Wann fangen Klassiker an Klassiker zu sein?

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pinkrobot
Hat sich gelöscht
#1 erstellt: 24. Jul 2005, 14:32
Hallo,

eine allgemeine Frage:
Wo fangen zeitlich Klassiker an, Klassiker zu sein?
Mir ist aufgefallen, daß hier öfters Geräte besprochen werden, die zeitlich in die 90iger einzuordnen sind.
Ich ordne Klassiker allerdings eher in den Zeitraum der 60iger 70iger und 80iger ein. Somit würde ich Geräte aus den 90iger eher in anderen Bereichen des Forums besprechen. Oder verstehe ich da Grundsätzlich etwas falsch?
Für Aufklärung danke ich schon mal im Vorraus.

Grüße
Andreas
Firstlight
Hat sich gelöscht
#2 erstellt: 24. Jul 2005, 15:00
Hallo

Also ich denke ein Klassiker ist dann ein Klassiker wenn er sich aus der Mase abgehoben hat und oder viele Leute gleichzeitig total überzeugt hat.
Hinzu kann ein Klassiker auch ein Gerät sein welches z.B. ein sehr günstiges Gerät mit sehr gutem Klang war.

Klassiker kann man nicht in eine Zeit oder Ära einordnen ein Klassiker ist ein Klassiker, egal ob Neuzeit oder Steinzeit.

Klassiker ist einfach ein Überbegriff der gerne genommen wird wenn man von einem sehr bekannten Gerät mit vielen positiven Meinungen ( Fachpresse, Benutzer etc..) spricht.

Gruß Timo
Henning81
Stammgast
#3 erstellt: 24. Jul 2005, 15:44
Ich denke ein Klassiker ist ein Klassiker wenn er über seine wirtschftliche relevanz hinaus interessant und erhalten bleibt (so sehe ich das). Manche Geräte sind aufgrund unterschiedlichster Merkmale oder Zusammenhänge schon kurz nach der Erscheinung ein Klassiker. Das würde ich dann aber eher als Verkaufshit oder insidertipp bezeichnen.
Richtig interessant wird es meiner Meinung nach erst wenn das Gerät ausverkauft ist und es trotzdem noch Begeisterung auslöst.
pinkrobot
Hat sich gelöscht
#4 erstellt: 24. Jul 2005, 15:46
Hallo,

danke Timo für deine Antwort.

Aber ich verstehe nicht, warum dann in einem Klassikerforum überwiegend Geräte aus einem bestimmten Zeitraum (70iger, 80iger) besprochen werden wenn der zeitliche Aspekt scheinbar wurscht ist.
Nach Deiner Ausführung könnte man dann doch auch Geräte aus der "Neuzeit" mit einbringen die auch sich irgendwie von der Masse abheben...
Davon gibts ja genug, die von der Presse positiv bewertet werden.

Grüße
Andreas
Firstlight
Hat sich gelöscht
#5 erstellt: 24. Jul 2005, 15:56
Das sehe ich genauso.

Ein Klassiker muss nicht unbedingt alt und nicht mehr käuflich erwerbbar sein.

Wenn sich etwas positiv von der Masse abhebt egal wie alt oder neu ist es ein Klassiker.


Gruß Timo
Dynacophil
Gesperrt
#6 erstellt: 24. Jul 2005, 16:20
Hi

Ich finde ein Klassiker sollte schon über einen Gewissen Zeitraum hinweg noch seine Klasse ausstrahlen. Geräte neuren Datums wi z.B. den 90ern, haben in meinen Augen ev. das Zeug ein Klassiker zu werden, sind es aber beileibe noch nicht. Ein echter Klassiker, der in den 60ern wie ein Volkswagen verkauft wurde und selbst heute täglich seinen Dienst in einer Qualität tut die mich voll befriedigt ist IMHO die Dynaco ST-70 Endstüfe. Hier in D. vermutlich eher unbekannt, aber in den sechzigern in USA in Stückzahlen verkauft, die denen des VW-Käfer ähneln (in der Relation)
Dass die 70er und 80er so häufig vertreten Sind, liegt vermutlich an den Anwendern und daran dass es in den 70ern und 80ern einen besonderes grossen weitgefächerten Martkt gab. Mittlerweile schrumpft das Angebot doch sehr und ist ziemlich speziell: billige würfelkompakt-Schreihälse, X.1 Surround, und ev. hochpreis-hifi. Das Angebot in diesen 2 Jahrzehnten war doch deutlich breiter gefächert und hatte mehr Nuancen im Qualität und Design und es wurde noch etwas verschwenderischer gebaut. Davor, in den 60ern begann sich erst zu entwickeln was man als "Stereo-Anlage" bezeichnen konnte und was man heut noch als solches bezeichnen würde.
Helge


[Beitrag von Dynacophil am 24. Jul 2005, 16:22 bearbeitet]
Barista
Stammgast
#7 erstellt: 24. Jul 2005, 16:42
Ich denke, die Siebziger sind so stark vertreten, da dies die erste ernst zu nehmende Gerätegeneration war, die die Transistortechnik voll ausschöpfte. Ende der Sechziger/Anfang der Siebziger fand der Wechsel von Röhre auf Transistor statt, d.h. man hat hier Geräte, die den Beginn einer neuen Epoche belegen.


[Beitrag von Barista am 25. Jul 2005, 06:36 bearbeitet]
wegavision
Inventar
#8 erstellt: 24. Jul 2005, 17:24
Ich denke auch, ein Klassiker muss über seine Zeit bzw Mode hinaus interessant bleiben oder werden. Und das sieht man eben erst nach zehn eher 20 Jahren. Daher habe ich teilweise noch Probleme mit den End-80ern. Hier ist das Aussehen den heutigen Geräten (bis auf die Boxen) einfach noch zu ähnlich.
Es ist ähnlich wie bei den Autos, da wecken die letzten Gernerationen eher ein Gähnen (wer sucht einen Golf III?), aber nach einer gewissen Zeit wird es dann interessant.
gdy_vintagefan
Inventar
#9 erstellt: 24. Jul 2005, 17:35
Ich definiere einen Klassiker auch eher als ein gutes HiFi-Gerät, das schon mindestens 20 Jahre alt ist.
Genau wie mein Vorredner schon sagt, finde ich das Design vieler End-80er-Geräte noch irgendwie zu "modern" und den heutigen noch zu ähnlich. Ein "klassischer" Tuner/Receiver z.B. sollte für meinen Geschmack schon möglichst noch einer mit Analog-Skala sein, das gibt es ja seit ca. Mitte der 80er nicht mehr.
Andererseits würde ich z.B. das Akai Kassettendeck GX-75II auch schon als Klassiker bezeichnen, obwohl es "erst" 15 Jahre alt ist. Es war eins der letzten und erfolgreichsten noch hochwertig verarbeiteten und "schweren" Tapedecks und hat heute bereits Kultstatus.
Schwergewicht
Inventar
#10 erstellt: 24. Jul 2005, 18:32
Hallo,

ein Klassiker ist eigentlich immer das Produkt eines gewissen Zeitraumes und hat auch etwas mit dem Lebensalter der Leute zu tun, die das Gerät noch kannten. Ein Zeitraum von ca 10 - 30 Jahren für Hifi ist da schon ganz angebracht. Ein Saba Receiver 8120 von 1970 (meine Zeit) war z.B. noch vor 20 Jahren ein unheimlich gesuchter Klassiker. Heute sind die Leute, die seine überragende Leistung zu schätzen wussten meistens in einem Alter, wo man sich für die alten Hobbies nicht oder kaum mehr interessiert und den Platz des 8120 hat schon seit vielen Jahren der 9241 eingenommen. Einen 8120 bekommt man bei Ebay für ein paar Euros nachgeschmissen. So wird es dem 9241 in 15 Jahren auch mal ergehen, dann gibt es wieder neue "Klassiker".

Gruß
Dynacophil
Gesperrt
#11 erstellt: 24. Jul 2005, 19:16
speziell @Michael

was hältst du von DIESER analogen Tuner-Anzeige:



klick mal drauf und warte 5 Sekunden. Gif-ani.
Senderwahl von hinten beleuchtete Dreh-Scheibe, für 1963 ziemlich geil.

und wenn's ums Design geht: klassischer und bauhausiger reduziert auf das Nötige als beim FM-3 gehts fast schon nimmer



Ich war von dem Anblick irgendwie sofort faszinert.


Helge


[Beitrag von Dynacophil am 24. Jul 2005, 19:18 bearbeitet]
gdy_vintagefan
Inventar
#12 erstellt: 24. Jul 2005, 20:49
@Helge:

So etwas kannte ich bis jetzt wirklich noch nicht!

Mir am besten bekannte Klassiker sind die von ca. 1965-85.

Ich selbst bin Mitte 30, habe mich aber schon seit meiner Kindheit für Audio-Elektronik interessiert.
In den 70ern hatten sehr viele Bekannte/Verwandte noch Receiver der Grundig RTV-Serie oder ähnlich aussehende Truhen-Einbauchassis (80xx), oder Saba Receiver 8060/90. Der Dual 12xx gehörte einfach dazu, sowie ein Kassetten-Toplader von Grundig, ITT oder Saba.

Am interessantesten finde ich persönlich die Geräte von Yamaha (Plattenspieler von Dual) aus dem Zeitraum 1980/81 (siehe aktuell genutzte Anlagen). Das sind nämlich jene Komponenten, mit denen ich selbst meine ersten Schritte in Richtung HiFi machte, daher haben sie auch bei mir einen besonderen Stellenwert. Sicher haben diese persönlichen Vorlieben oft mit dem Lebensalter der Leute zu tun, die diese Geräte noch kannten (siehe Vorredner).


[Beitrag von gdy_vintagefan am 24. Jul 2005, 20:50 bearbeitet]
Dynacophil
Gesperrt
#13 erstellt: 24. Jul 2005, 22:12
Hi Michael

vor drei oder 4 Jahren hatte ich dies Geräte nie zuvor gesehen - hab die ersten von einem dänischen Kollegen geerbt, und mich mit der Fa Dynaco etwas näher befasst.

Angefangen hat bei mir alles mit einem Marantz Receiver 4270. mit 17 etwa, 1975. Der war bald hin... Dann hatte ich ne Zeit einen Sansui Röhrenreceiver 500A - den ich damals überhaupt nicht zu schätzen wusste - (war halt ne alte Gurke). dann kam Technics Stangenware... nicht Gut. dann, mit 27 kam ich irggendwie zu Revox A Serie. Hat mich lange begleitet und war bei Kauf schon fast 20 Jahre alt...Das A77MK2 hab ich immer noch. Dann kam der Mission Trip, das erste mal dass ich mir nahezu neue Sachen anschaffte. zwischendrin hatte ich auch mal hochwertigere Kenwood, was langweiligeres hatte ich wohl nie. Der Mission Amp Platzte eines Tages, und, als ersatz kramte ich (der war zu mir zurückgekehrt, defekt, und dann repariert worden) den Sansui wieder hervor. Er riss mir (22KG und gross) den Vogels Wandarm aus der Wand... aber nach 3 Tagen hatte ich mich an den Sound der EL84 gewöhnt, das die Folge der Verkauf des ganzen Mission Cyrus 2 war. Da ergab es sich dass ich nem dänischen Kollegen beim Umzug nach Esbjerg half, und als Dank ne Kiste mit 2 komischen Geräten bekam. Fa. nie gehört. Dyna oder Dynaco. Pas-3x Röhren PreAmp und ne ST-120 Transen Endstufe. klang nett, aber damit war ich infiziert. Erstmal entdeckt, dass es echt selten in EU ist, dass es in US und Canada aber eher gängig ist. Als erstes kam ein FM-3 Röhrentuner, dann eine ST-35 Röhrenendstufe, dann ein Mörder ST-400 Transen Poweramp und zeitweilig noch eine ST-80 Endstufe und zuletzt eine ST-70 el34 Endstufe dazu. zwischendrin noch eine moderne Variante aus den 90ern, der CDV-1 und ein passender PreAmp. Alles Dynaco, und bis auf die 90er in meinen Augen echte Klassiker. Alles nichts besonders haientiges, damals alles gängige Massenware, aber irgendwie hat das Material was und es lässt sich gut modifizieren. Nun bin ich 48, und die meiste Technik die ich benutze ist ähnlich alt wie ich, ob Auto '68, Scooter '57 oder Audio '60er, Phototechnik '80er.

Mein Vater (heute 80) war anders - der wollte und will immer das neueste - das krasse Gegenteil von mir. Der hatte damals diesen Grundig RTV receiver mit tipptasten, keilförmig, auch wandmontage möglich... Quadrosound und und und... ich fand das Ding grauenvoll... heut sind die leute scharf drauf

Auf was ich so stehe muss Stereo, alltagstauglich und von so einer Mindestqualität sein, das ich es im alltag ertragen kann.

Plattenspielermässig bin ich irgendwie gespalten, Rega-Planar Brett und Chuo Denki BD5400 Subchassis.

Helge
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