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Plattenspielerfrage: Techincs SL 1210 vs. Super OEM vs. Pioneer PLX 1000

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DOSORDIE
Inventar
#1 erstellt: 30. Sep 2014, 17:32
Hallo,

ich bin kein DJ, bin aber schon lange von Direkttrieblern und der massiven Verarbeitungsqualität dieser Dreher überzeugt und würde mir auch zum Hören keinen Riementriebler ala ProJect oder irgendwelchen Voodoomarken mehr kaufen, auch die, die der Ansicht sind, dass Laufwerke ausserhalb des Rausch und Rumpelfaktors, der Gleichlaufschwankungen und der Gehäusedämmung zum Klang beitragen kann ich nicht bestätigen.

Mein erster Plattenspieler war ein Technics SL BD20, dann kam ein SL Q3, dann ein HiFi 80 von ITT, diverse Mittelklasse DUALs, ein WEGA und dann wären da noch ein Plastik Fisher mit Tangentialtonarm und ein absoluter Exot: Der Sony PS-F9, dann kam irgendwann noch ein Reloop RP 3000 MK II, den ich einem Freund im Tausch abgeluchst hatte...

Ich kann nach der Anzahl der Plattenspieler auf jeden Fall sagen, dass der Löwenanteil des Klangs aus dem System kommt und dass ein System nicht richtig funktioniert, wenn es nicht korrekt eingestellt ist, nicht zum Arm passt oder nicht mit Direkttrieblern zurrecht kommt und dann auf einen Direkttriebler geschraubt wird - dann brummts nämlich durch die Einstreuung ganz eklig, dann kommen noch so Themen wie Resonanzfrequenz und Azimuth, aber selbst ein Plastiktonarm eines Tangentialplattenspielers hat für mich jetzt keine offensichtlichen klanglichen Einbussen hervorgebracht, es waren keine hörbaren Resonanzen, verfrühte Rückkopplungen oder Rumpelgeräusche auszumachen und die Platten wurden aufgrund der immer geraden Führung teilweise sogar besser wiedergegeben, als mit einem herkömmlichen Tonarm.

Als sehr wichtig stufe ich das Tonarmlager ein, denn vor Allem mit Platten, wo die Rillen enger sind, weil sie Überlänge haben reagierten ALLE nicht tangentialen Plattenspieler, die bisher hier standen BIS AUF den SL 1210 gleich, unabhängig vom System (das waren Einige), sie sprangen immer an der gleichen Stelle. Der SL 1210 war bisher der einzige Plattenspieler, bei dem alle meine Platten nicht springen und nein - da sind weder starke Kratzer noch Dreck in der Rille und ich habe auch mit den selben Systemen gegengetestet, es MUSS also am Tonarmlager liegen, das wohl beim 1210er höherwertiger ist, als bei den kleineren Modellen, die ich vorher hatte. Bei den tangentialen Plattenspielern ist es wohl die Tonarmführung, die die Nadel sicherer in der Spur hält.

Seit ich den SL 1210 MK 5 habe, bin ich auch von seiner Entkopplung beeindruckt, er ist absolut unempfindlich gegen Trittschall, selbst wenn man während des Betriebs gegen das Gehäuse klopft oder versehentlich dran kommt, ist im Vergleich zu anderen Plattenspielern kaum was zu hören, dagegen sind tatsächlich alle Dreher, die ich bisher hatte absolute Gurken und das gefällt mir auch bei meinem reloop RP 3000 MK 2 nicht, den ich als Zweitgerät in der Küche betreibe.

Nun zum eigentlichen Thema: Wenn man so einen OEM Plattenspieler anfasst, dann hat man schon ein solideres Gefühl, als bei einem Heimplattenspieler mit Halbautomatik bis zur unteren Mittelklasse und auch die Entkopplung ist hier besser, aber wenn man dann einen Technics SL 1210 in die Hände bekommt ist Alles noch Mal 100 fach besser und solider, auch das lasche Laufwerk des OEMs und der Plastiksockel des OEM Tonarms wirken auf Einmal irgendwie "wackelig" dagegen.

Bei den Super OEMs sieht es nun schon anders aus, wenn man mal sowas angefasst hat, dann könnte man von der reinen Haptik eigentlich denken, dass die Beiden absolut ebenbürtig sind. Die Datenblätter sprechen dann eine andere Sprache, richtige Reviews und anständige Messungen ausserhalb des Datenblattes gibt es dazu aber nicht und die Reviews bei Youtube und Co. bringen mich auch nicht weiter, denn die Feststellungen über Gleichlaufschwankungen und Entkopplungen werden einfach nur aus dem Datenblatt übernommen, keine Trittschallmessungen gemacht o.ä., selbst 2 gleiche Platten spielen kann ja kaum eine korrekte Messmethode sein, denn sie sind ja eben nicht 100%ig gleich und der Gleichlauf wird bei Serato auch nur sehr ungenau angezeigt.

Den RP 6000 beispielsweise empfand ich immer als guten Plattenspieler, allerdings fand ich ihn ziemlich hässlich, ich weiß auch aus dem Bekanntenkreis von Leuten, die damit DJaying betreiben, dass sie damit sehr zufrieden sind, ein Freund, der einen RP 6000 und einen SL 1210 besitzt empfindet qualitativ Beides auf einem gleichen Level, da er aber nur Maxis und Timecode Platten damit spielt, kann er z.B. schlecht beurteilen, wie sich meine auf den meisten Plattenspielern springenden Platten auf dem Super OEM Tonarm verhalten und ob dieser Arm vergleichbar mit dem eines 1210ers ist. Vom OEM Arm meines Reloops weiß ich ja, dass sie auf ihm ebenfalls springen.

Nun kam letztes jahr der RP 7000/8000 auf den Markt und stellt designtechnisch die erste "vollkommene" Alternative zum SL 1210 für mich dar, die ein Super OEM Laufwerk verbaut hat, billigere Dreher, die 100%ig aussehen wie der SL 1210 gibt es Viele.

Beim RP6000 sind die Füsse wie auch beim 1210er verstellbar, beim RP7000 weiß ich es nicht, es sieht eher so aus als hätte man die komplette Unterseite des RP 1000-4000 übernommen, aber einen direkten Vergleich habe ich ja nicht, verstellbare Füsse wären mir zum Ausrichten aber schon ziemlich wichtig.

Nun hat Pioneer noch den PLX 1000 auf den Markt geschmissen, der Tonarm sieht dem SL 1210 zum Verwechseln Ähnlich, während man munkelt, dass das Laufwerk ebenfalls ein Super OEM ist, was DAFÜR spricht sind die 4,5 kg Drehmoment, die auch die restlichen Super OEMs haben, während der Technics bei 1,5 kg liegt, was zum Hören natürlich egal ist.

Beim OEM Laufwerk bilde ich mir ein die Gleichlaufschwankungen hören zu können, wenn die Platte nicht genau mittig gepresst ist, obwohl sie wie beim Super OEM Laufwerk mit 0,1 % WRMS angegeben sind, während Technics immer 0,025 % angegeben hat, der neue Reloop RP 7000 hingegen liegt angeblich bei 0,01% WRMS, was merkwürdig wäre, wenn das Laufwerk das Gleiche ist, allerdings gibt es auch Hinweise darauf, dass Technics seine Werte geschönt hat und sie auch weit über 0,025% liegen. Da das OEM Laufwerk nicht so viel Zug hat könnten die hörbaren Gleichlaufschwankungen auch durch "Dithering" kommen, so heißt es glaub ich, wenn die Platte durch die aufliegende Nadel ausgebremst wird, oder? Der Pioneer ist widerrum wieder mit 0,1% angegeben, irgendwo stand das Laufwerk sei ein Technics Patent, wogegen die 0,1% und die 4,5 kg sprechen, der Pioneer ist ein Kilo schwerer, angeblich wurden sowohl Tonarm als auch Entkopplung von Pioneer entwickelt aber das klingt für mich Alles nur nach Werbewirksamkeit, dazu kommt auch, dass der Pioneer 1 kg schwerer ist, während die Super OEMs leichter sind, aber sagt das wirklich was über die Entkopplung aus?

Zum Hören brauche ich keinen Pitch ausserhalb 8% - eigentlich bräuchte ich gar keinen, auch eine Reverse Funktion ist unnötig, aber woran ich mich schnell gewöhnt habe ist der schnelle Anzug, den man beim SL 1210 MK 5 ja einstellen kann und der von den Super OEMs noch übertroffen wird, es ist auch beim Reinhören, wenn man was sucht oder Titel springt wahnsinnig komfortabel, wenn das Gerät schnell anläuft und anhält und vor Allem dann nervt eine Halbautomatik und eine Vollautomatik ganz besonders, wenn man beim Musikhören einpennt ist sie natürlich praktisch, aber dieser Purismus hat schon was für sich. Deshalb gefällt mir beim Pioneer dass der Torque beim Starten und beim Stoppen so hart eingestellt wurde, bei den Super OEMs kann man das ebenfalls einstellen, ich würde das auf dem schnellsten Punkt stehen lassen.

Schade ist, dass Pioneer auf die 78 RPM verzichtet hat, denn die sind bei den Super OEMs mit drin und falls Einem dann doch mal Schellacks in die Hände fallen, wäre das ja schon eine schöne Sache, aber der SL 1210 MK 5 hat leider auch keine 78 Umdrehungen...

Ich würde gerne noch einen dritten Plattenspieler fürs Schlafzimmer haben, aber gleichzeitig auch gern Mal was Neues kaufen, was dem 1210er in Nichts nachsteht oder ihn sogar überbietet und in seiner Optik genau so puristisch und schön ist, dabei ist es für mich nicht wichtig, ob da Technics draufsteht, das Original habe ich ja. Beim Technics gefällt mir übrigens die Farbe nicht so, denn zum Rest der Anlage wäre gebürstetes oder von mir aus auch Glattes schwarz schon passender, grundsätzlich finde ich aber, dass der SL 1210 designtechnisch die Perfektion des soliden Plattenspielers darstellt, weshalb ich auch so auf DJ Dreher fixiert bin, schön finde ich am RP 7000 den eingebauten PreAmp, was beim Pioneer ja leider weg fällt, so kann man ihn unkompliziert auch mal wo anders anschliessen..

Also kann sich ausserhalb dieser Nichtssagenden Reviews, wo keiner Werte ausserhalb des Datenblattes genannt werden mal Jemand zu den wichtigen Dingen äussern, die in erster Linie

Tonarm und Lagerqualtiät
Gleichlaufschwankungen
Rumpelfaktor
und Entkopplung und Trittschalldämmung

darstellen, all diese Werte natürlich im Vergleich zum Technics SL 1210, bei Pioneer habe ich halt auch Angst, dass das Image der Firma die Ehrlichkeit der Aussagen durch das Markenbewusstsein verschlechtert und ich möchte hier eigentlich keine vorurteilbehaftete Diskussion auslösen, sondern einfach nur über tatsächliche Daten und Fakten informiert werden, ich könnte mir vorstellen, dass auch viele Andere, die diese DJ Plattenspieler an der HiFi Anlage nutzen daran interessiert sind...

LG, Tobi
thewas
Hat sich gelöscht
#2 erstellt: 01. Okt 2014, 09:01
Schöne ausführliche Dokumentation , ich hatte auf der IFA auf dem neuen Technics Stand bezüglich des Pio Laufwerks auch gefragt und sie wussten auch nichts dass es irgendetwas mit dem 1200er zu tun hätte, die 0,1% sowie auch das Made in China des Pio sprechen auch dagegen. Leider wird es auch schwer sein vergleichbare Messungen zu finden im heutigen degenrierten Hifi Markt wo eher Pressetexte abgeschrieben und geschwurbelt wird als zu messen.
Wuhduh
Inventar
#3 erstellt: 01. Okt 2014, 19:50
Nabend !

Randbemerkungen:

Das Ur-Ur-alte Medium Schellack setzt derartige akustische Grenzen, daß über eine Neukonstruktion nicht weiter nachgedacht werden muß. Weder betriebswirtschaftlich noch technisch.

Für unbestimmbare Zeit wird es weltweit noch genug funktionstüchtige Reibradler geben, die trotz nicht Hifi-Norm-konformer technischer Daten die Scheiben mit einer angemessenen ( ) Auflagekraft abspielen können.

Alles andere ist " Gell, da schaut's her: Meiner kann auch Schellack ! "

Irgendwann werden schon die Testberichte zum Pioneer veröffentlicht werden. Ein Verlag kann es ja wie so oft kombinieren: Erst der kostspielige Werbevertrag mit dem Hersteller, dann entgegenkommenderweise ein verkaufsfördernder Testbericht.

Matsushita-Panasonic-Technics braucht sich nur noch um den Abverkauf seiner Lagerbestände, aller Ersatzteile und um die Patentrechte bzw. Lizenzen kümmern. Danach: Egal.

MfG,
Erik
DOSORDIE
Inventar
#4 erstellt: 02. Okt 2014, 06:40
Hmm das mit der schellackplatte hat doch gar keiner angezweifelt. Ich hatte mal ein paar Schellacks, konnte die aber nie abspielen und habe sie dann verschenkt. Nur würde mir was wichtiges in die Hände Fallen bräuchte man dann nicht zusätzlich noch ein Koffergrammophon oder einen alten dual, den man auch erst organisieren müsste sondern eigentlich nur noch eine passende ortofon Nadel, die man überall bestellen kann und Weils ja eh mit drin ist, ist es ein schöner Zusatz, aber es wäre kein Grund für mich den reloop vorzuziehen. Letztendlich gehts immernoch darum welcher der bessere Plattenspieler ist und gleich auf mit dem technics oder gar besser...
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