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diy plattenwaschmaschine halbautomat

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contadinus
Inventar
#1 erstellt: 26. Feb 2006, 14:56
hallo leute,

da ich fast meine ganze schallplattensammlung auf flohmärkten zusammengesammelt hab, war die reinigung der schwarzen scheiben bei mir von anfang an ein sehr wichtiges thema. hab ziemlich bald gemerkt, daß kohlefaserbürste allein nicht reicht und es deswegen mit isopropanol und mikrofasertuch probiert. das hat eigentlich ganz gut funktioniert, bloß ist die handhabung für meinen geschmack nicht so überzeugend (zu viele nasse lappen...). außerdem liest man in div. foren immer wieder, daß bloß absaugung allein glücklich macht .
schätze mal, daß sich andere auch schon ähnliche gedanken gemacht haben und lasse euch deswegen mal an meinen bisherigen erfahrungen beim pwm-selbstbau teilhaben.

zutaten braucht man folgende:

-einen alten plattenspieler mit recht kräftigem antrieb, in meinem fall ein, vom opa geerbter, dual 1010 mit reibradantrieb.
-reinigunhsflüssigkeit und bürste, ich nehme isopropanol und eine bürste von loricraft.
-ein leeres gurkenglas, marke hofer (bzw. aldi) - selbst geleert
-einen plastikschlauch durchmesser 10mm, länge ca.70cm
-staubsauger

der aufbau funktioniert folgendermaßen:
zuerst sollte man den plattenspieler öffnen und die automatikfunktionen deaktivieren. dazu muß man in meinem fall bloß einen kleinen blechhaken etwas verbiegen. d.h. während sich der plattenteller dreht, sollte sich der tonarm ohne jede behinderung überall hin bewegen lassen können.
weiters werden in den deckel des gurkenglases 2 löcher geschnitten - ein kleines für den plastikschlauch und ein großes, in das der schlauch vom staubsauger paßt. das glas wird dann hinten am plattenspieler befestigt. der 1010er hat dankenswerterweise, wie fast alle duals, eine abnehmbare systemmontageplatte, die sich leicht runternehmen läßt. d.h. von dieser platte wird ein ev. vorhandenes system abmontiert und ein stück draht befestigt. das 1. ende des plastikschlauchs wird dann mit dem draht an die montageplatte befestigt und diese wieder ans headshell. zum schluß kommen noch das zweite ende des plastikschlauchs und der staubsaugerschlauch ans gurkenglas und schon ist die sache fertig. zeitaufwand ca. 1h

aussehen tut das ding dann etwa so:





die funktion ist eigentlich eh klar:
zuerst wird die platte wie gehabt ordentlich mit isoprop und bürste behandelt. dann wird der staubsauger auf niedriger stufe (bei mir: 350W) eingeschalten und der tonarm mit saugschlauch langsam von außen über die platte bewegt. die flüssigkeit wird dabei ins gurkenglas abgesaugt. wichtig dabei, ist eigentlich nur, daß das untere ende des schlauchs nicht plan auf der platte aufliegt, sondern ein wenig schräg ist, sonst saugt sich der schlauch an der platte fest und nichts geht mehr.

konklusio:
die sache funktioniert eigentlich ganz prächtig - wenn man den tonarm in ca. 10sec. einmal über die platte zieht, ist diese so gut wie staubtrocken. für die restfeuchtigkeit gibts dann ja noch das mikrofasertuch.
auf die geschicht mit dem fädchen unter der ansaugöffnung hab ich bewußt verzichtet, weils meiner meinung nach nicht viel bringt. es schleift ja nur ein ganz kleiner teil des schlauchanschnitts auf der platte und in die rillen kommt von dem relativ weichen plastikschlauch ganz sicher nichts.

mit dem resultat (d.h. entknisterung) bin ich aber trotzdem nicht ganz zufrieden. da die platten aber mindestens so sauber werden wie beim cheap-thrill (danke holger ) führe ich das eher auf den zustand der platten - hab natürlich nicht mit meinen besten stücken ausprobiert - bzw. auf die zusammensetzung der reinigungsflüssigkeit zurück. außerdem macht die bürste doch einen ziemlich groben eindruck - in die feinen rillen kommt die ganz sicher nicht?!
so, das wärs fürs erste - über anregungen / kritik würde ich mich freuen!
gruß
conta
Druide16
Inventar
#2 erstellt: 26. Feb 2006, 15:12

gar nicht so übel.

Die Bürste ist schon ok. Was m.M. nach mehr bringt, als sich den Wolf zu schrubben, ist einweichen lassen. Ist wie beim abwaschen. Verkrustetes Zeugs will auch eingeweicht werden.
Einweichzeit bis ca. 2-3 Minuten. Mehr würde ich bei IPA nicht riskieren. Für längere Einweichzeiten gibt es LADS (L'Art du Son).
Ich hoffe doch, Du gehst nicht mit purem, unverdünnten IPA an die Platten. Ein Mischungsverhältnis von 30% IPA, 70% AquaDest und einem Spritzer Spüli zur Oberflächenentspannung ist eine gute Lösung.
Oft hilft auch mehrfach waschen, da beim ersten Mal nicht der ganze Dreck entfernt wird.

Gruß,

V.
contadinus
Inventar
#3 erstellt: 27. Feb 2006, 00:30
danke für die blumen !
nene, keine sorge, das isopropanol wird auf 1/3 verdünnt. spülmittel ist auch dabei, aber ich bin mir nicht so sicher, ob das auch so richtig entspannt wie es soll. am rand der platte gibts jedenfalls einen ziemlichen "wasserberg" bevor was runtertropft -- ist für mich eigentlich schon ein zeichen für oberflächenspannung. mehr möcht ich aber auch nicht reintun - schäumt ja schon richtig beim bürsten .
werd wohl mal mit dem l'art du son probieren. das nehmen ja schließlich auch ein paar andere und sind ganz zufrieden damit.
wünsche angenehmen wochenbeginn...
conta
doppelkopf0_1
Stammgast
#4 erstellt: 28. Feb 2006, 13:54
Hi Conta.
Bei mir lief die erste Version meiner DIY-PWM ,genau so.
Damit kann man schon gut leben.
Nimm wirklich mal Láds, das hat eine sehr gute antistatische Wirkung.
Zum Winkel des Saugrohr´s : lass nen Faden mitlaufen der eingesaugt wird , schützt die Plattenoberfläche !
Andere Punktsaugermaschinen machen das auch so (Loricraft).

Spass bei sauberen Platten wünscht , Dirk.
raphael.t
Inventar
#5 erstellt: 28. Feb 2006, 16:50
Hallo Conta!

Zuerst einmal Gratulation zur Waschmaschine!
Ich rede immer nur davon, gebaut habe ich bis jetzt noch keine, da ein Freund eine VPI besitzt und ich zur Not eine Knosti.
So, oder so ähnlich hätte ich auch begonnen.
Ich dachte mir, zuerst in der Knosti vorwaschen, die Platte dann mit der Knostiachse in einen Rahmen stecken, antreiben und beidseitig absaugen.

Deine einfachere aber praktikable Lösung zeigt sich meiner bloß gedachten ,aber nie ausgeführten, überlegen.

Mit freundlichen Grüßen
Raphael
contadinus
Inventar
#6 erstellt: 01. Mrz 2006, 10:34
hallo leute,
vielen dank erstmal für die statements.
@doppelkopf:
die sache mit dem faden ist so eine sache. da der saugschlauch verhältnismäßig dick ist, kriegt mans nicht hin einen faden zwischen schlauch und platte laufen zu lassen. der faden verrutscht dabei immer. alles schon ausprobiert....
da das schlauchmaterial aber ziemlich weich ist (deutlich weicher als das vinyl) und er ja auch bloß in einem punkt aufliegt, denk ich mir, schadets der platte grad soviel, als wenn ein faden draufgepreßt wird.
bei der reinigungsflüssigkeit werd ich vorerst noch improvisiere, d.h. etwas mehr spüli dazugeben, bis das isoprop aus ist. danach werd ich wohl das lads ausprobieren. dann gibts keine ausreden für geknister mehr!

@raphael:
danke für die blumen!
deine version hört sich auch nicht übel an - das rumgeschrubbe auf der platte ist ja doch jedesmal eine recht feuchtfröhliche angelegnheit.
sonst bin ich von der praktikabilität her mit meinem maschinchen sehr zufrieden: absaugerei dauert alles in allem ca.10sec und braucht auch keine speziell entwickelte feinmotorik dazu , da das saugende fix am tonarm fixiert ist und man damit ohnehin nicht wild auf der platte rumfahren kann.
also wenn du zufälligerweise einen passenden plattenspieler rumstehen hast (e-markt - ca. 1,50€...) probiers ruhig mal. wie gesagt, der zeitaufwand beschränkt sich auf 1 bis wenige stunden.
würde mich sehr interessieren, was andere damit für erfahrungen machen!
schönen gruß
conta
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