| HIFI-FORUM » Akustik » Akustik » Schallschutz beim Zahnarzt | |
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Schallschutz beim Zahnarzt+A -A |
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| Autor |
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nikobu
Neuling |
#1
erstellt: Heute, 09:17
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ich bin Zahnarzt und leide seit Längerem unter dem Lärm im Nebenzimmer in dem meine Prophylaxeassistentin den ganzen Tag Mundhygiene betreibt. Mich wundert, dass sie mit dem Lärm offenbar problemlos zurecht kommt. Ich bin in meiner Freizeit auch Hobbymusiker und leidenschaftlicher Heimkino Enthusiast, darum ist das Thema Akustik für mich ein sehr Wichtiges. Leider macht meine Assistentin die Behandlungen auch so gut wie immer mit geöffneter Türe weil sie sich sonst "eingesperrt" fühlt. Ich denke ein Fehler im Zuge einer Renovierung war, dass die Wand zwischen den beiden Räumen (geteilter großer Altbauraum) eine große Glaswand mit einer Glas-Pendeltüre ist. Jetzt möchte ich zumindest den Schall mittels Akustikpaneelen etwas in den Griff bekommen. Es sind eher mittlere und hohe Frequenzen, also Absaugung und Schallgeräte zur Zahnsteinentfernung. Ich würde dafür gerne 6 bis 10cm grosse mit Bildern bedruckte Absorber verwenden. Haltet ihr das für sinnvoll? Sollte ich sie eher an der Glaswand oder der Ziegelwand gegenüber anbringen.? An der Glaswand wäre bezüglich der Ergonomie besser, da meine Assistentin direkt neben der Ziegelwand sitzt. Die Lärmquelle habe ich in der Skizze mit einem roten Punkt markiert. Die Raumhöhe ist 3 Meter, ich habe aber eine Deckensegel über der Behandlungseinheit mit den integrierten Lampen. Was wären eure Empfehlungen bezüglich Art der Absorber und Positionierung? Kann ich so mein Problem in den Griff bekommen? ![]() ![]() ![]()
[Beitrag von nikobu am 27. Mrz 2026, 09:22 bearbeitet] |
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flexiJazzfan
Inventar |
#2
erstellt: Heute, 11:27
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Es gibt dazu mehrere „Baustellen“ , die aber zusammenhängen. Erstens die Arbeitsplatzeinrichtung. Hier könnte in dem gezeigten Raum der Geräuschpegel schon kritisch sein (vom Patienten, der die Ultraschallreinigung „überstehen“ muss, mal abgesehen). Es ist also „Dämpfung“ angesagt. Zweitens die massive Schallübertragung in den Behandlungsraum durch die Glasplatte hindurch. Hier ist „Dämmung“ notwendig. Drittens die Lästigkeit von Geräuschen unabhängig von der Lautstärke. Hier ist ein vollständiger Raumabschluss ohne den kleinsten Spalt gefragt. Meiner Meinung nach ist die kombinierte Lösung aller drei Probleme nur mit einer durchgehenden Akustikwand (Deck bis Boden) im Behandlungszimmer der Zahnprophylaxe zu erreichen, verbunden mit einer schallgedämpften Tür mit funktionierenden Dichtungen. Ich glaube nicht, dass irgendwelche kleinformatigen Absorber eine Lösung bringen. Eine Beurteilung durch einen Fachmann und eine schnelle Messung vor Ort würde auf jeden Fall die Lösungsmöglichkeiten sofort aufzeigen. Gruß Rainer |
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quecksel
Inventar |
#3
erstellt: Heute, 12:02
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Hi, vorweg erstmal: Eine große Verbesserung kannst du durch Absorption nicht erwarten. Der effektivste Weg ist die Unterbindung der Schalltransmission durch Reflektion. Und da ist die Maßnahme Nummer eins das Schließen der Tür, wie du ja schon selbst gemerkt hast. Vielleicht also nochmal mit der Assistentin sprechen, ihr deinen Leidensdruck klarmachen und versuchen einen Kompromiss zu finden wenn du das nicht schon getan hast. Ich persönlich finde solche Situationen wesentlich erträglicher wenn man ihnen nicht komplett ausgeliefert ist. Soviel zur Psychologie, was lässt sich noch zur Akustik sagen? 1. Viel hilft viel. Die Absorberfläche sollte möglichst groß ausfallen, das heißt es sind hier Quadratmeter (plural) nötig. Es tritt allerdings ein "diminishing returns"-Effekt ein, der zweite Quadratmeter Absorptionsfläche ist subjektiv weniger hilfreich als der erste. 2.Da es sich um höhere Frequenzen mit dementsprechend kurzer Wellenlänge handelt kann die Schallausbreitung ähnlich wie die von Lichtstrahlen behandelt werden. Das heißt Spiegelpunkte die den Schall von der Quelle zur offenen Tür reflektieren sollten als erstes behandelt werden. Auf der Tür selbst könnte ich mir auch ein paar Absorber vorstellen. 3. Für hohe Frequenzen braucht es auch keine dicken Absorber, ich denke 5cm Basotect sind gut ausreichend. 4. Mit richtig positionierter Absorption (Glaswand/Mauer auf Höhe Zahnarztstuhl) wird auch das Flatterecho dem deine Assistentin ausgesetzt ist reduziert, das wird ist für sie sicher auch angenehmer. 5. Eine absorbierende Trennwand zwischen Schallquelle und Tür wäre sicher auch hilfreich. Ich würde schätzen dass sich hier ca drei, allerhöchstens sechs dB Pegelreduktion herausholen lassen. Das ist nicht viel, kann aber ausreichen um den Pegel von "störend" auf "erträglich" zu mindern. Was sagt die Psychoakustik? Schallstimuli lassen sich maskieren: Mit einem Bluetoothlautsprecher und zBsp rosa Rauschen lässt sich das Störgeräusch ein Stück weit übertönen. Am effektivsten sind sicher Kopfhörer mit Noise-Cancelling. Ich denke mit so einem Maßnahmenmix (Absorption + zeitweise Tür zu + manchmal Hintergrundgeräusche + Kopfhörer für den absoluten Fokusmodus) sollte sich das einigermaßen managen lassen. |
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DerHilt
Inventar |
#4
erstellt: Heute, 12:22
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Wie du ja bereits geschrieben hast, sind „Fehler bei der Renovierung“ gemacht worden, m.E. die fehlende Hinzuziehung eins Bauakustikers. Das sollte jetzt nachgeholt werden, wie ja bereits flexiJazzfan ausführte. Mit eigenem sowie aus diesem Forum gewonnenen Wissen wirst du keine nachhaltige Lösung finden. Ein Fachmann andererseits wird nach einer Ortsbesichtigung mit Fachwissen und Berechnungen die erforderlichen Maßnahmen benennen können. Keine Bastellösungen am Arbeitsplatz. |
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Mars_22
Inventar |
#5
erstellt: Heute, 12:57
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Sicherlich ist eine professionelle Lösung das Beste. Ich denke aber schon, dass eine relativ großflächige Beklebung mit stoffbespanntem Akustikschaum auf beiden Seiten des Stuhls in beiden Räumen helfen könnte. |
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DerHilt
Inventar |
#6
erstellt: Heute, 13:45
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Ja, man kann viel ausprobieren. Ich sehe hier allerdings eine Zahnarztpraxis, in der sich neben dem Zahnarzt (Nerven) auch verschiedenen Beschäftigte (Arbeitsschutz) und (holla!) Patienten, d.h. Kunden aufhalten. Die wurden noch nicht erwähnt und sind mutmaßlich wegen der geringeren Verweildauer nicht das Problem, könnte man aber ja durchaus mit berücksichtigen. Kurz und gut: professionelles Umfeld. Na klar kann man auch durch Basteln und hier und da was anbringen zu einem Ergebnis kommen. Zeit dafür vorhanden? Bastellust? Dann: ran! |
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flexiJazzfan
Inventar |
#7
erstellt: Heute, 13:52
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Eine Übersicht mit KI für diesen Fall bringt: „Die DIN 4109 „Schallschutz im Hochbau“ ist für Zahnarztpraxen bei Neu- oder Umbauten verbindlich, um Diskretion (Datenschutz) und Ruhe zu gewährleisten. … Wände zwischen Behandlungsräumen benötigen danach meist Schalldämmwerte von mindestens 47 bis 52 dB.“ Dies zielt auf die Einhaltung der Arbeitsstättenrichtlinie und betrifft in diesem Fall die gegenseitige Beeinträchtigung von nebeneinander liegenden Arbeitsplätzen. Falls das von Anfang an so geplant war,handelt es sich bei der Glaswand um einen Fehler der Bauausführung. Gruß Rainer |
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