Selbstbaulautsprecher ETON EMPIRE von Intertechnik

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sonic_empire
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 10. Okt 2007, 12:59
Erfahrungen mit dem Selbstbaulautsprecher ETON EMPIRE von Intertechnik:

Seit nunmehr 5 Jahren höre ich mit den „ETON EMPIRE“ ganz vorzüglich Musik und möchte hier mal meine Erfahrungen in die Runde schmeißen. Natürlich nur meine Meinung im Rahmen meiner Hörverhältnisse.

Hardware: die Empire stehen 1,35m vor Rückwand, übliches Stereodreieck 2,5m, etwas eingewinkelt, 36m² Hörraum mit großen Fensterflächen, Mark Levinson Vollverstärker, Benchmark DAC1, Vovox-Kabel.
Software: von Aphex Twin bis Zappa, Miles Davis bis Prodigy, Mittelalterliches/Klassik bis Yello oder Timbaland, Konzert- und Film-DVDs.

Meist höre ich sehr leise, aber hin und wieder auch extrem laut. Beides sollten meine Wunschboxen perfekt beherrschen, in großen wie in kleinen Räumen.
Ferner waren auf der Wunschliste: Hoher Wirkungsgrad und einfaches, aber hochwertige, freiverdrahtete Frequenzweiche, möglichst ohne Wiederstände, d.h. 2 Tiefmitteltöner nötig. Möglichst tiefe Ankopplung des Hochtöners, hohe Belastbarkeit = AMT. Reinrassiges D´Appolito ist leider mit 11 cm ER4 nicht möglich.
Geschlossene Gehäuse komplett aus Granit mit gerundeten Kanten. Diese Wünsche und nicht zuletzt die tollen Eton-Chassis (Duetta) haben mich zu diesem 2 teiligen Bauvorschlag von Intertechnik geführt.
Fazit:„Die gebe ich tatsächlich nie wieder her“, wie es der Intertechnik-Text prophezeit!

Allerdings musste der Originalbausatz in den ersten Jahren eine Unzahl von Modifikationen über sich ergehen lassen, da ich mit dem Klangergebnis zunächst nicht ganz zufrieden war. Der Klang war mir zu warm und undynamisch, was sich messtechnisch in einer kleinen Präsenzsenke und einer Grundtonüberhöhung zeigt. Das schöne am Selbstbauen ist ja, dass man seinem eigenen Ideale annähern kann und aus jeder Erfahrung klüger wird.

Hochtöner ER4, Frequenzweiche:
Ursprünglich wollte ich den ER4 idealerweise als Dipol betreiben, am besten mit nur einem vorgeschalteten Kondensator (reine 6 dB-Weiche), was sich nach anfänglichem Optimismus als schlechteste Lösung herausstellte, da er sich im Übernahmebereich sehr unlinear verhielt und einen gefährlichem Peak um 800Hz zeigte, ohne aber wie erhofft klangliche Vorteile zu bieten. Auch in einem großen geschlossenen und gedämmten Gehäuse (ca. 8 Liter) fühlte er sich nicht so wohl. Am besten ist tatsächlich der in fast allen Bauvorschlägen beschriebene Einbau in ein hochbedämpftes kleines Gehäuse. Die Frequenzweiche sieht bei mir jetzt so aus: TMT: 1,2 mH, 30µF und HT: 15µF, 0,47mH. Die Polung des ER4 musste ich dann natürlich ändern.
Dabei ist aber unbedingt zu beachten, dass ich die Schallwand bei 2x15,5 Liter etwas schmaler und das Gehäuse tiefer gemacht habe und die Mitteltöner um 5° zum Hochtöner geneigt habe. Beides beeinflusst den Frequenzgang und könnte den etwas matten Klangeindruck erklären, obwohl eher das Gegenteil zu erwarten gewesen wäre, da der Baffle-Step höher rutscht. Andererseits glaube ich aber auch nicht, dass der hochgeschätzte Herr Wohlgemuth eine so glanzlose Abstimmung gewählt hat. Ob selbst verschuldet oder nicht, die neue Abstimmung gefällt mir erheblich besser, auch wenn sie mitunter schon recht gnadenlos ist. Ich habe die Frequenzweiche so oft hin und hergetauscht, dass ich mir mittlerweile recht sicher bin, unter meinen Verhältnissen eine optimale Lösung gefunden zu haben. Auffallend ist, dass der ER4 als Hochtöner gar nicht vorhanden zu sein scheint, so unauffällig agiert er, aber ich glaube, es die Reinheit der Wiedergabe, die den ER4 so „unhörbar“ macht.

Bass, Verstärkermodul:
Ein unschätzbarer Vorteil ist nach wie vor die aktive Basseinheit. Passive Lösungen – egal wie teuer - können da prinzipiell nicht mithalten (außer vielleicht Hörner). Abgesehen von der erheblichen Entlastung des Verstärkers ist der entscheidende Vorteil die Variabilität: egal, ob kleines Zimmer in der Raumecke oder freistehend im großen, ungedämpften Saal, egal, ob Bassfetischist oder Freund der harten, drahtigen Bässe, ob extremleise bei Nacht oder extrem laut bei Film und Fete: der Bass kann entsprechend eingestellt werden. Damit ist nicht ewiges Fummeln gemeint, sondern ein nach langen Hörsitzungen gefundenes Optimum.
Passive Lautsprecher klingen fast immer zu dick oder aber sie können bei Bedarf nicht zulegen. Aufstellungs- und Hörplatzoptimierung oder die Klangregler am Verstärker helfen nur gegen das gröbste Unheil. Nur aktive Lösungen erlauben es, wie bei der EMPIRE aus 60 Liter geschlossenem Volumen staubtrockene (gehörte und gemessene) 20 Hz zu holen. Unter gleichen Bedingungen kamen große Vergleichsboxen kaum unter 40 Hz.
Richtig zum Tragen kommen die Vorteile des aktiven Tieftonabteils vor allem dann, wenn sie unabhängig von den raumakustischen Erfordernissen der Satelliten (Reflexionen/Absorptionen!) „bassoptimal“ positioniert werden (Raummoden!). Die Platzierung einer 3-Wege-Box ist immer nur ein mehr oder weniger guter Kompromiss, da Bass und Mittelhochton immer andere Idealstandorte haben.
Die genannten Vorteile sind auch dessen Nachteile: es ist schon einiges an Erfahrung und Geduld erforderlich, um bei der Vielzahl der Einstell- und Positionsmöglichkeiten, welche sich auch gegenseitig beeinflussen, das Optimum zu finden. Aber das Gros der „Referenzboxen“ hat diese Möglichkeiten nicht und so kann man deren Potential im direkten Vergleich nur ahnen. Aus Verzweifelung werden dann häufig „Verbesserungen“ mittels Kabeln und Untersetzern herbeigesehnt, meist mit kaum nachvollziehbarem Erfolg.
Den seitlichen Einbau des Basschassis halte ich allerdings nicht für optimal. Bei einer normalen Basisbreite und Einwinkelung der Lautsprecher sind die Chassis kaum noch zu sehen. Selbst bei der tiefsten Übernahmefrequenz wird noch reichlich Pegel im oberen Bassbereich abgestrahlt, der zwar am Hörplatz durch den fast 90° Abstrahlwinkel nicht ankommt, aber dennoch als Energie in den Raum gegeben wird. Ein ähnliches Problem ergibt sich, wenn man versucht raum-/aufstellungsbedingte, schmalbandige Senken im Bassbereich durch höheren Pegel auszugleichen. Das bringt messtechnisch manchmal sogar den gewünschten geraden Frequenzverlauf, führt unterschwellig aber meist zu einer unangenehmen Bassaufdickung.
Das Eton-Basschassis halte ich für hervorragend, aber überteuert. Der fantastische 12“ von Peerless, den ich auch im Einsatz habe, erreicht mindestens ein vergleichbares Leistungsniveau und kostet nur die Hälfte. Man kann das im Bassbereich nie mit Gewissheit sagen: die Aufstellung und die Ankopplung (Übernahmefrequenz, Phase!) an die Satelliten sind von ungleich höherer Bedeutung für das Klangergebnis als die Chassisqualität. Ein lieblos auf- und eingestellter „Supersub“ für 5000,- € klingt schlechter, als ein sorgfältig angekoppelter Sub für 500,- €. Ein isolierter Subwoofervergleich ohne Satelliten wäre ebenso unsinnig wie ein Klangvergleich von Hochtönern.

Klangbeschreibung
Keiner der zum Vergleich und zur Orientierung herangezogenen Lautsprecher klang so detailreich und authentisch.
Ob T+A T160E, Canton Digital 2, Teufel M200, TDL Monitor Compact 2, Heco Mythos 500 oder B+W 803, alle hatten ihre Meriten und klangen für sich genommen toll, aber beim Umschalten auf die EMPIRE gab´s lange Gesichter. Mit A/B-Vergleichen muss man aus bekannten Gründen sehr vorsichtig sein, 2 der genannten Modelle habe ich außerdem nur in anderen Räumen gehört. Die meisten davon sind meine Ex-Boxen und mir wohlbekannt, mit denen käme ich jetzt nicht mehr zurecht. Der Klang der Fertigboxen war vergleichsweise lustlos, matt und dröhnig. Ich habe in der Tat noch nie so gut Musik gehört. Ob dieses gute Ergebnis an den aufwendigen Treibern, Frequenzweichenbauteile, am Gehäuse oder Detaillösungen liegt oder an der Summe aller kann ich nicht mehr sagen. Bei Fehlern in der Abstimmung hätte das alles nichts rausgerissen, wie ich die letzten Jahre gemerkt habe.
Der Frequenzgang am Hörplatz verläuft nun sehr gleichmäßig, entlang der zu den Höhen gleichmäßig fallenden Nachhallzeit RT60, was sich sehr gut mit dem Höreindruck (z.B. Nachrichtensprecher, Naturinstrumente, …) deckt. Als „neutrale“ Richtschnur dienten mir immer Kopfhörer (Sennheiser HD600, AKG 701, Beyerdynamic DT880), wobei der HD600 dem Klangcharakter der EMPIRE sehr ähnlich ist; Beim Umschalten gibt das lustige Ping-Pong Effekte. Bei meinen früheren Lautsprechern kam ich nicht ansatzweise an die Auflösung und Verfärbungsarmut dieser Kopfhörer, was letztendlich der Grund für die Suche nach neuen Boxen war. Aber auch Kopfhörer sind trotz ihrer sehr definierten Hörbedingungen nicht perfekt und können zum Beispiel bei Stimmen, im Tiefbass oder bei hoher Lautstärke oft nicht mit den EMPIRE mithalten. Natürlich macht auch so ein aufwendiger Lautsprecher noch reichlich Fehler: Lautsprecher sind nun mal eine massebehaftete Geschichte in einem nicht perfekten Hörumfeld, das immer sehr stark mitspielt.
Ein ernsthaften Gegner fand sich in den Studiomonitoren Genelec 8020. Diese winzigen Aktivboxen liegen in wichtigen Disziplinen wie Lebendigkeit, Neutralität, Detailreichtum und Räumlichkeit auf einem ähnlichen Niveau, wie die vergleichsweise riesige EMPIRE, z.B. bei Klavier- und Saxofon-Jazz á la Wollny/Sauer war ich absolut begeistert. Zum Glück sind die 8020 aber keine „kompletten“ Lautsprecher, so dass sich dann doch große Defizite im Tiefstbass zeigten und sie bei leicht erhöhter Lautstärke schnell an ihre Grenzen kamen. Unter beengten Verhältnissen sind die Dinger aber ein Traum! Die Genelec 8020 klangen bei mir mit -2dB im Bass/Mittelton am besten und messen sich wunderbar ausgewogen, der Bass geht unter meinen Hörbedingungen etwas tiefer als die Empire Top-Teile ohne Sub und sogar als die T+A T160E!!
Als meine Frau während des Hörvergleichs im Vorbeigehen ungefragt sagte: „Die Großen klingen viel besser! Die Kleinen quäken nur!“ fiel mir jedenfalls ein Stein vom Herzen. Die Bemerkung kam immerhin bei sehr leiser Musik und ohne Subwoofer, aber den Unterschied „hörte Sie sofort“ und Sie sagt sonst nie etwas.
Naja, man kennt das ja: Keine Verdeckungen oder Mulm aus dem Frequenzkeller, schon klingt´s transparent, den psychologischen Sieg haben die kleinen Davids sowieso und schnell ist man überkritisch mit der eigenen Abhöre, woanders schmeckt´s halt immer besser. Aber was ich sagen wollte, ist aber glaube ich klar geworden.

Nur am Rande, Erfahrungen, Reaktionäres
Die Abmessungen der Schallwand und die Anordnung der Chassis auf ihr sind von
erheblicher klanglicher Bedeutung (siehe Ergebnisse von „Dipolplus“: Halbraum-, Vollraumabstrahlung und „Baffle-Step“,).
Ein Wandeinbau (= „unendliche“ Schallwand) hat in dieser Hinsicht eindeutige Vorteile (aktiv regelbarer Lautsprecher).
Man muss nur einmal probieren, wie sich ein Regalbrett außen neben die Lautsprecher gestellt (= einseitige Verbreiterung der Schallwand) bemerkbar macht. So betreibe ich die Empire im Moment.
Aber das alles lässt sich im HiEnd-Bereich mit seinen Luxusgehäusen und schmalen Fronten schlecht verkaufen.

Die größten Einflussfaktoren auf den Klang sind nach meiner Erfahrung:
1)Qualität der Raumakustik ~ 30%
2)Optimale Positionierung der Boxen und des Hörplatzes ~ 30%
3)Die Klangqualität der Boxen und deren akustische Ankopplung an den Raum (Horn, Flächenstrahler, …) ~ 30%
4) Sonstiges (Klangqualität Verstärker, CD-Player, Equipment) ~ 10%
Elektrisch korrekter Aufbau natürlich vorausgesetzt.
Pkt. 4) ist nicht unwichtig, fällt aber deutlich hinter 1) bis 3) zurück, was jeder Laie sofort nachvollziehen kann.
Wer also das Glück hat, einen akustisch tollen Hörraum (Möbel/Roomtunes, Abmessungen) sein Eigen zu nennen und darin seine Schallwandler und den Hörplatz richtig aufstellt, der hat mehr als die halbe Miete für guten Klang. Nachteile, die sich hier ergeben holt man mit der besten HiFi-Anlage nicht wieder raus.


FAZIT:
Mit den selbstgebauten ETON EMPIRE habe ich jetzt mein Ziel erreicht, über 90% meiner Musik, leise wie laut genießen zu können. Ich höre einfach alles, was auf der Platte los ist.
Nicht beschönigt, sondern deutlich. Und das macht Spaß.
Früher habe ich etliche meiner CD´s gemieden, da diese einfach nicht klingen wollten oder genervt haben („schlechte Aufnahme“ = „schlechte Ausrede“!, hör die mal über einen guten Kopfhörer) Nur einzelne, ausgewählte CD´s haben bei „Vorführungen“ richtig Eindruck gemacht.
!!Allerdings habe ich bis jetzt gebraucht, um (fast) am Ende der Suche angelangt zu sein. Vor zwei Jahren war´s noch nicht soweit, deshalb schreibe ich jetzt erst.
Thema Lautsprecher? Für mich Haken dran!
Meine Freunde würden über meine angebliche Zufriedenheit nur lachen.
OK! Etwas zu optimieren und zu lernen gibt es natürlich immer!
(die Orgon Hörner könnten mich allerdings schärfen, leider viel!! zu teuer).Vielleicht mal in Richtung Surround??

Zum Schluss nicht zu verschweigen die Nachteile (neben dem hohen Preis):
Die möglicherweise vorhanden Klangvorteile und die gediegene Optik des Granits werden schwer erkauft: Das unvermeidliche Boxenrücken wird auch mit Rollwagen zur Qual, allein ein Top-Teil wiegt über 70kg, der gesamte Trümmer fast 180 kg. Mitnehmen zu Freunden? Vergiss es. Wie er sich in anderen Räumen verhält, weiß ich leider nicht.
Deshalb freue ich mich jetzt auf meine kompakten, nur 15 kg schweren Mackie HR824 MK2.


Tschüss und viele schöne Hörstunden

SONIC EMPIRE
sonic_empire
Ist häufiger hier
#2 erstellt: 14. Okt 2007, 00:04
Fotos Eton Empire Granitgehäuse (Emerald Pearl Green, 2cm Platten. Ich hoffe die Links kriege ich richtig hin??
Fotos vom Innenaufbau folgen



bzw Link zur Bildergalerie: http://profile.imageshack.us/user/sonicempire/

Noch ein Paar Detailinfos zu meiner Frequenzweiche:
Zum ER4 wäre noch zu sagen, dass er in der von mir gewählten Beschaltung bis ca. 1800 Hz läuft (Schnittpunkt mit TMT). Versuche ihn noch tiefer anzukoppeln erwiesen sich spätesten nach längerem Hören als kritisch (also max. 17µF bei 12dB). Auch auf die 0,47mH sollte nach meiner Erfahrung nicht verzichtet werden (0,68mH war nicht genug). Die Verzerrungen um 800 Hz sind sonst vor allem im HT-Solobetrieb deutlich zu hören.
Das RCL-Glied, welches gegen die ausgeprägte Membranresonanz bei 4-4,5 kHz unbedingt erforderlich ist, habe ich gegen 30µF-Spulen (>> 15µF, hier hat man einen größeren Spielraum, Geschmackssache) ausgetauscht, welche neben der Tiefpassfunktion auch zu einem gewünschten „Aufbuckeln“ um 800 bis 1500Hz führt. Nur mit RCL-Glied läuft der TMT unnötig weit in den HT-Bereich hinein. Die Spule habe ich von 1,0 auf 1,2mH geändert (Folienspule Mundorf CFC 10; 0,15Ohm). 1,5mH (und auch Zwischengrößen 1,3; 1,4) hat nach vielen Versuchen nicht funktioniert.
Die Frequenzweiche ist hinter dem Hochtöner zwischen den beiden TMT –Gehäusen platziert. Die freie Verdrahtung hat für mich so deutliche klangliche Vorteile ggü. Platine, dass ich selbst die teuersten Fertigboxen auseinanderlöten und frei verdrahtet aufbauen würde (was ich der Vergangenheit auch tatsächlich gemacht habe). Zur internen Verkabelung habe ich Siltech-Litzen benutzt.
Die gewünschten Frequenzganganpassungen habe ich auch versucht, auf digitalem Wege (DSP) zu erreichen. Allerdings ohne Erfolg. Was durch Frequenzweichen-, Aufstellungs- oder Abstrahlcharakterveränderungen Positives bewirkt wird, lässt sich digital im Eingangssignal nicht nachstellen.

Ich möchte noch mal betonen, dass das Original-Weichendesign absolut richtig sein kann, solange man das Gehäuse wie im Intertechnik-Bauvorschlag aufbaut!

Das Rundstrahlverhalten in der Horizontalen ist sehr gut, in der Vertikalen bündelt er jedoch ganz ordentlich (meine 5°-Einwinkelung der Schallwand tut ihr übriges), was zur Vermeidung von Decken- und Bodenreflexionen sogar gewünscht ist.

Aus heutiger Sicht halte ich einen „Waveguide“, also z.B. ein kurzes Horn vor dem Hochtöner für sehr interessant. Die unvermeidlichen Einbrüche im wichtigen Übernahmebereich von HT und TMT lassen sich bei geschickter Konstruktion weitgehend vermeiden, was zu einem homogenen Abstrahlverhalten/Energieverteilung und damit zu einer Klangverbesserung führt (B&W Nautilusse sind in dieser Disziplin schauderhaft).
Das hat mit „Hornverfärbungen“ rein gar nichts zu tun!

Die Alternative aus dem Fertigregal
Einen auf den ersten Blick vergleichbaren Aufbau haben die „Master(-ing) Piece“ MP1 von Adam-Audio. Auch hier seitlich 12“ Eton-Bässe, TMT in D´Appolito-Anordnung, allerdings von Thiel (gegen die habe ich mich wegen ihrer angeblichen Bruchgefahr entschieden) sowie AMTs.
Damit sind die Ähnlichkeiten aber auch schon aufgezählt: die Empire setzen auf ein 2½-Wege-System, während die MP1 echte 5 Wege haben, was bei der vollaktiven Weiche/Ansteuerung sogar von Vorteil sein wird und bei der professionellen Erfahrung von ADAM mit Sicherheit die klanglich reifere Lösung darstellt.
Die MP1 sind (aus HiEnd-Sicht) sogar recht preiswert. Die würde ich jeder dieser maßlos überteuerten Ami-Passiv-Eulen mit Thiel-Bestückung sofort vorziehen (ok, die haben ein hübscheres Furnier und den klangvolleren Namen).
Selbst die selbstgebauten Eton Empire plus meinem (ebenfalls überteuertem) Mark Levinson liegen gar nicht soviel darunter. Aber die Vorzüge des Selbstbauens hätte ich nicht gehabt.

Grüße
Sonic_Empire

EDIT FloGatt: Links repariert.


[Beitrag von FloGatt am 14. Okt 2007, 10:38 bearbeitet]
Heinerich
Inventar
#3 erstellt: 14. Okt 2007, 09:44

sonic_empire schrieb:
Fotos Eton Empire Granitgehäuse (Emerald Pearl Green, 2cm Platten. Ich hoffe die Links kriege ich richtig hin??
Fotos vom Innenaufbau folgen
http://img136.imageshack.us/my.php?image=speakerright2es7.jpg


Wenn Du den Schalter "Img" über dem Schreibfeld benutzt und dort in das erscheinende Fenster den Link einfügst, kann man was sehen!
Allerdings nur, wenn der Link stimmen würde, was er bei mir nicht tut!!??

Vielleicht sehen wir ja auch bald Messchriebe??

Gruß
Bernd
sonic_empire
Ist häufiger hier
#4 erstellt: 14. Okt 2007, 10:08
Hallo Bernd,
habe den Link probiert, bei mir geht´s. Wenn ich oben auf "See more images of this user" klicke, komme ich zu 2 Bildern.
Weitere - auch Frequenzschriebe - folgen, sobald mein Scanner wieder geht.
Gruß
Sonic
FloGatt
Inventar
#5 erstellt: 14. Okt 2007, 10:39
Hi Sonic,

hab dir den Link mal repariert, aber wie du siehst: "Image does not exist."
Musst du wohl neu hochladen...

Gruß,
Florian
sonic_empire
Ist häufiger hier
#6 erstellt: 14. Okt 2007, 11:01
Tut mir leid, vielleicht klappt´s hiermit:




Gruß
Sonic

EDIT FloGatt:

Der Haken "HF-Code aktivieren?" muss gesetzt sein ;)


[Beitrag von FloGatt am 14. Okt 2007, 11:05 bearbeitet]
sonic_empire
Ist häufiger hier
#7 erstellt: 14. Okt 2007, 16:50


EDIT FloGatt: Link repariert


[Beitrag von FloGatt am 14. Okt 2007, 16:53 bearbeitet]
sonic_empire
Ist häufiger hier
#8 erstellt: 14. Okt 2007, 22:54
Nächster Versuch:



Danke, FloGatt für das Reparieren!
Sonic

EDIT FloGatt: Kein Problem


[Beitrag von FloGatt am 14. Okt 2007, 22:58 bearbeitet]
ronmann
Inventar
#9 erstellt: 30. Okt 2007, 16:16
sieht wirklich Klasse aus
wie hast du die Phasenlage eingestellt? Ein Mini-Empire habe ich auch wenn man so will. Eton Duo (Seas-Kalotte + Eton17er) und darunter einen Visaton 22er als Sub je Kanal. Ich verwende ein Subwoofermodul für den 22er, bei dem ich die Phasenlage nur zwischen 0 und -180 umschalten kann. Selbst mit Testtönen und Pegelmeßgerät will es mir nicht so recht gelingen, mich für eine Einstellung zu entscheiden. Es ist nicht eindeutig, dass der Übergangsbereich bei der einen oder anderen Einstellung lauter ist, sondern z.B. 60Hz sind bei der einen, 65Hz bei der anderen Einstellung lauter. Ich nehme an, dass der Phasenfehler vielleicht bei rund 90Grad liegt, sodass ich bei beiden Einstellungen 90Grad daneben liege. Ursprünglich dachte ich, dass es bei so großen Wellenlängen nicht so wichtig ist, die Phase feiner einstellen zu können. Wie ist es bei deiner Empire, gibt es da eher einen schmalen Bereich auf dem Regler, bei dem die Schalladdition optimal ist oder hast du das Gefühl ein Umschalter 0/180 würde schon reichen?
ronmann


[Beitrag von ronmann am 30. Okt 2007, 16:31 bearbeitet]
sonic_empire
Ist häufiger hier
#10 erstellt: 30. Okt 2007, 21:49
Hallo Ronmann,
die Erfahrungen mit der nicht eindeutigen Phasenlage habe ganz genauso gemacht. Letztendlich habe ich mich gehörmäßig für 0° entschieden.
Klanglich macht das (0° oder 180°) schon einen gewaltigen Unterschied, was meßtechnisch so gar nicht erkennbar ist. Im Gegenteil wäre eher die 180° die bessere Einstellung; Ich hatte mal einen sehr engagierten Mitarbeiter von TACT bei mir, der kam nach der Einmessung zum selben Ergebnis.
Ich nehme an, der Sub spielt doch ein wenig in den oberen Bass/Grundtonbereich hinein und beeinflusst dort im deutlich hörbarem Bereich den Klang durch Addition/Ausphasung.
Der Bass ist bei 0° um 40-50 Hz (im Bereich meiner Raummoden) eindeutig wuchtiger und lässt die TOP-Teile genau wie ohne Sub klingen.
Bei 180° ist dagegen eine Anhebung über 80 Hz mess- und hörbar, der Klang ist dann kerniger und sehr angenehm bei hohen Lautstärken, aber auch weniger differenziert und räumlich unschärfer. Ist ein wenig Geschmackssache, bin jedenfalls immer wieder auf 0° zurückgekehrt.
Messungen sind immer nur Hilfsmittel, wichtig ist auf´m Platz.
Den stufenlos einstellbaren Phasenregler habe ich reichlich ausprobiert (und gemessen), gerad weil der Einfluss auf den Gesamtklang der Lautsprecher so hörbar ist.
Der Klangunterschied zwischen 0° und 180° verläuft aber scheinbar nicht linear, sondern ändert sich bereits kurz nach 0°. Also demnach kein Vorteil gegenüber Kippschalter!

Anders als im Intertechnik-Bausatz treibe ich den Bass mit einem digitalen Detonation 300, bisher habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht. Manchmal liest man, wie enorm hoch die Wattzahl der Bass-Module sein sollte, ich brauche jedenfalls nur einen Bruchteil deren Leistungsvermögens. Im geschlossenen Gehäuse kann man die 12"-Chassis kaum mit der Hand reindrücken, umso erstaunlicher dann, wenn´s richtig in den Keller geht und die Dinger zu erstaunlichen Ausklenkungen angetrieben werden.
Als Übergangsfrequenz habe ich mich übrigens für die niedrigste Einstellung 50 Hz entschieden, bis 80 Hz ist auch noch erträglich (laut Skalierung, stimmt aber nicht mit den realen Werten überein, siehe Hobby Hifi, die Flankensteilheit könnte aber steiler sein.

(Abhängig vom Wandabstand der Lautsprecher 135 cm ergibt sich bei mir eine Auslöschung um 63 Hz.)
Mittig zwischen den Empire an der Wand hinter dem Fernseher ist noch ein 12" Peerless Sub, der meist bei Film/Konzert zum Einsatz kommt. Dessen Detonation 500 habe ich ebenfalls auf 0° gestellt, ein Dreh auf 180° würde für absolute Auslöschung mit den Empire Subs sorgen. Auch hier bringen feinere Gradeinstellungen keine nachvollziehbaren Verbesserungen.
Nur mit dem Peerless Sub in der Mitte, aber ohne Eton Subs betrieben klingen die Top Teile auch klasse (vielleicht sogar besser?). Aber alles oben Gesagte zum Klangcharakter gilt auch hier: es liegt also nicht nur an der seitlichen Anordnung der Tieftöner.

sonic empire
ronmann
Inventar
#11 erstellt: 30. Okt 2007, 23:18
Oh, schöner langer Text Danke für diese Ausführlichkeit! Die 12dB-Steilheit des Detonation-Moduls ist doch genau richtig, weil spiegelbildlich zum 12dB-Abfall der geschlossenen Tops. Negativ ist´s doch erst, wenn du einen einzelnen Sub damit betreibst und zu hoch trennst und er ortbar wird. Bei den Ständer-Subwoofern der Empire wäre noch nichtmal das ein Problem, stehen sie doch am gleichen Ort wie die Hauptlautsprecher. Meine sehen übrigens so aus:

Bin gerade dabei die Wände (auch die Front) aufzudoppeln und mit Sand zu füllen. Ein schweres Gehäuse bringt klanglich wirklich etwas. Das ist sicher einer der Gründe weswegen deine Empire so besonders gut klingt. Auch ich verwende ein Moddul mit nur 12dB Abfall nach oben. Bin aber am überlegen eine richtige Aktivweiche (Thel SAW30) dazwischen zu schalten. Trennung bei vielleicht 60Hz. Damit wird es sehr pegelfest, zumindest der 17er. Die Stückzahl der 22er muß ich dann noch verdoppeln. Fehlt noch ein ER4 und dann komm ich langsam mit der Empire auf Augenhöhe. Aber das geht bei mir alles gaaaanz langsam.
Ich bilde mir ein -180-Grad-Einstellung klingt zur Zeit besser, bin mir aber eben nicht sicher, ob ich unbedingt ne regelbare Phase brauche. Aber es ist schon sehr gut. Hatte vorher einen einzelnen Subwoofer und der ließ sich bei keiner Einstellung mit der Tops verheiraten. Auch meine Subwoofer bekommen nur 40W ab, weil sich beide ein 80W-Modul teilen müssen. Reicht eigentlich um das Chassis voll auzulenken, aber natürlich habe ich immer lieber zu viel als zu wenig. Was ich aber nicht so ganz verstehe. Dir gefällt also 0Grad besser, aber in Teilbereichen ist -180Grad besser. Warum findest du dann keine Mittelstellung, bei der es noch besser wird?
ronmann


[Beitrag von ronmann am 30. Okt 2007, 23:23 bearbeitet]
sonic_empire
Ist häufiger hier
#12 erstellt: 31. Okt 2007, 21:10
Moin Ronmann,
das ging bei mir auch nur gaaaanz langsam. Habe sogar eine Zeit lang nur über ER4 ohne Frequenzweiche gehört (hören müssen), im Ernst. Dann mono in TOP-Versuchsgehäuse aus MDF. Die weiteren Schritte sind zum Teil auf den Fotos zu sehen. Ich bin mir bis heute nicht sicher, wie wichtig die Resonanzarmut des (geschlossenen) Gehäuses für den Klang ist. Möglichweiser sehr groß, ich habe nie direkt verglichen. Aber die Etablierten (bis auf Genelec) haben vergleichsweise doch ganz schön gedröhnt.
Vielleicht kannst Du ja besser den Gehäuseeinfluss vorher/nachher vergleichen, wenn Deine Sand(wich)gehäuse fertig sind. Wahrscheinlich hast Du´s schon probiert.
Aber Achtung: Durch die Aufdopplung wird wohl auch die Schallwand ein gutes Stück breiter, was eine nicht zu unterschätzende Änderung in der Tonalität bringen wird!

Der nach vorn abstrahlende Bass gefällt mir wie gesagt besser als seitwärts. Das klingt bestimmt jetzt schon richtig gut. Willst Du wirklich noch verdoppeln?
Ich habe meine Subs auch schon öfters nach vorn gedreht, klasse!das rockt!, sieht aber auf Dauer komisch aus, als hätte ein Panzer seinen Turm gedreht; ist auch etwas instabil. Aber auch dann hatte ich 0° gewählt.

Das mit der regelbaren Phase ist sehr subjektiv und lässt sich schwer erklären. Ich probiers nochmal und übertreibe ein bisschen:
Bei 0° rastet das Klangbild ein; wie bei jeder guten Verbesserung an der Anlage hat man sofort ein Gefühl von Richtigkeit, yo! das isses. Ein paar Grad reingedreht verschwindet dieser Eindruck schon und ändert sich dann kaum noch bis 180°. Die Zwischenstellungen sollten dann z.B. Punch und Drahtigkeit verbinden, aber bei diesem Kompromis verliert man von beiden auch etwas, mir fehlt dann was. Ich habe mich für eins entschieden (Drahtigkeit). Bei sehr lautem Hören gefiel mir einmal die 180° Stellung besser und ich habe mehrere Wochen so gehört. Dann habe ich wieder auf 0° zurückgedreht und aha! so ist´s richtig und so bleibt´s.

Deine schlechten Erfahrungen mit dem einzeln stehenden Sub und dagegen meine guten (Peerless) zeigen, dass leider nicht alle Erfahrungen übertragbar und eben sehr individuell sind.

Sonic Empire
ronmann
Inventar
#13 erstellt: 01. Nov 2007, 00:28
Also rückgängig machen kann ich das Aufdoppeln nicht mehr :

Tonal ändert sich da eigentlich nix, es ist wohl leichter Meß- als hörbar. Ich weiß dass Timmi nicht abgerundete Kanten und veränderte Gehäusebreiten kritisch sieht, in Klang und Ton stand mal ein Artikel, dass das alles nicht so trägisch ist. Außerdem kommt noch eine 18mm-Front drauf und wie du siehst lasse ich viel Platz für schräge Echtholzleisten. Dann ist die Front stark abgeschrägt und wieder so breit wie sie sein soll, zumindest näherungsweise passt es. Wie du siehst ist auch schon Sand in den Seiten und das brachte bei hohen Pegeln wirklich was. Der hölzern-dröhnige Kistenklang hat stark nachgelassen und im Deckel ist noch nichtmal der Sand. Auch beim Dagegenklopfen ein Unterschied wie Tag und Nacht. Klopf mal gegen deine Empire. Klingt sie wie ein hohler Kasten? Sicher nicht und das ist auch gut so. Mein Problem ist dass ich nicht Geld genug habe alle Probleme auf einmal zu lösen. So schwanke ich zwischen ER4, weiteren Basschassis, analoge oder digitale Aktivweiche, Subwooferverstärker und dies und jenes. Ich habe durchaus eine Vorstellung welchen Fortschritt die einzelnen Punkte bringen, aber was ist das wichtigste? Aber andererseits einfach ne Empire dastehen haben und zufrieden sein ist doch langweilig Dann muß man sich ja auf einmal mit wichtigeren Dingen des Lebens beschäftigen
ronmann
sonic_empire
Ist häufiger hier
#14 erstellt: 01. Nov 2007, 22:45
Einfach nachbauen und hinstellen war ja bei mir auch nicht:
Über ein Jahr Bauzeit (Flexen, Schleifen), 3 Jahre permanentes Klangtuning (ER4, Frequenzweiche, Aufstellung, Sub).
Ich hoffe auch so richtig fertig und zufrieden ist man nie.
Ich habe glaube ich nur einen Zustand erreicht, wo ich meine, mal richtig durchatmen zu können und nur noch meine Lieblingsplatten ohne schlechten Beigeschmack hören zu können.
In wieweit das Zimmer den Klang noch limitiert und ich bei der Anlage nichts Wesentliches mehr verbessern kann, möchte ich mit den sehr guten und mobilen Mackie HR 824 MK2 experimentieren/herausfinden.

Ich würde mich an Deiner Stelle für eine aktive Frequenzweiche entscheiden, obwohl ich keine Erfahrungen damit habe. Das Entscheidende an einem Lautsprecher ist immer noch die Frequenzweiche.
Man muss nur genau!! wissen, was einem eigentlich stört oder fehlt. (Gilt nicht nur für den Klang)

Wie klingen Deine DUOs eigentlich??
sonic
ronmann
Inventar
#15 erstellt: 02. Nov 2007, 00:36
Ja was soll ich sagen, Eton Duo gehört sicher in die obere Kategorie der kleinen, feinen Lautsprecher. Die Canton RCL die ich vorher hatte, lassen sie in den meisten Bereichen hinter sich (Beim Maximalpegel natürlich nicht, könnte aber ne Aktivweiche ändern). Den Hochtöner habe ich um 2dB abgesenkt, aber das ist je eh so üblich, den Hochtonbereich bei Selbstbaulautsprechern anzupassen. Da sehe ich auch noch Potenzial: im Hochtonbereich. Sicher ist die 46€-Seas-Kalotte nicht schlecht, aber der ER4 spielt sicher in einer anderen Liga. Was mich wunderte, in der aktuellen K+T war ein Vergleichtest von 3 Kompakten, einmal komplett mit Scanspeak (Metallkalotte), einmal mit Thiel (Keramikkalotte) und einmal komplett Eton (ER4 + 5Zöller). Es war nicht herauszulesen, dass der ER4 eindeutig der beste war, sondern alle waren recht gut, aber eben etwas unterschiedlich. Eton Duo mit ER4 ist ja mal am Rande bei K+T getestet worden und der Unterschied zu Duetta Top war gering. Vom Bauchgefühl gefällt mir mein Eton-17er besser weil "modernerer" Korb, aber er ist eben nicht so gut für geschlossene Gehäuse geeignet. Er fällt da schon zu früh (ab 200Hz) ab im Gegensatz zu deinen 17ern, die bis unter 100Hz linear verlaufen. Ich habe Eton Duo geschlossenen gebaut. Dadurch dass das Subwoofermodul nur mit 12dB den Bass nach oben trennt, fülle ich bis 200Hz noch ein wenig auf. Ich gleube bei 200Hz fehlen 1 und bei 200Hz 2dB und die gleiche ich aus. Mit einer steil trennenden Aktivweiche muß ich dann allerdings auf Bassreflex umbauen. Ist aber leicht möglich. Übrigens Wilsons Watt/Puppy macht das auch so. Der 17er steckt im BR-Gehäuse und wird von der Weiche nach unten begrenzt. Wenn ich dann z.B. bei 60Hz trenne, dann wird ja die Membran durch BR schon unter 100Hz bedämpft, sie lenkt also weniger aus. Die BR-Abstimmung ist bei 50Hz, d.h. theoretisch steigt die Membranauslenkung darunter stark an, aber da greift schon das Filter und hat die 50Hz schon um vielleicht 8dB bedämpft, darunter natürlich noch mehr. Es klingt also wie aus einem Guss wie bei einem 2Wegler (2m Hörabstand) und ist trotzdem pegelfest. Zur Zeit schaue ich immer noch manchmal ängstlich zu den 17ern, wenn die Musik sie zu großen Auslenkungen zwingt. Das will ich nicht mehr und das soll die Aktivweiche beseitigen. Dann werden wieder die beiden 22er mit samt des schwachen (80W) Verstärkermoduls ins Hintertreffen geraten. Also noch 2 22er dazu. Aber statt dieser Maßnahme einfach 2 ER4 kaufen und in unglaublich feinen Tönen schwelgen, auch das hat was. Womit fange ich an? Laut geht es zur Zeit auch jetzt schon, aber wie gesagt die Angst die Chassis zu töten ist auch immer etwas dabei, auch wenn ich schon vernünftiger und reifer geworden bin.
ronmann
focal_93
Inventar
#16 erstellt: 08. Nov 2007, 15:49
Hallo sonic,

das nenne ich mal ein wuchtiges Stück Lautsprecher, Hut ab!

Was wiegt denn so ein Teil?

Grüsse

Uwe
sonic_empire
Ist häufiger hier
#17 erstellt: 08. Nov 2007, 21:22
Danke für die Blumen!
das mit den Vor- und Nachteilen des hohen Gehäusegewichtes hatte ich weiter oben schon geschrieben:

+++ Durch die reine Masse + innere Matrixversteifung + Antidröhnplatten sind auf der Gehäuseoberfläche auch bei hohen Lautstärken keine Resonanzen mehr spürbar. Die Entkopplung untereinander, also Top zum Subwoofer und dieser zum Boden ist ebenfalls sehr wichtig. Schräge Wände und gehörmäßig optimierte Dämmung kommen noch dazu. Bei Klopftests machen sich auch die scheinbar unnötigen grünen Antidröhnplatten positiv bemerkbar. Resonanzen regen hier wohl auch eher die mittleren bis hohen Frequenzen an.

--- Zwar ist das Gehäuse zweigeteilt, aber das hohe Gewicht ist dennoch beim Umstellen wirklich nichts für Bandscheibenpatienten. Da beneide ich die leichteren Boxen. Aber da die Aufstellung entscheidend ist habe ich mir einiges zugemutet (lohnt sich!).
Die Top-Teile wiegen ca. 70 kg (das Hochtonabteil alleine 3kg), der Sub über 80 kg und die Sockelplatte mit den 6 Alu-Füßen 17 kg.

Mit Granit bin ich eigentlich fremd gegangen, da ich irgendwann mal Tischler gelernt habe. Deshalb wohl auch die (für meinen Granitlieferanten) völlig blödsinnigen parabolischen Kantenrundungen an der Forderseite (4cm auf 2cm), das ist sowas wie meine Handschrift geworden. Diese unsägliche Handarbeit - mit Flex von 80iger bis 3000er Papier, teilweise nass - würde ich kein zweites mal machen. Bei Granit macht man das normalerweise maschinell auf 45°, fertig. Ich hatte aber Angst, dass das zu roboterhaft aussieht. Die Arbeit ist schnell vergessen, heute freue ich mich.

Ich kann wohl nie mit einem Satz antworten, sorry.
So!, nach dem Göttinger Jazz Festival und einer kurzen Dienstreise ruft jetzt die Sucht!!
Ich glaube "Legions of the Damned"

sonic empire
sonic_empire
Ist häufiger hier
#18 erstellt: 12. Jan 2008, 15:56
Wen´s interessiert:
Unter der Rubrik "Studiomonitore" habe ich meine Höreindrücke von den Mackie HR824 MK2 beschrieben.
Gruß
sonic
sonic_empire
Ist häufiger hier
#19 erstellt: 12. Jan 2008, 16:12
sonic_empire
Ist häufiger hier
#20 erstellt: 12. Jan 2008, 16:15
sonic_empire
Ist häufiger hier
#21 erstellt: 12. Jan 2008, 16:19
sonic_empire
Ist häufiger hier
#22 erstellt: 12. Jan 2008, 16:22
focal_93
Inventar
#23 erstellt: 12. Jan 2008, 19:41
Sehr fein, .

Wie hast Du die Bilder groß hier reinstellen können?

Grüsse

Uwe
FloGatt
Inventar
#24 erstellt: 12. Jan 2008, 20:04

focal_93 schrieb:
Wie hast Du die Bilder groß hier reinstellen können?


Bis zu einer bestimmten Größe (Breite 650px, afaik) geht das!

Grüße,
Florian
A-Abraxas
Inventar
#25 erstellt: 12. Jan 2008, 20:04
Hallo,
das - diese LS in schwarzem Granit - sieht einfach nur TOP aus !

Möchest Du nicht für meine Tops noch zwei Gehäuse aus Labrador Blue Pearl bauen ? Die Kanten dürfen gerne die 45° Phase haben .

Viele Grüße
ronmann
Inventar
#26 erstellt: 13. Jan 2008, 10:17
Hab den Bericht über die Mackie HR824 MK2 in Studiomonitore nicht gefunden. Bitte mal einen link dazu. Danke
Und nochmals Lob für deine schönen Empire!
sonic_empire
Ist häufiger hier
#27 erstellt: 13. Jan 2008, 13:34
Vielen Dank für die netten Worte,
und vielen Dank an meinen Schwager, der die Lautsprecher (es ging eigentlich um die Mackies) so schön in Szene gesetzt hat.

Hier der Link:

HIFI-FORUM » PA - Public Address » Home-Recording » Erfahrungen mit Studiomonitor Mackie HR824 MK2

Absolut empfehlenswert für jeden Musikfreund, was Mackie hier auf die Beine gestellt hat:
breitbandig (Bass!!), detailreich, neutral und angenehm, tolle Optik, zuverlässig und langlebig (Studiobetrieb, Schutzschaltungen), erprobt (10Jahre beliebtes Vorgängermodell), variabel (Raum-/Aufstellungsanpassungen) und nicht zuletzt konkurrenzlos preiswert.
Werden demnächst gegen die vom Klangcharakter ähnlich ausgerichteten B&W 803 laufen;
die werden es verdammt schwer haben.

Gruß
Volker
sonic_empire
Ist häufiger hier
#28 erstellt: 02. Feb 2008, 21:39
Frequenzweichenoptimierung ETON EMPIRE:

Die theoretisch/messtechnisch beste Variante zur Anbindung des TMT an den ER4 in meiner Weiche/Schallwand ist eine 1,5 mH-Spule.

Die theoretischen Vorteile:

1. Die Übernahmefrequenz sinkt auf etwa 1550 Hz und nutzt die Eigenschaften des ER4 noch eher.
2. Die Summenkurve verläuft ideal 6dB über dem Kreuzungspunkt.
3. Die Phasenlage wird verbessert.
4. Die etwas unauffälligen Höhen kommen durch die Mitteltonabsenkung besser heraus und machen das Klangbild noch transparenter.
5. Gleichzeitig bekommt der durch die geschlossenen Gehäuse ohnehin nicht sehr starke Bass etwas mehr Kraft.

Die theoretischen Vorteile lassen sich messtechnisch nachvollziehen. Dickes Kompliment dabei an den HiFish AC, liefert sehr gut reproduzierbare Ergebnisse.

Soweit die Theorie.

Hatte ich vor einem Jahr mit einer Litzenspule (Tritec 1,5mH; 0,22 Ω) ausprobiert.
Das klangliche Ergebnis war aber leider so ernüchternd, dass ich schon am nächsten Tag zur gewohnten 1,2 mH Kupferbandspule wieder zurückgebaut habe und seither damit glücklich war.


Inspiriert von den Hörerlebnissen mit meinen Mackie HR824 MK2 hat mich die Neugier wieder gepackt: Habe ich nicht vielleicht doch einen (Löt-)Fehler gemacht? Stimmt die Theorie nicht doch und ich höre zurzeit suboptimal? Hatte ich damals nicht ein anderes Parallelglied (15µF)vor dem TMT?

Im A/B-Vergleich mit den EMPIRE hatten die Mackies keine Chance: Sie klangen vergleichsweise träge und schwammig, umso gravierender, je steiler die Impulse und dichter die Klangteppiche wurden z.B. bei Techno á la Dominik Eulberg (Die steifen Chassis? Das Gehäuse? Der Levinson? Die Gesamtabstimmung?).
Nun haben die Mackies aber auch ihre Meriten, z.B. die zurückgenommenen oberen Mitten/Präsenzbereich, von denen ich mir vielleicht eine kleine Scheibe abschneiden kann. Das könnte die EMPIRE bei aller Gnadenlosigkeit etwas harmonischer oder gefälliger machen. Also Lötkolben raus, es gibt ja nichts zu verlieren.

Und dann gab´s wirklich was zu lernen!
Trotz der messtechnischen Vorteile war die Weiche mit 1,5 mH Kupferbandspule (0,16Ω) eindeutig schlechter als die 1,2 mH (0,15 Ω). Das Klangbild wurde zwar tatsächlich entschärft, verlor aber an Ausdruck und wurde blutarm. Der obere Bass wurde an kritischen Stellen zu dominant, die Höhen wirkten isoliert. Das Hautnahe und Authentische war dahin. HiFi-Urgestein Karl Breh hat mal gesagt: „Wer die Mitten nicht hat, hat gar nichts“. Plakativ, aber recht hat er!

Die Lösung schien irgendwo dazwischen zu liegen!
Nun gibt es aber keine Zwischengrößen zu kaufen. Warum nicht? Der Unterschied war doch so groß? Warum sollte sich das nicht lohnen? Also kurzerhand die Tritec-Spule solange abwickeln, bis ungefähr 1,3 mH rauskommen.
Und dann ging die Sonne auf: Alles was ich mir vorher gewünscht hatte, stellte sich ein: etwas klarere Höhen, gesteigerte Durchsichtigkeit und trotzdem eine unangestrengtere Wiedergabe. WHOW! Das habe ich dann mehrere Male mit der ursprünglichen 1,2 mH-Version und der 1,5 mH verglichen, um sicher zu sein, dass ich mich nicht täusche. Unerwartet für mich war, dass Phasenfehler (auch beabsichtigte) bei manchen Aufnahmen so deutlich zu hören waren. Mit 1,2 klang´s toll, mit 1,3 klingt´s besser.

Der Versuchsaufbau gestattete ein bequemes und schnelles Umlöten der Spulen, weil ich mit feineren Klangunterschieden gerechnet hatte. Das war aber gar nicht nötig. Mit einem fast identischen Amplitudenverlauf für 1,2 und 1,3 mH sowohl in Summe, wie nur Tieftöner oder in 1 Meter unter allen Winkeln hatte ich nicht gerechnet, und dann dieser Klangunterschied!?!


Das Größenordnung von Klangunterschieden könnte man danach abstufen, wie viel Zeit vergehen muss, um 100%ig zuordnen zu können, welche Variante gerade läuft.
Example:
A) Ein anderes Zimmer (Umzug) oder einen neuen Lautsprecher erkennt man klanglich sofort und jederzeit. Auch der Freund, der lang nicht da war, erkennt das. Die Unterschiede sind mehr oder weniger objektiv bewertbar. Auch innerhalb der Nobelklasse.
B) Auch Verstärker und Plattenspieler könnten hierunter noch fallen, aber man muss schon genauer hinhören. Mit tagelangen Pausen und nur sehr leisem Hören klappt das nicht. Ein Gelegenheitsgast merkt einen Wechsel nicht unbedingt.
C) Würde man schon beim ersten Musikstück merken, dass der CD-Player, D/A-Wandler, LS-Kabel, … unwissentlich getauscht wurde? Mal ehrlich? Ich meine von extrem teuer auf extrem billig. Probiert´s aus! Manchmal reicht schon eine Minute hin und herstöpseln, um keine sichere Aussage mehr machen zu können. Man kommt immer mehr in den unscharfen Bereich der Einbildung und der Tagesform.
D) Bei NF-Kabeln, Bi-Wiring kann man direkt durch Umschalten der Eingänge vergleichen. Auch mit sekundenschnellem, blindem Umschalten kann praktisch nicht mehr eindeutig zugeordnet werden, was gerade läuft, geschweige denn welches besser ist.
Den Voodoo-Bereich kann man ganz ausklammern.

Die von mir gemachten Frequenzweichen Änderungen (1,2 auf 1,3mH) sind nur gering, gehören aber trotzdem ganz klar in Gruppe A), und das finde ich schon erstaunlich!
Die klanglichen Unterschiede sind wesentlich größer, als die messtechnisch sichtbaren. Auch mit gesteigertem Messaufwand (Klirr, Laufzeit, …) wären sicherlich diese subjektiv deutlichen Unterschiede nicht darstellbar.
Das zeigt (eigentlich banal), dass man möglichst viel und konzentriert Hören muss, um eine optimale LS-Abstimmung zu finden. Ohne Messungen ist die Abstimmung schwierig, aber ohne Hören geht es offensichtlich auch nicht. Außerdem sind Lautsprecher bei allem Bemühen um objektiv besseren Klang immer individuelle Charaktere, die man mag oder nicht.

Gruß
Volker

Anbei der Frequenzgang mit 1,5 mH Spule, im Vergleich mit 1,2 mH und dann alle 3 Spulen im Verleich (1,2 ; 1,3 ; 1,5 mH)
sonic_empire
Ist häufiger hier
#29 erstellt: 03. Feb 2008, 12:43
Sorry,
irgendwie kriege ich das mit Imageshack nicht hin.
Frequenzgänge kommen also vielleicht irgendwann später.

Gibt es eigentlich keine anderen EMPIRE-Halter??
Wenn doch, wie sind Eure Erfahrungen??
Würd mich sehr freuen.

Gruß
Volker
sonic_empire
Ist häufiger hier
#30 erstellt: 08. Feb 2008, 22:24
sonic_empire
Ist häufiger hier
#31 erstellt: 08. Feb 2008, 22:32
sonic_empire
Ist häufiger hier
#32 erstellt: 08. Feb 2008, 22:49
focal_93
Inventar
#33 erstellt: 09. Feb 2008, 01:08
Hi sonic,

auch das dreimalige Posten der gleichen Kurve, ohne Hinweis darauf, was Du uns sagen willst, hilft niemandem weiter

Grüsse

Uwe
sonic_empire
Ist häufiger hier
#34 erstellt: 09. Feb 2008, 14:25
Sorry!
Danke Uwe, ich dachte, die Diagramm-Überschriften und der Text vom 02.Feb.08 reichen als Erklärung:

Die erste Kurve (20:24Uhr) zeigt den Summenverlauf mit 1,5 mH Spule und die Einzelfrequenzgänge TMT und HT mit Übernahmefrequenz (1550Hz) als hellgraue Kurven.

Dieselbe Summenkurve (1,5 mH) ist im Vergleich zur ursprünglichen Weiche mit 1,2 mH Spule (rosa) im letzten Diagramm von 20:49 Uhr dargestellt.

Im mittleren Diagramm von 20:32 Uhr sind beide (1,2 und 1,5 mH) sowie dazwischen die letztendlich beste 1,3 mH Spule dargestellt (fette, rosa Kurve).

Erstaunlich war für mich, dass der kleine Unterschied zwischen den Kurven mit 1,2 und 1,3 mH klanglich so auffällig war. Vielleicht für den erfahrenen Frequenzweichenentwickler eine banale Feststellung. 1,5 mH kann ich wegen der vergleichsweise etwas zu ausdruckslosen Wiedergabe nicht empfehlen.

Gruß
Volker
Moaty
Ist häufiger hier
#35 erstellt: 08. Mrz 2008, 15:03
Hallo,
Wunderschön gemacht....
Eton sind super Lautsprecher mit sehr Neutrales Klangbild.
Ich wollte die Bauen aber mein Raum ist klein...
Viel Spaß
Lotion
Inventar
#36 erstellt: 10. Apr 2008, 19:32
Äußerst beeindruckend, wenn nicht sogar ENDGEIL!

(Sorry für meine sprachliche Entgleisung!)
sonic_empire
Ist häufiger hier
#37 erstellt: 07. Mai 2008, 20:23
Hallo zusammen!
Irgendwie kriege ich mal wieder kein einziges Bild oder Frequenzdiagramm nach Imageskack hochgeladen. Dauert ewig und bricht dann immer ab. Was kann ich machen??
Na ja, dann erstmal mein Beitrag ohne die passenden Grafiken und Fotos:


Das letzte viertel Jahr habe ich noch mal alle Varianten zur Frequenzweiche intensiv gemessen, gehört, verglichen und optimiert, um mich für die meiner Meinung nach beste zu entscheiden und siehe da:
die messtechnisch linearste ist doch die klanglich beste:

Tieftöner: 1,5mH mit 30µF und Hochtöner: 15µF mit 0,47mH

Bei diesen Vergleichen habe ich mich noch einmal zum Anfang der Klangreise begeben:
nach fast 5 Jahren habe ich die Originalweiche von Intertechnik noch einmal eingebaut und intensiv gehört (TT 1,0mH-RCL und HT 10µF-0,47mH):

Der Klang mit Originalweiche war weit besser, als ich ihn in Erinnerung hatte. Wer die ETON EMPIRE wie bei INTERTECHNIK beschrieben baut, bekommt einen sehr erwachsen und volltönenden Lautsprecher. Das Klangbild baut sich vom unteren Mitteltonbereich auf, an den sich unaufdringliche Höhen nahtlos anschließen. Vor allem Stimmen oder Saxofon profitieren hiervon: sie sind auch bei hohen Lautstärken nie vordergründig oder nervig, sondern sehr kernig und substanziell. Alle Details werden wie auf dem Holz- (nicht Silber-) tablett serviert, es klingt wie „Honig“, „braun“. Ich kann mir vorstellen, dass manch einer diese tonale Ausrichtung bevorzugt.
Der Klangeindruck ist auch in den Hörplatzmessungen erkennbar:
Der Amplitudenverlauf ist insgesamt sehr gleichmäßig ohne Überhöhungen oder Einbrüche. Der untere Mitteltonbereich ist leicht erhöht, der Präsenzbereich etwas zurückgenommen. Das hatte mir damals nicht so gefallen, weil es Lebendigkeit kostet. Die Trennfrequenz liegt bei etwa 2200Hz. Das RCL-Glied eliminiert die TT-Resonanz vollständig. Der Tieftöner spielt wegen 6dB-Filter weit in den Hochtonbereich hinein und die Addition beider Chassis ist nicht ganz optimal (+3dB).

Vergleich mit der 12dB-Weiche mit 1,5mH
Der Klang ist ggü. der Originalweiche deutlich frischer und lebendiger, vor allem bei sehr leisem Hören von Vorteil. Die Vokabeln sind: glasklar, echt, hautnah, (wie „Wasser“, „blau“)
Der Frequenzgang ist sehr linear. Die Trennfrequenz liegt bei ca. 1500Hz, die Summenkurve +6dB über dem Schnittpunkt TT / HT.

Vergleich mit den „Mackies"
Der Frequenzgang der Mackie HR824 MK2 ist als blaue Kurve zu sehen und im Verlauf recht ähnlich (Präsenzsenke). Zu erkennen ist hierbei auch das Pfund im Bass, was die Mackies sauber abdrücken können. Der damals angekündigte Vergleich mit den B&W 803 ging wie erwartet an die Mackies, welche analytischer und neutraler zu Werke gingen. Zudem hatten sie die höheren Reserven und den spürbar tieferen Bass. Allerdings löste sich das Klangbild bei den B&W deutlich besser von den Gehäusen. Die Mackies waren konzentrierter und hatten (machten?) weniger Raum. Die Teufel M200 hatten gar keine Chance.

Sehr gut gefiel mir übrigens auch die Variante mit 1,8mH vor dem TT. Mit 1,8mH zeigt sich aber messtechnisch schon eine kleine Delle im Übernahmebereich, der TT liefert hier zu wenig Pegel. Da Klangbild verliert mitunter an Kraft.
BILD

Bei den Messungen in 1 Meter Entfernung konnte ich dann etwas sehr Interessantes feststellen:

Die gemessenen Frequenzgänge auf 1 Meter sind beide sehr ähnlich und linear (Originalweiche ROTE KURVE und „meine“ Weiche BLAUE KURVE).
Am Hörplatz ist der Klang beider Varianten dann aber völlig unterschiedlich, was auch in den Hörplatzmessungen erkennbar ist: Die Blaue ist hier immer noch linear, die Rote weist die Senke im Übernahmebereich auf.
Ich vermute die deutlich niedrigere Trennfrequenz (anderes Abstrahlverhalten des ER4) könnte der Grund dafür sein.
Die Konsequenz wäre die Einsicht, dass zwei Lautsprecher im schalltoten Raum gleich linear entwickelt, im Hörraum möglicherweise ganz unterschiedlich klingen werden.

Tschüss
Volker
mehlsack
Ist häufiger hier
#38 erstellt: 20. Mai 2008, 20:37
Toll, atemberaubend schönes Gehäuse. Mein Kompliment!!!!!
bp110
Neuling
#39 erstellt: 29. Mai 2012, 21:07
Moin,
ich bin neu hier und möchte mein letztes Lautsprecher Projekt anhand von ein paar Bildern
vorstellen, Text liegt mir nicht so und leider habe ich auch nicht viele Baustufenfotos.
Aber da es hier um die Eton Empire geht, hab ich den alten Beitrag noch mal hoch geholt.
Die Mittel- Hochton Lsp. werden von einem modifizierten Dynavox TPR-1 Vorverstärker und
einer alten Klimo Endstufe angetrieben. Die Tieftöner von einem digitalen Aktivmodul Wyntek
WAM 300-Dsp. Erstmal nur ein Modul, ein Zweites folgt noch. Mit meine CD`s füttere ich
einen schon betagten Sony CDP-911.
Ich muss sagen die Empire ist selbst mit dieser bescheidenen Hardware ein absolutes Erlebnis.
Selbst CD`s, die, weil Sie langweilig klangen, nicht mehr gespielt wurden, werden zum
Hörerlebnis.

4fc93b60

4fc93b60

4fc93b60

4fc93b60

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4fc93b60

4fc93b60

Jo, so schaun sie aus.


[Beitrag von bp110 am 29. Mai 2012, 21:38 bearbeitet]
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