HIFIMAN DEVA Bericht

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Akustikbär
Neuling
#1 erstellt: 08. Okt 2020, 07:34
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Einleitung

Die HIFIMAN DEVA Kopfhörer werden mit einem Bluetooth-Dongle mit dem Namen Bluemini ausgeliefert. Die Kopfhörer sollen sich an all diejenigen richten, die viel Wert auf Mobilität setzen. Ein hochwertiges 3,5 mm Klinkenkabel und ein passender 6,35 mm Adapter für den stationären Gebrauch wird uns auch mitgeliefert. Doch ich möchte euch heute ein bisschen mehr zeigen und meinen Eindruck weitergeben.


Verpackung und Lieferumfang

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Die äußere Verpackung ist edel und einfarbig gestaltet. Die wichtigsten technischen Daten stehen auf der Rückseite gut sichtbar aufgelistet.

• ohrumschließend
• magnetostatische Treiber
• zweiseitige Kabelführung
• Impedanz: 18 Ohm
• Kennschalldruckpegel: 93,5 dB/W/m
• Frequenzgang: 20 - 20.000 Hz
• Gewicht Hörer: 360 g
• Bluetooth-Codecs LDAC, aptX-HD, aptX, AAC und SBC

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Im Inneren liegt das HIFIMAN DEVA in Samt gebettet in einem Schaumstoff-Bett. Im Lieferumfang werden und ein 3,5 mm auf 6,35 mm Klinkenadapter, ein symmetrisches 3,5mm TRRS-Klinkenkabel und Ladekabel mitgeliefert. Die Bedienungsanleitung liebt obenauf. Mit dem USB-Kabel kann der Kopfhörer auch an einen Computer angeschlossen werden und den D/A-Wandler (DAC) im Inneren des Bluemini ansteuern.

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Der kleine graue Adapter für die Bluetooth-Verbindung besteht aus Kunststoff. Die beiden mitgelieferten Kabel sind mit Stoff ummantelt und sehr robust. Das Klinkenkabel ist beidseitig mit Male-Anschlüssen versehen und hat eine sehr beachtliche Dicke.

Details

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Die HIFIMAN DEVA sind zweifarbig gestaltet. Die hellbraunen Bereiche bestehen aus Kunstleder und sind weich, aber griffig. Die Oberfläche ist rutschfest und fühlt sich hochwertig an. Bei den silbernen Bauteilen bekomme ich zwei Materialien geliefert. Der Bügel zum Halten der beiden Lautsprecher bestehen aus Aluminium und halten die Lautsprecher mit einer Schlitzschraube.

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Die beiden Hörer sind mit einem relativ dünnen Stift im Kopfbügel versenkt. Mit 7 Stufen kann die Größe der DEVA eingestellt werden. Um den optimalen Kopfumfang zu ermitteln, nehme ich meinen als Beispiel. 53 cm ist mein Kopfumfang und damit fast schon zu klein. Ich würde raten, keinen kleineren Kopf mit den DEVA zu paaren. Die Verarbeitung ist sehr hochwertig und ich fand keine groben Fehler. Die verbauten magnetostatischen Treiber werden in ihrer Größe nicht benannt. Der Platz für die Ohren im Inneren der Polster ist gewaltig. 55 x 65 mm groß ist der Ausschnitt, 105 x 110 mm ist das Gesamtmaß der Ohrpolster. Bequemer haben meine Ohren noch nie einen Kopfhörer genossen. Doch die Größe ist irrelevant, wenn das Ergebnis des Sounds und Tragevergnügens nicht stimmig ist.

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Der kleine Bluetoothdongle besitzt nicht nur die Fähigkeit sich mit dem Gerät eurer Wahl zu verbinden, im Inneren befindet sich auch der Akku. Dieser verhilft den DEVAs zu einer ordentlichen Leistung. An den Kopfhörern ist eine kleine Nut eingelassen. Dort hält der Akku-Bluetooth-Dongle mit seiner mechanischen Nase fest. Der Dongle bewegt sich nur minimal in der Position. Besser als fest verankert. Bei einem unsanften Ablegen der Kopfhörer könnten steife Bauteile brechen, aber der Dongle kann sich um mehrere mm leicht bewegen.

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Das Pairing ist sehr einfach, zwei Sekunden den Powerbutton drücken, die Kopfhörer starten. Weitere 2 Sekunden drücken, die blaue LED blinkt, leuchtet die LED rot, ist der Akku leer. 5 Sekunden drücken und die Kopfhörer sind deaktiviert. Während die Kopfhörer zum Musikhören benutze, kann ich mit dem Powerbutton diese starten und pausieren. Ruft mich jemand an, reicht ein kurzes Betätigen des Buttons. Zum Auflegen halte ich den Knopf 2 Sekunden gedrückt.

Ein Vorteil ist, dass ich die Kopfhörer auch parallel beim Aufladen des Akkus mit dem USB-Kabel benutzen kann. Der Akku hielt je nach Lautstärke zwischen 8 und 9 Stunden. Die Qualität der Verbindung benötigt einen ordentlichen Codec. Die DEVAs bieten uns die Bluetooth-Codecs LDAC, aptX-HD, aptX, AAC und SBC. Dabei muss aber auch das verbundene Gerät diese Codecs unterstützen. Dies kann manchmal zu Problemen führen, aber z. B. Huawei versucht Lösungsansätze zu bieten. https://consumer.huawei.com/en/support/content/en-us00411022/


Sound und Tragekomfort im Alltag

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Ich habe die DEVA nun mehrere Tage benutzt und kann mit Begeisterung sagen, dass sie leicht und angenehm zu tragen sind. Das luftige und leichte Design der Polster, welche schräg geschnitten sind, um sich an den Kopf anzupassen, liegen weich an meinen Kopf an. Die Verbindung mit meinem Huawei Smartphone ist stabil und bleibt auch über mehrere Meter sehr stabil. Leider sind sie für meinen doch anscheinend kleineren Kopf schlecht beim Sport zu tragen. Da empfiehlt es sich, die TWS600 von HIFIMAN zu tragen. Da ich diese auch besitze und regelmäßig beim Fahrradfahren und beim Skaten benutze, kann ich zu 100% sagen, dass die DEVA sich wesentlich voller anhören.

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Nahezu perfekt ist der Sound für die Preisklasse von 250 - 350 Euro. Es fehlt etwas an Bass, doch für mich ausreichend. Die Mitten und Höhen sind präsent und klar. Vorher habe ich die HyperX Cloud II benutzt, welche aufgrund der geschlossenen Bauform einen stärkeren Bass erzeugten, aber auch die Bühne dumpfer erscheinen ließen.

Mit den DEVAs bin ich sehr zufrieden und würde sie weiterempfehlen, denn ich mag einen klaren Sound mit dezenterem Bass und feinen Nuancen in der Wiedergabe. Ich spreche hier in diesem Text von meinem Hörempfinden, beruflich habe ich als Akustiker viel mit Hören und Empfinden von Sound zu tun. Jeder Mensch hört unterschiedlich. Dies liegt nicht nur an der Hörschwelle, sondern auch am Empfinden und den Vorlieben von Höhen und Bässen. Ich empfehle immer, reinhören und selbst entscheiden. Aber meiner Meinung nach sind diese Kopfhörer von HIFIMAN sehr gut für klassischen und poppigen Sound.
Positiv

- Für große Köpfe besser geeignet
- kabellos
- DAC Wandler per USB ansteuerbar
- weiche Polster
- gute Rutschfestigkeit
- ausgewogener Klang der Mitten und Höhen
- exzellente Verarbeitung
- Sehr gute Lautstärke aufgrund der verwendeten Magnetodynamischen Treiber

Negativ
-Anpressdruck ist sehr gering

Falls ihr euch für die HIFIMAN DEVA interessiert, hier der direkte Link zu den Händlern.
Geizhals HIFIMAN DEVA
Herstellerlink
Hersteller HIFIMAN DEVA


[Beitrag von Akustikbär am 08. Okt 2020, 07:37 bearbeitet]
Hüb'
Moderator
#2 erstellt: 08. Okt 2020, 08:29
Hallo und danke für diesen ausführlichen Eindruck!

Hast du den Deva allein mit dem eher minderwertigen HyperX Cloud II verglichen oder hattest du auch "ernsthafte" Vergleichsmaßstäbe? Ich frage, weil das Dritten die Bewertung deiner Beurteilung sicher erleichtert.

Viele Grüße
Frank
Akustikbär
Neuling
#3 erstellt: 08. Okt 2020, 17:12
Huhu,

habe ebenso die Sennheiser Game One Gaming-Headset und das Plantronics RIG 800HD hier im Gebrauch. Ebenso hatte ich bei der Einführung das Ultrasone Performance 840 mit dem Sirius Adapter für Wireless in Verwendung. Welche einen ähnlich guten Sound hatten, aber für mich auch zu viel Bass. (Kann mich gut daran erinnern, wollte den Sound aber nun nicht aus dem Gedächnis gegensetzen, man verliert/verändert ja meistens Tagesabhängig die Hörleistung und Hirnleistung)

Grüße
PAfreak
Inventar
#4 erstellt: 28. Okt 2020, 01:10
So, nach langer Forenabstinenz verleitet mich die Deva Mal wieder zu einem Post und folgenden Ergänzungen zu dem sehr ausführlichem Post von @Akustikbär:

Zum Bluetoothmodul:
Eine mit Sicherheit zu erwähnende Besonderheit ist, dass das Modul Balanced an den Kopfhörer angeschlossen wird. Der Kopfhörer selbst besitzt zumindest bei mir auch keine zweiseitige Kabelführung, sondern eben einen 4 Pol 3,5mm auf der linken Seite.

Dazu hat das Modul geradezu absurd viel Power, fängt allerdings auch schon deutlich vor dem Ende der Lautstärkeregelung an ein wenig zu verzerren. Dann befindet man sich aber auch schon etwas über dem maximalen Pegel eines durchschnittlichen Smartphones. Außerdem würde ich dem Modul ein angenehmes aber leichtes Sounding mit etwas angehobenen Midbass und Höhen nachsagen.

Zum Kopfhörer:
Die Verarbeitung sieht auf den ersten Blick schick aus, aber so manches was glänzt ist leider nur Kunststoff. Für mich in dieser Preisklasse aber so völlig in Ordnung. Stylisch sind die Kopfhörer aber nicht, dafür sind die Muscheln einfach zu groß und das Bluetoothmodul wirkt zu sehr nach Fremdkörper. Es ist aber eh kein Kopfhörer für Bus und Bahn.

Zum Sound:
Der Kopfhörer selbst ist (wie alle mir bekannten Magnetostaten) vollkommen offen. Es gibt also absolut null Isolation von und nach außen. Die Deva besitzt eine ziemlich breite, gut gestaffelte aber wenig tiefe Bühne. In meinem Empfinden breiter, aber deutlich weniger tief als ein T1 2. Generation.

Das Sounding würde ich als hell mit leichter Oberbassbetonung beschreiben. Im Tiefbass fällt er deutlich ab, stellt ihn aber knochentrocken und sauber dar. Insgesamt wirkt die ganze Darstellung der Musik sehr durchhörbar, insbesondere die leicht hellen Mitten tragen hierzu ihren Teil bei. Nie wird in der Musik etwas verschluckt, auch laute und vielstimmige Gitarrenstücke präsentiert die Diva stets in absoluter Klarheit und ohne zu vermatschen für die Ohren.

Meine Verwendungszwecke für die Deva sind insbesondere alle Arten von Rockmusik aber auch gute Popmusik. Bei elektronischer Musik kann er mich durch den etwas zu stark abfallenden Tiefbass weniger überzeugen. Da fehlt dann etwas Bums.

Trotzdem hat die Diva in den 3 Monaten in meinem Besitz 95% der gesamten Spielzeit bekommen. T1, T90, Westone W4, UM 30 Pro, Sennheiser IE 800 und die immernoch wunderbaren Logitech UE900s sind nahezu arbeitslos. Die Deva macht einfach wenig falsch und nervt nie. Das kann der UE900s zwar auch, er klingt aber nicht so spektakulär (insbesondere nicht so schön aggressiv bei Gitarrensounds).

Alles in allem für mich ein brutal guter Kopfhörer für den Preis. Das Sounding ist sehr gelungen, die technischen Fähigkeiten leisten sich keine Blöße und das Bluetoothmodul ist mehr als nur eine willkommene Beigabe, sondern vereinfacht die Nutzung ungemein.

Gruß,

Flo


[Beitrag von PAfreak am 28. Okt 2020, 01:16 bearbeitet]
Ghoster52
Inventar
#5 erstellt: 28. Okt 2020, 11:43
Ich "basche" ja ungern ein Hörer, wenn ich den nicht kenne, aber

- das "Pampers- oder Würstchen-braun" geht gar nicht
- BT Modul wirkt wie ein Fremdkörper (wurde schon genannt)
- bei 93db Wirkungsgrad ist das BT Modul zu (viel) schwach
- Perforations-Fehler (Absätze) sieht man bei silber noch besser,
hatte ich schon der HE-400....

Sorry Hifiman, aber da greife ich dann doch lieber zum Beyer...
PAfreak
Inventar
#6 erstellt: 29. Okt 2020, 00:27
Die Optik ist tatsächlich bescheiden, aber das Bluetoothmodul ist ein Monster. Hifiman gibt 2 Leistungsangaben an. Einmal 1125mW (in theory, was auch immer das bedeuten soll) und 230mW (in fact). Ich jedenfalls habe kein Bedürfnis den Kopfhörer lieber per mitgelieferten Klinkenkabel an meine Beyerdynamic Headzone zu stecken. Der kleine Amp macht das sehr zuverän, trotz des bescheidenen Wirkungsgrades des Kopfhörers.

Gruß,

Flo
ZeeeM
Inventar
#7 erstellt: 29. Okt 2020, 09:00
Hier ein paar Messungen.
https://www.soundsta...catid=263&Itemid=203

Klirrarm, resonanzarmer Bass.
Wenn man aber BT nicht brauch, kann man doch auch gleich den Sundara nehmen, oder?
Hat jemand die beiden mal im direkten Vergleich gehört?
Ghoster52
Inventar
#8 erstellt: 29. Okt 2020, 13:38
Den Deva gibt es übern Teich auch ohne BT.
Die Messung erinnert zu sehr an HE-400i, der war nur 2 Wochen hier.
Der HE-5LE macht meiner Meinung nach eine bessere Figur.
Express77
Neuling
#9 erstellt: 20. Jan 2021, 13:54
Habe vor paar Tagen HE5XX zu 100% Deva von Drop gekriegt und Klang kommt überhaupt nicht an Sennheiser HD650 ran ,Überhaupt kein Körper im Klang,Stimmen sind soooo dünn ob Männlich oder Weiblich,Hard Rock Volksmetall kommt nicht in frage,Elektro oder Rap geht noch ! und Qualität lässt was besseres wünschen ,Rechte Seite am nächstem Tag Wackelkontakt ist doch Scheiße ,und seit paar Tagen antwortet keiner von Drop also Qualität und Service ist Mist.
skm001
Ist häufiger hier
#10 erstellt: 15. Feb 2021, 12:41
Hat jemand einen Vergleich zum Fidelio X2? Lohnt sich hier ein Upgrade auf den Deva?
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