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Tonbandgerät anschliessen, Din an Cinch? macht Probleme

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linus3
Schaut ab und zu mal vorbei
#1 erstellt: 26. Apr 2005, 17:35
Hallo!

Ich habe ein Braun TG 1000 mit Tonbändern geerbt. Die Wiedergabe an einem Sony Receiver klappt ohne Probleme. Aber wenn ich etwas aufnehme (zB von CD) und es mir dann wieder anhöre ist es sehr leise und rauscht.

Das Tonbandgerät hat 5-Pol Din Buchsen(in/out), der Verstärker Cinch. Hat vielleicht jemand ne Idee wie ich das besser hinkriege?

Danke

P.S. Falls relevant, bin Laie
Wolfgang_K.
Inventar
#2 erstellt: 26. Apr 2005, 21:19
DIN und Cinch sind eine sehr problematische Sache. Man kann von DIN auf Cinch und umgekehrt nicht aufnehmen, weil die Pegel unterschiedlich sind. Abhilfe schafft ein Cinch-Pegel-Verstärker, der die unterschiedlichen Signale nivelliert. Gibt es bei Conrad als Bausatz, hat sich sehr gut bewährt, war bei mir in den frühen HiFi-Jahren selber jahrelang im Einsatz. Heute spielt der DIN-Anschluß keine Rolle mehr (bis auf wenige Ausnahmen wie Bang und Olufsen, und somit gibt es auch keine Anpassungsprobleme mehr.


[Beitrag von Wolfgang_K. am 26. Apr 2005, 21:19 bearbeitet]
richi44
Hat sich gelöscht
#3 erstellt: 27. Apr 2005, 06:26
Dein TG1000 hat vermutlich einen Radio-Eingang und einen Line-Eingang, alles mit DIN.
Wenn dem so ist, so brauchst Du einen Din-Cinchadapter mit der Belegung auf PIN 3 und 5 für Wiedergabe. Den steckst Du am Radioanschluss an.
Und Du brauchst einen genau gleichen Adapter, also auch 3 und 5, den Du am Line In anschliesst und am Verstärker am Rec. out zur Aufnahme.
Wenn das TG1000 keinen Lineanschluss hat, wird es etwas komplizierter. Dann brauchst Du einen Adapter mit 4 Cinchsteckern. Das ganze an den Radioanschluss und bei 3 und 5 geht es in den Verstärker zur Wiedergabe.
Die Pin 1 und 4 sind zur Aufnahme, aber eben alte DIN. Das bedeutet, dass aus dem Verstärker eigentlich zuviel raus kommt und das Tonbandgerät übersteuert wird. Folglich muss in diese Leitungen je ein Widerstand von etwa 330k. Am besten bastelt man dazu kurze Verbinder mit Stecker und Kupplung und lötet die Widerstände da ein. Oder das ganze in ein kleines Blechgehäuse.
GandRalf
Inventar
#4 erstellt: 27. Apr 2005, 06:57
Moin auch,

Wolfgang K. schrieb:


Heute spielt der DIN-Anschluß keine Rolle mehr (bis auf wenige Ausnahmen wie Bang und Olufsen, und somit gibt es auch keine Anpassungsprobleme mehr.


Das ist richtig, aber bei B&O wird die DIN Buchse auch mit Cinchpegeln betrieben. Also gibt es bei den Geräten außer der Steckeranpassung keine Probleme.
Michael-Otto
Stammgast
#5 erstellt: 27. Apr 2005, 08:29
Hallo,

da scheint aber noch ein anderes Problem vorzuliegen, welchen Eingang hast Du benutzt, was für ein Kabel? Denn, wenn der volle Cinch Pegel anliegen würde, ware eine Aussteuerung fast nicht möglich, siehe unten bei Problem..
Quellen: Thorens Händlerinfo und Braun Prospekt

Technische Information für Verkauf und Service
Anschluß von HiFi-Tonbandgeräten nach DIN an Verstärker und Receiver nach US-Norm
PROBLEM
Werden HiFi-Tonbandgeräte deutscher Norm (z. B. Revox, Braun etc.) an Verstärker und Receiver der internationalen Norm angeschlossen, so ist die Wiedergabe-Funktion zwar einwandfrei, bei Aufnahme treten jedoch Schwierigkeiten auf. Die Aussteuerungs-Einsteller am Tonbandgerät können nur millimeterweise im unteren Bereich betätigt werden. Es werden teilweise erhebliche Verzerrungen des aufgenommenen Programms hörbar.
URSACHE
Eine zu hohe NF-Spannung am Aufnahme-Ausgang des Verstärkers bzw. Receivers übersteuert den Eingang des Tonbandgerätes.
LÖSUNG
Die Tonleitung zwischen Verstärker (Receiver) und Tonbandgerät wird mit einem geeigneten Spannungsteiler versehen, der die Aufnahmespannung am Tonbandgerät auf den erforderlichen Wert reduziert. Eine technisch einwandfreie Ausführung dieses Spannungsteilers gewährleistet eine verlustfreie Übertragung.
Sie sparen sich Zeit und Arbeit, wenn Sie sich der fertig konfektionierten Adapter im THORENS Zubehörprogramm bedienen. Die nachstehend beschriebenen Artikel sind für die Verwendung mit allen Tonbandgeräten nach DIN geeignet, die an Verstärker und Receiver der internationalen HiFi-Norm angeschlossen werden sollen. (MARANTZ, Mclntosh, usw.)
DIN-4CS-Teiler (Länge 1,20 m)
Es handelt sich um eine 1,20 m lange Stereo-Tonleitung für Aufnahme und Wiedergabe. Die dem Tonbandgerät zugewandte Seite ist mit einem 5-poligen Normstecker versehen, die andere Seite der Tonleitung ist mit vier Cinch-Steckern ausgestattet. Die im Normstecker enthaltenen Längs-Widerstände (470 kOhm) bilden mit dem Eingangswiderstand des angeschlossenen Tonbandgerätes den erforderlichen Spannungsteiler.
DIN-Teiler 470
Es handelt sich um einen massiven 5-poligen DIN-Zwischenstecker, der im Aufnahme-Zweig zwei 470 kOhm Längswiderstände enthält. Dieser Zwischenstecker kann auf den 5-poligen Normstecker einer handelsüblichen Stereo-Überspielleitung für Aufnahme und Wiedergabe aufgesteckt werden und bildet zusammen mit dem Eingangswiderstand des angeschlossenen Tonbandgerätes den erforderlichen Spannungsteiler.

Eingänge Braun TG 1000
Mikrophon 100 µV, 1 KOhm
Radio 5 mV, 50 KOhm
Phono 100 mV, 1 MOhm

Gruß

Michael-Otto
linus3
Schaut ab und zu mal vorbei
#6 erstellt: 27. Apr 2005, 15:55
Vielen Dank erstmal für die raschen Antworten. Aber mein Problem ist noch nicht ganz gelöst.
Also mein TG1000 hat vier Buchsen mit folgender Beschriftung auf der Rückseite:

1. Verstärker, DIN 5-Pol
2. Phono 1M Ohm, DIN 5-Pol
3. Projector, DIN 6-Pol
4. Sync., DIN 6-Pol

Ich habe meinen Verstärker an den Anschluss "Verstärker" geklemmt. Dazu habe ich nur die Wiedergabe-Pins (3,5) an die Cinch Kabel angeschlossen. An den 2. Eingang (Phono) habe ich dann den Ausgang des Verstärkers mit der gleichen Pin Belegung angeschlossen. Also zweimal das gleiche Kabel.
Was ich mich nun aber frage ist, welchen Unterschied es macht in welche Buchse das Signal vom Verstärker geht. Also ob Phono mit Pin 3,5 oder Verstärker mit Pin 1,4.

Gruß, Linus
robernd
Stammgast
#7 erstellt: 28. Apr 2005, 22:17
Hi linus3,
bei Braun war schon immer vieles etwas anders als gewohnt. Hier einige Hinweise:
Die Verstärkerbuchse ist als Eingang (Pins 1,4) und als Ausgang (Pins 3,5) beschaltet. Die Phonobuchse ist nur als Eingang (Pins 3,5) beschaltet. Zwischen dem Phonoeingang und dem Verstärkereingang liegen Widerstände von 1M, sonst nichts.
Im Datenblatt ist die Eingangsspannung Verstärker angegeben mit 5 mV ... 3,3 V. Am Phonoeingang steht 100 mV ... 58 V.
Dieser große Bereich überrascht zunächst. Die Zahlen sind aber plausibel, weil die Lautstärkeregler (Aussteuerung) nicht wie üblich als Spannugsteiler betrieben werden. Anfang und Ende jedet Potis (50 k) hängen an Emitter und Kollektor des Eingangstransistors. Die Schleifer liegen auf Masse. Damit verändern die Regler auch den Verstärkungsfaktor der Transistorstufe.

Der Ausgangsverstärker liefert bei Bezugspegel 1150 mV, die über 100 Ohm am Kopfhörerausgang liegen. Ein Spannungsteiler 1k/1k halbiert diesen Wert auf 560 mV für den Verstärkerausgang. Die Spitzenspannungen sind höher. Vor der Kopfhörerbuchse (für 400 Ohm vorgesehen) ist ein Lautstärkeregler von 1k.

Eine Umsetzung auf Cinch sollte damit nur mit Leitungen ohne Widerstände möglich sein. Ich hatte auch noch nie Probleme, mein TG1000 an beliebigen Verstärkern oder Empfängern zu betreiben. Ansonsten war ich NIE soch recht zufrieden damit, weil es gravierende Konstruktionsmängel hat.

Die Buchsen Projektor und Synch sind nur beschaltet, wenn ein spezieller Synchronkopf und eine Synchro-Leiterplatte eingebaut sind.


[Beitrag von robernd am 28. Apr 2005, 22:19 bearbeitet]
linus3
Schaut ab und zu mal vorbei
#8 erstellt: 29. Apr 2005, 14:57
Hi robernd,
vielen Dank für Deine Hilfe. Ich habe mir nun also ein Kabel mit vier Cinch-Enden (1+4,3+5) gelötet und an den Verstärker angeschlossen. Die Wiedergabe läuft und ich kann ohne weiteres Aufnehmen. Also die "Anschluss-Schwierigkeiten" sind beseitigt.
Nun habe ich aber noch ein paar Fragen:

a) Die alten, aufgenommenen Bänder, die ich dazu bekommen habe, klingen nur richtig, wenn man sie mit dem Finger ein bißchen bremst. Woran kann dass liegen?

b) Ich habe die Vermutung, dass das Tonbandgerät leiert. Wie kann man da was machen?

c) Und zu guter letzt: Die Aufnahmen, die ich selbst mache, haben alle zu viel Bass und fast keine Höhen, woran kann das liegen?

Danke im voraus!
Wolfgang_K.
Inventar
#9 erstellt: 29. Apr 2005, 16:47
Die Gleichlaufschwankungen könnten darauf hindeuten das die Andruckrolle(n) ersetzt werden müssen. Bei vielen Tonbandgeräten gab es auch einen Andruckfilz. Wahrscheinlich muß dieser neu ersetzt, beziehungsweise neu justiert werden. Bei mangelhafter Höhenwiedergabe sind entweder die Tonköpfe verschmutzt, oder die Tonköpfe müssen neu einjustiert werden. Vielleicht hat sich der Kopf-Azimut verschoben. Kann auch sein das diese alten Tonbänder die Du benutzt nicht mehr brauchbar sind.
robernd
Stammgast
#10 erstellt: 29. Apr 2005, 17:30
Hallo,
a) Was heißt klingen richtig? Oder wie klingen sie ungebremst? Laufen sie dann zu schnell? Gibt es Lautstärkeschwankungen?

b) Leiern bedeutet wahrscheinlich Gleichlaufschwankung (auch Jaulen genannt). Zwischen der Antriebswelle und dem Motor läuft ein Gummiband. Wenn das Gerät viele Jahre gestanden hat, ist das einseitig gedehnt. Das verursacht Gleichlaufschwankungen. Am besten das Gummiband ersetzen. Vielleicht erholt es sich, wenn es eine Weile läuft. Wo es ein neues gibt, weiß ich auch nicht.

c) Hier geht es wahrscheinlich um Magnetkopfjustierungen, die auch für andere Tonbandfreunde interessant sein können.

Zunächst sollte man es mit Reinigen versuchen. Speziell das TG1000 neigt dazu, die Magnetköpfe zu verdrecken. Das wäre kein Problem, wenn sich Braun nicht über die Einbauvorschriften des Magnetkopfherstellers Bogen hinweg gesetzt hätte. Wenn der Aufnahmekopf schmutzing ist, hat das nur Einfluss auf die eigenen Aufzeichnungen. Man putzt die Köpfe am besten mit Wattestäbchen und Spiritus. Am meisten stört Bandabrieb auf der mittleren verspiegelten Fläche.

Wahrscheinlicher ist es, dass die Magnetköpfe nicht genau senkrecht justiert sind. An die Justierschrauben kommt man, wenn man den Kopfträger von oben öffnet. Die zwei Schraubenabdeckungen oben auf dem Kopfträger mit einer Stecknadel vorsichtig abhebeln, Abdeckung abschrauben. Vorsicht, zum Justieren braucht man einige Erfahrung, sonst wird es noch schlechter. Zunächst nur rechts/links justieren, auf keinen Fall vorn/hinten oder die Höhe verändern. Das ist weit schwieriger.

Zuerst den Wiedergabekopf so einstellen, dass die hohen Töne der wichtigsten Aufzeichnung am besten zu hören sind. Dafür gibt es auch spezielle Justierbänder (mit hohen Tönen oder Rauschen).
Danach Gerät auf Hinterbandkontrolle stellen (also Aufnahme und Wiedergabe gleichzeitig). Jetzt einen sehr hohen Ton (10 kHz) aufzeichnen und Aufnahmekopf so justieren, dass er mit maximaler Lautstärke wiedergegeben wird.
Am besten macht man es bei einer Bandgeschwindigkeit von 9,5 cm/s. Bei 19 cm/s ist es unkritischer. Bei 4,75 cm/s ist eine saubere Justierung kaum möglich.

Bei Stereogeräten sind die optimalen Einstellungen für den rechten und linken Kanal etwas unterschiedlich. Deshalb justiere ich immer auf gleiche Phasenlage. Das geht mit einem Oszillografen. Linken Kanal auf X, rechten Kanal auf Y, der Oszi zeigt im Idealfall eine gerade, schräge Linie an. Mit 1kHz anfangen und danach erhöhen. Weil das Band mechanisch fluktuiert, schwingt auch die Linie unregelmäßig um den Sollwert herum.
Man kann auch eine beliebige Monoaufzeichnung auf beide Spuren parallel aufnehmen. Bei der Wiedergabe beide Spuren zusammen schalten (Mono-Wiedergabe) und so lange justieren, dass es in keiner Tonhöhe zu Auslöschungen kommt.
Gehässiger Kommentar: Bei Kassettenrecordern gibt es den Knopf für die Monowiedergabe nicht. Sonst würde man merken, dass es immer irgendwelche Auslöschungen gibt.

Hat man keine Referenzaufzeichnung, kann man sich bei einem 2/2-Spur-Gerär auch selbst mit viel Mühe aus dem Sumpf ziehen: Abwechselnd Band herumdrehen (so dass es rückwärts läuft) und Justierungen vergleichen. Die Spalte der Köpfe stehen exakt senkrecht, wenn nach dem Herumdrehen kein Unterschied mehr festellbar ist.

Das wars zunächst einmal. Ich hoffe, dass es etwas weiter hilft.
Für die Suchfunktion: Tonband Tonbandgerät Magnetkopf Tonkopf Reinigung taumeln

Nachtrag 1: Die Hohen Töne können auch zu schwach sein, wenn der Arbeitspunkt des Bandes nicht stimmt. Bei der Aufnahme wird dem Tonsignal ein Hochfrequenzsignal überlagert (sog. Vormagnetisierung). Bei zu geringer Vormagnetisierung (zu kleines HF-Signal) werden die hohen Töne zu stark aufgezeichnet, außerdem ist der Klirrfaktor zu hoch. Bei zu großer Vormagnetisierung kommen die hohen Töne zu leise. Ich habe mehrfach beobachtet, dass die Hersteller die Bandeigenschaften im laufe der Jahre verändern. Für eine andere Bandsorte muss man die Vormagnetisierung anpassen. Dafür gibt es Einstellregler, an denen man solange dreht, bis der Frequenzgang linear ist. Frequenzgangmessungen kann man nicht bei Vollaussteuerung machen, sondern muss mit dem Signal ungefähr den Faktor 10 darunter bleiben.

Nachtrag 2:
Der leidige Andruckfilz
In einem Tonbandgerät einen Andruckfilz zu verwenden ist ein Kunstfehler. Prinzipiell darf in einem sehr guten Gerät das Band an keinem stehenden Teil vorbeischrammen. Falls es das doch tut, muss nahe der Tonköpfe zumindest eine Beruhigungsrolle mitlaufen. Beim TG1000 sitzt dort die Antriebswelle und vermindert die Wirkung der verschiedenen stehenden Bolzen. Ein stehender Bolzen oder gar Filz führt zu Längsschwingungen des Bandes. Dadurch gibt es eine Art von Modulationsrauschen/Jitter. Die Töne klingen unsauber. Die Magnetköpfe selbst wirken nicht so unangenehm, weil sie bestens poliert sind. Außerdem lassen sie sich kaum vermeiden
Richtig, ein Kassettentonbandgerät ist in diesem Sinne ein einziger Kunstfehler

Wer diesen ganzen Zoff mit analogen Tonbandgeräten bist zur Neige ausgekostet hat, schwört nur noch auf Digitaltechnik - und wenn sie noch so schlecht ist.


[Beitrag von robernd am 29. Apr 2005, 17:59 bearbeitet]
Wolfgang_K.
Inventar
#11 erstellt: 30. Apr 2005, 08:54
Diese Ausführungen sind super. Nur als Laie wäre ich mit solchen Arbeiten völlig überfordert, und ob heute der Mediamarkt oder Saturn solche diffizilen Reparaturen noch machen wage ich zu bezweifeln. Mit meiner alten ReVox-Maschine hatte ich bisher noch keine solchen Probleme, heute bin ich zu der Überzeugung gekommen daß ReVox von der Gebrauchstauglichkeit und Robustheit die besten Maschinen gebaut hat, die es je auf dieser Welt gab. Nicht das es bei der A77/B77 nicht auch Schwächen gibt, aber andere Hersteller können diesen Maschinen kaum das Wasser reichen.

Tonbandgeräte sind nur noch ein Anachronismus der Technikgeschichte, das ist halt etwas für Liebhaber und Freaks. Ich bin gespannt ob es wieder Firmen gibt die neue Tonbandspulen produzieren...


[Beitrag von Wolfgang_K. am 30. Apr 2005, 08:55 bearbeitet]
linus3
Schaut ab und zu mal vorbei
#12 erstellt: 30. Apr 2005, 10:54
Hallo zusammen

Vielen Dank für die Tips, aber an das Justieren der Köpfe wage ich mich aufgrund fehlender Erfahrung nicht ran. Ich werde jetzt erstmal schauen was eine Reinigung bewirkt.

nochmal zu a)
Mit richtig klingen meine ich, dass man auch das hört was aufgenommen werden sollte, also auf der Hülle steht.
Bsp.: Beschriftung "Pink Floyd - Obscoured by Clouds", wenn ich das Band nun "ungebremst" laufen lasse, höre ich irgendeine klassische Musik, wenn ich es aber mit dem Finger ein bißchen "abbremse" ist Pink Floyd zu hören. Und dabei beobachte ich auch, dass das Tonband dann näher anliegt (damit meine ich nicht die Köpfe, oder die Fühlhebel sondern die Dinger über die das Tonband läuft bevor und nachdem es Köpfe passiert).

bis denn
robernd
Stammgast
#13 erstellt: 30. Apr 2005, 18:40
Hi,
ach je, was ist das dann. Das Gerät spielt einem einfach etwas anderes vor?
Ist es eine Stereoaufzeichnung? Oder hört man aus irgend einem Grunde die zweite Spur? Was hörst du, wenn du zwischen beiden Spuren umschaltest?

Nehmen wir einmal an, dass auf beiden Spuren Pink Floyd ist. Trotzdem hört man manchmal etwas anderes. Dann kann das nur zwischen den Spuren sein (dort ist ungefähr 1 mm Abstand). Wie kommt aber die Aufzeichnung dort hin?
Möglichkeit 1: Das Band wurde auf einem anderen Gerät vorher benutzt (1/4-Spur oder Vollspur).
Möglichkeit 2: Es ist eine alte Aufzeichnung, die beim Überspielen nicht ganz verschwunden ist.
Möglichkeit 3: Die aktuelle Aufzeichnung wurde gar nicht auf diesem Gerät gemacht und ist für ein 1/4-Spur Gerät gedacht.

Alle Möglichkeiten deuten darauf hin, dass ein Kopf oder Führungsbolzen schief steht. Nehmen wir an, das Gerät steht waagerecht und man schaut von vorne auf das Band, das von links nach rechts läuft. Es würde bedeuten, irgend etwas ist nach vorne oder hinten geneigt. Mit mehr oder weniger Bandzug läuft das Band nach oben oder unten aus der Spur. Wenn alles richtig justiert ist, muss das Band auch bei unterschiedlichem Zug immer in der gleichen Höhe laufen. Vielleicht ist auch ein Teil abgeschliffen und deshalb schief.
Ich setze bei dieser wunderschönen Theorie voraus, dass die Bandzugregelung auch arbeitet und das Band nicht irgendwo undefiniert herumschlabbert. Wenn man die Fühlhebel mit der Hand verschiebt muss sich der Bandzug deutlich ändern. In Stellung Schnellstop/Pause muss der Bandzug erhalten bleiben und das Band sauber stehen bleiben.


... heute bin ich zu der Überzeugung gekommen daß ReVox von der Gebrauchstauglichkeit und Robustheit die besten Maschinen gebaut hat, die es je auf dieser Welt gab ...

Das sehe ich inzwischen ähnlich (mit der Welt bin ich mir nicht so sicher). Als ich mich damals für Braun entschieden hatte, stand natürlich auch Revox zur Diskussion. Ich habe mir viel Zeit für die Entscheidung genommen.
Braun hatte einfach das fortschrittlichere Konzept:
Elektronische Bandzugregelung (bei Revox gab es nur den Schalter große/kleine Spulen).
Platz für Synchronkopf auf dem Kopfträger (habe ich tatsächlich eingebaut).
Nur 1 mm Trennspur zwischen linkem und rechtem Kanal (normal waren damals 2 mm.)
Antrieb mit elektronisch geregeltem Gleichstrommotor, weichem Gummiband und separater Schwungmasse (die optimale Konstruktion für guten Gleichlauf - Ampex lässt grüßen).
Elektrische Funktionstastenverriegelung. Bei Revox durfte man nicht schnell die Folge Rücklauf - Stop - Wiedergabe drücken. Wenn man es doch tat, hatte man ganz plötzlich 20 m Band im Zimmer.

Es hat nicht lange gedauert, da war ich vom Fortschritt der Braungerätes restlos kuriert:
Das neue Gerät wurde mit falsch justierten Magnetköpfen ausgeliefert.
Die Elektronik ist zwar pfiffig aber extrem schlampig aufgebaut.
Von der Motorsteuerung streut Brummen in einen Wiedergabekanal (wenn man die Geschwindigkeit umschaltet ändert sich die Tonhöhe).
Das Band umschlingt die Köpfe viel zu wenig, deshalb setzt sich Bandabrieb genau auf dem Spalt ab (bei manchen Bändern jede Stunde Putzen). Der Magnetkopfhersteller schreibt einen größeren Umschlingungswinkel vor, damit setzt sich der Abrieb vor dem Spalt ab und stört kaum.
Die Wickelspulen laufen nicht in der richtigen Höhe, keine Justiermöglichkeit.

Einiges habe ich umgebaut, gegen die ständig verdreckten Köpfe konnte ich nichts erreichen.
Ja, das musste ich jetzt auch mal los werden. Nix Kult mit Braun, nur jede Menge Ärger.


[Beitrag von robernd am 30. Apr 2005, 18:49 bearbeitet]
Wolfgang_K.
Inventar
#14 erstellt: 30. Apr 2005, 21:38
Die Kinderkrankheiten der A77 mit der Umschalterei gab es bei der B 77 allerdings nicht mehr. Da konnte man wilde Schaltorgien am Steuerteil der Laufwerkstasten durchführen, die Laufwerksbefehle wurden wie ein Schweizer Uhrwerk präzise umgesetzt. Trotz alledem war doch Braun damals auch in der HiFi-Technik (irgendwie führend), zudem hatten die doch traumhaft schöne Designer-Anlagen. Drum wundert mich das jetzt mit dem TG 2000. Aber ich denke da kann man noch einiges reparieren. Ich hatte einen Riesenärger mit Uher, nach diesen grottenschlechten Erfahrungen bin ich dann bei der ReVox hängen geblieben. Ich hatte vorher schon mehrere Gerätschaften Sabe, Philips, Uher aber irgendwie war das nicht so der Hit. Schade das sich da Braun mit einreiht. Das Problem bei Tonbandgeräten ist das kongeniale Zusammenspiel zwischen Mechanik und Elektronik. Wenn irgendeine Seite nicht mitspielt (meist schlampige Mechanik) dann wird das ganze Gerät in der Funktion entwertet, und diesen Dreh hatte ReVox einfach raus. Das machte auch den Welterfolg bei ReVox-Tonbandgeäten aus. Da konnte selbst Braun nicht mehr mithalten.

Zum Schluß noch eine Anmerkung: Schön sieht das TG 2000 trotzdem aus, vom Design her nur super.....


[Beitrag von Wolfgang_K. am 30. Apr 2005, 21:40 bearbeitet]
quantec
Ist häufiger hier
#15 erstellt: 13. Feb 2009, 00:40
Hallo,ich habe ein Tape Deck(Chinch) mit meinem Verstärker(Din) verbunden und habe keinerlei Probleme damit.
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