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Musikalische Früherziehung

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Beitrag
Schafschuetzer
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 11. Jun 2003, 06:40
Hallo zusammen,

ich hoffe unter euch gibt es ein paar Musiklehrer oder Eltern, die mit meinem Problem Erfahrung haben und mir weiterhelfen können.

Meine ältere Tochter ist jetzt 3 Jahre alt und ich möchte damit beginnen, sie an klassische Musik heranzuführen. Den üblichen Kleinkinderkurs mit Trommeln, Tanzen und Singen hat Sie schon belegt und ist auch mit viel Freude bei der Sache.

Gibt es spezielle klassiche Aufnahmen oder Literatur für Kinder in diesem Alter? Wie ist es euch gelungen eure Kinder an die doch recht komplexe klassische Musik heranzuführen? Oder soll ich einfach noch warten, bis meine Tochter von selbst Interesse zeigt?

Für Tipps oder Links zu diesem Thema wäre ich sehr dankbar.


MfG
Schafschützer
(und seine Lämmer)
Oliver67
Inventar
#2 erstellt: 11. Jun 2003, 06:47
Hallo Schäfer,

natürlich gibt es Peter und der Wolf und solche Sächelchen, wenn auch nicht allzuviel.

Meiner Meinung nach ist es aber völlig ausreichend (in diesem Alter), wenn man einfach die Musik mithört, die die Eltern sowieso hören. Das führt ganz automatisch an die Musik ran.

Aber bitte nicht täglich die Kindertotenlieder!

Oliver
Markus
Inventar
#3 erstellt: 11. Jun 2003, 07:20
Hallo,

mit "Peter und der Wolf" habe ich nicht sonderlich gute Erfahrungen gemacht. Viele Kinder entwickeln da auch Ängste, die dem eigentlichen Ziel, Freude an der Musik zu wecken, entgegenlaufen.

In diesem frühen Alter würde ich ebenfalls einfach viel Musik hören, um dies als Selbstverständlichkeit zu etablieren, eventuell ergänzt um Kinderlieder (meine Kleine ist ganz verrückt auf die Kinderlieder). Auch gemeinsames Singen macht Spaß.

Gruß,

Markus.
schumi65
Stammgast
#4 erstellt: 11. Jun 2003, 10:33
Hallo Schafschuetzer,

wir haben es damals ähnlich gehandhabt, erst musikal. Früherziehung und später dann Musikunterricht in der Vorklasse (sowas gibt es bei uns tatsächlich noch!)mit einer sehr engagierten Musiklehrerin der Kreismusikschule.
Weiterhin lassen wir unsere Kinder (9 und 3) ganz normal unsere Musik mithören, also auch viel Klassik. Zum Beispiel kommt "Für Elise" oder "Die Moldau" oder Mozarts "Kleine Nachtmusik" durchaus gut an. Das heißt, wir haben uns dann auch schon mal mit unserer Tochter über den Inhalt der Musik auseinandergesetzt (damals, als sie so 4 Jahre alt war).
Höhepunkte waren dann auch Besuche beim Philharmonischen Orchester in der Nachbarkreisstadt, die extra Kinderangebote anbieten. Hier wurde z.B. "Der Karneval der Tiere" aufgeführt, wo die Kinder alle Instrumente eines Orchesters musikalisch kennenlernen (gibt es auch als CD!).
Dieses Jahr werden wir eine Kinderoper des Orchesters besuchen, wo unser 3-jähriger erstmals auch live klassische Instrumente erleben wird. Unsere Tochter spielt inzwischen seit 2 Jahren Keyboard, unter anderem Bach und Mozart.
Meine Empfehlung: Versuche die Kids live an das Thema zu führen, z.B. durch Besuch eines Orchesters, sofern möglich.
Ansonsten wirst Du hinsichtlich guter Musikbeispiele in Punkto "Klassik für Kinder" bei Amazon fündig (Klassik mit der Maus z.B.).
Albus
Inventar
#5 erstellt: 11. Jun 2003, 11:46
Guten Tag Schafschützer,

"an klassische Musik heranführen", ein interessantes und riskantes Thema. Ich bin weder Musiklehrer noch Vater eines musikalischen Kindes (Tochter spielt mittlerweile Fussball); ich war selber Kind, meine Frau war Kind, das an klassische Musik heran geführt werden sollte. Familie - Schicksal oder Chance. - Tipps folgen.
1. Musikschulen, beginnen typisch mit 4-jährigen, siehe etwa die bundesweit tätigen Yamaha Musikschulen (Internet über www.yamaha-europe.com), wenn Musikerziehung gemeint ist.
2. Hausmusik, ein mit Musik lebender Familienverband, d.h. Sozialisation mit Musik als Sozialisationsfaktor, meine Frau wuchs in Hausmusik auf. Die prügelnde Großmutter sang, sich am Klavier begleitend, mit ihren Freundinnen Schubert-Lieder. Die Kleine sollte Klavier lernen, noch heute haßt meine Frau das Klavier. Die Kleine hatte Xylophon, Ukulele, Gitarre, kleine Trommel, eine Blockflöte - wie der Spielmannszug, der mit den tollen Uniformen beim Schützenfest. Später, in der Schule war das Chorsingen die Erfüllung des Musikmachens. Zusammen mit Freundinnen aus der Klasse im Chor, das war es dann. (Meine Frau sang später fehlerfrei die Arie der Königin der Nacht, aus der Zauberflöte).
2. Der Kleine hatte eine musikbegeisterte Mutter. Man sang bei der Hausarbeit, beim Plätten lief das Wunschkonzert oder das Symphoniekonzert. Der Kleine sollte im Schulchor singen - während die anderen Klassenfussball spielten. Pah. Später, mit 14, bevorzugte der Kleine Grieg Klavierkonzert, Tschaijkowski Klavierkonzert. Die Mutter fand die Stücke nichtssagend. "Die Wut über den verlorenen Groschen", Beethoven, war die erste Schallplatte, die der Jugendliche kaufte. Man ging ins Konzert. Alles alte Leute, fand der Kleine, kam sich da unbehaglich vor. Während die Mutter schwärmte. Lustig war, dem Violinisten riß eine Seite, er riß dem Stimmführer der 1. Violinen die Geige aus der Hand - und spielte weiter. Aktion! Und heute - geht der nicht mehr ganz so kleine regelmäßig ins Konzert und Oper. Man weiß ja.
3. Vater spielt Klavier, die Kleine soll nachmachen wollen. Die Kleine will nicht nachmachen. Vater spielt auch Fussball. Da will die Kleine Mittun. Und so nimmt das Leben seinen Lauf.

Die Talentfrage wäre jetzt zu stellen. Ich stelle die Talentfrage hier nicht. Tipps sind zuende.

MfG
Albus
schumi65
Stammgast
#6 erstellt: 11. Jun 2003, 12:19
Hallo Albus,

ist nett geschrieben, Dein Kommentar. Ich denke, es trifft den Nagel auf den Kopf, denn auch ich kenne Fälle, wo Kinder ihre Violine unter Tränen in den Händen hielten, weil sie mußten.
Ich selbst wiederum bin eigentlich bis zum 14. Lebensjahr recht unmusikalisch aufgewachsen. Keine Instrumente etc.
Aber ab der 8. Klasse besuchte ich ein Gymnasium, an dem u.a. auch 2 Spezialklassen für Musik pro Jahrgang ausgebildet wurden (heute Landesgymnasium für Musik Sachsen-Anhalt in Wernigerode). Dazu gehörte auch der heute noch existierende Rundfunkjugendchor Wernigerode. Logischerweise färbte dieses Gratisangebot an Kultur auf mich ab. Mit 14 erwarb ich meine erste Klassik-Vinyl: Und rate mal welche? "Die Wuth über den verlorenen Groschen" mit Kempf am Klavier (habe ich heute noch). Dann folgten Besuche der monatlichen "Stunde der Musik" für 2,60 Mark pro Konzert sowie diverse Orgelkonzerte u.a. in Dresden in der Kreuzkirche, wo mein Bruder studierte und Theaterbesuche im Volkstheater, wo ich erstmalig die Zauberflöte "inhalierte".

Was will ich damit sagen? Auch ohne frühzeitige Förderung der Musikalität kann der Funke durchaus später noch überschlagen. Dennoch versuche ich selbst auch durch Einbeziehung meiner Kinder in unsere Hörgewohnheiten die Klassik als völlig normale Musikrichtung an die Kinder heranzubringen. Eben deshalb gehören Konzertbesuche zur normalsten Sache der Welt in unserer Familie.
Wenn meine Tochter aber z.B. sagen würde, sie hätte keine Lust mehr auf ihr Keyboard, würde ich es akzeptieren! Es ist IHRE Entscheidung gewesen, dieses Instrument zu erlernen, gewiß auch als Folge der frühzeitigen, lockeren Auseinandersetzung mit der Materie ab dem 3. Lebensjahr.
Albus
Inventar
#7 erstellt: 11. Jun 2003, 12:51
Guten Tag Jens,

jetzt, da der musikalisierende Geheimtip heraus ist, nämlich Beethoven, Die Wut über den verlorenen Groschen, werden sicherlich prompt 1000 Stück mehr abgesetzt.

Intellektuell wird d e r Groschen gesucht von M. Pletnev, altbacken gewühlt von Adrian Aeschbacher, wie mit Heftpflaster an den Fingern gespielt von Alfred Brendel. Hat den Groschen je einer gefunden?

Über die reizende Bedeutung von Musiktiteln könnte man ins Sinnieren kommen.

Taucht unter, ihr Gedanken, der Alltag kommt.

MfG
Albus
Schafschuetzer
Ist häufiger hier
#8 erstellt: 11. Jun 2003, 15:42
Erstmal vielen Dank für die Antworten.

Auch ich stamme aus einem , zumindest mütterlicherseits, musikalischen Elternhaus. Das brachte mir in meiner besten Sturm- und Drangzeit drei Jahre Gitarren-Einzelhaft in der örtlichen Musikschule. Heute bedaure ich sehr, daß ich damlals noch nicht verstanden habe, worum es bei Musik eigentlich geht.

Das mit den Konzert- und Opernbesuchen ist so eine Sache, wenn man in einem 10.000-Seelen-Dorf wohnt und der nächst Kulturtempel, immerhin das Festspielhaus Baden-Baden, für Kinder nicht viel übrig hat.

Trotzdem, den Groschen werde ich mal suchen und bei Amazon werde ich wohl auch vorbeischauen.


@ Albus
Bei Chopin Klaviersonaten habe ich mich für Leiv Ove Andsnes entschieden. Guter Klang neutrale Interpretation.

MfG
Schafschützer
schumi65
Stammgast
#9 erstellt: 11. Jun 2003, 19:41
Hallo Schützer der Schafe,

den Groschen findest Du auf der CD "Für Elise- Die schönsten Klavierstücke von L. van Beethoven" erschienen bei Favorit (Deutsche Grammophon). Gespielt von Wilhelm Kempff von 1964/65, aber top Qualität. Das Teil gibt es bei Amazon für weniger als 10 Euronen.
Richtig heißt das Stück vom verlorenen Groschen (heute würde man Euro-Cent sagen :D)"Rondo a capriccio G-Dur op. 129.

Das Problem mit der Provinz kenne ich, denn mein Nest hat 2000 Einwohner, da heißt es dann auch stets einige Kilometer zu fahren.
Da fällt mit übrigens noch ein: "Der Regenbogenfisch" als CD ist auch sehr gut bei meinen Kindern angekommen, weil Hörspiel und Gesang vereint, und eben der erwähnte "Karneval der Tiere".
Viel Glück!!!

...übrigens gibt es am Wochenede Lammbraten bei uns...
Schafschuetzer
Ist häufiger hier
#10 erstellt: 12. Jun 2003, 07:01
Danke Jens,

das hilft mir schon mal weiter.


@ Lammbraten

Solange das Tier nicht geschächtet wird, habe ich keine Probleme.


MfG
Schafschützer
Fuxster
Inventar
#11 erstellt: 12. Jun 2003, 11:19
Entschuldigung, aber ich verstehe wirklich nicht wie Eltern auf die Idee kommen können ihre 3 Jahre alten Kinder an klassische Musik heranzuführen weil es vielleicht ihren Idealen entspricht das das Kind mal selber komponiert oder ein musikalisches Wunderkind wird.

Man sollte Kinder doch einfach tun lassen woran sie Spass haben (in einem gewissen Rahmen jedenfalls). Ich denke dadurch können sich die Kinder auch viel freier entwickeln. Man kann sie ja ruhig mit Spiel und Spass ein wenig fördern, das ist sogar sehr sinnvoll, aber nicht mit einem bestimmten Ziel.

Ich finde sowas wirklich schlimm, wenn Kinder etwas nur tun weil ihre Eltern das gerne so wollen, aber sich nie Gedanken darüber machen was sie eigentlich wollen.

Ich habe selbst schon solche Menschen in der Schule kennen gelernt, wir haben hier in der Stadt (ca. 40000 Einwohner) auch eine Musikhochschule. Aber ich habe diese Kinder alle sehr zurückhaltend erlebt, die hatten zwar immer wirklich gute Noten in der Schule und haben aus ihrem Leben beruflich was gemacht, waren aber immer sehr ruhig und hatten wenig oder gar keine Freunde.

Ich weiss, das ist alles sehr weit gegriffen und auch übertrieben, aber im Grunde möchte ich damit nur sagen das ein Kind halt in erster Linie ein Kind ist, das sollte noch nicht solchen "Verpflichtungen" (nämlich die Erwartungen der Eltern) ausgesetzt sein.

Das Thema "berührt" mich nicht, weil ich selber schon Kinder habe, aber ich habe einen kleinen 3jährigen Neffen den ich sehr oft sehe und der wirklich eines der aufgewecktesten Kinder ist was ich je gesehen habe. Darüber hinaus mit Sicherheit sehr intelligent, wie eigentlich unsere ganze Familie. Alle (sogar Geschwister meiner Eltern) haben schon Abitur und grösstenteils studiert, sind also alle nicht ganz blöd.

Aber jeder konnte halt seinen eigenen Weg gehen, keinen vorgeschriebenen...und lasst die Kinder doch auch mal Schlager oder Techno oder sonstwas hören, lasst sie doch selbst entscheiden was sie mögen!

Naja, mag sein das ich etwas ausschweifend geworden bin, aber mich ärgern solche engstirnigen Eltern wirklich, die nicht wissen was sie Ihrem Kind damit antun. Vielleicht könnt ihr mir aber auch nur erläutern warum ihr eure Kinder an klassische Musik heranführen wollt, vielleicht ist ja alles nicht so wie ich denke...
Battlepriest
Stammgast
#12 erstellt: 12. Jun 2003, 11:41
Bravo Fuxter,

auch wenn Du wirklich null Plan von Lautsprechern hast. Brave. Dein Statement hier finde ich wirklich gut.

Mein Stinker ist letzten Monat ein Jahr alt geworden. Der wird zu gar nix gestriezt. Er mag Musik sehr gerne. Bei einfachen Dingen mit wenig Instrumenten, also z.B. Soloklavier oder Apocalyptica, hört er sogar auf zu spielen und krabbel vor die Anlage, um sich das ein paar Minuten anzuhören, bevor anderes interessanter wird. Es ist halt ein Baby.

Ob er später aber ein Instrument spielen lernen will oder lieber Fußball spielt und Motorrad wie sein Alter, das entscheidet das Kind alleine. Meine Aufgabe kann es allenfalls sein, Talente zu beobachten und durch ein Angebot zu fördern. Wird es nicht angenommen so wird der Grad wohl sehr schmal, zwischen Disziplin vermitteln und ein Kind zu etwas ungeliebten zu gängeln. Ich halte das für eine der schwierigsten Aufgaben in der Erziehung. Mal sehn, ich hab ja noch was Zeit...
burki
Hat sich gelöscht
#13 erstellt: 12. Jun 2003, 11:43
Hi,

sehe das durchaus etwas anders als Fuxster, wobei es natuerlich bei der Erziehung (hey, gerade die mangelnde Beschaeftigung mit seinem Nachwuchs - ich war einige Jahre Lehrer in einer Berufsausbildungsstaette fuer mehr oder minder "schwererziehbare" Jugendliche - ist doch ein Manko in unserer Gesellschaft) immer auf die richtige Balance drauf ankommt.

Ich taete auch schauen, dass gemeinsam Musik live erlebt werden kann. Das muss ja nicht immer das grosse Schauspielhaus sein (Karlsruhe ist doch auch nicht soo weit), sondern auch z.B. Zirkus (gibt's ja einige Schnittstellen zum Tanz oder Musik), Freilichtbuehnen, "Hausmusik", ...

Allerdings sollte der Druck IMHO auf die Kinder (war auch kurz davor Musik zu studieren, doch war mir persoenlich da der Leistungsdruck - naja vielleicht fehlt es mir auch an der ultimativen Begabung - etwas zu gross und zudem hatte ich auch noch ganz andere Interessen) moeglichst vermieden werden (sagt sich so schoen).

Gruss
Burkhardt
Battlepriest
Stammgast
#14 erstellt: 12. Jun 2003, 12:48
Hi burki,

ich finde, dass die Meinung da gar nichtr soo weit auseinander liegt. Natürlich sollte man dem Kind Musik zugänglich machen, genauso wie mein Vater mit mir zum NürburgRing (komme vom Mittelrhein) gefahren ist. Aber eben nicht, es auf eine bestimmte Sache alleine (hier eben die Musik) abstellen, nur weil den Eltern gerade das besonders wichtig ist.

Im übrigen werde ich mit meinem Kind, keinen Zirkus besuchen, weil ich es wirklich für eine widerliche Tierquälerei halte, was da abgeht.
Interpol
Hat sich gelöscht
#15 erstellt: 12. Jun 2003, 12:50
man sollte den kindern alles an musik vorspielen, was es auf dem legalen markt gibt.

also:

Alternative Rock
Blues
Broadway & Vocalists
Children's Music
Christian & Gospel
Classic Rock
Classical
Country
Dance & DJ
Folk
Hard Rock & Metal
Indie Music
Jazz
Latin Music
New Age
Opera & Vocal
Pop
R&B
Rap & Hip-Hop
Rock

und die anderen X musikrichtungen, die ich jetzt vergessen habe.

und dann mal schaun, was den kleinen gefaellt.

alles andere ist unterdrueckung und fuehrt oft zum gegenteil von dem, was die eltern sich gewuenscht haben oder zu total angepassten mitlaeufern ohne profil.

denk mal drueber nach.

mfg
burki
Hat sich gelöscht
#16 erstellt: 12. Jun 2003, 13:15
Hi,

@Battlepriest

schon klar, doch ich glaube nicht dass Schafschuetzer jetzt die Erziehung der Kids allein auf klassische Musik abstimmen mag, sondern dies als einen Punkt sieht.
Es gibt uebrigens durchaus den einen oder anderen Zirkus ohne Tiere ...

@Interpol

hast Du selber Kinder ?
Es ist IMHO naiv zu glauben, dass man voellig "neutral" erziehen koennte.
Zudem wird doch haeufig gerade die fehlende Beschaeftigung mit den Kindern (die Schule wirds schon richten ...) durch solche Thesen (das Kind soll es sich doch selbst raussuchen) nur noch "hoffaehig" gemacht.
Wie gesagt: Ich halte garnicht so viel davon, dem Kind etwas aus der Konserve vorspielen zu lassen bzw. sogar einen gewissen Zwang auszuueben, sondern wuerde immer die aktive Beschaeftigung mit Musik vorziehen.

Gruss
Burkhardt
Albus
Inventar
#17 erstellt: 12. Jun 2003, 13:44
Guten Tag in die Runde,

zur (pädagogischen oder bloßen) Lebens-Situation mit dem Element Musik habe ich meine Ansicht oben geschrieben: "die Familie als Schicksal oder Chance". Interessant wie riskant.

Noch mehr: Musik ist ja kein Selbstzweck. Musik macht keinen besseren Menschen. Musiker können Giftmischer sein. Was, wenn sich einer zur Aggressions-Musik berufen fühlte? Statt "Freude, schöner Götterfunke", statt "Seid umschlungen, Millionen" (zweideutig) - Musik ist nicht ein einseitiges Vermögen des Guten. Nicht zu vergessen. Wozu Musik? Höllenmusik gibt's.

MfG
Albus

Wozu also die Übung in Musik?
schumi65
Stammgast
#18 erstellt: 12. Jun 2003, 14:46
Schön, das die Meinungen so verschieden sind, denn das macht ja ein Forum aus, stimmts?

Aber dennoch wollte ich noch loswerden, das hier niemand davon geschrieben hat, sein Kind "strietzen" zu wollen.
Bei uns zu Hause läuft eben Klassik ganz normal nebenher, wie Pop und Jazz etc. auch ( like @Interpol) . Nur bin ich schon der Meinung, daß man den Kids überhaupt global etwas davon anbieten sollte, woher sollen sie es sonst aufnehmen können oder von deren Existenz erfahren???
Ich kenne Kollegen, die hören kaum Musik oder besuchen nie einen Zirkus oder irgendwelche Konzerte mit der Familie oder besuchen Ritterburgen, wandern in den Bergen oder campen im Zelt o.ä., sind aber 3x die Woche bei McDonalds, weil sie das eben toll finden, deren Kinder auch, und das als kulturelles Ereignis empfinden. Klar tolleriere ich das, denke aber, das den Leuten irgendetwas entgeht- ist aber meine persönliche Meinung.
Ich finde, die Chance sollte man schon nutzen, ganz normal und ungezwungen auch Kultur in vielerlei Form anzubieten.
Wenn sich dann bestimmte Talente zeigen, kann und sollte man doch etwas gezielt steuern - aber nicht strietzen! Denn wo nichts ist, wird auch nichts wachsen.

Und zur "neutralen" Erziehung kann ich nur sagen, das es nicht funktioniert, es ist illusorisch!. Habt Ihr Euch mal gefragt, was mit der Neutralität los ist, wenn Eure Kids nicht unter Eurem Einflußbereich stehen??? Das sind immerhin mehrere Stunden täglich bei Schulkindern.
Wir sind jedenfalls mit dem, was die Gesellschaft (hier Schule, Kindergarten)für die kinder bietet, nicht vollends zufrieden und versuchen Defizite in der Familie zu kompensieren. Dazu gehören dann auch musikalische Angebote.
Wir fahren jedenfalls gut damit und haben alle Freude daran. Vielleicht gerade deshalb, weil es in unserer Familie zum Alltag gehört, wie viele andere Dinge auch.

Kurzum - Das Angebot sollte zumindest da sein, sonst kann niemand seine Vorlieben oder Talente entdecken.
drbobo
Inventar
#19 erstellt: 12. Jun 2003, 15:03
Volle Unterstützung für Schumi,
Kinder können eben auch nur das gut finden, an das sie auch herangeführt (nicht gezwungen!!!) werden.
Wer noch nie eine gute Hifi - Anlage gehört hat, findet ein Kofferradio auch ganz gut...... gleiches gilt doch auch für Sport, Essen (sehr wichtig), Wein (vielleicht nicht gerade im Vorschulalter :)) und vieles andere.
Also als HIFI/Musik fan führt man seine Kinder da eben früher ran als evtl andere.
In Kindergarten und Schule kommen die Kids dann schon mit den anderen Dingen in Berührung, Pop-Musik im weitesten Sinne kann man sich ja wohl nicht entziehen.
Was man für seine Kids wichtig findet ist ja nun jedermanns Entscheidung, wenn einer Klassik blöd findet, soll er es auch besser lassen, die Kids kriegen das ganz schnell mit und nehmen einem das auch nicht ab....
Nichts für ungut, aber das musste jetzt mal gesagt werden
Elric6666
Gesperrt
#20 erstellt: 12. Jun 2003, 19:12
Hallo

Viel Wahres und etwas Halbwahres habe ich gelesen!

Die kleine Maus schläft gerade (22 Monate) und gleich werde ich offline gehen und neue CD`s hören!

Musik jeder Richtung ( AC/DC – bis HipHop – bis Klassik) läuft den ganzen Tag und die kleine Maus hat Freude an
Musik – nicht ursächlich, weil sie die Musik hört – weil sie einfach erlebt, dass wir auch Freude daran haben.
Mittlerweile schwingt sie die Hüften, dass mir Angst und Bange wird ( so in 10 Jahren).

Da liegt sicher ein wichtiger Aspekt – die spielerische und nicht zwanghafte Freude an Musik und anderen Dingen!

Es wird sich von selber einstellen, dass sich Musik für die Maus als angenehme „Sache“ in ihrem leben entwickelt.
-Wie und in welche Richtung – Hoffentlich so breit gefächert wie bei mir – aber wer kann es schon wissen!


Da aber speziell der klassische Bereich nicht unbedingt zu den leicht verdaulichen Richtungen gehört, ist die Frage nach
guten und einführenden Stücken schon sehr interessant – Die Klassik MAUS hört sich jedenfalls gut an!

Gruss
schumi65
Stammgast
#21 erstellt: 13. Jun 2003, 07:05
Hallo Elric6666,

schön, daß du auch zu diesem Thread Deine Meinung schreibst, sonst erleben wir Dich ja oft in den rein "technischen" Threads.

Ich finde, Deine Sätze könnten sozusagen als Schlußwort hier stehen bleiben.


>Mittlerweile schwingt sie die Hüften, dass mir Angst und Bange wird ( so in 10 Jahren).<
...das kann ich nur bestätigen, denn meine "Kleine" ist 9 1/2 und die Veränderungen sind in allen Belangen inzwischen spürbar und auch schon sichtbar. Waren wir denn auch so früh drann? Ich glaube nicht.

In diesem Sinne. Freut Euch der guten Musik, die wir konsumieren dürfen. Vor 100 Jahren hatten es unsere Vorfahren schwerer, konservierte Musik zu hören.
Ich werde mir jetzt meine neue Scheibe von Stan Getz auflegen und dem Saxophon lauschen...
Albus
Inventar
#22 erstellt: 13. Jun 2003, 07:35
Einen guten Morgen!

Die vermeintliche Sonderstellung der Musik wäre noch zu befragen.

Nimmt man Musik nicht als ein einfaches Phänomen, sondern als kulturell tief gegründet und komplex, dann sehe ich über die Notenschrift-basierte Kunstmusik des Abendlandes hinaus. Musik ist mehr als Klassik, ja, ja. Aber auch - und gerade jene klassische Kunstmusik. Und so sehe ich Musik kurzerhand als Objektivierung der Imagination an: der Nachsinnung, Nachgedenkung, Fantasie, Einbildung und Spekulierung, und, des Gefühls (in etwas altertümelnder Ausdrucksweise gesagt). Formelhaft: Musik üben bedeutet: vom menschlichen Vermögen insbesondere Fantasie und Gefühl trainieren, entwickeln helfen. Diese Produktivität ist nun nicht auf Musik beschränkt - man denke nur an die Schöne Literatur - die Poesie, die Malerei.

Und wohin führt das: es gibt "funktionale Äquivalente" zur Musik. Musik ist nicht allein.

Musik ist aber in Konkurrenz - zum Fernsehen etwa. Was Musik nicht kann: das Bilderbedürfnis befriedigen. Obacht!

Mein Schlußwort.

MfG
Albus


[Beitrag von Albus am 13. Jun 2003, 07:39 bearbeitet]
Schafschuetzer
Ist häufiger hier
#23 erstellt: 13. Jun 2003, 09:08
Hallo zusammen!

Um ganz kurz auf die Antworten weiter oben eizugehen: Ich kette meine Kinder nicht vor die Lautsprecher sondern möchte versuchen, sie mit der richtigen Musik zu fesseln. Das geht mit einem "einfachen" Stück besser, als mit Brahms 4. Synfonie.

Albus hat ein Reizwort in den Ring geworfen: FERNSEHEN. Ich bin gespannt wohin diese Diskussion noch führen wird.


MfG
Schafschützer

PS Ich besuche heute abend übrigens ein Konzert im Festspielhaus Baden-Baden. Mit meiner Mutter!
drbobo
Inventar
#24 erstellt: 13. Jun 2003, 11:15
Komplexität ist m.e. kein Grund Kindern das vorzuenthalten, wie oben gesagt, muss man natürlich einen Kindgerechten Zugang zu finden, anketten oder in ein Konzert mitschleppen, wo man 2h lang still sitzen muss ist sicher nicht das Wahre.
Umgekehrt aber einmal zu sitzen und NUR zu hören, ist in unserer tollen "multimedialen" Welt sicherlich eine gute Erfahrung für Kinder. Ich war erstaund wie mein sicherlich nicht gerade wenig lebhafter 3-1/2 jähriger doch die 25 Minuten Peter und der Wolf begeistert gehört hat. Inzwischen schaltet der die Anlage selbst ein, legt die CD-S auch schon selber ein und regelt die Lautstärke nach seinen Vorstellungen (naja , vielleicht ist es ja doch nicht so gut mit dem frühen Heranführen an HIFI )

@albus
kann ich nur zustimmen, so poetisch formulieren konnte ich es nicht

@elric
Genau!
Fuxster
Inventar
#25 erstellt: 13. Jun 2003, 19:06

Bravo Fuxter,

auch wenn Du wirklich null Plan von Lautsprechern hast.




Ich lasse das mal so dahin gestellt, ich weiss ja das du dich auf die Geschichte mit dem Subwoofer beziehst, wo ich ja doch immer noch weiss das ich Recht hatte.

Solche Äusserungen sind imho nicht nötig...

Wir können uns ja von mir aus auf wenig einigen...
martin
Hat sich gelöscht
#26 erstellt: 26. Jun 2003, 17:23
Hi,

ich lass meinen 2-Jährigen auf einem Xylophon rumkloppen und er freut sich auch, wenn er den KH aufsetzen darf (natürlich sehr sehr leise). Er tanzt auch gern vorm Radio.
Was mir aber nicht ins Haus kommt, sind so spez. Klassik-Kinderreihen in Buch- und CD-Form. Das kommt so klugscheißerisch daher, das einem schlecht wird.

Grüße
martin


[Beitrag von martin am 26. Jun 2003, 17:24 bearbeitet]
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