Vibrato Systeme

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Pigpreast
Inventar
#1 erstellt: 05. Mai 2015, 09:52
Dieses Thema wurde aus einer anderen Diskussion abgetrennt.


Giustolisi (Beitrag #8) schrieb:
Zieht man Saiten einer anderen Stärke auf, muss man wegen der veränderten Saitenspannung oft die Halskrümmung etwas nachjustieren.

Von Vibratos, insbesondere Floyd Rose, wollen wir gar nicht erst reden...


[Beitrag von Giustolisi am 05. Mai 2015, 21:22 bearbeitet]
Giustolisi
Inventar
#2 erstellt: 05. Mai 2015, 11:38

Von Vibratos, insbesondere Floyd Rose, wollen wir gar nicht erst reden...

Bei allen schwebend eingestellten Vibratos ist die Gitarre kaum mehr zu stimmen, wenn man die Saitenspannung ändert.
Floyd Rose kann man hassen oder lieben. ich mag die Dinger. Wenn man sie erst mal richtig eingestellt hat, gibt es nix Besseres, so lange man immer in der selben Stimmung spielt.
Pigpreast
Inventar
#3 erstellt: 05. Mai 2015, 12:05
Ich liebe mein Floyd auch.

Für Umstimmexperimente habe ich eine Hohner Strat mit Steinberger Vibrato. Das lässt sich feststellen und die Federspannung dann mit einem Hebelchen ziemlich easy so anpassen, dass das Vibrato die Position ohne Fixierung hält.
Giustolisi
Inventar
#4 erstellt: 05. Mai 2015, 21:20

Ich liebe mein Floyd auch.

Die verschiedenen Systeme haben alle ihre Vorteile. Das Floyd rose kann man eben benutzen wie man will und die Gitarre hält die Stimmung. Ich liebe aber auch das Vibrato meiner Jaguar. Das hasst oder liebt man auch. Ich finde es einfach genial, um den Sound etwas schimmern zu lassen, da muss ich beim Floyd Rose oder Strat Style immer viel vorsichtiger ran gehen.
Mit den verschiedenen Vibrato Systemen ließe sich auch ein Thread füllen, daher habe ich das Thema mal aufgeteilt.
Pigpreast
Inventar
#5 erstellt: 05. Mai 2015, 22:14
Na, das wird ja bestimmt ein "Hot Topic"...

Aber gut. Den wesentlichen Vorteil des Steinberger Tremolos habe ich ja beschrieben. Nachteil gegenüber dem Floyd Rose ist einmal, wenn man "Pussycat Purr" mag, dass es nicht so schwingfreudig ist. Ferner ist die Stimmstabilität nicht ganz so wie beim Floyd, da die Saiten nur am Sattel geklemmt werden. Dadurch ist die Stimmstabilität aber immer noch höher als bei Systemen ohne Sattelklemmung. (Btw.: Wieso wird diese eigentlich nicht bei allen Vibratosystemen oder auch bei Gitarren ohne Vibrato eingesetzt?)

Der wesentliche Nachteil bei dem Steinberger ist allerdings die absolute Fehlkonstruktion, was die verwendeten Materialien anbelang: Die Bolzen sind in die Bodenplatte des Vibratos eingeschraubt. Das ist zwar schön, da alles, inclusive Feder, als ein Stück montiert werden kann, aber jene Bodenplatte besteht aus Zinkdruckguss o. ä., auf jeden Fall aus relativ weichem weichem Material, was zur Folge hat, dass sich die Bolzen durch den Saitenzug im Laufe der Zeit in Richtung Hals neigen, bis das Ganze unbrauchbar wird.

Mir hat in den 90ern, Gott hab ihn selig, Benno Streu (eigentlich eine Koryphäe in der Restauration von historischen Gitarren und Lauten) die Stellen der Bodenplatte, wo die Bolzen eingeschraubt sind, durch Stahlstückchen ersetzt, so dass es seither stabil ist. Mittlerweile gibt es aber sogar eine Company, die speziell für diesen Zweck tauglichen Ersatzteile anbietet.

Btw.: Bei der Gitarre, die das Steinberger Vibrato serienmäßig verbaut hatte, handelt es sich um die Hohner ST Scorpion (später wg. Rechtsstreitigkeiten ST Metal), die u. a. auch von Lars Wachtfels (Endstille) gespielt wird.
Giustolisi
Inventar
#6 erstellt: 05. Mai 2015, 22:56
Irgendwie hat jedes Vibrato seine Probleme.
Bei der Jaguar klappert es manchmal etwas, beim Squier Teil musste ich erst mal ein paar Stellen entgraten, bis es schön weich ging.
Was mich schon lange interessiert ist das Stetsbar Vibrato für die Tele. Da braucht man nix groß umzubauen und ich finde das Prinzip sehr interessant.
Pigpreast
Inventar
#7 erstellt: 05. Mai 2015, 23:02

Irgendwie hat jedes Vibrato seine Probleme.

Aber mit keinem kann man "ungestraft" so schöne Divebombs machen wie mit dem Floyd Rose.


Stetsbar

Cool, man scheint noch nicht einmal eine Fräsung zu brauchen. Aber gib mir mal nen Tipp: Bei welchem typischen Einsatzzweck der Tele ist Vibrato gefragt?


[Beitrag von Pigpreast am 05. Mai 2015, 23:07 bearbeitet]
Giustolisi
Inventar
#8 erstellt: 05. Mai 2015, 23:39

Aber mit keinem kann man "ungestraft" so schöne Divebombs machen wie mit dem Floyd Rose.

Das stimmt wohl

Cool, man scheint noch nicht einmal eine Fräsung zu brauchen.

Die Dinger werden ja mit dem Argument verkauft, dass man an der Gitarre gar nichts verändern muss und jederzeit wieder komplett zurück bauen kann. Das Stetsbar gibts außerdem auch für Les Pauls, Strats und andere Gitarren.

Aber gib mir mal nen Tipp: Bei welchem typischen Einsatzzweck der Tele ist Vibrato gefragt?

Da habe ich eine andere Frage:
Gibt es für die Tele überhaupt einen typischen Einsatzzweck?
Damit kann man sich in jeder Stilrichtung betätigen, für härtere Sachen braucht man vielleicht noch andere Tonabnehmer als die klassischen recht schwachen Single Coils.
Hin und wieder dem Klang ein leichtes Schimmern zu verpassen zu können, würde ich mir eben noch wünschen.
Pigpreast
Inventar
#9 erstellt: 06. Mai 2015, 00:17

Giustolisi (Beitrag #8) schrieb:
[Da habe ich eine andere Frage:
Gibt es für die Tele überhaupt einen typischen Einsatzzweck?

Da hast Du mich kalt erwischt... vielleicht habe ich die Frage gestellt, um von Dir zu erfahren, wo die Tele am ehesten zu Hause ist.

Ich finde halt, die Tele hat ihre Stärken vor allem im Cleanbereich, allenfalls noch bei crunchy Sounds, weil sie unverzerrt schon relativ aggressiv klingt. Aber gerade im Cleanbereich frisst ein Vibratosysten Sustain, was mir persönlich im Zweifel wichtiger wäre.
Giustolisi
Inventar
#10 erstellt: 06. Mai 2015, 07:32

Ich finde halt, die Tele hat ihre Stärken vor allem im Cleanbereich, allenfalls noch bei crunchy Sounds, weil sie unverzerrt schon relativ aggressiv klingt.

Ansichtssache. Ntürlich klingt sie in Clean und Crunch Bereich gut, aber auch wenn man den Gain Regler etwas weiter dreht, büßt sie nichts ein. Für Metal Zerre braucht man eben andere Tonabnehmer, aber da gibt es zum Glück eine riesige Auswahl.
Die Jim Root teles sind außerdem reine Metal Gitarren.
Es gibt bei den Gitarren leider keine eierlegende Wollmilchsau, die alles kann, aber eine Tele kommt da schon nah hin.
Der Verstärker und die Box haben da auch noch ein Wörtchen mit zu reden, die müssen natürlich dazu passen.

Aber gerade im Cleanbereich frisst ein Vibratosysten Sustain, was mir persönlich im Zweifel wichtiger wäre.

Sustain ist eh nicht die Stärke der Tele, auch ohne Vibrato. Ich habe hier unter Anderem drei Teles und zwei Dean ML, davon eine mit Floyd Rose. Bei beiden Deans stehen die Töne schier ewig, aber keine der Teles hat wirklich langes Sustain. Deswegen habe ich sie auch nicht gekauft, die stärken sind eher ein fetziger, fast perkussiver Ton.
Das Vibrato hat darauf keinen großen Einfluss. Das fand ich heraus, als ich bei meinem vorletzten Besuch im Music Store zwei Squier Cabronita Teles vergleichen konnte, von denen eine ein Bigsby hat.
Ich beiße mir immer noch in den Arsch, dass ich die Bigsby Cabronita nicht gekauft habe, weil sie mir in Schwarz nicht gefiel.
Nachdem ich inzwischen mehrere Gitarren und Bässe selbst lackiert habe, würde die Farbe heute keine große Rolle mehr spielen.
Jetzt schiele ich eben auf ein Stetsbar Vibrato.
Das Schöne ist, dass ich ein Stetsbar kaufen und montieren kann und wenn es mir gar nicht gefallen sollte, einfach zurück schicke und die Gitarre wieder im Ursprungszustand habe. Diese Option hätte ich bei einem Bigsby nicht, welches wohl noch das beliebteste Vibrato für die Tele ist.
Pigpreast
Inventar
#11 erstellt: 06. Mai 2015, 09:45

Giustolisi (Beitrag #10) schrieb:

Ich finde halt, die Tele hat ihre Stärken vor allem im Cleanbereich, allenfalls noch bei crunchy Sounds, weil sie unverzerrt schon relativ aggressiv klingt.

Ntürlich klingt sie in Clean und Crunch Bereich gut, aber auch wenn man den Gain Regler etwas weiter dreht, büßt sie nichts ein.

Das nicht, aber dafür gibt es ja andere schöne Gitarren.

Für Metal Zerre braucht man eben andere Tonabnehmer, aber da gibt es zum Glück eine riesige Auswahl.

Um sie in eine Tele einzubauen? Ich war ja nie so der Gitarrenbastler, der sich auf Teufel komm raus etwas Individuelles zusammen schustern musste. Erstens, weil es mir lästig war, zweitens wollte ich lieber jeweils etwas typisches bzw. „klassisches“ haben, getreu dem Motto: Die Entwickler haben sich etwas dabei gedacht und es hat seinen Grund, dass das Teil so, wie es ist, zum Klassiker wurde.



Aber gerade im Cleanbereich frisst ein Vibratosysten Sustain, was mir persönlich im Zweifel wichtiger wäre.

Sustain ist eh nicht die Stärke der Tele, auch ohne Vibrato. Ich habe hier unter Anderem drei Teles und zwei Dean ML, davon eine mit Floyd Rose. Bei beiden Deans stehen die Töne schier ewig, aber keine der Teles hat wirklich langes Sustain. Deswegen habe ich sie auch nicht gekauft, die stärken sind eher ein fetziger, fast perkussiver Ton.

Das sehe ich auch so. Aber gerade bei dem Stichwort „perkussiv“ erschließt sich mir die Notwendigkeit eines Vibratos nicht.
Giustolisi
Inventar
#12 erstellt: 07. Mai 2015, 09:10

Das nicht, aber dafür gibt es ja andere schöne Gitarren.

Ja, einige davon habe ich schon

Um sie in eine Tele einzubauen? Ich war ja nie so der Gitarrenbastler, der sich auf Teufel komm raus etwas Individuelles zusammen schustern musste. Erstens, weil es mir lästig war, zweitens wollte ich lieber jeweils etwas typisches bzw. „klassisches“ haben, getreu dem Motto: Die Entwickler haben sich etwas dabei gedacht und es hat seinen Grund, dass das Teil so, wie es ist, zum Klassiker wurde.

Ich brauche auch nicht auf Teufel komm raus etwas individuelles. Meistens sind eher kleinere Optimierungen.
Wenn es eine Gitarre oder einen Bass nicht in der Farbe gibt, die ich gern hätte, lackiere ich das Teil eben selbst.
An der Elektronik mache ich nichts, wenn alles passt.
Meine Dean ML79F klang mir aber gerade clean etwas zu dumpf, ansonsten ist es nach meinem Empfinden eine ziemlich perfekte Gitarre. So habe ich die Spulen der Tonabnehmer eben parallel statt seriell verdrahtet und hatte das gewünschte Ergebnis.
An meiner Squier Jaguar habe ich viel gebastelt. Die Rhythm Sektion passte mir nicht ganz, da lief nur der Halstonabnehmer, wie vom Hersteller vorgesehen. Also habe ich der Gitarre einen weiteren Pickup Wahlschalter spendiert und das Teil bei der Gelegenheit neu mit abgeschirmtem Kabel verdrahtet und die Elektronikfächer und Pickupfräsungen mit Kupferfolie abgeschirmt.
Um die Gitarre auch bei Tremoloeinsatz absolut stimmstabil zu machen bekam sie noch einen Nullbund, Klemmmechaniken und Saitenniederhalter mit Rollen. Zum Abschluss bekam sie noch ein Push Pull Poti, das ich als Killswitch her nehme. so kann ich die Gitarre auch mal abstellen ohne dass was rückkoppelt oder ich den Volume Regler gleich neu einstellen muss.
Jetzt ist die Gitarre nach meinem Geschmack nahezu perfekt, ich denke noch darüber nach, die Halsrückseite matt zu schleifen.
An anderen Gitarren habe ich gar nichts verändert, weil es nichts zu verbessern gibt.
Für härtere Sachen nehme ich eine meiner Deans, ich brauche keine Tele mit Humbuckern.

Die Entwickler haben sich etwas dabei gedacht und es hat seinen Grund, dass das Teil so, wie es ist, zum Klassiker wurde.

Die Tele stammt aus den 50ern. Der Fokus lag bei der Entwicklung eher auf der kostengünstigen Herstellung. Die Tele ist das beste Beispiel für den Pragmatismus von Leo Fender. Er wählte preiswerte Hölzer aus, die sich gut mit Maschinen verarbeiten lassen, der Hals war einteilig und nur angeschraubt. Bei den ersten Exemplaren verzichtete er aus Kostengründen sogar auf den Halsspannstab, was aber voll in die Hose ging. Deswegen wurde ein Weg gesucht, den Stab in den einteiligen Hals zu bekommen. Anders als es die Gitarrenbauer bisher machten, wurde der Spannstab von hinten in den Hals eingesetzt und die Fräsung mit einem Holzstreifen verschlossen. Deswegen haben die Gitarren mit einteiligem Hals auch den dunklen Streifen auf der Rückseite.
Die Brücke ist ein einfaches gepresstes Blechteil, Anfangs mit nur drei Saitenreitern.
An der Gitarre gibt es keinerlei Zierrat. Kein Binding, keine komplizierten Einlagen, nichts was unnötig Geld kostet.

Schaut man sich dagegen eine Les Paul an, wird der Unterschied deutlich. Die hat ein Binding um Korpus und Hals, besteht aus Mahagoni, hat ein extra Griffbrett mit den großen Einlagen und eine gewölbte Decke.

Die Tele ist da eher ein zweckmäßig konstruiertes Werkzeug.

Seither hat sich in der Musik doch Einiges getan und die Musiker wollten auch mal was Anderes.
Der Hersteller hat das gemerkt und eben an die Bedürfnisse angepasste Modelle auf den Markt gebracht.
Die Stratocaster hatte ja schon ein verlängertes oberes Horn wegen dem Schwerpunkt, ein Tremolo (wie man es bei Fender nennt) und einen ergonomisch geformten Korpus. Leider kommt ich mit der Strat schlecht klar, wegen dem (aus meiner Sicht) ungünstig positionierten Volume Regler.

Wer den klassischen Look einer Tele mag und gern härtere Musik macht, findet entsprechende Angebote bei den Herstellern oder den Anbietern von Zubehör.
Man lann zum beispiel eine Jim Root tele kaufen, die eine waschechte Metal Gitarre ist.
Wer selbst bastelt, kann sich die Gitarre eben genau an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Wer hat schon das Geld, um sich eine maßgeschneidert bauen zu lassen?

Aber gerade bei dem Stichwort „perkussiv“ erschließt sich mir die Notwendigkeit eines Vibratos nicht.

Der Ton stirbt ja nicht gleich nach ein paar Millisekunden ab. Die Jaguar zum Beispiel ist auch nicht gerade ein Sustainwunder, trotzdem würde ich auf den Jammerhaken nicht verzichten wollen, der gehört da einfach dazu.
Pigpreast
Inventar
#13 erstellt: 07. Mai 2015, 10:10

Giustolisi (Beitrag #12) schrieb:
Wer selbst bastelt, kann sich die Gitarre eben genau an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Wer hat schon das Geld, um sich eine maßgeschneidert bauen zu lassen?

Vielleicht bin ich ja anspruchslos und habe keine individuellen Bedürfnisse? Der Markt ist so voll von mit den unterschiedlichsten Features versehenen Instrumenten. Da sollte eigentlich jeder fündig werden. Aber wieso nicht? Wer gerne bastelt...


Aber gerade bei dem Stichwort „perkussiv“ erschließt sich mir die Notwendigkeit eines Vibratos nicht.

Der Ton stirbt ja nicht gleich nach ein paar Millisekunden ab. Die Jaguar zum Beispiel ist auch nicht gerade ein Sustainwunder, trotzdem würde ich auf den Jammerhaken nicht verzichten wollen, der gehört da einfach dazu.

Wann bzw. wozu setzt Du den denn ein - und welchen Musikstil spielst Du eigentlich?
Giustolisi
Inventar
#14 erstellt: 10. Mai 2015, 07:40

Vielleicht bin ich ja anspruchslos und habe keine individuellen Bedürfnisse?

Das würde ich nicht unterstellen, aber vielleicht bietet dir der Markt schon genau das, was du suchst?

Der Markt ist so voll von mit den unterschiedlichsten Features versehenen Instrumenten. Da sollte eigentlich jeder fündig werden.

Ich wollte eine grüne Tele mit Standard Tele Tonabnehmern und einteiligem Ahornhals und dreistelligem Preisschild. Das ist eigentlich nicht besonders speziell. Ich habe trotzdem keine zu einem vernünftigen Preis gefunden, die Custom Shop Modelle sind mir einfach zu teuer.
Also habe ich eine in einer anderen Farbe gekauft und den Korpus in RAL 6002 lackiert.
Es kann einfach nicht alles geben.
Dass ich gern bastele kommt dazu.
Tele mit Tremolo ist schon ziemlich speziell, da bleibt einem kaum was Anderes übrig,als selbst tätig zu werden.

Wann bzw. wozu setzt Du den denn ein - und welchen Musikstil spielst Du eigentlich?

Ich lege mich beim Musikstil nicht fest. Rock´n Roll, Surf, Reggae, Blues und auch Classic Rock bis Hard Rock sind so ungefähr die Richtungen,die ich spiele.
Das Vibrato benutze ich meistens nur, um den Sound etwas schimmern zu lassen, damit kann man aber auch tremolo- oder slide- ähnliche Effekte erzeugen. Ersteres gelingt mir mit dem Jaguar Vibrato am besten, bei Letzterem liegt das Floyd Rose vorne. Hin und wieder ziehe ich die Töne auch mal um mehrere Halbtöne hoch oder runter, so wie es eben gerade passt. Ich achte aber ach darauf, es nicht zu übertreiben, sonst wird es schnell zu viel.
Pigpreast
Inventar
#15 erstellt: 10. Mai 2015, 12:19

Giustolisi (Beitrag #14) schrieb:

Vielleicht bin ich ja anspruchslos und habe keine individuellen Bedürfnisse?

Das würde ich nicht unterstellen, aber vielleicht bietet dir der Markt schon genau das, was du suchst?

Sagen wir mal so: Wenn ich lang drüber nachdenken würde, würden sich wahrscheinlich schon Ansprüche an eine Gitarre finden, die der Markt nicht befriedigt. Das ist mir aber meist zu sophisticated.

(Btw. fällt mir spontan dazu ein, dass mir als typische Metal-Gitarre eine Explorer-ähnliche Form eher zugesagt hätte als die V-Form. Es sollte aber auf jeden Fall etwas "exzentrisches" sein und die Jackson King V KVXMG passte in allen anderen Features [durchgehender, flacher Hals, Floyd Rose, aktive Pickups und vor allem zu dem Preis] so perfekt, dass ich zugegriffen habe.)

Ich muss dazu sagen, dass ich die Sache auch nie so exzessiv betrieben habe, dass sich bei mir so etwas wie ein ernst zu nehmender "eigener Stil" heraus gebildet hätte, zu dem meine Gitarren hätten passen sollen. Ich habe eher immer aus der Faszination für die Musik anderer, bekannter Gitarristen heraus versucht, aktiv nachzuvollziehen, was die denn so machen. Salopp gesagt: Wenn man eh nur "kopieren" will, nimmt man halt das, was die anderen auch verwenden.


Dass ich gern bastele kommt dazu.

Das ist, denke ich, ein ganz wesentlicher Punkt bei der Sache. Mir war die Bastelei, egal ob bei Gitarren, Fahrrädern, HiFi usw. immer extrem lästig und ich bin nur daran gegangen, wenn ich mit irgendetwas richtig unzufrieden war. Geträumt habe ich jeweils immer davon, dass mir etwas über den Weg läuft, das schon fertig so daher kommt, dass mir ohne großes Überlegen spontan klar wird: Jau, das isses. Da es das aber selten gibt, bleiben eben nur zwei Möglichkeiten: Selbst Hand anlegen - oder sich entspannt zurück legen und akzeptieren, dass einem der Weg zur Perfektion ohnehin zu anstrengend wäre. Vom Spaß an der Bastelei hängt es dann nicht unwesentlich ab, für welchen Weg man sich entscheidet.


Das Vibrato benutze ich meistens nur, um den Sound etwas schimmern zu lassen

Ok, das ist z. B. etwas, das ich gar nicht im Portfolio habe. Ich setze es entweder gar nicht ein, oder so, dass es richtig auffällig ist.


Ich achte aber ach darauf, es nicht zu übertreiben, sonst wird es schnell zu viel.

Diesem Ansinnen trage ich dadurch Rechnung, dass ich es zwar wenn, dann "richtig", insgesamt aber eher selten einsetze.

Damit wird aber auch klar, wieso ich auf Floyd stehe und mit anderen nicht all zu viel anfangen kann und sie dann eher als störend empfinde.


[Beitrag von Pigpreast am 10. Mai 2015, 12:27 bearbeitet]
Giustolisi
Inventar
#16 erstellt: 10. Mai 2015, 13:09

Sagen wir mal so: Wenn ich lang drüber nachdenken würde, würden sich wahrscheinlich schon Ansprüche an eine Gitarre finden, die der Markt nicht befriedigt. Das ist mir aber meist zu sophisticated.

Ich könnte sicher auch genau so gut auf einer Tele in einer anderen Farbe spielen, aber ich wollte eben eine Grüne.
Im Ganze würden mir drei Gitarren reichen, um alles abzudecken, da ist auch viel Liebhaberei dabei und ich interessiere mich eben auch für die Unterschiede und die Technik dahinter.
Zudem bin ich immer noch auf der Suche nach DER Traumgitarre, aber die werde ich wohl bauen lassen müssen. Eines schönen Tages werde ich vielleicht genug Geld dafür zusammen haben oder die Zeit, das Wissen und das Werkzeug, um die Klampfe selbst zu bauen.

Ich muss dazu sagen, dass ich die Sache auch nie so exzessiv betrieben habe, dass sich bei mir so etwas wie ein ernst zu nehmender "eigener Stil" heraus gebildet hätte, zu dem meine Gitarren hätten passen sollen. Ich habe eher immer aus der Faszination für die Musik anderer, bekannter Gitarristen heraus versucht, aktiv nachzuvollziehen, was die denn so machen. Salopp gesagt: Wenn man eh nur "kopieren" will, nimmt man halt das, was die anderen auch verwenden.

Ich spiele auch mal was nach, aber ich versuche mich eben auch an ein paar eigenen Sachen.

Ok, das ist z. B. etwas, das ich gar nicht im Portfolio habe.

Das ist im Metal Bereich auch eher nicht gefragt, oder?

Diesem Ansinnen trage ich dadurch Rechnung, dass ich es zwar wenn, dann "richtig", insgesamt aber eher selten einsetze.

Damit wird aber auch klar, wieso ich auf Floyd stehe und mit anderen nicht all zu viel anfangen kann und sie dann eher als störend empfinde.

Ich nehme mal an, dass du an einem Jaguar Tremolo weniger Freude hättest. So wie ich meins eingestellt habe, geht es nur vier Halbtöne runter und zwei hoch. Dive Bombs sind damit einfach nicht drin, aber die brauche ich bei dieser Gitarre auch nicht, dafür habe ich Andere.


[Beitrag von Giustolisi am 10. Mai 2015, 13:10 bearbeitet]
Pigpreast
Inventar
#17 erstellt: 10. Mai 2015, 14:11

Giustolisi (Beitrag #16) schrieb:
Ich könnte sicher auch genau so gut auf einer Tele in einer anderen Farbe spielen, aber ich wollte eben eine Grüne.

Ich komme mit der King V auch ganz gut klar, obwohl mir ne Explorer-Form lieber wäre. Nun ist Umlackieren aber auch einfacher, als sich einen anderen Body zu fräsen...


Zudem bin ich immer noch auf der Suche nach DER Traumgitarre

Da suche ich erst gar nicht. Auch selber bauen / bauen Lassen wäre keine Lösung, weil es eine eierlegende Wollmilchsau gar nicht geben kann. Ich finde bestimmte "typische" Konstellationen einfach so geil, dass ich da gar nichts auf mich Zugeschneidertes kreieren wollte. Und wenn, dann ließe sich das unmöglich in einer Gitarre vereinen.



Ich muss dazu sagen, dass ich die Sache auch nie so exzessiv betrieben habe, dass sich bei mir so etwas wie ein ernst zu nehmender "eigener Stil" heraus gebildet hätte, zu dem meine Gitarren hätten passen sollen. Ich habe eher immer aus der Faszination für die Musik anderer, bekannter Gitarristen heraus versucht, aktiv nachzuvollziehen, was die denn so machen. Salopp gesagt: Wenn man eh nur "kopieren" will, nimmt man halt das, was die anderen auch verwenden.

Ich spiele auch mal was nach, aber ich versuche mich eben auch an ein paar eigenen Sachen.

Mache ich ja auch, aber ich nehme mich dabei nicht so wichtig (ohne, dass ich Dir das unterstellen will), dass ich dafür etwas eigenes bräuchte.

Ich bin da halt noch geprägt von meinem Gitarrenlehrer, der immer gesagt hat: "Eigener Stil ist gut und schön - aber es bringt nichts, wenn man das schon Vorhandene noch nicht begriffen hat." Ich habe in der damaligen Zeit viele "Gitarristen" kennen gelernt, die einfach nicht die Muße hatten, sich mit dem Stil namhafter Musiker ernsthaft auseinander zu setzen und dieses Manko als Resultat ihres "eigenen Stils" verbrämt haben. Wenn ich Rolling Stones gespielt habe, wollte ich möglichst klingen wie Keith Richards, wenn ich Aerosmith gespielt habe, wie Joey Perry, wenn Metallica, dann wie James Hetfield usw.. Ich möchte nicht behaupten, dass mir das auch nur annähernd gelungen wäre, aber ich war immer ehrlich genug, mir das nicht als Ergebnis meines "eigenen Stils" schön zu reden.

Nun ja, der Gitarrenlehrer war ja nicht grundsätzlich gegen Kreativität, aber man kann sagen, dass ich diese Attitüde "Erst mal kapieren, was die machen, die es wirklich können" so verinnerlicht habe, dass ich mich auch bei der Gitarrenauswahl eher nach dem orientiere, was "klassisch" bzw. "typisch" ist, als mir Gedanken darüber zu machen, was ich für mich wohl als unabdingbar betrachten kann.

Ok, bestimmte Dinge, bei denen ich in puncto Spieltechnik häufiger lande, wenn ich herumexperimentiere oder vor mich hin spiele, gehen mit diesem Equipment besser als mit jenem. Aber bevor ich eine speziell dafür zugeschnittene Klampfe haben wollte, würde ich mir eher noch diverse andere unerfüllte Träume verwirklichen.



Ok, das ist z. B. etwas, das ich gar nicht im Portfolio habe.

Das ist im Metal Bereich auch eher nicht gefragt, oder?

Nein, eher nicht. In den Sachen, die ich früher gespielt habe, vielleeiiicht schon eher - aber auch nicht wirklich.
Giustolisi
Inventar
#18 erstellt: 10. Mai 2015, 14:26

Auch selber bauen / bauen Lassen wäre keine Lösung, weil es eine eierlegende Wollmilchsau gar nicht geben kann.

Die eierlegende Wollmilchsau kann es wirklich nicht geben, aber die brauche ich auch gar nicht.
Für mich wäre es eine Slab Body Jazzcaster mit Jaguar oder Stetsbar Vibrato.

Ich bin da halt noch geprägt von meinem Gitarrenlehrer, der immer gesagt hat: "Eigener Stil ist gut und schön - aber es bringt nichts, wenn man das schon Vorhandene noch nicht begriffen hat." Ich habe in der damaligen Zeit viele "Gitarristen" kennen gelernt, die einfach nicht die Muße hatten, sich mit dem Stil namhafter Musiker ernsthaft auseinander zu setzen und dieses Manko als Resultat ihres "eigenen Stils" verbrämt haben.

Das stimmt wohl.
Ich lege größten Wert darauf, sauber zu spielen. Nur allzu oft hört man irgendwelches Geschluder, weil es einfach nicht sitzt. Dann lieber weniger, aber dafür richtig.
Dass ich selbst komponiere bedeutet ja nicht, dass ich aufhöre zu lernen. Ich denke dass man eh nie aufhören sollte, zu lernen und dass man nie alles beherrschen kann.
Ich glaube behaupten zu können, dass die Basics und einige Extras ganz gut sitzen, ich aber bei Weitem noch nicht alles kann, was ich können will.
Viele Musiker gehen da mit unrealistischen Erwartungen ran nach dem Motto: "wenn ich mal alles perfekt kann, kann ich richtig los legen".
Ich habe zwar den Anspruch, noch besser zu werden, aber so lange es gut klingt und Spaß macht, kann ich los legen und muss nicht länger warten. Alles Weitere kommt eh nebenbei.


[Beitrag von Giustolisi am 10. Mai 2015, 14:40 bearbeitet]
Pigpreast
Inventar
#19 erstellt: 10. Mai 2015, 14:40
Bei mir würde es am ehesten auf eine typische HSS Superstrat mit Floyd Rose hinaus laufen. Da gibt es am Markt ja nun wahrlich genug. Was die Sache zum Traum macht, ist eher die Wertigkeit der Materialien und ggf. das Renommé des Herstellers. Man müsste keinen Ferrari für mich entwickeln - einen fahren zu können, wäre schon Traum genug, wenn Du verstehst, was ich meine. (Wobei Ferrari nur ein plastisches Beispiel sein soll. Wenn es wirklich um Autos geht, habe ich wieder andere Vorstellungen...)
Pigpreast
Inventar
#20 erstellt: 24. Mai 2015, 13:55

Pigpreast (Beitrag #15) schrieb:
Btw. fällt mir spontan dazu ein, dass mir als typische Metal-Gitarre eine Explorer-ähnliche Form eher zugesagt hätte als die V-Form. Es sollte aber auf jeden Fall etwas "exzentrisches" sein und die Jackson King V KVXMG passte in allen anderen Features [durchgehender, flacher Hals, Floyd Rose, aktive Pickups und vor allem zu dem Preis] so perfekt, dass ich zugegriffen habe.

Pigpreast (Beitrag #17) schrieb:
Ich komme mit der King V auch ganz gut klar, obwohl mir ne Explorer-Form lieber wäre.

Tja, hätte ich mich mal vorher richtig informiert, hätte ich gesehen, das auch das kein Problem ist. Aber ehrlich gesagt, wurde mir das (wie so oft bei meinen hobbymäßigen Anschaffungen) erst im Nachhinein so richtig klar. Nach langem Hin und Her ("Wills Du Dir jetzt wirklich noch eine weitere Gitarre zulegen, nur weil der Body und das Finish anders sind...? Ja, ich will!") habe ich nochmals zugegriffen:

DSC_0010

Hardware, Pickups, Tonhölzer (bis auf das Furnier), alles eigentlich identisch mit der KVXMG. Sound ist trotzdem ein wenig anders. Aber vor allem ist mein Gitarrenfuhrpark mit der Jackson KEXMG Kelly in Tobacco Burst (was ein geiles Finish!) für meine Bedürfnisse jetzt auch optisch ausgewogen.

Habe gerade ein paar Stunden gespielt. Geeiiill...!


[Beitrag von Pigpreast am 24. Mai 2015, 13:59 bearbeitet]
Giustolisi
Inventar
#21 erstellt: 24. Mai 2015, 17:32
Ist das ein original floyd rose oder ein lizensierter Nachbau?
Pigpreast
Inventar
#22 erstellt: 24. Mai 2015, 19:21
Wie man's nimmt. Es ist das Floyd Rose Special, die von Floyd Rose in Fernost hergestellte günstigere Variante.

In einem Thread im Musiker-Board wurde u. a. das dazu geschrieben:

Es ist kein lizenziertes Floyd Rose, sondern die hauseigene günstigere Version von der Firma Floyd Rose selbst. Die werden in Asien hergestellt, sind aber qualitativ sehr nah am vom Schaller hergestellten "Original". Die Reiterchen und das Sustainblock sind aus Zink statt Messing, ansonsten ist der einzige Unterschied dass man den Hebel nicht so "dauerhaft" fest ziehen kann wie bei Schaller da etwas weicheres Material der Schraubkappe.
Giustolisi
Inventar
#23 erstellt: 24. Mai 2015, 21:31

ansonsten ist der einzige Unterschied dass man den Hebel nicht so "dauerhaft" fest ziehen kann wie bei Schaller da etwas weicheres Material der Schraubkappe.

da dürfte ein kleiner Gummiring helfen.
Pigpreast
Inventar
#24 erstellt: 24. Mai 2015, 22:33
Ich versenke einfach eine halbierte Kugelschreiberfeder in das Loch, bevor ich den Hebel einstecke, das geht auch. Ich kann die Lockerheit des Hebels dann recht fein justieren. (Ich mag es z. B. nicht, wenn der Hebel frei wie ein Pendel schwingt, er sollte in der Position verbleiben, in die ich ihn bringe. Aber er sollte so locker gehen, dass ich ihn mit einer dezenten Fingerbewegung gut aus dem Weg schubsen kann, wenn sein Einsatz beendet ist.)


[Beitrag von Pigpreast am 24. Mai 2015, 22:36 bearbeitet]
Stereomensch
Stammgast
#25 erstellt: 01. Dez 2017, 13:11
Ich würde ein bestehendes System nicht ändern.
Lieber eine andere Gitarre kaufen, bei der das gewünschte System bereits installiert ist.
Es lohnt sich schlicht nicht, eine Gitarre umzurüsten.

Bei den Floyds sollte man immer auf die hochwertigen zurückgreifen.
Diese ganzen billig Teile insbesondere aus den 90er Jahren taugen nichts.
Grob gesagt, muss die Gitarre schon mal 2.000DM oder heute 2.000€ neu gekostet haben, damit überhaupt ein hochwertiges Floyd von Haus aus eingebaut wurde.

Ich denke in genau dieser Reihenfolge sind die Floyds anzusehen:
1. ABM Katanga - das Beste
2. ungefähr gleichwertig:
Original Floyd Rose (made in Germany)
Schaller Floyd Rose
Gotoh Floyd Rose
3. Kahler Floyd - spezielles System, hat weniger Sustain, aber einige mögen es
4. OFC Floyd Rose, ist die günstigere Version, etwas schlechter als das Richtige
Pigpreast
Inventar
#26 erstellt: 28. Dez 2017, 22:18
Hm, auch knapp zweieinhalb Jahre später kann ich über die Fernost-FRs an meinen Jacksons nicht meckern. Mit der halbierten Kugelschreiberfeder lässt sich der Hebel von der Festigkeit genau so einstellen, wie ich es mag und wackeln tut ta auch nix. Die Stimmstabilität der Systeme ist für mich imer noch nahezu unheimlich und auch sonst funktioniert noch alles wie am ersten Tag.

Ich habe zwar, außer mal ein paar Minuten testweise, noch keine Gitte mit Original FR gespielt, daher fehlt mir ein direkter und aussagekräftiger Vergleich. Aber alles in allem wüsste ich nicht, was mir fehlt.
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