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Messbare werte von Kabeln

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Icatschu
Schaut ab und zu mal vorbei
#1 erstellt: 31. Dez 2004, 03:23
hi,

ich ahbe schon viele diskusionen über verschiedene kabel mit besondren klangeigenschafte gelesen. die einen schwören aus selbstkonfejktionierte kabel, die andren auf versilberte, und manche sagen es sei volkommen egal.

was mich intressiert ist: was ist ein ideales kabel? welche physikalischen werte muss es haben?

wäre es nicht logisch wenn das "ideale kabel" keinen ohmschen wiederstand, und auch keinen blindwiederstand hätte? Oder liegt es an der kapazität und induktivität des kabels, dass diese sehr gering sein müssen?
wie sieht es mit der schirmund aus? worin liegt der unterschied ob ich eine einfache geschirmte steuerleitung nehmne,ein rg-59 kabel oder ein silberdraht mit alufolie umwickelt nehme?

bitte keine diskusion über das beste kabel, soetwas gibt es schon häufig genug auf der welt.

ich hoffe dass mir irgendjemand weiterhelfen kann, vieleicht kommme ich ja dann auf der suche nach meinem idealen kabel etwas weiter.
cr
Moderator
#2 erstellt: 31. Dez 2004, 03:36
Widerstand = 0
Kapazität = 0
Induktivität = 0

Widerstand: Ist in Relation zu den Komponentenn zu sehen.
Bei einem LS von 4 Ohm fällt ein Widerstand von 1 Ohm stark ins Gewicht, bei einem Cinchkabel, wo das Zielgerät (Verstärker) zB 50 kOhm hat, dagegen gar nicht.

Kapazität: bei LS-Kabeln uninteressant, bei Cinch-Kabeln ist die Wirkung vom Ausganbgswiderstand des Quellgeräts abhängig. Je geringer dieser, desto unbedeutender die Auswirkungen hoher Kapazität (Höhenverlust).

Eine isolierte Betrachtung ist daher oft nicht zielführend.
pelmazo
Hat sich gelöscht
#3 erstellt: 01. Jan 2005, 19:44
Um das noch ein wenig zu ergänzen:

Bei Cinch-Verbindungen sind die Quellwiderstände typischer HiFi-Geräte im einstelligen Kiloohm-Bereich oder darunter. Die Eingangswiderstände liegen dagegen bei 10 Kiloohm oder darüber (~50kOhm ist weit verbreitet).

Der Widerstand des Kabels ist um einige Größenordnungen niedriger und daher unbedeutend. Die Kabelkapazität bildet mit dem Quellwiderstand einen Tiefpaß, durch den bei höheren Frequenzen eine Abschwächung und Phasenverschiebung resultiert. Die Kabelkapazität sollte also so klein sein, daß dieser Effekt nicht bis in den hörbaren Frequenzbereich hineinreicht. Dadurch ergibt sich eine Grenze für die Länge des Kabels.

Die Masseverbindung (der Cinch-Außenleiter) sollte so niederohmig wie möglich sein, weil Unterschiede im Massepotenzial zwischen zwei Geräten vermieden werden müssen, da sie ins Signal eingekoppelt werden. Extreme Beispiele dafür sind Brummschleifen. Brummschleifen sollte man zwar generell vermeiden, aber eine niederohmige Masseverbindung ist auf jeden Fall zu empfehlen. Aus dem gleichen Grund muß der Massekontakt des Cinch-Steckers gut und zuverlässig sein, wogegen der innere Signalkontakt nicht so kritisch ist. Es kann auch helfen, separate Masseleitungen zwischen den Geräten zu verlegen, wenn sie eigene Masseklemmen haben.

Je länger das Kabel ist, desto wichtiger sind gute Schirmeigenschaften, besonders wenn viele Kabel (auch Netzkabel) parallel laufen. Je höher der Quellwiderstand und je länger das Kabel ist, desto eher können Störsignale eingestreut werden. Eine gute Schirmung soll sie vom Signalleiter fernhalten. Die Schirmdämpfung ist frequenzabhängig und kann daher nicht als einzelner Meßwert erfaßt werden. Generell gilt natürlich: Möglichst viel Dämpfung bei allen Frequenzen, aber wieviel Dämpfung man tatsächlich braucht hängt natürlich von der Stärke der tatsächlich auftretenden Störungen ab. Doppelte Schirmung (Folie + Geflecht) ist wirkungsvoller als einfache Schirmung.

Falls die Möglichkeit besteht auf symmetrische Verbindungen umzusteigen (einige Geräte bieten diese Alternative von Haus aus) würde ich davon Gebrauch machen. Ein gutes symmetrisches Kabel hat ein verdrilltes Leiterpaar mit einem gemeinsamen Schirm. Schirm und Verdrillung bewirken eine gute Störunterdrückung. Die Verdrillung soll sehr regelmäßig und maßhaltig sein, damit keine Unsymmetrie aufkommen kann. Noch besser ist ein Sternvierer, wo vier Leitungen miteinander verdrillt sind und jeweils gegenüberliegende Leiter zusammengeschaltet werden. Bei symmetrischen Kabeln ist der Widerstand der Masseverbindung erheblich unkritischer als bei Cinch-Kabeln, weil die Masseleitung nicht als Bezugspegel verwendet wird. Außerdem sind die Quellwiderstände bei symmetrischen Ausgängen normalerweise viel niederohmiger ausgelegt (oft unter 100 Ohm), was auch zur Störunempfindlichkeit beiträgt und wesentlich längere Kabel erlaubt.

Stecker sollten so ausgelegt sein daß keine Kontaktprobleme durch Korrosion auftreten können. Das kann man entweder durch geeignete Materialien erreichen (z.B. Gold) oder indem der Stecker durch scharfe Kanten oder rauhe Oberflächen sich durch eventuelle Korrosionsschichten gräbt oder schabt und mit dem darunterliegenden Metall eine gasdichte und damit vor weiterer Korrosion geschützte Verbindung bildet. Besonders wichtig ist das beim Massekontakt der Cinch-Verbindung.

Je nach Anwendung können weitere Eigenschaften wie Zugfestigkeit, Biegeradien etc. interessant sein.

Lautsprecherkabel sollen einen möglichst niedrigen ohmschen Widerstand haben, besonders wenn man auf einen hohen Dämpfungsfaktor Wert legt. Der Nutzen eines hohen Dämpfungsfaktors ist umstritten, aber es hat wenig Sinn, einen Verstärker mit einem hohen Dämpfungsfaktor an einem dünnen Lautsprecherkabel zu betreiben, weil der ohmsche Widerstand des Kabels den Dämpfungsfaktor verringert. (Der Dämpfungsfaktor ist nur ein anderes Maß für den Quellwiderstand des Verstärkers, und der Widerstand des Kabels liegt zu diesem Quellwiderstand in Reihe). Entsprechende Argumente gelten für die Steckverbindungen am LS-Kabel. Störeinstreuungen auf dem LS-Kabel sind üblicherweise wegen der niedrigen Widerstände kein Problem, weshalb man auf eine Abschirmung verzichtet.

Kapazität und Induktivität des LS-Kabels sollten normalerweise unkritisch sein, weil sie gering sind gegenüber den im Lautsprecher und evtl. Verstärker vorhandenen Werten.

Netzkabel sollen ja auch einen klanglichen Einfluß haben. Ich habe das bisher nicht beobachtet, halte aber in einer Situation einen Vorteil eines geschirmten Netzkabels für möglich, wenn auch unwahrscheinlich: Falls ein externes Netzfilter verwendet wird, könnte zwischen Netzfilter und Gerät ein abgeschirmtes Kabel verhindern, daß dort Störungen eingekoppelt werden. Ein Netzfilter gehört eigentlich ins Gerät; ein externes Filter ist dann sinnvoll, wenn sich herausstellt daß die verwendeten Geräte selbst keine ausreichende Filterung besitzen. Für eine optimale Schirmwirkung bieten allerdings normale Netzstecker keine gute Voraussetzung. Ich meine also wer eine geschirmte Verbindung zwischen Gerät und Netzfilter für geboten hält sollte am besten auch die verwendeten Steckverbindungen so auslegen, daß die Schirmung durchgehend ist.
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