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Boston A360 oder Canton GLE496?

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Palladino
Neuling
#1 erstellt: 17. Feb 2014, 18:05
Hallo zusammen,
bin gerade dabei mir neue Boxen zu kaufen, nachdem meine Selbstbauregallautsprecher aus den Anfang der 90iger auch mal langsam ausgedient haben. Ich bin auch schon durch diverse Foren gesurft und war in verschiedenen Hifi-Läden/ Abteilungen. Mal zu den meinen Rahmendaten: das Wohnzimmer hat ca. 32 qm und hat 4,6 x 7,75 m, wobei der Raum ab ca. 4,40 Länge nur noch ca. 3,50 m breit ist (Kombination aus Wohnzimmer ca. 20 qm und Esszimmer ca. 12 qm). Der derzeitige Verstärker ist ein Proton AM-452, ein schöner, sehr musikalischer Verstärker aus den 90igern, wenn auch nicht sehr leistungsstark (ca. 40 Watt). Mein Marantz PM-50 (80/120 Watt) ist gerade leider kaputt, versuche ich demnächst mal zu reparieren...
Zu den Boxen: nach intensiver Recherche (unter anderem hier in diesem Forum) und testhören bin ich zu dem Ergebis gekommen, dass ich die Boxen halt am besten zu Hause austesten muss. Und so habe ich kurzer Hand die Canton GLE496 (schon im Laden gehört) und die Boston A360 von einem anderen Händler aufgrund der positiven Tests und Bewertungen bestellt. Inzwischen stehen beide bei mir zu Hause und bin am testen. Beide Paare haben knapp 600 Euro gekostet und sind damit durch als günstig zu bezeichnen.
Und da viele ähnliche "Probleme" haben, wollte ich euch ein bisschen teilhaben lassen und nehme auch gerne Anregungen entgegen. Zur Vollständigkeit halber: die Dali Zensor 7 haben mir im Laden auch sehr gut gefallen, kosten aber so um die 240 Euro mehr als die Canton und die Boston. Der Hifi-Laden wollte zum Austesten zu Hause so 20-30 Euro Gebühr haben und so habe ich jetzt erst mal die beiden Boxen zu Hause... Natürlich habe ich beide auch erst mal "eingespielt"!

Zu den Boxen: die Boston A360 war zuerst da (Kirsche). Feine Box, klingt ausgewogen, geht schön tief runter zumal ich die Boxen nicht völlig frei aufstellen kann (sonst rennen mir die Kinder sie um!!). Die Boxen produzieren eine herrliche Tiefenstaffelung und haben die Tendenz "sich aufzulösen" (nur akustisch!!). Mechanisch machen die Boxen einen guten Eindruck, auch wenn die hinteren Anti-Umfallfüße aus Kunststoff sind. Die Ausführung in Kirsche ist natürlich kein Echtholz sondern foliert, aber das ist ja auch klar in dem Preisbereich. Die Boxen passen sich gut in die Wohnlandschaft ein.

Kurz später kam dann auch die Canton (Weiß): die Abmaße von vorn sind quasi genau gleich wie bei den Boston (106 cm hoch, 21 cm breit +/- 2 mm zwischen den beiden Boxen!). Die Boston ist also nicht wie oft in den technischen Daten angegeben ca. 34 cm breit (das sind nur die Anti-Umfallfüße!). Die Canton ist gut 30 cm tief (die Grundfläche ist damit ziemlich genau ein DINA4-Blatt!), während die Boston mit ca. 27 cm etwas kürzer ausfällt zumal ca. 2 cm noch auf die Frontrundung entfällt. Optisch wirkt die Boston durch die abgerundeten Kanten etwas kleiner, die Canton ist halt ziemlich eckig. Doch nun zu Klang:
Die Canton ist erstmal viel lauter als die Boston!! Man muss den Lautstärkeregler schon deutlich ein Stück raufdrehen, um in etwa die gleiche Lautstärke zu haben. Das schockt natürlich erstmal. So 6-7 dB werden das wohl sein. Da kann man leider die Angabe von 89 dB bei 2,83 V von Boston nicht so ernst nehmen. Allerdings muss man dazu sagen, das die Canton ein 4 Ohm Box ist, die über eine größere Strecke von 100 bis 500 Hertz nahe der 3 Ohm Grenze ist. Die Boston ist dagegen eine 8 Ohm Box, die die 8 Ohm auch kaum unterschreitet und nur bei ca. 1 kHz ca. 6,5 Ohm hat (siehe auchhttp://www.audio...ements-and-analysis). Deswegen holt sie sich die tatsächliche Leistung auch erst bei höheren Spannungen ab, während die Canton dem Verstärker höhere Stromstärken abfordert. Wenn man sich aber erst mal daran gewöhnt hat, dass man die Boston höher drehen muss, wenn man direkt vergleicht, ist die Boston nicht unbedingt schlechter. Trotzdem der eingesetzte Verstärker nun nicht gerade ein Leistungswunder ist, können aber auch die Boston einen Höllenlärm machen. Zumindest konnte ich bei beiden Boxen das Limit noch nicht bestimmen (sonst gibt's Ärger mit dem "Hausvorstand"!). Allerdings gehe ich von den Daten her davon aus, das die Canton in der Endlautstärke tatsächlich etwas vorne liegt (falls jetzt jemand etwas partytaugliches sucht). Das ist für mich jetzt nicht unbedingt ein Kriterium. Nun zum Klang der Canton:
Sie ist im Bass etwas schlanker (was ich erwartet hatte), aber dort auch sehr präzise. Die Tiefbässe werden trotzdem noch gut wiedergegeben (bei wandnaher Aufstellung). Viersaiter Bässe sind gar kein Problem (E1 = ca. 41 Hertz), selbst Fünfsaiter Bässe werden noch bis zum tiefen H (H0 = ca. 31 Hertz) ist noch gut wahrnehmbar. Trotzdem ist die Boston dort echt fetter. Je nach Aufnahme muss man bei der Boston da schon Aufpassen, dass es nicht zu doll wird.
Bei der Canton glänzen die Mitten wirklich und die Stimmen kleben förmlich an der Membran und auch die räumliche Ortung im Stereobild ist wirklich gut. Die Höhen sind auch prima und setzen sich gut durch (wobei es bestimmt Bändchenhochtöner etc. gibt, die das noch luftiger zeichnen). Man hat den Eindruck eines sehr ausgewogenen Frequenzgangs. Im Vergleich dazu ist die Boston tatsächlich etwas zurückgenommen in den Mitten. Das witzige ist, dass man das nur im AB-Vergleich merkt (und zwischendurch noch die Lautstärke anpasst!). Die Boston ist nämlich trotzdem ohne Ende präsent, vielleicht weil man auch versucht ist noch ein bisschen höher zu drehen. Vor allen Dingen zeichnet sie einen unheimlichen tiefen Raum auf. Irre!! Vielleicht kompensiert sie die etwas zurückgenommenen Mitten mit den unteren Höhen ab 3 kHz?!? Ich Weiß es nicht. Auf jeden Fall ist es wert, die Box anzuhören, denn da wird einem echt was für den Preis geboten.
Bei mir ist der Stand im Moment noch unentschieden. Die Canton ist denke ich grundehrlich und für die meisten Musikarten gut zu gebrauchen. Sie ist sehr ausgeglichen, auch wenn ihr das absolute Tiefbassfundament fehlt. Ich würde mir im Moment trotzdem kein Subwoofer zum Musik hören dazu holen. Die Boston ist wahrscheinlich nicht ganz so linear, vielleicht färbt sie hier und da sogar ein bisschen schön, aber die räumliche Tiefenwirkung ist genial, und auch hier ist der Gesang immer hundert Prozent da. Der Tiefbass ist auf jeden Fall so, das man zum Musik hören keinen Subwoofer braucht. Im Gegenteil, hier muss man schon aufpassen, was die Aufstellung angeht.
Ich habe mir aus lauter Spaß an der Sache jetzt auch ein Messmikrophon geholt und das ganze Mal ein wenig mit dem Messprogramm CARMA 4 (frei im Netz verfügbar!) gemessen. Vor allen Dingen kann man da auch grobe Aufstellungsfehler mit vermeiden was die Anregung von Raummoden angeht.
So, ich werde jetzt mal weiter probehören und wie gesagt, ich bin dankbar für Kommentare und Anregungen. Vielleicht hat ja auch jemand eine Frage bezüglich dieser beiden Boxen, wo ich sie gerade hier stehen habe.
Viele Grüße
Palladino
Der_Lufthanseat
Ist häufiger hier
#2 erstellt: 17. Feb 2014, 21:26
Habe ungefähr die gleichen Räumlichkeiten, nur das mein Wohnzimmer gut 40 qm und das Esszimmer ca. 18 qm hat. Ich habe mir - aufgrund der wandnahen Aufstellung - die gle 490 gegönnt, da Diese nach vorne abstrahlen
Musik in jeglicher Richtung ist ein Genuss. Eine tolle Bühne und unglaublich wie die Mitten und Höhen betont werden - immer den Preis von 400 € fürs Paar im Hinterkopf!!! - und auch der Bass drückt relativ tief runter. Zum Filmgenuss kommt allerdings noch ein aktiver elac Sub dazu, da habe ich die Cantons dann bei 60 hz abgeschnürt...
Preis/Leistung meiner bescheidenen Meinung nach unschlagbar!
Nimm die die Dir besser gefallen, Du musst damit klarkommen
Palladino
Neuling
#3 erstellt: 18. Feb 2014, 22:42
@ Lufthanseat
Vielen Dank für Deinen Kommentar und die Erfahrungen mit der GLE490! Hast Du den Subwoofer (wenn Du ihn schon hast) denn beim Musik hören nicht an, sondern nur beim Heimkino? Ich nehme an, Du hast die GLEs dann an einem AV-Receiver, der die Aufteilung der Frequenzen zwischen Sub und Frontspeaker übernimmt?
Die GLEs sind schon wirklich schön klar in den Mitten und Höhen, da sind die 490 bestimmt ganz ähnlich wie die 496er. Bis jetzt konnte ich sie aber noch nicht wirklich vergleichen, da die Läden eigentlich nur noch die neue Serie haben und die alte nur noch vereinzelt im Internet zu finden sind. Die GLE490.2 werden ja leider quasi für den gleichen Preis verkauft wie die GLE496. Wegen der Bassreflexöffnung hinten bei der 496 hatte ich auch überlegt, aber ich muss die Boxen nicht AN die Wand stellen. Ich habe sie so ca. 15 cm von den Rückwand stehen und dann geht das auf jeden Fall mit der Bassbetonung. Bei den Boston muss man auf jeden Fall ein bißchen mehr aufpassen, wo man sie hinstellt.
Also, für weitere Anregungen bin ich dankbar
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