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Beethoven Klavierkonzerte+A -A |
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| Autor |
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klutzkopp
Inventar |
#157
erstellt: 02. Okt 2023, 21:27
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Es gibt übrigens eine Live-GA mit Rudolf Serkin die zumindest mir bisher völlig unbekannt war - ebenso wie der Dirigent Max Rudolf: ![]() Im letzten Jahr (erstmals?) veröffentlicht. Werde ich aber nicht erwerben da ich Serkin/Kubelik (live 1977) schon habe. [Beitrag von klutzkopp am 03. Okt 2023, 16:32 bearbeitet] |
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arnaoutchot
Moderator |
#158
erstellt: 08. Okt 2023, 16:25
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Anlässlich des Eintreffens der Aufnahme mit Mitsuko Uchida und Simon Rattle habe ich einen kleinen Vergleich der drei Zyklen vorgenommen, die ich mit Simon Rattle am Pult habe: 20. Brendel/Rattle/VPO, Philips 1998 31. Uchida/Rattle/BPO, BP Rec. SACD MCh 2010 35. Zimerman/Rattle/LSO, DGG 3CD & 2 Blu Ray 2020 Ich habe den ersten Satz des Emperor-Konzerts verglichen. Brendel/Rattle gehört zu meinen Referenzaufnahmen und diese Position kann die Aufnahme auch verteidigen. Das Orchester ist hier breit und vollmundig, auch aufnahmebedingt nicht ganz so differenziert wie bei den beiden neueren Aufnahmen, aber ein weicher Teppich, auf dem der Solist brillieren kann. Brendel ist hier sehr gut, er stuft sein Spiel sehr fein ab, ohne an Dynamik zu verlieren. Das ist das Problem von Mitsuko Uchida. Sie bietet ein feingliedriges, deutlich zarteres, weiblicheres Spiel, das in den packenden Momenten des Satzes manchmal etwas untergeht. Zwar ist die Begleitung der Berliner hervorragend differenziert gestaltet (wohl das beste Orchester der drei), aber es fehlt etwas die Power. In den langsamen Sätzen der Konzerte kann sie aber atemberaubend feine Linien zeichnen, sie unterstreicht da musikalisch ihre Aussage, dass Beethovens Konzerte uns erlauben, bis zum Ende des Universums zu sehen. (“allows us to see to the end of the universe”..). Die 2020er Pandemie-Aufnahme Zimerman/Rattle ist dagegen ein Powerhouse, Zimerman kommt laut und klar und die Londoner haben es im Griff. Sie spielten bekanntlich pandemiebedingt mit Plexiglasscheiben zwischen den Musikern, aber das hört man nicht. Rattle macht seinen Job bei allen drei Aufnahmen sehr gut ! [Beitrag von arnaoutchot am 08. Okt 2023, 16:29 bearbeitet] |
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klutzkopp
Inventar |
#159
erstellt: 08. Okt 2023, 19:12
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Ich wage dir kaum zu widersprechen, aber alles was ich bisher von Brendel gehört habe war mal so gar nicht my cup of tea. Ich glaube da bin ich auch nicht der Einzige. Geschmackssache. |
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arnaoutchot
Moderator |
#160
erstellt: 08. Okt 2023, 19:44
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Ich habe in Sachen Beethoven-Konzerte Brendel mit Rattle und ein paar Jahre zuvor mit Levine. Beide sind sehr gut. Auch seine Beethoven- und Schubert-Sonaten waren tadellos. Aber ok, über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten und dass Brendel ein ernsthafter Musiker ist, sollte auch nicht zur Diskussion stehen. Aber muss ja nicht, gibt ja noch zig andere Aufnahmen. |
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klutzkopp
Inventar |
#161
erstellt: 08. Okt 2023, 20:22
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Selbstverständlich ist Brendel ein ernsthafter Musiker. Vielleicht sogar zu sehr? Auf mich wirkt sein Spiel irgendwie zu „verkopft“ und die Musik dadurch häufig „überinterpretiert“, weshalb ich auch nicht verstehe dass er als besonders „werktreu“ gelobt wird. Ich betone: Nur meine ganz subjektive Meinung. [Beitrag von klutzkopp am 08. Okt 2023, 20:25 bearbeitet] |
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arnaoutchot
Moderator |
#162
erstellt: 08. Okt 2023, 20:35
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Ja, klar, jeder sollte hier seine subjektive Meinung vertreten. Das Stichwort "verkopft" wäre mir jetzt bei Brendel nicht eingefallen. Gerade auch die Aufnahmen der Mozart-Klavierkonzerte finde ich einfühlsam und gar nicht akademisch. Aber er hat tatsächlich auch viel theoretisch über die Musik veröffentlicht (Nachdenken über Musik). Nun gut, wie schon gesagt, muss ja nicht. Erstaunlicherweise lebt Brendel mit biblischen 92 Jahren noch. 👍 |
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klutzkopp
Inventar |
#163
erstellt: 05. Jun 2024, 19:20
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Tja, heute ist dann mit Perahia/Haitink die neunte dazugekommen ![]() Das Vierte läuft gerade und ich kann sagen: Wenn die Qualität der anderen Konzerte auch so ist dann sind die vielen sehr guten Rezensionen allemal zutreffend. Perahia spielt wunderbar uneitel, entspannt und virtuos. Mein in Richtung „Chopin-Tastenschleicher“ deutendes Vorurteil gegen ihn erkläre ich damit bußfertig für erledigt. Und der Klang des RCO Amsterdam - muss man dazu noch etwas sagen? Nein, nichts außer himmlisch. ![]() Da verzeihe ich sogar dass das Digipack außer den 3 CDs Nichts enthält. [Beitrag von klutzkopp am 05. Jun 2024, 19:34 bearbeitet] |
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Mars_22
Inventar |
#164
erstellt: 04. Aug 2025, 19:33
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Ich habe jetzt den Ohlsson/Runnicles auf dem Kopfhörer. Ohlsson spielt einige Details auffällig und anders als ich das kenne, das ist durchaus interessant. Insgesamt kann die Aufnahme aber m.E. keine Akzente setzen. Auch der Reference-Recordings-Klang ist gut, aber speziell. Wenn ich einen Farbenvergleich wählen dürfte, wäre es ein amerikanisches Wohnzimmer mit viel Beige und Braun und seeehr weichem Sofa Allerdings habe ich gerade keinen direkten Klangvergleich, und der Kopfhörer ist neu. Aber er neigt gerade nicht zu zu warmer Reproduktion |
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klutzkopp
Inventar |
#165
erstellt: 28. Sep 2025, 15:56
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Habe Aimard/Harnoncourt weggegeben und mir dann doch noch einen Zyklus zugelegt - mit kleinen Orchester, aber nicht mit Fortepiano sondern einem Bösendorfer: ![]() Das klingt ganz vorzüglich und ist wunderbar transparent aufgenommen. Klavier sehr präsent, so soll es sein. Reinhören ist empfehlenswert. Eine erfrischende Angelegenheit das Ganze. [Beitrag von klutzkopp am 28. Sep 2025, 19:31 bearbeitet] |
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Mars_22
Inventar |
#166
erstellt: 28. Sep 2025, 21:23
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arnaoutchot
Moderator |
#167
erstellt: 17. Mrz 2026, 19:52
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Das hier kam bei mir noch dazu. Nach nahezu komplettem Hören (#5 fehlt noch) erfolgte die Aufnahme in die Sammlung. Eine wirklich positive Überraschung ! |
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arnaoutchot
Moderator |
#168
erstellt: 02. Apr 2026, 12:27
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Nachdem nun schon wieder eine neue Aufnahme hier ankam (Details siehe hier, Minnaar/DeVriend/NLSO, habe ich meine Liste der kompletten Zyklen neu überarbeitet. Die früher als Vinyl-Boxen einzeln gelisteten Aufnahmen habe ich integriert und nicht mehr eigens gezählt, dadurch sind es jetzt 46 verschiedene Zyklen. Einige davon habe ich aber in mehreren Ausgaben (zB Blu Ray oder Vinyl). Auch für mich poste ich die Liste mal wieder hier, habe dann schnellen Zugriff. Wenn es Fragen und Anregungen gibt, höre ich gerne. Die fettgedruckten sind meine Favoriten. Die Reihenfolge ist (ungefähr) chronologisch. 1. Schnabel/Sargent/LSO (1-3) bzw. Schnabel/Stock/CSO (4-5), Brilliant/RCA Victor 1932-1942 - mono, historisch 2. Kempff/van Kempen/BPO, DGG 1953 - mono, historisch 3. Rubinstein/Krips/Symphony of the Air, RCA Victor Red Seal 1956 (nur Vinyl) 4. Gilels/Ludwig/Vandernoot/Cluytens/PO etc, EMI 1954-57 - noch nicht so gut wie 11. 5. Gould/Bernstein/Columbia SO, Sony 1957-66 - typisch Gould … 6. Backhaus/Schmidt-Isserstedt/VPO, Decca London SHM-SACD Stereo Japan 1958-59 - Klassiker des Beethoven-Spezialisten Backhaus 7. Fleisher/Szell/Cleveland SO, Sony 1961-64 - zurecht oft als eine der Referenzaufnahmen bezeichnet 8. Kempff/Leitner/BPO, DGG 1962 (Vinyl) - Klassiker 9. Arrau/Haitink/Concertgebouw Orchester, Philips 1965 - eine ebenso detaillierte wie formvollendete Aufnahme, siehe auch 19. CD und Vinyl. 10. Barenboim/Klemperer/New PO, EMI 1968 - junger Barenboim und alter Klemperer 11. Gilels/Szell/Cleveland O, EMI 1968 - auch sehr gut, besonders im Vergleich zu 4. 12. Gulda/Stein/VPO, Decca 1971 - frühe exzentrische Aufnahme 13. Ashkenazy/Solti/CSO, Decca 1973 - ebenfalls sehr hoch gehandelter Zyklus mit einer Traumkombination aus Solist, Dirigent und Orchester. Auch als Blu Ray (Stereo) und Vinyl. 14. Rubinstein/Barenboim/LPO, RCA 1975 - man beachte den feinen Unterschied zwischen 10 und 14, Rubinstein hat schon was, bei dieser Aufnahme war er schon fast 90 !!! 15. Brendel/Haitink/LPO, Philips 1975-77 - die grosse Unbekannte, Bestandteil der Brendel-Philips-Box 16. Weissenberg/Karajan/BPO, EMI 1978 - schwergewichtig, teilweise etwas schwerfällig 17. Brendel/Levine/CSO, Philips 1983 - meine erste, Weihnachten 1984 bekommen !!! Finde ich noch immer sehr schön, aber 24 ist noch einen Tick perfekter. Auch auf Vinyl. 18. Serkin/Ozawa/BSO, Telarc 1984 - schöne frühe audiophile, Serkin allerdings auch schon im Greisenalter mit 81 19. Arrau/Davis/Staatskapelle , Philips 1984-87 - der Grandseigneur, eine der besten DDR-Aufnahmen, die es gibt !!! 20. Tan/Norrington/London Classical Players, Virgin 1989 - historisierende Aufnahme mit Hammerflügel, durch 32. aus dem Rennen geschlagen 21. Zimerman/Bernstein/VPO, DGG 1992 - feine Pianokultur, Bernstein nur auf 3. - 5. Konzert 22. Pollini/Abbado/BPO, DGG 1994 - wird generell nicht gemocht, ich fand nichts Störendes 23. Schiff/Haitink/Staatskapelle Dresden, Teldec 1996 - "klassisch" 24. Brendel/Rattle/VPO, Philips 1998 - das könnte die optimale Schnittmenge aus moderner Aufnahme und klassischer Interpretation sein 25. Uchida/Sanderling/SOdBR bzw, RCO, Decca 1996-99, interessant wegen des klaren Spiels von Uchida, weniger wegen dem eher durchschnittlichen Orchester 26. Aimard/Harnoncourt/Chamber Orch of Europe, Teldec 2000-2002 - von vielen frenetisch bejubelt, mich hat's nicht vom Hocker gerissen 27. Afanassiev/Soudant/Mozarteum O Salzburg, Oehms 2001-2002 - auch eher was Spezielles, sehr langsam 28. Pletnev/Gansch/Russian NO, DGG 2007 - kontrovers, exzentrisch und kraftvoll, aber für mich durchaus faszinierend 29. Barenboim/Barenboim/Staatskapelle Berlin, EuroArts BluRay 2007 - Erstklassige Interpretation, hervorragender dts-HD-MA-Ton und sehr gutes Bild 30. O'Conor/Delfs/LSO, Telarc 2008 - tendenziell unterschätzt, wie schon bei seinen Sonaten, warmer Telarc-Klang 31. Mustonen/Tapiola Sinfonietta, Ondine SACD 2007-2009 - moderne Exzentrik, viele hassen ihn dafür. Ich weiss noch nicht genau … 32. Schoonderwoerd/Cristofori, alpha 2007-2010 - die radikale Referenz der "Historical Informed Performances" - unglaublich, welch neuer Blick geöffnet wird !!! 33. Brautigam/Parrott/Nörrköping SO, BIS SACD 2008-2010 - der erste Zyklus mit sieben Konzerten (inkl. WoO 4, aka nulltes Konzert). 34. Uchida/Rattle/BPO, BP Rec. SACD MCh 2010 - Sehr schöne klassische Aufnahme, wo dem leichten Spiel von Uchida das differenzierte Orchester gegenübersteht. 35. Sudbin/Vanska/Minnesota O (3-5) bzw. Tapiola Sinfonietta, BIS SACD 2010-2017- gefällt mir sehr gut trotz Orchesterwechsel innerhalb des Zyklus, ich bin aber auch Sudbin-Fan … 36. Minnaar/DeVriend/NLSO, Challenge SACD MCh 2014-16, frischer junger Pianist, hervorragender Mehrkanalklang (Northstar). Klanglich Referenz und auch aktuell eine sehr favorisierte Aufnahme 37. Lisiecki/Academy of St Martin in the Fields, DGG 2019 - hohe Transparenz und Frische des Klavierparts, differenzierte Begleitung des Orchesters, sehr gut ! Ebenfalls ein aktueller Favorit, mal sehen, ob sie die Position halten kann 38. Bavouzet/Swedish Chamber O, Chandos SACD 2018-19 - klare und transparente Darbietung mit kleinem Orchester, moderate HIP auf modernen Instrumenten. 39. Kodama/Nagano/Deutsches SO Berlin, Berlin Classics 4CD 2006-2019 - mit nulltem Konzert, Tripelkonzert etc., zusammen mit 25/34 die einzigen beiden weibliche Pianistinnen, mit Herzblut gespielt. 40. Brautigam/Willens/Kölner Akademie, BIS 2SACD 2019, Brautigams Alternativaufnahme mit Fortepiano (sh. 33 mit Grand Piano). Sehr schön, nicht so radikal wie 32. 41. Zimerman/Rattle/LSO, DGG 3CD & 2 Blu Ray 2020 - breiter aber trotz Atmos etwas lahmer Orchesterklang, aber auch pandemiebedingte Abstandsregeln im Orchester, Zimerman individuell, ohne in Manierismen zu verfallen. 42. Wallisch/Haselböck/Orchester Wiener Akademie, cpo 3CD 2020, historisch informiert bis in die originalgetreuen Instrumente und Säle der Uraufführungen. 43. Hough/Lintu/Finnish RSO, Hyperion 3CD 2020, feine moderne Aufnahme am Bösendorfer, griffig und souverän. 44. Korstick/Trinks/ORF RSO Wien, cpo 4CD 2020-2021. Moderne Aufnahme der 7 Konzerte (teilweise mit merkwürdiger Nummerierung), Klavier zu brillant hart. 45. Ohlsson/Runnicles/Grand Teton Music Festival Orchestra, Reference Recordings 3SACD MCh 2022, warme runde Live-Aufnahme aus einem hervorragend klingenden kleinen Saal des bekannten US-Musikfestivals. 46. Zhang/Stutzmann/Philadelphia Orch, BIS 2SACD MCh 2022, Zhang einfühlsam und transparent, Frau Stutzmann und das PO geben ihm ein weiches und elastisches Fundament. [Beitrag von arnaoutchot am 09. Apr 2026, 08:30 bearbeitet] |
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arnaoutchot
Moderator |
#169
erstellt: 09. Apr 2026, 09:00
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Es kamen nun in den letzten Wochen tatsächlich noch ein paar mehr Zyklen, zuletzt jetzt noch Hough/Lintu/Finnish RSO und Wallisch/Haselböck/Wiener Akademie. Ich habe sie in die o.g. Liste noch eingearbeitet. Im Moment höre ich Stephen Hough mit Hannu Lintu und dem Finnish RSO, Hyperion 3CD 2020. Um es gleich vorwegzunehmen: Das ist eine sehr feine Aufnahme, die es verdient, auch ein paar Jahre nach der Flut an Aufnahmen im Beethoven-Jahr 2020 gehört zu werden. Hough spielt sehr souverän und griffig, ein grosser Pluspunkt ist der wunderbare Bösendorfer-Flügel, dessen Klang ich generell wegen seiner grösseren Wärme und Weichheit einem Steinway vorziehe. Man merkt, dass Hough ein routinierter Pianist ist, der die Konzerte wohl schon sein Leben lang spielt (zum Zeitpunkt der Aufnahme war er etwa 60 Jahre alt). Die Finnen sind einfühlsame Begleiter und der Klang der Aufnahme ist sehr gut ! Wenn man noch nicht allzu viele Zyklen hat, ist diese moderne Aufnahme mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Bereicherung jeder Sammlung. Besonders für den aktuellen Sonderpreis, klick the pic. Da kommt das kleine "aber". Wenn man so viele Aufnahmen wie ich hier stehen hat, so wird es logischerweise für Neuzugänge immer schwieriger, sich abzugrenzen. Beim Versuch, Hough nur mal gegen Aufnahmen aus den letzten zehn Jahren zu vergleichen (einen Vergleich mit den Altmeistern der Analogära wie Arrau, Brendel oder Gilels habe ich noch gar nicht gewagt), dann wird die Luft schon dünner. Ich denke, man hat im Was-hört-ihr-Thread gemerkt, dass ich mit einiger Freude die jungen Pianisten Lisiecki (37.) und Minnaar (36.) gehört habe, die ein wenig jugendlich respektlose Frische mitbringen, auch Bavouzets (38.) moderne HIP-Aufnahme war sehr interessant und Zhangs (46.) hervorragender Zyklus für BIS ist auch ein ernster Konkurrent. Wer die Möglichkeit hat, sollte das mal gegen Hough hören. |
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arnaoutchot
Moderator |
#170
erstellt: 09. Apr 2026, 09:54
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Noch kurz ein Wort zu Gottlieb Wallisch/Martin Haselböck/Orchester Wiener Akademie, cpo 3CD 2020. Ich hörte in das Konzert No. 4 hinein. Es ist gespielt auf einem Hammerflügel von Franz Bayer aus 1825 und aufgenommen im Palais Lobkowitz in Wien, wo auch 1807 die Uraufführung mit Beethoven am Klavier stattfand. Wallisch wählte bewusst einen etwas später gebauten Flügel, weil die Fortschritte in der Instrumententechnik am Anfang des 19. Jahrhunderts dramatisch waren. Dieser ist klanglich auch delikat und einfühlsam abgebildet und dürfte auch Gegner von Hammerklavieren nicht sehr stören. Leider sind die Aufnahmebedingungen für ein Orchester in diesen Räumen mit Marmorwänden wohl nicht ideal, das Orchester ist relativ leise, diffus und distanziert. Es klingt, als sässe der Solist am Bühnenrand und das Orchester zwanzig Meter weiter hinten. Das ist schade, denn ich glaube nicht, dass dieser Höreindruck wirklich der damaligen Situation entspricht, bei der der Solist im Orchester sass. Man wollte wohl absolut vermeiden, dass das Klavier vom Orchester überdeckt wird.Die meisten anderen Konzerte sind im Casino Baumgarten aufgenommen, mal sehen, wie das geeignet ist. |
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Scotti2705@
Stammgast |
#171
erstellt: 09. Apr 2026, 09:55
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Für mich auch dazugehörend (insbesondere auf Grund der sehr schönen nativen 5.0-Live Aufnahme aus dem Goldenen Saal): Buchbinder/Wiener Philharmoniker (Blu Ray). |
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klutzkopp
Inventar |
#172
erstellt: 09. Apr 2026, 10:05
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Den Buchbinder habe ich „nur“ als CD. Erstklassig soweit ich das beurteilen kann. [Beitrag von klutzkopp am 09. Apr 2026, 13:58 bearbeitet] |
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arnaoutchot
Moderator |
#173
erstellt: 09. Apr 2026, 10:18
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Das scheinen die gleichen Aufnahmen zu sein auf CD und Blu Ray ... ? Naja, mal schauen, da würde mich die Blu Ray mehr interessieren. Gekauft, irgendwie muss ich ja jetzt noch bis zur 50. kommen. [Beitrag von arnaoutchot am 09. Apr 2026, 10:25 bearbeitet] |
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klutzkopp
Inventar |
#174
erstellt: 09. Apr 2026, 14:25
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Dat schaffste, Serkin/ Kubelik (Orfeo 1977, live) hast du ja noch nicht. Enthält übrigens eine sehr schöne Chorfantasie. Der HIP-Bavouzet klingt in der Tat wie etwas das ich so noch nicht habe. Überzeugt mich wesentlich mehr als z.B. Korstick. [Beitrag von klutzkopp am 09. Apr 2026, 15:50 bearbeitet] |
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arnaoutchot
Moderator |
#175
erstellt: 09. Apr 2026, 15:21
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Ich arbeite daran Jetzt muss ich erst mal die letzten Zyklen verdauen. Bavouzet ist ja nicht wirklich eine HIP, sowohl Orchester als auch Pianist spielen auf modernen Instrumenten. Aber durch die schlanke Besetzung wirkt sie ein bisschen so. |
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op111
Moderator |
#176
erstellt: 09. Apr 2026, 16:13
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Hallo zusammen, Michael das ist eindrucksvoll und fast schon enzyklopädisch. Außer ein paar Einzelaufnahmen Fischer, de l' Arrocha, Mustonen, Brendel, Freire, Argerich, Sudbin, Schirmer, Uchida habe ich die kümmerliche Auswahl: 1. Schnabel/Sargent/LSO (1-3) bzw. Schnabel/Stock/CSO (4-5), Brilliant/RCA Victor 1932-1942 - mono, historisch 5. Gould/Bernstein/Columbia SO, Sony 1957-66 - typisch Gould … 7. Fleisher/Szell/Cleveland SO, Sony 1961-64 - zurecht oft als eine der Referenzaufnahmen bezeichnet - die hast du (noch) nicht: Serkin, 2x(Philadelphia Orchestra, Ormandy 1-4) NYP, Bernstein (5.) CBS/Sony 10. Barenboim/Klemperer/New PO, EMI 1968 - junger Barenboim und alter Klemperer 11. Gilels/Szell/Cleveland O, EMI 1968 - auch sehr gut 12. Gulda/Stein/VPO, Decca 1971 - frühe exzentrische Aufnahme 13. Ashkenazy/Solti/CSO, Decca 1973 - ebenfalls sehr hoch gehandelter Zyklus mit einer Traumkombination aus Solist, Dirigent und Orchester. 16. Weissenberg/Karajan/BPO, EMI 1978 - schwergewichtig, teilweise etwas schwerfällig 18. Serkin/Ozawa/BSO, Telarc 1984 - schöne frühe audiophile, Serkin allerdings auch schon im Greisenalter mit 81 24. Brendel/Rattle/VPO, Philips 1998 - das könnte die optimale Schnittmenge aus moderner Aufnahme und klassischer Interpretation sein Und selbst bei denen höre ich zunehmend nach dem Zufallsprinzip einzelne Aufnahmen, und kann nicht immer eine feste Gewichtung definieren. Die kursiv gesetzten mag ich nicht mehr hören. Auffällig ist bei Weissenberg der wattierte Klang, ab und zu scheint mal eine Taste zu klemmen. Lange nicht mehr gehört. Originell und eigenwillig finde ich Schnabel, Gould. Brendel/Rattle kam seltsamerweise bei der Kritik nicht gut an. Franz |
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arnaoutchot
Moderator |
#177
erstellt: 09. Apr 2026, 18:46
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Ja, danke, manche würde es völlig bekloppt nennen Enzyklopädie strebe ich allerdings definitiv nicht an, ich bin einfach neugierig. Deswegen sind aktuell auch die neuen Aufnahmen mehr in meinem Fokus als die alten Analogaufnahmen. Aber den Serkin werde ich mal ins Visier nehmen
Ja, da ist bei mir auch Nostalgie dabei. Brendel/Levine war mein erster Zyklus, Erinnerungen an das Hören mit meinem verstorbenen Vater dieser damals frühen CD-Ausgabe (1984) spielen mit rein. Er liebte die Konzerte. Ich fand Brendel/Rattle dann noch einen Tick klarer/besser aufgenommen, bei einer scharfen Überprüfung weiss ich noch nicht mal, ob alle Brendel-Aufnahmen noch den Referenz-Status behalten würden. |
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arnaoutchot
Moderator |
#178
erstellt: 15. Apr 2026, 20:13
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Hier eingetroffen No. 47: Beethoven - The Piano Concertos - Rudolf Buchbinder / VPO - Unitel Blu Ray dts HD 5.0 2011. Eine schöne Live-Aufnahme des Zyklus aus dem Goldenen Saal des Musikvereins in Wien. Ich habe sie absichtlich ohne Bild laufen lassen, um mich auf die Musik zu konzentrieren. Sie erinnert mich sofort an Barenboims-Aufnahme mit der Staatskapelle Berlin aus 2007 (No. 29), auch vom Klavier aus geleitet, gleiches Tonformat Blu Ray / dts HD. Buchbinder ist - aus dem Gedächtnis heraus - etwas lyrischer, relaxter, durchdachter als der routinierte Barenboim. Das Orchester ist erstklassig, aber kein Wunder, sie spielen ja auf ihrem Home Turf. Auch nach 46 Vorgängern immer wieder schön, einen neuen Zyklus zu hören. Und: Dank Blu Ray kann man alle fünf hintereinander hören, ohne aufstehen zu müssen. 👍😂 Danke an Wolfgang & Scotti, die mich auf diesen Zyklus hingewiesen haben. 👍 Ich nehme gerne weitere Tipps, irgendwie will ich jetzt ja noch auf die 50 kommen. Murray Perahia könnte ich mir noch vorstellen, aber es drängt mich aktuell nicht sehr. |
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Das ist schade, denn ich glaube nicht, dass dieser Höreindruck wirklich der damaligen Situation entspricht, bei der der Solist im Orchester sass. Man wollte wohl absolut vermeiden, dass das Klavier vom Orchester überdeckt wird.









