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Haltbarkeit und Fabrikation Audiokassetten

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VoSc
Neuling
#1 erstellt: 16. Aug 2011, 19:19
Hallo Freunde,
meine letzten Kassetten-Audio-Schätzchen habe ich jetzt zu CD´s transscribiert und stelle mir jetzt die Frage, wieso eine 39 Jahre alte Kassette (Eisenoxyd, Dolby B ) von Bert Kaempfert ( kann man auch manchmal hören!) noch keine hörbaren Höhenverluste aufweist. Denn auch meine großen Tonbänder aus der analogen Zeit ( Zweispur, 19cm/s )klangen nach einer Reihe von Jahren schon deutlich dumpf.

Wie wurden Audiokassetten eigentlich fabrikmäßig bespielt,so daß sie am Ende auch noch bezahlbar waren?
In Sekundenschnelle aus einer Hochdruckpresse kamen sie nicht!

Wer hierüber Bescheid weiß und Lust hat mir zu antworten, dem sei Dank und Gruß aus Kassel
Volker

PS.: Sehe ich das falsch, oder ist das wirklich so ?
Gibt es wirklich kaum noch echte Hi-Fi-Läden, sondern nur noch "Billig-Electronik-Ramsch"?!

In Kassel jedenfalls hat nach meinem Eindruck nur noch eins von etwa fünf überlebt. Schade! Wir Hi-Fi-Freunde sterben wohl aus.
rorenoren
Hat sich gelöscht
#2 erstellt: 16. Aug 2011, 21:55
Moin,

je nach Bandmaterial bleiben die Höhen oder gehen.
Es gab einige Bänder, z.B. BASF Chromdioxyd II, die rapide an Höhen verloren haben, hingegen sind die Chromdioxyd Super II sehr haltbar.
Bei Tonbändern ist das genauso.
Wie auch bei Kassetten gab es von BASF eine Serie, deren Beschichtung sich heute ablöst.
(braune Schmiere an Köpfen und Umlenkachsen)
Natürlich hatten auch andere Hersteller diese Probleme.

Das Bespielen der Musikcassetten wurde mit sehr hoher Geschwindigkeit vorgenommen.
Daher auch die oft üble Qualität.

HiFi- Läden gibt es schon noch, nur Mainstream lässt sich nicht mehr verkaufen.
(ausser im Internet und im Blöd Markt)

Daher gibt es nur noch Schickimicki oder Blöd und Planeten- Märkte.

Gruss, Jens
Stefanvde
Inventar
#3 erstellt: 17. Aug 2011, 08:00
Hast Du die digitalisiere MC auf HDD liegen oder auf CD-R gebrannt?
Wenn Du sie gebrannt hast dann leg die MC gut wieder weg,lagern schein bei Dir ja top zu klappen.

Die Wahrscheinlichkeit das die MC nochmal länger hält wie eine heutige CD-R ist nicht soooo klein.
VoSc
Neuling
#4 erstellt: 17. Aug 2011, 10:15
Hallo,
danke für Dein Interesse. Hab´alle meine LPs und auch MC´s von früher und einige hundert Satelitten-TV- und Radio-Jazzkonzerte am PC überarbeitet, auf CD-R gebrannt in wav-Format und auf externer Festplatte sicherheitskopiert. Ich hoffe, die Daten stehen dann noch, wenn die CD`s nicht mehr wollen, die ich aber zur Sicherheit dunkel lagere. Mit Deiner Vermutung hast Du sicher recht, aber die ersten von mir gebrannten Musik-CD´s, 3 oder 4 Jahre alt, funktionieren noch einwandfrei.
Gruß
Volker
Stefanvde
Inventar
#5 erstellt: 17. Aug 2011, 10:36
Ja,kommt immer ganz auf das Zusammenspiel Rohling-Brenner an,da hilft nur rausfinden was sich gut verträgt...

Aber Sicherheitskopie auf externer HDD reicht völlig.

Ich brenne gar nichts mehr was ich vom Internetradio mitschneide,hauptsächlich Live-Konzerte,werden ja öfter mal im Netz übertragen.
Ich bin ein großer Freund von Livemitschnitten.

Heute habe ich sowas schön fertig bearbeitet auf externer HDD und eine genau gleiche 2. als Sicherheitskopie.

Wenn ich mir was anhören will davon kopiere ich es auf USB-Stick und dann wird über Player wiedergegeben.

Den Umweg erst eine Audio-CD zu brennen spare ich mir inzwischen ganz,denn was einmal mp3 war wird eh kein wav mehr.
Archibald
Inventar
#6 erstellt: 17. Aug 2011, 11:09
Hallo zusammen,

ich will nicht ausschließen, dass Ihr Probleme mit Euren CDs habt. Für mich kann ich sagen : Ich habe 1987 mit CDs angefangen und habe ca. 1200 Stck, einen Ausfall hatte ich bis jetzt noch nicht.

Gruß Archibald
Stefanvde
Inventar
#7 erstellt: 17. Aug 2011, 11:57
Hi Archibald,hier geht es um Digitalisierung,als gebrannte CD-R's,nicht um gepresste.

Bei deiner Menge gehe ich doch stark davon aus das es gepresste sind.

Und auch bei CD-R gibt's Unterschiede.Die die ich vor 10 Jahren gebrannt hab laufen zu 99% auch heute noch,allerdings gibt's einen starken Rückgang der Qualität bei Rohlingen in den letzten Jahren.


PS:Wenn es sich bei Deinem doch um CD-R handelt,dann bitte bitte unbedingt Näheres zu deiner Kombi Brenner/Rohlinge.



MfG Stefan


[Beitrag von Stefanvde am 17. Aug 2011, 11:59 bearbeitet]
luckyx02
Hat sich gelöscht
#8 erstellt: 17. Aug 2011, 15:43
Hallo,
in den 80ern begann der Siegeszug der Kopiermaschinen für Cassetten. Zuerst gab es die
"Analog Bin" Maschinen mit einem Mastertape in Endlostechnik. Damit war man in der Lage eine 64fache Geschwindigkeit beim überspielen zu erlangen, auf bis zu 14 Kopierer simultan alle 4 Spuren.

Die Trennung wurde über einen 8Hz Piltton gesteuert. Diesen wird man bei prerecorded Tapes aus der zeit am Anfang und Ende als Blubberton wahrnehmen können.

Hier kann man sich das mal ansehen :

http://www.audiodups.com/manufacturing.html

...das war aber nicht das Ende. Mitte der 80er jahre erfand die Fa. "Concept Design" eine "Digital Bin" Kopiermaschine.
Als Master fungierte eine digitale Kopie. Hiermit war es möglich bis zu 96facher Geschwindigkeit zu kopieren....nur mit den bescheidenen Vorteil den Wow +Flutter durch die jetzt mögliche Geschwindigkeit quasi auf "Null" zu setzen. Man sollte auch nicht vergessen, das sich entsprechend hohe Frequenzen im MHz Bereich ergeben. Man also nicht "einfache" D/A Wandler und normale analoge Schaltungen nehmen konnte. Ein wenig mehr steckt schon hinter dem durch die Fa. "Concept Design" patentierten Technik der "Digital Bins" ! Was übrigens nichts anderes als "Digitaler Behälter" heisst.
Das der Azimuth bei der verwendeten Hochfrequentztechnik, wie in Stein gemeisselt ist versteht sich ebenfalls von selbst. Die Köpfe der einzelnen Slaves (!) waren faustgross !

Durch die geringere Sättigung des Tapes mangels sonst mitkopierten, analogen Grundrauschen des Mastertapes, konnte man diese ( Compact Cassetten) Bänder bis +8dB teilweise sogar bis +10dB Peak verzerrungsfrei kopieren. (Ich habe da jede Menge von, die auf geeichten Metern das auch wirklich anzeigen ! ) Dadurch ergab sich in Verbindung mit dem "einfachen" Dolby B, Rauschabstände um die 70dB auf den prerecorded Tapes. Was ein sehr guter Wert ist, wie ich finde und entsprechend hoch ist die Klangqualität dieser Cassetten !

Übrigens wurde diese Technik auch von Sheffield Labs und Nakamichi für ihre Eigenproduktionen verwendet. Auch mit entsprechend höchstwertigen Bandmaterial und sogar Dolby C.

Das ist alles nicht auf meinen Mist gewachsen, sondern berichtet von einen in dieser Branche tätig gewesenen "serious Tapehead" im Tapeheadforum....

Hier im original :

http://www.tapeheads...highlight=BASF+Ferro


[Beitrag von luckyx02 am 17. Aug 2011, 15:45 bearbeitet]
Stefanvde
Inventar
#9 erstellt: 17. Aug 2011, 15:51
Danke,interessanter Bericht.

Besitze auch noch einige Originalcassetten,könnt ich glatt mal wieder reinhören.
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