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Aufstieg zur Canton Reference 3.2 oder lieber ADW Duetta?

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Musikbegeistert-CH
Schaut ab und zu mal vorbei
#1 erstellt: 24. Apr 2013, 10:43
Guten Tag!

Ich besitze derzeit Canton Vento 890.2 Lautsprecher (Klang ist ähnlich der aktuellen Canton Reference 7.2). Ich überlege momentan ob es Sinn macht sich die grössere Canton Reference 3.2 / 2.2 zu kaufen oder die ADW Duetta von Udo Wohlgemuth selbst zu bauen?

Zur Hilfe habe ich einen Höreindruck meiner bisherigen Lautsprecher zusammengetragen:

Nubert NuLine 122 (2 1/2 Wege mit Subbass):

- Sehr direkte Höhen: Präsenzbereich ist quasi überbetont
- Superhochtonbereich sehr fein und deutlich aufgelöst (es fehlten keine Obertöne)
- Mittenbereich: Klavier und Trompete (Blechblasinstrumente) klangen sehr authentisch, Gesangsstimmen eher zu schlank
- Grundtonbereich: Mir war er zu schlank: Gesangsstimmen waren zu dünn und Schlagzeug (Snare-Drum) hatte keinen Druck
- Mitten hatten leichten Hang zum nasalen Klang (E-Gitarren waren klanglich kaum zu ertragen da viel zu dünn)
- Unterer Mitteltonbereich klang eher bedeckt: Hier fehlte Feinauflösung. Details wurden eher verschluckt
- Keine räumliche Wiedergabe: Lokalisation beschränkt sich auf 1. Bühnenreihe zwischen links, mitte, rechts
- Sehr druckvoller Tiefbass-Bereich allerdings durch sehr tiefe Abstimmung auch raumakustisch problematisch
- Eventuell problematisches Abstrahlverhalten: Die Höhen ab der Trennfrequenz zum TMT wurden sehr breit in dem Raum abgestrahlt (mag ich eigentlich nicht)
- Nicht so feindynamisch wie die Canton, z.B. Gesang klang nicht so dynamisch fein abgestuft.
- Im Vergleich zur Canton schlechterer Wirkungsgrad

Canton Vento 890.2
(Klang ähnlich der aktuellen Reference Serie - 3 Wege):

- Mitteltonbereich: Schöne differenzierte Klangfarben und relativ hohe Transparenz auch bei komplexen Passagen
- Insgesamt mehr Feindynamik: Feinere Lautstärke-Unterschiede sind z. B. beim Gesang deutlich zu hören (Energiegehalt steigt sehr schnell an)
- Gesangsstimmen und Instrumente klingen sehr natürlich allerdings sind Trompeten (Saxophon, Blechbläser) nicht so authentisch wie an der NuLine
- Deutlich wahrnehmbare Tiefenstaffelung in der räumlichen Wiedergabe (abhängig vom Wiedergabematerial)
- Bass eher schlank mit nicht besonders hohen Tiefbass-Anteil, dafür sehr präzise und mit gutem Grundton: Trommeln klingen besonders gut, weil der Bauch zu hören ist
- Tiefbass relativ schlecht und nur durch Raum-Moden verstärkt. Die vom Gehäuse deutlich grössere NuLine war hier deutlich überlegen und machte eine Subwoofer fast überflüssig
- Hochtonbereich eher zurückhaltend: Obertöne werden teilweise verschluckt (Triangel, Shaker) wahrscheinlich durch die hohe Trennung bei 3.000 Hz verursacht (= schmaler Einbruch?)
- Superhochtonbereich eher zurückhaltend. Man hat bei der Vento den Eindruck das die Höhen zurückgenommen sind (bei Heimkino klingt es teilweise schon zu dumpf).
- Der Lautsprecher hat eine stärkere Richtwirkung: Das Gesamtklangbild ist zwischen den Boxen im Sweet-Spot gut und fällt ausserhalb wahrnehmbar ab (weniger Hochton).
- Relativ guter Wirkungsgrad

Mir sagt das Klangbild und die räumliche Auflösung der Canton deutlich mehr zu, allerdings finde ich die Höhen nicht so originalgetreu.

Vielen Dank!
baerchen.aus.hl
Inventar
#2 erstellt: 24. Apr 2013, 13:03
Hallo,

imho haben weder die Nubert noch die Canton ein Chance gegen die Duetta. Am besten meldest Du dich mal bei www.lautsprecherbau.de an und guckst über die Postleitzahlensuche, ob Du die Duetta irgendwo in deiner Nähe Probehören kannst.

Gruß
Bärchen
Musikbegeistert-CH
Schaut ab und zu mal vorbei
#3 erstellt: 24. Apr 2013, 13:55
Ich habe aus einem anderen Forum folgende Klangbeschreibung zur Duetta gefunden:
http://www.hifi-und-lebensart.de/forum/showthread.php?p=25739

Zitat:
"Was mir gut gefällt :
- wenn ! der Hochtöner richtig eingepegelt ist, ist der mittlere und obere Hochtonbereich sehr angenehm und in einer guten Balance zwischen Auflösung , Klarheit und ohrfreundlicher Weichheit .
- der Bass ist dröhnfrei , trocken, hat Kraft und kann "laut & tief"
- die oberen Basslagen und unteren Mitten sind präzise und machen Spaß
- die tonale Gesamtabstimmung tendiert deutlich in Richtung "Schönklang" und nimmt manchen Aufnahmen unangenehme Schärfen.
- man kann diesen LS-Klang lange ermüdungsfrei hören
- der LS kann hohe Pegel
- die "Räumlichkeit" ist groß . Manche Orchesteraufnahmen gewinnen dadurch sehr !

Was mir weniger gut gefällt :
- im Verhältnis zu wirklichen Referenzen fällt auf , daß den oberen Basslagen "Klangfarbe" fehlt, besonders gut bei Aufnahmen mit akustischem Bass oder Handtrommeln zu hören
- die Bühnenabbildung ist nur durchschnittlich mit der Tendenz das Klanggeschehen etwas nach hinten , also vom Hörer weg , zu setzen.
- exakt im Sweetspot wird die Bühnenabbildung (leider) auch nicht besser.

Was mir nicht gefällt :
- der obere Mitteltonbereich untere Hochtonbereich ist deutlich unterbelichtet , dadurch werden bestimmte Instrumentenklänge und Stimmlagen deutlich entschärft . Die Wiedergabe besonders von Blechbäsern , Sopranstimmen , Klavier fehlt die natürliche Härte. Auch Schlagzeug könnte knackiger temperamentvoller klingen.
- bedingt durch den oben genannten Punkt klingt der LS zu harmlos und die Bühnenabbildung verliert an Genauigkeit , d.h. der Möglichkeit den genauen Standort einzelner Instrumente in Breite und Tiefe herauszuhören.

Diese beschrieben Negativpunkte fallen allerdings nur im allerersten (Hör)moment oder nach längerem, konzentrierten Hören auf, da die tonale Gesamtabstimmung sehr "schönklangmäßig" ist."

Sind diese Aussagen denn auf die ADW Duetta zutreffend?

Meine klanglichen Ansprüche sind schon sehr hoch, d.h. ich suche mit dem nächsten Schritt nach oben einen Lautsprecher, der langfristig so wenig Defizite aufweist, um das Thema LS-Kauf endgültig abzuhaken. Leider habe ich "den" für mich passenden Lautsprecher noch nicht gefunden. Weder meine aktuelle Canton noch meine alte Nubert werden mich langfristig befriedigen können - beide sind okay, machen für sich gesehen Spass aber sind keine Lautsprecher mit denen man langfristig glücklich wird. Beide haben in gewissen (und unterschiedlichen) Bereichen zu starke Defizite und haben zu viel Eigenklang bzw. drücken dem Klang eine eigene Verfärbung auf. Mich fängt diese Eigenart mit der Zeit je länger ich die Lautsprecher täglich höre an zu stören, so das man sich wieder nach anderen LS umschaut.

Eine preisliche Grenze würde ich spätestens mit der ME Geithain 901 K ziehen (das ist eine kompromisslos teure Lösung aber ich versuche auch ein gesundes Mittelmass zu finden, z. B. deutlich günstiger und trotzdem nah am klanglichen Ideal dran). Was ich nicht suche sind "Schönklang" Lautsprecher - da findet sich im Bereich der HiFi-Regale sehr viele Weichzeichner - echt und authentisch im Sinne von "naturgetreu" klingt das allerdings auch nicht (Vergleich z.B. mit echten akustischen Instrumenten wie Blechbläsern, Flügel, Klavier, Akustikgitarren, Stimmen, Trompeten, Saxophone, Trommeln, Pauken, Schlagzeug usw). Die Nubert klang bei Trompete und Flügel Solo Instrumente schon authentisch hatte aber in vielen anderen Bereichen Defizite (z.B. fehlte Transparenz wenn viele akustische Events gleichzeitig wiedergeben wurden). Ich höre viele Musikrichtungen, deshalb muss der Lautsprecher mit Pop, Rock, Blues, Klassik, Jazz, Indie, Alternative, Weltmusik, New Age, Elektronisch, Disco usw. zurechtkommen.

Gibt es auch im bezahlbaren Selbstbau-Bereich keine Konstruktion die ungefähr an die klanglichen Eigenschaften einer ME Geithain kommt? Für viele geschulte Ohren klangen die MEGs am natürlichsten wenn es um die naturgetreue Reproduktion von Klang geht. Ich hatte zunächst aus anderen Berichten zufolge zunächst den Eindruck, das die ADW Duetta zumindest in die Richtung tendiert?


[Beitrag von Musikbegeistert-CH am 24. Apr 2013, 14:57 bearbeitet]
baerchen.aus.hl
Inventar
#4 erstellt: 24. Apr 2013, 16:54
Das Problem mit Klangbeschreibungen ist, dass sie mächtig subjektiv sind. Hier schreibt der Kommentator von einem teilweise unterbelichteten Hochton, ich kenne aber auch Leute denen die Duetta insgesamt zu viel "Hochtonpfeffer" hat. Anderen ist der Bass nicht kräftig genug und, und und. Den perfekten Lautsprecher gibt es nicht.

Was mir an der Duetta gefällt ist, wie sie jede Art von Musik locker und selbstverständlich wiedergibt ohne zu färben oder anstrengend zu werden. Ihr Bass ist wie beschrieben trocken, schnell, präzise, tiefgehend und harmonisch ins Klangbild eingebunden. Wer mehr auf vordergründigen "Druck" steht, sollte imho eher eine Midu oder Granduetta nehmen. Für ganz große Räume gibt es auch noch die Whitepearl.

Ich finde sie z.B. auch alles andere als schönfärberisch, vielmehr deckt sie aufnahmetechnischen Pfusch gnadenlos auf.

So unterschiedlich sind also die Beschreibungen. Wenn Du 100% sicher gehen möchtest, kann ich dir nur raten entweder nach Bochum zu fahren oder wie oben beschrieben in deiner Nähe eine Probehörmöglichkeit zu organisieren
Musikbegeistert-CH
Schaut ab und zu mal vorbei
#5 erstellt: 24. Apr 2013, 17:02
Ich habe mich heute vormittag bereits unter www.lautsprecherbau.de versucht zu registrieren allerdings bis jetzt keine Bestätigungs-Mail mit dem Login erhalten.

Gerne würde ich dort eine Suchanfrage zu einem Hörtest in der Umgebung der Schweiz starten. Bochum ist leider 6 - 7 Stunden mit dem Zug entfernt, das kann ich nur lange im Vorraus mit ein paar Tagen Urlaub zwischendurch (unter der Woche) einplanen.
baerchen.aus.hl
Inventar
#6 erstellt: 24. Apr 2013, 17:07
Das wundert mich jetzt aber..... du kannst Udo auch direkt anmailen, bzw. im Forum eine Suchanfrage stellen. Ich weiß, das Udo einige Kunden in der Schweiz hat.....

Edit man kann das Probehören bei Udo auch mit einem Musicalbesuch verbinden.... http://www.starlight-express.de/


[Beitrag von baerchen.aus.hl am 24. Apr 2013, 17:16 bearbeitet]
Musikbegeistert-CH
Schaut ab und zu mal vorbei
#7 erstellt: 24. Apr 2013, 17:31
Danke für die Info. Ich bin einem Besuch in Bochum ja nicht abgeneigt, gerade um auch andere Lautsprecher-Konstruktionen von Udo kennenzulernen. Die automatische Benachrichtigungs-Mail wurde als Spam ausgefiltert allerdings handhabt das Google anders mit einem eigenen Spam Ordner.

Wie gefällt dir die räumliche Abbildung der Duetta? In einem anderen Hörbericht habe ich gelesen, das die räumliche Wiedergabe ähnlich weit zeichnet wie etwa einer Canton Reference 5, d.h. eine schöne Tiefenstaffelung zeichnet. Auch der Umstieg eines Hörers von der Canton Reference 2 zur Duetta stimmte mich positiv. Für die Canton müsste man deutlich mehr Geld hinblättern.


[Beitrag von Musikbegeistert-CH am 24. Apr 2013, 17:48 bearbeitet]
baerchen.aus.hl
Inventar
#8 erstellt: 24. Apr 2013, 18:36
Die räumliche Darstellungskraft der Duetta ist, entsprechende Software vorausgesetzt, sehr gut. Vor allem wenn sie relativ frei stehen kann. Besonders ist mir dies zuerst bei einem Klassiker von Santana aufgefallen Während z.B. meine Dynaudio Focus bei "Soul Sacrifice" sämtliches Klanggeschehen in der Mitte zusammenschob zieht die Duetta das Klanggeschehen auseinander jeder Musiker steht an seinem Platz.
Musikbegeistert-CH
Schaut ab und zu mal vorbei
#9 erstellt: 25. Apr 2013, 01:04
Vielen Dank für die Info. Weisst du eventuell auf welcher Höhe der Hochtöner (AMT) der voll ausgebauten Duetta (laut Originalplan) liegt? Da der Eton AMT vertikal stärker bündelt sollte dieser eigentlich auf Ohrhöhe spielen? Die Bilder im Netz könnten eventuell täuschen aber es sieht auf den ersten Blick danach aus, als ob der HT zusammen mit der Bassabteilung aufgrund der Schallwand-Anordnung ganz oben deutlich über Ohrhöhe hängt?

Bei der aktuell verwendeten Canton Vento 890.2 ist es optimal (in Sitzhöhe auf dem Stuhl zwischen MT/HT und auf dem Sofa leicht unter dem HT). Die Duetta scheint 114 cm hoch zu sein - vielleicht passt es ja aber ich würde den HT schon gerne auf Ohrhöhe haben.

PS: Bin mit 1,73 cm auch nicht viel grösser


[Beitrag von Musikbegeistert-CH am 25. Apr 2013, 01:36 bearbeitet]
baerchen.aus.hl
Inventar
#10 erstellt: 25. Apr 2013, 07:37
Die Duetta hat eine Gesamtsamthöhe von rund 115 cm. Der Hochtöner sitzt Mittellinie etwa auf 105 cm. Man muss den Bauplan aber nicht bis ins letzte einhalten. Wenn man den Hochtöner etwas niedriger haben möchte , baut man die Basskiste etwas niedriger aber dafür tiefer oder umgekehrt für höher. Da hat man Gestaltungsfreiheit
Darkgrey
Stammgast
#11 erstellt: 25. Apr 2013, 10:38
Ich würde mir in dieser Preisklasse aber vor der Entscheidung noch andere vergleichbare Boxen anhören.
Dynaudio, Audio Physic oder Dali haben da zum Beispiel auch hervorragende Boxen.
Musikbegeistert-CH
Schaut ab und zu mal vorbei
#12 erstellt: 25. Apr 2013, 11:51
Ich muss aufgrund meiner Hörerfahrung und Musik-/Hörgeschmacks leider feststellen, das ich wohl nicht um eine ME Geithain 901 K herumkomme.

Ich bin bisher davon ausgegangen, das ich eine HiFi-Konstruktion finden werde, die mich so weit zufrieden stellt, um eine teure ME Geithain vergessen lassen zu können - aber ich kenne mich. Mir bringt ein "Schönfärber" nichts - klar das klingt immer angenehm aber auch weich gezeichnet und wenn es drauf ankommt auch zu soft. Der Lautsprecher muss wandlungsfähig sein. Rock soll rotzig klingen aber Flügel, Saxophon, Blechblasinstrumente und Akustikgitarre wieder so authentisch, das man meinen könnte die Instrumente sind echt. Mit einem gesofteten Sound funktioniert das nicht bzw. durch meinen breit gefächerten Musikgeschmack beisst sich so eine Abstimmung spätestens irgendwo selbst. Die Nubert ging schon in die richtige Richtung aber die Klangfarben ins nasale, die räumliche Wiedergabe und die vordergründige Präsenzlastigkeit sind Probleme dieser Konstruktion gewesen. Ich weiss das man auch diese Negativpunkte mit einer entsprechenden Lautsprecher-Konstruktion aus dem Weg räumen kann, ohne die von mir geforderte Authentizität zu vernachlässigen. Im Prinzip ist mein Lautsprecher eine Mischung aus den guten Eigenschaften der bisherigen Nubert und der Canton (ohne den künstlichen Hochtonbereich der Canton).

Ein wichtiger Punkt ist mir mittlerweile auch eine sehr gleichmässige, nicht zu breite Abstrahlcharakteristik. Die ME Geithain scheint hier alles richtig zu machen und die Bassniere ist quasi obendrauf geschenkt, raumakustisch gesehen sehr gut gelöst.


[Beitrag von Musikbegeistert-CH am 25. Apr 2013, 12:01 bearbeitet]
baerchen.aus.hl
Inventar
#13 erstellt: 25. Apr 2013, 12:25
Dein Bauchgefühl hat sich darauf eingeschossen die Duetta sei ein Schönfärber und die Gethains das Non plus Ultra. Und wenn noch 100 Leute das Gegenteil berichten, wirst Du es nicht glauben. Du wirst erst dann zufrieden sein, wenn die Gethains bei dir im Zimmer stehen. Also hole sie dir

Nur wenn dir dann eines Tages die Duetta über den Weg läuft, mache auf den Absatz kehrt..... du könntest sonst deine Entscheidung bereuen.... und du wärst da nicht der erste....
UweM
Moderator
#14 erstellt: 25. Apr 2013, 12:48
Darf ich fragen, WO du die jeweiliegen Höreindrücke gewonnen hast? In deinen eigenen Räumen oder irgendwo anders?

Es macht keinen Sinn, zwei Lautsprecher zu vergleichen, die in unterschiedlichen Räumen stehen weil nichts den Klang so sehr beeinflusst wie Aufstellung und Raumakustik.

Grüße,

Uwe
Musikbegeistert-CH
Schaut ab und zu mal vorbei
#15 erstellt: 25. Apr 2013, 12:55

UweM (Beitrag #14) schrieb:
Darf ich fragen, WO du die jeweiliegen Höreindrücke gewonnen hast? In deinen eigenen Räumen oder irgendwo anders?

Es macht keinen Sinn, zwei Lautsprecher zu vergleichen, die in unterschiedlichen Räumen stehen weil nichts den Klang so sehr beeinflusst wie Aufstellung und Raumakustik.

Grüße,
Uwe


Ich habe in den letzten 10 Jahren nur zwei HiFi-LS gekauft: 2006 kaufte ich eine Nubert NuLine 122 und habe sie 2012 gegen die Canton Vento 890.2 getauscht. Beides Lautsprecher in der Preisklasse um 2.000 EUR pro Paar. Die Nubert wollte ich loswerden, weil sie mit den präsenzlastigen Höhen das Musik hören zunehmend ungeniessbar gemacht hat und nur sehr wenige Aufnahmen die Klangbalance zurechtgerückt haben (leichte (Jazz)-Besetzungen mit viel Raumanteil in der Aufnahme gehen immer, dagegen Rockmusik eher eine Qual).

Beide Lautsprecher haben schon zwei Umzüge mitgemacht, so das ich derren Klangcharakteristik mit unterschiedlichsten Musikrichtungen und Tonaufnahmen über die Jahre, laut und leise, in und auswendig kennengelernt habe. Meine Höreindrücke wurden durch Berichte von anderen Hörern (z.B. Klangvergleich Nubert-Modelle im eigenen Nubert-Studio) bestätigt. Auch nehme ich die unterschiedliche Abstimmung bei Canton und Nubert war (eine Nubert NuBox klingt etwas anders als die Nubert NuLine und eine Canton Karat etwas anders als die Canton Vento - obwohl die Chassis relativ identisch sind, wird von den HiFi-Herstellern bewusst für unterschiedliche Geschmacksrichtungen die Klangabstimmung per Frequenzweiche verfremdet). Weitere Auffälligkeit: Bei professionellen Studio-Lautsprechern weicht die Klangcharakteristik im mittleren Preissegment unterschiedlicher Hersteller weniger voneinander ab als die unterschiedlichen Modellreihen eines HiFi-Herstellers.

Ich sitze zudem mit 2,70 - 3,00 Meter Abstand noch relativ nah. Die Lautsprecher stehen relativ frei von Seiten und Rückwand, so das ich frühe Reflektionen aus dem Weg gehen kann. Mir ist die Problematik der Raumakustik bewusst, allerdings erzeugt eine gleichmässige, nicht zu breite Abstrahlcharakteristik auch weniger raumakustische Probleme. Insofern ist das Zusammenspiel von Lautsprecher-Konstruktion + Raum immer 50 / 50 %. Wenn ein Lautsprecher im Mitteltonbereich bedeckt klingt und bei komplexen Passagen nicht auflösen kann, ist das nicht ein Problem der Raumakustik - insofern sind so Themen wie "Transparenz, Durchhörbarkeit" durchaus unabhängig zu betrachten. Gewisse Wiedergabe-Eigenschaften eines Lautsprechers sind raumunabhänig wahrnehmbar und andere Eigenschaften wie etwa der tonalen Verfärbungen, dem aufgedickten Bassbereich eher auf die Auftstellung + Raumakustik + dem Abstrahlverhalten zurückzuführen.

PS: Die NuLine hatte ich in einem 30 qm Wohnzimmer über die Jahre unterschiedlichst aufgestellt (Stirnwand, Seitenwand). Mal extrem nach vorne gerückt, enger zusammen, weiter auseinander, ja sogar im Nahfeld. Die grundlegende Wiedergabe-Charakteristik im besonders wichtigen Grund,- Mittel- und Hochtonbereich ist immer die gleiche geblieben. Es gibt auch Hörer denen gefällt das besonders wenn die Bühne direkt vor die Nase gezeichnet wird - diese Eigenschaft lässt sich über den Präsenzbereich steuern. Es gibt Lautsprecher die man bzgl. Direktheit vs. weit in den Hörraum öffnende Räumlichkeit kategorisch einordnen kann.


[Beitrag von Musikbegeistert-CH am 25. Apr 2013, 13:39 bearbeitet]
Musikbegeistert-CH
Schaut ab und zu mal vorbei
#16 erstellt: 25. Apr 2013, 14:56

baerchen.aus.hl (Beitrag #13) schrieb:
Dein Bauchgefühl hat sich darauf eingeschossen die Duetta sei ein Schönfärber und die Gethains das Non plus Ultra. Und wenn noch 100 Leute das Gegenteil berichten, wirst Du es nicht glauben. Du wirst erst dann zufrieden sein, wenn die Gethains bei dir im Zimmer stehen. Also hole sie dir

Nur wenn dir dann eines Tages die Duetta über den Weg läuft, mache auf den Absatz kehrt..... du könntest sonst deine Entscheidung bereuen.... und du wärst da nicht der erste.... ;)


Moment! Ein Hörtest der Duetta steht ja noch in der Schweiz an (nach dem Umzug nach Bern Anfang Mai) aber ich gebe schon zu, das mich die aktive ME Geithain bezüglich der Konstruktionsdetails und der extremen Neutralität noch etwas mehr anzieht. Bezüglich ihrer Abstrahlcharakteristik kann sie gnädiger mit nicht optimalen akustischen Bedingungen umgehen. Die ME Geithain ist sehr ortungsscharf, dabei räumlich weit aufspannend, sehr durchhörbar aber trotz aller Präzision auch nicht aufdringlich nervig.

Ich zitiere ungern Testberichte aber bezüglich dem vom Tester notierten Beschreibungen ist es genau das, was für mich einen Traum-Lautsprecher ausmacht:

"Sie spielten derart natürlich, dass es den Juroren bisweilen die Sprache verschlug, so beim legendären „I Can’t Give You Anything But Love“ von Bert Kaempfert: Derart farbig, schmetternd und frappierend echt hatten die Tester die Trompete von Fred Moch noch nie zuvor gehört.

Selbst deutlich teurere High-End-Speaker tönen in den extrem kritischen, mittleren Tonlagen häufig leicht unangenehm, besonders mit dynamikreichem Programm. Nicht so die großen Geithains: Ihre Mühelosigkeit und Unverfärbtheit setzt Maßstäbe – da quietschte und sägte nichts, und selbst mit werkgetreuen Lautstärken oberhalb der 100-Dezibel-Marke spielten sie herrlich luftig und vollkommen frei auf.

Auch die räumliche Darstellungskraft des Geithain-Teams war eine Klasse für sich: Schon mit Stereo-Wiedergabe erfuhr der Begriff „Tiefenstaffelung“ eine völlig neue Dimension. So rumpelte beispielsweise das recht schlaksig eingespielte Schlagzeug im Fila-Brazillia-Remix von „Elevator“ fast messbar exakt zwei Meter hinter den Front-Lautsprechern. Die räumliche Darstellung blieb aber unabhängig vom Klangcharakter einzelner Instrumente. Ob Pauken, Stimmen, Streicher oder Trompeten – selbst bei großorchestralen Werken wie der exzellenten 5.1- Live-Aufnahme von Vangelis’ „Mythodea“ behielt jede Instrumentengruppe eisern ihren angestammten Platz und spielte sich nicht unnatürlich in den Vordergrund.

Zudem räumt das ME-Set mit einem Vorurteil auf: Zwar entlarvte es schlechte Aufnahmen gnadenlos nach allen Regeln der Kunst, tönte deshalb aber noch lange nicht wie viele angebliche Spitzen-Speaker nervig oder gar lästig – ein klares Indiz für perfekt balancierte Abstimmung."


[Beitrag von Musikbegeistert-CH am 25. Apr 2013, 15:12 bearbeitet]
baerchen.aus.hl
Inventar
#17 erstellt: 25. Apr 2013, 15:57
Nun, wie schon gesagt, Hörbeschreibungen und Testberichte sind subjektiv..... Vor allem bei Testberichten in Fachzeitschriften hat man oft den Eindruck, dass der Text nicht von der Redaktion sondern von der Marketingabteilung des Herstellers kommt.... Wenn etwas zu gut klingt, ist imho meist eher Zurückhaltung und nicht Euphorie angesagt.

Der Klang der Gethains ist durchaus bekannt..... gut, aber letztlich kochen die auch nur mit Wasser.... Also Hörprobe abwarten.....


[Beitrag von baerchen.aus.hl am 25. Apr 2013, 16:01 bearbeitet]
Musikbegeistert-CH
Schaut ab und zu mal vorbei
#18 erstellt: 25. Apr 2013, 16:50
In der neuen Wohnung würde sich durch das 50 qm grosse Wohnzimmer eventuell ein Hörtest zwischen der ME Geithain 901 K und der ADW Duetta anbieten. Ich würde mir die ME Geithain zum Probehören nachhause bestellen und müsste vorab nach Absprache einen Besitzer finden, der seine Duetta bereitstellen und an dem Hörtest teilnehmen will. Hörabstand wäre für beide Lautsprecher um die 3 Meter wenn das okay ist. Der Raum wird durch Möbel, Teppich, schwere Gardinen, Aborber, Diffussoren und evt. Plattenschwinger akustisch aufbereitet, nachdem ein Akustiker beratend hinzugezogen wurde.

Als Vorstufe für die ME Geithain (Pre-Out Ausgänge) und als konventioneller Verstärker für die Duetta wäre in beiden Fällen der Onkyo TX-NR 5000 E zu gebrauchen, der per Digitaleingang von der Quelle gespeist wird. Ein genauer Pegelabgleich liesse sich eventuell durch den Input-Gain der Vorstufe am Onkyo und dem zuweisen der Eingänge bewerkstelligen.

Ich denke allerdings das die Duetta schon aufgrund der Treibergrösse des Tief-/Mitteltöners (bei Vollausbau nach unten als Mitteltöner getrennt) auf ein anderes Klangbild schliessen lässt, gerade im Bezug auf die Trennung zum AMT-Hochtöner. Die ME Geithain 901 K hat bezüglich der Treibergrössen und den Trennfrequenzen zueinander bessere Voraussetzungen ein gleichmässigeres Rundstrahlverhalten zu erzeugen - das wirkt sich immer positiv auf Diffus- und Direktschall aus.


[Beitrag von Musikbegeistert-CH am 25. Apr 2013, 17:18 bearbeitet]
baerchen.aus.hl
Inventar
#19 erstellt: 25. Apr 2013, 20:16
Grau ist alle Theorie.... Es gibt viele so genannte Theorieexperten die einem weiß machen wollen, die Duetta könne gar nicht funktionieren. Die Praxis lehrt das Gegenteil.
chro
Inventar
#20 erstellt: 25. Apr 2013, 20:43
Hmm,

wenn ich den thread so lese möchte ich dir raten auf jedenfall mal einen LS mit Manger MSW Treiber zu hören
Ich hatte zuvor die Doppel 5 mit Subwooferunterstützung (2x 25er Eton Bass wie Duetta). Ich konnte mir damals die doch recht teuren Manger nicht leisten und habe erst einmal die AMT- Version vorgezogen.

Der direkte Unterschied zwischen AMT und Manger war nicht soooooo riesig, aber eindeutig. Vor allem mit Holoprofil spielt der Manger einfach aber unspektakulär Musik in den Raum als ob sie einfach da wäre. Unaufdringlich, sehr Neutral. Und vor allem habe ich bislang kein Chassis gehört mit dem ich so entspannt über Monate Musik hören kann. Mit dem Manger hört sich für mich die Musik viel echter an als mit jeglich von mir gehörten LS.

Leider blüht er erst aktiv getrennt so richtig auf. Was aber heutzutage dank DSP 2 Wege Aktivmodulen weniger das Problem ist. Es ist aber Arbeit erforderlich (Raum Messen, einstellen etc) wenn man Geld sparen möchte gegenüber der Plug and Play version für ca 12000€

Viele Grüße

P.S: Gerne bist du zum Probehören eingeladen (45km von Stuttgart)
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