DIY: Breitband-Deckenabsorber

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Der_Stefan
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 04. Sep 2011, 11:43
Hallo Forum,

ich beschäftige mich mittlerweile seit 3 Monaten intensiv mit dem Thema Raumakustik. In meinem Wohnzimmer hatte ich, bedingt durch viel Hall und Reflexionen, einen sehr agressiven Hochtonbereich, der schnell unangenehm wurde und sehr stark zischenlnde S- und F-Laute hervorbrachte.

Die Lösung: Breitband-Absorber! Ich habe mich nach diversen fertigen Lösungen umgesehen, habe mich aber des Preises wegen für DIY entschieden. Und das Ergebnis kann sich sehen und hören lassen :-)



Ich habe 4 Absorber mit je 1 m² direkt zwischen der Front und dem Hörplatz positioniert. Die Absorber sollen nach oben noch verkleidet und hinterleuchtet werden. Aber ich war ungeduldig und wollte das Ergebnis hören! :-)

Material: 4 Spanplatten 13mm dick 1mx1m (27 Euro im Baumarkt), 4 Platten Basotect 5 cm dick 1mx1m (115 Euro vom Thomann), Akustikstoff (6m² für 90 Euro von akustikstoff.com), Kleber (9 Euro Baumarkt), Haken, Ösen und Dübel zur Befestigung (20 Euro Baumarkt), Tacker, Hilti (vorhanden).

Akustische Wirkung: beeindruckend! Der Hall hat sich dramatisch reduziert, das Klangbild ist viel klarer geworden. Auch die Bühne und die räumliche Darstellung der Front hat sich drastisch verbessert. Auch bei höheren Pegeln, wo der Hochton fast in den Ohren wehtat, kann ich jetzt entspannt Musik hören und wirklich genießen.

Fazit: hervorragend investierte 290 Euro! Meine Anlage spielt gefühlt eine Klasse höher, für das Geld hätte ich mit anderen Lautsprechern oder einem anderen Verstärker deutlich weniger Verbesserung erzielt. Ich kann diese Maßnahme nur empfehlen!
Black_Bender
Hat sich gelöscht
#2 erstellt: 04. Sep 2011, 19:07
hi,

uff

300€ für einen eigtl. zu dünnen deckenabsorber ist wirklich zu viel mMn.
definitiv kein schnäppchen für DIY.
so hoch wäre meine gesamtrechnung wenn ich genau sowas für einen kunden als auftrag machen würde inklusive materialkosten und arbeitslohn.

mit 300€ materialaufwand hab ich schon kleine räume komplett behandelt im normalen bassbereich und höhenbereich.

akustikstoff wäre nicht nötig gewesen.
ein normaler stoff hätte genauso gut funktioniert und wäre viel billiger gewesen.
akustikstoff brauch man z.b. bei reflektoren wenn man diese mit stoff dekorieren will statt lackieren und dabei nichts absorbiert werden darf durch die stoffbespannung.

5cm basotect wirkt natürlich nur in den höhen aber das ist ok wenn du für dein hörempfinden nur dort probleme hörst und die nun weg sind und du voll zufrieden bist.

ich empfehle immer mindestens 10cm dicke um wirklich breitbandig die decken- und seitenreflexionen zu eliminieren.
oder 7cm mit wandabstand. dann kann man das aber nicht mehr direkt auf eine holzplatte kleben um es mit stoff bespannen zu könn.

oder man macht es mit styropor abstandshalter
http://www.youscreen.de/8cd81c12fb.jpg

und da dann vorsichtig sehr dehnbaren dekostoff drüber spannen.

hier mal ein paar fakten zu den absorptionswerten bei verschiedenen stärken mit und ohne wandabstand.

basotect 5cm
blaue linie ohne wandabstand
rosa linie mit 10cm wandabstand
http://www.youscreen.de/8124d6d8fe.jpg

basotect 7cm
blaue linie ohne wandabstand
rosa linie mit 10cm wandabstand
http://www.youscreen.de/633e45adb1.jpg

basotect 10cm
blaue linie ohne wandabstand
rosa linie mit 10cm wandabstand
http://www.youscreen.de/be2d1b23ff.jpg


also deine konstruktion noch tiefer wirkend könnte ich auch aus 10cm starken rockwoll termarock 50 bauen (gleiche akustische eigenschaft wie basotect).
das ganze luftdicht in folie verpackt in einem holzrahmen mit dekomolton oder anderen schönen dicken stoff bespannt.

kosten würde das keine 100€ bei tieferer wirkung.

wenn dünner nötig ist und auch nur höhen und ein paar hochmitten absorbiert werden sollen dann würd ich 3cm dicke absorber aus homatherm flex cl bauen.

http://www.youscreen.de/0b6eb3bccd.jpg


wenn man unbedingt basotect haben will und das zeug eh hinter stoff versteckt dann gibts beim schaumstoffdiscounter auch B-ware und restekisten.

http://www.der-schaumstoffdiscounter.de



lg
Der_Stefan
Ist häufiger hier
#3 erstellt: 05. Sep 2011, 10:25
Hallo Black_Bender,

erstmal vielen Dank für die interessante und überaus hilfreiche Kritik. Vorab jedoch folgendes: ich hatte wirklich nur im Hochtonbereich Probleme und bin, auch nach einer Woche mehr oder weniger neutralen Testens, immernoch mehr als zufrieden bzw. begeistert mit dem Ergebnis.

Wieder einmal kann/darf/muss ich feststellen, dass man sich wohl nie genug informieren kann. Die "Mischung" aus basotect und Akustikstoff erschien mir nach Lektüre diverser Foren als "beste Lösung".

Ich habe mich bewusst für die teureren Platten vom Thomann gegenüber der B-Ware beim Schaumstoff-Discounter entschieden, einfach um zumindest dort bei meinem ersten Projekt dieser Art auf der sicheren Seite zu sein.

Homatherm Flex CL sieht auch nach einem spannenden Material aus, das werde ich für weitere Projekte bzw. den Neubau der vorhandenen Absorber garantiert berücksichtigen. Wir wissen ja alle, wie das ist, das Hobby entwickelt sich ständig weiter. Und die eigenen Ansprüche ja auch!

Der nächste Schritt wird eine professionelle Messung des gesamten Raumes sein. Schon praktisch, wenn man ein Hifi-Studio in der Nähe hat und die Messung gegen Bier und Gegrilltes eintauschen kann. Danach werde ich weitersehen und, wenn ich darf, VOR weiteren Maßnahmen in der Richtung nochmal um deinen Rat fragen :-)

Edit: Ich bin auf alle Fälle froh, es gemacht zu haben und irgendwie muss ja schließlich jeder mal anfangen ;-)


[Beitrag von Der_Stefan am 05. Sep 2011, 10:37 bearbeitet]
-=Fl4sH1984=-
Stammgast
#4 erstellt: 05. Sep 2011, 12:04
Sieht sehr gut aus und passt zur Einrichtung...wirkt jedenfalls keinesfalls störend
Barossi
Stammgast
#5 erstellt: 08. Sep 2011, 23:39
Moin, moin,

Glückwunsch! Sieht doch toll aus.

Mir schwebt Ähnliches vor; mal sehen!

Würde allerdings 100mm starkes Basotect nehmen und das dann auch auf ein Brett kleben und mit Bühnen-Molton bespannen.
Die Platten dann mit Ketten von der Decke abhängen.

Lieben Gruß

Barossi
Black_Bender
Hat sich gelöscht
#6 erstellt: 08. Sep 2011, 23:51
verschenk das wandabstandspotential nicht wenn du es schon abhängst.

lieber einen rahmen drum berum bauen damit der schall durch den absorber durch kann.

dann wirkt es durch den wandabstand viel tiefer!

oder du schneidest große stücke aus dem brett raus so dass es gerade so noch stabil genug ist.

kette is übrigens nicht die beste lösung weil die glieder zum hörbaren resonieren neigen könnten.
lieber nylonschnur oder dünnes stahlseil.


lg
Barossi
Stammgast
#7 erstellt: 08. Sep 2011, 23:59

Black_Bender schrieb:
verschenk das wandabstandspotential nicht wenn du es schon abhängst.

lieber einen rahmen drum berum bauen damit der schall durch den absorber durch kann.

dann wirkt es durch den wandabstand viel tiefer!



Hi Black Bender,

verstehe ich nicht; was meinst du damit?

Lieben Gruß

Barossi
Black_Bender
Hat sich gelöscht
#8 erstellt: 09. Sep 2011, 00:18
ein poröser absorber wirkt mit wandabstand tiefer.
muss natürlich auch eine gewisse fläche haben sonst beugen sich lange wellen (tiefe frequenzen)einfach drum herum.
aber ein deckenabsorber sollte eh mindestens 1,5-2qm groß sein.

wenn du ein brett hinter den absorber klebst dann kann der schall natürlich nicht durch das brett durch und die optimalere schallschnelle durch wandabstand kann nicht ausgenutzt werden.

wenn du stattauf ein bratt kleben einen rahmen um das basotect baust dann kann der schall ungehindert durch den absorber durch bis zur decke.
oder du schneidest material aus dem brett raus damit der schall durch kann.

hier mal 10cm wandabstand simuliert.
blau ohne wandabstand
rosa mit 10cm wandabstand
http://www.youscreen.de/fe011dd9aa.jpg

lg
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