Südamerikanische Komponisten - außer Villa Lobos

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Martin2
Inventar
#1 erstellt: 12. Nov 2009, 15:01
Ich habe in den letzten Jahren einiges von Villa Lobos gehört. Einige Streichquartette, die es ja in einer sehr guten Aufnahme von Brilliant gibt und in letzer Zeit verstärkt die Bachianas Brasilieras, die mir teilweise sehr gut gefallen. Villa Lobos ist unbedingt eine Entdeckung, aber dieser brasilianische Komponist scheint auch wirklich der einzige zu sein, der zu wirklicher Bekanntheit gekommen ist. Ob ich nun alles von ihm kennen muß, weiß ich nicht, aber interessant an Villa Lobos ist nicht nur die individuelle Klasse seiner Kompositionen, sondern auch daß er teilweise unbekümmert um abendländische Musiktraditionen, in denen er natürlich trotzdem steckt, zu komponieren weiß. Das ist ein seriöser Komponist, zweifellos, aber der feurige südamerikanische Musikant, also die populäre Musik, wird hier auch verarbeitet.

Soviel zu Villa Lobos. Grundsätzlich muß ich sagen, interessiert mich die südamerikanische Kunstmusik als solche, da sie vielleicht noch ursprünglicher ist als die europäische, die diesen riesigen Ballast ( ?) an Musiktradition hat. Kennt jemand mehr südamerikanische Musik außer Villa Lobos und weiß er vielleicht etwas darüber zu erzählen? Was für eine Musikkultur ist das eigentlich, diese südamerikanische, und was für ein Hintergrund an kultureller Entwicklung spielt sich hier ab?


Gruß Martin
Hüb'
Moderator
#2 erstellt: 12. Nov 2009, 15:05
Hallo Martin,

interessantes Thema - allerdings befürchte ich, dass es da verdammt dünn aussieht.

Zum Einstieg bietet diese Box wohl einen guten Überblick über Mexikanische Komponisten:



EDIT: Schau mal hier!

EDIT2: Nicht bloß Brasilianer.

Grüße
Frank


[Beitrag von Hüb' am 12. Nov 2009, 15:12 bearbeitet]
Martin2
Inventar
#3 erstellt: 12. Nov 2009, 15:42
Hallo Frank,

kennst Du die Box? Na ja, gleich sechs mexikanische Komponisten ... Ob die auch alle gut sind? Übrigens darf man in diesem Thread Mexiko natürlich einbeziehen, obwohls nicht Südamerika ist, aber doch Lateinamerika.

Übrigens bei Deinem Link sehr erstaunlich, was für eine Fülle brasilianischer Komponisten da zum Vorschein kommt.

Übrigens würde mich auch mal ein Buch: Geschichte der klassischen Musik Lateinamerikas mal interessieren. Wie Du schon sagst: Interessantes Thema, aber man weiß nur sehr wenig. Da weiß ich zum Beispiel über die Geschichte der US Amerikanischen Musik viel mehr. Über die ganze Kultur weiß man viel mehr.

Gruß Martin
Hüb'
Moderator
#4 erstellt: 12. Nov 2009, 15:44
Hallo Martin,

die Schnittmengen mit Nord-Amerika sind einfach größer.
Mir war nicht klar, wie eng Du die geographischen Grenzen ziehen willst.

Die Box habe ich (aber bisher nicht intensiv gehört; Eindrücke muss ich schuldig bleiben).


[Beitrag von Hüb' am 12. Nov 2009, 15:45 bearbeitet]
Mellus
Stammgast
#5 erstellt: 12. Nov 2009, 16:09
Hallo Martin,

spontan fällt mir namentlich nur Mozart Camargo Guaneri ein, der eingängige, brasilianisch lebendige, neoromantisch ( ) inspirierte Musik schreibt. Kennengelernt habe ich ihn über seine Klavierkonzerte, die eingespielt von Max Barros, Warsaw PO unter Thomas Conlin bei Naxos erschienen sind:



Das Label K617 (http://www.cd-baroque.com/) widmet sich vor allem in der Reihe Wege des Barock (ich weiß den originalsprachlichen Namen gerade nicht) alter oder wenigstens älterer Musik aus der neuen Welt. Ich habe einige CDs aus der Reihe, habe aber die Namen der portraitierten Komponisten nicht im Kopf. Bei Interesse reiche ich die nach. Die Musik ist jedenfalls europäisch geprägte, zumeist sakrale Renaissance-/Barock-Musik, gefärbt durch die jeweiligen landestypischen Instrumente (selten, da in der Regel Vokalmusik) oder Volksliedelemente.

Viele Grüße,
Mellus
Martin2
Inventar
#6 erstellt: 12. Nov 2009, 16:55
Hallo Mellus,

wieder faszinierend, was manche Forianer hier so alles besitzen. Nun weiß ich allerdings nicht, ob mich frühe lateinamerikanische Musik so sehr interessiert. Mag ein Vorurteil sein, aber ich befürchte einfach, daß das einfach nur zweitklassige Musik europäischer Einwanderer ist. Russische Barockmusik gibt es vermutlich auch, aber wer interessiert sich schon dafür.

Interessant wird die Sache unter dem Gesichtspunkt nationaler Eigenentwicklungen. Und da hat ein Villa Lobos schon brasilianisches Flair. So etwas finde ich interessanter. Aber Guaneri werde ich mir mal merken.

Gruß Martin
Mellus
Stammgast
#7 erstellt: 12. Nov 2009, 23:31
Hallo Martin,

einen "alten" Namen nenne ich doch, nämlich Juan de Araujo. Das, was ich von ihm kenne, besticht durch eine eingängige, sakrale Fröhlichkeit.

Den ganzen Tag habe ich noch gegrübelt: da gab es doch noch einen? Soeben habe ich die in Frage kommenden CD-Stapel durchgesehen und siehe da: gefunden! Den Ecuadorianer Mesias Maiguashca. Ohne einen Zeitgenossen soll doch dieser Thread nicht bleiben. Maisguashca muss man wohl zur Neuen Musik zählen, er komponiert im Spannungsbereich zwischen elektronisch und konventionell erzeugter Musik, hat aber eine Vorliebe für klingende Metallkörper. Als Techniken verwendet er allerlei Klangtransformationen (so bin ich auch auf ihn gestoßen, diese Techniken teilt er mit seinen Kollegen Finnendahl und Posadas, von denen ich letzteren mit seinen Streichquartette gerne höre). Genaueres kann ich aber nicht sagen, da meine hörende Bekanntschaft mit seiner Musik erst kurz währt.

Am ZKM wurde sein Zyklus Reading Castaneda (genau: Don Juan bei den Yaqui-Indianern) aufgenommen:



Viele Grüße,
Mellus
Mellus
Stammgast
#8 erstellt: 12. Nov 2009, 23:38
Ach ja, aus der oben genannten Box kann man vielleicht Revueltas hervorheben. Sein Sensemayá ist ja schon ein mexikanscher Klassiker! Eine gute Einspielung auf Originalinstrumenten gibt es vom Aguascalientes Symphony Orchestra unter der Leitung von Enrique Barrios bei Naxos. Die CD enthält auch das fast genauso berühmte Orchesterwerk La noche de los Mayas (allerdings arrangiert von Limantour).



Gruß,
Mellus
op111
Moderator
#9 erstellt: 19. Nov 2009, 11:41
Hola / Olá!

es muß nicht immer Villa-Lobos sein.


Hüb' schrieb:
Zum Einstieg bietet diese Box wohl einen guten Überblick über Mexikanische Komponisten:



Die Box besitze ich ebenfalls und habe bisher mit Vergügen hauptsächlich die Werke von Silvestre Revueltas daraus für mich entdeckt:
Toccata;La Noche de los Mayas;Cauahnahuac;
Redes-Suite;Caminos;Musica para charlar;Ventanas;
Sensemaya;Janitzio;Ocho por radio


Hasta luego. / Adeus!
teleton
Inventar
#10 erstellt: 24. Nov 2009, 14:09
Hallo martin,

ich habe diesen Thread erst heute erstmalig gesehen.
Ich selber bin seit (den 80er-Jahren) einer CBS-Platte mit Bernstein großer Anhänger der lateinamerikanischen Orchestermusik (die ich auch heute als CD habe):

SONY, 60er, ADD

Große Namen neben V-Lobos sind Chavez, Revueltas und Ponce.
*** Als Schlüsselwerk für lateinamerikanische Musik möchte ich die tolle Chavez:Sinfonia India (Sinf. Nr.2) erwähnen, die ich Dir als Einstiegswerk empfehlen. Ich habe mehrere Aufnahmen davon (Mata, Batiz, Bernstein), die alle gut sind, aber an bernsteins rhythmischer Perfektion mit den NewYorker PH auf der o.g. CD kommt keine vorbei ! Eines meiner südamerikanischen Lieblingsstücke - ganz meine Linie.

Natürlich habe ich auch die preiswerte Brillant-Box mit 7 fabelhaften CD´s mit Enrique Batiz.
4 dieser Cd´s hatte ich schon in der Original-Ausgabe des Labels ASV.
Hier habe ich den Vorteil, das je CD ein Textheft in Deutsch dabei ist, in dem viel wichtige INFOS stehen. In der Brillant - Box leider nur sehr abgespeckt in Englisch.

Auch die von Mellus gezeigte NAXOS-CD von Revueltas ist große Klasse. Die Andere mit den Guarnieri-KK kenne ich noch nicht (muß ich auch haben).

Ein wichtiger Name, der in der Brillant-Box nicht auftaucht ist Ginastera. Aus Zeitgründen dazu später mehr !
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