HiFiMAN HE-560 Test / Erfahrungsberichte

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HiFi-Forum
Stammgast
#1 erstellt: 06. Aug 2014, 08:28
HiFiMAN HE-560



In diesem Thread werden ab heute in Folge 10 Erfahrungsberichte aus einer HiFiMAN-Testaktion zum HiFiMAN HE-560 veröffentlicht.

Übersicht der Reviews:

Hirnwindungslauscher
frix
robodoc
elektrosteve
Harald.Ernstberger
infinity650
marathon2
sicknote
kopflastig


[Beitrag von #Friederike# am 13. Okt 2014, 07:56 bearbeitet]
Hirnwindungslauscher
Hat sich gelöscht
#2 erstellt: 21. Aug 2014, 10:54
Da ich der erste im Bunde war, der den HE-560 testen durfte, fange ich auch mal gleich an.

Hinzufügen möchte ich im Vorfeld, dass ich nicht wirklich weiss, was ich schreiben soll.
Gründe dafür:

Je mehr KH ich hatte, desto schwerer wurde es mir, sinnvolle Klangbeschreibungen abzuliefern. Irgendwie war ich von der anfänglichen Suche nach möglichst neutralen und echten Klang, immer mehr davon abgekommen, was denn nun überhaupt neutral und echt ist. Wenn man viele KH auf dem Kopf hatte, verbessert sich irgendwann die Fähigkeit, sich schnell auf ein Klangbild "einzuhören". Weiterhin klingt jeder KH nur für ein kleines bisschen an Musik wirklich ideal, da jeder Produzent sein eigenes Süppchen kocht. Was auf KH x anhörbar ist, ist auf KH y unerträglich. Wie soll man dann dort nun von "gut" oder "schlecht" schreiben können?
Mehr Erfahrung bedeutet nicht unbedingt zielgerichteter vorgehen zu können, sondern kann das Gehör auch einfach nur schlecht geeicht da stehen lassen.

Ein anderer Grund war, dass ich mir Zeitgleich In-Ear Mikrofone gekauft habe, die mich sehr viel in anderem Licht sehen/hören ließen. Zum Teil wollte ich damit binaurale Aufnahmen für mich selbst erstellen, zum anderen meiner HRTF auf die Spur kommen und natürlich auch ein paar Mod-Projekte im KH- und Lautsprecherbereich angehen.
Die Erkenntnisse, die ich bislang daraus gezogen habe, haben dafür gesorgt, dass ich sehr sorgenfrei mit einem komplett umgebauten Fostex T50RP höre, der auf mich abgestimmt ist. Der zweite KH, der hier geblieben ist, ist der HD650. Damals nach HD558, HD598 der erste richtig gute KH für mich gewesen, merke ich, dass der auch einfach mein persönliches Ideal ist.
Ergo gibt es für mich kein Verlangen nach überteuertem Quatsch mehr, da die qualitative Beurteilung eines KHs gänzlich anders ausfallen würde, wenn die Hersteller sich von gewinnmaximierenden Prinzipien verabschieden würden und einfach mal eine Einmessung auf das individuelle Gehör anbieten würden. Teurer ist nicht gleich besser.

Wei man sieht, war ich vielen KH-Hypes recht kritisch gegenüberstehend, da jeder DEN EINEN besten KH anbieten will, aber eigentlich keiner für jeden passen kann, da die Anatomie eines jeden Menschen dieses schon im Ansatz verhindert.

Nun kommen wir also zum HE-560:

Optik/Präsentation:
Fotos gibt es von mir keine, da diese qualitativ dank schlechtem Foto-Equipment auch keine wirklichen Eye-Catcher wären. Dafür diene ich mit anderen interessanten Dingen.

Der HE-560 wird in einer Holzschachtel geliefert, die definitiv sehr schmuck aussieht. Das Gefühl, ein wertiges Produkt vor sich zu haben, ist von Anfang an da. Innen sind passgenaue Aussparungen in denen der KH residiert.
Optisch ist auch der KH selbst schöner, als auf den bisher gesehenen Fotos. Was die Verarbeitung betrifft, kann man schon sagen, dass es ein Fortschritt gegenüber alten Hifiman ist.

Über den Einsatz von Furnier kann man streiten. Ich fand es optisch sehr gelungen und es waren keinen Macken zu erkennen. Das Makassar-Furnier erinnert sehr an das Zebrano eines LCD3, nur ist es wesentlich dunkler. Kein Zufall, würde ich behaupten. Die Polster sind ein Pleather/Velour-Verbund. Innen Velour, aussen Pleather. Eine sehr sinnvolle Sache, eigentlich, da das Velour schon für eine gewisse Dämpfung sorgt, statt einen reflektierenden Trichter zu bilden.

Wie gesagt, eigentlich.

Die Höheneinstellung ist recht schwergängig, bleibt aber nach Einstellung auf der gewählten Größe bestehen. Der KH ist leichter als die meisten alten Hifiman. Jedoch war mein HE-5LE, den ich zu der Zeit noch hatte, kaum schwerer oder unkomfortabler.
Anpressdruck war höher als beim HE-5LE, dafür schmiegte sich der Hörer wirklich sehr bequem an den Kopf an. Was den Komfort betrifft, sind die Polster definitiv gut.

Klang:

Hier scheiden sich nun die Geister.

Ich könnte es nun kurz und knapp halten und sagen:
"Wer schon einen Hifiman hat, braucht keinen HE-560. Vielen Dank für´s lesen"

Kurze Zusammenfassung:
Der HE-560 klingt einerseits minimal "dicker" als der HE-5LE. Andererseits stört ein fieser Peak beim HE-560 sämtlichen Musikgenuss. Der Hochtonbereich wirkt meiner Meinung nach etwas gedämpfter, aber auch realistischer beim HE-560. Der Bass-Impact des HE-560 ist etwas höher.
Mitten sind beim HE-560 sehr gut.

Mehr kann ich eigentlich nicht sagen. Nur: Die Focus-Pads des HE-560 sind klanglich nach den alten Pleather einfach nur schlecht!
Ich verstehe beim besten Willen nicht, warum Hifiman nicht die Pre-Production-Pads verwendet hat. Die neuen Focus-Pads erzeugen einen sehr starken Peak um 4kHz herrum, der einfach jeglicher Musik eine Detailwiedergabe andichten möchte(!), dabei aber nur kreischend klingt.
Ganz ehrlich:
Ich habe den HE-560 nicht länger als 20 Minuten in der Konfiguration mit den Focus-Pads hören können! Ehrlich gesagt war ich entsetzt, wie schlecht das klang.
Da ich jedoch diverse andere Hifiman-Polster da hatte, habe ich direkt mal die ganz alten Velours (ohne Ring) aufgezogen. Siehe da: Ein auf einmal sehr schön klingender, ausgewogener KH, der eigentlich keine Schwäche mehr hat. Er hat mich auf einmal an einen leicht wärmer klingenden HE-5LE erinnert.

Es gibt noch einen KH, wo sich die Geister scheiden: Der HD800. Er hat eine Betonung um 6kHz, die auch bei ihm die Details verstärkt. Mir kam es direkt so vor, als wenn Hifiman ebenfalls eine Betonung einbauen wollte, um einen besonderen Deteilreichtum erzeugen zu können.
Der Unterschied ist: Den HD800 halte ich für den besten KH, den ich auf den Ohren hatte und er gefällt mir so wie er ist. Der HE-560 ist für mich mit den Focus-Pads aber milde ausgedrückt eine Fehlkonstruktion.

Wer einen guten Hifiman (HE-4, HE-5LE, HE-500, HE-6) hat, braucht keinen HE-560. Ausser derjenige packt die alten Velours auf den HE-560. Damit haben wir dann nämlich wieder einen guten Hifiman.

Ganz ehrlich: Hifiman hat für mich bislang ein paar der absolut besten KH herrausgebracht. Der HE-5LE kratzt zu einem wesentlich geringeren Preis ganz stark am HD800-Thron. Den HE-6 hätte ich als Referenz behalten, wenn ich keinen HD800 gehabt hätte. Der HE-500 ist für mich der Maßstab, was sucht-erzeugender Mittelton ist. Ein HE-4 ist für gewichtsgeplagte der beste und günstigste Einstieg in die "High-End"-Riege.

Nun kommt auf einmal ein HE-560 mit diesen klanglich schlechten Polstern... *kopfschüttel*

Dazu kommt noch: Komfortabel sind die Pads. Aber, nicht soviel komfortabler als ein HE-5LE, der nun auch kein extremes Schwergewicht ist.

Weiterhin fühlte ich mich nach ein paar Messungen fast verarscht. Warum?

Hier das Impulsverhalten des HE-560 (mit Focus-Pads)

impulse he560
Hier der HE-5LE (auch mit Focus-Pads)

impulse he-5le

Klone?

he-560
Grün ist die linke Seite mit den Original-Focuspads.
Blau mit den alten Velours.
Ocker -> HE-5LE mit Focuspads

Der HE-5LE ist nahezu identisch mit dem HE-560, wie man sehen kann.

he-560 pads
HE-560 - Eingepegelt bei 1kHz - 1/24 Oktave gefiltert
Focuspads, alte Velours, alte Pleather

grün - Focuspads
türkis - alte Velours
lila - alte Pleather

Und nun der HE-5LE:

he-5le-pads
HE-5LE - Eingepegelt bei 1kHz - 1/24 Oktave gefiltert
Focuspads, alte Velours, alte Pleather

ocker - Focuspads
blau - alte Velours
rot - alte Pleather

Direktvergleich alte Velours HE-5LE / HE-560

he-560he-5le
lila - HE-560
rot - HE-5LE

Achja: Der Wirkungsgrad. Der HE-560 soll ja eigentlich einen sehr hohen Wirkungsgrad haben. Leider ist der in Realität fast unterhalb des HE-5LE (der nun mit, laut Datenblatt, 87,5dB nicht der effizienteste ist).

Soviel dazu.
Klingt vernichtend für den HE-560, allerdings ist er wirklich ein sehr guter Hörer. Allerdings ist er nicht besser als die alten Hifiman. Mit den alten Velours ausgestattet gefällt mir seine tonale Abstimmung besser, als die des HE-5LE. Mit Focus-Pads klingt aber auch ein HE-5LE schlecht.

Weiterhin konnte ich auf Basis der Messwerte per EQ den HE-560 am HE-5LE "simulieren". Das ging derart überzeugend, dass ich in einem Blindtest, den ich mit Hilfe meiner Freundin unternommen habe, keinen Hauch von Unterschied mehr feststellen konnte.

Mein Fazit:

Ein schöner, eigentlich richtig guter Kopfhörer. Leider mit mieserablen Polstern, die sämtliche gute Eigenschaften im Keim ersticken lassen. Entweder, man nutzt einen Equalizer, um den Peak um 3,5kHz wegzufiltern, oder besorgt sich die alten Velour-Pads. Wie es mit den späteren Velours (mit dem Ring) aussieht, konnte ich leider nicht messen.

Wer wissen will, wie der HE-560 klingt, aber einen HE-5LE besitzt, kann mit dem Room EQ Wizard ohne Probleme per automatischer Entzerrung zu 99,9% an das klangliche Ergebnis kommen.

Für mich ist der He-560 somit keine Kaufempfehlung. Für sich genommen ist das sehr guter KH, allerdings hat Hifiman sich die Messlatte selbst zu hoch gelegt, als dass ich den nun mit diesen Polstern empfehlen könnte.

Was haben wir im Endeffekt dann mit dem HE-560?
Einen minimal (ehrlich, das macht wirklich nicht soviel aus, wie es viele anpreisen) komfortableren KH, der keinen besseren Wirkungsgrad hat, dabei aber (NUR mit den Velours) ein für meinen geschmack bessere tonale Abstimmung hat.

Somit, wer EQ, Messungen, Polsterklang etc. für Quatsch hält, kann sich den HE-560 kaufen und dementsprechend sich in Zukunft in Foren beraten lassen, wie mit einem anderen Verstärker, oder DAC der Peak entschärft werden kann. Wer rational denkt, kauft sofort die Velours mit, oder nutzt einen EQ.
Sinnvoller ist es für mich aber, sich günstig einen gebrauchten HE-5LE, oder HE-500 zu kaufen. Da hat man genauso viel und spart Geld.

Vielen Dank an Sieveking für diese Aktion. Ebenso vielen Dank an BurtonCHell für die Organisation. Sowas kann man auf beiden Seiten nicht genug loben.


[Beitrag von Hirnwindungslauscher am 21. Aug 2014, 10:57 bearbeitet]
frix
Inventar
#3 erstellt: 03. Sep 2014, 19:12
Verarbeitung/Aussehen
Beim ersten Auspacken aus der stabilen und nett anzusehenden Holzkiste macht er einen ordentlichen Eindruck.
Ich hab beim Testmodell keine Makel bei der Verarbeitung entdeckt. Jedoch finde ich ihn von der Materialanmutung her nicht besonders hochwertig bzw. nicht seinem Preis entsprechend. Viel Plastik, nur ein dünnes Holzfunier, Pleather/Velour Ohrpolster und das recht billig wirkende Kopfband.
Die Kabelanschlüsse sind etwas fummelig. Das gewebeumantelte Kabel macht hingegen einen guten Eindruck und hat einen 6,3mm Neutrik Stecker. Für einen Hifi "Zuhause" Hörer finde ich es aber ungewöhnlich kurz. Gerade einmal 2m lang. Für manche Anwendungsfälle ist mir das zu kurz.

Komfort
Die Größenverstellung am Kopfband ist nun gerastert und ein Fortschritt zum System der Vorgängermodelle. Für meinen recht großen Kopf gibt es genug Einstellungsmöglichkeiten und schon beim ersten Aufsetzen ist der Komfort sehr gut. Aus dem Gedächtnis heraus eine deutliche Verbesserung zu den Vorgängern. Das reduzierte Gewicht trägt seinen Teil dazu bei und geht nun voll in Ordnung und war zu keiner Zeit störend. Auch der Innendurchmesser und die tiefe der Ohrpolster war für meine Durschnittsohren passend. Klar, es fühlt sich nicht so luftig an wie beim HD800, wo meine Ohren gar nichts berühren, aber er bleibt ebenfalls auch für längere Zeit bequem. Bei warmen Temperaturen können die Velour/Pleather Polster aber etwas schwitzig werden.
Der Velourteil der Polster wirkt vom Material her hochwertiger als die Verlours der Vorgängergeneration. Das Pleather ist ok, richtiges Leder wäre schöner gewesen.

Klang
Für mein empfinden handelt es sich um einen recht neutralen bis hellen Kopfhörer.Der Bass ist neutral ohne erkennbare Betonung. Qualitativ wirklich erstklassig: Schnell, präzise und tiefreichend.
Ich hätte mir nur etwas mehr Punch versprochen, ähnlich wie es beim HE-400 war. Wobei hier die zurückgesetzten oberen Mitten und damit weniger neutrale Abstimmung des HE-400 seinen Bass betonter erscheinen lassen.
Beim beschreiben der Mitten tu ich mich immer etwas schwer. Klangen für mich weitgehend unauffällig und realistisch. Die Stimmwiedergabe gefiel mir meist auch gut. Manchmal etwas zu trocken und vordegründing. Was vermutlich an dem von Hirnwindungslauscher erwähnten und gemessenen Peak bei 3khz liegt. Testhalber habe ich diesen großzügig mit einem parametrischen EQ um 6dB zurückgenommen. Es hat für mein Empfinden jedoch weniger ausgemacht als gedacht, den Stimmen aber etwas das trockene genommen.
Den Hochton finde ich gut gelungen. Weder zuviel, noch zu wenig und recht detailiert. Das gesammte Klangbild wirkt sehr gut aufgelöst.
Von der Räumlichkeit empfinde ich den HE-560 als gut und er bietet auch eine ordentliche Seperation.

Vergleich Klang HD800
Erst im direkten Vergleich mit dem HD800 konnte ich gewisse Unterschiede, Stärken und Schwächen beider Hörer erkennen. Es handelt sich also nicht um Welten und beide Hörer spielen auf sehr hohem Niveau.
Von der Tonalität ähneln sie sich mehr als sie verschieden sind. Der HD800 kommt durch seinen stärker angehobenen Hochton etwas analytischer rüber.
Für sich alleine genommen hat der HE-560 schon einen fein aufgelösten Hochton. Der HD800 legt aber in diesem Bereich doch nochmal mehr Details frei.
In Sachen Bass bietet der HE560 etwas mehr Punch. Er klingt ein wenig druckvoller und näher am Ohr.
Beim HD800 hat man eher den Eindruck der Bass kommt aus dem nichts und ist dabei nicht so "ortbar".
In seinen Paradedisziplinen Räumlichkeit und Separation lässt sich der HD800 nicht die Butter vom Brot nehmen. Er wirkt hier einfach größer und zeichnet ein präziseres akustisches Bild. Der HE-560 ist nicht so auslanded und näher am Zuhörer dran.
Diesen Bereich würde ich als den größten Unterschied zwischen den beiden Hörern bezeichnen. Was einem da jedoch besser gefällt ist sicher Geschmacksache.
Das etwas intimere hat mir beim HE-560 bei manchen Musiktiteln ebenfalls sehr gut gefallen.

Fazit
Der HE-560 ist ein rundum sehr guter Hörer mit einem stolzen Preis. Klanglich top, jedoch fehlt mir bei diesem Preis ein wenig das Luxusgefühl wenn ich den Hörer in der Hand halte.
Oppo hat mit dem PM-1 (den ich auf einer Messe mal in der Hand und auf dem Kopf hatte) gezeigt wie edel und wertig ein Hörer in dieser Preisklasse sein kann. Da gibt es für Hifiman auf jeden fall noch Luft nach oben.

Vielen Dank Sieveking, dass sie die Testaktion möglich gemacht haben und an BurtonCHell fürs organisieren.
robodoc
Inventar
#4 erstellt: 04. Sep 2014, 15:17
Mein Review habe ich so runtergeschrieben, keine Fotos, keine Bildchen, keine Gliederung. Ich denke, dass das dem Thema aus meiner Sicht so am ehesten gerecht wird, meine Eindrücke waren auch während des Tests unsortiert und spontan. Genau so liest sich das folgende. Viel Spaß!


Ich habe mich auf die Testwoche gefreut und ich habe mich auf die Testwoche vorbereitet.

Ich bin seit langer Zeit immer wieder an den Hifiman Kopfhörern interessiert gewesen und hatte auch schon verschiedene hier. Momentan besitze ich den (seltenen) HE-5LE und den (noch selteneren) HE-4. Den HE5-LE habe ich mir extra zum Vergleich auf dem Gebrauchtmarkt besorgt, ich kannte ihn aber schon. Den HE-4 besitze ich schon länger, vielleicht sollte ich besser sagen, ich besaß ihn länger. Er ist nämlich weg. Eine Folge der Testwoche, aber dazu später mehr.

Ich höre vorzugsweise mit Beyerdynamic Velours, auf beiden, HE-4 und HE-5LE.

Übrigens hatte ich Gelegenheit, bei einem lokalen Händler vor einigen Wochen die Modelle HE-400 und HE-500 anzuhören. Ich war auch deswegen interessiert, weil diese Hörer, wohl auf Grund der Markteinführung der neuen Modelle, preislich reduziert angeboten wurden. Allerdings konnte mich keiner der genannten Hörer überzeugen und ich bin ohne neuen Hörer dort weggefahren. Lediglich der ebenfalls getestete HE-6 hat mir gefallen, nicht aber sein Preis. Meine Hoffnung war nun, dass der neue HE-560 ein wenig von dem HE-6 Feeling bringt. Dazu später mehr.

Ich gehöre also zu denjenigen Gestalten hier, die die alten Hifimänner HE-4 und HE-5LE bislang bevorzugten und sich standhaft einer Erneuerung ihres Hifiman Portfolios in Richtung HE-400 und HE-500 widersetzen konnten, trotz Preisreduktion. Was ist an den alten so gut? Was machten die direkten Nachfolger schlechter? Wird Hifiman mit dem 560er wieder eine Schippe drauflegen? Fragen über Fragen ...

Als der HE-560 bei mir ankam, war der erste Eindruck: Nun ja, der sieht ja gar nicht aus wie ein Hifimanhörer. Diese Mechanik ... komisch, aber okay. Aufgesetzt. Das Ding ist bequem. Die Rasterung ist gut. Rasterung? War ja bisher Fehlanzeige und die Einstellung verschob sich von Mal zu Mal. Das ist erledigt. Gut!

Dann die Optik. Mann, das Ding ist furniert. Nutzt aber nix, sieht trotzdem aus wie Plastik. Hochwertig zwar, aber Echtholz wäre eine andere Liga. So bleibt das Plastikfeeling, das ich ja schon vom HE-4 kenne. Ist eigentlich nicht wichtig ... aber wer in aller Welt kommt auf die Idee, Furnier auf Kunststoff zu kleben. Bei einem 900 Euro Produkt. Bei wenigen Quadratzentimetern. Macht keinen Sinn. Aber ist ebenfalls nicht wichtig.

Interessant ist auch das Polster. Eine Mischung aus Pleather und Velours. Wozu soll das gut sein? Erinnert an die legendären Jerg-Pads, die aber unterm Strich auch nix besser machten.

Also mal anhören ...

Ich war ja ein paar Tage in Vorfreude und hatte mich mit meinem HE-5LE auf die Ankunft des 560ers vorbereitet. Von daher war ich die Signatur des HE-5LE gewohnt und erwartete ... was eigentlich? Was besseres? Ja.
Wie besser? Na ja, schwer zu sagen, irgendwas in Richtung HE-6 vielleicht, etwas klarer noch als der HE-5LE. Etwas detaillierter, etwas weniger seidige Mitten, etwas was? Keine Ahnung. Verdammt, der soll einfach besser spielen. Wird er wohl, er kostet schließlich auch mehr.

Und?

Und?

Langes Gesicht!

Er spielt anders. Hifiman untypisch. Etwas dunkler. Ganz anders als der HE-6 jedenfalls. Schade.

Nun bin ich ja nicht blöd und hab mich vorher schlau gemacht. Andere Reviews gelesen. Bin dabei auch zu der Sache mit den Polstern gekommen. Dass gesagt wurde, die Polster seien ein Problem, war mir nicht entgangen. Also habe ich die Polster getauscht. Und zwar gegen die originalen Hifiman Velours. Dann waren die auf beiden Hörern.

Und?

Und?

Stirnfalten!

Das Ding klingt jetzt wie mein HE-5LE. Kein Unterschied, erst mal.
Wenn man ganz ganz ganz genau hinhört, sind die Höhen beim HE-5LE ein klein wenig exponierter. Aber das ist minimal. Also ganz leichte Abweichungen zwischen den beiden, die ich aber kaum verbalisieren kann. Auch bezweifle ich, dass man die aus der Kurzzeit-Erinnerung auseinander halten könnte. Fällt wirklich nur im direkten Vergleich auf, bei sofortigem Wechsel.
Im Prinzip ist das gut. Denn der HE-5LE ist gut. Aber das hatte ich doch so nicht erwartet. Natürlich habe ich das ein paar Mal quer gecheckt. HE-5LE ist ja da. Aber keine Änderung. Beide sind super ähnlich, beide sind damit sehr Hifiman typisch.

Es muss also an den Polstern liegen.

Zieht man die neuen Polster, die vom HE-560 dann auf den HE-5LE, dann klingt der sofort dunkler und im Prinzip genau wie der 560er im Lieferzustand. Es liegt an den Polstern.

Nun sind die neuen Polster, wahrscheinlich wegen eben diesem Effekt, bei Vorreviews schon kritisiert worden. Oben findet man ja auch verschiedene Messungen, die den Effekt visualisieren. Messen kann ich nicht, aber den Effekt habe ich auch.

Meine Meinung zu den neuen Polstern?

Ich finde die nicht schlecht. Tatsächlich. Sie verfärben das Klangbild etwas, wie oben besprochen, ins Dunkle. Sehr relaxed. Finde ich wirklich nicht übel. Allerdings klingt der HE-560 damit nicht wirklich wie ich Hifiman kenne. Gewöhnungsbedürftig.

Es kann gut sein, dass ich mir diese Polster für meinen HE-5LE kommen lasse, einfach um ein bisschen zu spielen mit der Klangvariation. Ich kann allerdings verstehen, wenn Hifi-Puristen diese Verfärbungen kritisieren, auch wenn ich selbst hier keine Kritik äußere, sondern nur darauf hinweise:

DAS NEUE SIND DIE POLSTER.

Wer einen Hifiman besitzt und das Gefühl hat, etwas ausprobieren zu müssen, sollte zunächst die neuen Polster probieren. Passt das nicht, dann passt auch der HE-560 nicht. Jedenfalls nicht im Auslieferzustand.

Zum Schluß:
Ich habe im Zuge der Testwoche einem weiteren Forumianer die Möglichkeit geboten, die Hörer HE-4, HE-5LE und HE-560 bei mir anzuhören. Dieser Kollege hat mir im Anschluß den HE-4 begeistert abgekauft. So viel Hifiman für so wenig Geld gibt es nicht mehr. Mein Hifiman ist (und bleibt) der HE-5LE, der ältere Bruder des HE-560, der zwar anders aussieht, dessen innere Werte aber fast identisch sind.

Den HE-560 kann ich dennoch vorbehaltlos empfehlen, denn meine Hörer gibt es nur noch im Gebrauchtmarkt. Allerdings sollte man sich ein Pärchen Velourspolster dazu verhandeln.

Einen großen Dank an die Organisation und an die Sievekings!! Tolle Sache.
elektrosteve
Inventar
#5 erstellt: 07. Sep 2014, 12:04
Da ich das Glück hatte doch noch in die Teilnehmerliste gekommen zu sein, kommt nun ein Bericht von mir.

Vergleichen konnte ich ihn mit Hifiman HE400, Sennheiser HD600 und Phonak Audéo PFE232. Betrieben an einem JDS Labs C5D oder Corda Jazz.

Fangen wir an bei der Verpackung. Geliefert wird der HE560 in einer Holzbox mit dem neuen Hifimanlogo drauf. Die Box mutet recht edel an, hat jedoch teilweise spitze Kanten. Innen wird der Kopfhörer, sowie dessen Kabel, zweistöckig sehr gut verstaut. Der Schaumstoff ist passend ausgeschnitten. Da kann die Pappe/Plastik Box des HE400 nicht mithalten. Ich persönlich finde es aber zweitrangig, hauptsache der Kopfhörer kommt sicher an.

Hat man ihn aus seiner Verpackung geholt, fällt einem sofort das geringere Gewicht auf. Der HE560 ist ordentlich verarbeitet, besteht allerdings hauptsächlich aus Kunststoff, dass hat jedoch ein Gewichtsvorteil. Das neue Logo ist Geschmackssache. Der Bügel ist aus dünnem Blech gebogen, was nicht gerade nach Premiumqualität aussieht. Die Rasterung fällt relativ weit aus, funktioniert aber gut und bleibt in Position. Die seitlichen Lochgitter lassen sich bewegen, was beim HE400 nicht der Fall ist.
Das nun kürzere und ummantelte Kabel mit Neutrinik Stecker fühlt sich gut an, ist aber einwenig widerspenstig. Die neuen Focuspads fühlen sich angenehm weich an, riechen aber leider einwenig nach "Lösungsmitteln", was sich hoffentlich irgendwann verflüchtigt.
Insgesamt geht die Verarbeitung in Ordnung, jedoch nicht für die verlangten 899€, dass muss aber jeder selbst entscheiden.

Die Drehmechanismen fühlen sich solide an, lassen sich leicht drehen und und haben einen gut kalkulierten Grenzbereich. Der Kopfhörer ist leicht zu handhaben, er lässt sich leicht und schnell auf den Kopf aufsetzten. Wo wir beim nächsten Punkt sind, Komfort. Der wurde nämlich deutlich verbessert. Erstens durch das geringere Gewicht gegenüber den alten Hifiman Modellen, zweitens durch das größere Kopfband und drittens durch die anschmiegsamen Polster, die nun angewinkelt sind. Jedoch bieten sie weniger Ohrfreiheit als die harten Velourpolster, sodass die Ohrspitzen das Innere berühren.
Möchte man die Pads tauschen ist das ein Geduldsakt. Hat man es jedoch geschafft, bemerkt man einen helleren Klang der Velourpolster. Die neuen Focuspads schlucken etwas an Hochton. So kann man ein wenig mit dem Klang spielen durch das tauschen der verschiedenen Ohrpolster.

Vergliechen mit dem HE400 hat der HE560 einen schlechteren Wirkungsgrad der meinen C5D ans Limit bringt. Die Lautstärke reicht allerdings noch aus. Ein Corda Jazz zB hat da mehr Leistungsreserven. Er spielt auch etwas weiträumiger, wobei ich die intime Spielweise des C5D auch schätze.
Wo wir auch schon beim Klang sind. Der HE560 gehört eher zur Sorte "unaufgeregt". Insgesamt recht neutral, mit einem tollen Bassfundament. Er baut einen super Druck auf und geht sehr tief runter. Klingt sehr nach einem geschlossen System obwohl der HE560 genau wie alle anderen Hifimäner offen ist wie es nur geht. Der HE400 ist hörbar heller und kann beim Bass nicht mithalten. Jedoch gefallen mir dessen Höhen besser. Er klingt einfach klarer und offener, die Höhen wirken noch plastischer. Auflösungvorteile kann ich keine ausmachen.
Ich bin kein Neutralhörer, sodass ich versucht habe den HE560 mit einem EQ zu bearbeiten. Weniger untere, dafür mehr obere Höhen. Weniger Ober-, dafür mehr Tiefbass und schon klingt er für mich verdaulicher. Die EQ Einstellung meiner Nubert A10, die sehr neutral abgestimmt sind, passt wunderbar zum HE560.
Die Räumlichkeit wirkt bei ihm einwenig weiter als beim HE400, der einbischen enger aufspielt. Bei guten Aufnahmen wirken manche Geräusche als kämen sie auf dem Off, was immer wieder beeindruckend wirkt.
Typisch Magnetostat kann auch der HE560 viele verschiedene Schallquellen gleichzeitig darstellen ohne sich zu überschneiden.
Der HD600 hat hier komplett das Nachsehen, schlägt sich dennoch besser als gedacht. Obwohl in jeder Disziplin unterlegen, ist er nicht weit weg von den Qualitäten der Hifimäner entfernt. Er ist dem HE560 sogar überraschend ähnlich abgestimmt.
Noch zwei Sätze zum PFE232, mit EQ ist und bleibt er unerreicht, ob ihr es glaubt oder nicht. Mit meinern EQ Einstellung klingt er einfach null nach Ohrhörer, was ich bei bisher fast keiner Schallquelle erlebt habe.

Fazit: Der HE560 ist ein guter Kopfhörer, mit tollem Komfort und unaufgeregten Klang, akzeptabler Verarbeitung und einem recht hohen Preis. Probehören empfehlenswert.

Und hier noch ein Bericht von Huo.

elektrosteve war so nett und hat mir den HE-560 aus der Review-Aktion vorbeigebracht. Ich hatte die Chance den Kopfhörer zuhause in ruhiger Umgebung an meinem eigenen Equipment zu testen. Dennoch reichen wenige Stunden oft nicht aus um kleine Charakteristika zu entdecken, die nachher das endgültige Für und Wider entscheiden. In diesem Falle hat die Zeit nicht gereicht um mich zu überzeugen.

Das größte Manko des HE-560 ist für mich die Haptik und Verarbeitungsqualität. In diesem Falle bin ich ziemlich empfindlich. Allerdings sind Kopfhörer und Musikgenuss für mich ein Hobby, und neben der Musik begeistere ich mich gerne am Equipment. Ich erwarte, dass sich der Produktdesigner ein Gesamtkonzept überlegt hat, das sich dem Kunden erschließt. Dies ist was einem Produkt eine Seele gibt. Kleine Details machen dann den großen Unterschied.

Das Gewicht ist tatsächlich gering - besonders im Vergleich mit den Vorgängern. Allerdings ist die Erwartungshaltung eine andere, wenn man das klobige Design in der Hand hält. Hifiman macht nach wie vor die größten Mickey Mouse Ohren. Der neue Bügel, der ungewohnt absteht, ist aus einem Metall. Der Rest ist Plastik. Das Logo scheint aufgedruckt zu sein und man könnte es vermutlich mit dem Fingernagel entfernen (ich habe es jedoch nicht versucht). Das breite Kopfband unter dem Bügel fällt nicht unangenehm auf, zerstört jedoch mit ziemlicher Sicherheit jede Frisur, die nur ansatzweise auf Haarwachs, Haargel oder dem Gebrauch eines Föhns aufbaut. Warum Kopfband und -bügel so groß sein müssen, wenn Hifiman versucht das reduzierte Gewicht zu betonen, verstehe ich nicht.
Die Ohrpolster finde ich bequem und gelungen. Der Austausch ist etwas fummelig und bei häufiger Abnahme könnten sich die Plastikhalter verbiegen und den Halt ausleiern. Wer jedoch nur alle zwei Jahre reinigen möchte, wird damit keine Schwierigkeiten haben.
Das Kabel ist mit einem Stoff ummantelt, stabil und geringfügig steif. Für den Heimgebrauch völlig ausreichend. Weniger gut gefallen mir die Kabelstecker, die mit dem Gewinde schwer zu erreichen sind und offensichtlich nur gewählt wurden um sich von der Konkurrenz zu unterscheiden.
Der Plastikring um das äußere Gitter der Muschel knarzt beim Review-Unit und sitzt nicht ganz fest.

Am wenigsten gefällt mir jedoch die Holz-Optik. Der Kopfhörer hat wenig mit Holz zu tun. Weder aufwändige Verarbeitung, keine Handarbeit, keine besonders hochwertigen Materialien... Ich bevorzuge eine nüchterne Präsentation, wenn jedoch so dick aufgetragen wird, muss man auch abliefern können. Jeden Vergleich mit Sennheiser, AKG, Beyerdynamic oder Ultrasone würde der Hifiman auch bei großer Preistoleranz verlieren.

Dafür gefällt mir der Sound recht gut. Am Corda Jazz fällt kein Peak negativ auf, insgesamt ist er recht neutral, wobei sich der Hochton jedoch etwas vorsichtiger als die anderen Frequenzen verhält. Der HE-560 spielt nicht direkt, aber knackig. Der Bass geht tief und bleibt stets fest. Angenehm ist, dass der Tiefton voluminös ist, jedoch keine auffällige Überbetonung zeigt. Ähnlich warme Klänge fühlen sich bei anderen Kopfhörern oft etwas dicker an (Oberbass).
Die Mitten wahren eine angenehme Distanz zum Benutzer, klingen realistisch und Stimmen trennen sich gut von anderen Instrumenten ab. Auch wenn eine Tiefenstaffelung gut erkennbar ist, würde ich mir dennoch etwas mehr Plastizität wünschen. Dies könnte unter Umständen an meinem schmalen Kopf liegen, der sich einen höheren Anpressdruck wünscht. Dafür entgehe ich allerdings auch den von anderen angesprochenen 3-4 kHz Peak.
Die Höhen gefallen mir sehr gut. Sie sind "voll da", drängen sich aber nicht in den Vordergrund. Der Raumklang ist weder besonders groß, noch nah am Kopf. Er skaliert gut mir der Aufnahme und zeigt sich flexibel. Top!

Bei Klassikaufnahmen (wie dieser: https://www.highresaudio.com/artist.php?abid=23718) fällt mir ein Auflösungsvorteil gegenüber meinen HD600 auf. Auch der Bass kommt tiefer, der Raum ist etwas größer. Der HD600 kann dem gegenüber jedoch mit dem besseren Komfort überzeugen.
Den LCD-2 habe ich spektakulärer in Erinnerung. Er konnte mich wirklich in die Musik ziehen. Die Plastizität und Separation waren besser ausgeprägt, was insgesamt für ein noch dreidimensionaleres Erlebnis sorgte. Jedoch habe ich die Odyssey dunkler in Erinnerung und somit etwas spezieller auf atmosphärischen Kammerjazz oder intimen Rock ausgerichtet.

Der Hifiman ist für mich persönlich kein besonders interessanter Kopfhörer. Er versucht sich als Hifi zu verkaufen, löst aber kein "brauche ich nicht, will aber haben"-Gefühl aus. Das Holzimitat gefällt mir nicht; Exklusivität oder gar Luxus fehlt in meinen Augen.
Der Sound gefällt zwar, bietet jedoch nichts das man nicht schon kennt. Dem Preis entsprechend fehlt mindestens eine Disziplin in der sich Hifiman Referenz nennen darf. Früher konnte Head-Direct mit günstigen Preisen punkten. Dies scheint jetzt jedoch vorbei zu sein.

Es bleibt interessant zu beobachten wie sich Hifiman weiter entwickeln wird. Der HE-560 ist hoffentlich nur ein kleiner Zwischenschritt von dem was noch kommt.


Und hier noch tolle Fotos von Huo.
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[Beitrag von elektrosteve am 07. Sep 2014, 12:19 bearbeitet]
Harald.Ernstberger
Stammgast
#6 erstellt: 12. Sep 2014, 08:44
So, hier also nun meine Eindrücke zum HIFIMAN HE-560:

Mit Kopfhörern der Firma HIFIMAN hatte ich bis zum Zeitpunkt dieses "Tests", von einer rein optischen Begutachtung auf einer Hifi Messe und bei einem Händler abgesehen, keine Erfahrungen gemacht.
Da mir die Verarbeitung und optische Erscheinung der HIFIMAN Produkte damals überhaupt nicht zusagte, hatte ich bisher immer Abstand davon genommen, mich näher damit auseinanderzusetzen, und mir "auf Verdacht" ein Exemplar zuschicken zu lassen.
Da kam die Neuvorstellung des HE-560 - und natürlich die Möglichkeit eines Tests in den eigenen vier Wänden - gerade recht, um mir jetzt doch mal in Ruhe (!) einen eigenen Eindruck davon zu verschaffen.

Dafür schon mal ein herzliches "Dankeschön" an Jan Sieveking für die - ja nicht ganz risikofreie - Bereitstellung des Testhörers!
Und natürlich auch an "BurtonCHell" für sein Engagement und das Organisieren der Aktion.


Meine Musikauswahl umfasste eine bunten Mix aus den Bereichen Pop, Jazz und Klassik, und sollte einen recht guten Querschnitt, nicht nur durch die Musikgeschichte seit der Zeit Beethovens, sondern auch die Eigenheiten unterschiedlichster Aufnahmetechniken und Stile umfassen.
Von "HighEnd" Aufnahmen habe ich allerdings, bis auf eine Ausnahme (s.u.) bewusst abgesehen ... ;-)

Bei der Reproduktion meiner Musik-Konserven ist mir neben einer eher neutral gehaltenen Tonalität vor allem wichtig, dass ich munter zwischen den unterschiedlichsten Stilen und (technischen) Qualitäten der Aufnahmen wechseln kann, ohne eben ständig daran erinnert zu werden, dass ich genau DAS gerade mache.
Die Wiedergabe sollte einfach eine gewisse "Selbstverständlichkeit" an den Tag legen, und mich zum Hören animieren. Und das, ohne mir ein Hineinhören in die Aufnahme zu verwehren.

Durch die Trennung der Lautstärkeregelung(en) des Mytek und der des STAX Amps, konnte ich - zumindest halbwegs - eingepegelte Vergleiche zwischen den dynamischen (und magnetostatischen) Hörern einerseits und dem STAX SR-303 durchführen.
Ein direktes und schnelles wechseln zwischen den drei am Mytek angeschlossenen Kopfhörern war natürlich nicht ohne weiteres möglich, so dass es im Endefekt - was die direkten Vergleichsmöglichkeiten anbelangt - auf ein Duell zwischen meinem Stax-Set und dem HIFIMAN hinauslief ...


Als ich den Kopfhörer dann endlich aus seiner Umverpackung und der Aufbewahrungsbox befreien konnte, war ich schon recht gespannt ob der Dinge, die da jetzt auf mich zukommen würden ...

Über die optischen Eindrücke, die Verarbeitungsqualität und Haptik des Hörers haben ja meine "Kollegen" oben schon reichlich Informationen geliefert, die ich im Grossen und Ganzen einfach mal so stehen lassen möchte.

Der HE-560 ist meiner Meinung nach jedenfalls deutlich besser verarbeitet, als die Modelle die ich vor ein, zwei Jahren schon einmal begutachtet hatte. Die neue Bügelkonstruktion und Aufhängung der Hörer-Muscheln ist nicht nur optisch und haptisch deutlich besser gelungen, sondern vermittelt auch einen Eindruck von (Langzeit-)Stabilität. Das da noch Spielraum für (Detail-)Verbesserungen ist, wurde ja schon angesprochen. Daher nur zwei Punkte, die mich wirklich gestört haben, und die dem angepeilten Verkaufspreis (zumindest etwas) entgegenstehen:

- Die Polster:
Sind zwar sehr bequem, und auch wechselbar, aber leider nicht ganz exakt identisch verarbeitet. Da sollte wirklich nachgebessert werden. Denn auch wenn man durch leichtes drehen eine links-rechts Übereinstimmung herstellen kann, sollte da schon eine bessere Serienkonstante geboten werden (zumal gerade die Polster sicher einiges am Klang des KH ausmachen).

- Das Kabel:
Der für mich störendste Punkt war allerdings das Kabel. Für meine Zwecke eigentlich zu kurz, und wirklich ziemlich störrisch. Auch die Stecker zum Verbinden des Kabels mit den Hörer-Muscheln sind - vor allem so wie es hier ausgeführt ist - nur schwer zu handhaben.
Man muss das Kabel praktisch "vorspannen", um es überhaupt vernünftig befestigen zu können, da die Überwurfmuttern zum Sichern der Steckverbindung durch das Gehäuse verdeckt werden ...
Da ist mir das Kabel und die gewählten Verbindungen vom HD 800 - wenngleich auch nicht ideal - deutlich lieber.


Ansonsten finde ich die Formgebung, Haptik und das Design grundsätzlich stimmig und gut. Der HE-560 trägt sich, nicht zuletzt wegen der weichen und angenehmen Polster und des breiten Kopfbandes sehr bequem, und auch als Brillenträger hatte ich keine Probleme (was trotz meiner sehr dünnen Brillenbügel nicht selbstverständlich ist).

Das "Furnier" hebt den Hörer zwar angenehm von einer reinen Kunststofflösung ab, und verleiht dem HE-560 ein angenehmes Aussehen, sorgt aber ja uch bereits für Diskussionen ...

Da hilft es nur, sich selbst ein Urteil zu bilden, denn Optik und Haptik spielen natürlich eine nicht zu unterschätzende Rolle - gerade wenn es - wie hier - um ein "Luxusprodukt" geht.


Und nun zur klanglichen Performance des Kandidaten.
Um es gleich mal vorweg zu nehmen, muss ich sagen, dass ich nach einem kurzen antesten des Hörers unmittelbar nach dem Eintreffen schon ziemlich baff war. Ich habe fast das komplette Album "Morning Phase" von Beck durchlaufen lassen, und war einigermassen gefangen in einer relaxten, angenehmen und doch gut durchhörbaren Wiedergabe. Was mich vergessen lies, das ich eigentlich doch nur einen kurzen Funktionstest machen wollte, um mich möglichst schnell bei meinem Test-Parcour Vorgänger und dem Organisator zu melden, dass der Weiterversand Reibungs- und Schadenlos über die Bühne gegangen war ...

Damit war dann quasi auch gleich ein Punkt meines "Anforderungskataloges" abgehakt:

1. Lässt der HE-560 die Musik zum Hörer durch?
Wer das Album kennt, der hat bestimmt auch die (berechtigte) Kritik mitbekommen, dass das Album "zu laut" gemastered wurde, und daher etwas aufdringlich daherkommen kann. Genau das kann ich beim abhören mit z.B. dem STAX oder dem HD 800 auch nachvollziehen. Der HE-560 verschweigt einem das zwar nicht, seziert und zerlegt aber deswegen (bildlich gesprochen) nicht die Musik an sich. Das lässt sich auch mit einigen anderen vom Lautheitswahn "betroffenen" Stücken (z.B. von Porcupine Tree, Depeche Mode oder auch Bryan Ferry) nachvollziehen. Der HIFIMAN bleibt (meist) auf der relaxten, angenehmen Seite, ohne jedoch wichtige Details zu verschlucken oder zu übergehen.


2. bass, Bass oder BASS?
Da ich auch recht viel elektronische Musik in meiner Sammlung habe, die ihre Wirkung nicht selten aus den unteren Oktaven heraus aufbaut (VCMG, Trentemöller, Plastikman, Kraftwerk ...), ist mir eine möglichst schlackenfreie, offene und konturierte, aber eben auch tiefreichende Wiedergabe der unteren beiden Oktaven sehr wichtig. Gerade da hatte ich bisher an meinen Kopfhörern eigentlich wenig auszusetzen, obgleich sie mitunter etwas an "Körperlichkeit" vermissen liesen.

Auch für eine überzeugende Darstellung von eher grossorchestraler klassischer Musik, wie sie - exemplarisch - gerade Werke von Gustav Mahler oder Richard Wagner fordern, ist mir dieser Bereich sehr wichtig. Vermittelt er doch eine gewisse Intimität und Nähe auf der einen, wie auch eine überzeugende "Grösse" und "Wucht" auf der anderen Seite.

Auch hier kann der HE-560 ganz gut punkten, und überzeugt mit einer nicht nur tiefen, sondern auch satten und doch sehr präzisen Darstellung, die nur selten eine Spur zu deftig gerät. Eine Bestückung mit anderen, evtl. etwas durchlässigeren Polstern würde sicherlich noch etwas mehr Neutralität bringen, was in den bereits geposteten Berichten der anderen Tester ja ebenfalls schon angesprochen wurde.
Ich könnte aber auch so recht gut mit dem HE-560 leben, und eben dafür die Musik, bei der der (Tief-)Bass Bereich etwas Hilfe vertragen kann, umso mehr geniesen.


3. Stimmt die Stimmung der Stimmen?
Eine Möglichkeit, den eventuell vorhandenen Problemen einer Wiedergabekette nachzuspüren, ist für mich immer mit einer Auswahl an "schwierigen" Material verbunden, bei der die menschliche Stimme - respektive deren mal mehr mal weniger gelungene Aufnahme - in den Vordergrund rückt.
Hat David Sylvian seinen warmen Grundton noch, oder Kate Bush ihre Leichtigkeit? Knabbert mir Björk am Hörnerv, oder überzeugt Peter Gabriel mit seinem - ähäm - Organ? Wie sehr motivieren mich Christa Ludwig oder auch Hans Hotter zum Weiterhören, oder erschrecken mich Birgit Nilsson und Brigitte Fassbaender so sehr, dass ich schnell mal eben der Gemütlichkeit den Vorzug gebe, und mich Richtung Sade Adu und George Michael verabschiede ...

Hier die (für mich?) richtige Abstimmung und Balance hinzubekommen, die auf der einen Seite eine hohe Sprachverständlichkeit und Durchhörbarkeit mit einem Schuss "menschlicher" Wärme und Körperlichkeit auf der anderen Seite verbindet, gelingt nur wenigen Schallwandlern überhaupt. Oft genug übertönt ein zu aufdringlicher Frequenzbereich den einen oder anderen Aspekt, vor allem, wenn zusätzlich noch komplexe (Orchester-)Arrangements "abzuarbeiten" sind.

Mein Stax hat mir hier bisher gezeigt, was in diesem Bereich möglich ist, dröselt er doch auch noch "mikrotonale" Verästelungen sauber auf, ohne den Zusammenhalt zu verlieren. Details wiederzugeben, ohne diese selbstverliebt - oder provokant - in den Vordergrund zu stellen. Das ist wohl dessen Paradedisziplin (ich möchte gar nicht erst wissen, was da das Topmodell zu bieten hat ...). Der HD 800 neigt bereits hier und da zum "sezieren" und überbelichten bestimmter Obertöne, was bei dichtem Material zwar hilft den Überblick zu bewaren, bei eher intimer ausgelegter Kost und/oder misslungener Tontechnik aber auch schon mal in die Plomben fahren kann. Der HIFIMAN HE-560 setzt sich hier irgendwie zwischen die Stühle, und ist so schwer zu fassen. Einerseits kommen gerade die typischerweise heftig be- und verarbeiteten "Popstimmen" meist ganz gut weg, er gibt aber auf der anderen Seite einigen Stimmen einen etwas nasalen, hohlen Charakter mit auf den Weg.


4. Rhythm is it!
Der einzige Bereich, für den ich dann doch eher ..., nennen wir es Mal "speziellere" Aufnahmen aus der - oft zurecht geschmähten - High-End Ecke zu Rate ziehe: Percussion.

In allen Formen und Schattierungen sozusagen. Von der Pop und Rock Schiessbude über elektronische Gemeinheiten bis hin zum breiten Spektrum des Schlagwerks bei Jazz und Klassik. Atonales oder gestimmtes. Egal, wichtig ist, dass es knallt, zirpt und scheppert (grins). Es muss und soll Bewegungsdrang auslösen, oder erschrecken, kann begleiten und umspielen oder sich heftig in den Vordergrund drängen. Von hämmernden, Löcher ins Hirn stanzenden Snare-Schlägen bis hin zu sanft perlenden, schwebenden Akkorden eines grossen Flügels. Es muss einen packen, so oder so.

Paradedisziplin für den HE-560! Hier hilft unter Umständen die volle, warme Abstimmung in Verbindung mit einem schnellen und mühelosen Antritt, das hier richtig Freude aufkommt. Auch binaurale Aufnahmen ("Explorations in Space and Time" - Chesky) vermitteln einem dabei ein "dabei" Gefühl mit genügend "Impact". Was fast vergessen lässt, dass man hier mit einem Kopfhörer unterwegs ist. Da gibt es für mich nun wirklich nichts zu meckern.


5. Die Sache mit der HRTF.
Räumlichkeit - mit Kopfhörern meist eine eher asketische Veranstaltung. Prinzipbedingt, und extrem subjektiv. Da hilft nichts, zumindest nicht ohne tief in die (elektronische) Trickkiste zu greifen. Die Hersteller müssen sich hier auf eine mehr oder weniger allgemeingültige Übertragungskurve festlegen, die - mal mehr mal weniger gelungen - dem Hörer wenigstens etwas von dem vermitteln soll, was per Lautsprecher-gestützter Stereophonie - allen Einschränkungen und Problemen zum Trotz - doch relativ überzeugend dargestellt werden kann (wenn alles "passt").
Ich hatte schon Kopfhörer auf, denen es gelungen ist, aus praktisch allen Aufnahmen eine Art 1960er Jahre PingPong Stereo zu zaubern - zum abgewöhnen. Andererseits gibt es immer wieder Systeme, die mir doch recht glaubhaft einen Entfernungs- und Raumeindruck vermitteln, obgleich auch sie nicht zaubern können.

Der Sennheiser HD 800 gehört da jedenfalls eher zu den "Illusionsmaschinen", wie und warum auch immer. Das gefällt mir meist recht gut, da es zu einer gewissen Entspannung beim Hören beiträgt, und so dem Ganzen auch zu einer Langzeittauglichkeit verhilft.
Auch mein - mittlerweile über 20 Jahre alter - AKG K-500 verhält sich hier vorbildlich, und entwickelt eine teils schon fast beängstigende, umhüllende Athmosphäre.

Der HE-560 stellt die Musik auf eine etwas kleinere, intimere Bühne. Führt mich sozusagen etwas näher heran, ohne alles auf geraden Weg, von einem Ohr zum anderen reichenden Perlenspur, aufzureihen. Alles hat genügend Luft, genügend "Raum". Die Richtungsortung und eine sauber abgegrenzte Staffelung in die Tiefe gehen nicht verloren, wirken nur etwas enger und konzentrierter.

Diese Abstimmung gerät mit kleinen Besetzungen, wie bei Singer-/Songwritern, eher leisen und detailverliebten Pop-Miniaturen oder Kammermusik zur Stärke, die mich sehr schnell in den Bann der Musik zieht. Es gelingt ihm damit die Technik und deren Einschränkungen, mit der man bei der Wiedergabe per Kopfhörer nun mal leben muss, vergessen zu machen. Lobhudel Ende...


6. Details, Details, Details!
Wünscht sich der eine oder andere sicher, wenn er denn zu einem Kopfhörer greift. Denn gerade da hat die Wiedergabe direkt am Ohr ihre grösste Stärke. Hier spielt sie den Vorteil, eben nicht in einem bestenfalls mediokren Raum mit seinen massiven Einflüssen arbeiten zu müssen, am deutlichsten aus. Wenn die Gesamtabstimmung und (tonale) Balance passt.

Der Sennheiser ist hier in seinem Element, und bringt Details und Verästelungen der Konserven zu Gehör, die bei einem ausspielen per Lautsprecher allzuoft im akustischen Sumpf des Hörraums untergehen. Bassnoten - vor allem von akustischen Instrumentarium - lassen sich sehr gut verfolgen, bleiben konturiert und gleichmässig. Der (im besten Fall) natürliche Nachhall einer Jazz- oder Kammermusik Darbietung lässt sich bis zum absterben mitverfolgen. Feine Schwebungen und Modulierungen z.B. bei Streichern werden nicht vermatscht, sondern übertragen dieses samtige, weiche und doch oft auch drängende bis zum Hörer.

Der HE-560 behält auch hier immer den Überblick. Und doch meine ich hier eine Spur zu grosser Gefälligkeit auszumachen. Eventuell stellt sich hier eine etwas zu warme und volle Abstimmung dem letzten Quentchen Durchhörbarkeit in den Weg? Das fällt allerdings nur beim Vergleich mit eben dem HD 800, oder auch dem STAX Kopfhörer überhaupt auf. Der "Senior" von AKG hat hier gegen den Neuling keine so gute Figur abgegeben.


Mein Fazit:
Hätte ich nicht den HD 800 und den STAX zum vergleichen, würde es mir deutlich schwerer fallen überhaupt etwas an der Klangperformance des HE-560 zu kritisieren. Er macht definitv sehr viel richtig, und begeistert durch seine angenehm warme Abstimmung, die ihn zu einem langzeittauglichen und nicht auf bestimmte Musikgattungen festgenagelten Begleiter macht. Ab und an wünschte ich mir noch etwas mehr Einblick ins Detailgeschehen bestimmter Aufnahmen, und manchmal ein wenig Zurückhaltung in den untersten Oktaven. Aber das ist schon "jammern auf hohen Niveau". Aber gut, der Preis gibt halt auch eine gewisse Erwartungshaltung vor ;-)

Mit einigen Detailverbesserungen bei der Gestaltung bzw. Ausstattung würde ich ihn definitiv als Allrounder in meine Sammlung aufnehmen wollen, und dann eher auf den STAX verzichten. Denn der HE-560 kommt eben auch ohne zusätzlichen Verstärker aus, und lässt sich gut direkt an meinen Mytek betreiben.

Sehr interessant wäre es in diesem Zusammenhang sicherlich, ihn mit anderen (Velour-)Pads zu bestücken, um zu testen inwieweit sich meine Kritikpunkte damit noch entschärfen liesen. Aber da musste ich mangels Verfügbarkeit leider passen.


Verwendete Hardware:
- Musik-PC mit Windows 8.1, Foobar (Version 1.3.4B1), ASIO Treiber, keine DSP PlugIns
- Mytek Stereo 192-DSD DAC (aktuelle Firmware und Treiber), per USB angeschlossen
- STAX SRM-323II (per RCA am Mytek)
- ME Geithain RL922K (per XLR am Mytek)

Kopfhörer:
- STAX SR-303 Classic (am STAX SRM-323II)
- Sennheiser HD 800 (am Mytek)
- AKG K-500 (am Mytek)
- HIFIMAN HE-560 (am Mytek)


[Beitrag von Harald.Ernstberger am 12. Sep 2014, 08:47 bearbeitet]
infinity650
Stammgast
#7 erstellt: 19. Sep 2014, 14:54
Zwiespalt


… oder wann man den HE 560 kaufen sollte. Und wann nicht.


Na das klingt aber normativ, werden einige jetzt denken. Eher provokativ, denn Provokation ist immerhin ein anerkanntes Stilmittel, um Menschen für etwas zu interessieren. In diesem Fall für mein Review zum Hifiman HE 560, der jetzt eine Woche lang mein Gast war. Ich werde mich im Folgenden denn auch so kurz wie möglich, aber so lang wie nötig halten.

Woher komme ich kopfhörertechnisch?

Meine Lieblinge sind Hifiman HE 5 LE, Stax 404 und nach meinen Wünschen modifizierte AKG K701 und Fostex T50. Insgesamt bevorzuge ich also den neutralen Klang, der einen runden Gesamtklang jedoch nicht um technischen Finessen Willen zerstören darf.

Die Quellen.

Musik wird bei mir lossless per ASIO oder hochwertig als CD von einem Cyrus Discmaster Laufwerk an den DAC/KHV B.M.C. Puredac weitergegeben. Dieser hat mehr als genug Power für den 560 und alle anderen mir bekannten Kopfhörer. Dabei sollte er idealtypisch keinen Eigenklang mitbringen.

Die Musikauswahl.

Ich habe lange nicht alle möglichen Genres durchgehört, weil mir nun mal Singer-Songwriter, Klassik und Jazz (nichts zu verspieltes/abgehobenes) am meisten Freude bereitet und ich mir nur hier zutraue, eine vernünftige Meinung abgeben zu können. Referenzen sind für mich Gregory Porters Liquid Spirit (24/96) und Tracy Chapmans Debütalbum von CD. Dazu Cellosonaten der Deutschen Grammophon, ebenfalls von CD. Und noch eine DSD 128 Orchesteraufnahme.

Mein Testablauf.

Musikhören, in entspannter Stimmung, im Dunkel bzw Halbdunkel, abends. Ich habe nur einmal kurz zwischen dem HE 5 LE und dem 560 hin und her gewechselt. Das macht mir aber einfach keine Freude (mehr), diese Wechselei. Daher ließ ich das einfach sein und konzentrierte mich auf den 560 für sich und schreibe etwaige Vergleiche aus dem Gedächtnis zu den Kopfhörern, die ich wirklich gut kenne.


Dann mal los.


Ersteindruck

Das ist eine schöne Box! Leider ist sie von der Verarbeitung nicht so schick, wie sie aussieht. Der Schiebedeckel klemmt wenn er sich leicht verkantet. Geschenkt. Das beiliegende Kabel habe ich sofort wieder eingepackt. Erstens habe ich die Möglichkeit meine Hifiman per vollsymmetrischem XLR Kabel anzuschließen, was zumindest eingebildeter Weise einen besseren Klang und (nicht eingebildet) mehr Schub vom Puredac bringt. Außerdem ist mir das Originalkabel zu störrisch, ich bin da kleinlich, das hätte mich im Hörversuch nur abgelenkt und die Ergebnisse 'verfälscht'. Besser als das Silberkabel von Hifiman ist es aber allemal – das ist aber auch nicht schwierig.
Der Kopfhörer selbst löst in mir auf den ersten Schnack, da isses endlich, gewaltigen Zwiespalt aus.
Ich bin ein Fan von 'Hängebügelkonstruktionen' á la Stax oder alten Beyerdynamics. Daher hatte ich mir beim Hifiman so einiges vom neuen Bügelsystem versprochen. Das Kopfband an sich ist bequem, die Auflagefläche passt, das gut. Leider ist der Metallbügel einem OVP 900€ Kopfhörer nicht so würdig. Es sieht billig aus, auch wenn es stabil ist. Ausgestanztes Blech kam mir in den Sinn. Die Rasterung der Verstellung ist zweckmäßig gut.
Das Furnier finde ich erstaunlich hübsch, den Rest der Plastikohrmuscheln weniger. Wenn es der Gewichtsersparnis dient..

Komfort.

Die Ohrpolster kratzen mir leider, ich finde das nicht angenehm. Dieser Umstand hat sich im weiteren Test auch nicht geändert. Ich bin kein empfindlicher Allergiker oder ähnliches.
Wirklich nicht angenehm finde ich den Anpressdruck. Ich habe einen Durchschnittskopf und mit quasi keinem KH Probleme im Komfort. Wenn der 560 meiner wäre, so müsste ich den Metallbügel weiter aufbiegen, damit ich dauerhaft Spaß mit ihm haben könnte. Ein HE 5 LE ist mir viel angenehmer auf der Rübe.



Der Klang.

Wichtig ist aufm Platz!, sagt man bei mir in der Ecke. Und hier kann der HE 560 wirklich punkten! Zwiegespalten bin ich trotzdem. Nun: mit originalen Polstern, und so testete ich ihn hauptsächlich, weil er schließlich damit beworben und verkauft wird, entfaltet er keine Magie bei mir. Und das sollte ein 900€ Produkt tun. Der Bass ist zwar in Qualität und Quantität vorhanden wie es von einem Premium-Magnetostaten zu erwarten ist. Das passt. Jedoch sind die Mitten ein Ärgernis. Ich bin kein Goldohr und kann sagen, dass bei 2,5 kHz ein Peak von x dB herrscht, aber soviel: Stimmen sind einfach gepresst mit den Originalpolstern. Die Höhen sind schön fein und sauber aufgelöst. Aber mir versaut es ein wenig den Spaß, wenn Stimmen nicht frei spielen wie sie könnten. Das macht mein HE 5 LE besser! Der hat aber auch Beyerdynamic Velours drauf. To be fair, kriegt der 560 die eben auch.

Und zack! Großes Kino! Jetzt zeigt der 560, was er kann. Es rummst sauber untenrum, es prickelt obenrum und die Mitten haben ganz tolle Farben und ich schmelze vor Tracy dahin, dass es eine wahre Freude ist. Nun versinke ich in der Musik. 9,5 / 10 Punkte auf der Stimmigkeitsskala. Er ist ein noch etwas unangestrengter und runder klingender HE 5 LE.

Leider holt mich die Realität ein. Der Kopfbügel drückt. Und ich wollte in doch so testen, dass er so spielt, wie er geliefert wird. Die blöden Focuspads müssen wieder drauf. Ja, ich hab mich nicht geirrt, sie nehmen ihm wieder die Souveränität und Magie. Verschenktes Potential, ganz ohne Zwang hat der Hersteller hier verschlimmbessert. Sogar die alten Velourpads von Hifiman sind da stimmiger anzuhören, auch wenn die sicher auch nicht der Weisheit letzter Schluss sind.


Fazit.

Wer noch keinen Hifiman besitzt und 900€ über hat und auf die Aktualität seines KH-Modells Wert legt, der kauft den HE 560. Und dazu ein Paar schwarze Beyerdynamic Velours. Aufziehen, glücklich sein und hoffentlich nicht noch mehr Geld in Kopfhörer versenken. Klappt eh nicht, ihr wisst es, liebe Enthusiasten. Der HE 560 für sich ist wirklich spitze!

Wem die oben genannten Kriterien schnurz sind, kann auch einen sehr gut erhaltenen HE 5 LE kaufen, auch mit einem Satz neuer schwarzer Beyerdynamic Velours. Dieser ist zwar minimal heller abgestimmt, aber auch hier gilt. Kaufen, Scheuklappen auf, genießen. Und die gesparten 500€ in gute Musik investieren.

Ihr seht meinen Zwiespalt.








Beste Grüße
Niklas




Ich bedanke mich vielmals bei der Firma Sieveking für die Bereitstellung des Testkopfhörers und bei Burton für die tolle Organisation. Es war mir eine wahre Freude!
marathon2
Stammgast
#8 erstellt: 26. Sep 2014, 21:15
Hörtest Hifiman HE-560

Wichtiges zu Beginn
Im Rahmen einer Hörtestaktion der Firma Sieveking in Zusammenarbeit mit dem HIFI-Forum hatte ich Gelegenheit, den Hifiman HE 560, einen neuen Hörer der magnetostatischen Kopfhörer-Klasse, zu testen.

Eine solche Aktion, bei der interessierte Kopfhörer-Liebhaber in der ganzen Republik die Gelegenheit bekommen, einen hochwertigen Kopfhörer unter den eigenen speziellen Bedingungen in aller Ruhe Probe zu hören, ist sehr selten und verdient besondere Anerkennung.

Herzlichen Dank für diese Aktion also an die Firma Sieveking und an den Organisator im HIFI-Forum, BurtonCHell.


Jetzt geht´s los
Die Geräte-Kombi kam gut verpackt bei mir an. Umkarton, Kartonverpackung im gepolsterten Inneren und eine Aufbewahrungsbox aus Holz sorgten für einen sicheren Versand.
Bevor es aber ans Hören ging, mussten erst noch die kleine Stecker des Anschlusskabels an den Hörer geschraubt werden, was sich als etwas hakelig erwies. Mit spitzen Fingern und etwas Feingefühl war es aber zu schaffen. Bei älteren Hörern von Hifiman lockerten sich gelegentlich die Schrauben und es gab Kontaktprobleme. Im Rahmen des Hörtest mit dem 560 ist es mir aber nicht passiert, was vielleicht auch an den neuen Kabeln liegt.
Apropos Kabel, ich finde es zwar auch etwas steif, aber dafür ziemlich robust. Die schwarze Stoffummantelung macht optisch schon was her. Einzig die Länge ist etwas sparsam gewählt. Ich hätte mir hier wenigstens 3 Meter gewünscht. Der hochwertige vergoldete 6,3 mm Stereoklinkenstecker ist von der Fa. Neutrik, also beste Studioqualität. Da gibt es nichts zu meckern.


Hifiman HE-560

HifiMan HE-560

HifiMan HE-560



Verarbeitung und Tragekomfort
Insgesamt macht der Hörer einen guten Eindruck. Die Optik mit dem Holzfurnier gefällt mir. Der Kopfbügel aus federndem Metall ist zwar recht dünn, aber im Sinne einer Gewichtsersparnis akzeptabel. Das Kopfband ist dünn und wenig gepolstert, da es aber sehr flexibel ist, hatte ich keine Probleme damit. Warum man die Hörmuscheln beweglich, nach außen drehbar gemacht hat, verstehe ich aber nicht so ganz. Dadurch wirkt der ganze Hörer doch etwas fragil und instabil.


HifiMan HE-560


Das Thema Polster ist in den bisherigen Reviews ja schon häufig thematisiert worden. Ich persönlich finde diese weichen Polster angenehm, deutlich bequemer als die Polster der vergangenen Hifiman Modelle. Überhaupt erwarte ich von einem Hörer der 900 EUR Klasse, dass der Hersteller die am besten geeignetsten Polster beigelegt hat. Ich möchte schließlich Musik hören und nicht basteln und mit verschiedenen Polstervarianten experimentieren müssen. Dass Polster einen deutlichen Einfluss auf das Klanggeschehen haben, ist natürlich unbestritten. Aber, wie gesagt, der Hersteller hat so entschieden, also sollte der Hörer auch genau unter diesen Bedingungen getestet werden.
Die richtige Montage der Polster ist aber wichtig. Da die Polster keilförmig aufgebaut sind, gibt es eine Vorder- und eine Rückseite, damit auch ein links und rechts. Und die Polster sollten auf den Hörmuscheln richtig eingerastet sein, damit sie fest sitzen. Leider waren die Polster bei Erhalt des Hörers falsch angebracht. Da hat wohl einer der Vortester beim Ummontieren nicht aufgepasst.
So ist es richtig.


HifiMan HE-560


In der Vergangenheit hatte ich schon einmal den Hifiman HE-5LE in meinem Besitz, und von diversen Messen kenne ich auch die anderen Modelle. Für mich ist der neue 560 der am bequemsten sitzende Hörer dieses Herstellers. Eine Einschränkung gibt es allerdings, für meine Ohren sind die Ohrausschnitte zu klein. Aber dazu später mehr.
Es gibt andere Hörer, die für meinen Kopf wesentlich besser passen, z.B. der Sennheiser HD800 oder der AKG K812.

Für den Tragekomfort spielt auch das Gewicht eine Rolle. Ich habe alle meine Hörer einmal auf die Waage gelegt.
Hifiman 560: 380 g
Sennheiser HD800: 390 g
AKG K812: 400 g
Denon AH-D7000: 330 g

Wie man sieht, ist der 560 jetzt tatsächlich in der Gewichtsklasse der Spitzenmodelle der Konkurrenz angekommen.


Verfahrensfragen
Gehört habe ich den 560 am T+A DAC 8 und am Bryston BHA-1. Ein Versuch am CD-Player Marantz SA 7003 scheiterte, da der KHV dieses Players einfach zu schwach ist, um den Hifiman angemessen anzutreiben. Wie die meisten Hörer dieses Herstellers braucht auch der 560 einen leistungsstarken Verstärker für den Antrieb. Im Vergleich zum Sennheiser HD800 ist er bei gleicher Reglerstellung am Bryston gut 8 db leiser. Im Vergleich zum AKG K812 oder zum Denon AH7000 ist der Unterschied noch viel größer. Dies erschwerte auch den Vergleich mit diesen Hörern, da immer erst die Lautstärke wieder eingepegelt werden musste.
Als Quellengeräte kamen sowohl der CD-Player Marantz SA 7003, als auch ein Mac mini mit iTunes sowie der Software Audirvana/Pure Music zum Einsatz. Immer liefen die Quellen über den T+A DAC 8, der symmetrisch mit dem Bryston BHA1 verbunden war. Als Hörer-Vergleichsreferenz nutzte ich in erste Linie den Sennheiser HD800, ein Spitzenmodell der dynamisch arbeitenden Kopfhörerfamilie.


HifiMan HE-560



Aber wie gut klingt nun der Hifiman 560?
Für die im folgenden beschriebenen Hörtests verwendete ich fast ausschließlich meine Lieblingsmusik. Stücke, die ich meist seit vielen Jahren kenne und immer wieder für diverse Hörtest verwendet habe. Ich höre nur, was mir musikalisch gefällt.

Im Speziellen kamen besonders folgende CDs und Musikstücke zum Einsatz:

Dire Straits, Brothers in Arms / Making Movies
Nightwish, Oceanborn
Amy McDonald, A Curious Thing

David Munyon, Four Wild Horses
RPWL, The Wise is the Desert
AYO, How many times
Leonard Cohen, Show me the place
Yello, Fat cry
Safri Duo, Played-A-Live


Der Klang
Nach der langen Vorrede jetzt aber zum eigentlichen Hörtest.
Seit vielen Jahren nutze ich die Stücke „Walk of Life“ und „So far away“ von der CD Brothers in Arms der Gruppe Dire Straits für die verschiedensten Klangvergleiche. Daher begann ich den Hörtest auch mit diesen Stücken. Die Aufnahme ist sehr höhenlastig, da werden viele Kopfhörer schnell unangenehm spitz.
Die Klangwiedergabe über den Hifiman ist aber sehr harmonisch, keine Spur von Schärfe, die sich störend bemerkbar macht. Die Bass-Drum kommt direkt und druckvoll, Mark Knopflers Stimme klingt ohne Verfärbung und steht klar ortbar im Raum. Auch alle anderen Instrumente bilden ein harmonisches Ganzes und erlauben das exakte Erkennen ihrer Platzierung auf der Bühne. Die Räumlichkeit der Klangwiedergabe ist für einen Kopfhörer gut. Sie bildet sowohl in der Breite als auch in der Tiefe eine sehr gute Größe.
Man hört schnell, dass dieser Hörer kein Seziermesser an die Musik anlegt, sondern ein rundes angenehmes Klangerlebnis präsentiert, das Aufnahme-/Abmischfehler deutlich in den Hintergrund rückt. Sehr gut hörbar wird dieses Verhalten auch bei der CD Oceanborn von Nightwish. Verzerrungen der übersteuerten Aufnahme sind gemildert, die Konzentration geht zur Musik, endlich wird auch diese CD ohne Ohrenschmerzen genießbar.

Im Vergleich dazu bringt beispielsweise der Sennheiser HD800 eine noch etwas breitere Bühne, die aber schon fast grenzwertig weit ist. Der extremste Unterschied zum 560 liegt beim HD800 aber im Klangbild. Deutlich heller und auch spitzer ist sein Klang, quasi eine akustische Lupe.
Beim direkten Wechsel ist man versucht, einen imaginären Höhenregler zurückzudrehen, so unangenehm scharf klingen die Dire Straits über den HD800.
Geschuldet ist dies natürlich auch der tatsächlich höhenlastigen Aufnahme der CD „Brothers in Arms“. Doch über den Hifiman ist diese überzogene Schärfe im Klangbild deutlich gemildert.

Dieser Unterschied in der Klangsignatur beider Hörer fällt besonders stark auf, wenn man nach längerem Hören vom 560 wieder zum HD800 wechselt. Hört man längere Zeit mit dem HD800, reduziert die Adaptation des Hörvorganges die anfangs störende Klangschärfe auf ein meist erträgliches Maß.
Beim erneuten Wechsel auf den 560 ist der Eindruck zunächst der eines fehlenden Mittel-/Hochtons. Aber auch diese Hörwahrnehmung reduziert sich nach wenigen Minuten. Jetzt klingen wieder alle Frequenzbereiche gleichwertig und harmonisch.

Es ist schon erstaunlich, wie schnell sich die Wahrnehmung eines Klangeindruck relativieren kann. Wenn man dann noch das individuelle Hörempfinden unterschiedlicher Personen ins Kalkül zieht, wird klar, wie wichtig der eigene vergleichende Höreindruck ist, wenn es um die Kaufentscheidung für einen bestimmten Kopfhörer geht.
In noch stärkerem Maße würde diese Aussage auch für den Kauf von Lautsprecherboxen gelten, die in ihrem Klangbild nicht nur von den verbauten Komponenten, dem Gehäuse und der Abstimmung abhängen, sondern extrem auch von den Raumbedingungen.

Auch die weiteren Hörbeispiele, die ich für diesen Vergleich nutzte, erhärten die gemachten Wahrnehmungen.
Der 560 klingt rund, bassstark und dynamisch, aber trotzdem auch höhendifferenziert und detailreich.
Der Sennheiser erscheint im ersten Moment eher bassarm, deutlich mittenbetont mit einem Hang zu einem sehr hellen Klangbild. Die Wiedergabe erscheint sehr analytisch, fast schon wie auf einem Seziertisch. Je dunkler eine Aufnahme abgestimmt ist, desto klarer klingt sie über den HD800. Ein Beispiel dafür ist beispielsweise das Stück „Played-A-Live (The Bongo Song)“ von Safri Duo. Hier sind die Bongos über den HD800 besser differenziert und unterscheidbar. Der Hifiman Hörer „vermatscht“ hier etwas.

Je „heller“ die Aufnahme gemastert wurde, desto angenehmer ist das Klangbild des 560.

Umgekehrt ist das Verhältnis wieder bei Klaviermusik. Hier offenbart der HD800 jede Feinheit des Klavierseitenanschlags, während der Hifiman etwas verhangener wirkt und feine Klangnuancen etwas verschwimmen, vor allem bei leisem Hören.

Dieses hin und her der Vor- und Nachteile beider Hörer bezüglich der Klangwiedergabe könnte je nach gewählter Musik beliebig weitergeführt werden.

Beide Hörer spielen aber auf jeden Fall auf einem sehr hohen Niveau, mit unterschiedlichen Klangsignaturen.
Ähnliche Unterschiede ergeben sich auch im Vergleich mit dem AKG K812. Dieser Hörer hat im Vergleich zum HD800 aber deutlich mehr Bassvolumen. Daher steht er dem 560 etwas näher, auch wenn der AKG bei manchen Aufnahmen vergleichbar höhenlastig ist, wie der Sennheiser.


Interessant war noch der Wechsel des Kopfhörerverstärkers. Wurde der 560 vom KHV des T+A DAC8 angetrieben, lief er hörbar nuancierter als am Bryston BHA1. Immer noch weit weg von den anderen genannten Hörern, aber er nähert sich ihnen ein wenig an.
Auch wenn in diesem Forum oft zu lesen ist, dass ein Kopfhörerverstärker nur wenig bis gar keinen Einfluss auf das Klangbild eines Kopfhörers habe, hier auf jeden Fall stimmt diese Aussage nicht. Der Hifiman 560 ist sehr wählerisch bezüglich des Verstärkers.
In der Vergangenheit konnte ich Unterschiede auch schon zwischen anderen Kopfhörern und Verstärkern feststellen. Der HD800 und auch der K812 beispielsweise laufen am Bryston zur Hochform auf, es gibt einfach weniger Schärfe in den Höhen. Das passt hier perfekt. Beim 560 jedoch ist es dann too much. Der Hifiman braucht knackig aufspielende Verstärker, wie z. B. Geräte von Violectric oder Lehmann.

Interessant war auch, dass je lauter der Hörer spielte, die Musik um so detaillierter aus den Ohrmuscheln kam. Der Hifiman ist damit kein Favorit für den leisen ruhigen Hörgenuss, sondern ein Rocker, der es laut und knackig möchte. Dann läuft er aber zur Höchstform auf und man möchte ihn nicht mehr missen.


Fazit
Der Hifiman 560 ist ein Kopfhörer der Spitzenklasse, der durch eine sehr musikalische Wiedergabe brilliert. Die Basswiedergabe ist druckvoll und trocken, die Mitten bilden ausgewogen ab, und die Höhen sind sehr smooth. Er ist aber kein Feingeist, mit dem man jeder Verästelung einer musikalischen Darbietung nachspüren kann. Er ist ein Rocker, der es gerne laut und hart mag. Die Raumdarstellung ist ausreichend groß, um alle Instrumente klar orten zu können. Die Riesenbühne eines HD800 erreicht aber nicht, was jedoch nicht unbedingt ein Nachteil sein muss.
Das gesamte Klangbild wird zu keiner Zeit und auch nicht nach längerem Hören lästig, daher kann man mit ihm lange unbeschwert Musik genießen.
Wichtig ist aber ein passender KHV, der zum einen ordentlich Leistung mitbringt, zu anderen eine scharfe kontrolliert Abbildung gewährleistet.
Der Hifiman 560 ist für mich zur Zeit der beste Hörer aus der Hifiman Palette.

Ist also der Hifiman 560 damit der ideale Kopfhörer für alle HIFI-Fans? Leider nein.
Für Menschen mit einem großen Kopf und/oder großen Ohren (ich bin so einer) sind die Aussparungen der Hörmuscheln einfach zu klein und der Anpressdruck der Spannfeder zu groß. Dadurch wird das Tragen des Hörers auf die Dauer unangenehm. Die Ohren können erwärmen und die seitlichen Auflagestellen der Polster drücken. Nach ca. 1 Std. Hörzeit musste ich immer eine Pause machen, da ich Schmerzen im linken Ohrbereich hatte. Das ist sehr schade, denn bezüglich der Klangsignatur wäre der 560 eine gute Alternative zum Sennheiser HD800, vor allem bei schlecht aufgenommener, höhenlastiger Musik.
Der gute Tragekomfort eines HD800 ist leider nach wie vor unerreicht.

Wenn dies mein eigener Hörer wäre, würde ich versuchen, den Metallbügel etwas aufzubiegen, um den Druck dadurch ein wenig zu mildern. Beim Testhörer verbietet sich das natürlich.


HifiMan HE-560
sicknote
Stammgast
#9 erstellt: 01. Okt 2014, 10:27
Hey,

hier meine kleines Review zum He 560. Da ich nicht in der Lage bin so schön die Eindrücke zu beschreiben und den verschiedenen Frequencen zuzuschreiben tue ich es einfach mal umgangsprachlich. Ich hoffe, dass ich meine Eindrücke einigermaßen beschrieben bekomme.

1. Haptik/Aussehen/Bequemlichkeit

Als das Paket hier ankam und ich die Holzbox rausnahm dachte ich wow, da MUSS ja was wertiges drin sein. Irgendwie hat er mich dann aber doch eher enttäuscht. Sowas kostet über 800€ dachte ich? Das Furnier ist wirklich ein Witz und sieht wie gut gewollt, aber nicht hinbekommen aus. Da hätte man auch wirklich Vollholznehmen sollen. Wenn schon, dennschon. Ich sehe sogar noch einiges an Kleber zwischen Holz und Plaste. Die drehbaren Hörmuscheln wirken recht fragil, sind aber glaub ich schon recht gut verarbeitet. Die Naht der Ohrpolster ist nicht an der gleichen Stelle, was ich zwar nur als optisches Problem erachte, allerdings in diesem Preissegment doch perfekt sein sollte. Das Kabel macht einen ordentlichen Eindruck.
Der Kopfhörer ist wirklich sehr bequem. Sein Gewicht ist nicht zu merken, allerdings komme ich vom LCD-2 und bin schwergewichte gewohnt.


2. Klang

So jetzt zum schwierigen Teil. Mir sagt der Kopfhörer irgendwie nicht zu. Klar es ist alles da wo es sein soll, die Bässe sind trocken und gehen tief runter, die Mitten sind auch ganz gefällig und die Höhen sind auch nicht überbetont. Irgendwas stört mich aber. Die Hihats sind manchmal doch recht spitz. Ich muss zugeben, dass ich ihn nur mit Metal/Rock/Pop gehört habe. Er hat irgendwo im Höhenbereich einen Peakl, der sich meines Erachtens sogar auf die Bässe auswirkt so hat die Bassdrum in SYLs "Love" einen unnatürlich hellen Klang und steht dadurch recht im Vordergrund. Möchte der Kopfhörer dadurch eine höhere Auflösung vorgaukeln? Ich weiß es nicht, mich stört es aber. Die Bühne ist recht groß, größer als die des LCD-2s allerdings bei weitem nicht so schön tief. Irgendwie klingt für mich der LCD-2 doch glaubhafter. Was ihm meiner Meinung nach wirklich fehlt ist Punch. Er bildet alles wirklich hervorragend ab, allerdings ohne einen wirklich ihn den Bann zu ziehen wie es der LCD-2 versteht. Für mich klingt meine geliebte Metalmusik einfach irgendwie flach obwohl alles da ist. Das ist aber wirklich Meckern auf sehr sehr hohem Niveau. Hätte ich den LCD-2 nicht zum Vergleich so hätte er mir wohl gefallen können. Ich habe gelesen, dass es eventuell an den Polstern liegen könnte, konnte aber Mangels passender anderer Polster nix anderes testen. Das wäre aber auch nicht Sinn und Zweck dieser Aktion denke ich. Potenzial hat dieser Kopfhörer auf jeden Fall, nur mit diesen Polstern passt die Abstimmung für mich einfach nicht.


Fazit

Für mich ist es wirklich ein guter Kopfhörer, der meiner bescheidenen Meinung nach aber bei weitem seinen Preis nicht gerecht wird. Es fehlt mir einfach zuviel, dass ich bereit wäre soviel Geld dafür auszugeben. Sollten irgendwann mal andere Polster mitgeliefert werden, teste ich ihn nochmal und überlege es mir vielleicht nochmal anders. Für 500€ würde die ganze Sache aber wieder anders aussehen.
Ich möchte mich noch bei Burton und Firma Sieveking bedanken für die Möglichkeit bei dieser Aktion teilzunehmen.
kopflastig
Inventar
#10 erstellt: 10. Okt 2014, 21:22
So, der Erstkontakt mit der Firma Hifiman ist geschafft und hier nun meine Eindrücke zu Modell HE-560.

Hifiman HE-560


Erst einmal ein paar Worte zur Präsentation. Die mitgelieferte Holzbox ist sehr nett Anzuschauen und vermittelt einen soliden und edlen Eindruck. Unter praktischen Gesichtspunkten frage ich mich allerdings, was ich damit anfangen soll. Denn der HE-560 passt dort nur mit abgeschraubtem Kabel hinein, und jedes Mal nach Benutzung die Kabel abzuschrauben empfinde ich als unpraktikabel.

Hifiman HE-560


Womit ich nahtlos übergehe zur Haptik und erst einmal mit Kritik weitermache. Mir gefällt die Lösung nicht, zur Befestigung des Kopfhörerkabels eine kleine Überwurfmutter auf ein noch kleineres versenktes Gewinde schrauben zu müssen. Immerhin bekommt man bei dieser Fuddelarbeit Hilfe von unerwarteter Stelle, denn das mit Stoff überzogene Kopfhörerkabel ist derart verwindungssteif, dass man damit ganz prima die Mutter festziehen kann.
Überhaupt: das Kabel. Warum erhält ein für den Betrieb im Wohnzimmer vorgesehener Kopfhörer nur ein 2 m langes Kabel? Mir ist das zu kurz und ich würde mir die als Standard übliche Länge von 3 m wünschen.

Hifiman HE-560


Das Design des Kopfhörers selbst löst bei mir zwiespältige Gefühle aus. Einerseits gefallen mir die großen, auf meinen Ohren gut und fest sitzenden Ohrpolster mit ihrer Mischung aus Pleather und Velours sehr gut. Und auch die sauber rastende Größenverstellung gefällt. Andererseits empfinde ich die etwas ausladende Optik des neuen Kopfbügels als gewöhnungsbedürftig (aber so geht's mir bei ziemlich allen nicht am Kopf anliegenden Konstrukten).
Dass Gabeln und Gehäuse aus Kunststoff bestehen, ist an sich nicht schlimm. In Anbetracht des Listenpreises hätte ich aber mit einem höheren Anteil an Metall gerechnet.
Und der Furnier-Streifen auf dem Plastikgehäuse sieht zwar irgendwie nett aus, hebt aber durch die Abwesenheit von Stirnholz den Furnieraspekt hervor (hier mal ein Bild der ursprünglichen Vollholz-Variante).
Das ungepolsterte Kopfband ist laut Beschreibung aus Leder, was ich so nicht unbedingt gefühlt hätte. Eine gewisse Polsterung wäre schön gewesen, aber auch so kann ich mich über den Tragekomfort nicht beklagen.

Hifiman HE-560


Aber nun genug des Genörgels. Denn mit blick auf den Klang gibt der HE-560 in meinen Ohren schon einiges her.
Einen derart sauberen, trockenen und tief reichenden Bass habe ich bisher in annähernd gleicher Art nur beim (dynamischen) Beyerdynamic T90 gehört. Aber der HE-560 legt in dieser Beziehung noch eine Schippe drauf. Der Sub-Bass auf James Blakes "Limit to your love" (ab 0:55) etwa kommt sauber, ohne in irgendeiner Art und Weise höhere Frequenzen zu überdecken.
Für Bassfetischisten ist beim HE-560 aber nichts zu holen, dafür fehlt dem Hifiman die Bassquantität im Sinne einer Betonung. Das ist vielleicht auch das einzige, was ich zu bekritteln hätte: dass Bässen (gemeint ist hier das Instrument) manchmal etwas der Körper fehlt. Man hört zwar sehr schön das Anzupfen der Saiten heraus, aber das Voluminöse fehlt einfach. frix sprach in seinem Review von dem seiner Meinung nach "fehlenden Punch", was es auch ganz gut trifft. In diesem Punkt klingt etwa ein Sennheiser HD6xx mit seinem vom Tiefton aufwärts abfallenden Frequenzverlauf in meinen Ohren wirklichkeitsnäher als der bis etwa 1 kHz weitestgehend linealglatte Hifiman.
Trotz der Kritik: Unter dem Strich gefällt mir der tiefe Bass des HE-560 mit seiner knorrigen Art ausgesprochen gut.

Gleiches gilt für die Mitten und die Höhen. Stimmen klingen klar und sind gut vom Rest des Geschehens getrennt. In Kombination mit dem souveränen Tiefton habe ich "Mad World" in der A Capella-Version der Wise Guys noch nie so gut gehört, wobei die vom HE-560 souverän vorgetragene Bassstimme, die auf andere Kopfhörern gerne mal verschmiert, großen Anteil daran hat.
Da ich kein Freund extremer Betonung in den Höhen bin, kommt mir der Hifiman hier entgegen. Details ja, aber ohne an meinem Trommelfell zu kratzen (wie etwa der T90 von Beyerdynamic).
Aufgefallen ist mir, dass der HE-560, ähnlich Beyerdynamics T-Modellen insgesamt zwar "neutral-hell" klingt, sowohl Blechinstrumenten als auch Klavier in den oberen Lagen aber einen Hauch von Wärme mit gibt. Ob das an der Senke zwischen 5 und 6 KHz vor der eigentlichen Hochtonanhebung liegt, die man so ähnlich auch bei den Teslas findet? Keine Ahnung, klingt für mich jedenfalls leicht verfärbt, aber keineswegs störend. Beim Thema verfärbt fällt mir noch ein, dass der Hifiman beim "Regen- und Klatschtest" (wie viele andere Modelle auch) durchgefallen ist. Soll heißen: eine per HE-560 wiedergegebene Aufnahme von Regen klingt meiner Meinung nach eher nach in der Bratpfanne brutzelndem Spiegelei, der Applaus bei Livekonzerten hat etwas von knisternder Chipstüte.

Hifiman HE-560


Wie fällt nun mein persönliches Fazit für den HifimanHE-560 aus? Aus klanglicher Sicht macht der HE-560 meiner bescheidenen Meinung nach sehr vieles richtig, einiges extrem gut und weniges ist kritisierenswert.
Ich empfinde ihn als insgesamt ausgewogenen Kopfhörer, mit Tendenz zur "hellen Seite der Macht". besonders angetan haben es mir der eher schlanke, dabei straffe und tiefreichende Bassbereich und die detailreiche Wiedergabe, die aber nicht mit einem aufdringlichen Hochton einhergeht.
Aber wäre er mir die geforderten 900 Euro wert?
Auch wenn er mir klanglich mit kleinen Abstrichen sehr zusagt: eher nein. Allerdings ist mir in Anbetracht der Klangqualität, die man heutzutage für 200 bis 400 Euro bekommt, kein Kopfhörer aus rein klanglicher Sicht 900 Euro wert.
Und falls ich doch mal 900 Euro für einen neuen Kopfhörer in die Hand nehme, muss das Gesamtpaket absolut stimmig sein. Dann erwarte ich den Einsatz von Metall, Leder sowie gegebenenfalls Vollholz für die Ohrmuscheln und Wertigkeit in allen Belangen. Meine persönliche Referenz in Sachen Anfassqualität ist hier der Beyerdynamic T1, der einem bereits haptisch vermittelt, etwas Exklusives und Wertiges in der Hand zu halten.
Das gelingt dem Hifiman HE-560 meines Erachtens nicht in dem Maße.
Den Listenpreis wäre er mir daher nicht wert, bei einem Preis von 500 bis 600 Euro würde ich hingegen sagen: passt.

Zum Abschluss noch ein "Danke!" Richtung Sieveking für die Bereitstellung eines Testhörers und an BurtonCHell für die Organisation.

Hifiman HE-560

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Damit der ein oder andere das Geschriebene besser einordnen kann, nachfolgend ein paar Anmerkungen zu meinen Hörgewohnheiten, geschrieben vor Erhalt des Hifiman.

Kopfhörer habe ich über lange Zeit immer wieder sporadisch genutzt, wenn es "nicht anders ging". Seit der Geburt meines ersten Kindes vor rund fünf Jahren greife ich aber überwiegend zum Kopfhörer – oftmals sogar dann, wenn ich zu Hause sturmfrei habe und die Wiedergabe über Lautprecher niemanden stören würde.
Während der vergangenen drei Jahre habe ich mich dann sukzessive durch (fast) alle für mich interessanten Modelle gehört. Darunter waren Kopfhörer mit einem Listenpreis im Bereich von 100 bis etwa 900 Euro, wobei die Mehrzahl in die Kategorie bis 500 Euro fiel.

Bei allem Wechsel aber gab und gibt es eine Konstante in meinem Wohnzimmer, und deren Name lautet Sennheiser HD 600.
Dieser Senni ist für mich das Äquivalent zu einem - im positiven Sinne - ausgelatschten Turnschuh. Ich ziehe ihn an, und es passt einfach. Angefangen beim für mich perfekten Tragekomfort (geringes Gewicht und auf meinem Kopf perfekter Anpressdruck), über die im Bedarfsfall einfache Austauschbarkeit aller - zugegebenermaßen nicht immer preisgünstigen – Teile, bis natürlich zum Klang. Diesen empfinde ich als (druck)voll, detailreich und "körperhaft", bei vergleichsweise kleiner Bühne mit sehr guter Ortbarkeit.

Neben dem HD 600 habe ich seit einiger Zeit eigentlich immer einen Zweitkopfhörer als klangliche Ergänzung parat. Im Grundsatz handelte es sich bis vor kurzem um Modelle, die im Vergleich zum HD 600 ein wenig "heller" beziehungsweise detailreicher klingen, wie etwa ein AKG K 601, ein Beyerdynamic DT 880 (600 Ohm) oder ein Shure SRH940. Ich schreibe "bis vor kurzem", weil ich mittlerweile ein Faible für eher "dunkel" abgestimmte Kopfhörer mit gering ausgeprägter Hochtonanhebung entwickelt habe.
So hat nach dem Philips X1, den ich allein aufgrund des für mich unbefriedigenden Tragekomforts wieder verkauft habe, ein HD650 (wieder) bei mir Einzug gehalten. Nach einem stressigen Arbeitstag und im Anschluss daran tobenden Kindern zu Hause ist so ein in den Höhen sanft klingender Kopfhörer einfach eine Wohltat für meine Lauscher.

Soweit zu meiner Ist-Situation. Nun kurz noch zum Thema Hifiman. Die Firma ist mir über das Forum und die zahlreichen Berichte natürlich bekannt. Richtig interessiert haben mich die Hifimänner bislang allerdings nicht, ohne das ich dafür einen Grund anführen könnte.
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