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Passende Röhrenverstärker gesucht für wirkungsgradstarken Lautsprecher

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_suchender_
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 20. Jun 2009, 14:55
Ich suche Verstärker-Empfehlungen, um diese in der nächsten Zeit beim Probehören zu sieben und die klanglich schönste Lösung zu finden.

Ich hatte bislang einen Hybridverstärker Transistor plus Röhre von Unison, möchte aber als Ersatz oder zusätzlich einen reinen Röhrenverstärker, der an Tannoy Turnberry oder Tannoy Kensington betrieben werden soll. Insofern brauche ich keine 100 Watt Verstärkerleistung, sondern vielleicht gut 2x10 "Röhren-Watt" aufwärts.

In Frage kommt Neuware wie auch sehr gut erhaltene gebrauchte Stücke, preislich so bis maximal 3000 Euro, darf auch gern günstiger sein. Klang entscheidet.

Musikalisch gibt es viele hochwertige Aufnahmen, Jazz, Frauenstimmen, aber auch gitarrenlastige Instrumentalmusik, Songwriting, etwas Elektronik. Klassik auch, aber dann weitgehend eher Dezenteres und seltener Orchestrales.

Klanglich mag ich es charakterstark, nicht völlig totanalysiert, tendenziell etwas wärmer, gleichzeitig aber so detailreich wie möglich, vor allem im Mittentonbereich, mit guter Raumstaffelung/Tiefe.

Bisher habe ich die Empfehlungen Luxman SQ-N100 sowie Unison S6 oder Simply Two erhalten. Wem fallen weitere Lösungen ein? Dankbarkeit garantiert.


[Beitrag von _suchender_ am 21. Jun 2009, 09:30 bearbeitet]
GlennFresh
Hat sich gelöscht
#2 erstellt: 21. Jun 2009, 10:19
Hi

Mein Tipp zum Ansehen und Probehören:

http://www.fairaudio...nd-220-230-se-1.html

Gehört an einer Zingali 2.08 und 2.12, meiner Meinung nach einfach Traumhaft!


Mfg

olli_1963
Stammgast
#3 erstellt: 22. Jun 2009, 13:21
Wenn ich nicht schon eine McIntosh Vor-/Endkombi hätte, würde ich mir einen Scott 222 oder 299 holen.
Diese sind in überholtem Zustand excellent.
Google mal nach diesen Amps.
In der US-Bucht schwimmen gerade bei einem Anbieter 2 dieser Exemplare herum (optisch und technisch toller Zustand 499 bzw 549 Dollar).
Bei dem Anbieter hatte ich mir mal einen 50er Jahre Studio-Tonarm bestellt - sehr zuverlässig und hat Ahnung.
Vergleichbarer Klang bei Neugeräten kostet schnell das 5-fache.
Schau es dir mal an.
Hier noch zwei links:
HH Scott
Mapleshade
Alex58
Stammgast
#4 erstellt: 22. Jun 2009, 17:20
Einige Tannoy laufen an Röhrenverstärkern völlig problemlos, andere sind aufgrund ihres nicht ganz unproblematischen Lastverhaltens ziemlich anspruchsvoll. Wie die Glenair 15, die aufgrund ihres zu hohen Frequenzen hin abfallenden Impedanzverlaufs bis auf 1 Ohm sich an laststabilen und stromlieferfähigen Transistorendstufen am wohlsten fühlt. Trotz des hohen Wirkungsgrads ist der Betrieb mit einem Röhrenverstärker zumindest problematisch.

Die Tannoy Kensington konnte ich neben anderen LS von Tannoy, Klipsch u. a. bei meinem Händler, Audio Creativ in Riedenburg, an verschiedenen Röhrenverstärkern von Unison, Air Tight u. v. m. mehrfach hören. Der genannte Unison S6 passt in dem angepeilten Preisbereich meiner Empfindung nach klanglich hervorragend zur Kensington. Aber warm abgestimmt – das ist er keineswegs. Eher sehr direkt, klar, knackig und straff. An einem Anniversary Klipschorn agiert der S6 zwar wunderbar durchsichtig und detailreich, je nach Aufnahme aber auch ziemlich gnadenlos. Mit den wärmer abgestimmten Tannoy Kensington geht der S6 jedoch eine harmonische Verbindung ein.

Steigerungen im klanglichen Bereich waren gegenüber den Unison Röhrenverstärkern bis hin zum Performance im direkten Vergleich für mein Empfinden nur noch in einer deutlich höheren Preisklasse auszumachen. Z. B. mit Air Tight Röhrenendstufen, wie dem ATM S1 (EL 34), dem ATM 2 (KT 88) und insbesondere mit den ATM 211 Single Ended Monos. Allerdings fällt der klangliche Zugewinn weit geringer aus, als es der exorbitante Mehrpreis theoretisch vermuten lässt. Etwas mehr Durchzeichnung im Klangbild, insbesondere im Mittentonbereich, als beim Simply Two oder S6 in Verbindung mit einem meist noch tieferen, konturierten und trockeneren Bass. Das war es denn auch. Die ATM 211 gehen besonders an Klipsch Cornwall, Klipschorn und - außer Konkurrenz an einer alten JBL Paragon – wirklich abartig tief herunter und erzeugen einen staubtrockenen Bass. Leider stehen diese Traumendstufen mit über 25.000 € in der Liste und damit jenseits von Gut und Böse.

Der gegenüber dem S6 nahezu gleich klingende, aber schwächere Simply Two spielt "genau auf den Punkt" an den außerordentlich wirkungsgradstarken Klipsch Cornwall III, welche er zu erstaunlichen Pegeln treiben kann. Das ist auch meine private Röhrenamp – LS Kombi. Für eine Tannoy erachte ich dessen Leistungsreserven jedoch als viel zu gering.

Generell kann man sagen, dass nur ein sehr ausgiebiges Probehören Aufschluss geben kann. Ich kann keine absolute Empfehlung für einen Verstärker abgeben und ob denn der Unison S8 generell besser als der S6 wäre oder der Performance über den vorgenannten steht. Ganz unabhängig vom Preis. Das hängt klanglich ganz wesentlich von der Kombination mit verschiedenen Lautsprechern ab. Selbst wenn Wirkungsgrad und Lastverhalten der angepeilten LS theoretisch ideale Voraussetzungen für den Betrieb mit Röhrenverstärkern versprechen.

Daher einige persönliche Eindrücke, die ich mit Unison Röhrenverstärkern hauptsächlich an Klipsch LS gemacht habe:

Simply Two:

Treibt, sofern der Raum nicht zu groß und die Lautstärke nicht discomäßig sein soll, Klipsch Cornwall III und Anniversary Klipschorn erstaunlich dynamisch und druckvoll an. Sogar bis hin zu ausgesprochen hohen Pegeln. An den Cornwall III ist der S.T. der für mein Empfinden eigentlich schon am besten passende aller Unison Röhrenverstärker. Er "kling(k)t" sich genau ein. Überraschend auch seine vorab nicht erwarteten Bassqualitäten: Druckvoll, konturiert, tief und körperlich spürbar! An den kleineren Heresy III aber kann die Wiedergabe mitunter zu präsent und hell werden. Da "fehlt" einfach das Tieftonfundament gegenüber der Cornwall und das ergibt unter dem Strich trotz identischer Hoch- Mittenhornbestückung bei beiden LS ein anderes Ergebnis.
Dann noch eine Überrraschung: Zu einem Paar Cornwall I aus den 70er hingegen, die wir bei Audio Creativ im direkten Vergleich mal da hatten, passte der S.T. definitiv nicht! Quäkig hell und unangenehm schrill. Ein wirklich scheußliches Klangerlebnis und eine denkbar unpassende Kombination!

S6:

Nahezu gleich in der Klangcharakteristik wie S.T., aber mit mehr Dampf durch den Triple- Parallel- Betrieb. Benötigt im Falle eines Austauschs nach einigen Jahren Betrieb gleich 6 penibel gematchte EL 34 Röhren. Auch was den Stromverbrauch betrifft, teurer im Unterhalt als der S.T. Geht aber "von unten heraus" keineswegs druckvoller zu Werke als der S.T. Auch nicht im Bass.

S8:

An den Cornwall III fiel mir sofort auf, dass etwas in den oberen Mittenlagen fehlt. Erstaunlich auch, dass die Bassqualitäten nicht wirklich besser als beim S.T. an diesen LS zum Tragen kommen. Hat natürlich mehr Leistungsreserven als der kleine Bruder. Harmoniert meiner Meinung nach auch nicht so recht mit dem Klipschorn. Der S8 bewirkte im Grundton und Bass eine leicht lästige, "grummelige" Klangcharakteristik. Dafür hat sich der S8 an den alten Cornwall I als der beste Match von allen an diesem Tag gehörten Unison Röhren herausgestellt. Da passte wiederum alles klanglich perfekt zusammen.

Performance:

Erstaunlich, dass dieser opulente Röhrenaltar sich nicht als der klangliche Zenit an den Cornwall III erwies. Auch im Bass ging er nicht tiefer. Er setzte tatsächlich etwas höher(!) als der Lilliputaner S.T. an, kam dafür aber ungestümer und bei entsprechendem Musikmaterial und Lautstärke mit fast unerträglich geballter Heftigkeit. Dennoch besitzt der große Unison ein eher zurückhaltendes und vielleicht – wenn man so will – "angenehmeres" Klangbild an diesen LS. Allerdings ein Stück weit beliebiger, breitschultriger und fast schon langweilig wirkend. Er kommt an den neuen Cornies einfach nicht so prägnant auf den Punkt wie S.T. und S6.
Der Performance hatte dann seinen großen Auftritt am Klipschorn. Er erwies sich an diesen gnadenlos direkt agierenden LS mit Abstand als der harmonischste Röhrenamp. Stets souverän, ausgeglichen und gelassen, ließ er den S6 im direkten Vergleich als nervösen Hektiker erscheinen. Den Performance kann man vielleicht in seiner Eigenschaft so am besten charakterisieren: In der Ruhe liegt die Kraft. Beides besitzt er im Überfluss. Er ist gewissermaßen der V8 unter den Unison Antrieben, der S6 gleicht eher einem hochgezüchteten und bissigen Vierzylinder. Was manchmal besser passt und besser gefallen kann.

Einige Unison Modelle, wie den S2K und Sinfonia, habe ich mal außen vorgelassen. Was ich mit meinem längeren Bericht zum Ausdruck bringen will: Es ist meine bisherige subjektive Erfahrung, dass die klangliche Rangfolge kaum am Preis, dem optischen Erscheinungsbild und auch nicht immer zwingend an der Leistungsfähigkeit (innerhalb und außerhalb der Unison Familie) eines Röhrenverstärkers festgemacht werden kann. Sondern nur an der jeweiligen Kombination zu den Lautsprechern und den persönlichen Präferenzen.


Gruß, Alex
Brca
Ist häufiger hier
#5 erstellt: 22. Jun 2009, 21:48

_suchender_ schrieb:
Ich suche Verstärker-Empfehlungen, um diese in der nächsten Zeit beim Probehören zu sieben und die klanglich schönste Lösung zu finden.

Ich hatte bislang einen Hybridverstärker Transistor plus Röhre von Unison, möchte aber als Ersatz oder zusätzlich einen reinen Röhrenverstärker, der an Tannoy Turnberry oder Tannoy Kensington betrieben werden soll. Insofern brauche ich keine 100 Watt Verstärkerleistung, sondern vielleicht gut 2x10 "Röhren-Watt" aufwärts.

In Frage kommt Neuware wie auch sehr gut erhaltene gebrauchte Stücke, preislich so bis maximal 3000 Euro, darf auch gern günstiger sein. Klang entscheidet.

Musikalisch gibt es viele hochwertige Aufnahmen, Jazz, Frauenstimmen, aber auch gitarrenlastige Instrumentalmusik, Songwriting, etwas Elektronik. Klassik auch, aber dann weitgehend eher Dezenteres und seltener Orchestrales.

Klanglich mag ich es charakterstark, nicht völlig totanalysiert, tendenziell etwas wärmer, gleichzeitig aber so detailreich wie möglich, vor allem im Mittentonbereich, mit guter Raumstaffelung/Tiefe.

Bisher habe ich die Empfehlungen Luxman SQ-N100 sowie Unison S6 oder Simply Two erhalten. Wem fallen weitere Lösungen ein? Dankbarkeit garantiert.


Deine Bechreibung passt genau zu Leben Röhrenverstärker.
Ich habe selbst ofters Leben CS 600 (2 x 32 W mit 6L6 tubes) mit Turnbery gehört und war vom Klang begeistert. Ich habe aber meine Bedenken, dass 10 oder ein Par mehr Wats für Turnbery ausreichen würde.
Auf jeden Fall, Leben kann ich wermstens empfellen.
Im Vergleich zu Leben, Unison ist zweite Liga


[Beitrag von Brca am 22. Jun 2009, 21:49 bearbeitet]
_suchender_
Ist häufiger hier
#6 erstellt: 05. Jul 2009, 18:56
Hey Leute,

habt ganz herzlichen Dank für Eure z. T. sehr ausführlichen Hörberichte bzw. Empfehlungen, hat mir weitergeholfen und dazu geführt, doch mal in NRW einige Testhörtermine bei entsprechenden Händlern in Betracht zu ziehen, bevor ich da vorschnell eine suboptimale Entscheidung treffe.

Danke!
Brca
Ist häufiger hier
#7 erstellt: 05. Jul 2009, 22:16

_suchender_ schrieb:
Hey Leute,

habt ganz herzlichen Dank für Eure z. T. sehr ausführlichen Hörberichte bzw. Empfehlungen, hat mir weitergeholfen und dazu geführt, doch mal in NRW einige Testhörtermine bei entsprechenden Händlern in Betracht zu ziehen, bevor ich da vorschnell eine suboptimale Entscheidung treffe.

Danke!


Das einzig vernünftige, wie immer


[Beitrag von Brca am 05. Jul 2009, 22:17 bearbeitet]
JoDeKo
Inventar
#8 erstellt: 10. Jul 2011, 11:20
Hola,

gibt es eine Entscheidung Turnberry oder Kensington? Insbesondere bei einer Kensington würde mich die Verstärkerwahl interessieren?

Saludos

Cuauhtemoc
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