Idee: Akustik-Hängematte

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enndee
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 15. Mai 2019, 13:53
Moin zusammen,

da ich zu dem Thema hier noch nichts gefunden habe, aber die Idee zu gut und zu günstig finde, um sie euch vorzuenthalten, möchte ich einen Thread dazu eröffnen.

Ich optimiere zur Zeit meinen Raum (die Skizze stellt nur den Fensterabschnitt des Raumes dar, in Blickrichtung liegt noch die 10m² Restfläche des 20m² Raumes) akustisch (benutze ein Teufel Definion 3 5.1 Set mit Klipsch R-115SW) und habe mich die letzten Tage ausführlich mit dem Thema Dämmung durch poröse Stoffe beschäftigt.
Dabei erscheint mir ein Deckendämpfer unausweichlich. Da meine Deckenhöhe 3m beträgt, passt das auch locker. Jetzt ist es so, dass ich nicht gern bastle und mir die Fertiglösungen viel zu teuer und einfach sind.
Gestern Nacht stieß ich dann auf folgendes Produkt:
https://www.der-schaumstoffdiscounter.de/epages/61456034.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/61456034/Products/AHM

Und ich dachte mir: wie einfach und genial ist das denn? Ich habe mir jetzt bei Amazon eine Hängematte mit weißem, dünnem Stoff besorgt und werde diese mittig mit 20cm Steinwolle befüllen und über diesen noch eine Lage 10cm Basotect platzieren. (ob das Basotect überhaupt noch nötig ist, muss ich dann mal nachmessen)
Die Matte schluckt nicht viel Licht und sieht auch irgendwie ein bisschen nach Urlaub aus. Ich bin gespannt, ob das am Ende alles so hinhaut, wie ich es mir vorstelle.
Was meint ihr dazu? Hab ich was übersehen?

Das Frequenzspektrum habe ich mittlerweile ziemlich gut an die Harman-Kurve angenähert bekommen. Auch wenn deswegen mein (Antimode-korrigierter) Sub bis 150Hz hoch spielen muss, weil bis 120Hz das Bassspektrum durch fiese Raummoden in Folge des maximal tief in der Ecke stehenden FR-Speakers zerrissen wird. Ist eine so hohe Crossoverfrequenz für den Klipsch SW R115 problematisch? Das Bassreflexrohr habe ich verstopft, da er trotzdem noch genügend Leistungsreserven hat und mir das bisschen mehr Präzision bei einer so hohen Crossover-Frequenz wichtig ist.
Gesamtspektrum:
Spektrum_150Hz_Crossover_PNG
FR-Speaker:
Spektrum des FR-Speakers allein


Als weitere Maßnahme hänge ich noch einen 1000g/m² Kalmuck Akustikbackdrop-Vorhang an die Fensterseite des Raumes.
Hinter 2 Wandteppiche kommen noch 5 oder 10 cm Basotect. Reflektieren bedruckte Wandteppiche viel Schall? Gibt es einen einfachen Weg, das zu testen? Der Teppich ist nicht sehr stark, vielleicht 150 - 200 g/m², aber seine Poren sind durch die Farbe wahrscheinlich verschlossen. Kann das Basotect dahinter trotzdem noch ordentlich als Absorber eingesetzt werden?
In die Raumecken und deren senkrechte Kanten packe ich Rockwool Sonorock mit ca. 30-40cm Stärke (provisorisch in Matratzenbezüge eingepackt und eingerollt). Das meiste hat erstmal noch nichts mit Ästhetik zu tun. Ich will nur testen, welche Maßnahmen sich spürbar lohnen und werde dann ggf. schönere Selbstbaulösungen daraus machen.

Ich erhoffe mir von den Maßnahmen und vor allem von der großen Hängematte erhebliche Verbesserungen des Raumhalls. Vor allem im Bassbereich wegen der Modenproblematik und im Mittenbereich, weil die Mitten noch immer ein bisschen diffus klingen.
Wasserfall

Schönen Tag euch und danke für eventuelle Antworten und Anregungen!


[Beitrag von enndee am 15. Mai 2019, 14:12 bearbeitet]
burkm
Inventar
#2 erstellt: 15. Mai 2019, 14:16
Normalerweise linearisiert man erst die Nachhallzeiten und das Frequenzspektrum, um dann nachher eventuelle Korrekturen vorzunehmen. Damit ist man sich erst einmal einer ausgeglichenen akustischen Abstimmung sicher. Das Frequenzgang-Target ist davon dann unabhängig.

Deine Vorgehensweise scheint da eher problematisch, weil Du auch von präsenten Raummoden sprichst, die man ja im Rahmen der o.a. Maßnahmen eigentlich schon "weg-optimert" haben sollte.

Ob solch eine "Hängematte" Sinn macht, sei einmal dahingestellt und kann ich nicht beurteilen. Ich bin den regulären Weg gegangen und habe von der Decke abgehängte Paneele mit 5 cm Steinwolle eingesetzt, sowie Reflektoren 1D und 2D Diffusoren an den Wänden und im Bereich der Sitzpositionen an der Decke wegen möglicher senkrechter Flatterechos. Dämmung allein ist meist nicht so sinnvoll, weil man oft wegen der Bass-Problematik den restlichen Bereich dann überdämpft und er dann eher wenig lebendig klingt.
burkm
Inventar
#3 erstellt: 15. Mai 2019, 14:34
Bei den von Dir jetzt ergänzten Daten im Post 1 fällt auf, dass der Bassbereich relativ unruhig verläuft. Die Nachhallzeiten sind dort - wohl auf Grund von Raummoden - nicht "optimal". Da muss man wohl noch etwas machen...
Das ist meist auch der schwierigere Teil, weil Korrekturen im Bassbereich wegen der großen Wellenlängen aufwändiger sind.


[Beitrag von burkm am 15. Mai 2019, 14:36 bearbeitet]
enndee
Ist häufiger hier
#4 erstellt: 15. Mai 2019, 15:40
Hi Burkm,

die aktuelle Reihenfolge rührt daher, dass ich mich diese Woche mit dem Thema Raumeinmessung auseinandergesetzt und ein Umik-1 zugelegt habe. Die bisherigen Optimierungen sind binnen 2 Tagen entstanden und haben mir erst deutlich gemacht, dass ich zu viel Hall im Raum habe.

Angenommen, man hat zu viel Dämmung im Raum: kann man dann nicht einfach den Bass reduzieren und den Gesamtpegel anheben?
Theoretisch kann ich auf die Hängematte ja alles mögliche mal draufpacken und ausprobieren, was am besten klingt. Ein Diffusor ließe sich ja ebenfalls (genau über der Hörposition) auf der Hängematte positionieren. Oder?
BassTrap
Stammgast
#5 erstellt: 15. Mai 2019, 23:46

enndee (Beitrag #1) schrieb:
Reflektieren bedruckte Wandteppiche viel Schall? Gibt es einen einfachen Weg, das zu testen?

Kannst Du durchpusten? Also Mund drauf, versuchen durchzupusten, kommt dahinter Dein Atem durch? Lupe, wie offenporig? Mehr Farbe als Löcher?
Vllt. wissen andere mehr.
enndee
Ist häufiger hier
#6 erstellt: 16. Mai 2019, 16:55

BassTrap (Beitrag #5) schrieb:

enndee (Beitrag #1) schrieb:
Reflektieren bedruckte Wandteppiche viel Schall? Gibt es einen einfachen Weg, das zu testen?

Kannst Du durchpusten? Also Mund drauf, versuchen durchzupusten, kommt dahinter Dein Atem durch? Lupe, wie offenporig? Mehr Farbe als Löcher?
Vllt. wissen andere mehr.


Gute Idee! Ich habe es jetzt so getestet, indem ich den Stoff vor das Koax-Chassis gehalten und 10cm dahinter das Spektrum gemessen habe.
So habe ich auch gleich noch die verschiedenen Stoffe getestet, die ich für meinen Hängemattenabsorber nutzen will. Der Schall geht da prima durch.
Leider fallen die Wandteppiche damit aus. Ab 1000 Hz wird zu viel reflektiert.

Wäre es nicht gut, wenn wir mal einen Sticky machen, in dem alle möglichen Materialien, die vielleicht für den Raumakustikselbstbau in Frage kommen könnten, durchmessen und die Ergebnisse dort sammeln?
Hier mal eine kleine Sammlung von Kram, den ich heute so getestet habe.
Interessant finde ich vor allem, dass der Pyramidenschaum überhaupt gar nichts bringt. Nicht mal ein bisschen.

Basiskurve:
Basiskurve
Der Wandteppich, um den es ging.
Wandteppich
Dünne Malerfolie:
dünne_Malerfolie
LeinenhängematteLeinenhängematte
Hängematte
Matratzenbezug
Matratzenbezug
240L Müllsack
240L Müllsack
Papierposter (relativ dick und glänzend)
Papierposter
Pyramidenschaum (3cm Pyramiden, 1,5cm Schaum)
Pyramidenschaum


[Beitrag von enndee am 16. Mai 2019, 16:57 bearbeitet]
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