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Thorens 280 Mk 2 Abspielprobleme

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Autor
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thortuger
Neuling
#1 erstellt: 21. Jan 2016, 21:47
moin zusammen,

mein erster thread hier, seid gnaedig.

hab nach 15 jahren meinen alten thorens reaktiviert. er spielt auch ab, aber ein paar dinge stimmen nicht.

zum ersten verzieht der tonarm beim absenken nach aussen, so dass er nie an der stelle landet, an der er soll. darueber hinaus ist der pegel der kanaele unterschiedlich, was man sowohl hoert, als auch am pegel des tapedecks sieht (ja, hab ich auch noch ...). last but not least hab ich den eindruck, dass der sound je naeher die nadel dem platteninneren kommt immer mehr verzerrt.

in der ganzen zeit, in der er abgestellt war, ist an den alten einstellungen (die seinerzeit einwandfrei funktioniert haben) nichts verstellt worden. tonarmbalance und antiskating stehen auf 1,5, einzig den antriebsriemen hab ich gewechselt. tonabnehmer muesste eigntlich auch noch gut sein, da beim kauf schon cd angesagt war und er nicht mehr viel gelaufen ist.

bin fuer jeden rat dankbar - achja, und verstaerker ist nicht am unterschiedleichen pegel schuld, hab ich schon gecheckt ...


[Beitrag von thortuger am 21. Jan 2016, 21:50 bearbeitet]
juergen1
Inventar
#2 erstellt: 22. Jan 2016, 01:45
Hallo,
bez. der Kanalungleichheit: Steck mal die Phonokabel links und rechts vertauscht ein. Wandert der Fehler mit, kannst du sicher sein daß der Fehler irgendwo am Spiel nebst Phonkabeln liegt.
Drift des Tonarms beim Absenken braucht kein Fehler zu sein. Das AS zieht nun mal nach außen, und wenn die Liftbank nicht griffig ist, kann sie diese Drift nicht genügend abbremsen.
Bei den Verzerrungen solltest du mal drauf achten ob sie vorwiegend auf dem gleichen Kanal auftreten. Dann könnte falscheingestellts AS die Ursache sein.
Verzerrungen Rechts: AS erhöhen und umgekehrt.

Ansonsten mal alle Grundeinstellungen überprüfen:
Plattenteller horizontal?
Schwebt der Tonarm annähernd, wenn du Auflagekraft auf Null stellst?
Wie ist die vorgeschriebene Auflagekraft für den Tonabnehmer?
Tonamjustage mit (beigefügter?) Lehre oder Schablone überprüfen.
Nadel gründlich reinigen, am besten mit flüssigem Nadelreiniger.
Gruß
Jürgen


[Beitrag von juergen1 am 22. Jan 2016, 01:46 bearbeitet]
akem
Inventar
#3 erstellt: 22. Jan 2016, 11:13
Daß es im Innenbereich mehr Verzerrungen gibt ist normal. Das liegt insbesondere an der Nadel bzw. ihrem Schliff. Da gibt es große Unterschiede. Dazu kommt, daß Du von der digitalen Audiotechnik geringe Verzerrungen gewöhnt bist, deswegen kriegst Du jetzt so ne Art Kulturschock...
Der damals serienmäßig verbaute Tonabnehmer hat eine stumpfe elliptische Nadel mit 11x18µm Verrundungsradius. Deren Lebensdauer dürfte um die 700h liegen. Manche Vinyl-Laien schätzen die Lebensdauer der Nadel völlig falsch ein und bezeichnen die Nadel erst als defekt, wenn sie nicht mehr in der Rille bleibt. Nach Ablauf dieser ~700h zeigt eine Nadel erheblich mehr Abtastverzerrungen, wobei der Übergang natürlich schleichend ist. Originale Ersatznadeln für diesen Tonabnehmer gibt es meines Wissens nach nicht mehr. Das 500er Stanton ist in seiner mk3 Version (der TD280 hat glaub ich das mk2) zum DJ-Tonabnehmer gemacht worden, so daß die heute erhältlichen Nadeln für Hifi noch weniger zu gebrauchen sind als die mk2-Nadeln. Hier würde ich Dir also zu einem neuen Tonabnehmer raten.

Zum Driften des Arms nach außen. Wie Jürgen schon sagte kann es sein, daß die Gummiauflage der Liftbank (dieses halbrunde Teil, was beim Betätigen des Tonarmliftes rauf und runter geht) im Laufe der Jahre Griffigkeit verliert. Das geschieht zum einen durch Schmutz, zum anderen durch Ausdampfen von Weichmachern. Hier kannst Du mal versuchen, die Liftbank mit Isopropyl zu reinigen, vielleicht hilft das schon. Ansonsten mal mit einem feinen (!) Schmirgelpapier drüberfahren. Außerdem ist es natürlich möglich, daß das Antiskating viel zu hoch eingestellt ist. So manch einer wußte mit dem Antiskatingregler nichts anzufangen und hat entweder gar nichts oder irgendwas eingestellt (Anleitung lesen tun ja die meisten Leute nicht...). Das könnte auch die Ursache für die Lautstärkeunterschiede zwischen links und rechts sein. Stelle das Antiskating auf 0,8 mal Auflagekraft (für elliptische Nadeln).

Gruß
Andreas
thortuger
Neuling
#4 erstellt: 22. Jan 2016, 20:36
super, das sind ja schnelle antworten.

phonokabel hatte ich schon probiert, der fehler bleibt, dreht sich nur auf den anderen kanal. muss ich wohl doch mal antiskating ausprobieren - waere dann 1,2 wenn ich das richtig verstanden hab. koennte auch passen, da ich bisher erst einmal auf 2 erhoeht hatte, die verzerrung (links) aber nicht verschwand.

insgesamt hoert sich die abtastung selbst dumpfer an, als nachher z. B. die digitalisierung davon, selbst wenn ich die unterschiedliche impedanz zu cd-playern beruecksichtige. dass die nadel schon hinueber ist, glaub ich eigentlich nicht, da der plattenspieler damals kaum noch genutzt wurde und ich ihn mir eher fuer spaeter geholt hatte. saeubern muesst ich mal versuchen. soweit ich das von frueher noch in erinnerung hab, sind die nadeln aus diamantstaub geklebt - waer wirklich schade, wenn es keine mehr gibt, weil ich eigentlich kein komplett neues tonabnehmersystem kaufen wollte.

und das mit der bank ist auf jeden fall faellig, da war ich beim googeln auch schon drueber gestolpert. erstmal mit spiritus oder alkohol versuchen, schmirgel muesste 200er bis 300er ausreichen, oder?

mal schaun, ob das alles hilft - alles nochmal neu einstellen ist ganz hinten. das ist obwohl frueher schon gemacht, so lange her, dass ich selbst bei der noch vorhandenen bedienungsanleitung in bestem unuebersetztem deutsch noch fragezeichen ueber dem kopf hatte ...


[Beitrag von thortuger am 22. Jan 2016, 20:55 bearbeitet]
akem
Inventar
#5 erstellt: 23. Jan 2016, 12:05

thortuger (Beitrag #4) schrieb:
koennte auch passen, da ich bisher erst einmal auf 2 erhoeht hatte, die verzerrung (links) aber nicht verschwand.

insgesamt hoert sich die abtastung selbst dumpfer an, als nachher z. B. die digitalisierung davon, selbst wenn ich die unterschiedliche impedanz zu cd-playern beruecksichtige.

dass die nadel schon hinueber ist, glaub ich eigentlich nicht, da der plattenspieler damals kaum noch genutzt wurde und ich ihn mir eher fuer spaeter geholt hatte. saeubern muesst ich mal versuchen. soweit ich das von frueher noch in erinnerung hab, sind die nadeln aus diamantstaub geklebt - waer wirklich schade, wenn es keine mehr gibt, weil ich eigentlich kein komplett neues tonabnehmersystem kaufen wollte.


Wenn es im linken Tonkanal verzerrt deutet das auf ein zu hohes Antiskating hin. Das Antiskating zieht den Arm ja nach außen und erhöht den Druck auf der äußeren Rillenflanke, die den rechten Kanal beinhaltet. Wenn es zu viel AS ist, dann hast Du zu wenig Druck auf der inneren Rillenflanke, so daß die Nadel abhängig von der Modulation ab und an den Kontakt zur Rillenflanke verliert. Das äußert sich dann in Verzerrungen.

Daß es von Platte direkt dumpfer klingt als eine digitale Aufnahme vom Plattenspieler ist komisch. Das darf eigentlich nicht sein. Da wüßte ich jetzt ad haoc aber auch nicht, woran das liegen kann, denn ein Digitalrecorder nimmt ja auch nur das Ausgangssignal des Phonozweiges auf...

Die Nadeln von Tonabnehmern sind bis auf wenige Ausnahmen aus Diamant. Saphir gibt es nur noch bei Uralt-Tonabnehmern oder bei Herstellern, die nicht wissen was sie da tun (ich hab mal auf ebay Tonabnehmer aus China gesehen, die laut Beschreibung Nadeln aus Saphir hatten). Ob das dann ein Naturdiamant oder ein Industriediamant ist, ist dann die zweite Frage und wird eigentlich nie angegeben. Vielleicht meinst Du mit "gepresstem Diamantstaub" die Industriediamanten.
Ein neues Tonabnehmersystem zu kaufen ist jetzt nicht so schlimm da (gute und originale) Ersatznadeln meistens fast genauso viel kosten wie ein kompletter Tonabnehmer. Die OM-Generatoren von Ortofon gibt es sogar für 5-10€ als Ersatzteil zu kaufen. Es gibt nur wenige Ausnahmen, wo das Komplettsystem spürbar mehr kostet als die Ersatznadel. Und das serienmäßige Stanton 500 ist nun mal ne Gurke, auch wenn die Nadel noch intakt sein sollte...

Gruß
Andreas
thortuger
Neuling
#6 erstellt: 23. Jan 2016, 14:20
hmmm ... - tonabnehmer waere der Ortofon OM 10, richtig? kann man den einfach austauschen ohne direkt den ganzen kopf zu wechseln? bin im fummelsbereich eher grobmotoriker.

den rest werd ich heut mal ausprobieren - und mit dem industriediamanten hast du wahrscheinlich recht.
raphael.t
Inventar
#7 erstellt: 23. Jan 2016, 14:41
Hallo!

Du kannst sogar mit einer 20er Nadel upgraden, geht noch über 30 bis 40. Eine OM 10 ist günstig zu haben, und auch mit der sollte nichts verzerren.

Grüße Raphael
akem
Inventar
#8 erstellt: 23. Jan 2016, 14:46
Wenn ein Ortofon OM10 dran ist, ist das nicht mehr das Originalsystem. Dann wäre als erstes mal die geometrische Justage zu prüfen.

Gruß
Andreas
thortuger
Neuling
#9 erstellt: 23. Jan 2016, 16:33
vielleicht versuch ichs ja auch erstmal mit der originalnadel - scheints ja immer noch zu geben und schlechter als die jetzige wird sie wohl nicht sein.

lift funktioniert nach saeuberung und anschmirgeln wieder einwandfrei. unterschiedliche pegelausschlaege sind dagegen leider unabhaengig vom antiskating, wobei ich den eindruck hab, dass zumindest die verzerrung zum platteninneren bei niedrigerem wert besser ist.

alternativ haette ich hier noch einen sony ps lx22 rumstehen - der thorens sollte aber wohl auf jeden fall der bessere sein, right?

danke schonmal an alle!


[Beitrag von thortuger am 23. Jan 2016, 18:04 bearbeitet]
evilknievel
Inventar
#10 erstellt: 24. Jan 2016, 18:18

thortuger (Beitrag #9) schrieb:


alternativ haette ich hier noch einen sony ps lx22 rumstehen - der thorens sollte aber wohl auf jeden fall der bessere sein, right?

danke schonmal an alle!


Es gibt nichts was der Thorens besser kann, sofern du beim Sony das 1/2 Zoll Headshell besitzt und nicht die vorkonfigurierte VL 5 Variante.
Der Sony hat einen Schwachpunkt, das Tellerlager. Wenn der Teller Schleifgeräusche macht, ist eine nicht ganz triviale Reparatur angesagt.
Der Sony ein Plastikbomber vor dem Herren und nicht wirklich schön anzuschauen.
Die Haptik beim Thorens macht einen wertigeren Eindruck, solange man sich nicht den Pressspanboden anschaut.

Ich tippe aufgrund der Symtome wie Akem auf ein nicht gut justiertes System. Zum Dreher gehörte seinerzeit eine Justagehilfe, ein kleines Plastikteil. Wenn du das noch findest, ist die Installation leicht zu überprüfen.

Gruß Evil


[Beitrag von evilknievel am 24. Jan 2016, 18:18 bearbeitet]
lini
Inventar
#11 erstellt: 24. Jan 2016, 19:12
Evil: Falls sich der letzte Abschnitt auf den Thorens bezieht, liegst Du mit dem Plastikteil falsch, denn zum TD280II gab's keine Plastik-Lehre, sondern eine Einpunkt-Schablone aus Karton. Ein Scan davon wär zum Download auf VinylEngine verfügbar. Aber da es sich ja ohnehin nur um eine Einpunkt-Schablone handelt, könnte man sich freilich auch bemüßigt fühlen, sich selbst eine Zweipunkt-Schablone zu zeichnen, die neben dem inneren Nullpunkt bei 61,0 auch noch den äußeren Nullpunkt bei 120.3 mm berücksichtigt - eine relativ ungewöhnliche Geometrie übrigens, aber durchaus brauchbar. Alternativ könnte man aber auch Baerwald/Loefgren A (berechnet für den LP-Abspielbereich nach DIN) nehmen - mit den zugehörigen Nullpunkten bei 63,1 und 119,3 mm.

Grüße aus München!

Manfred / lini
evilknievel
Inventar
#12 erstellt: 24. Jan 2016, 20:25
Hallo Lini,

ich hatte mir den Thorens damals neu gekauft und wenn ich nach deinem Schrieb darüber nachdenke, kann ich mich auch nur noch an die Pappe erinnern und so ein kleines Pappaufstellteil. Mit den Jahren verläßt einen das Gedächtnis und man übernimmt einfach den Justagelehregedanken von anderen Thorens Drehern bei denen sowas dazugehörte.

Gruß Evil
thortuger
Neuling
#13 erstellt: 24. Jan 2016, 22:46
jo, das pappteil ist wohl noch da - plan und nie zusammengesteckt. ehrlich gesagt war ich nach dem ingenieursdeutsch in der bedienungsanleitung ziemlich ratlos, was die von mir wollen. das ist so lang her alles ...

muss mich wohl noch mal reinfraesen, aber vielleich auch erst mit ner neuen nadel. so dumpf hat sie wohl doch ihre beste zeit schon hinter sich.
raphael.t
Inventar
#14 erstellt: 25. Jan 2016, 10:02
Hallo!

Eine abgenudelte Nadel klingt in keinem Fall "dumpf" sondern eher schrill und verzerrt. An welchem Verstärker wird es betrieben, ist die Phono-Einstellung auf Phono MM?

Grüße Raphael
thortuger
Neuling
#15 erstellt: 25. Jan 2016, 21:13
goldener tip! hab den mm/mc selector an meinem onkyo A-8230 glatt uebersehen. was ein unterschied


[Beitrag von thortuger am 25. Jan 2016, 23:17 bearbeitet]
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