Laute Resonanzen vom Tonabnehmer

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scerms
Stammgast
#1 erstellt: 12. Jan 2026, 08:53
Hallo zusammen.

Ihr kennt doch sicher dieses "Phänomen", das man die auf einer Schallplatte enthaltene Musik auch direkt am Tonabnehmer hören kann. Also bei ausgeschaltetem Verstärker mit dem Ohr nah an der Nadel...
Ich habe einen Tonabnehmer (Acutex 310 II E mit spärischer Nachbaunadel), bei dem sind diese Resonanzen extrem laut, also wirklich gefühlte 10 mal lauter als bei anderen Tonabnehmern. Da kann ich die Musik deutlich aus der 5m entfernten Küche hören, ohne das die Boxen mitlaufen...
Der Klang dieses Tonabnehmers gefällt mir sehr gut, also diese starken Resonanzen machen sich zumindest für mein Gehör nicht negativ bemerkbar.
Kann mir jemand erklären warum sich dieser TA so verhält?

Gruß Sebi
einstein-2
Inventar
#2 erstellt: 12. Jan 2026, 16:28
Hallo
Um was für einen Plattenspieler handelt es sich.
8erberg
Inventar
#3 erstellt: 12. Jan 2026, 17:21
Hallo,

das sind keine Resonanzen,, Vinyl ist halt mechanische Abtastung.


Erhöhe einmal probeweise die Auflagekraft an den oberen Rand des Auflagekraftbereichs. Die Originalnadel hatte 1-2 Pond, bei Nachbaunadeln immer eine Frage der Nachgiebigkeit

Peter
djsepulnation
Stammgast
#4 erstellt: 12. Jan 2026, 22:08
Stimmt, das ist der ECO Modus
einstein-2
Inventar
#5 erstellt: 13. Jan 2026, 01:45
Hallo
Dieses Problem hatte vor einiger Zeit doch schon
mal ein Forenmitglied hier. Leider finde ich diesen
Beitrag nicht mehr. Der Themenersteller hat noch
nichts zu seinem Plattenspieler gesagt.
scerms
Stammgast
#7 erstellt: 13. Jan 2026, 06:00
Guten Morgen zusammen!

Der Plattenspieler ist ein Sansui SR 5090.
Ich habe eine ganze Reihe andere Tonabnehmer die dieses nicht Verhalten zeigen. Es spielt auch keine Rolle welche Platte ich auflege, das Phänomen zeigt sich grundsätzlich bei allen Platten, aber eben nur mit diesem TA. Die Auflagekraft ist bei 1.5 eingestellt, Antiskating etwas niedriger bei 1.

Gruß Sebi


[Beitrag von scerms am 13. Jan 2026, 06:02 bearbeitet]
einstein-2
Inventar
#8 erstellt: 13. Jan 2026, 07:27
Hallo
Könnte es sein, dass dieser Tonabnehmer,
Nadeleinschub eine sehr schlechte Nadelnachgiebigkeit
hat und somit das gesamte System inklusive Tonarm
in Resonanz gerät. Ich würde es mal mit einem
anderen Nadeleinschub testen. Sollte dies der Fall sein,
so müsste eigentlich die Wiedergabe total verzerrt sein.
scerms
Stammgast
#9 erstellt: 13. Jan 2026, 07:45
Zur Nadelnachgiebigkeit kann ich nichts sagen.
Das ist eine relativ günstige Nachbaunadel, die originale "Tri-Pole" mit elliptischem Schliff ist leider nicht mehr auftreibbar.
Ich als Laie habe auch vermutet, das solch starke Schwingungen sich negativ auf die Klangqualität auswirken (vielleicht tun sie das auch).
Ist da vielleicht sogar eine Beschädigung der Schallplatte zu erwarten?
Habe auch unter anderem ein Denon DL110 und Sumiko Pearl an diesem Plattenspieler im Betrieb, der Klang vom Acutex gefällt mir aber tatsächlich besser, trotz dieser starken Schwingungen.
Ist schon merkwürdig das Ganze.
Ich werde mal versuchen einen anderen Nadeleinschub aufzutreiben, wobei das nicht ganz einfach ist.
Jedenfalls schonmal vielen Dank für den Input bisher !

Gruß Sebi
8erberg
Inventar
#10 erstellt: 13. Jan 2026, 08:04
Hallo,

hast Du höhere Auflagekraft/Antiskating probiert?

Peter
einstein-2
Inventar
#11 erstellt: 13. Jan 2026, 08:34
Hallo Themenersteller
Überprüfe mal, ob der Nadeleinschub formschlüssig
Im System sitzt. Sollte dieser wackeln, könnte dies
auch Vibrationen erzeugen.
scerms
Stammgast
#12 erstellt: 13. Jan 2026, 08:38

8erberg (Beitrag #10) schrieb:

hast Du höhere Auflagekraft/Antiskating probiert?


Ups, das habe ich gestern versäumt, wird nach der Arbeit nachgeholt. Viel ist da aber nicht mehr drin, kann maximal auf 2 gehen...(Momentan 1.5)


einstein-2 (Beitrag #11) schrieb:

Überprüfe mal, ob der Nadeleinschub formschlüssig
Im System sitzt.


Der sitzt schön "schnack" drauf.
sealpin
Inventar
#13 erstellt: 13. Jan 2026, 08:59
Wenn der Tonabnehmer hörbar mit klingt, ggf. sogar die Resonanzen am gesamten Tonarm zu hören oder zu fühlen sind, dann passt der Tonabnehmer mit seiner Nadelnachgiebigkeit nicht zum Tonarm.
scerms
Stammgast
#14 erstellt: 13. Jan 2026, 09:40
Das wird wohl so sein.
Leider gibt es zur Nadelnachgiebigkeit der Nachbaunadel keine Angaben, ebenso wenig zur Masse des Tonarms.
Der Tonarm ist recht ähnlich zum Sansui SR636/838, die gelten wohl als mittelschwer...
Ich habe eben einen anderen Nadeleinschub bei Thakker bestellt und werde berichten, ob sich was ändert.
Ich werde auch heute Abend mal die Auflagekraft erhöhen und ebenfalls berichten.

Nur zum Verständnis: wenn die Nadelnachgiebigkeit nicht zum Tonarm passt und diese Resonanzen verursacht, brauche ich einen "weicheren" Einschub mit >mehr< Nachgiebigkeit, richtig?
Bzw. andersherum, diese Nadel braucht einen Tonarm mit mehr Masse?

Gruß Sebi
sealpin
Inventar
#15 erstellt: 13. Jan 2026, 10:04
Korrekt.

Ist die Nadel „zu hart“ (niedrige Compliance) für deinen eher leichten Arm, liegt die Resonanzfrequenz zu hoch – dann bräuchtest du entweder einen weicheren Einschub (höhere Compliance) oder einen Tonarm mit mehr effektiver Masse.
Umgekehrt: Eine sehr weiche, hochcompliance Nadel gehört eher an einen leichten Arm; an einem schweren Arm rutscht die Resonanz zu weit nach unten.
scerms
Stammgast
#16 erstellt: 13. Jan 2026, 22:23
Also, die Erhöhung der Auflagekraft hat keine Verānderung gebracht.
Ich warte jetzt mal die neue Nadel ab und berichte erneut …
Vielen lieben Dank für eure Hilfe bisher!

Gruß Sebi
sealpin
Inventar
#17 erstellt: 14. Jan 2026, 08:07
War zu erwarten. Erhöhung der Auflagekraft oder Änderung des Antiskatings ändert nicht die Resonanzverhältnisse zwischen Nadel und Tonarm.

Mal sehen ob ein neuer Nadeleinschub eine höhere Compliance hat.
Falls nicht, dann ist der gewählte Tonabnehmer nicht für den Tonarm tauglich und ich würde den nicht verwenden.
scerms
Stammgast
#18 erstellt: 18. Jan 2026, 08:18
Guten Morgen zusammen!

Der neue Nadeleinschub ist gestern angekommen und wurde auch gleich verbaut.
Die Resonanzen sind jetzt deutlich weniger!
Insgesamt ist es aber immernoch >etwas< lauter als mit den anderen Tonabnehmern.
Ich würde aber sagen, es ist jetzt in einem normalen Rahmen.

Nochmals vielen Dank für eure Hilfe! Abschließend habe ich noch eine grundsätzliche Frage:
Wenn man einen Tonabnehmer mit nicht passender Compliance verwendet,
gibt es da Nachteile außer einem unpassenden Klang?
Kann man damit die Platten beschädigen?

Gruß Sebi
hpkreipe
Inventar
#19 erstellt: 18. Jan 2026, 15:20
Hm,

grundsätzlich, jeder Abspielvorgang verändert die Rilleninformation. Ganz wenig und als allerersten in den Höhen.

Die Complience sollte passen und ist erst einmal ein Thema, um die Tieftonresonanz des Feder-Masse-Systems mit der Dämpfung auf um 10 Hz zu setzen, damit der echte Bassanteil aus der Musik, nicht zu Resonanzen und Wobbeln im Tieftöner führt.

Wenn der Nadeleinschub so offensichtlich - wie hier beschrieben - durch ist, dann ist weniger Pegel in der Ausgangsspannung im Generator und ja es wird sicher mehr als die übliche Veränderung in der Rille passieren, im Vergleich zu einem Tonabnehmer/ Nadeleinschub, der in der geforderten Spezifikation funktioniert. Immer davon ausgehend, das es sich nicht um eine Fehlkonstruktion vom Tonabnehmer handelt.

Nachbaunadeleinschübe sind immer ein Thema zum Hinterfragen, ob die wirklich so sind, dass die zum Tonabnehmer so passen, wie es sich der Hersteller gedacht hat.
scerms
Stammgast
#20 erstellt: 18. Jan 2026, 17:52
Also das der alte TA „durch“ war, möchte ich bezweifeln.
Der war brandneu aus USA bestellt…kann natürlich gut sein, das der überlagert und der Gummi völlig verhärtet war.
Zu dem Zeitpunkt gab es nirgends eine neue Nadel zu bestellen, schon gar nicht eine in dem originalen „Tri-Pole“ Design.
Nach den ganzen Hinweisen hier, habe ich nochmal danach gesucht, und zum Glück gab es eine Nadel mit Mickey-Mouse-Ohren und dem kleinen Rüssel bei Thakker. Ich hab die bestellt und auf dem Etikett stand sogar „Made in Japan by Jico“

Das passt jetzt tatsächlich. Obwohl es nur eine Rundnadel im Gegensatz zur elliptischen Originalnadel ist.
Mein oller Sansui AU717 hat zum Glück noch einen Tiefpassfilter ab 16hz, den ich grundsätzlich bei Plattenwiedergabe einschalte.
Ich hoffe, das passt dann so, der olle MI von Acutex gefällt mir tatsächlich 10x mehr als Denon DL110 und Sumiko Pearl. Sogar den AT95ML lass ich dafür links liegen.

Gruß Sebi
hpkreipe
Inventar
#21 erstellt: 19. Jan 2026, 22:37
Du meinst den aus den von Dir aus den USA erworbenen Nadeleinschubbachbau.

Ist letztlich egal, er passte nicht zu Deinen Anforderungen und entsprach (vermutlich) auch nicht der Spezifikation von den Originalnadeleinschüben.

Das meinte ich mit Nachbaunadeln, die eben gut, weniger gut oder komplett abseits der Originalnadel liegen können.

Zum Klang, bist Du die beim DL110 sicher? Der spielt immer deutlich leiser und benötigt einen herzhaften Dreh an dem Verstärker.

Kannst ja bei Gelegenheit noch mal überprüfen. Würde mich interessieren, da man sonst immer nur Gutes über den liest.

Bislang war der 110 immer außerhalb meiner Haben-Wollen-Liste. Da weder passend zu eher leisen MM-Eingängen, die ich bespielen wollte oder da ich eine separate und einstellbare Phonosektion hatte, dann konnte und habe ich immer low-output Systeme genutzt.
scerms
Stammgast
#22 erstellt: 20. Jan 2026, 06:55

hpkreipe (Beitrag #21) schrieb:

Zum Klang, bist Du die beim DL110 sicher? Der spielt immer deutlich leiser und benötigt einen herzhaften Dreh an dem Verstärker.
Kannst ja bei Gelegenheit noch mal überprüfen. Würde mich interessieren, da man sonst immer nur Gutes über den liest.


Und das Gute was man liest, kann ich nur bestätigen. Der Denon DL110 ist echt toll, genauso wie der Sumiko Pearl oder eben der AT-VM95ML....Der Acutex M310 II aber auch!
Das ich den einen favorisiere, liegt natürlich an rein subjektiven Gesichtspunkten. Ich habe keinen Blindvergleich gemacht und auch keine Messungen durchgeführt, es ist einfach ein "gefällt mir irgendwie besser".

Zumindest bei der Musik die ich höre (Rock, Metal, Jazz/Fusion) passt mir der Acutex mehr. Der hat irgendwie mehr Drive.
Er löst jetzt zumindest mit dem Rundnadel-Ersatz (original war immerhin elliptisch!) nicht ganz so fein auf wie zB der AT, aber mir macht es mehr Spaß beim Hören.

Gruß Sebi
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