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Welchen Tonabnehmer für HTE HT-910Q?

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Beitrag
Consystor
Stammgast
#1 erstellt: 21. Jul 2011, 21:13
Hallo zusammen!

Vor fünf Jahren kaufte ich einen gebrauchten HTE HT-910Q Plattenspieler. Ich habe die Nadel nie gewechselt, weil ich meist Schallplatten gehört habe, die nicht mehr im "sehr guten Zustand" sind. Das soll sich ab jetzt aber ändern, weshalb ich die Nadel nun wechseln möchte.

Eine passende Sanyo ST 09 D Nadel für den verbauten Sanyo MG 09 Tonabnehmer kostet ca. 15EUR. Ein AT 95 E Tonabnehmer mit Nadel kostet 20EUR. Angeblich original - kann das sein? Ich habe gelesen, dass sich das AT 95 E gerade für Rock und POP gut eignen soll.

Eigentlich höre ich nur 80er-POP- und Rock-Schallplatten, weil mir der Klang besser gefällt als von CD. Andere Richtungen, wie Jazz oder Techno höre ich "digital".

Da wollte ich vorher bei Euch rückfragen, ob dieser Schritt richtig wäre (also von Sanyo MG 09 zu AT 95 E zu wechseln) oder ob ich einen für mich geeigneteren Tonabnehmer nehmen könnte, wenn ich, sagen wir, bis zu 50EUR ausgeben möchte.
Was wäre z.B. mit einem Ortofon OM 10?

Für Tipps bin ich sehr dankbar!

Viele Grüße


[Beitrag von Consystor am 21. Jul 2011, 21:21 bearbeitet]
rorenoren
Hat sich gelöscht
#2 erstellt: 21. Jul 2011, 23:59
Moin,

je nachdem, was du für Vorlieben hast, könnte das AT95 dir zu hell und unsauber klingen.
Das Sanyo scheint baugleich mit vielen Einsteigersystemen für DJ Plattenspieler zu sein.
(z.B. Groove Tool)
Wie das klingt, weiss ich nicht.

Wenn du einen eher wärmeren Klang bevorzugst, würde ich zum Shure M92 (wird mit 1/2" Adapter geliefert) oder zum M44 raten.
(von Letzterem die Version mit 0,75-1,5g Auflagekraft)
Das M92 habe ich selbst hier und finde es für´s Geld (ca. ab 45 Euro) ziemlich gut.
Das M44 wird hier oft gelobt. (kostet ca. 45 Euro)
Im Preisbereich bis 50 Euro gibt es eh kaum Alternativen.

Da die Platten aus den 80ern häufig recht schrill klingen, würde ich auf jeden Fall das AT95 ausschliessen, da es das noch verschlimmert.
Wenn dein Sanyo bisher für dich gut geklungen hat und es für die 15 Euro eine Originalnadel gibt, könntest du das einfach behalten.
So sparst du auch eine Justage.

Das AT95 hat lediglich den Vorteil einer elliptischen Nadel, was theoretisch eine bessere Abtastung ermöglicht.
Praktisch spielt das aber in dieser Preis/Qualitätsklasse keine Rolle.
Das AT95 neigt dazu, aggressiv zu klingen und leicht zu verzerren, was in Kombination mit den genannten Platten ziemlich nach hinten losgehen könnte.
Ich habe Systeme mit sphärischer Nadel die besser abtasten als manche mit elliptischer Nadel.
(alle "billig")

Gruss, Jens
Consystor
Stammgast
#3 erstellt: 22. Jul 2011, 12:03
Hallo Jens,

hey, das sind mal wirklich viele Infos!

Ja, ich denke vor meinem Kauf wurde der Plattenspieler als DJ-Plattenspieler genutzt, weil eine Silder-Matte dabei war.

Was einen hellen Klang angeht, so wäre dieser wünschenswert, sofern die Bässe ordentlich abgebildet werden (besser zu stark als zu schwach und vor allem weich - die des MG09D klingen manchmal etwas zu sehr nach "Plastik"). Zu starke Höhen kann ich mit meinem Equalizer herunterregeln. Wenn ich einen linearen Frequenzgang will, dann höre ich Digitalaufnahmen.

Unsaubere Höhen wären hingegen ein Problem, denn das hasse ich. Der Sanyo MG 09 D klingt für meine Begriffe recht weich. Ansonsten wäre es auf meinen relativ hochauflösenden Sony MDR-SA 3000 Kopfhörern, mit denen ich normalerweise natürlich keine Schallplatten höre, sehr schnell unerträglich, doch das ist nicht der Fall.

Die Höhen mancher Platten (wie eine von Van Halen) klingen mit dem MG 09 D aber verzerrt, obwohl manche sehr selten gespielt wurden. Besonders S-Laute werden dann unrein widergegeben. Der Tonabnehmer ist zudem genau justiert (wie ich es halt kann). Auch die Auflagekraft stimmt. Ich habe sie spaßeshalber nachgewogen und war sehr verblüft, wie genau die Skala am Tonarmgegengewicht ist. Eine richtige Justierung dürfte bei einem neuen Tonabnehmer somit eigentlich kein Problem darstellen.

Wenn das AT 95 E gerade bei 80er Platten zum Verzerren neigt und Du mit dem M92 zufrieden bist, dann werde ich es mir vormerken. Die vergleichsweise geringe empfohlene Auflagekraft gefällt mir. Das M44 habe ich eigentlich nur als Modell mit 1,5-3g gefunden. Außerdem sind ja beide von Shure und der angegebene Freuenzgang des M92 ist besser.

Vielen Dank Dir für Deine hilfreichen Kommentare und Vorschläge!

Grüße
Lukas


[Beitrag von Consystor am 22. Jul 2011, 12:25 bearbeitet]
rorenoren
Hat sich gelöscht
#4 erstellt: 22. Jul 2011, 12:24
Moin Lukas,

weiche Bässe kommen evtl. auch durch Resonanzen zustande.
Wenn der Plattenspieler ungünstig steht, so dass ihn direkt Schall erreicht, oder der Boden vibriert, kann das ein Grund sein.
Dass das Sanyo zusätzlich nicht viel taugt, kann auch sein.
Der Plattenspieler ist natürlich auch nicht gerade High End.

Verzerrte Höhen sind bei vielen Platten schon mit draufgepresst.
Eine schlechte oder verschlissene Nadel verstärkt den Effekt natürlich.
Das M92 ist relativ unanfällig für Verzerrungen, beim M44 weiss ich es nicht.
(Shure Systeme verzerren aber eh selten)
Die Auflagekraft liegt in der Praxis meist eher etwas höher als der angegebene Wert.
Mit ca. 1,5g solltest du aber hinkommen, wenn der Arm deines Drehers in Ordnung ist.

Zu korrekten Justage gehört mehr als die richtige Auflagekraft.
Auch geometrisch soll die Nadel immer möglicht wenig Winkelabweichung zur Rille haben.
Um das einzustellen, kann man teure Schablonen kaufen, oder sich kostenlos eine ausdrucken.

Gruss, Jens
Consystor
Stammgast
#5 erstellt: 22. Jul 2011, 12:35
Hallo Jens,

was die Bässe angeht, so meinte ich eher, dass sie mir nicht weich genug sind - sie wirken manchmal etwas holprig. Ich habe außerdem herunterladbare Schablonen benutzt und auf den Winkel der Nadel, wie auch auf das Antiskating geachtet. Es gibt ja schöne Videos im Netz, bei denen alles gut verständlich erklärt wird.

Was den Tonarm angeht, so denke ich ist er vollkommen in Ordnung. Selbst mit dem MG09D kann ich gute Platten mit nur 0,8g Auflagegewicht ohne Probleme hören, was ich dauerhaft natürlich nicht gemacht habe.

Vielen Dank auch für diese Hinweise!

Grüße
Lukas

PS:
Sehe gerade, Du liest die nachdenkseiten.de - das ist mir gleich mal sympathisch - die lese ich nämlich auch und verweise manche Leute darauf, die sich nur den Mainstream reinziehen.


[Beitrag von Consystor am 22. Jul 2011, 12:39 bearbeitet]
rorenoren
Hat sich gelöscht
#6 erstellt: 22. Jul 2011, 14:35
Moin,

der holprige Bass kann mehrere Ursachen haben.
Ein anderes System sollte auf jeden Fall besser klingen als das Sanyo, das wohl eines der billigsten Systeme (MM) überhaupt sein dürfte.
Das Shure M92 ist dagegen schon deutlich "erwachsener".

Wie gesagt, das M44 habe ich selbst nicht gehört.

Gruss, Jens
Consystor
Stammgast
#7 erstellt: 22. Jul 2011, 15:37
Hi,

ich habe einmal nach Angeboten für das Shure M92E geschaut und welche aus den USA gefunden, die inkl. Versand ca. 21EUR kosten (damit sogar im Zoll-Freibetrag). Somit wären der AT95E und der M92E etwa gleich günstig.

Für den Preis wären sogar beide mit einer zusätzlichen Headshell in meinem Etat. Dann könnte ich sie nach Belieben wechseln.

Grüße
Lukas


[Beitrag von Consystor am 22. Jul 2011, 15:45 bearbeitet]
rorenoren
Hat sich gelöscht
#8 erstellt: 22. Jul 2011, 15:43
Moin,

wewnn da die Bezahlung einigermassen sicher ist und im Zweifelsfall dein Geld bei dir bleibt, zugreifen!

Anstelle des AT95 würde ich lieber nach einem ähnlichen Angebot für das M44 suchen.
Das AT würde ich auslassen.

Gruss, Jens
Consystor
Stammgast
#9 erstellt: 22. Jul 2011, 16:00
Ich will eigentlich keine Werbung machen aber es sind mehrere Händler aus den USA und Kanada bei 3-2-1, die diesen TA schon zig-weise verkauft haben... Aus den USA habe ich schon weitaus teurere Sachen bestellt, wie z.B. vor Jahren meine KH, bei denen ich damals trotz Zoll über 100EUR gespart habe.

Lediglich die Lieferzeit wird länger sein aber Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude.

Ein derart günstiges Angebot des M44 habe ich leider nirgendwo gefunden. Die liegen alle bei etwa 45EUR und sind meistens 1,5-3g. Die M44G mit 0,75-1,5g kosten inkl. Versand signifikant über 50EUR + Zoll + Steuern.

Grüße
Lukas


[Beitrag von Consystor am 22. Jul 2011, 16:10 bearbeitet]
rorenoren
Hat sich gelöscht
#10 erstellt: 22. Jul 2011, 22:43
Moin Lukas,

das M44 mit 0,75-1,5 gibt es bei deutschen Musikhäusern auch um den Dreh herum.

http://www.thomann.de/de/shure_m44g_dj_system.htm

Ich denke aber nicht, dass das M92 schlechter ist.
(abgesehen von der Optik vielleicht)

Zusätzliche Headshell ist schon alleine wegen der Vergleichsmöglichkeit gut.
(kostet ab ca. 8 Euro)
Ausserdem kann ein System die zerschraddelten Platten spielen, das andere die guten.



Gruss, Jens


[Beitrag von rorenoren am 22. Jul 2011, 22:43 bearbeitet]
spacelook
Stammgast
#11 erstellt: 11. Jan 2012, 21:39
Hallo zusammen,
ich weiß nicht warum das AT 95 E immer so schlecht dargestellt wird.
Ich konnte jetzt einen Hörtest vollziehen, da mein Dual CS 630 Q mit Softwarefehler störanfällig geworden ist und ich mir einen neuen AT-LP-120 Dreher gekauft habe.
Da dieser Dreher ohne System kommt habe ich mir erstmal das besagte "AT 95 E" montiert.
Im direkten Vergleich zum Dual mit "Ortofon OM 10" & "Shure M95 ED" hat der AT klanglich die Nase vorn.
Er klingt in den Höhen vielleicht ein wenig ruppig. Passt aber gut zu meinen 70er Krautrock LP's.
Habe allerdings meinen AT 95 E nicht zum Billigpreis aus der "Bucht", sondern Original Ware gekauft.
Da scheint es doch einige Qualitätsschwankungen zu geben; von rätselhaften China Importen ist die Finger zu lassen.
Warscheinlich habe ich eine gute Charge erwischt - vor allem der Preis ist der Hammer.
Gruß an alle!!!
rorenoren
Hat sich gelöscht
#12 erstellt: 11. Jan 2012, 23:12
Moin,

so richtig schlimm ist ein halbwegs gut gebautes AT95 nicht.
Es ist halt durch die Nadel limitiert, genauso wie das OM10 (=OMB10).
Das Shure M95ED sollte mit Originalnadel aber schon deutlich besser spielen.
(evtl. Verschleiss oder Nachbaunadel?)

Ich habe auch ein AT95 an einem Pro-Ject 1, das sehr anständig klingt.

Inwieweit es da B-Ware oder gar Fälschungen gibt, weiss ich nicht.
Ich denke einfach, dass bei dem Preis Endkontrolle und präzisestes Arbeiten nicht drin sind.
"Früher mal", als das System noch neu auf dem Markt war, dürfte die Qualität noch besser gewesen sein als heute.
Mein erstes AT95 hat damals im Blisterpack 65 DM gekostet.
Da sass ab Werk der Diamant verdreht im Nadelträger.
Das System klang entsprechend schlecht.
Heute ist eine selbst eingeklebte Nadelspitze am Nadelträger, die deutlich besser klingt.
(sogar minimal besser als das "gute AT im Pro-Ject")

Es ist keinesfalls so, dass das AT ein absolut unbrauchbares Ding ist, aber gerade beim Einstieg ins Vinylleben wäre ein etwas besserer Klang bei weniger Ausschussrisiko schon besser.
Die Enttäuschung könnte gross sein und Vinyl eine kurze Episode.
Wenn man nur 50 Euro ausgibt, bekommt man das AT110, das doch schon deutlich erwachsener klingt.
(und ich habe noch nichts negatives darüber gehört)

Da bei Systemen und Plattenspielern viele Faktoren zusammenkommen, und anders als bei CDs sehr grosse Klangunterschiede mit ziemlich sarken Frequengangschwankungen herauskommen, zählt hier noch mehr auch der "Geschmack".
Wenn ein etwas helleres Klangbild gewünscht ist, kann das AT bei nicht zu anspruchsvoll abzutastenden Platten recht ordentlich klingen.
Es "freut" sich übrigens über etwas schwerere Arme.
(der AT Dreher dürfte einen solchen haben)
Daran klingt es nicht ganz so dünn.

Für´s Geld gibt es nur wenige Alternativen, für nur etwas mehr gibt es "anderen Klang", der mir persönlich besser gefällt.

Gruss, Jens
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