verstanden
gereon
Ist häufiger hier
#30 erstellt: 22. Feb 2004, 01:09
hi,
nochmal kurz zu pletnev
für mich gehört er ohne zweifel zu den herausragenden lebenden pianisten. dass er neben seinem klavierspiel auch noch komponiert, arrangiert (z.b. beethovens violinkonzert für klarinette bei DGG) und dirigert, sollte nicht von seinem aussergewöhnlichen klavierspiel ablenken. wer mit 21 jahren vielleicht DEN renommiertesten klavierwettbewerb gewinnt, kann so schlecht ja auch nicht spielen.
sein solo-recital letztes jahr beim klavierfestival ruhr hat mich erneut sehr beeindruckt, und sein ganzes können als konzertpianist ist ja zum glück auch mit seinem carnegie hall debut (DGG) auf CD zu bestaunen. die tschaikovsky- und chopinaufnahmen gehören für mich in jede klassik-sammlung, aber auch die neue CPE-Bach cd finde ich großartig. freaks finden auch eine menge (vor allem russisches) rand-repertoire.
übrigens haben die tschaikovsky-symphonien unter pletnev bei DGG für mich referenz-charakter.
in einer liste mit den in den 50ern geborenen pianisten steht pletnev imho über zimerman (knapp!), pogorelich und gavrilov. vergleiche mit staier, schiff, kocsis oder zacharias bieten sich hier wohl nicht an.

p.s.: schade dass ich so selten die zeit habe hier aktiv mitzuwirken, aber allein das lesen des klassik-forums hier ist für mich schon schwer genug (und das jazz-forum ist ja auch nicht ohne!) dickes lob an die aktiv mitwirkenden und natürlich auch an die moderatoren!
gereon
Ist häufiger hier
#31 erstellt: 22. Feb 2004, 01:21
sorry, hatte noch was vergessen und will nicht jedesmal im nachhinein editieren:


das "Thema" war doch, welcher der jetzt lebenden Pianisten wird einst in einem Atmenzug mit Cortot, Kempff, Rubinstein und Horowitz genannt werden.
Da werden wohl einige vergessen werden. Die Zeit ist hart.

absolut richtig! nur war ich verwundert, dass gerade jüngere pianisten wie yundi li, aber auch anderszewski (kann ich NOCH nichts zu sagen), oder volodos teilweise schon als atemzug-würdig ( ) genannt werden. von der jüngeren generation würde ich eigentlich nur kissin und vielleicht noch andsnes nennen. anderszewski muss ich mir mal anhören. das soll jetz nicht heißen dass ich nichts von grimaud, volodos, say, berezovsky und weiteren hielte, nur sollte man hier doch die entwicklung noch abwarten.
Antracis
Stammgast
#32 erstellt: 23. Feb 2004, 21:24
Befragt zu meinen zeitgenössischen Favouriten an den Tasten würde ich in erster Linie Krystian Zimerman nennen. Er ist für mich einer der herausragenden Künstler unserer Tage. Viele seiner letzten Aufnahmen haben Referenzcharakter (Debussy-Preludes/h-Moll Sonate Liszt/Chopin-Klavierkonzerte). Auch Live hat er mich bisher fast nie enttäuscht. Vor ein paar Monaten spielte er in Berlin mit Simon Rattle zusammen ein fabelhaftes d-moll-Konzert von Brahms, und vor ca. 8 Jahren hörte ich von Ihm eine unglaublich einnehmende Interpretation von Chopins zweiter Klaviersonate. Einzig allein ein Abend mit Beethoven- und Schubertsonaten konnte mich nicht überzeugen.
Nebenbei besitzt der Mann eine wirklich makellose Technik und einen - zumindest aus meiner Sicht - äußerst "gesunden" musikalischen Geschmack, so dass der sehr häufige Einsatz eines Rubato z.B. in den Chopin-Klavierkonzerten nie aufgesetzt wirkt. Er erinnert mich sehr an Emil Gilels. Genauso wie dieser donnert er eigentlich nie, sondern bändigt seine monumentale Virtuosität und entfesselt Sie nur sehr sparsam. Zu hören in der h-moll-Sonate von Liszt.

Zu nennen wäre auch Maurizio Pollini, wobei - während Zimerman auf dem künstlerischen Höhepunkt seiner Karriere stehen dürfte - Pollini da sicher schon drüber ist. Ich liebe den klaren, schnörkellosen Chopin des jungen Pollini. Die Etüden, die Pollonaisen und vor allem auch die Aufnahme der beiden Sonaten - besonders die dritte - aus meiner Sicht eine revolutionäre Tat. Der Vorwärtsdrang ist immens. Ein ganz anderer Chopin als z.B. der von Zimermann, vielleicht etwas "maskuliner" (Fis-Moll-Pollonaise!!). Vor ca. 2 Monaten hörte ich Pollini mit einem reinen Chopinabend in Berlin, wo doch noch einiges an genialem aufblitzte. Zweifellos kann der Mann noch spielen, aber z.B. die Etüde Opus 10. Nr. 4 halt nicht mehr so wie vor 30 Jahren.
Schubert und Schumann des jungen Pollini ist ebenfalls eine Reise wert. Mit seinem Beethoven hab ich mich dagegen nie anfreunden können.

Mit Alfred Brendel bin ich insgesamt nie richtig warm geworden. Mehr als "solide" wirkte sein Spiel eigentlich nie auf mich. Ist einfach nicht die selbe musikalische Wellenlänge, solls geben.
Enttäuscht hat mich in jüngerer Zeit Kissin. Ihn hörte ich vor ca. einem Jahr. Und, während mich seine Virtuosität wie immer begeisterte (Mephisto-Walzer Nr. 1 und Ungarische Rapsodie Nr. 6 Liszt), waren die ebenfalls auf dem Programm stehenden Schubertsonaten (u.a. B-Dur 960) irgendwie leblos. Die Basstriller im ersten Satz schienen irgendwie zu sagen: Hmmm....mal überlegen, wie ich nach dem Harmoniewechsel weiterspiele. Ich bin gespannt auf die weitere Entwicklung.

Soweit erstmal.

Gruß
Anti


[Beitrag von Antracis am 23. Feb 2004, 21:26 bearbeitet]
Susanna
Hat sich gelöscht
#33 erstellt: 23. Feb 2004, 22:51

Die Zeit ist hart. Wer erinnert sich noch an Pianisten des 19. Jahrhunderts,


An Hans v. Bülow, Liszt und Chopin wird man sich wohl noch lange erinnern, wenn auch die beiden Letztgenannten den Vorteil haben, als Komponisten bekannt zu bleiben. Ein reproduktiver Künstler hat es schwerer, und kann praktisch nur vom Weitersagen seiner Leistung überdauern. Zum Glück für heutige Instrumentalisten gibt es die modernen Konserven.

Gruß,
Susanna

(Entschuldigung, daß ich vom Thema abgeschweift bin! Ich versuche, mich zu bessern)
Le_Canadien
Ist häufiger hier
#34 erstellt: 24. Feb 2004, 10:58
nochmal zu pletnev: ich hoere gerade seine einspielung der scarlatti piano sonaten. gefaellt mir sehr gut. mit seinem chopin kann ich aber z.b. gar nix anfangen.
Le_Canadien
Ist häufiger hier
#35 erstellt: 29. Feb 2004, 09:20
wenn ich ihn nicht uebersehen habe, wuerde murray perahia noch nicht genannt. grosse schubert-, chopin- und bach-einspielungen!
Jazzy
Inventar
#36 erstellt: 29. Feb 2004, 15:38
@Alfred: in deiner "Totenliste" habe ich Glenn Gould schmerzlich vermisst.....
Meine Anwärter wurden schon alle genannt:
Alfred Brendel,da habe ich die 5 Klavierkonzerte von Beethoven z.B.; Martha Argerich,diverse Chopin-Einspielungen;
Andras Schiff liebe ich besonders wegen seiner wunderbaren Schubert-Sonaten.
PeterSchwingi
Stammgast
#37 erstellt: 01. Mrz 2004, 16:22
...und was ist mit David Helfgott?
Andee
Neuling
#38 erstellt: 02. Mrz 2004, 03:50
Alfred Brendel gehört zu meinen absoluten Favoriten.

Besonders seine Klavierkonzerte von Mozart haben es mir angetan. Es gibt da eine Einspielung des KV 488 aus den Siebzigern - Jungejunge, daß jemand die "gewisse Stelle" kurz vor Ende des 2. Satzes so spielt wie er, d.h. die Wiederholung in der Sequenz ein wenig ausgespielt, variiert, verziert - obwohl es eben nicht in der Partitur steht - das hab ich so noch bei keinem anderen gehört...
Das war so eine Prägung für mich, daß ichs nun jedesmal vermisse, wenn ich diese Stelle von einem anderen Pianisten höre, der sie "urtextgerecht" spielt - uneingedenk der "Tatsache" (=Vermutung), daß Mozart seine eigenen Konzerte selbst nicht besonders notentreu spielte, sondern sehr wohl ausschmückte, improvisierte..

Aber das am Rande...

Andee
cr
Moderator
#39 erstellt: 02. Mrz 2004, 04:29
Arthuro Benedetti Michelangeli fehlt hier noch.
Viel gibts nicht mit ihm, da er der Albtraum jedes Produzenten sein soll. Angeblich unzuverlässig, mimosig, grüblerisch ...., sodass jede Aufnahme ein Lotteriespiel sein soll (???)
Jazzy
Inventar
#40 erstellt: 02. Mrz 2004, 22:30
@cr: Michelangeli ist aber 1995 gestorben.
Er war halt Perfektionist...
Le_Canadien
Ist häufiger hier
#41 erstellt: 05. Mrz 2004, 05:08
ich muss die liste mal noch um mindestens namen bereichern: grigory sokolov. was halten denn die hier versammelten experten von diesem mann?
cr
Moderator
#42 erstellt: 05. Mrz 2004, 10:55
@Jazzy
Ist mir entgangen, dass er schon gestorben ist.
gereon
Ist häufiger hier
#43 erstellt: 05. Mrz 2004, 19:39

ich muss die liste mal noch um mindestens namen bereichern: grigory sokolov. was halten denn die hier versammelten experten von diesem mann?

naja er gehört ja leider nicht mehr zu den jüngsten, hat sich aber erst in den letzten jahren noch einen "namen" machen können. aber er muss hier auf jeden fall noch genannt werden mit einem bekannteren label wäre er mit sicherheit ähnlich populär wie pollini, perahia, barenboim oder ähnliche. die waren nur etwas schneller und hatten die verträge bei DGG, CBS, EMI...
Le_Canadien
Ist häufiger hier
#44 erstellt: 05. Mrz 2004, 20:08
hinzukommen tut wohl auch, dass sokolov uns nicht gerade jedes jahr mit einer neuen aufnahme beglueckt...
cr
Moderator
#45 erstellt: 06. Mrz 2004, 21:47
Was ist eigentlich aus der noch jungen Ungarin Baldasti (ich hoffe es richtig zu schreiben?) geworden?
Vor ein paar Jahren galt sie als Shooting Star.
Susanna
Hat sich gelöscht
#46 erstellt: 03. Apr 2004, 15:34
Hallo,

auf die Gefahr hin, das Thema verfehlt zu haben, weise ich auf die unter "Klassikern" nicht ganz unumstrittene Sendung im ZDF hin, morgen, 22.00 Uhr, Sunday Night Classics.
Es spielt der 23- jährige Martin Stadtfeld die Goldbergvariationen, und zwar angeblich ganz neu (was auch immer damit gemeint ist), mit Oktavierungen, Tempoveränderungen, usw. Egal, ob er dies macht, um bekannt zu werden, es könnte sicher eine interessante Hörerfahrung sein.

Markus schrieb oben:
"Es gibt noch viele weitere hervorragende Pianisten, die eigentlich erwähnt werden sollten....., wo es aber vielleicht noch ein bisschen früh ist, diese zu den unsterblichen Künstlerpersönlichkeiten zu zählen."
Wer weiß, vielleicht erwächst uns ja ein zweiter Gould!
Vielleicht haben einige von Euch Zeit und Lust, die Sendung zu sehen/hören und man könnte hier mal darüber reden.

Gruß,
Susanna

Den schönen jungen Pianisten will ich noch einen beifügen, und da er noch nicht ganz so berühmt ist, ein bißchen kleiner!

driesvds
Ist häufiger hier
#47 erstellt: 04. Apr 2004, 13:23
andrei gavrilov ist natürlich ganz, ganz oben. aber er hat sich gut versteckt.

murray pirahia, top und er entwickelt sich immer noch weiter.

ashkenasy war ein top-pianist; aber nur die aufnamen bis etwas 1970 (die erste chopin etuden einspielung in mono ist noch immer ein referenz, nur was ihn bei opus 25 nr. 6 einfällt versteht kein mensch).

kissin; hoch talentiert aber er bleibt seit jahren hängen. es wird mal zeit das er von diese klavierlehrerin weg kommt, eine frau sucht und endlich erwachsen wird.

volodos; tastenkünstler, war letztes jahr hier in wels, ich war natürlich dabei - solange es virtuos ist ok, sein schubert war ein fehlgriff. der beweis das es auch gute pianisten mit kleine hände gibt.

vor ein paar monate habe ich mir yundi li angehört. er spielte die 4 scherzos von chopin - da sagte ich zu meiner frau "ich glaube er muss dringend auf's klo". entsetzlich wie er einfach drübergefahren ist. aber er ist noch jung.

an die alte garde (richter, gilels, rubenstein, lipatti) kommen alle wohl nicht ran.

dries
Tommy_Angel
Inventar
#48 erstellt: 26. Apr 2004, 22:26
Was haltet Ihr von Melvin Tan und seiner Einspielung des 4. Klavierkonzertes von Beethoven mit Norrington? Mir gefällt dabei die schlanke Art des Hammerklaviers und die dezente Orchesterbesetzung, so könnte es geklungen haben, seinerzeit.

Leider kann ich kein Bild posten, das muß ich erst noch lernen, ggg.
Suche:
Das könnte Dich auch interessieren:
Welche Pianisten wollt Ihr unbedingt noch im Konzert hören?
pt_concours am 17.05.2008  –  Letzte Antwort am 14.12.2008  –  9 Beiträge
Schirmer, Markus: Homepage des Pianisten
Markus_Schirmer am 29.09.2004  –  Letzte Antwort am 27.04.2005  –  9 Beiträge
Barenboim, Daniel: Erstklassig als Pianist oder als Dirigent?
Alfred_Schmidt am 03.05.2004  –  Letzte Antwort am 02.06.2017  –  26 Beiträge
Weissenberg, Alexis
horowitz_ am 17.02.2005  –  Letzte Antwort am 23.10.2005  –  7 Beiträge
Hans Richter-Haaser
nurmusik am 30.12.2011  –  Letzte Antwort am 07.01.2012  –  5 Beiträge
Gulda, Friedrich: Ein genialer Geck?
Marthaler am 28.01.2005  –  Letzte Antwort am 21.06.2007  –  40 Beiträge
Arrau, Claudio: Ein unvergessener Pianist
Alfred_Schmidt am 25.02.2004  –  Letzte Antwort am 31.03.2017  –  26 Beiträge
Mustonen , Olli: Gould--Verschnitt oder Musik-Ikone?
Alfred_Schmidt am 02.04.2004  –  Letzte Antwort am 01.07.2004  –  6 Beiträge
Mutter , Anne Sophie: Weltspitzenklasse oder nicht ?
Alfred_Schmidt am 06.03.2004  –  Letzte Antwort am 17.09.2004  –  26 Beiträge
Hatto,Joyce: Ihre "Referenzaufnahmen" - Der grösste Fake seit Milli Vanilli?
Miles am 18.02.2007  –  Letzte Antwort am 01.03.2007  –  12 Beiträge
Foren Archiv

Anzeige

Aktuelle Aktion

Partner Widget schließen

  • beyerdynamic Logo
  • DALI Logo
  • SAMSUNG Logo
  • TCL Logo

Forumsstatistik Widget schließen

  • Registrierte Mitglieder825.612 ( Heute: 25 )
  • Neuestes Mitgliedsaftpirat
  • Gesamtzahl an Themen1.380.084
  • Gesamtzahl an Beiträgen18.287.532

Hersteller in diesem Thread Widget schließen