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Soundkarte besser als OnBoard - Warum?

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Eleganter_Panda
Stammgast
#1 erstellt: 29. Aug 2013, 13:42
Hallo erstmal, ich bin ja neu hier


Da ich viel Musik am PC höre (mehr als auf der Anlage) und ich auch schon auf einen Beyerdynamic DT 770 aufgerüstet habe, wäre die Frage, ob oder wie ich eine noch bessere Wiedergabequalität erreichen kann. Momentan benutze ich den OnBoard-Sound meines Asrock 870 Extreme3 (Realtek ALC892, 192 kHz/24 bit). Ich habe schon viel schlimmes über OnBoard-Sound gehört, allerdings sprechen die technischen Daten alles andere als gegen die neueren Chips.
Es geht mir hiermit weniger um eine Kaufempfehlung, als mehr um die Frage, wieso OnBoard-Sound schlechter klingt (oder auch nicht), als eine "richtige" Soundkarte. Da ich mich auch schon ein wenig mit dem Thema beschäftigt habe, kann ich schon mal sagen, dass die folgenden Eigenschaften nicht für klangliche Unterschiede veranwortlich sind:

SNR: Ob eine Soundkarte nun 80, 90 oder 120 dBA Signal-Rauschabstand hat, ist praktisch irrelevant. Schalplatten erreichen unter optimalen Bedingungen 50-70 dBA SNR, eine CD 90 dBA. Und praktisch kann ich das auch bestätigen: Wenn ich die DT 770 am Rückausgang des Boards anschließe, kann ich selbst auf maximaler Laustärke kein Eigenrauschen des OnBoard-Chips feststellen. Selbst mit empfindlichen In-Ears ist das nur leise wahrzunehmen. Also zumindest bei mir habe ich kein Problem mit Störgeräuschen.

THD: Der Klirrfaktor ist bei selbst bei dem ALC892 weit unter jeglicher Hörbarkeitsgrenze und damit unerheblich (haben auch Praxistests mehrfach gezeigt). Ok, es ist auch nicht schwer, schließlich haben selbst billigste OpAmps unerheblich geringe Klirrfaktoren.

Frequenzgang: Mit einem Oszilloskop habe ich selbst nachgemessen: Mein OnBoard-Chip hat von 5 Hz bis über 80 kHz einen absolut geraden Frequenzgang, also je zwei Oktaven über und unter der menschlichen Hörschwelle - das sollte reichen.

Lautstärke: Für nahezu alle Anwendungsgebiete liefert der OnBoard-Chip genug Pegel. Nur bei sehr dynamikstarken ("leisen") Aufnahmen könnte er etwas lauter sein, was aber für mich kein Grund wäre, extra eine andere Soundkarte zu kaufen, da dies für mich nur selten problematisch ist.



Dem gegenüber stehen aber unzählige Erfahrungsberichte, nach denen Soundkarten OnBoard-Lösungen bei weitem überlegen sein sollen - irgendetwas muss ja dran sein. Daher habe ich auch schon überlegt, inwiefern ein All-in-one-OnBoard-Chip einer richtigen Soundkarte unterlegen sein könnte.

Zunächst kann man einen angeschlossenen Kopfhörer ähnlich betrachten wie einen Lautsprecher an einem Verstärker. Der Kopfhörer ist kein rein Ohm'scher Widerstand, sondern besitzt auch erhebliche induktive und kapazitive Eigenschaften. Hinzu kommt, dass die Impedanz auch mit der Frequenz variiert. Nimmt man dann noch die durch Selbstinduktion im Treiber erzeugten Gegenspannungen (und in Zusammenhang damit auch den Dämpfungsfaktor des Verstärkers) in die Überlegungen mit auf, wird es äußerst kompliziert und unübersichtlich. Ich könnte mir gut vorstellen, dass ein hochwertiger OpAmp einer Soundkarte den Kopfhörer wesentlich besser "kontrollieren" kann, als ein unterdimensionierter integrierter Verstärker des OnBoard-Chips. Dies würde auch erklären, warum die Messwerte, welche i.d.R. (fehlerhafterweise) an einem Festwiderstand durchgeführt werden und so keine Belastung für den Verstärker darstellen, dennoch so gut Aussehen, obwohl einem die Ohren etwas anderes "erzählen".

Allerdings besitze ich nicht das technische Wissen, um diese doch recht umfangreiche Sachlage zu bewerten. Wie stark wirken sich die Oben erwähnten Eigenschaften auf den Klang aus, wie sehr lässt sich das Wissen von Lautsprechern/Verstärkern auf Kopfhörer übertragen? Vielleich kann mir jemand hier eine Antwort darauf geben.

der elegante Panda bedankt sich!
*Nightwolf*
Inventar
#2 erstellt: 29. Aug 2013, 18:39
Es muss sich nicht alles allein durch technische Daten ausdrücken lassen. Das Hauptproblem sind wohl die D/A-Wandler. Wenn die das nicht hinbekommen, das Digitalsignal ordentlich in analog zu konvertieren, dann klingt es bescheiden.
Eleganter_Panda
Stammgast
#3 erstellt: 29. Aug 2013, 18:50
Ja, nur wie würde sich diese schlechte Wandlung bemerkbar machen, wenn nicht in Frequenzgang, Klirrfaktor, Rauschen...?
Ich habe wirklich viele Threads zu dem Thema gelesen, und immer wird nur rein subjektiv von "besser" und "schlechter" geredet, ohne konkrete Beschreibungen des Klangbildes, welche Rückschlüsse auf die technischen Ursachen erlauben würden.
Wenn die klanglichen Nachteile eines OnBoard-Chips alleine durch die mangelnde Anpassung an Kopfhörer als variable Last enstehen würden, könnte man dem durch die Verwendung eines Kopfhörerverstärkers beikommen, da dieser einen hochohmigen Eingang besitzt und sozusagen den "schwierigen Teil" übernimmt.
Angrosch
Stammgast
#4 erstellt: 30. Aug 2013, 08:01
Hi!

Ich bin auch noch weit davon entfernt, wirkliche Antworten zu haben. Aber auch ein wenig auf der Suche danach. Ein paar Anhaltspunkte habe ich aber schon zusammenbekommen.

Da sind zum einen die D/A Wandler-Chips. Deren Qualität wird anscheinend über die Auflösung in bit, die maximale Samplingrate in kHz und den Rauschabstand in dB "beschrieben". Der von Panda beschriebene ALC892 ist mit 24bit 192kHz und 97dB spezifiziert und sollte damit in der Tat ordentlich über CD Qualität liefern.

Was die onboard Chips im Wesentlichen von den speziellen Codecs auf Soundkarten und in HiFi Geräten unterscheidet, ist wohl der "Controller". Onboard ist dafür meiner bisherigen Erkenntnis nach die Southbridge - und damit letztendlich die CPU - verantwortlich. Was der Controller genau macht und wie sich das auf den Klang auswirken kann muss ich selber erst noch rausbekommen. Ich vermute aber in der Richtung einigen Einfluss. (Immerhin haben wir im Computer-Bereich ein Interrupt-Basiertes System.)

Kritisch bei der D/A Wandlung scheint auch der Takt zu sein, den der Codec von irgendwoher vorgegeben bekommen muss. Es macht möglicherweise einen grossen Unterschied ob er dafür einen eingenen Quarz (hochwertigen) zur Verfügung hat, oder sich den Dirigenten von woanderst ausleihen muss.

Dann sind PC Systeme auch noch ziemliche Hochfrequenzgeneratoren, die jede Menge an ungünstigen HF-Emissionen produzieren. Da - denke ich - müssten aber auch interne Soundkarten stark davon betroffen sein.

Zuletztmüsste noch eine kleine (onboard)Verstärker-Einheit dranhängen. Möglicherweise hat deren Bauteilqualität auch noch einen recht grossen Einfluss auf den Klang.

Bin neugierig auf eure Ideen.

Gruss, Angrosch
*Nightwolf*
Inventar
#5 erstellt: 30. Aug 2013, 09:20

Angrosch (Beitrag #4) schrieb:
Kritisch bei der D/A Wandlung scheint auch der Takt zu sein, den der Codec von irgendwoher vorgegeben bekommen muss. Es macht möglicherweise einen grossen Unterschied ob er dafür einen eingenen Quarz (hochwertigen) zur Verfügung hat, oder sich den Dirigenten von woanderst ausleihen muss.

Das halte ich persönlich für ein Ammenmärchen. So ein Computer hat normalerweise Taktraten von mehreren Gigahertz. Dagegen sind die paar Kilohertz einer Audioquelle endlos lange Zeitperioden.
Eleganter_Panda
Stammgast
#6 erstellt: 30. Aug 2013, 10:54

Angrosch (Beitrag #4) schrieb:
Was die onboard Chips im Wesentlichen von den speziellen Codecs auf Soundkarten und in HiFi Geräten unterscheidet, ist wohl der "Controller". Onboard ist dafür meiner bisherigen Erkenntnis nach die Southbridge - und damit letztendlich die CPU - verantwortlich. Was der Controller genau macht und wie sich das auf den Klang auswirken kann muss ich selber erst noch rausbekommen. Ich vermute aber in der Richtung einigen Einfluss. (Immerhin haben wir im Computer-Bereich ein Interrupt-Basiertes System.)

Das war früher mal ein Problem, als die CPUs noch nicht so leistungsfähig waren. Da die Soundausgabe bein OnBoard-Chips zusätzliche CPU-Leistung benötigt, litt die Performance besonders in Spielen. Mittlerweile sind die Prozessoren jedoch so schnell geworden (bei unveränderter benötigter Rechenleistung für Sound), dass es egal ist, ob nun ein spezieller Soundprozessor das Signal berechnet oder ob das die CPU tut.
Und da bis zum D/A-Wandler alle Signale digital übertragen werden, gibt es auch da keine Qualitätseinbußen. Interessant wird es sozusagen erst, wenn die Wandlung ins Analoge stattfindet.
schmiddi
Inventar
#7 erstellt: 30. Aug 2013, 15:07

Angrosch (Beitrag #4) schrieb:
Hi!

Was die onboard Chips im Wesentlichen von den speziellen Codecs auf Soundkarten und in HiFi Geräten unterscheidet, ist wohl der "Controller"


Welche speziellen Codecs meinst du denn? In den meisten externen Soundkarten D/A Wandlern sitzen die gleichen Chips wie bei Onboard. Es gibt nur wenige Hersteller dieser Chips und auch nur wenige verschiedenen Typen bzw. Ausführungen.

.
Onboard ist dafür meiner bisherigen Erkenntnis nach die Southbridge - und damit letztendlich die CPU - verantwortlich. Was der Controller genau macht und wie sich das auf den Klang auswirken kann muss ich selber erst noch rausbekommen. Ich vermute aber in der Richtung einigen Einfluss. (Immerhin haben wir im Computer-Bereich ein Interrupt-Basiertes System.)


Ziemlich viele Vermutungen meinst du nicht auch. Was auch immer mit "Interrupt basiertes System" gemeint ist, wieso sollte das einfluss auf die D/A-Wandlung haben? Nur mal zum nachdenken, externe Wandler basieren auf den genau gleichen technischen Prinzipien wie die internen Chips.


Kritisch bei der D/A Wandlung scheint auch der Takt zu sein, den der Codec von irgendwoher vorgegeben bekommen muss. Es macht möglicherweise einen grossen Unterschied ob er dafür einen eingenen Quarz (hochwertigen) zur Verfügung hat, oder sich den Dirigenten von woanderst ausleihen muss.


Auch hier wieder es "scheint" so zu sein. Die Taktung findet im Nano-Sekundebereich statt. Glaubst du, du kannst einen Unterschied hören ob der Taktgeber ein Quarz oder der Prozessor ist. Der Takt ist für die Wandlung des Codecs relevant, der Wandler muss wissen wann ein Byte zu Ende ist und ein neues beginnt mehr nicht. Sollte er mal ins "stolpern kommen" gibt es immer noch Prüfbits die ihm wieder in den Takt helfen.


Dann sind PC Systeme auch noch ziemliche Hochfrequenzgeneratoren, die jede Menge an ungünstigen HF-Emissionen produzieren. Da - denke ich - müssten aber auch interne Soundkarten stark davon betroffen sein.


Auch hier wieder denkst du dir das so. Diese Hochfrequenzen jucken die Soundkarte nicht die Bohne. Weil sie Bits verarbeitet die über den Bus kommen. Auch der analoge Signalweg hinter dem D/A Wandler
wird nicht beeinflusst. Stell dir mal vor wir haben früher riesige Röhrenmonitore gehabt zum Teil zusammen in einem Gehäuse mit Soundkarten, dass hat sie auch nicht gestört. Ein Röhrenmonitor versprüht HF in einer ganz anderen Größenordnung.


Es gibt natürlich unterschiede bei den Soundkarten, die finden sich aber mitlerweile vor allen Dingen in der Aussattung und wie Ausgänge oder vorhandene Codecs, aber nicht generell zwischen onboard oder extra oder sogar extern.
Eleganter_Panda
Stammgast
#8 erstellt: 30. Aug 2013, 15:45

schmiddi (Beitrag #7) schrieb:
Diese Hochfrequenzen jucken die Soundkarte nicht die Bohne. Weil sie Bits verarbeitet die über den Bus kommen. Auch der analoge Signalweg hinter dem D/A Wandler wird nicht beeinflusst. Stell dir mal vor wir haben früher riesige Röhrenmonitore gehabt zum Teil zusammen in einem Gehäuse mit Soundkarten, dass hat sie auch nicht gestört. Ein Röhrenmonitor versprüht HF in einer ganz anderen Größenordnung.


Das stimmt so nicht. Auch wenn es sich um hohe Frequenzen handelt, können diese im NF-Bereich gepulst sein. Warum hört man sonst das Handy im Radio gelegentlich "piepsen/stottern", wenn es doch mit 900/1800 MHz sendet?
Auch im PC gibt es hörbare Störungen: Der Frontausgang meiner Soundkarte, bei dem das Kabel quer durch den PC läuft, ist schon erheblich stärker (d.h. hörbar) belastet als der Rückausgang, was auch der Grund ist, warum ich letzteren benutze.
Und dann gibt es auch erhebliche Störungsquellen im NF-Bereich. Die Mausabfrage z.B. findet (je nach Modell) mit 200-1000 Hz statt, was sich als piepen beim Bewegen bemerkbar macht. Die Bildausgabe der Grafikkarte erfolgt mit (üblichen) 60 Bildern pro Sekunde, was ebenfalls als Knistern hörbar ist. Auch die hohen Ströme (100 A+), die in den Komponenten fließen, verursachen gepulste Magnetfelder, die durch Induktion wieder einstrahlen können. Es gibt also sehr wohl Störungsquellen, welche sich allerdings nur im analogen Signalweg bemerkbar machen. Daher reicht es (wie bei mir) oft, einfach den Rückausgang zu benutzen. Wenn der Hersteller des Boards seinen Job richtig gemacht hat, sind die Signalleitungen für den analogen Aus-(und Ein-)gang etwas "geschützt" verlegt und möglichst kurz gehalten, sodass man noch ein einigermaßen störungsfreies Signal bekommt.
Daher sagen viele auch, dass OnBoard sound mies ist, eben weil es so viele Störquellen gibt. Denn bei "richtigen" Soundkarten sieht man oft Schutzbleche, welche die Strahlung abschirmen (z.B. Asus Xonar Essence STX).

Aber bei mir ist das alles kein Problem, eben weil mein Board wohl ein etwas Vernünftigeres ist und zumindest an der Rückseite einen fast störfreien Ausgang hat.
TomGroove
Inventar
#9 erstellt: 30. Aug 2013, 16:00

*Nightwolf* (Beitrag #2) schrieb:
Es muss sich nicht alles allein durch technische Daten ausdrücken lassen. Das Hauptproblem sind wohl die D/A-Wandler. Wenn die das nicht hinbekommen, das Digitalsignal ordentlich in analog zu konvertieren, dann klingt es bescheiden.


so sehe ich dies auch
Angrosch
Stammgast
#10 erstellt: 30. Aug 2013, 19:06

Ziemlich viele Vermutungen meinst du nicht auch.

Wenn ichs sicher wüsste, würde ich Dir den Link geben oder Dir das ensprechende Buch empfehlen.

Was auch immer mit "Interrupt basiertes System" gemeint ist

Das kannst Du googeln. Ist kein technisches Geheimwissen

Solange der Codec keinen eigenen Speicher hat, aus dem er kontinuierlich mit Daten gefüttert wird, wird es immer zu Unregelmässigkeiten kommen. Oder genauer gesagt - zu minimalen Unterschieden im Takt. Natürlich hat sich das mit steigender CPU Leistungsfähigkeit stark verbessert. Aber die CPU (bzw der Hauptspeicher) wird die Daten dann liefern wenn er Zeit dafür hat.

Nicht umsonst besitzen teure Geräte eigene Taktgeber, Pufferspeicher und Filter.

@panda: Aber um auf Deine Frage hinsichtlich der Messbarkeit zurückzukommen: wenn ich rigendwo messen sollte, würde ich zuerst mal nach der Impulstreue der Wiedergabe schauen. Das ist ein anderes Thema und hat nicht wirklich was mit dem Wandler selbst zu tun. Wenn ein Signal vor- und nachschwingt, wird das auch zu einer weniger präzisen Darstellung führen. Und darüber sagen die Datenblätter imho ja nicht wirklich was aus.

Gruss, Angrosch
cr
Moderator
#11 erstellt: 30. Aug 2013, 23:05

Nimmt man dann noch die durch Selbstinduktion im Treiber erzeugten Gegenspannungen (und in Zusammenhang damit auch den Dämpfungsfaktor des Verstärkers) in die Überlegungen mit auf, wird es äußerst kompliziert und unübersichtlich. Ich könnte mir gut vorstellen, dass ein hochwertiger OpAmp einer Soundkarte den Kopfhörer wesentlich besser "kontrollieren" kann, als ein unterdimensionierter integrierter Verstärker des OnBoard-Chips.


Für Kopfhörer genauso uninteressant wie für Kalottenhochtöner in Lautsprecherboxen.
Zu wenig Masse, zu kleine Ströme.
Wenn das ein Thema wäre, könnte man zB die 150-Ohm-Speisung für Kopfhörer vergessen. In der Praxis ist diese erst für recht tiefohmige Kopfhörer problematisch, aber nicht wegen dem Dämpfungsfaktor, sondern wegen Frequenzgangverzerzerrungen durch die Impedanzkurve.....
Eleganter_Panda
Stammgast
#12 erstellt: 02. Sep 2013, 14:59
Hat dann sonst noch jemand Ideen, welche klanglichen Unterschiede es zwischen OnBoard und richtiger Soundkarte geben könnte?
Denn bisher scheint es, als ob OnBoad-Sound bei guten Mainboards absolut HiFi-Tauglich wäre und es keinen Grund gibt, 100€ oder mehr für eine Stereosoundkarte auszugeben (ich hatte die Asus Xonar Essence STX im Visier). Das würde die zahlreichen Berichte, nach denen der Unterschied beim Umstieg wie Tag und Nacht sei, in ein etwas merkwürdiges Licht rücken.

Letztlich will ich wissen, ob sich eine Soundkarte für mich lohnt. Aber da ich bereits so viele unterschiedliche Meinungen dazu gelesen habe, gebe ich mich nicht mehr mit eben diesen zufrieden und möchte verstehen, wo die Unterschiede liegen.
Daher bin ich mal so provokant und behaupte: Es gibt keine klanglichen Unterschiede zwischen (gutem) Onboard-Sound und richtigen Soundkarten.
nenkars
Hat sich gelöscht
#13 erstellt: 02. Sep 2013, 17:26

Eleganter_Panda (Beitrag #12) schrieb:
Das würde die zahlreichen Berichte, nach denen der Unterschied beim Umstieg wie Tag und Nacht sei, in ein etwas merkwürdiges Licht rücken.

Wieso merkwürdiges Licht? Hast du noch nie am Kiosk mal in einem "HiFi" Magazin geblättert? Es soll Firmen geben, die Produkte für gewisse Zielgruppen herstellen, um diese dann für Geld zu verkaufen...


Eleganter_Panda (Beitrag #12) schrieb:
Letztlich will ich wissen, ob sich eine Soundkarte für mich lohnt. Aber da ich bereits so viele unterschiedliche Meinungen dazu gelesen habe, gebe ich mich nicht mehr mit eben diesen zufrieden und möchte verstehen, wo die Unterschiede liegen.

Zur technischen Seite wurde in dem Thread doch schon einiges genannt. Wenn du die vermeintlichen Unterschiede weiter verstehen willst, lies dich weiter in die Audiotechnik ein. Oder mach doch ein paar Hörtests, wenn du praktischer an die Sache rangehen willst.


Eleganter_Panda (Beitrag #12) schrieb:
Daher bin ich mal so provokant und behaupte: Es gibt keine klanglichen Unterschiede zwischen (gutem) Onboard-Sound und richtigen Soundkarten.

So provokant finde ich das gar nicht...
Eleganter_Panda
Stammgast
#14 erstellt: 02. Sep 2013, 18:56
Die zahlreichen Berichte habe ich aber nicht aus ominösen "hifi"-Zeitschriften, sondern vielfach auch aus diesem Forum (und anderen). Daher dachte ich, dass wenn es so viele glückliche Umsteiger gibt, diese mir erklären könnten, wo die Unterschiede und Vorteile liegen.
Auf den Datenblättern sehen auch OnBoard-Chips wunderbar aus - also liegt es nahe, dass gewisse Eigenschaften nicht davon erfasst werden. Aber was genau? Ich sehe da Parallelen zur (Lautsprecher-)Verstärkertechnik. Trotz vollkommen linearem Frequenzgang klingen Verstärker oft sehr unterschiedlich (selbst bestätigt, daher bin ich auch bei Soundkarten unentschlossen --> dieser Thread), aber nur wenige Leute bemühen sich, herauszufinden, wieso. Es gibt einige Ansätze, die mit den Induktionsspannungen und dem Dämpfungsfaktor argumentieren und so klangliche Unterschiede zwischen Röhren- und Transistorverstärkern aber auch zwischen Transistorverstärkern selbst erklären, aber wirklich untersucht und überprüft wurden diese Ansätze nicht. Dann habe ich vor einiger Zeit etwas zum "Abacus-Verstärker" gelesen, wonach die Beschaltung der Transistoren einen Einfluss hat, da Kapazitäten und Induktivitäten in der Halbleiterschicht des Transistors zusammen mit dem Lautsprecher als Last Klangverfärbungen hervorrufen. Wirklich nachgegangen ist dem aber auch niemand...
Es scheint so, als wären sämtliche Hifi-Hersteller nur auf die Verkäufe fixiert und garnicht dran interessiert, den Scheinglauben, alle Eigenschaften werden durch die klassischen technischen Daten erfasst, zu korrigieren. Irgendwie ist es da auch wie bei Lautsprechern. Ein linearer Frequenzgang bedeutet noch lange nicht, dass die Boxen ausgewogen oder gar gut klingen... aber das führt zu weit.

Hörtests gestalten sich als etwas schwierig, da ich keine Soundkarte zum Vergleich hätte (nur eine alte SoundBlaster 128, aber dafür gibts keine Treiber mehr ). Die bisher einzigen Hörtests waren zwischen dem OnBoardsound und meinem CD-Player. Gefühlt war das Klangbild beim CD-Player etwas voller und dynamischer/kraftvoller, aber da ich nicht die Möglichkeit habe, direkt umzuschalten, sind die Ergebnisse nur sehr bedingt von nutzen.

Aber in Anbetracht der Tatsache, dass sehr viele richtige Soundkarten als selbstverständlich besser ansehen, dachte ich schon, dass es ein wenig provokant wäre, sämtlliche (klanglichen) Vorteile einer Hifi-Soundkarte gegenüber einem billigen OnBoard-Chip für nichtig zu erklären.
cr
Moderator
#15 erstellt: 02. Sep 2013, 22:40
Die Störstrahlung ist halt bei einer ext. Lösung geringer. Ob du eine gleich gute extern betreibst oder eine intern einbaust, wird sonst ziemlich egal sein, soweit es nicht zu Störgeräuschen kommt.
Vor allem die heiklen Microphoneingänge sind extern einfacher zu realisieren, betrifft aber nicht das Abhören.
Ob in den Notebooks immer brauchbare Karten verbaut sind, sei mal dahingestellt. Bei einer USB-Karte kann ich mir aussuchen, was ich haben will.


[Beitrag von cr am 02. Sep 2013, 22:42 bearbeitet]
TomGroove
Inventar
#16 erstellt: 03. Sep 2013, 14:54
dann mach halt einfach mal einen Hörtest zwischen beispielsweise einer ESI und onboard analog.
Etakta89
Ist häufiger hier
#17 erstellt: 03. Okt 2013, 15:25
Schade, dass sich hier niemand im Klartext dazu meldet. Ich stehe auch vor dem Kauf einer Soundkarte oder eben einer externen Lösung, eben weil dies vielfach empfohlen wird.


[Beitrag von Etakta89 am 03. Okt 2013, 15:25 bearbeitet]
TomGroove
Inventar
#18 erstellt: 03. Okt 2013, 16:05
hier ging es aber um Unterschied onboard oder Soundkarte
Etakta89
Ist häufiger hier
#19 erstellt: 03. Okt 2013, 19:22

Das is mir klar.. deswegen ist ja quasi die Frage ob man sich mit einer Soundkarte verbessern kann.
TomGroove
Inventar
#20 erstellt: 03. Okt 2013, 19:29
klar...ausser Du willst digital abgreifen. Das analog Signal wird verbessert.
Etakta89
Ist häufiger hier
#21 erstellt: 03. Okt 2013, 19:32
Leider hat mein Onboardsound keinen digitalen Ausgang. Gibts dann ne relativ kostengünstige Möglichkeit das digital weiterzuleiten ohne sich beispielsweise nen Asus Xonar bestellen zu müssen?

Man will das Signal ja möglichst "unverbogen" am AVR oder Verstärker ankommen lassen.


[Beitrag von Etakta89 am 03. Okt 2013, 19:33 bearbeitet]
TomGroove
Inventar
#22 erstellt: 03. Okt 2013, 19:35
da bin ich überfragt...sollten aber die Kollegen hier evtl. wissen...
NuTSkuL
Ist häufiger hier
#23 erstellt: 03. Okt 2013, 20:21
Mische jetzt auch mal mit
Bin zwar kein profi, aber habe mittlerweile recht viele Erfahrungen gemacht und besitze selbst eine mehrere tausend Euro Stereo Anlage...soll bloß heißen, dass ich mich schon mit dem Thema beschäftigt habe.

@ TomGroove
Vile Soundkarten bieten zwar einen digitalen Ausgang, verfügen jedoch nicht über die Dolby Digital Codecs, um ein Sorround Signal über eine Leitung zu pressen. Unter 50€ wird man da nicht fündig
DIe deutlich bessere Möglichkeit ist, von der Grafikkarte (!!!) per HDMI in den AVR zu gehen. Setzt jedoch eine rehct neue Karte vorraus...bei nVidia glaub ich ab der 500er Serie...bin mir jedoch nicht sicher.

Die meisten MBs besitzen doch aber nen digital Ausgang? Jedoch dann häufig auch mit dem Problem, dass kein Sorround 'durch passt'

Eine Xonar Essence zB ist auch eine STEREO KARTE! Die hat bei Sorround nichts verloren.

@ Topic
Nach meiner Erfahrung lohnt sich eine Soundkarte selbst bei 30€ Boxen, wenn auch nciht so wahnsinnig, wie bei 500€ Sets...
Es ist letztlich eine Sache der persönlichen Ansichten und des verhältnissen zwischen Kosten für SoKa und LS.
So macht eine Xonar bei eben diesen 30€ Boxen zwar auch einen guten Qualitätssprung, jedoch kann man das Geld für die Xonar auch in bessere Boxen investieren, wovon man EVTL mehr hat

@ Panda
mit wirklichen Beweisen wird es wirklich schwierig.
Ich selbst habe die Woche aber auch eine wahnsinnige neue Erfahrung auf dem Gebiet gemacht:
bisher habe ich meinen Röhren-Amp hauptsächlich über den PC mit Xonar Essence STX (mit zusätzlichem OPAMP Mod) bedient.
Nun hatte ich mir aber zum probehören einen M1 DAC geholt, der über 500€ kostet. Du wirst nicht glauben, wie 'geflsht' ich war. Nie hätte ich für Möglich gehalten, dass ich bisher in einer deutlich niedrigeren Kategorie gespielt hatte!
Nahc meiner Erfahrung ist der Haupt-Vorteil von externen DACs, aber auch SoKas, dass diese mehr Platz zur verfügung haben. Transformator, Kondensator, OPAMPs, DACs,... das brauch alles Platz und desto mehr man davon hat, desto 'ungestörter' können die Komponenten voneinander arbeiten.
Alleine zu diesem Zweck besitzt die Xonar Essence auch ein Relais (!!!), was den jeweiligen Output schaltet (glaub ich)...


[Beitrag von NuTSkuL am 03. Okt 2013, 20:32 bearbeitet]
TomGroove
Inventar
#24 erstellt: 04. Okt 2013, 08:23

NuTSkuL (Beitrag #23) schrieb:
@ TomGroove
Vile Soundkarten bieten zwar einen digitalen Ausgang, verfügen jedoch nicht über die Dolby Digital Codecs, um ein Sorround Signal über eine Leitung zu pressen. Unter 50€ wird man da nicht fündig
DIe deutlich bessere Möglichkeit ist, von der Grafikkarte (!!!) per HDMI in den AVR zu gehen. Setzt jedoch eine rehct neue Karte vorraus...bei nVidia glaub ich ab der 500er Serie...bin mir jedoch nicht sicher.

Die meisten MBs besitzen doch aber nen digital Ausgang? Jedoch dann häufig auch mit dem Problem, dass kein Sorround 'durch passt'

Eine Xonar Essence zB ist auch eine STEREO KARTE! Die hat bei Sorround nichts verloren.

...


ja, dies wollte Etakta89 wissen. Ich bin selber mit einer älteren Digitec Soundkarte gut bedient. Dachte aber auch, dass alle MBs
einen digitalen Ausgang haben
DaleWintry
Stammgast
#25 erstellt: 05. Okt 2013, 08:50

Etakta89 (Beitrag #19) schrieb:
:cut
Das is mir klar.. deswegen ist ja quasi die Frage ob man sich mit einer Soundkarte verbessern kann.

Dazu müsste man den Ist-Zustand kennen. ->messen


Etakta89 (Beitrag #21) schrieb:
Leider hat mein Onboardsound keinen digitalen Ausgang.

Welches Modell?

Servus
Eleganter_Panda
Stammgast
#26 erstellt: 05. Okt 2013, 14:13
Also zumindest bei digitalem Sound macht es von der Qualität her keinen Unterschied, ob man den OnBoard sound benutzt, eine andere Soundkarte oder die Grafikkarte. Wie schon erwähnt kann es jedoch sein, dass nicht jeder OnBoardchip alle Kanäle auch digital ausgeben kann. Das ist dann von Modell zum Modell unterschiedlich.

Ich denke, ich bleibe dann erstmal bei meinem OnBoardchip. Scheinbar sind die Unterschiede zu anderen Soundkarten bzw. externen Lösungen (Ich hatte mal den Fiio E10 ins Auge gefasst) nicht wirklich existent. Wenn mir welche erzählen, dass sie den Unterschied zwischen OnBoard und Soundkarte oder auch zwischen 190-er mp3 und WAV auf ihren 30€ Logitech-Quäken hören, dann kann ich diese Personen nicht wirklich ernst nehmen.

@NuTSkul: Ich denke, der hörbare Unterschied ist auf den Röhrenverstärker zurückzuführen. Röhrenamps mögen zwar warm und schön klingen, aber sie klingen eben, was hochwertige Transistoramps nicht tun.
Friedolin_Fuchs
Stammgast
#27 erstellt: 05. Okt 2013, 17:31
Moin,
wenn Dich die Störgeräusche nicht stören und der Treiber für alle genutzten Anwendungen stabil läuft, dann besteht für die Tonausgabe auch kein Grund, die Soundkarte zu tauschen.

Was sich wirklich verbessern lässt wäre ein guter Mikrofoneingang mit Phantomspeisung, die Treiberstabilität für die Aufnahme, Kanalanzahl, Kompatibilitäe, die Verarbeitung, und Qualität der Anschlüsse, und sofern benötigt das gute Gefühl, dass bessere technische Daten sich in Extremsituationen auszahlen könnten.

Den mangelnden Rauschabstand für In-Ear Kopfhörer hast Du ja im Eingangspost schon angesprochen und dieser kann sich beispielsweise auch bei sehr Wirkungsgrad starken Lautsprechern und klassischen Musik bemerkbar machen, auch wenn es auf dem aktuellen System garnicht stört.
Einen handfesten Vorteil bekommst du also insbesondere mit Xonar Essence und Konsorten nicht, da die wesentlichen Eigenschaften die gleichen einer Onboard Soundkarte sind.
Und den vermeintlich wahrgenommenen Klängen, die die musikalische Qualität der Soundkarte betreffen, stehe ich mit zunehmender Erfahrung in Sachen HiFi und Physik immer skeptischer gegenüber. Diese sind normalerweise entweder eingebildet, (um das zu glauben muss man nur mal selbst eine Aufnahme bearbeiten und wie in meinem Falle nach einigen Minuten feststellen, dass die benutzten Filter alle auf bypass standen und den Klang garnicht verändert haben können; gehört hat man aber jeden Filter ) oder es wird leider sogar aus pekuniären Gründen böswillig gelogen, was hier auch bei einigen wenigen gewerblichen Forumsmitgliedern vorkommt.
Auch nicht vergessen werden sollte die Sichtweise aus "Des Kaisers neue Kleider", wodurch sich Tester oder Forenmitglieder genötigt sehen, irgendetwas zu hören, auch wenn kein Unterschied besteht. Diese stammt sicherlich auch noch aus der analogen Zeit, als eine gute elektronische Erzeugung des Tons eine Schwierigkeit darstellte und tatsächlich "Klangunterschiede" vorhanden waren.
Amperlite
Inventar
#28 erstellt: 10. Okt 2013, 12:09

Eleganter_Panda (Beitrag #26) schrieb:
Ich denke, ich bleibe dann erstmal bei meinem OnBoardchip. Scheinbar sind die Unterschiede zu anderen Soundkarten bzw. externen Lösungen (Ich hatte mal den Fiio E10 ins Auge gefasst) nicht wirklich existent.

Es gibt schon echte Fehlkonstruktionen bei Onboard-Karten. Genauso kann einem das aber bei einer externen Lösung passieren.

Bei Verwendung der Digitalausgänge braucht man sich überhaupt keine Gedanken machen. Auch bei Verwendung von Verstärker und Lautsprecher sind selten echte Probleme zu erwarten. Interessant wird es, wenn ein Kopfhörer direkt an die Soundkarte angeschlossen werden soll.
Die ganze Misere hat Pelmazo mal schön zusammengefasst:
http://pelmazosblog....ische-daten-ein.html
Eleganter_Panda
Stammgast
#29 erstellt: 11. Okt 2013, 11:57
Danke für den Link!
Ich glaube mich erinnern zu können, dass der ALC-892 bei mir eine Quellimpedanz von 60 oder 80 Ohm hatte. Das hatte ich mal bei Frequenzgangmessungen (an einem Festwiderstand) herausgefunden. Eventuell werde ich aber nochmal nachmessen, da ich mir da wie gesagt nicht mehr ganz sicher bin. Wie schon oben erwähnt war der Frequenzgang und damit auch die Quellimpedanz von <5Hz bis >80kHz absolut konstant, also kann man da schon einen Einfluss ausschließen.

Bisschen off-topic (und ich hoffe, damit keine endlose Diskussion loszutreten), aber OrbidSound haben schon seit den 70-ern bei ihren Lautsprechern sehr auf den Impedanzverlauf geachtet und diesen statt dem praktisch unerheblichen Frequenzgang abgedruckt. Leider scheint diese Erkenntnis noch nicht bei anderen Herstellern erkannt worden zu sein, geschweige denn auf die Entwicklung von Kopfhörern Einfluss genommen zu haben, wo die Einflüsse des Impedanzverlaufes eigentlich noch gravierender sind.
TomGroove
Inventar
#30 erstellt: 11. Okt 2013, 13:08
Also bei analoger Verwendung sehe ich den Onboard Sound nicht als sehr gut an. Aber mein System ist einige Jahre alt, vielleicht hat sich ja inzwischen was getan.
Amperlite
Inventar
#31 erstellt: 11. Okt 2013, 13:26

Eleganter_Panda (Beitrag #29) schrieb:
Bisschen off-topic (und ich hoffe, damit keine endlose Diskussion loszutreten), aber OrbidSound haben schon seit den 70-ern bei ihren Lautsprechern sehr auf den Impedanzverlauf geachtet und diesen statt dem praktisch unerheblichen Frequenzgang abgedruckt.

Würde man die Wahrheit über diese Firma schreiben, würden die Betreiber des HiFi-Forums wohl wieder Post vom Anwalt bekommen.


Eleganter_Panda (Beitrag #29) schrieb:
Leider scheint diese Erkenntnis noch nicht bei anderen Herstellern erkannt worden zu sein,

Das ist sie sehr wohl, allerdings liegt der Fall bei Lautsprechern völlig anders, denn die werden an einer sehr niederohmigen Quellimpedanz angeschlossen.
Nicht zu vergleichen mit den üblichen x-hundert Ohm von Kopfhörer-Ausgängen. Es fehlt eben an einem einheitlichen Standard!


TomGroove (Beitrag #30) schrieb:
Also bei analoger Verwendung sehe ich den Onboard Sound nicht als sehr gut an. Aber mein System ist einige Jahre alt, vielleicht hat sich ja inzwischen was getan.

Kann man nicht verallgemeinern. Ich habe (Beispiel) mehrere ältere Notebooks verschiedener Hersteller auf Tauglichkeit zum Lautsprecher messen überprüft. Obwohl sie ähnlich alt und aus ähnlicher Klasse waren, gab es bei den Onboard-Chips eklatante Unterschiede. Einige waren wirklich mies, andere könnte man bedenkenlos an einer hochqualitativen Anlage betreiben.

Hochpass
Grün: USB-Soundkarte, praktisch perfekt
Gelb: Onboard-Sound mit nicht abschaltbarem Hochpass, allenfalls für winzige Notebook-Lautsprecher zu gebrauchen.


[Beitrag von Amperlite am 11. Okt 2013, 13:34 bearbeitet]
TomGroove
Inventar
#32 erstellt: 11. Okt 2013, 14:18
ah, interessant. Danke für die Info
Loro_Husk
Stammgast
#33 erstellt: 17. Nov 2013, 16:36
Gibt es etwas neues über Sinn und Zweck einer Soundkarte? Würde mich interessieren, da ich überlege von meinem ASRock Purity Sound Chip (Realtek 1150) auf eine Asus Xonar Phoebus oder Essence umzusteigen. Höre momentan mit Sennheiser Hd 590 Kopfhörern.
Eleganter_Panda
Stammgast
#34 erstellt: 18. Nov 2013, 18:55
Scheint nicht so. Bis jetzt gebe ich mich mit dem OnboardSound zufrieden, da allem Anschein nach die Steigerung der Wiedergabequalität nicht besonders hoch ausfallen dürfte. Wenn sich jemand, der Erfahrungen mit hochwertigen Soundkarten insbesondere im Vergleich zu besseren Onboard-Chips gesammelt hat, einmal melden würde, könnte das vielleicht weiterhelfen.

Ich finde es persönlich etwas amüsant, dass auch hier im Forum Soundkarten von vielen hoch gelobt und als erheblich wohlklingender als Onboard-Chips empfunden werden, sich jedoch in diesem Thread, wo es mal um die technischen Hintergründe geht, keiner meldet...
TomGroove
Inventar
#35 erstellt: 18. Nov 2013, 20:04
Tja es gibt halt Dinge, die sich nicht mit dem Datenblatt beweisen lassen.
Loro_Husk
Stammgast
#36 erstellt: 18. Nov 2013, 21:04
Panda wie wäre es denn wenn du dir probeweise eine gute Soundkarte kaufst? Dann kannst du selber testen was es mit Mythos Soundkarte auf sich hat;) bei Nichtgefallen kannst du ja noch das Rückgaberecht in Anspruch nehmen.
cr
Moderator
#37 erstellt: 18. Nov 2013, 21:19
@Panda: Was willst du eigentlich hören? Eine Bestätigung, dass alle verbauten Soundkartrn gut sind? Jemand hat immerhin einen Frequenzgang-Chart eingestellt, an dem man sieht, dass es mit manchen Soundkarten im Argen liegt.
Du kannst nichts andere tun, als entweder ein USB-Interface zur Probe vergleichen, oder deine Onboard-Soundkarte zu vermessen (daraus würde man auch ersehen, ob die Karte grundlegende Mängel hat oder nicht. Wenn nicht, wird eine USB-Karte nicht viel bringen. Mir sind sie lieber, denn bei einem semiprof. Interface weiß ich wenigistens, was ich habe, diese Dinger sind meist ordenlich spezifiziert und dokumentiert).
Eleganter_Panda
Stammgast
#38 erstellt: 18. Nov 2013, 21:21
Wenn ich die Zeit dazu habe, wäre das mal möglich. Aber als Physikstudent habe ich da leider nicht viel davon

Nur dachte ich, dass man theoretische Hintergründe vielleicht vor dem Kauf klären oder zumindest eingehender betrachten könnte. Mit Datenblättern hat das übrigens nichts zu tun. Denn sich einfach damit abzugeben, dass es halt ominöse, nicht nachweisbare Effekte gibt, die das Klangergebnis erheblich beeinflussen, das liegt mir nicht. Es wurde schon viel drumherum geschwafelt und scheinbar ist bisher nichts vernünftiges dabei herumgekommen. Und wenn dann doch mal ein Hersteller oder HiFi-Enthusiast etwas herausgefunden hat, dann wird das wie ein Geheimnis gehühtet, das man nicht weitergeben darf.
TomGroove
Inventar
#39 erstellt: 18. Nov 2013, 21:41
umgekehrt wird doch ein Schuh draua. Du willst doch auf Teufel komm raus etwas theoretisch beweisen,
was praktisch klar ist. Die Zeit habe ich nicht
cr
Moderator
#40 erstellt: 19. Nov 2013, 10:57
Die Sache ist ja ganz einfach: Wenn die wesentlichen Paramter erfüllt sind, klingt eine Onbord-Karte einwandfrei.
Die von dir genannten Kriterien sind aber nur notwendig, nicht hinreichend.
Außer Frequenzgang, Rauschabstand und Klirr gibts noch mehr. In etwa das, was in den 80er Jahren in Testzeitschriften bei CDPs gemessen wurde (Wandlerlinearität wäre zB so was). Voraussetzung ist dann noch, das die Onboard-rte überhaupt ein unverfälschtes digitales Signal bekommt. Daran hats ja zumindest früher öfter mal gehapert.
audiophilanthrop
Inventar
#41 erstellt: 19. Nov 2013, 10:57
Es gibt bei Realtek-Soundchips im wesentlichen zwei übliche Ausführungsmöglichkeiten für KH-Ausgänge:
1. kondensatorgekoppelt mit 75 Ohm Serienwiderstand
2. gleichspannungsgekoppelt und normalerweise ohne Serienwiderling (75 Ohm optional)

Bei denen mit schlapperen KH-Treiberstufen reicht es i.d.R. nur für Variante 1 (auf die Art kann man auch niederohmige Hörer ranhängen, ohne daß Klirr und Baßabfall zu arg werden), die besseren Chips vertragen auch die zweite. Dazu sollte auch der ALC1150 gehören (der ALC892 ist dagegen eher ein kleiner, aber da müßte ich nochmal ins Datenblatt schauen). Kommt jetzt nur noch drauf an, wie ihn der Boardhersteller implementiert hat. Der beste Chip nützt zudem nur bedingt etwas, wenn die Betriebsspannung nicht hinreichend sauber oder die Masseführung ungünstig ist.

Variante 2 sollte sich auch am HD590 recht gut schlagen, Variante 1 dürfte den Tiefton merkbar anfetten (da sind schon 47 Ohm deutlich hörbar).


[Beitrag von audiophilanthrop am 19. Nov 2013, 11:00 bearbeitet]
lautsprecherfan
Neuling
#42 erstellt: 09. Mai 2014, 16:15
Hallo ich bin neu hier.
Deine Frage ist so alt wie die Hardware.Mich konnte bis jetzt auch keine Soundkarte klanglich überzeugen.Ich möchte hier bezweifeln das eine Soundkarte dazu in der Lage ist dies zu tun.
Wenn ich Dir eine Rat geben kann,dann den.Kauf Dir gute Lautsprecher!ich selbst bin da bei Bose gelandet.
Ich weiß jetzt werden viele wettern.Ich meine aber das mein System super klingt.(Companion 3.)Die Zeit der Soundkarte ist definitiv vorbei.Die Zeiten als Soundkarten noch Features wie Hardwaremixing hattten sind zu Ende.ich habe einen Realtek 887 auf meinem Board und er macht seine Arbeit hervorragend.
Gruß
Eleganter_Panda
Stammgast
#43 erstellt: 09. Mai 2014, 16:55
Ich habe selbst keine Erfahrung mit Bose, aber wie bei vielen anderen "Markenherstellern" auch wirst du bei anderen Marken fürs gleiche Geld vermutlich mehr bekommen (z.B. Teufel und seit kurzem auch Nubert verkaufen gute PC-Boxen). Aber da will ich jetzt keine Diskussion drum starten

Ich habe mir vor einiger Zeit dann doch einen günstigeren Kopfhörerverstärker (B-Tech BT928 ) geholt und muss sagen, dass ich nach dem Ausbau der Klangregelung irgendwie keinen Unterschied höre, abgesehen vom zusätzlichen Rauschen und ganz vielleicht etwas mehr Bass (kann aber genau so gut eingebildet sein) :/
Für leise Musik habe ich jetzt etwas mehr Dynamikreserven und ich kann auch z.B. während dem Spielen die Lautstärke verändern, aber sonst nützt mir der KHV momentan nicht viel. Naja, jetzt bin ich um eine Erkenntnis reicher.
Eleganter_Panda
Stammgast
#44 erstellt: 17. Mai 2014, 12:54
So, hier noch eine kleine Messung, die meine diffuse Klangeinschätzung unterstützt:
RMAA: BT-928 vs. OnBoard front panel

Der Kopfhörerverstärker scheint auch nach dem Entfernen der Klangregelung noch einen Tiefpass mit -3dB bei ca. 16 kHz zu haben, was sich in minimal dumpferen Höhen äußert. Bei Gelegenheit gucke ich nochmal nach, ob ich die Schaltung nicht noch etwas modifizieren kann.
Nicht wirklich erstaunlich ist der ziemlich perfekte Frequenzgang des ALC892 selbst, obwohl ich den sowohl als Ausgabegerät als auch als Aufnahmegerät benutzt habe, d.h. das Signal musste den ach-so-schlechten Analogausgang durchqueren und dann wieder durch den ach-noch-schlechteren Analog-line-in wieder zurück.

Weitere Daten (BT-928 || Front-Panel), die ich jetzt nicht noch alle als Bild hochlade:
Noise-Level dbA: -79,6 || -75,8
Dynamic Range: 79,6 || 75,7
THD %: 0.0096 || 0,012
Intermod-dist %: 0,053 || 0,059
Stereo-crosstalk: -75,0 || -74,0
IMD + noise %: 0,049 || 0,055
F-gang, sweep : +0,2 -1,8 || +0,0 -0,0

Bei den Noise-Leveln sind die Werte nicht so wahnsinnig dolle, was aber auch an der sehr provisorischen Verkabelung liegt (Billigkabel direkt neben dem Monitor) und dem Line-In. Der Line-Out am Rückpanel hat auch nochmals weniger Rauschen als sowohl das Frontpanel wie auch der BT-928.
audiophilanthrop
Inventar
#45 erstellt: 17. Mai 2014, 18:47
Wenn du über den Frontausgang raus- und hinten wieder reingehst, hast du immer eine dicke Masseschleife drin, was dem Rauschabstand mehr oder weniger stark zusetzt. Ein Realtek-08/15-ADC in 16 Bit kommt richtig eingepegelt auf knappe 90 dB(A).

Du kannst beim BTech die Verstärkung verkleinern, dann wandert der hochfrequente Pol entsprechend nach oben. Nach Totlegen des Klangstellers hat er eh ziemlich viel davon, da kann man die 100k-Widerstände auch durch 47k ersetzen. Das Rauschen (im Original rechnerisch etwa 30 µV) sinkt dann ebenfalls um knapp 6 dB. Ansonsten sind noch die Koppelkondensatoren im Ausgang mit 47 µF etwas mickrig; da können auch 220µ rein.

Aber du hörst schon richtig - gegenüber einem 08/15-Onboard-Ausgang bringt der BTech recht wenig. So einen furchtbar niedrigen Ausgangswiderstand hat der ja auch nicht mit seinen 47 Ohm. Er hat primär mehr "Dampf", gerade an hochohmigen Hörern. Wobei mir bisher Onboardausgänge auch mit 600-Ohm-Oldies eher mäßiger Empfindlichkeit im Normalfall gereicht haben.
Eleganter_Panda
Stammgast
#46 erstellt: 17. Mai 2014, 21:57
Vielen Dank für die Tipps, werde ich hoffentlich bald umsetzen (Bauteile und Lötstation habe ich... nur die Zeit...). Ich werde nach Möglichkeit noch einen Frequenzgang unter Last (ohm'sche Last/komplexe Last) durchführen und gucken, ob sich der Realtek-Chip bedeutend anders verhält als der B-Tech.

Auch habe ich heute noch einen kleinen 10€ USB-Soundstick durchgemessen, der konnte nur 16 bit / 48 kHz, war von den Werten aber doch recht ordentlich. In den Höhen gab es bei ca. 12 kHz einen minimalen Buckel (+0,3dB oder so), bevor der Tiefpass bei ca. 14 kHz einsetzte (-3dB bei 18 kHz). Im Bass ging der sogar noch weiter runter, selbst bei 10 Hz war der erst bei -0,6dB angelangt. Rauschen war bei -70dB, THD und IMD etwa viermal so hoch wie beim OnBoard/B-Tech, aber damit immer noch im unhörbaren Bereich.
Im Hörtest direkt am DT 770 konnte ich auch keine Auffälligkeiten feststellen. Bass und Mitten waren ebenso präzise wie der Ausgang des Denon CD-Spielers, in den Höhen war er etwas präsenter als der B-Tech (bei dem ja das Problem liegt), aber auch nur so minimal, dass es eine gute Aufnahme und viel Konzentration benötigt.
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