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Thorens TD 146 aufmöbeln oder Neukauf?

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audiophil67
Neuling
#1 erstellt: 12. Mrz 2015, 23:07
Guten Tag, Gemeinde der Analoghörer,
vor einigen Jahren habe ich gebraucht einen Thorens TD 146 ersteigert....irgendwie war das immer ein Jugendtraum, musste ich doch mit so einem Joghurtbecher von Telefunken in den 80ern Vorlieb nehmen ;-) Leider war die Haube beim Transport zu Bruch gegangen. Die erste Platte aufgelegt....und sofort den Tonarm wieder abgenommen, denn es hörte sich an, als würde jemand mit einem Nagel am Auto entlang gehen...also musste eine neue Nadel / neues System her. Da es ein gebrauchter Spieler war und ich eh nur meine alten Platten ab und an hören wollte, entschied ich mich für das relativ günstige Otto-Normal-Verbraucher OMB 10. Montiert, Probe gehört...alles gut. Ich konnte wieder Platten höhren, was ich dann und wann auch tat.
Dann hab ich mir einen neuen Verstärker....öhm sorry, AV-Receiver geleistet. Leider hatte das Teil keinen Phono-Eingang. Einen Vorverstärker wollte ich mir immer mal kaufen, bei dem Vorhaben blieb es aber auch, wie das halt so ist..
Vor einem Jahr habe ich den AV-Receiver gegen einen Onkyo TX NR 828 getauscht, der hat einen MM-Eingang. Super, dachte ich, endlich wieder Platten hören! Irgendwie ist mittlerweile auch die Tonarmstütze im oberen Teil abgebrochen und der Plattenspieler macht äußerlich wirklich einen vernachlässigten Eindruck. Mich hat vor kurzem ein Motivationsschub gepackt und ich hab den Plattenteller mal poliert und nochmal eine Platte aufgelegt: Supertramp, Crime of the century....fängt mit dem song "School" an. Nun hab ich diese Platte mir in der Vorverstärker-losen Analog-Abstinenz auch als CD gekauft. Also dachte ich, machste mal einen Hörvergleich: CD rein in den Onkyo SACD-Player, eigentlich ein ganz ordentliches Stück für ca. 400-500 Euro.
Was soll ich sagen, liebe Plattenspieler-Enthusiasten. Der Thorens in seinem Stiefkind-Dasein spielte so lebendig, frisch, detailliert auf, wie ich es jahrelang vermisst habe von der CD. Die Auflösung war von der Platte bedeutend besser, das Klavier klimperte gefühlt hinter den Boxen, der Trommelwirbel im gesamten Raum.....natürlich alles im Stereo Betrieb, und das mit einem AV-Receiver!!!
Ergo hab ich einen Beschluss gefasst: Ich werde meine Platten wieder öfter hören. Nun aber zum eigentlichen Thema: Den Thorens würde ich gerne etwas aufmöbeln, er hat es nötig, er hat`s verdient und irgendwie hängt ja auch ein wenig das Herz an so einem Gerät. Ich spiele mit dem Gedanken, im ein neues Gewand zu verschaffen (Zarge bei ebay aus Kirschholz, ca. 120 Euro inkl Versand). Wichtigste Revisionsarbeit wäre allerdings das Tauschen der Cinch-Kabel, denn ein Kanal hat im Stecker einen Wackelkontakt, Kostenpunkt ca. 70 € (phonophono). Die Tonarmstütze gibts in der Bucht für völlig überzogene 12 Euro + 10 Euro Versand. Standard wäre noch ein neuer Riemen für 20 Euro, ein paar Spikes sollten für 20-30 Euro der Optik halber auch noch dran sitzen. Das teuerste Teil ist jedoch die Haube, die ich bei Sora anfertigen lassen würde. Insgesamt würde ich somit ca. 300 Euro rein stecken und hätte damit einen funktionstüchtigen Thorens TD 146 mit einem TP 11, OMB 10, ordentlicher Optik und allerlei nostalgischer Gefühle. Ich nehme an, dass der Wert des Gerätes dann ca. 550 € betragen würde (Marktpreis), vielleicht etwas weniger.
Die Alternative, die sich bieten würde, wäre der Neukauf eine Plattenspielers im Preisbereich um die 700 - 900 € (Thorens TD 295 mit mittelprächtigem System, Pro-ject Xpression Carbon Classic mit 2M Silver oder Rega rp3 mit 2M red).
Die Preisfrage lautet: Was würdet Ihr machen? Pro und Contras?
Danke schon mal im voraus für Eure Beiträge.

Gruß Markus
-
SAC_Icon
Inventar
#2 erstellt: 12. Mrz 2015, 23:15
Also wenn Du alles andere machen läßt die sich ne goldene Nase dran verdienen, dann investier das ganze Geld das dabei drauf geht lieber in einen gepflegten Gebrauchten, das wird billiger.

Ansonsten do it yourself, ein alter Thorens hat keine komplizierte Technik, 2 neue Cinchstecker sind in ein paar Minuten angelötet, Hauben gibts xfach billiger als das was Du anfertigen lassen willst, dann Lager neu ölen und Riemen tauschen, das wars wahrscheinlich schon für die Funktion. Ob Du ne andere Zarge brauchst weiss ich nicht wir sehen ja kein Bild, wenns gefällt warum nicht für die Funktion bringts wenig. Man muss dazu auch kein Schreinermeister sein um das auch selbst zu machen, Selbstbauberichte die man nachahmen kann gibts haufenweise im Netz auch hier im Forum meine ich.

Da sparst Du massenhaft Geld im Vergleich zu Deinem Plan den Du dann in ein tolles System und/oder Phonopre investieren könntest.

P.s ein Thorens TD 146 wirst Du nur schwer für 550 EUR los werden, das sind Preise die derzeit TD320 mit TP90 erzielen. Da müßte Deiner optisch perfekt und ein spitzen Tonabnehmer haben und selbst dann würds sehr schwer über 400 zu kommen, leider ist das OMB nur Holzklasse und zudem für den TP11 (der nicht gerade ein beliebter Tonarm ist) völlig ungeeignet.

Für Deinen mit TP11 und OMB 10 und selbst mit neuer Haube wäre eher 250-300 realistisch. Das sagt dann auch was zum Sinn Deiner Aufrüstkosten, es sei eben denn Du machst es selbst.


[Beitrag von SAC_Icon am 12. Mrz 2015, 23:37 bearbeitet]
tomtiger
Moderator
#3 erstellt: 12. Mrz 2015, 23:31
Hi,

wenn bei Dir mal so nebenbei die Tonarmstütze abbricht, würde ich eher an ein Industriegerät denken ....

Der Rest ist Geschmacksache,

LG Tom
Wuhduh
Inventar
#4 erstellt: 13. Mrz 2015, 00:08
Moin, Markus !

Wennde die meisten angedachten Veränderungen nicht mit eigenem handwerklichem Geschick realisieren kannst, fütterste mit Deinem Geld nur etliche Zulieferer. Ganz abgesehen davon, daß ein 10,00 Euro (?) - Riemen es auch tut und die Spikes ohne dicke Bodenplatte überhaupt nix bringen.

Empfehle Schlachtefest des Thorens und Neuorientierung.

MfG,
Erik
SAC_Icon
Inventar
#5 erstellt: 13. Mrz 2015, 00:20
Auch mit dicker Bodenplatte wäre das nutzlos, weil der Thorens vollständig von der Bodenplatte entkoppelt ist durch das Subchassis.
Marsilio
Inventar
#6 erstellt: 13. Mrz 2015, 11:39
Wenn Du nicht selber basteln möchtest würde ich mich an Deiner Stelle eher nach einem guten Gebrauchten umschauen, ev. sogar von einem Spezialisten mit Garantie.

Wenn Thorens, dann der erwähnte TD320. Ansonsten einer der guten Direkttriebler. Technics SL1600, SL1700, SL-Q2, SL-Q3, Hitachi PS38 oder 48, Saba PSP250 oder 350, Denon DP37f, DP47f, Kenwood KD990, K7010, Revox B790, B795, Dual 704, 721 oder einer der guten Sonys. Kommt vieles in Frage, ist halt auch eine Frage des Budgets.

Wichtig: Der Tonabnehmer bzw,. die verbaute Nadel macht die Musik. Hier würde ich schon mal weitere 300.- einplanen. Das von Dir erwähnte 2M Red ist kein bisschen besser als Dein OM10, es hat nämlich genau die gleiche Nadel (ist sogar austauschbar). Wenn OM, dann OM40, das klingt toll. Denn diese Nadel hat einen raffinierten Gyger-Schliff, der so ziemlich jedes Detail aus der Plattenrille herausholt. Auch andere Tonabnehmer ab ca. 300.- weisen Nadeln dieser Güteklasse auf - und das hört man dann eben auch. Beispielsweise Audio Technica AT150MLX, Goldring 1022, Ortofon VM Silver. Grundsätzlich könntest Du Dein vorhandenes OM10 mit einer 40er-Nadel auf dieses Niveau hochrüsten. Kostet aber schon drei Hunderter...

Bei einem Neugerät musst Du wissen, dass meistens nur ein sehr mediokrer Tonabnehmer mitgeliefert wird, hier wär allenfalls also ebenfalls Hochrüsten erforderlich.

LG
Manuel


[Beitrag von Marsilio am 13. Mrz 2015, 11:44 bearbeitet]
audiophil67
Neuling
#7 erstellt: 13. Mrz 2015, 19:51
Ui, klasse Resonanz . Vielen Dank an alle, die bislang geantwortet haben zu dieser recht unspezifischen Frage - noch dazu eine Frage des Geschmacks, über den sich ja bekanntlich nicht streiten lässt .

Zum Thema Selber-Machen:
(Fast) alle genannten Veränderungen wollte ich natürlich selbst vornehmen. Die Flasche Rotwein schmeckt doch zweimal so gut, wenn man sie genießt, nachdem der Dreher das erste mal strahlt (optisch und akustisch) . Die Zarge hätte ich allerdings fertig gekauft wie gesagt für round about 120,- €. Zum einen fehlt`s an Zeit zum Eigenbau, zum anderen an den notwendigen Werkzeugen, die ich bräuchte, um mein Wunsch-Design einigermaßen vollständig umzusetzen (Oberfräse, Bandsäge) . Furniert habe ich auch noch nie, was man aber so ließt, ist das nicht wesentlich schwieriger, als Umleimer aufzubügeln. Für einen gelernten Maschinenschlosser, der sonst auch alles im und ums Haus selbst macht, sollte das noch machbar sein. Riemen wechseln, Cinch-Kabel anlöten ist in der Tat eine Sache weniger Minuten .

Nun zu den posts im Einzelnen:
- SAC-Icon: Wenn es nur um die akustische Seite ginge, würde ich Deinen zunächst minimalistischen Ansatz wählen: Cinch-Stecker kaufen, vorhandenes Kabel kürzen und anlöten, Lager säubern, schmieren und alles andere ist optischer Schnickschnack. Wichtige Info für mich ist, dass Deiner Aussage nach das OMB 10 nicht wirklich gut zum Tonarm passt. Dass es eher consumer-Klasse ist, war mir schon klar. Aber dass es quasi ungeeignet ist, habe ich nun dazu gelernt. Den angeblichen Zugewinn durch eine dickere Bodenplatte, den man oft ließt, kann ich genau wie Du nicht nachvollziehen. Andere Federn mit weicheren Kennlinien als diese progressiven Kegelfedern, z.B. Luftfedern in Form von Pneumatikzylindern oder Gasdruckdämpfern wären da schon hilfreicher für die Dämpfung, wobei ich glaube, dass die Konstruktion genug dämpft, wenn man das Gerät nicht gerade auf einer Balkendecke stehen hat und Trittschall oder Rückkopplungen der LS übertragen würde.

- Tomtiger: Die Tonarmstütze hat eine Einkerbung, in die der Tonarm geklipst wird. Hier ist natürlich ein Schwachpunkt. Ich denke, dass die Tonarmstütze durch den Transportschaden schon einen weg hatte oder aber unsachgemäßer Umgang vom Vorbesitzer für den Bruch sorgten.

- Wuhduh: Dicke Bodenplatte, Sinn und Unsinn siehe oben. Die Physik gibt eigentlich keinen Hinweis auf den Vorteil einer dicken Bodenplatte bei dieser Konstruktion. Wie ich schon schrieb, wären Spikes eher optische Motivation. Bei guter Federeinstellung sollte dies keinen wirklichen technischen Einfluss / Vorteil haben, da gebe ich Dir recht.

- Masilio: Du bringst es auf den Punkt, Manuel. Dein Postulat ist zusammengefasst das, was rationell vernünftig wäre: Besser in die entscheidenden, klangbringenden Komponenten investieren, nämlich Tonabnehmer. Ok, Cinch-Kabel würde ich auch erneuern, evntl. einen Satz für 30 - 40 Euro. Aber auch die Tonarmstütze, wobei die noch selbst gefräst werden könnte aus edlem Material - wofür hat man liebe Kollegen und Mitarbeiter ;-)
Die aktuelle Oberklasse wird mit tollem Design beworben. Logisch, Klavierlack oder eine schöne Mahagoni-Zarge spricht sicher nicht nur mich an. Irgendwo muss aber gespart werden und das ist selbstverständlich das System, so dass ich mit dem vorhandenen Budget zwar optisch, nicht aber akustisch weiter kommen würde. Als Lösung dieses Dilemmas schlägst Du vor, einen guten Gebrauchten zu kaufen, der optisch in Ordnung ist und einen guten Abnehmer hat.

Wie ich nun durch Eure statements erfahre, würde selbst mit dem angedachten Pimpen der (rein monetäre) Wert des Gerätes nicht über 300 Euro steigen. Dazu sind die meisten angedachten Veränderungen akustisch wertlos. Das heißt effektiv Geldvernichtung, wenn ich mehr zahle als die Wertsteigerung beträgt. Durch Eigenleistung würde ich allenfalls an der Zarge sparen können, wobei ich das nicht mal glaube, denn für das Finish der Zarge würde ich sicher auch schnell mal 100 Euro los (Furnier, Lack, Schleifpapier usw.).

Das heißt: Schlachtfest, wie Wuhduh treffend feststellt.

Bleiben die Alternativen: Guter Gebrauchter mit überdurchschnittlichem System oder neuer Teller mit ebenfalls überdurchscnittlichem System...

Danke bis dahin zu Euren Ratschlägen, sie haben mir weitergeholfen.
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