Gummipest

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hornhifi
Stammgast
#1 erstellt: 08. Jan 2026, 11:40
Wertes Forum,

ich soll einen Toshiba-PLSP eines Bekannten restaurieren. Leider hat sich der Antriebsriemen aufgelöst. Eine ziemliche Sauerei innen. Wie kann ich das reinigen?

Es handelt sich um einen Toshiba SM-270. Wie kann man da die Nadel tauschen?

Toshiba


[Beitrag von hornhifi am 08. Jan 2026, 11:53 bearbeitet]
8erberg
Inventar
#2 erstellt: 08. Jan 2026, 11:53
Hallo,

kommt auf das Material des Gummis an. Vielfach "reicht" Isopropanol (was man ja eh für Plattenreinigung braucht) aus, wenn nicht hilft Spiritus und viel vorsichtige Handarbeit.
Wenn alle Stricke reißen hilft nur Kaltreiniger, aber vorsicht bei Kunststoffteilen: die Anleitung und Sicherheitsdatenblatt lesen.

Man weiß nicht welche Weichmacher damals in die Gummis verklappt wurden, die reagieren oft untereinander oder mit Schmiermitteln und dann hat man den Salat.

Immer im Freien arbeiten oder zumindest sehr gut lüften. Nach Entfernung ALLER Reste (selbst kleine Zipfel auf den Wellen können dann die neuen Riemen "kontaminieren" am Besten nochmals mit sanften Mitteln auch die Lösungsmittel entfernen.

Peter
hornhifi
Stammgast
#3 erstellt: 08. Jan 2026, 11:54
Danke Peter!
hpkreipe
Inventar
#4 erstellt: 08. Jan 2026, 12:31
Was bei mir ab und an hilft ist flüssiger Grillanzünder, der macht das Zeug oft etwas flüssiger, aber wenig des flüssigen Anzünders immer zuerst auf einen Lappen oder Küchentuch geben und dann damit lokal die Teile reinigen, sonst verteilt man den angelösten Kram nur weiter und im Zweifel löst man andere Dinge an, die man garnicht abgelöst haben möchte und klar der letzte Arbeitsgang ist dann immer das Nachputzen mit Tüchern, die nach obiger Methode mit Isopropanol getränkt wurden.

Wattestäbchen statt Küchentücher funktioniert auch.
hornhifi
Stammgast
#5 erstellt: 09. Jan 2026, 14:15
Danke an alle!

Werde mich am WE dem Thema widmen.
flexiJazzfan
Inventar
#6 erstellt: 09. Jan 2026, 14:26
Sosehr ich es als Chemiker schätze, wenn Chemie zum Einsatz kommt, so ist meine Empfehlung doch bei extrem klebrigem Zeug auf Metall das geduldige Abrubbeln mit Papier, sozugen den Radiergummieffekt nutzen. Oft geht das schneller als man denkt. Auch hier muss eventuell die Umgebung abgedeckt/abgeklebt werden.
Gruß
Rainer
EiGuscheMa
Inventar
#7 erstellt: 09. Jan 2026, 14:38
Wenn Du Pech hast ist Toshiba SM-270 einer der für die 70er vor dem Ölpreis-Schock typischen Plastikbomber.

Dann dürfte der Kunststoff des Gehäuses mit den Resten des Riemens bereits eine chemisch unlösbare Verbindung eingegangen sein.
8erberg
Inventar
#8 erstellt: 09. Jan 2026, 14:57
Hallo,

der Dreher hat eine Metall-Platine ähnlich den PE oder Duals aus der Zeit, das Gehäuse der Kompaktanlage besteht aus Spanplatte...

Peter
hpkreipe
Inventar
#9 erstellt: 10. Jan 2026, 11:10

flexiJazzfan (Beitrag #6) schrieb:
Sosehr ich es als Chemiker schätze, wenn Chemie zum Einsatz kommt, so ist meine Empfehlung doch bei extrem klebrigem Zeug auf Metall das geduldige Abrubbeln mit Papier, sozugen den Radiergummieffekt nutzen. Oft geht das schneller als man denkt. Auch hier muss eventuell die Umgebung abgedeckt/abgeklebt werden.
Gruß
Rainer



Guter Hinweis, ich mache das Säubern mit Lösungsmittels als finale Säuberung der Oberflächen, alles was mechanisch mit kleinen Plastikspateln, Zahnstochern entfernteren kann, entferne ich vorher -selbstredend. Und, und aber zumindest die Plastikspatel säubere ich dann auch wieder mit den gebrauchten Tüchern, aus der finalen Oberflächensäuberung, um die für die nächste Reinigungsaktion wiederverwenden zu können.
hornhifi
Stammgast
#10 erstellt: 10. Jan 2026, 11:27
Worauf habe ich mich da nur eingelassen?
Als Lohn gibt's bestenfalls Bier ...
Aber was tut man nicht alles für das Karma?
Immerhin hat sich seine 18 jährige Tochter zum Geburtstag gewünscht, das Gerät wieder funktionsfähig zu erleben. Ist das alte Gerät aus Papas Jugend. Eh lieb!
Platten-Spieler
Stammgast
#11 erstellt: 11. Jan 2026, 02:49
...was ganz gut geht ist Aceton oder Nitro- und Universalverdünner.
Mit "dem laschen Zeug" macht man sich kaputt...





Gruß, Andreas
einstein-2
Inventar
#12 erstellt: 11. Jan 2026, 11:44
Hallo
Mit Nitroverdünner, Ubiversalverdünner unbedingt
darauf achten, dass nichts, auf Kunststoffteile gelangt.
Diese Mittel lösen die Weichmacher aus dem
Kunststoff und dieser wird dann brüchig. Auch nicht
auf lackierte Bauteile anwenden. Vielleicht wäre ein
Versuch mit WD40 möglich.
einstein-2
Inventar
#13 erstellt: 11. Jan 2026, 11:46
Hallo
Mit Aceton, Nitroverdünner, Ubiversalverdünner unbedingt
darauf achten, dass nichts, auf Kunststoffteile gelangt.
Diese Mittel lösen die Weichmacher aus dem
Kunststoff und dieser wird dann brüchig. Auch nicht
auf lackierte Bauteile anwenden. Vielleicht wäre ein
Versuch mit WD40 möglich.
hornhifi
Stammgast
#14 erstellt: 11. Jan 2026, 12:40
So - dank der kompetenten Hilfe hier, ist die Reinigung abgeschlossen. War ein kleine Sauerei und hat mir auch strenge Verweise seitens meiner Herrin und Gebieterin eingebracht - habe es natürlich in der Küche gemacht.

Allein es hat sich ein neues Problem aufgetan:
Der PLSP hat eine (Stahl-?)Achse, die den Zentrierdorn und ein Zahnrad trägt, der die Tonarmsteuerung antreibt. Die Achse hat sich in einem schönen Bronzelager "festgefressen". Rührt sich keinen Millimeter. Das Zahnrad befindet sich auf der oberen Seite, das Lager auf der unteren des Chassis. Somit ist (mir) kein Ausbau möglich.

Das Lager hat seitlich eine Schraube, nach deren Entfernung ein kleiner Kanal bis zur Achse zu sehen ist. In die Öffnung habe ich nunmehr ein bisserl WD40 geträufelt und lasse es einmal wirken.

Wie würdet ihr vorgehen? Noch habe ich nicht gewagt, mit einer (Rohr-)zange vorzugehen. Aber was bleibt mir über? Fön wage ich auch noch nicht, weil ja eingebaut.


[Beitrag von hornhifi am 11. Jan 2026, 13:28 bearbeitet]
flexiJazzfan
Inventar
#15 erstellt: 11. Jan 2026, 13:23
Für ein Kunststoffteil das auf Metall "festgefressen" ist, eignet sich immer zuerst vorsichtiges Erwärmen, da der Ausdehnungskoeffizient von Kunststoff immer größer als der des Metalls ist. So hat man die Chance, dass es das Teil sich zumindest teilweise ablöst, etwas Schmiermittel einsickern lässt und dann mit Rütteln zu lösen ist.

Ohne auf das aktuell gelöste Reinigungsproblem weiter einzugehen, möchte ich noch einen verbreiteten Irrtum klarstellen. Es gibt einen Kunststoff, nämlich PVC, den es als Hart-PVC und als Weich-PVC gibt. W-PVC ist eine Zubereitung mit bis zu 30% flüssigen Weichmachern, entsprechend kann es durch Verlust dieser Weichmacher spröde werden und schrumpfen. (siehe Kabelisolierungen). Alle technischen Kunststoffe enthalten keine Weichmacher, sondern können andere Polymere enthalten oder mit ihnen chemisch verbunden sein um z.B. die Zähigkeit zu verbessern. Viele Kunststoffe können durch spezielle Lösungsmittel angequollen oder aufgelöst werden. Da Verdünner und Reinigungslösemittel meist Mischungen verschiedener Lösungsmittel sind, ist in Kontakt mit Kunststoffen Vorsicht geboten.

Kautschuk ist ein Naturprodukt, das oft mit flüssigen und festen Zusatzstoffen modifiziert ist, was bei seiner Zersetzung/Oxidation zu zäh schmierigen „Produkten“ führen kann. Hier kann sich der Spruch „Gleiches mit Gleichem lösen“ oder so ähnlich bewähren. Solche „natürlichen“ braunen Rückstände (auch in der Küche) können oft gut mit pflanzlichen (Speise)Ölen oder auch Butter gelöst oder gequollen werden und dann abgewischt werden. In diesem Fall ist das WD40 als Mineralöl weniger gut geeignet. Leider sind auch alle wässrigen Reinigungsmittel meist völlig unwirksam.

Gruß
Rainer
einstein-2
Inventar
#16 erstellt: 11. Jan 2026, 14:37
Hallo Reiner
Die Welle hat sich bestimmt nicht festgefressen, sondern
das Öl oder Fett ist verharzt. Ich würde diese Welle
vorsichtig mit einem Lötkolben oder Ähnlichem vorsichtig
erwärmen damit das Schmiermittel wieder weich wird.
Solltest du Erfolg haben, reinige das Lager und die Welle
mit Feuerzeugbenzin. Danach mit ganz normalen 5W30
Motoröl frisch schmieren.
hornhifi
Stammgast
#17 erstellt: 11. Jan 2026, 15:36
Das gibt mir Hoffnung.
Danke, werde ich gleich probieren.
hornhifi
Stammgast
#18 erstellt: 12. Jan 2026, 12:25
Alles dreht sich - alles bewegt sich!

Danke an alle, die mir derartig kompetent geholfen haben.
Alleine hätt' ich das nie geschafft.

Aber man weiß eben, an wen man sich wenden muß.



flexiJazzfan
Inventar
#19 erstellt: 12. Jan 2026, 13:14
Es ist doch immer wieder schön, wenn man gegen die hinterhältige Mechanik gesiegt hat.

Viel Erfolg weiterhin!
Gruß
Rainer
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