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stst Audioline 3 - Meine Suche nach natürlich klingenden Lautsprechern

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ebeier
Hat sich gelöscht
#1 erstellt: 27. Dez 2006, 00:53
Hallo Freunde des authentischen Klangs,

nachdem meine Amphion Argon2 durch einen unachtsamen Besucher beschädigt wurden und das Zeitliche gesegnet haben, war ich seit September auf der Suche nach einem Lautsprecher, der eigentlich nur eines sollte: Möglichst natürlich klingen. Klingt einfach, ist ja eigentlich genau das, was man unter High Fidelity versteht, daher müsste es doch nicht so schwer sein, etwas Passendes zu finden.

Weit gefehlt! Ich war in diversen Hifi-Studios, hab auch daheim getestet. Das Ergebnis war drei Monate lang immer ähnlich ernüchternd - sowohl für mich als auch für die armen, meist gut meinenden Hifi-Spezialisten. Meist winkte ich schon nach kurzer Zeit ab. Es klang eindrucksvoll, druckvoll, präzise, alles mögliche, aber eben nicht natürlich. Manchmal sogar ziemlich schlimm, und wenn noch so teure Elektronik dranhing. Ich bin leidenschaftlicher Hobbymusiker, war von meiner Kindheit an regelmäßig in Konzerten, von Klassik bis Jazz, ich denke, ich habs ganz gut im Ohr, wie die Instrumente in Wirklichkeit klingen. Und die geschätzten Monitor Audios, Audiovectors, Audiophil Bel Cantos und wie sie alle sonst noch heissen, keine von ihnen klang authentisch, oft nicht im Entferntesten. Unausgewogen klangen praktisch alle (dezent bis stark überzogene Höhen, meist auch Bässe, Verkaufsstrategie...). Und wenns mal ausgewogen klang (Beispiel: Audiovector H3 Super), klang's künstlich, nach Plastik, fast schon hässlich.

Mein Resumee war mittlerweile: In der Preisklasse bis 1500/2000 EUR gibts halt sowas wie natürlichen Klang noch nicht.
Meine kaputten (ein Bass-Chassis wahrscheinlich mit verzogenem Magneten, klingt leicht schwammig) Amphions klangen immer noch besser, sprich natürlicher, als alles, was ich bis dahin gehört hatte.
Also war ich drauf und dran, meine Amphions doch reparieren zu lassen, obwohl ich eigentlich (um eine weitere Runterwerf-Aktion zu vermeiden) auf Stand-Lautsprecher umsteigen wollte.

Da entdeckte ich die (unscheinbare, manchmal kritisierte) Seite von stst ( www.stst-hifi.de ). Ich ließ mir die Audioline 3 schicken (nicht beim Hersteller), packte sie routinemäßig eher unmotiviert, ohne besondere Erwartungen aus, schloss sie an. Tja, und ich merkte nach wenigen Tönen, dass es das doch noch gab, wonach ich gesucht hatte. Die Audiolines klangen umwerfend natürlich. Völlig entspanntes Hören, keine vordergründigen Effekte, die Musik stand, so wie sie war und wohl sein soll, im Vordergrund. Die Klangfarben kamen so wunderschön (nicht geschönt, sondern einfach echt) rüber, dass ich mir im Übereifer die Frage stellte, wer denn überhaupt mehr Lautsprecher bräuchte ;-) Und auch die Dynamik war toll, die räumliche Abbildung ebenso wie der Tiefbass stimmen genauso. Ich hab alle Instrumente und Stimmlagen durchgecheckt, die ich so in meinem CD-Arsenal finde. Die Klangfarben passten immer nahezu perfekt, es war fast zu schön, um wahr zu sein. Bald hörte ich nicht mehr, um zu testen, sondern genoss einfach die Musik, endlich so natürlich, wie ich sie auch mit den guten Amphions nie gehört hatte. Bis heute hab ich noch keine Schwäche entdeckt. Und ganz nebenbei bemerkt sind die Audioline 3 auch als Möbel eine Augenweide, v.a. mit einem der schöneren Furniere.

Der Vergleich mit den Amphions zeigte auch etwas Interessantes: Die auffälligste Eigenschaft der Amphions ist extreme Transparenz bei faszinierender Räumlichkeit, man hört jede Einzelheit akribisch genau. Durch den Vergleich zur Audioline merkte ich, dass bei der Amphion einerseits die scheinbar höhere Auflösung mit einem dezenten Übermaß an Höhen erreicht wird. Andererseits bin ich mir nicht sicher, wieviel "Auflösung" echt ist, und ab wann es dann eher einem Hören mit 5-fach-Lupe gleicht, das eben auch nicht einem Live-Erlebnis entspricht. Bei den Amphions springen einen Details, z.B. einsetzende Solo-Instrumente in einem klassischen Orchester, regelrecht an, als ob sie auf sich aufmerksam machen wollten "Hoppla, hier bin ich, dass du mich ja nicht überhörst!". Bei den Audiolines geht ebenfalls keine Einzelheit unter, aber solche Einsätze etwa fügen sich zwar deutlich, aber weich und unaufdringlich, selbstverständlicher ein. Nach meinen Erfahrungen deckt sich das wesentlich mehr mit dem Live-Erlebnis. Auflösungstechnisch geht mir also ebenfalls nichts ab, eher im Gegenteil, obwohl ich 1 1/2 Jahre mit der extrem hoch auflösenden Argon2 (die, obgleich Kompakt-LS, immer noch einiges teurer als die Audioline ist) gehört hab.

Manch einem mag die Audioline vielleicht zunächst ein wenig zu zurückhaltend in den Höhen klingen, aber mehr gibts hier live eben auch nicht. Ähnliches gilt für den Bass. Der Punkt ist, dass fast alle LS, v.a. was die Höhen betrifft, in meinen Ohren unausgewogen spielen. Der Kunde soll wohl mehr oder weniger in den ersten Minuten so beeindruckt werden, dass er sich zum Kauf entschließt. Und das geht nicht mit super-ausgewogenen LS, die klingen, da sich unser Ohr an das veränderte Hören gewöhnt, und weil wir selten in Original-Lautstärke hören, erstmal etwas langweilig, unspektakulär. Stefan Strohmetz, der Entwickler, erzählte mir von Entwickler-Kollegen, deren Lautsprecher in irgendeinem Testbericht von Stereoplay & Co zu wenig Bass oder Höhen bescheinigt wurden, und prompt wurde, obwohl der Entwickler wusste, dass es nicht richtig war, der Bass oder die Höhen verstärkt. Genau das würde er nie machen.

Überhaupt ist Herr Strohmetz ein High-Ender mit Leib und Seele. Entwickeln und Forschen ist sein Lebensinhalt. Deswegen hat er seine Firma auch bewusst verkleinert, damit das nicht zu kurz kommt. Ich hatte Gelegenheit, mit ihm zu sprechen, und die Begeisterung sprüht ihm aus allen Poren. Und - was irgendwie die Erklärung für den natürlichen Klang seiner Lautsprecher ist - er nimmt es äusserst genau, es ist ihm ausserordentlich wichtig, nur ja nichts zu verfälschen. Ganz am Rande ist noch die spitzenmäßig Verarbeitung zu erwähnen, 10 Jahre Garantie sprechen sowieso für sich. Es werden auch keine Bauteile mit bewusster Halbwertszeit verwendet wie bei vielen Mitbewerbern...

Übrigens ist die beschriebene Audioline 3 aus der Basis-Serie. Die eigentliche High-End-Serie (stst) hab ich bis jetzt noch nicht gehört. Wohlweislich, denn wenn sie so viel besser gewesen wäre wie der Preisunterschied andeutet, hätt ich vielleicht deutlich über mein Budget geschlagen ;-)
Was die grundsätzliche Charakteristik der beiden Serien (Audioline und stst) angeht, hab ich mir von einem stst-Kenner sagen lassen, dass die Audiolines unempfindlich sind, was die verwendete Elektronik betrifft, also eigentlich mit allem zusammenspielen. Die stst-Serie allerdings ist da etwas anspruchsvoller, löst angeblich gnadenlos auf, so dass, wenn etwas in der Kette nicht stimmt, dasselbe gnadenlos aufgedeckt wird.

Als Bezugsquelle würde ich www.on-off-hifi.de empfehlen. Die haben praktisch das ganze Arsenal, versenden auch Vorführexemplare und beraten seriös, sehr gut und kompetent, wissen dann sicher auch, ob die vorhandene Elektronik passt oder nicht.

Also - wer hauptsächlich mag, dass es rockt und kracht, der sollte sich woanders umschauen. Wer aber Klassik oder Jazz hört und/oder einfach eine möglichst natürliche Reproduktion der Musik wünscht, für den ist stst mit Sicherheit eine absolut heisse Adresse.


[Beitrag von ebeier am 27. Dez 2006, 08:36 bearbeitet]
armindercherusker
Inventar
#2 erstellt: 27. Dez 2006, 14:28
Hallo ebeier !

Hut ab vor den vielen Worten und dem umfangreichen Bericht

Mit welcher Dynaudio- und Phonar-Box hast Du denn verglichen ?

Gruß
Haltepunkt
Inventar
#3 erstellt: 27. Dez 2006, 15:52
Na ja, ein 0815-D'Appo-BR-2-Wege-Spargel.
Die Faszination dafür entzieht sich mir da doch etwas.

Die Amphion Argon 2 ist dagegen gar nicht mal so übel
http://www.soundstagemagazine.com/measurements/amphion_argon_2/
Die tiefe Trennung bei 1,2 kHz verursacht etwas höheren Klirr im unteren Übertragungsbereich des HT, dennoch hätte ich pers. eher die Amphion in Reparatur gebracht
ebeier
Hat sich gelöscht
#4 erstellt: 01. Jan 2007, 02:20
Die Faszination wird und soll sich auch nicht nach Betrachten einer spartanisch eingerichteten Website oder über die Wertung eines offenkundigen Bauprinzips einstellen. Das wäre eine arg oberflächliche Beurteilung.

Bitte erst hören, bevor (wenn dann überhaupt noch) kritisieren...

Und bitte nur auf die eigenen Ohren verlassen, nicht auf irgendwelche ersurften Testberichte oder Berichte aus Testzeitschriften, wo man sich manchmal die Frage stellt, ob die beschriebene Komponente tatsächlich gehört wurde.


[Beitrag von ebeier am 01. Jan 2007, 13:26 bearbeitet]
ebeier
Hat sich gelöscht
#5 erstellt: 01. Jan 2007, 02:27
Hallo armindercherusker,

von Dynaudio hab ich die Audience 42/52 und mal eine Focus 110 gehört, wenn ich mich nicht irre, früher mal eine Contour 1.3 daheim gehabt.
Die Countour war ganz gut, empfand ich in den Höhen etwas zu kräftig, u.a. dadurch auch eine recht kleine Abbildung.
Audience und Focus fand ich sauber, korrekt, recht ausgewogen, aber eben kalt, nüchtern, ohne Leben. Eben unnatürlich, wie fast alle anderen, im Gggs. zu den Audiolines.

Die Dynaudio-Treiber hab ich auch in einer Audiophil Bel Canto II gehört, auf etwas höherem Niveau.
Hier aber haargenau derselbe Effekt.

Phonar hab ich noch keine gehört.
armindercherusker
Inventar
#6 erstellt: 01. Jan 2007, 09:53

ebeier schrieb:
....
Audience und Focus fand ich sauber, korrekt, recht ausgewogen, aber eben kalt, nüchtern, ohne Leben. Eben unnatürlich, ....

Nunja - ist halt alles Ansichs- äähhh... : Hör-Sache.

Gerade die Focus-Serie ist für meine Ohren fast Dynaudio-untypisch warm abgestimmt.
( deshalb steht ja jetzt die Crafft hier )

Und bei Deinen o.g. Worten finde ich einen kleinen Widerspruch in sich.

Aber ich sollte dann wohl mal die Audioline hören . . .

Gruß . . . und Gutes Neues Jahr !
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