Baubericht: Experience V20

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jehe
Inventar
#1 erstellt: 24. Mrz 2017, 15:11
Teil 1

Nachdem ich den letzten Jahren schon mehrere kleinere Stand- und Regalboxen, Subwoofer, Soundbar+Center usw. gebaut habe (darunter auch einige Eigenentwicklungen), wurde es Zeit für etwas Größeres.
Rausgepickt habe ich mir Visatons Experience V20.
Ich hatte davon vorher schon eine Version mit geänderten Gehäuse gebaut, was soweit auch erfolgreich war. Da dabei allerdings die Vorder- und Rückwände aus Echtholz (Buche Leimholz) waren und sich im Laufe der Zeit teils bis zu 3mm breite Risse gebildet hatten (welche je nach Luftfeuchtigkeit/Jahreszeit) verschwanden und wieder auftraten, war es an der Zeit für eine Neuauflage. Das hat einfach nur genervt.

Nun ist die Experience von Hause aus ja nicht unbedingt ein Hingucker (vor allem der obere Teil mit dem Bass der da so unschön am Rand klatscht), weshalb ich das Gehäuse umgestaltet und mich für eine Rundung oben rum entschieden habe.
Die Anordnung der Chassis auf der Schallwand ist geblieben und das durch die Rundung fehlende Volumen würde in der Gesamthöhe zugelegt. Die Box ist dadurch etwa 3cm gewachsen (jetzt also 1,33m hoch).

Zunächst mal ging es daran, die Rundung zu fertigen. Da ich bei der Suche nach Biege-MDF in den örtlichen Baumärkten nicht erfolgreich war, habe ich das Ganze mit einer Form + Gegenform ungesetzt.


hier der untere Teil der Form. Außenradius 150mm, Tiefe 320mm

Visaton Experience V20

die Gegenform hat einen Radius 130mm.
Da es auf Grund der Materialstärke der einzelnen Schichten unmöglich war alle in einem Rutsch zu verkleben, habe ich auf der Gegenform Streifen aufgenagelt, welche einzeln wieder abgelöst werden sobald unten eine weitere Lage aufgeklebt wird. Die Rundung besteht im Ganzen aus 6 Lagen, was letztendlich eine Gesamtmaterialstärke von 20mm ergab.

Visaton Experience V20

das Kleben verlief problemlos, die Schichten einzeln aufzukleben hat zwar länger gedauert, war aber der beste Weg

Visaton Experience V20

Visaton Experience V20

Visaton Experience V20

die Form ist so gebaut, dass man sie direkt über die Kreissäge schieben kann und gleich das richtige Maß hat um die überstehenden Ränder zu entfernen. Das Ergebnis überzeugt.
Direkt nach dem Herausnehmen aus der Form hatte das Material genau das gewünschte Maß, was sich aber nach einigen Tagen Trocknungszeit änderte. Erstaunlicherweise ist die Rundung nicht auseinandergegangen, sondern hat sich ca. 3mm zusammen gezogen. Der Außenradius lag dann nur noch bei knapp 148,5mm.
Beim verkleben am Gehäuse war das aber kein Problem, ich habe die Teile einfach mit zwei Holzlatten wieder auf das richtige Maß aufgespreizt und danach verlebt. Nach dem Trocknen sind die Spreizen wieder rausgeflogen.

Visaton Experience V20

Visaton Experience V20

hier mal ein Blick auf alle bereits gefrästen und bearbeiteten Teile, kurz vor dem zusammen kleben.

Visaton Experience V20

bisschen Schleiferei

Visaton Experience V20

wie unschwer zu erkenn ist, werden Vorder- und Rückwand auf gedoppelt. Das ist notwendig da ich mich für ein einheitliche Design meiner LS entschieden habe und da sind Soundbar+Center und Sub bereits mit verschieden farbigen Leder bezogen. Die Großen sollen natürlich auch so werden.
Die Farbe wird Weinrot antik (der obere Teil mit der Chassis, hinten und vorne und unten- und ringsrum wird es schwarz).

Visaton Experience V20

Das Beziehen mit Leder muss natürlich bei der Planung der Boxen schon mit einbezogen werden, schließlich müssen die Stoßkanten ja irgendwo verschwinden. Wie man auf den Bildern erkennen kann, gibt es dafür eine umlaufende ca.1,5mm breite Fuge, in der die Stöße verschwinden werden.

Visaton Experience V20

Visaton Experience V20

Visaton Experience V20

so, das war mal der erste Teil, im 2. Teil werde ich mich ans Beziehen machen. Das kann allerdings noch ein paar Tage dauern, im Augenblick haben andere Sachen Priorität und Leder (schwarz) ist wohl auch gerade nicht vorrätig.

ach ja, zum Schluss noch ein Suchbild, es gilt zwei wirklich dämliche Fehler zu finden

Visaton Experience V20

Ich hoffe es gefällt soweit. Fragen, Anregungen, Kritik - immer her damit


[Beitrag von jehe am 24. Mrz 2017, 17:37 bearbeitet]
Black-Devil
Gesperrt
#2 erstellt: 24. Mrz 2017, 17:38
Sehr schöne Arbeit bisher!
Einen Fehler hab ich entdeckt - die Verstrebung ist falsch rum eingeleimt. Der Zweite könnte das Überstehen des inneren Gehäuses beim Treiberausschnitt sein!?
jehe
Inventar
#3 erstellt: 24. Mrz 2017, 18:47

Einen Fehler hab ich entdeckt - die Verstrebung ist falsch rum eingeleimt.


ja, aber nicht die vordere, sondern die hintere mit dem Ausschnitt auf Treiberhöhe. Dort sollte es eigentlich zu sein, wie bei der mittleren Verstrebung.


Der Zweite könnte das Überstehen des inneren Gehäuses beim Treiberausschnitt sein!?


das innere Gehäuse ist das Problem - richtig.
Allerdings sitzt das über den Bassrohren und nicht wie gewollt über den Treibern

Keine Ahnung wer oder was mich da geritten hat, da stand ich wohl völlig auf dem Schlauch.
Das Ganze wieder rausgefummelt und richtig rum eingeklebt. Glücklicherweise habe ich es noch gemerkt bevor der Deckel drauf kam. Ist auch nur bei Box "2" passiert, bei der ersten lief alles problemlos.

Dass das inneren Gehäuse innen etwas in den Treiberausschnitt ragt, ist auch so wenn alles richtig rum drin sitzt. Das liegt daran, das ich die Ausschnitte der Tief- und Mitteltöner hinten 45° angefast habe, weil die aufgedoppelte Front zumindest oben rum insgesamt 31mm dick ist.
Es ragt aber nur etwas in die Fase, nicht in den Durchbruch selber.


[Beitrag von jehe am 24. Mrz 2017, 21:42 bearbeitet]
_ES_
Administrator
#4 erstellt: 25. Mrz 2017, 02:43
Achja....die V20....da werden Erinnerungen wach....

Meine erste "Große", Anno 1997...*

Verfolgte mich bis vor 5 Jahren noch, manche Musikstücke kommen auf ihr einfach nur großartig rüber.

Dem sehr schärfelnden Hochton-Bereich kam ich damals mit einer Spule in Reihe zum HT bei ( 0,1mH glaube ich, oder von einer 0.1 was abwickeln, weiß es nicht mehr genau).
Das Innenvolumen hatte ich durch nachträgliches Anbringen von Trennplatten von 110 auf 84 Liter verkleinert.
Timmermanns hatte damals zu seinen K&T Zeiten den W200S vermessen und kam auf eine Empfehlung von 42 Liter reflext - mit dem gleichen Rohr und der gleichen Länge.
Ich hatte viel dran rumgemacht, bis sie für mich "perfekt" waren.
Angesichts des geringen Preises war das eine sehr, sehr gute Box, keine Frage.

P.S.:

* = Vor der Internet-Zeit, vor dem Online-Handel....ich wollte Schallwände haben, weil ich keine Fräse hatte....ergo rumtelefoniert, die ansässigen Tischler/Schreiner interviewt.
Die lachten sich teilweise scheckig über mein Anliegen.
Von wegen würde sich nicht für sie lohnen, mir nur Schallwände zu fräsen, wenn überhaupt, nur ganze Gehäuse und sicher nicht unter 4000DM/Paar.
Deutsches Handwerk und Kundenservice halt....


[Beitrag von _ES_ am 25. Mrz 2017, 02:50 bearbeitet]
jehe
Inventar
#5 erstellt: 25. Mrz 2017, 03:46
[/quote]
Angesichts des geringen Preises war das eine sehr, sehr gute Box, keine Frage.
[quote]

das seh ich eigentlich immer noch so.
Die 4 Tieftöner hatte ich seinerzeit für 80€ von einem Bekannten gekauft (die waren noch neu und er knapp bei Kasse) und es stellte sich die Frage in welchem Kistchen sie ihren Platz finden. Bei Visaton bin ich dann über die Experience gestolpert und bei näherer Recherche habe ich auch viel gutes drüber gelesen.
Ein paar hundert € mussten dann zwar noch investiert werden und das obwohl ich ja schon über 120€ bei den Tieftöner gespart hatte, aber es hat sich gelohnt. Sowohl finanziell als auch klanglich.
Wie gesagt, fand ich den original Bau Vorschlag des Gehäuses ja nicht besonders schön und hatte deswegen schon eine geänderte Vorgängerversion gebaut, jetzt mit der Rundung finde ich es aber stimmig und freu mich schon aufs Finish und die Wiederinbetriebnahme.

Klar, mittlerweile findet man Angebote für das fertige Paar von unter 500€, da ist der Selbstbau um einiges teurer.
Naja, so bekomme ich aber vom Aussehen her genau das was ich mir vorgestellt habe und kann mich mal wieder bisschen austoben.

Was den Hochtonbereich betrifft, da könntest du recht haben. Bei einigen Titeln hatte ich auch schon das Gefühl das es doch recht scharf rüber kommt. Da muss ich dann nochmal etwas genauer hin hören wenn es soweit ist.

4000DM das Gehäuse, das ist schon unverschämt. Klar, Einzelanfertigungen kosten richtig Geld wenn man damit ne Firma beauftragt, aber die waren wohl eher auf der Suche nach nem Deppen der ihnen den nächsten Urlaub finanziert


[Beitrag von jehe am 25. Mrz 2017, 06:24 bearbeitet]
_ES_
Administrator
#6 erstellt: 25. Mrz 2017, 05:03
Wie gesagt, das war vor 20 Jahren - da wähnte man sich noch als Platzhirsch ohne Konkurrenz aus ganz D, wie heute...


Was den Hochtonbereich betrifft, da könntest du recht haben. Bei einigen Titeln hatte ich auch schon das Gefühl das es doch recht scharf rüber kommt.


Die G25FFL* hat eine Überhöhung im Brillanz-Bereich.
Diese plus meine damalige Hörumgebung ließ mir so manches mal den kalten Schweiß austreiben, je nach Musikstück.
Als Beispiel seien da Alben von Queen, Depeche Mode (80er-90er) genannt, ferner Maxis von Metallica und Faithless.

* Damals wurde der G25FFL in 4Ohm geliefert/im Bausatz festgelegt.
Heute gibt es imho nur den 8-Öhmer, evtl ist der anders drauf.
jehe
Inventar
#7 erstellt: 25. Mrz 2017, 06:22

Damals wurde der G25FFL in 4Ohm geliefert/


ah ja, das wusste ich nicht. Da wäre das Datenblatt mal interessant, nur mal so zum Vergleich.
Ein Google-Schnellschuß ergab zumindest keine Treffer.
/cooper/
Hat sich gelöscht
#8 erstellt: 25. Mrz 2017, 09:29
@jehe, da hast du aber ein sehr tolles Projekt, sieht sehr gut aus.
Pollton
Stammgast
#9 erstellt: 26. Mrz 2017, 12:55
Hallo jehe,

ich habe auch vor genau 20 Jahren ( 03.1997 ) die V20 mit dem 4 Ohm Hochtöner gebaut. Dazu gab es unterschiedliche Weichenschaltungen.


Da wäre das Datenblatt mal interessant, nur mal so zum Vergleich. Ein Google-Schnellschuß ergab zumindest keine Treffer.


Hier gibt es ein Vergleich, auf die Schnelle mit Google gefunden. Meine Weiche dagegen ist wiederum anders.

Das mit den Rundungen gefällt mir sehr gut, da durch wirkt sie viel schlanker. Meine original aufgebaute V20, sieht dagegen sehr klobig aus.

Gruß
Werner


[Beitrag von Pollton am 26. Mrz 2017, 12:58 bearbeitet]
jehe
Inventar
#10 erstellt: 05. Apr 2017, 18:38
sodale, hier also Teil 2
irgendwie habe ich es leider versäumt ein paar Bilder mehr zu machen, ich denke aber das man die Vorgehensweise auch so recht gut nachvollziehen kann.
Etwas Übung im Beziehen mit Leder hatte ich ja schon, trotzdem gab es so einige Stellen die mir im Voraus Sorgen bereitet haben.
Speziell die spitzen Ecken an den unteren Front- und Rückverblendungen waren eine Herausforderung.
Geklebt wurde das Ganze mit Bonaterm AS/BT Kontaktkleber.
Ich hatte bei früheren Versuchen Sprühkleber verwendet, welcher sich aber als recht ungeeignet erwies. Man nebelt mehr in der Gegend rum und der Kleber landet überall nur nicht da wo er hin soll. Vor allem war es eine elendige Putzerei den Kleber, der sich überall nieder geschlagen hat, wieder von den Maschinen und Werkzeugen zu entfernen.
Diesmal also Kleber aus der Dose. Die Verarbeitung ist einfach, es müssen beide Seiten einmal mit Kleber bestrichen werden, danach muss das Ganze 20min ab lüften. Danach wird das zu beziehenden Werkstück nochmal mit Bonaterm bestrichen und man kann mit dem Beziehen beginnen.
Der Kleber haftet sofort, man benötigt selbst an schwierigen Ecken nicht mal Nägel zum Fixieren.
Kann ich also nur jedem empfehlen der so was mal vor hat.

Nachdem alles soweit bezogen war, wurden die Front- und Rückverkleidungen vollflächig mit der Box verklebt.
Es empfiehlt sich die Gehäuse danach noch etwa 2 Tage an einem gut belüfteten Ort ab lüften zu lassen.
Im Ganzen wurden für die 2 Gehäuse 3 Dosen a 800ml Bonaterm gebraucht. Das ist natürlich einiges an Lösungsmittel was sich da verziehen muss.

Nach dem Einbau der Chassis sahen die Boxen untenrum noch etwas nackig aus, so das ich mich nochmal kurz an den Rechner geschwungen und einen entsprechenden Schriftzug kreiert habe. Das Ganze dann mit einem 3D-Drucker ausgedruckt und mit etwas DupliColor Goldlack lackiert.

hier noch ein paar Bilder:

Visaton Experience V20

Visaton Experience V20

Visaton Experience V20

Visaton Experience V20

Visaton Experience V20

nicht wundern, bin gerade am Renovieren, deshalb keine Tapete im Hintergrund

Visaton Experience V20

Visaton Experience V20

Visaton Experience V20

Visaton Experience V20

ja, das war es soweit, Fragen, Anregungen, Kritik - wie gehabt
NeCoshining
Inventar
#11 erstellt: 05. Apr 2017, 21:16
Absolute bemerkenswerteste Arbeit die ich je gesehn habe
Ohne Worte.
Sehr Nice

Wünsche dir viel Spaß damit


[Beitrag von NeCoshining am 05. Apr 2017, 21:17 bearbeitet]
_ES_
Administrator
#12 erstellt: 05. Apr 2017, 22:10
Ich kann mich zwar mit der Rundung nicht anfreunden, handwerklich sieht es aber absolut tipp-top aus...
Pollton
Stammgast
#13 erstellt: 05. Apr 2017, 22:33
Wow, die Lautsprecher sehen echt klasse aus, sehr gute Arbeit. Hut ab!

Eine Frage habe ich noch. Die Hochtöner sind aber nicht die originalen G25ffl. Oder?
jehe
Inventar
#14 erstellt: 05. Apr 2017, 22:57
stimmt, das habe ich garnicht mehr auf dem Plan gehabt.
Ich hatte mir seinerzeit mal die G25FFL aus der Vorgängerversion für ein anderes Projekt entliehen, da dann Ersatz eingebaut, die Weiche angepasst und hab es - weil es einfach perfekt gepasst hat - so gelassen.
Selbst beim Neubau ist mir das jetzt nicht aufgefallen, da die Einbaumaße die Gleichen sind.
Hmm, da muss ich nochmal drüber nachdenken ob ich das eventuell wieder ändere.
bellarossa
Stammgast
#15 erstellt: 05. Apr 2017, 23:01
......Respekt, klasse Arbeit.


Hab die V20 vor ca 20 Jahren auch gebaut und dann 10 Jahre betrieben, dann mussten sie einem Pärchen T&A TB 250 weichen und wurden an meinen Nachbarn verkauft, wo sie bis heute noch ihren Dienst verrichten.

Viel Spaß mit deinen gelungenen V20

Grüße
_ES_
Administrator
#16 erstellt: 05. Apr 2017, 23:03

wo sie bis heute noch ihren Dienst verrichten.


Meine turnen auch noch irgendwo im erweiterten Bekanntenkreis herum....sind nicht tot zu kriegen.
Bass-mäßig waren die auch super, plus superbe Räumlichkeit.
Pollton
Stammgast
#17 erstellt: 05. Apr 2017, 23:24
Es kann ja sein, dass die Hochtöner zufällig passen, aber die V20 sind es dann definitiv nicht.

Welche Hochtöner wurden da denn verbaut?
jehe
Inventar
#18 erstellt: 06. Apr 2017, 00:22
naja, wenn man Erbsen zählen will, dann sind sie das durch die Gehäuseänderung ja eigentlich schon nicht mehr.
Wie gesagt, ich werde die nochmal tauschen und dann entscheiden was ich mache.
Was da jetzt eigentlich drin steckt, kann ich momentan nicht sagen. Ich habe mich beim Bau nur aufs Gehäuse konzentriert und einfach alles wieder reingebaut was vorher auch schon drin war. Da müsste ich erst einen raus bauen.
MoDrummer
Inventar
#19 erstellt: 06. Apr 2017, 11:51
Sehr, sehr schick.
Bin begeistert von Deinem Projekt.
Alle Daumen und Zehennägel hoch
jehe
Inventar
#20 erstellt: 06. Apr 2017, 13:06
Danke, freut mich das es gefällt
Pollton
Stammgast
#21 erstellt: 06. Apr 2017, 16:41
Wenn man einen offiziellen Bauvorschlag vorstellt, aber irgendwelche Chassis verwendet, die nicht vorgesehen sind, dann ist das irgendetwas aber eben nicht der genannte Bauvorschlag und das hat mit Erbsen zählen nichts zu tun. Den Bausatznamen dazu zu verwenden, finde ich nicht richtig.

Du hättest ja auch gleich am Anfang schreiben können, dass Du die V20 mit einen anderen Hochtöner und Weiche modifiziert hast, dann wäre alles gut gewesen.
Aber wie hast Du die Weiche angepasst, wenn Du noch nicht mal weißt, welchen Hochtöner Du genommen hast. Die Weichenschaltung dazu würde mich mal interessieren.
jehe
Inventar
#22 erstellt: 06. Apr 2017, 17:35

Den Bausatznamen dazu zu verwenden, finde ich nicht richtig.

du kannst dir sicher vorstellen das mir das recht egal ist


Du hättest ja auch gleich am Anfang schreiben können, dass Du die V20 mit einen anderen Hochtöner und Weiche modifiziert hast, dann wäre alles gut gewesen


wenn es dich glücklich macht, dann eben jetzt:
"V20 mit einem anderen Hochtöner und Weiche modifiziert"


Aber wie hast Du die Weiche angepasst, wenn Du noch nicht mal weißt, welchen Hochtöner Du genommen hast. Die Weichenschaltung dazu würde mich mal interessieren


Keine Ahnung was da jetzt so wahnsinnig interessant sein soll, aber bei einem halbwegs passenden Hochtöner gibt es diesbezüglich nicht sonderlich viel zutun. In erster Linie war es eine Pegelanpassung, da der neue um 2 oder 3dB lauter war (und nein, ich weis nicht mehr (Betonung liegt hier auf mehr) welche da drin stecken, wenn ich es wieder ändere - sie also ausbaue - werd ich's dir aber gern mitteilen).
Kyumps
Inventar
#23 erstellt: 06. Apr 2017, 18:54
schönes Projekt,

hast du ein par Detailsfotos zum Umgang mit dem (Kunstleder)Bezug der LS?


[Beitrag von Kyumps am 06. Apr 2017, 18:55 bearbeitet]
Gerdo
Inventar
#24 erstellt: 06. Apr 2017, 19:41
Sehr schöne Arbeit!!
jehe
Inventar
#25 erstellt: 06. Apr 2017, 19:49
Danke..

@Kyumps
Detailfotos vom Beziehen selber habe leider keine weiteren. Ursprünglich hatte ich ja vor es etwas ausführlicher zu dokumentieren, im Arbeitseifer habe ich das aber irgendwie total vernachlässigt, so das es nur die paar Bilder geworden sind.
Falls du aber speziellere Fragen dazu hast, so werde ich gern versuchen das hier verständlich zu vermitteln.
_ES_
Administrator
#26 erstellt: 06. Apr 2017, 23:29

Den Bausatznamen dazu zu verwenden, finde ich nicht richtig


Joa...
Abgesehen davon, das es ein VORSCHLAG und keine Pflicht ist, macht ein anderer HT jetzt nicht unbedingt das Konzept zunichte.
Wenn da jetzt noch andere MTs verwendet wurden, BR-Rohre raus, etc, dann könnte man wirklich nicht mehr von einer V20 reden.
Im Moment ist eine getunte Version...

( In der Ur-VOX wurden "reihenweise" die G25FFL gegen Scan-Speak HT getauscht und trotzdem unter den Namen verkauft)
Pollton
Stammgast
#27 erstellt: 07. Apr 2017, 13:53

Abgesehen davon, das es ein VORSCHLAG und keine Pflicht ist, macht ein anderer HT jetzt nicht unbedingt das Konzept zunichte.
Wenn da jetzt noch andere MTs verwendet wurden, BR-Rohre raus, etc, dann könnte man wirklich nicht mehr von einer V20 reden.


Darum ging es mir auch nicht. Weiter oben hatte ich erwähnt, dass es vielleicht passen könnte, der G25FFL ist nun auch nicht so der Hit. Ob es nun besser oder schlechter klingt, ist mir ehrlich gesagt auch völlig egal.
Mir ist auch bewusst, dass ein anderer Hochtöner nicht so große Auswirkung hat als ein Tausch
der TTs oder MTs.


In der Ur-VOX wurden "reihenweise" die G25FFL gegen Scan-Speak HT getauscht und trotzdem unter den Namen verkauft


Dann wurde es aber auch sicherlich vorher dokumentiert.
_ES_
Administrator
#28 erstellt: 07. Apr 2017, 23:29
Und, wie viele Hülsenfrüchte sind es ?

Die hießen damals halt Vox251 mit Scanspeak....
Kyumps
Inventar
#29 erstellt: 10. Apr 2017, 18:40
ich hatte keine Detailfragen nur allgemeines Interesse
wie gefällt die V20?
jehe
Inventar
#30 erstellt: 10. Apr 2017, 21:45
also ich bin nach wie vor begeistert. Sie löst sehr gut auf und kommt mit allen möglichen Musikrichtungen zurecht.
Bass kann sie richtig gut und vor allem diverenziert. Es ist also nicht einfach nur schnödes "BumBum" sondern ein schöner detailreicher Bass.
Meinen Sub nutze ich für`s Musik hören nicht mehr, der kommt nur noch im Heimkinobetrieb unterstützend zum Einsatz.

Ich bin ja nun auch in einem Alter in dem man eher in gemäßigter Lautstärke hört (von gelegentlichen kurzzeitigen Anfällen mal abgesehen ) und da ist es mir wichtig, dass ich auch da das volle Klangspektrum zu hören bekomme - und das macht sie richtig gut.

Genug Platz ist für die Aufstellung allerdings Voraussetzungen. In einem 20m2 Zimmerchen dürften die einem schon auf Grund der Größe fast erschlagen. Ich habe hier ein 37m2 Wohnzimmer mit fast idealen Stellmöglichkeiten (annähernd quadratischer Grundriss) und da passen sie wie die Faust aufs Auge.
Ich bin nicht nur klanglich hoch zufrieden, sie machen auch optisch was her und am Preis-Leistungsverhältnis gibt es aus meiner Sicht ebenfalls nichts zu meckern.
_ES_
Administrator
#31 erstellt: 10. Apr 2017, 22:59

fast idealen Stellmöglichkeiten (annähernd quadratischer Grundriss)


Du meinst sicherlich quaderförmigen Grundriss - quadratisch wäre so ziemlich das Worst-Case-Szenario schlechthin, bzgl Moden...
Köter
Inventar
#32 erstellt: 10. Apr 2017, 23:27
Hi Jehe,

mir fehlt gerade die Zeit um deinen kompletten Bericht zu lesen, aber das hole ich in jedem Fall nach.
Sieht jedenfalls super interessant aus und bestätigt meinen Eindruck von Dir als "Ausnahme-User" hier im Forum...

Sehr Geil!

Ein detaillierteres Statement folgt!

Köter
jehe
Inventar
#33 erstellt: 11. Apr 2017, 00:20

Du meinst sicherlich quaderförmigen Grundriss - quadratisch wäre so ziemlich das Worst-Case-Szenario schlechthin, bzgl Moden


nein, da wir ja von einem Grundriss, also einer 2D-Fläche sprechen, ist quadratisch schon richtig (wie gesagt, annähernd quadratisch. genau sind es wohl so 5,8x6.4m, wobei die LS auf der schmaleren Seite stehen)
Quaderförmig wäre die Beschreibung für den Raum, da ein Quader wie auch ein Würfel aus 6 rechteckigen Flächen besteht, von denen sich jeweils 2 parallel gegenüber liegen.


Sieht jedenfalls super interessant aus und bestätigt meinen Eindruck von Dir als "Ausnahme-User" hier im Forum...

Sehr Geil!

Ein detaillierteres Statement folgt!

Köter


das Kompliment kann ich nur zurück geben.
Für mich gehörst du hier zu den Usern die bisher immer wieder mit tollen Projekten überzeugen konnten und deren Ratschläge, Kommentare und Beurteilungen eine ehrliche und fundierte Einschätzung wiedergeben. Von daher freut es mich natürlich wenn du einen Blick drauf wirfst.


[Beitrag von jehe am 11. Apr 2017, 00:21 bearbeitet]
_ES_
Administrator
#34 erstellt: 11. Apr 2017, 00:26

Quaderförmig wäre die Beschreibung für den Raum, da ein Quader wie auch ein Würfel aus 6 rechteckigen Flächen besteht, von denen sich jeweils 2 parallel gegenüber liegen


Ist es wahr...
Also quadratisch und somit nicht ideal.
jehe
Inventar
#35 erstellt: 11. Apr 2017, 01:10
naja, da der Raum natürlich nicht leer ist und die LS auch nicht direkt in den Ecken stehen, würde ich die Stellmöglichkeit in Bezug auf die Hörposition schon als nahezu ideal bezeichnen.
Raummode gibt es mit Sicherheit, wie wohl bei allen die ihr Haus oder ihre Wohnung nicht um die Anlage drumrum gebaut oder speziell dafür ausgewählt haben. Im Vergleich zu dem was ich hier schon an Grundrissen so gesehen habe, darf man die Umstände hier schon so bezeichnen.
Mein subjektiver Eindruck ist zumindest das weder was fehlt noch dazu kommt und dass es bei Bewegung im Raum keine Ecken gibt wo es dermaßen beschi..en klingt das man am liebsten weglaufen möchte.
Das man den idealen Hörraum wohl bei niemanden zu Hause finden wird dürfte klar sein.
Köter
Inventar
#36 erstellt: 11. Apr 2017, 12:27
Hi Jehe,

auf solche Projekte werfe ich doch gern mal einen längeren Blick - schließlich kann man sich hier und da immer etwas abgucken!

Die Holzarbeiten sehen jedenfalls äußerst professionell aus. Sind die Fräsungen alle im heimischen Keller mit der Oberfräse entstanden oder hattest du dieses mal eine CNC Bearbeitungsmaschine zur Hilfe?
Die Presse für die Rundungen sieht aus, als könntest du in gleichbleibender Qualität noch hundert weitere Gehäuse damit bauen. Idee und Konzept mit der Form + Gewindestange, den aufgenagelten Streifen zur Änderung des Durchmessers usw. gefällt mir sehr. Das hat alles Hand und Fuß und könnte ich mir in ähnlicher Form auch für geschwungene Seitenwände vorstellen. Wirklich gelungen!

Ausserdem sehen die Lederarbeiten durchaus professionell aus. Ich hatte bei meinen RS 100 PC für die Küche auch schon mit Leder gearbeitet, dabei aber Sprühkleber verwendet. Deine Ausführungen dazu kann ich vollumfänglich Nachvollziehen. Man muss schon sehr genau aufpassen wo man hinsprüht um gleichmäßigen Auftrag zu gewährleisten und den Schutz der Umgebung dennoch nicht zu vernachlässigen. Die Wirkung war okay, aber ich denke dem wird deine Methode in nichts nachstehen. Was hast du denn für ein Leder verwendet? Kunstleder 1mm dicke? Und womit hast du das Leder später in die Fugen gedrückt? Magst du vielleicht mal eine Seitenansicht der Lautsprecher zeigen auf dem man den Übergang von der Front auf die Seitenteile sieht? Der Kniff mit der aufgedoppelten Front und Rückwand ist jedenfalls super, so bleibt ausreichend viel Fläche zur Verleimung der beiden Flächen.

Gefällt!

Beste Grüße,
Köter
jehe
Inventar
#37 erstellt: 11. Apr 2017, 18:13
ja, bis auf den Zuschnitt sind die Holzarbeiten alle in der heimischen Kellerwerksatt entstanden. Mit Oberfräse und DIY Fräszirkel.

Was die Form angeht, die lässt natürlich für die Herstellung weiterer Werkstücke dieser Art verwenden. Wichtig bei der Form war mir aber vor allem , das ich die Überstände auch an der richtigen Stelle und im richtigen Winkel abgesägt bekomme.
Nachdem alle Lagen verklebt waren, würde das Ganze vom Tisch gelöst, die Gegenform mit einer Zwinge fixiert und die gesamte Form hochkant gestellt und über die Kreissäge geschoben. So ließen sich die überstehenden Ränder in einem Schwung genau auf Maß sägen. Wie man weiter oben auf dem Bildern sieht, steht das umgedrehte Formstück völlig eben und ohne zu kippeln auf dem Tisch. Beste Voraussetzung für einen bündige Stoßverklebung mit den Seitenwänden.

Das Dilemma mit dem Sprühkleber scheinst du ja zu kennen.
Wenn man präzise arbeiten muss, dann ist das einfach nicht das Richtige. Nicht nur das man sich die Umgebung zu nebelt, man muss auch aufpassen das man sich während der Arbeit nicht die gute Seite des Leders zukleistert. Hat man dann beim Aufbringen des Leders noch kleinere Ecken wo noch etwas Kleber hinkönnte, ist es fast unmöglich da noch was aufzutragen.
Ich kann es nur nochmal wiederholen, bei so was geht nichts über Kontaktkleber aus der Dose. Wenn man sich Zeit lässt, braucht es nicht mal eine Putzlappen, weil man einfach keine Sauerei hat.

Das Kunstleder ist 1mm dick.
In die Fugen musste nichts gedrückt werden.
Es gibt an jedem aufzuklebenden Teil eine umlaufende, ca. 2cm breite und etwa 1,5mm tiefe Fräsung in der die Ansätze von beiden Seiten später verschwinden.

Experience V20

das überstehende Material wird natürlich noch weggeschnitten.
Erst nach dem Beziehen werden die Teile mit der eigentlichen Box verklebt. Damit die Teile beim Anpressen nicht wegschwimmen, gibt es über die Fläche verteilt jeweils 4 Holzdübel die sie in Position halten. (die Löcher sieht man auch auf dem Bild mit der Teileübersicht)
Die Dübel sind nicht nur zu verkleben wichtig, sondern halten die Blenden auch für das vorhergehende Schleifen an der richtigen Position.
Auf dem Bild wo man die Box schon fertig aber unbezogen sieht, halten die Frontblenden ebenfalls nur durch die provisorisch eingesteckten Holzdübel. Da ist also auch noch nichts verklebt. (war nur fürs Foto)

hier noch zwei Bilder die die Übergänge etwas besser zeigen und wie man sieht, sieht man nix was nicht so sein sollte

Experience V20

Experience V20
club_machine
Ist häufiger hier
#38 erstellt: 31. Aug 2017, 10:18
die mit abstand schönsten selbstbau lautsprecher die ich bisher gesehen habe, die könnte man mit nem 19.990€/stk. preisschild in jeden hifi fritzen stellen und sie würden gekauft werden!!
dvddiego
Stammgast
#39 erstellt: 30. Dez 2018, 12:45
habe gerade gesehen, was du geleistet hast.... RESPEKT....
sehr gute Arbeit
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Typus 3 - Baubericht
kenkanuma am 20.02.2012  –  Letzte Antwort am 17.05.2012  –  7 Beiträge
Baubericht Minuetta ADW
Benni222 am 05.08.2011  –  Letzte Antwort am 30.09.2011  –  83 Beiträge
Baubericht Crazy
deTommes am 08.02.2017  –  Letzte Antwort am 03.11.2017  –  67 Beiträge
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fredhead am 06.06.2016  –  Letzte Antwort am 11.06.2016  –  3 Beiträge

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