Auflagekraft, Antiskating - Zischlaute

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ChrisDangerous
Schaut ab und zu mal vorbei
#1 erstellt: 23. Aug 2012, 22:11
Hallo.

Wie ich hier ja schon beraten wurde, bin ich seit einigen Monaten im Besitz eines schönen Dual 510 mit einem Shure-System.

Läuft auch alles soweit gut, nur bei einer Platte hatte ich Probleme. Es handelt sich um das Album "My Head is an Animal" von "Of Monsters and Men".

Das Album klingt soweit gut, jedoch sind die scharfen Laute im ersten Song sehr "zischig", so dass es ziemlich störend ist, das Lied zu hören. Bei anderen Liedern ist das nicht so, bzw. lange nicht so stark. Vielleicht hat ja jemand hier das Album und kann kurz sagen, ob das bei ihm auch so ist.

Hatte gestern dann mal mit AK und AS rumprobiert. Das Zischen hatte sich verbessert, nachdem ich die AK und AS hochgestellt hab. Tonarm war korrekt ausgependelt.

Empfohlen war eine AK von 1,25, ich habe sie jetzt hochgestellt auf 2,0, ebenso das AS.

Kann das schädlich für die Platten sein, wenn ich das jetzt auf Dauer so eingestellt lasse? Weil eigentlich ist ja weniger empfohlen. Kann man das Zischen noch anders wegbekommen?

Generell: Wie wirken sich AK und AS auf den Sound aus? Eigentlich höre ich keinen Unterschied nach der Umstellung, außer bei den Zischlauten
luckyx02
Hat sich gelöscht
#2 erstellt: 23. Aug 2012, 22:24
Das ist wie so oft falsch interpretiert. Am meisten zischelt es wenn der Diamantschliff nicht exakt dem Winkel des Schneidstichels nachfährt. Wenn du die Ak erhöhst, sinkt der Cantilever stärker ein, der Gesamt VTA wird flacher. Der Winkel liegt dichter an 20°, die Verzerrungen nehmen ab.

Du musst also deinen Teller etwas "aufpolstern" oder die Tonarmbasis absenken. Am schnellsten lässt sich die Tellerhöhe mit Hilfe einer zweiten (alten) Platte erhöhen. Da kann man hören ob es besser wird, eventuell noch eine 2. drunter legen. Der Bass nimmt zu, die Höhen sind nicht mehr so spitz. Du musst mit der AK natürlich wieder auf "normal" gehen.

Ich habe das just heute abend wieder mit der Königin der Systeme, einem Sonus Dimension 5 erlebt. Das reagiert schon auf 0,1mm Höhenänderung mit einer deutlichen Zunahme an Verzerrungen. Ich habe genau für diesen Zweck immer mehrere verschieden dicke Tellermatten um unterschiedlich dickes (!) Vinyl damit an diesem System auszugleichen. Die Nadel sieht aber auch einem Schneidstichel zum verwechseln ähnlich.....

Ganz so extrem wird das bei dir nicht sein....

Und nein schaden tut das erhöhen der AK keinesfalls, andersrum schon eher....
Wenn man die benötigte Höhe fixiert hat, kann man auch ein entsprechendes Distanzstück unter das System montieren. Das hat den gleichen Effekt.
Welches Shure ist es denn ?


[Beitrag von luckyx02 am 23. Aug 2012, 22:34 bearbeitet]
juergen1
Inventar
#3 erstellt: 24. Aug 2012, 00:31

ChrisDangerous schrieb:
Empfohlen war eine AK von 1,25, ich habe sie jetzt hochgestellt auf 2,0, ebenso das AS.

Kann das schädlich für die Platten sein, wenn ich das jetzt auf Dauer so eingestellt lasse?
Hallo Chris,
bei den Platten erhöhts wohl nur minimal den Verschleiß, ist für diese aber ansonsten bestimmt nicht schädlich. Es gibt ja schließlich auch Tonabnehmer mit wesentlich höherer Auflagekraft.
Ich würd trotzdem versuchen, das Problem entweder mit Veränderung der Tonarmhöhe hinzukriegen, oder mit alleiniger AS-Korrektur.
Wenn die Verzerrungen vorrangig im rechten Kanal auftreten, mußt Du das AS erhöhen und umgekehrt.
Das Auspendeln hast Du hoffentlich richtig gemacht? Wenn Du Auflagekraft auf Null stellst, muß der Tonarm annähernd in der Schwebe sein.
Gruß
Jürgen
Bepone
Inventar
#4 erstellt: 24. Aug 2012, 08:43
Hallo,

von 1,25g auf 2g ist ein großer Schritt. Was sagt denn die Herstellerempfehlung des Systems? Bzw. welches System und welche Nadel ist es?

Wenn man dauerhaft mit wesentlich zuviel AK fährt (und wenn der Hersteller 1,25g max. sagt, dann ist 2g deutlich zu viel), ruiniert man sich das Nadelträgerlager.
Den Diamant und die Platten werden's nicht weiter stören.


Gruß
Benjamin
akem
Inventar
#5 erstellt: 24. Aug 2012, 10:43

juergen1 schrieb:

bei den Platten erhöhts wohl nur minimal den Verschleiß, ist für diese aber ansonsten bestimmt nicht schädlich. Es gibt ja schließlich auch Tonabnehmer mit wesentlich höherer Auflagekraft.


Hallo,

das ist leider so nicht richtig. Es stimmt zwar, daß die absolute Auflagekraft den Verschleiß der Platte nicht so gravierend beeinflußt, solange sie nicht absurde Größenordnungen (so >5g) annimmt. Aber: jedes System braucht eine bestimmte AK und die muß stimmen. Die AK bestimmt mitnichten alleine darüber, ob der Diamant bündig an der Rille anliegt. Da spielt z.B. das Zusammenspiel aus Compliance und Tonarmmasse mit oder die Länge des Nadelträgers (Hebelwirkung) oder auch die bewegte Masse des schwingfähigen Systems im Tonabnehmer. Entscheidend ist also nicht die absolute Höhe der AK sondern ob der Tonabnehmer mit der RICHTIGEN AK fährt... Der Hersteller hat die Zahlen, die er angibt, sicher nicht einfach so ausgewürfelt

Gruß
Andreas
kempi
Inventar
#6 erstellt: 24. Aug 2012, 10:59
Hallo

um hier genauer helfen zu können, mache doch bitte folgende Angaben:
Hast Du das System -- wie z.B. in diesem Video gezeigt -- korrekt eingebaut?
Welches Shure-System hast Du genau?
Ist die AK 2,0 mit einer Tonarmwaage ermittelt oder liest Du die am Tonarm ab?

Beschaffe Dir eine Hifi-Testplatte. Da sind Testsignale mit einer Schnelle von ca 30 bis 80 mü horizontal und vertikal drauf.
Die AK ist korrekt eigestellt, wenn 50 mü horizontal und vertikal ohne Verzerrung abgespielt werden. Wenn Du unter 50 mü horizontal und vertikal Verzerrungen hörst, dann erhöhe die AK. Bei korrekter Tonarm- und Systemjustage wird die vom Systemhersteller empfohlenen AK erreicht oder leicht (max. 0,1-0,25) überschritten.
Eine AK-Erhöhung von 1,25 auf 2,0 bringt nichts, da auf normalen Platten keine Signale mit einer Schnelle größer 50 mü horizontal und vertikal drauf sind. Allenfalls bei Direktschnitten wird mal eine Schnelle von 60 mü horizontal und vertikal erreicht.



[Beitrag von kempi am 24. Aug 2012, 11:19 bearbeitet]
directdrive
Inventar
#7 erstellt: 24. Aug 2012, 11:46
Moin,

nur 'mal so ganz am Rande: Wenn man einfach 'mal voraussetzt, daß im Dual noch der originale Tonabnehmer verbaut ist, handelt es sich um ein Shure M-95G. Die optimale Auflagekraft für die originale Shure-Nadel ist mit 1,25 p bzw. 12,5 mN angegeben.

Ich würde nun allerdings nach 35 Jahren annehmen, daß die Nadel nicht mehr zwangsläufig ihren originalen Spezifikationen entspricht, d.h. es ist möglich, daß sich das Lagergummi verhärtet hat, die Nadel abgenutzt ist oder aber längst durch eine Nachbaunadel (mit oft geringerer Compliance) ersetzt wurde. In jedem dieser Fälle wäre es denkbar und naheliegend, daß eine saubere Abtastung mit der nominellen Auflagekraft nicht mehr (oder zumindest nicht bei allen Platten) möglich ist.

Vielleicht ist vorerst ein hier gepostetes Photo von System und Nadeleinschub sinnvoller als der Kauf einer Testplatte?

Grüße, Brent
Bepone
Inventar
#8 erstellt: 24. Aug 2012, 12:19
Hallo,

die Idee, das System per Testplatte zu prüfen, ist nicht schlecht.
Damit kann man prima die optimale Auflagekraft einstellen.

Allerdings zwei Bemerkungen dazu:

- es ist keine "Schnell", sondern eine tatsächliche Auslenkung in Mikrometer
- man sollte schon min. 60µm erreichen, 50 sind für die Praxis allermeist zuwenig. Besser noch sind 70 (horizontal).


Gruß
Benjamin
juergen1
Inventar
#9 erstellt: 24. Aug 2012, 13:33
Hallo Andreas und Benjamin,
schon klar. Deswegen sagte ich ja auch, daß es für "diese", also die Platten, nicht schädlich ist.
Für den Tonabnehmer selbst kann es natürlich auf Dauer nicht gesund sein, mit einer so deutlich erhöhten AK zu fahren.
Gruß
Jürgen


[Beitrag von juergen1 am 24. Aug 2012, 13:42 bearbeitet]
ChrisDangerous
Schaut ab und zu mal vorbei
#10 erstellt: 24. Aug 2012, 13:56
Also zu meinem Dreher:

Es ist ein Dual 510 mit Shure M G 95 LM.

Ich hatte mir eine Nachbaunadel von Cleorec geholt, DN 362, die elliptische Nadel.

http://www.ebay.de/i..._rvr_id=379113693977

(HIer steht übrigens empfohlene AK 0,9 bis 1,3)

Hatte den Plattenspieler gründlich gereinigt und auch die Kontakte am Headshell gesäubert.

Den Tonarm habe ich bei AK und AS = 0 ausgependelt.

Das Ding läuft auch soweit prima und der Sound ist gut. Bis auf ein wenig knistern bei älteren Platten. Könnte man aber evtl. durch Waschen verbessern, habe ich noch nicht ausprobiert.

Es ist mir auch erst bei der genannten Platte aufgefallen. Im ersten Lied sind die Zischlaute sehr auffällig gewesen, im zweiten Lied dagegen überhaupt nicht.

Abgesehen vom weniger Zischen habe ich keine Auswirkungen auf den Ton gemerkt, wenn ich AK und AS probeweise geändert hab. Vllt sind meine Ohren auch zu schlecht?
Sanug
Stammgast
#11 erstellt: 26. Aug 2012, 23:53
Das Problem könnte an der Nachbaunadel liegen. Bei Nachbauten gibt es sehr unterschiedliche und leider oft mangelhafte Qualitäten. Früher gab es nicht wenige, die viel zu hart gelagert waren und deshalb eine wesentlich höhere Auflagekraft als die Originalnadel erforderten.

Falls du die alte Originalnadel noch hast, kannst du sie ja mal einsetzen und vergleichen, ob sie gleich tief einsinkt wie der Nachbau.
juergen1
Inventar
#12 erstellt: 27. Aug 2012, 00:12
Dumme Frage zwischendurch: Befinden sich diese Lagergummis, die verhärten können, eigentlich grundsätzlich an der (Austausch-)Nadel?
Hab nämlich noch nie eine Nadel getauscht.
Gruß
Jürgen


[Beitrag von juergen1 am 27. Aug 2012, 00:16 bearbeitet]
akem
Inventar
#13 erstellt: 27. Aug 2012, 08:47
Normalerweise ja.
boozeman1001
Inventar
#14 erstellt: 27. Aug 2012, 08:48
Ja.
phart
Schaut ab und zu mal vorbei
#15 erstellt: 29. Aug 2012, 07:17
Hi
Bei der Platte sind die s Laute sehr extrem, bei mir auch so
Gruß peter
ChrisDangerous
Schaut ab und zu mal vorbei
#16 erstellt: 06. Sep 2012, 00:17
Ich hab jetzt gad nochmal ausprobiert, Platten drunterzulegen um die abzuspielende Platte zu erhöhen. Konnte allerdings kein Verbessern im Zischen feststellen. Ganz im Gegensatz zu der Erhöhung der AK und des AS, was eine deutliche Verbesserung ergibt!

Scheinbar bin ich ja nicht der Einzige, der dieses Zischen auf dem Album hat.

Ich will natürlich optimlen Klanggenuss, allerdings weiß ich nicht, inwieweit man da jetzt überhaupt Unterschiede hören kann, wenn mn noch mehr an dem Dreher rumfummelt. Prinzipiell bin ich ja schlließlich mit dem Sound recht zufrieden. Ich weiß allerdings nicht, was man noch mehr "rausholen" könnte...
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